Der 39-jährige Hugo Quaderer aus Schaan wurde von der VU-Fraktion mit Wirkung ab dem 1. Januar 2004 einstimmig zum neuen Fraktionssprecher der Vaterländischen Union gewählt. Der zweifache Familienvater übernimmt die Funktion des Fraktionssprechers von Peter Sprenger, welcher diese Aufgabe seit 1997 wahrgenommen hatte. Hugo Quaderer ist seit Frühling 2001 Mitglied des liechtensteinischen Landtags und beruflich als Leiter der Abteilung «Wirtschaft» beim Amt für Volkswirtschaft tätig.

110. Versammlung der Interparlamentarischen Union in Mexiko City (Mexico)

Vom 17. bis 23. April 2004 findet in Mexiko City die 110. Versammlung der Interparlamentarischen Union (IPU) statt. Der liechtensteinische Landtag wird dabei durch Landtagspräsident Klaus Wanger als Delegationsleiter sowie die Abgeordneten Dorothee Laternser und Rudolf Lampert vertreten.

Der Beschluss über den Beitritt zur Interparlamentarischen Union und Bestellung eines Exekutivkomitees wurde in der Landtagssitzung vom 15. September 2000 gefällt. Der IPU gehören fast alle Parlamente der Welt an. Die Mitgliedschaft in der IPU und die Teilnahme an den jeweiligen Jahrestreffen sollen auch dazu benutzt werden, damit die liechtensteinischen Parlamentarier mit ihren Kollegen und Kolleginnen anderer Staaten einen Gedankenaustausch und Kontakte pflegen können.

LTS - Die Bundestagsabgeordneten Hans-Ulrich Klose und Andreas Schockenhoff weilten in Begleitung von Gerd Tebbe, Regierungsdi-rektor des Sekretariates des Auswärtigen Ausschusses des Bundes-tages, auf Einladung von Landtagspräsident Klaus Wanger bzw. der Aussenpolitischen Kommission des liechtensteinischen Landtages am 22. und 23. Juni 2004 zu Besuch in Liechtenstein. Josef Wolf, Botschafter des Fürstentums Liechtenstein in Berlin, nahm ebenfalls am Besuchsprogramm teil. Nach einer Präsentation und Information zum Thema «Wirtschafts-standort Liechtenstein» folgte am Dienstagnachmittag ein Arbeits-gespräch mit den Mitgliedern der Aussenpolitischen Kommission des liechtensteinischen Landtags im Regierungsgebäude. Der stellvertretende Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages führte im Arbeitsgespräch mit Landtags-präsident Klaus Wanger und den Mitgliedern der Aussenpolitischen Kommission des Landtages aus, dass im Fall von Liechtenstein Wahrnehmung und Realität auseinander klaffen. In Deutschland werde zunehmend vermerkt, dass auf liechtensteinischer Seite die Bereitschaft zur Zusammenarbeit bestehe und das Fürstentum Liechtenstein zwar ein kleines, aber sehr modernes Staatsgebilde sei. Im Verlauf der Diskussion schnitten die beiden Bundestagsab-geordneten insbesondere zwei Themenbereiche an, von denen sie sagten, dass diese den Bundestag stark beschäftigen, nämlich die Entwicklung des europäischen Integrationsprozesses und die welt-politischen Krisengebiete der jüngsten Zeit (Afghanistan, Irak, Israel und Palästina). Zum ersten Thema führten sie aus, dass die europäische Verfas-sung noch keineswegs abgesichert sei. In elf Mitgliedsstaaten sei bereits ein Referendum angekündigt worden. Es könne also in den nächsten Jahren in Europa noch einige Turbulenzen geben. Aller-dings dürfe man auch nicht zu pessimistisch sein, denn man könne mit grosser Genugtuung auf das in den letzten 50 Jahren Erreichte zurückblicken. Die deutsche Delegation empfahl den liechtensteini-schen Gesprächspartnern, den europäischen Integrationsprozess sorgfältig zu beobachten und rechtzeitig die nötigen Weichenstel-lungen vorzunehmen. Beim zweiten Thema stand die Frage im Vordergrund, welchen Bei-trag Europa zur Festigung der Demokratie und zur Friedenssiche-rung in den genannten Krisengebieten leisten könne. Der Besuch der beiden Bundestagsabgeordneten, die in offiziellem Auftrag des Deutschen Bundestages in Liechtenstein weilten, fand zum richtigen Zeitpunkt statt. Hans-Ulrich Klose erklärte diesbezüg-lich, dass er ein anschaulicheres Bild von Liechtenstein mit nach Berlin nehme und er die bei uns gesammelten Eindrücke auch an seine Bundestagskollegen weitergeben werde. Ein Höflichkeitsbesuch bei Regierungschef Otmar Hasler sowie die Besichtigung des neuen Landesmuseums rundeten das Besuchs-programm vom Dienstag ab. Im Mittelpunkt des Besuchsprogramms vom Mittwoch stand die Besichtigung der Firma Swarowski AG in Triesen.

Am Montag, 27. September 2004, stattete der Präsident der Parlamentarischen Versammlung des Europarates, Peter Schieder, in Begleitung des Generalsekretärs der Parlamentarischen Versammlung des Europarates, Bruno Haller, sowie dem stellvertretenden Kabinettschef des Präsidenten der Parlamentarischen Versammlung des Europarates, Markus Adelsbach, unserem Land einen Besuch ab. Der Besuch diente einem Gedanken- und Meinungsaustausch hinsichtlich der Festlegung der Modalitäten eines Dialogs zwischen Abgeordneten des Landtages und Abgeordneten der Parlamentarischen Versammlung des Europarates nach den liechtensteinischen Landtagswahlen im März 2005. Im Rahmen des Besuches führte Präsident Peter Schieder gesonderte Gespräche mit Landtagspräsident Klaus Wanger, der Parlamentarier-Delegation beim Europarat, bestehend aus der Abgeordneten Renate Wohlwend, den Abgeordneten Christian Brunhart, Roland Büchel und Alexander Marxer, sowie einer Vertretung der Fraktion der Fortschrittlichen Bürgerpartei, bestehend aus den Abgeordneten Markus Büchel, Alois Beck, Helmut Konrad, und einer Vertretung der Fraktion der Vaterländischen Union, bestehend aus Landtagsvizepräsident Peter Wolff, dem Abgeordneten Hugo Quaderer und dem stellvertretenden Abgeordneten Peter Kranz, sowie dem Abgeordneten Paul Vogt von der Freien Liste. Präsident Peter Schieder stattete ferner Regierungschef Otmar Hasler einen Höflichkeitsbesuch ab und war anschliessend Gast bei einem von Landtagspräsident Klaus Wanger gegebenen Mittagessen, an dem unter anderem auch Landtagsvizepräsident Peter Wolff, die Delegationsleiterin der liechtensteinischen Parlamentarier-Delegation beim Europarat, Renate Wohlwend, sowie der liechtensteinische Botschafter beim Europarat in Strassburg, Daniel Ospelt, teilnahmen. Vaduz, 27. September 2004

(LTS) Auf Einladung des österreichischen Nationalratspräsidenten Dr. Andreas Khol, welcher im Oktober letzten Jahres Liechtenstein besuchte, reiste die Aus-senpolitische Kommission des Landtags unter Führung von Landtagspräsident Klaus Wanger sowie den Mitgliedern Peter Wolff, Alois Beck, Ingrid Hassler-Gerner und Helmut Konrad am 2. November 2004 nach Wien. Die Kommission wurde von Landtagssekretär Josef Hilti begleitet. Am Abend des Anreisetages fand in der liechtensteinischen Botschaft in Wien ein Arbeitsgespräch zwischen der Aussenpolitischen Kommission und der liech-tensteinischen Botschafterin, I.D. Maria-Pia Kothbauer, statt. Am Vormittag des 3. November 2004 begann das offizielle Programm für die Gäste aus Liechtenstein, welches mit einem Gespräch beim Präsidenten des Na-tionalrats, Dr. Andreas Khol, eröffnet wurde. Im Anschluss an dieses Gespräch mit dem Präsidenten des Nationalrats fand ein Treffen mit Mitgliedern des Aussenpolitischen Ausschusses des österreichischen Nationalrates statt. Am Nachmittag folgte ein Gespräch mit der Präsidentin des Bundesrates, Anna Elisabeth Haselbach, im Beisein der Vizepräsidenten Jürgen Weiss und Georg Pehm. Abschliessend besuchte die liechtensteinische Delegation noch eine Sitzung des Hauptausschusses, in der u.a. die Themen Mitgliedschaft der Türkei in die EU und Umsetzung der Lisabon-Strategie diskutiert wurden.

Besuch von Max Binder, Präsident des Schweizerischen Nationalrats

Auf Einladung von Landtagspräsident Klaus Wanger weilte Max Binder, Präsident des Schweizerischen Nationalrates, gestern Dienstag zu einem Freundschaftsbesuch im Fürstentum Liechtenstein.

Nach dem österreichischen Nationalratspräsidenten Andreas Khol, der im September 2003 unser Land besuchte, und Peter Schieder, Präsident der Parlamentarischen Versammlung des Europarates in Strassburg, der im Mai diesen Jahres eine Visite in Vaduz absolvierte, war mit dem Schweizer Nationalratspräsidenten Max Binder innerhalb eines Jahres der dritte hochrangige Parlamentsvertreter in Liechtenstein zu Gast. Präsident Max Binder wurde begleitet von Nationalrätin Brigitta Gadient sowie von Michael Kurmann von den Parlamentsdiensten in Bern. Des Weiteren gehörte Paul Seger, Botschafter der Schweiz im Fürstentum Liechtenstein, der Gastdelegation an. Die liechtensteinische Delegation wurde angeführt von Landtagspräsident Klaus Wanger und Landtagsvizepräsident Peter Wolff, begleitet von S.D. Prinz Stefan, Botschafter des Fürstentums Liechtenstein in der Schweiz, sowie Landtagssekretär Josef Hilti. Nach der offiziellen Begrüssung im Regierungsgebäude fand ein Arbeitsgespräch mit Landtagspräsident Klaus Wanger und Landtagsvizepräsident Peter Wolff statt. In diesem Gespräch wurden nebst diversen bilateralen Themen insbesondere das Schengen-Dublin-Abkommen und Möglichkeiten einer verstärkten Kooperation der nationalen Parlamente im Rahmen der Internationalen Parlamentarier-Union (IPU) angesprochen. Weiter wurde die Idee der Errichtung einer so genannten gemeinsamen schweizerisch-liechtensteinischen Parlamentarier-Freundschaftsgruppe diskutiert, ein Kontaktforum, welches von beiden Seiten einhellig begrüsst wird. Sinn und Zweck der Errichtung einer solchen zwischenstaatlichen parlamentarischen Freundschaftsgruppe ist die Schaffung einer direkten, unbürokratischen, auf Freundschaftsbasis getragenen Kontaktmöglichkeit zwischen den beiden Parlamenten bzw. deren Vertretern. Am Nachmittag wurde Präsident Max Binder auf Schloss Vaduz von S.D. Erbprinz Alois empfangen. Ein Besuch der Firma Hilcona AG in Schaan rundete das eintägige Besuchsprogramm im Fürstentum Liechtenstein ab.


Durchlauchter Erbprinz
Geschätzte Frauen und Herren Abgeordnete
Geschätzte Mitglieder der Fürstlichen Regierung
Meine Damen und Herren


Nach der Vereidigung der Frauen und Herren Abgeordneten darf ich Sie, Durchlaucht, nun auch im Namen des hier versammelten Landtages herzlich begrüssen. Für Ihre wegweisenden Worte möchte ich Ihnen bestens danken.
Als Alterspräsident habe ich traditionsgemäss an der Eröffnungssitzung des Landtages einige Worte an die Mitglieder des Landtages und der Regierung zu richten. Erlauben Sie mir, dass ich - wie in den vergangenen Jahren - einige persönliche Gedanken und Wünsche ausspreche.
Soeben haben alle hier versammelten Abgeordneten in die Hand Seiner Durchlaucht des Erbprinzen folgenden Eid abgelegt: «Ich gelobe, die Staatsverfassung und die bestehenden Gesetze zu halten und in dem Landtage das Wohl des Vaterlandes ohne Nebenrücksichten nach bestem Wissen und Gewissen zu fördern, so wahr mir Gott helfe». Mit diesem Eid haben wir uns alle verpflichtet, auf der Grundlage der Verfassung unser Tun und Handeln nach dem Gemeinwohl und zum Segen unseres Landes auszurichten.
«Der Landtag ist das gesetzmässige Organ der Gesamtheit der Landesangehörigen und als solches berufen, nach den Bestimmungen dieser Verfassung die Rechte und Interessen des Volkes im Verhältnis zur Regierung wahrzunehmen und geltend zu machen und das Wohl des Fürstlichen Hauses und des Landes mit treuer Anhänglichkeit an die in dieser Verfassung niedergelegten Grundsätze möglichst zu fördern». So ist es im V. Hauptstück in Artikel 45 Absatz 1 unserer Verfassung im Wortlaut festgeschrieben. Es ist mir wichtig, dass Sie meine folgenden Ausführungen unter diesem Gesichtspunkt sehen.
Die Landtagswahlen vom 13. März 2005 haben die Kräfteverhältnisse im Landtag und in der Regierung verändert. Die Fortschrittliche Bürgerpartei blieb mit 48,7% die stimmenstärkste Partei, verlor aber ein Landtagsmandat und die absolute Mehrheit und ist mit 12 Abgeordneten im Landtag vertreten. Die Vaterländische Union erhielt 38,2% der Parteistimmen, verlor ebenfalls ein Landtagsmandat und stellt 10 Abgeordnete in der kommenden Legislaturperiode. Die Freie Liste erhielt 13,0% und zieht erstmals mit drei Abgeordneten - d. h. in Fraktionsstärke - in den Landtag ein.
Diese Konstellation führt nun wieder zu einer Zusammenarbeit in der Regierung zwischen der Fortschrittlichen Bürgerpartei und der Vaterländischen Union, wie sie in unserer Geschichte während fast 60 Jahren praktiziert wurde. Nachdem ich in der Legislaturperiode 1993 bis 1997 als Landtagsabgeordneter einer Koalitionsregierung unter der Führung der Vaterländischen Union und in der Legislaturperiode 1997 bis 2001 einer Alleinregierung der Vaterländischen Union und 2001 bis 2005 einer Alleinregierung der Fortschrittlichen Bürgerpartei gegenüberstand, bin ich nach den gemachten Erfahrungen überzeugt, dass es aufgrund der spezifisch liechtensteinischen Verhältnisse sinnvoll und notwendig ist, dass die beiden grossen Parteien in Regierung und Landtag zusammenarbeiten. Ich habe mich diesbezüglich bereits zu Beginn des vergangenen Wahlkampfes mehrmals klar und deutlich dafür ausgesprochen.
Diese gemeinsame Arbeit schliesst nach meiner Ansicht jedoch keineswegs eine konstruktive und sachbezogene Auseinandersetzung auf Parlamentsebene aus. Ein fairer Wettbewerb der besseren Argumente und Lösungsvorschläge soll wieder vermehrt die Parlamentsarbeit prägen. Ich bin jedoch überzeugt, dass durch eine Zusammenarbeit der Fortschrittlichen Bürgerpartei und der Vaterländischen Union auf Regierungsebene die Polarisierung im Landtag, wie sie in der Vergangenheit unter den Alleinregierungen oft - nach meiner Ansicht zu oft - praktiziert wurde, abgeschwächt wird. Diese Zusammenarbeit zwischen der Fortschrittlichen Bürgerpartei und der Vaterländischen Union auf Regierungsebene hat jedoch auch die Konsequenz, dass die beiden im Landtag vertretenen Parteien die Politik und die Zielsetzungen der Regierung unterstützen und verwirklichen. Die neue Zusammensetzung des Landtages mit mehr als der Hälfte neu gewählter Abgeordneter und besonders mit dem Einzug von erstmals 6 Frauen in den Landtag betrachte ich als grosse Chance, dass das Verbindende das Trennende im Landtag weitestgehend ersetzen wird. Persönlich werde ich in der kommenden Legislaturperiode alles unternehmen, um über die Parteigrenzen hinweg Brücken zu schlagen.
Es ist für die Zukunft unseres kleinen Landes nicht sinnvoll, ja unverantwortlich, wenn unsere begrenzten Kräfte in dauernder parteipolitischer Auseinandersetzung verbraucht werden. In grundlegenden staatspolitischen Problemstellungen, wie z.B. in der Aussenpolitik, in der Finanz-, Gesundheits-, Sozial- und Bildungspolitik sind wir auf einen möglichst breiten Konsens und auf die Zusammenarbeit aller politischen Kräfte in Regierung und Landtag angewiesen.
Ich würde es begrüssen und für die Sache als dienlich erachten, wenn sich alle im Landtag vertretenen Parteien dahingehend einigen könnten, dass einige wenige, aber für die Zukunft unseres Landes äusserst wichtige Problemstellungen von der Bühne der Tages- bzw. Parteipolitik entfernt würden. Dies scheint mir notwendig, um gemeinsam mit vereinten Kräften die beste Lösung erarbeiten zu können, die oft auch unpopuläres Handeln verlangt. In diesem Zusammenhang bin ich der Ansicht, dass es sinnvoll wäre, die Behandlung von Regierungsvorlagen mit grosser Tragweite nach Eintreten auf die Vorlage im Landtag durch eine Landtagskommission mit dem Ressortverantwortlichen der Regierung vorbereiten zu lassen.
Ausserdem wäre es nach meiner Ansicht wünschenswert, wenn die neue Koalitionsregierung nach einer Einarbeitungsphase dem Landtag ein Regierungsprogramm mit den wichtigsten Zielsetzungen für die kommenden Jahre unterbreiten würde. Ein solches Programm würde es dem Landtag erlauben, sich frühzeitig mit den Problemstellungen gedanklich und inhaltlich auseinander zu setzen. Die Wahlprogramme der beiden Grossparteien, die im Grundsatz in vielen Punkten deckungsgleich sind, bieten dazu - nach meiner Ansicht - eine wertvolle Grundlage für die Festlegung der Zielsetzungen und Richtlinien.
Wie wir alle wissen, wird Liechtenstein mit wenigen Ausnahmen mit den gleichen Problemstellungen wie unsere Nachbarländer konfrontiert. Ein Überleben als souveräner Staat und der Erhalt unserer wirtschaftlichen Prosperität ist nach meiner festen Überzeugung mit unseren minimalen personellen Ressourcen nur dann möglich, wenn alle Kräfte dieses Landes sich zielgerichtet und uneingeschränkt ohne Nebenabsichten für das Staatswohl einsetzen.
Wir als Volksvertreter sind vorrangig verpflichtet, dazu einen wesentlichen Beitrag zu leisten. Ich danke Ihnen heute schon für Ihren Einsatz und die gegenseitige Unterstützung.
In diesem Sinne wünsche ich mir, dass wir in der vor uns liegenden Legislaturperiode erfolgreich zum Wohl unseres Landes und aller Bewohnerinnen und Bewohner zusammenwirken werden.
Danke für Ihre Aufmerksamkeit.

Durchlauchter Landesfürst
Durchlauchte Landesfürstin
Durchlauchter Erbprinz
Königliche Hoheit
Durchlauchten
Exzellenzen
Liebe Liechtensteinerinnen
Liebe Liechtensteiner
Werte Gäste

Mit dem In-Kraft-Treten der Alters- und Hinterlassenenversicherung am 1. Januar 1954 wurde die wichtigste Grundlage für unseren Sozialstaat geschaffen. Gegen grossen Widerstand gelang es dem damaligen Regierungschef Alexander Frick, dieses segensreiche Sozialwerk zu verwirklichen. In den folgenden Jahren ist unser Sozialsystem schrittweise auf den heutigen Stand ausgebaut worden. Während des wirtschaftlichen Aufschwungs in unserem Lande sind die Leistungen auf ein Niveau angehoben worden, das viele andere hoch entwickelte Länder übertrifft.

Heute, in Zeiten zunehmender Arbeitslosigkeit und eines tief greifenden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandels - Stichwort Globalisierung - steht die Sozialpolitik auch in unserem Lande auf dem Prüfstand.

Der Ausbau des Sozialstaates Liechtenstein hat in den vergangenen 10 Jahren zu einer massiven Belastung des Staatshaushaltes geführt. So sind die Staatsbeiträge an den Sozialstaat von 79 Millionen Schweizer Franken im Jahre 1995 auf 189 Millionen Schweizer Franken im Jahre 2004 gestiegen, das heisst, in diesem Zeitraum erhöhten sich die Sozialleistungen pro Kopf der Bevölkerung von 2'539,-- Schweizer Franken auf 5'472,-- Schweizer Franken pro Jahr. Dies bedeutet ein stetiges Wachstum bzw. einen kontinuierlichen Ausbau unseres Sozialsystems.

Von den insgesamt 25 verschiedenen Zuwendungsarten, die unser Sozialsystem beinhaltet, verursachen die Staatsbeiträge an die Krankenversicherung, an die Alters- und Hinterlassenenversicherung, an die Invalidenversicherung und an die staatliche Unterstützung der Krankenhäuser einen Betrag von 138 Millionen Schweizer Franken. Somit werden fast drei Viertel aller Sozialleistungen für die drei Risiken - Alter, Krankheit und Invalidität - ausgeschüttet. Eine ungewöhnlich starke Zunahme von 76% verzeichneten in den vergangenen 4 Jahren die Staatsbeiträge an die Invalidenversicherung. Sie betrugen im Jahre 2004 26,8 Millionen Schweizer Franken; dies entspricht einem Anteil von 14% der gesamten staatlichen Sozialleistungen. Der IV-Rentnerbestand stieg von 1'191 Bezüger im Jahre 1997 auf 2'062 Bezüger im Jahre 2004; daraus resultiert eine jährliche Zunahme von 124 Neu-Rentnern in dieser Zeitperiode. Allein diese Entwicklung ruft nach Massnahmen, die nicht nur mit einer Beitragserhöhung seitens der Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu lösen sind.

Obwohl unsere Sozialversicherungen auf einer eigenständigen liechtensteinischen Gesetzgebung beruhen, entsprechen sie in ihren Grundkonzepten schweizerischen Modellen. In vielen Bereichen sind jedoch in unserem Lande die Sozialleistungen besser ausgebaut und die soziale Absicherung weitreichender als in der Schweiz. So gewährt zum Beispiel unsere Alters- und Hinterlassenenversicherung im Gegensatz zur Schweiz ein Weihnachtsgeld in Form einer zusätzlichen vollen Monatsrente, eine attraktivere Gestaltung des Rentenvorbezugs sowie keine Rentenplafonierung.

Der nach meiner Ansicht in den Jahren der Hochkonjunktur in einigen Bereichen zu grosszügig ausgebaute Sozialstaat muss nun vor dem Hintergrund der künftigen Finanzierbarkeit und der allgemeinen wirtschaftlichen Situation analysiert und durch zielgerichtete, sozialverträgliche Massnahmen reformiert werden. Ich erachte es unter anderem als dringend notwendig, dass Ausschüttungen von Sozialleistungen nach dem «Giesskannenprinzip» durch zielgruppengerechte Zuwendungen ersetzt werden müssen und die Zusammenarbeit und Koordination der verschiedenen Sozialversicherungen und sozialen Institutionen verbessert werden.

Ich spreche mich somit nicht für einen generellen Abbau unserer Sozialleistungen aus. Soziale Hilfe soll nach wie vor an jene Personen ausgeschüttet werden, die unzureichend zur Selbsthilfe fähig sind. Private Initiative muss jedoch wieder vermehrt Vorrang vor staatlicher Initiative haben. Finanzielle Mittel seitens des Staates sollen vor allem dafür eingesetzt werden, um ihnen zu eigener Leistungsfähigkeit und grösstmöglicher Selbstständigkeit zu verhelfen.

Soziale Hilfe muss primär «Fangnetz» sein und darf nicht zur «Hängematte» werden. Sozialer Missbrauch muss geahndet werden, da er einen Vertrauensbruch gegenüber der gesellschaftlichen Solidarität darstellt.

Der Strukturwandel und die ständig steigenden und sich verändernden Leistungsanforderungen im Berufsleben erfordern künftig nach wie vor einen hohen, gezielten Mitteleinsatz in unseren Bildungsbereich. Die Anhebung des Bildungsniveaus in unserem Lande wird künftig noch an Bedeutung gewinnen, da Personen mit tiefem Bildungsniveau vermehrt zu Sozialempfängern werden. Bildung ist nicht nur die Voraussetzung für einen nachhaltigen, qualifizierten wirtschaftlichen Aufschwung, sondern langfristig auch ein wichtiger Pfeiler des sozialen Ausgleichs.

Der «traditionelle» Generationenvertrag, auf dem unsere Alters- und Hinterlassenenversicherung aufbaut, muss den absehbaren demographischen Bedingungen angepasst werden, um den finanziellen Ausgleich zwischen Jungen, Alten und der Erwerbsgeneration sicherzustellen. Dabei ist besonders ein kinder- und familienfreundliches Umfeld zu schaffen, das es Eltern erleichtert, sich für Kinder zu entscheiden.

Soziale Leistungen müssen künftig vermehrt nach transparenten und als gerecht empfundenen Kriterien zugewiesen werden. Da nach vielen Jahren des wachsenden Wohlstandes in unserem Lande in weiten Teilen der Bevölkerung heute die Voraussetzung für die Eigenvorsorge gegeben ist, sollten soziale Leistungen seitens des Staates, wo es möglich ist, an zumutbare Eigenleistungen geknüpft werden.

Ich bin überzeugt, dass eine Erneuerung unseres Sozialstaates schnellstmöglich in Angriff zu nehmen ist. Diese innovative Neugestaltung muss gleichermassen sozial gerecht und wirtschaftlich effizient sein. Sie muss sich den heutigen und künftigen Anforderungen und Herausforderungen stellen, die sich aufgrund des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandels ergeben. Entsprechende Leistungsanpassungen auf dem Gesetzeswege werden erforderlich sein.

Soziale Gerechtigkeit zu gewährleisten ist eine schwierige Gratwanderung, da gilt es, einerseits den Bedürfnissen und Erfordernissen nach sozialem Schutz und sozialem Ausgleich gerecht zu werden und andererseits die Wirtschaft und die im Erwerbsleben Stehenden nicht übermässig zu belasten. Diese Gratwanderung in einem äusserst sensiblen Bereich kann nur gelingen, wenn ein breiter Konsens von Politik, Wirtschaft und nicht zuletzt das Verständnis in der liechtensteinischen Bevölkerung für eine Erneuerung gegeben ist.

Ich bin zuversichtlich, dass es in gemeinsamer Anstrengung auf der Grundlage von Solidarität und Gerechtigkeit gelingen wird, diese Reformen sozialverträglich und nachhaltig erfolgreich zu verwirklichen.

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit und wünsche Ihnen allen einen schönen Festtag.

Die neue Landtagsbroschüre - in deutscher und englischer Sprache - kann ab sofort kostenlos beim Landtagssekretariat (Tel. 236 65 71) bezogen werden.

LTS - Das erste von zwei geplanten Dialoggesprächen zwischen Vertretern der Parlamentarischen Versammlung des Europarates und einer liechtensteinischen Landtagsdelegation findet diesen Montag und Dienstag in Vaduz statt. Ziel des Dialogs ist, mit dem Parlament von Liechtenstein die Verfassungs- und politischen Praxen des Landes nach dem Inkrafttreten der neuen Verfassung zu diskutieren, wobei die Verfassung selbst oder auf welche Weise sie abgeändert wurde, nicht Gegenstand der Gespräche ist. Es wurde vereinbart, über das Ergebnis der Gespräche bis nach der Behandlung im Büro der Parlamentarischen Versammlung des Europarates Stillschweigen zu bewahren. Der Parlamentarierdelegation des Europarates steht der Luxemburger Marcel Glesener vor. Weitere Mitglieder sind Abdülkadir Ates aus der Türkei, Mats Einarsson aus Schweden, André Kvakkestad aus Norwegen, Azim Mollazade aus Aserbaidschan sowie Katrin Saks aus Estland. Die Delegation wird zudem von Horst Schade, Delegationssekretär, begleitet. Die liechtensteinische Parlamentarierkommission wird von Landtagspräsident Klaus Wanger angeführt. Die weiteren Mitglieder sind Landtagsvizepräsident Ivo Klein, die beiden Fraktionssprecher Markus Büchel und Paul Vogt sowie der Abgeordnete Gebhard Negele. Das zweite Dialoggespräch folgt allenfalls vom 24. bis 26. Januar 2006 in Strassburg.

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LTS - Auf Einladung der britisch-schweizerischen Handelskammer im Fürstentum Liechtenstein weilten am Dienstag und Mittwoch voriger Woche Mitglieder des liechtensteinischen Landtags zu Besuch in London. Die liechtensteinische Delegation mit Landtagspräsident Klaus Wanger, Landtagsvizepräsident Ivo Klein, den Abgeordneten Alois Beck, Harry Quaderer und Paul Vogt sowie Landtagssekretär Josef Hilti wurde von Botschafter Prinz Nikolaus, LIHK-Präsident Michael Hilti und Bryan Jeeves begleitet. Es war das erste Mal in der Geschichte des Landtags, dass eine liechtensteinische Parlamentarierdelegation Mitglieder des englischen Parlaments (House of Commons) zu einem Höflichkeitsbesuch in London traf. Der Besuch, der vom ehemaligen britischen Honorarkonsul in Liechtenstein, Bryan Jeeves, in Zusammenarbeit mit dem Vorsitzenden der schweizerisch-britischen Handelskammer im Fürstentum Liechtenstein, Howard Rosen, initiiert wurde, bildete den Gegenbesuch vom März diesen Jahres, als eine britische Delegation in Liechtenstein weilte. Im Anschluss an den Besuch einer Sitzung des britischen Parlaments lud der Vorsitzende der britisch-liechtensteinischen All Party Paliamentary Group, Edward Garnier, zu einem gemeinsamen Mittagsessen. Danach traf sich die Delegation zu einem informellen Gespräch mit Vertretern des britischen Ministeriums für Außenbeziehungen. Dies war insofern von grossem Interesse, da Grossbritannien derzeit den Halbjahresvorsitz in der EU innehat. Damit bot sich auch die Gelegenheit, insbesondere Fragen betreffend die weitere Entwicklung der diversen EU-Politiken anzusprechen. Am frühen Abend gab die britisch-schweizerische Handelskammer zu Ehren der liechtensteinischen und britischen Parlamentarier einen Empfang. Ein Besuch beim schweizerischen Botschafter für Grossbritannien, Alexis Lautenberg, bildete einen würdigen Abschluss dieses zweitägigen Besuches.

LTS - Anlässlich des EFTA-Ministertreffens vom Dienstag dieser Woche in Genf tagte unter anderem auch das EFTA-Parlamentarier Komitee. Der liechtensteinische Landtag wurde durch die Delegationsmitglieder Franz Heeb und Henrik Caduff vertreten.
Hauptthemen waren die Handelsbeziehungen der EU im Rahmen der WTO und des transatlantischen Handels sowie die Beziehungen der EFTA-Staaten zu Drittstaaten, mit denen Handelsabkommen bereits bestehen oder in Aushandlung sind.
Im kommenden Jahr übernimmt Liechtenstein den Vorsitz im Parlamentarierkomitee der EFTA/EWR-Staaten. Anlässlich der Sitzung in Genf wurde der Abg. Franz Heeb, Delegationsleiter des Parlamentarierkomitees der EFTA- und EWR-Staaten, zum Vorsitzenden für das Jahr 2006 bestimmt.

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LTS - Am Dienstagnachmittag, den 24. Januar 2005, fand das zweite Dialoggespräch zwischen Vertretern der Parlamentarischen Versammlung des Europarates und der liechtensteinischen Landtagsdelegation mit Landtagspräsident Klaus Wanger als Vorsitzendem, Landtagsvizepräsident Ivo Klein und den Abgeordneten Markus Büchel, Paul Vogt und Gebhard Negele in Strassburg statt. Das erste Treffen wurde am 26./27. September letzten Jahres in Vaduz durchgeführt.

Wie bereits beim ersten Gespräch war auch dieses Mal das Ziel, gemeinsam die Verfassungs- und politischen Praxen Liechtensteins nach dem In-Kraft-Treten der revidierten Verfassungsbestimmungen im März 2003 zu erörtern, wobei die Verfassung selbst oder auf welche Weise sie abgeändert wurde, nicht Gegenstand des Dialogs war.

Die beiden Delegationen verabredeten bereits anlässlich des ersten Gesprächstreffens über den Inhalt und das Ergebnis der Gespräche gegenüber der Öffentlichkeit bis nach der Behandlung im Büro der Parlamentarischen Versammlung des Europarates Stillschweigen zu bewahren. Die Befassung durch das Büro der Parlamentarischen Versammlung des Europarates findet im Laufe des ersten Halbjahres 2006 statt.

Der Parlamentarierdelegation des Europarates gehörten der Luxemburger Marcel Glesener als Vorsitzender, Abdülkadir Ates aus der Türkei, Mats Einarsson aus Schweden, Katrin Saks aus Estland sowie Claudio Azzolini aus Italien als Mitglieder an. Die Delegation wurde zudem von Delegationssekretär Horst Schade assistiert.

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Das Büro des liechtensteinischen Landtags unter der Führung von Präsident Klaus Wanger trifft sich am Mittwochnachmittag mit einer zwölfköpfigen Delegation des Kantonsrates St. Gallen, der Silvano Möckli als Präsident vorsteht, in Vaduz. Das Treffen gilt als Gegenbesuch zu dem im Frühjahr 2005 erfolgten Besuch der liechtensteinischen Delegation in St. Gallen.

Nach einem kurzen Meinungsaustausch der beiden Parlamentarierkommissionen im Landtagssaal folgt ein Höflichkeitsbesuch bei Regierungschef Otmar Hasler. Eine Führung durch das Kunstmuseum Vaduz rundet das Besuchsprogramm ab.

Die liechtensteinische Delegation setzt sich aus Landtagspräsident Klaus Wanger, Landtagsvizepräsident Ivo Klein, den Fraktionssprechern Doris Beck, Markus Büchel und Paul Vogt zusammen. Die Delegation wird begleitet von Landtagssekretär Josef Hilti.

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Weitere Fotos zur Landtagseröffnung 2006 finden Sie im Fotoalbum.

LTS - Diese Woche findet in Strassburg die Frühjahrssession der Parlamentarischen Versammlung des Europarates statt. Liechtenstein wird dabei durch die Abgeordneten Renate Wohlwend als Delegationsleiterin sowie Gebhard Negele, Doris Frommelt und Rony Bargetze vertreten.

Die Abgeordnete Renate Wohlwend amtet im Besonderen als Berichterstatterin vor dem Plenum zur Wahlbeobachtung des Europarates bei den Parlamentswahlen vom März 2006 in der Ukraine. Weitere wichtige vom Plenum zu behandelnde Themen sind die Bedeutung der Muttersprache in der Schulbildung sowie die Armut und der Kampf gegen die Korruption in den Mitgliedsländern des Europarates.

Die Wahl eines liechtensteinischen Richters zum Europäischen Menschenrechtsgerichtshof stand am Montag im Fokus des Interesses. Jedes Mitgliedsland des Europarates hat das Recht bzw. die Pflicht, einen Richter in den Menschenrechtsgerichtshof zu bestellen. Dieser wird von der Parlamentarischen Versammlung auf eine Amtsdauer von sechs Jahren gewählt, wobei eine Wiederwahl zulässig ist. Zusätzliche Themen betreffen die Situation im Mittleren Osten, die Menschenrechte von Armeemitgliedern, der Kampf gegen die Wiederbelebung der Nazi-Ideologie sowie die Problematik des Frauenhandels im Vorfeld der Fussball-Weltmeisterschaft in Deutschland.

LTS - Mark Villiger übernimmt das Amt des neuen Richters für Liechtenstein am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Der Schweizer wurde mit 98 Stimmen von der Parlamentarischen Versammlung des Europarates gewählt. Villiger setzte sich damit klar gegen seine Mitbewerber Philipp Mittelberger (31 Stimmen) und Ursula Wachter (28 Stimmen) durch. Die Wahl eines neuen liechtensteinischen Richters war notwendig geworden, nachdem der gegenwärtige Richter Lucius Caflisch aus Altersgründen Ende August zurücktreten wird. Das Mandat von Mark Villiger beginnt damit am 1. September 2006.

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LTS - 40 der 46 Parlamentspräsidenten des Europarates trafen sich am 30./31. Mai 2006 zur traditionellen Jahreskonferenz der Präsidenten in Tallinn. Im Mittelpunkt der Diskussionen standen die Schwerpunktthemen «Bridge-building through parliamentary diplomacy» und «The role of parliaments in promoting pluralistic democracy at home and abroad». Das Fürstentum Liechtenstein wurde durch Landtagspräsident Klaus Wanger und Landtagssekretär Josef Hilti in Estland vertreten. Die Präsidentenkonferenz des Europarates, die erstmals im Jahren 1975 durchgeführt wurde und alle zwei Jahre stattfindet, wird im Jahre 2008 am Sitz des Europarates in Strassburg abgehalten.

LTS - In dieser Woche (26. bis 30. Juni 2006) findet in Strassburg die Sommersession der Parlamentarischen Versammlung des Europarates statt. Liechtenstein wird durch die Abgeordneten Renate Wohlwend als Delegationsleiterin sowie Gebhard Negele, Doris Frommelt und Rony Bargetze vertreten.

Die Plenarversammlung, welche sich aus den Parlamentarierdelegationen der 46 Mitgliedstaaten zusammensetzt, wird eine Vielzahl von Themen debattieren, wie zum Beispiel:
     • die Menschenrechte irregulärer Einwanderer;
     • die Einigkeit der Parlamente bei der Bekämpfung häuslicher Gewalt gegen Frauen; 
     • die akademische Freiheit und universitäre Autonomie;
     • die Prioritäten der kulturellen Zusammenarbeit.

Der Bericht «Die Meinungsfreiheit und Achtung religiöser Überzeugungen» wird am 28. Juni in Anwesenheit des türkischen Premierministers Erdogan behandelt.

Der bereits nach seiner Verabschiedung im Rechtsausschuss für Schlagzeilen sorgende Bericht von Dick Marty «Die angeblichen geheimen Verhaftungen und die unrechtmäßige Verbringung von Häftlingen zwischen Staaten mit Beteiligung von Mitgliedstaaten des Europarates» wird voraussichtlich das grösste Interesse der Parlamentarier und Medien finden. Als offizielle Gäste sind die Herren Frattini, Vizepräsident der Europäischen Kommission, und Fava, Berichterstatter des Europaparlaments, geladen.

Die Abgeordnete Renate Wohlwend wird ihren Bericht «Die Haltung der Parlamentarischen Versammlung im Hinblick auf die Mitglied- und Beobachterstaaten, die die Todesstrafe nicht abgeschafft haben» vorstellen. Dabei ist über das weitere Vorgehen bzw. Verhalten des Europarates gegenüber Russland, Japan und USA Beschluss zu fassen.

- Durchlauchter Landesfürst, Durchlauchte Landesfürstin 
- Durchlauchter Erbprinz, Königliche Hoheit 
- Sehr geehrter Herr Bundespräsident der Republik Österreich 
- Sehr geehrter Herr Bundespräsident der Schweizerischen Eidgenossenschaft 
- Sehr geehrter Herr Bundesratspräsident der Bundesre-publik Deutschland in Vertretung des Bundespräsidenten 
- Sehr geehrter Herr Vizeaussenminister der Russischen Föderation in Vertretung des Vorsitzenden des Ministerkomitees des Europarates 
- Sehr geehrter Herr Botschafter der Republik Frankreich und persönlicher Vertreter des Präsidenten 
- Durchlauchten 
- Sehr geehrter Herr Regierungschef 
- Sehr geehrte Mitglieder der Regierung 
- Sehr geehrte Mitglieder des Landtages 
- Exzellenzen 
- Sehr geehrte Gäste aus dem In- und Ausland


Ich heisse Sie und Ihre Begleitung herzlich willkommen.

Heute feiern wir den "Tag der Souveränität". Dieser Festakt reiht sich ein in ein Jahr vieler Veranstaltungen. Die Jubi-läumsveranstaltungen sollen einen Anstoss dazu geben, sich erneut und vertieft mit der Geschichte, Gegenwart und Zukunft unseres Landes auseinander zu setzen.

Der Blick schweift zuerst zurück. Heute, genau vor 200 Jah-ren, am 12. Juli 1806, wurde die Rheinbund-Akte unterzeichnet. Die Rückschau zeigt, dass unser Land das einzige staatliche Gebilde des damaligen Rheinbundes ist, das diese 200 Jahre mit unveränderten Grenzen und als souveräner Staat überstanden hat. Liechtenstein war zwar seit 1719 - seit der Vereinigung der Herrschaft Schellenberg und der Grafschaft Vaduz - ein Staat, aber nach den damaligen Begriffen eben kein souveräner Staat. Durch die Rheinbund-Akte erhielt das Land die fehlenden Souveränitätsrechte, das heisst, das Recht auf Gesetzgebung, das Recht auf Gerichtsbarkeit, das Recht auf Polizei und Militär, das Recht auf Steuern und Sonderabgaben.

Wenn wir heute den "Tag der Souveränität" feiern, können wir uns fragen, wie wohl unsere Vorfahren diese Veränderun-gen der politischen Landkarte, die Einmischung von Napole-on, die Erlangung der Souveränität und die neuen Rechte aufgenommen haben. Im Unterschied zur heutigen Zeit, die in Sekundenschnelle Nachrichten rund um die Weltkugel verbreiten kann, dauerte es damals sicher einige Zeit, bis die Kunde der Neuerungen die Bevölkerung erreichte.

Eines aber ist uns heute und unseren Vorfahren gemeinsam: Sie wussten nicht und wir wissen nicht, wie die Zukunft aus-sehen wird. Bringt die Zukunft Veränderungen oder Still-stand? Wird es besser oder verschlechtert sich die Lage? Diese Fragen haben sich wahrscheinlich unsere Vorfahren auch gestellt, genauso wie wir es heute tun. Aufgrund der modernen Technologie- und Informationsentwicklung sind wir heute besser in der Lage, Mutmassungen über die Zukunft anzustellen. Aber ganz sicher sind auch wir nicht über den Gang der Dinge.

Über die Situation Liechtensteins zur Zeit Napoleons, über die Erlangung der Souveränität und über die damaligen geopolitischen Überlegungen der Mächtigen ist in den vergangenen Monaten viel geschrieben und geredet worden. Ich möchte mich deshalb in meinen Ausführungen mehr der Zukunft zuwenden, gleichzeitig aber weder Rezepte anbieten noch Spekulationen über die Zukunft anstellen, sondern einige Problemkreise aufzeigen, die uns mit grosser Wahr-scheinlichkeit in den nächsten Jahren beschäftigen werden.

"Wohin man schaut, dieselbe Situation überall in Europa. Die Überalterung droht, Rentensysteme funktionieren nicht mehr, aber die notwendigen Reformen werden durch den organisierten Widerstand der betroffenen Gruppen blockiert", schrieb kürzlich der Münchner Soziologe Kurt Beck in einem Plädoyer für Europa und gegen ein zu enges nationalstaatli-ches Denken. Beck regte an, in einem Schritt vorwärts aus dieser Falle den Zusammenhang von Bevölkerungsrückgang und überalterten Gesellschaften, die Notwendigkeit von Reformen der sozialen Sicherungssysteme und einer gezielten Migrationspolitik als ein europäisches Problem zu definieren und kooperativ zu bearbeiten.

Ich möchte nicht mit dem Finger auf unsere Probleme zeigen, sondern einige wenige künftige Probleme auf europäischer oder gar globaler Ebene ansprechen, die aber unser Land als Teil der Staatengemeinschaft direkt oder indirekt ebenfalls berühren werden. Dazu gehört die Migration, die Bewegung der Menschen von überfüllten in aufnahmefähige Räume. Soziologen kündigen für die nächsten Jahrzehnte die grösste Völkerwanderung an, die in der Geschichte der Menschheit stattgefunden hat. Dabei sind die Voraussetzungen in Zukunft anders als in der Vergangenheit. Historisch waren dicht be-siedelte Räume Auswanderungsländer, während leere Räu-me zu Einwanderungsländern wurden. Heute können wir
beobachten, dass bisher dicht besiedelte Gebiete sich lang-sam entleeren, weil der Nachwuchs fehlt. In weniger entwickelten Ländern explodieren die Geburtenzahlen jedoch, so dass ein erheblicher Auswanderungsdruck entsteht - aber nicht in erster Linie aus Platzmangel, sondern aus Mangel an Bildungs- und Arbeitsmöglichkeiten sowie Zukunftsperspekti-ven.

Klar davon zu trennen sind die Schicksale von Millionen von Menschen, die aus Furcht vor Verfolgung und aus Angst um ihr Leben in einem anderen Staat nur jenes suchen, was ihnen zusteht, was wir alle wollen und ihnen gewähren müssen - nämlich Schutz, Sicherheit und die Gewissheit, in Frieden leben zu können. Die zunehmende Völkerwanderung - warnen Soziologen heute schon - werde sehr grosse Herausforderungen in Bezug auf die soziale Integration stellen, weil die meisten Einwanderer aus fremden Ethnien stammen, begleitet von erheblichen sprachlichen, kulturellen und religiösen Unterschieden.

Unberührt lässt uns dieses Problem in Liechtenstein nicht, obwohl nur wenige der rund 195 Millionen Migranten in unser Land drängen. Stolz führt unsere Statistik 90 verschiedene Nationalitäten auf, die sich in unserem Land aufhalten. Ein Teil dieser Menschen hat sich problemlos in unsere Gesellschaft integriert, andere bekunden Mühe mit der Integration - eben weil sie eine andere Sprache sprechen, aus einem anderen Kulturkreis stammen und Anhänger einer anderen Religion sind. Die Integration dieser Menschen stellt grosse Herausforderungen an das Bildungssystem, an die soziale Ordnung und an den Rechtsstaat. Anderseits verlangt die Integration aber auch den Willen zur Integration, und dies von beiden Seiten!

Die Verteilungsprobleme einiger wichtiger Ressourcen der Zukunft werden aber nicht nur Regionen umfassen. Zu den grossen, künftigen Herausforderungen zählen die Energiesicherheitspolitik und der Kampf um das Wasser. Auch auf
diesen zwei Sektoren fehlt noch das bei der Sozialpolitik an-gesprochene gemeinschaftliche Vorgehen. Das "Grünbuch" der Europäischen Union zur Energiesicherheit prognostiziert einen aussergewöhnlich hohen Anstieg der Abhängigkeit von Energie-Importen bis zum Jahr 2030.

Auch wenn unser Land - mitten in den Alpen gelegen - noch ein Wasserschloss ist, werden uns die globalen Wasserprob-leme der Zukunft kaum unberührt lassen. Die Verfügbarkeit und die Qualität von Wasser haben entscheidenden Einfluss auf die Nahrungsversorgung und den Gesundheitszustand der Völker. In afrikanischen Trockengebieten müssen Menschen mit wenigen Litern Wasser pro Tag auskommen - und wir in Liechtenstein? Wir leisten uns heute den Luxus, mehr als 200 Liter Wasser pro Einwohner und Tag zu verbrauchen.

Heute schon leben rund 2 Milliarden Menschen in so genannten "Wasserstress-Gebieten" - also in Gebieten, in denen die Feuchtgebiete verschwinden, die Wüsten sich ausbreiten und die Grundwasservorkommen versalzen. Der globale Kampf um das Wasser hat vor diesem Hintergrund bereits begonnen; aber auch die Abwanderung, die sich zur Migration entwickeln könnte.

Es ist zwar schon eine banale Feststellung, dass Bildung in einem Land ohne Bodenschätze die wichtigste natürliche Ressource darstellt; aber ich möchte es trotzdem wiederholen und gleichzeitig darauf hinweisen, dass Bildung und Wohlstand in einem engen Verhältnis zueinander stehen. Un-sere gut diversifizierte Wirtschaft bildet eine der wesentlichsten Grundlagen für unseren Wohlstand. Der Erfolg der Wirtschaft hängt aber in besonderem Masse davon ab, ob aus der Gesellschaft genügend gut ausgebildete, ich möchte sogar betonen, bestens ausgebildete Arbeits- und Führungs-kräfte zur Verfügung stehen. Nur wenn wir das beste Bil-dungssystem haben - möchte ich einmal ohne Bescheiden-heit sagen - können wir der Wirtschaft für alle Bereiche die notwendigen Fachkräfte anbieten. Über den Weg zum optimalsten Bildungssystem gehen die Meinungen selbstver-ständlich auseinander; das zeigen bereits die kontroversen Diskussionen um die künftige Schulstruktur. Der Wettbewerb der Ideen und vielleicht auch der Wettbewerb von öffentlichen und privaten Ausbildungsstätten sollten dazu dienen, nach den besten Lösungen zu suchen.

Das sich wahrscheinlich noch verschärfende Ressourcen- und Verteilproblem wird zweifellos auch Auswirkungen auf Europa haben, einschliesslich Liechtenstein. Auch bei uns machen sich Ressourcenprobleme bemerkbar, liechtensteinische Ressourcenprobleme. Noch haben wir eine weitgehend intakte Landschaft, aber der freie Raum wird stetig kleiner, das Verschwinden der Freiräume zwischen den Gemeinden von Jahr zu Jahr deutlicher sichtbar: Es wird von einem "Stadtstaat Liechtenstein" gesprochen.

Dieses Problem ist uns so bekannt wie viele andere Probleme auch. Es scheint oft, dass es leider bei der Kenntnisnahme von Problemen bleibt. Hat uns der Wohlstand träge gemacht? Oder neigen wir sogar dazu, die Probleme mit Geld überdecken zu wollen? Sollte dies der Fall sein, dann könnte es ein böses Erwachen geben. Der Wohlstand, die Vollbeschäfti-gung, die Hochkonjunktur aller Wirtschaftsbereiche sind nicht für alle Zeiten gesichert. Je höher das Wohlstandniveau, umso tiefer werden die Einschnitte, die bei einem Rückgang in Kauf genommen werden müssen: Wie finanzieren wir bei einem wirtschaftlichen Einbruch unser Gesundheits- und unser fein verästeltes Sozialsystem?

Der globale Kostenwettbewerb habe die Tendenz, diejenigen zu bestrafen, die sich aus politischen Gründen für gerechte Verteilung, für die Gleichberechtigung der Frauen, für Umweltschutz und generell für den langfristigen Erhalt der öffentlichen Güter einsetzen, schrieb Prof. Ernst Ulrich von Weizsäcker, Mitglied des Club of Rome. Ich möchte die Frage in den Raum stellen: Ist es allein nur der globale Kostenwett-bewerb, der solches verursacht?

Die Antwort darauf sollten wir gemeinsam geben. Ein Jubi-läum wie "200 Jahre Souveränität" wäre eine ausgezeichnete Plattform dafür. Die Regierung hat in der Botschaft an den Landtag für den Kreditantrag für die Jubiläumsveranstaltungen diesen Aspekt auch aufgenom-men: Eines der Ziele der Jubiläumsfeiern sei die "Stärkung des Zusammenhalts und der Identität der Liechten-steinerinnen und Liechtensteiner sowie der im Land wohnhaften und arbeitenden Ausländerinnen und Ausländer, um das Fürstentum Liechtenstein gemeinsam in eine prosperierende Zukunft weiterzuentwickeln".

Ich möchte mich bei allen bedanken, in Vergangenheit und Gegenwart, die auf irgendeine Weise dazu beigetragen ha-ben, dass unser Land in den vergangenen 200 Jahren seine Eigenständigkeit behalten konnte. Die Geschichte zeigt uns, wie sehr die Anbindung an einen grösseren Partner oder an ein Staatengebilde von entscheidender Bedeutung für Liechtenstein war und ist. Früher waren es der Rheinbund und der Zollvertrag mit Österreich, heute sind es der Zollvertrag mit der Schweiz bzw. der EWR plus Zollvertrag. Diese Begriffe stehen für die Zusammenarbeit mit verständnisvollen Partnern und für den wirtschaftlichen Austausch - und auch für den Wirtschaftsaufschwung.

An dieser Stelle möchte ich einen besonderen Dank an den Bundespräsidenten der Schweiz, Herrn Moritz Leuenberger und an den Bundespräsidenten von Österreich, Herrn Heinz Fischer, für die guten, freundnachbarlichen und partner-schaftlichen Beziehungen aussprechen, die immer geprägt waren von der Bereitschaft, dem bedeutend kleineren Nachbarn eine Plattform für seine Weiterentwicklung zu bie-ten.

Bei Ihnen allen, sehr verehrte Besucherinnen und Besucher dieses Festaktes, bedanke ich mich für Ihre Aufmerksamkeit und wünsche Ihnen einen frohen, aber auch einen besinnlichen "Tag der Souveränität".

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LTS - Letzten Samstagmorgen, den 16. September 2006, empfingen - anlässlich ihres Parteiausflugs nach Malbun - Regierungschef Otmar Hasler, Landtagspräsident Klaus Wanger sowie Landtagsvizepräsident Ivo Klein Repräsentanten der christlich-sozialen Volkspartei (CVP) des Kantonsrates Zürich - präsidiert von Dr. Lucius Dürr - zu einem Gesprächstreffen in Vaduz. Die zürcherische Parlamentarier¬delegation wurde ferner von Regierungsrat Dr. Hans Hollenstein begleitet. Dr. Hollenstein gehört ebenfalls zur zürcherischen CVP und steht dem Finanzdepartement des Kantons Zürich vor. Des Weiteren nahmen auf Seiten Liechtensteins die Fraktionssprecher der drei im Landtag vertretenen Parteien, Doris Beck, Markus Büchel und Paul Vogt sowie Landtagssekretär Josef Hilti an den Gesprächen teil. Die Teilnehmer erörterten und diskutierten unter anderem die Themenbereiche «Finanzdienstleistungsplätze Liechtenstein und Kanton Zürich», «die Integration der beiden Staaten in Europa - EWR und bilateraler Weg» sowie «die Bildungspolitik als wichtiger Faktor für die Wirtschaftsstandorte Liechtenstein und Kanton Zürich». Weitere Diskussionen betrafen die jeweilige Parlamentsarbeit sowie das Asylwesen.

Parlamentarier-Freundschaftsgruppe tagte in Vaduz

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LTS - Die schweizerisch-liechtensteinische Parlamentarier-Freundschaftsgruppe traf sich am Dienstag und Mittwoch dieser Woche in Vaduz. Auf Einladung der liechtensteinischen Parlamentarierdelegation (Landtagsbüro) wurden diverse bilaterale und internationale Themen diskutiert, wie zum Beispiel die bestehende Zusammenarbeit und Reformen im Bildungsbereich, die Beziehungen der beiden Länder zur Europäischen Union und die Erfahrungen aus den parlamentarischen Kontakten mit anderen Staaten.
 
Die Schweizer Delegation - mit Nationalrätin Brigitta Gadient als Delegationsleiterin - setzte sich aus den Ständeräten Peter Briner, Hermann Bürgi, Bruno Frick, Theo Maissen sowie den Nationalräten Ulrich Giezendanner, Erwin Jutzet und Walter Müller zusammen. Des Weiteren gehörten Paul Seger, Botschafter der Schweiz im Fürstentum Liechtenstein, und Delegationssekretär Michael Kurmann der Gastdelegation an.
 
Die liechtensteinische Delegation wurde angeführt von Landtagspräsident Klaus Wanger und Landtagsvizepräsident Ivo Klein, begleitet von den Abgeordneten Doris Beck, Markus Büchel und Paul Vogt, von S.D. Prinz Stefan, Botschafter des Fürstentums Liechtenstein in der Schweiz, sowie von Landtagssekretär Josef Hilti.
 
Nach der offiziellen Begrüssung fand am Dienstagnachmittag unter anderem der 1. Teil der Arbeitsgespräche statt. Das zweitägige Treffen wurde am Mittwoch mit der zweiten Gesprächsrunde, einem Höflichkeitsbesuch bei Regierungschef Otmar Hasler sowie der Besichtigung der Firma Swarovski AG in Triesen abgeschlossen.
 
Die so genannte schweizerisch-liechtensteinische Parlamentarier-Freundschaftsgruppe ist ein Kontaktforum. Sinn und Zweck der Errichtung dieser zwischenstaatlichen parlamentarischen Freundschaftsgruppe war die Schaffung einer direkten, unbürokratischen, auf Freundschafts¬basis getragenen Kontaktmöglichkeit zwischen den beiden Parlamenten bzw. deren Vertretern.

Die neue Fraktionssprecherin der Freien Liste im liechtensteinischen Landtag heisst Andrea Matt. Die 45-jährige Abgeordnete aus Mauren löst Paul Vogt aus Balzers in dieser Funktion ab, der seit 1993 im Landtag sitzt. 

Die zweite Hälfte der Legislaturperiode 2005 bis 2009 des liechtensteinischen Landtags wird am Donnerstag, 15. Februar 2007, mit der traditionellen Jahres-Eröffnungssitzung feierlich eingeläutet. Dies ist gleichzeitig die letzte Landtagseröffnung im «alten Landtagssaal» des Regierungsgebäudes.

Nach dem Heiliggeistamt mit Dompfarrer Markus Kellenberger in der Vaduzer Kathedrale um 9.00 Uhr, zu dem auch die Öffentlichkeit herzlich eingeladen ist, wird Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein nach 10.00 Uhr im Landtagssaal seine Thronrede halten.

Der Zugang zum Landtagssaal ist aus Platzgründen akkreditierten Journalisten vorbehalten.
Die Landtagseröffnung wird im Landeskanal als Tonsendung übertragen.

Durchlauchter Erbprinz
Geschätzte Frauen und Herren Abgeordnete
Geschätzte Mitglieder der Fürstlichen Regierung
Meine Damen und Herren


Im Namen des hier versammelten Landtages darf ich Sie, Durchlaucht, recht herzlich begrüssen. Mit Ihrer Thronrede haben Sie soeben die diesjährige Sitzungsperiode des liechtensteinischen Landtages eröffnet.

Als Alterspräsident möchte ich traditionsgemäss an der Eröffnungssitzung des Landtages einige Worte an die Mitglieder des Landtages und der Regierung richten.

Nachdem ich mich in den vergangenen 10 Jahren in meinen Ansprachen als Alterspräsident mit politischen und wirtschaftlichen Themen auseinander gesetzt habe, möchte ich mich heute zum humanitären Engagement und der Entwicklungszusammenarbeit unseres Landes äussern.

Die Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, in der laufenden Legislatur¬periode einen Anteil von 0,5% des Bruttoinlandseinkommens für die Entwicklungshilfe bereitzustellen und bis zum Jahre 2015 den Anteil schrittweise auf 0,7% zu erhöhen.

Diese Zielsetzung entspricht der Millenniumserklärung vom Jahre 2000 der Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen. Zentrales Element dieser Millenniums¬erklärung, der auch unser Land zugestimmt hat, sind im Wesentlichen folgende Entwicklungsziele: So soll bis zum Jahre 2015 die Zahl der Menschen, die in extremster Armut leben, halbiert, der Zugang zu Gesundheit und Bildung massiv verbessert, die Gleichstellung von Mann und Frau verwirklicht und eine ökologisch nachhaltige Entwicklung eingeleitet werden.

Wenn man weiss, dass heute 1,2 Milliarden Menschen - das ist jede sechste Person der Weltbevölkerung - mit weniger als einem Dollar pro Tag in tiefer Armut leben muss und jede Stunde mehr als tausend Kinder an einer Krankheit sterben, die heilbar wäre, betrachte ich dieses Millenniumsziel für unser reiches Land als zu tief bemessen.

Mir scheint, dass wir so schnell wie möglich das Niveau der Benelux-Staaten erreichen sollten, die heute schon mehr als 0,7% des Bruttoinlandseinkommens für die Entwicklungshilfe einsetzen. So leistet beispielsweise Luxemburg zurzeit zirka 0,9% des Bruttoinlands¬einkommens für Entwicklungshilfe, das heisst, prozentual doppelt so viel wie unser Land.

Armut ist nicht Schicksal, sondern Ausdruck einer Missachtung grundlegender Rechte und einer ungleichen Verteilung von Chancen und Ressourcen.

Armut ist nicht nur ein Problem der Armen: Hunger, Elend und fehlende Zukunftsperspektiven führen oft zu kriegerischen Konflikten, welche Hunderttausende entwurzeln und vertreiben.

Armut zwingt die Menschen zur Übernutzung der natürlichen Ressourcen, um ihr Leben zu sichern.

Die Armutsbekämpfung ist somit auch ein zentrales Element jeder langfristigen Strategie zum Schutz und Erhalt der Umwelt.

Armut ist aber auch ein Nährboden für Migration, Kriminalität und Terrorismus. Diese Probleme machen auch vor unseren Grenzen nicht halt.

Entwicklungszusammenarbeit ist mehr als karitative Hilfe für die Armen. Sie fördert die Selbsthilfe und trägt dazu bei, dass Menschen sich aus eigener Kraft vom unverschuldeten Elend befreien können.

Die Entwicklungszusammenarbeit liegt deshalb auch im langfristigen Interesse unseres Landes. Sie trägt dazu bei, den Teufelskreis der Armut im Süden zu durchbrechen und bei uns die drohenden Migrations- und Sicherheitsprobleme zu entschärfen.

Obwohl ich mir bewusst bin, dass auch ein angemessener Beitrag unseres Landes in absoluten Zahlen im internationalen Vergleich bescheiden ist und immer nur ein Tropfen auf einem heissen Stein bleibt, sind gerade wir verpflichtet, den Menschen in Not vermehrt zu helfen.

Dieser Mitteleinsatz für die Ärmsten der Armen festigt unseren Solidaritätsgedanken in der Welt und ist besonders für unseren Kleinstaat auch ein wichtiger Pfeiler der Aussenpolitik.

Entwicklungszusammenarbeit ist ein Weg, die Zukunft für uns und für die nachfolgenden Generationen zu sichern. Wer Sicherheit will, muss sich auch um weltweiten Frieden bemühen. Jeder einzelne Mensch und jeder noch so kleine Staat kann und muss dabei helfen.

Meine mahnenden Worte sollen die Hilfsbereitschaft und die Spendefreudigkeit unserer Bevölkerung jedoch nicht in den Hintergrund drängen.

Solidarität mit Menschen, die von Katastrophen heimgesucht werden, drückt unsere Bevölkerung immer wieder mit grossem Goodwill aus.

So sind in den letzten Jahren die Spendenergebnisse von privater Seite stark angestiegen. Beispielsweise wurden im Jahr 2005 mehr als 2 Millionen Schweizer Franken für die Tsunami-Opfer gespendet.

Unsere staatliche humanitäre Hilfe, die meiner Ansicht nach stark erhöht werden sollte, wird und davon bin ich überzeugt auch in der Zukunft von privater Seite grosszügig unterstützt werden.

Als eines der reichsten Länder haben wir wie wohl kein anderes Land die finanziellen Voraussetzungen und verfügen über gut ausgebaute bilaterale Institutionen und langjährige bewährte Kontakte zu multilateralen Organisationen, die einen professionellen und zielgerichteten Mitteleinsatz garantieren.

Sehr verehrte Frauen und Herren Abgeordnete, es liegt in unseren Händen, künftig noch vermehrt in der Welt als solidarischer Partner aufzutreten. Einen ersten Schritt in die richtige Richtung haben wir bereits getan, als wir im vergangenen Herbst das Budget 2007 des Liechtensteinischen Entwicklungsdienstes um 1 Million Schweizer Franken erhöht haben.

Wie ich gestern der Presse entnommen habe, hat die Regierung an der Sitzung vom vergangenen Dienstag einen Bericht und Antrag für ein neues Gesetz über die Entwicklungszusammenarbeit verabschiedet. Wir werden somit diese Gesetzesvorlage in der März-Landtagssitzung in Beratung ziehen.

Mit diesem neuen Gesetz soll ein einheitlicher und zukunftsweisender Ordnungsrahmen für die gesamte internationale humanitäre Zusammenarbeit und Entwicklung Liechtensteins geschaffen werden.

Nutzen wir die Chance und verabschieden wir dieses Gesetz als Grundlage, das unseren humanitären Möglichkeiten gerecht wird. Das Ziel muss sein, dass wir künftig als ein vorbildliches und solidarisches Mitglied der Weltgemeinschaft wahrgenommen werden.

Schliessen möchte ich mit einem Zitat von Molière: «Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun».

Besten Dank für Ihre Aufmerksamkeit.






landtag1006 275 634993022764296250landtag 1 005 735 634993022764452500landtag 1 015 704 634993022764921250landtag 1 021 329 634993022765233750landtag 1 024 892 634993022765390000

Unser Bild zeigt Architekt Hansjörg Göritz, LT-Präsident Klaus Wanger, LT-Vizepräsident Ivo Klein sowie die Abgeordnete Andrea Matt (von rechts nach links).

Tag der offenen Tuer 668 634993022766015000

Offizielle Eröffnung:  
Freitag, 15. Februar 2008

Tag der offenen Tür:   
Samstag, 16. Februar 2008
Sonntag, 17. Februar 2008

Landtagseröffnung 2008:
Donnerstag, 21. Februar 2008

Durchlauchter Landesfürst
Durchlauchte Landesfürstin
Durchlauchter Erbprinz
Königliche Hoheit
Durchlauchten, Exzellenzen
Liebe Liechtensteinerinnen, liebe Liechtensteiner
Werte Gäste


Die Bevölkerung Liechtensteins mit rund 35000 Einwohnern besteht zu einem grossen Teil aus Menschen, die zugewandert sind und die zum wirtschaftlichen Aufschwung sowie zum Wohlstand unseres Landes einen wesentlichen Beitrag geleistet haben. Heute leben ungefähr 12000 Ausländerinnen und Ausländer aus 91 verschiedenen Nationen in unserem Land. Zwei Drittel davon kommen aus unseren deutschsprachigen Nachbarländern Schweiz, Österreich und Deutschland; etwa ein Drittel stammt aus fremdsprachigen Ländern, vorwiegend aus Italien, der Türkei, dem ehemaligen Jugoslawien, Portugal und Spanien. Viele von ihnen sind in den vergangenen vierzig Jahren als Arbeitskräfte nach Liechtenstein gekommen, die anderen kamen im Zuge der Familienzusammenführung. Die Kinder der ersten Einwanderergeneration sind grösstenteils in Liechtenstein geboren und fühlen sich hier zuhause.

Der Ausländeranteil beträgt gut ein Drittel an der Gesamtbevölkerung unseres Landes. Diese Grösse ist im internationalen Vergleich überdurchschnittlich hoch, aber mit relativ geringen Abweichungen konstant. Das hat seinen Grund in der Zulassungspolitik der letzten zwei, drei Jahrzehnte, als die jeweiligen Regierungen ihren Willen erklärt haben, die so genannte Überfremdung auf ein Drittel zu beschränken. Dieser Drittelanteil ist also einerseits das Resultat einer zurückhaltenden Zulassungspolitik, anderseits aber auch das Ergebnis einer relativ grosszügigen Einbürgerungspraxis. Mit der erleichterten Einbürgerung von «Alteingesessenen» wurde Platz geschaffen für Neuzuzüger, ohne dass deswegen die Drittelsbeschränkung statistisch tangiert wurde.

Liechtenstein hat sich in den vergangenen Jahrzehnten in relativ kurzer Zeit zu einer multikulturellen Gesellschaft gewandelt. Diesem Umstand ist aus meiner Sicht in Zukunft unter Berücksichtigung der mittel- und langfristigen nationalen Interessen ein höherer Stellenwert einzuräumen. Ausserdem hat die Globalisierung, die zu einem verschärften Wettbewerb auf den Weltmärkten geführt hat, die Strukturen unserer Wirtschaft verändert und die Anforderungen besonders an die Führungskräfte stark erhöht. In der Arbeitsmarktpolitik muss daher berücksichtigt werden, dass die Wirtschaft künftig noch mehr qualifizierte ausländische Arbeitskräfte benötigt. Aus diesem Grund scheint es mir notwendig, künftig vermehrt Aufenthaltsbewilligungen an qualifizierte Arbeitskräfte zu erteilen.

Unsere Zulassungspolitik für Ausländerinnen und Ausländer muss aber durch eine fundierte und zielgerichtete Integrationspolitik ergänzt werden. Integration bedeutet die gleichberechtigte Teilnahme am sozialen, kulturellen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben. Die Verwirklichung dieses Ziels, das Rechte und Pflichten einschliesst, liegt in der Verantwortung von Staat und Gesellschaft aber auch bei den Ausländerinnen und Ausländern, die Liechtenstein zu ihrem Lebensmittelpunkt gewählt haben. Somit ist Integration ein gegenseitiger Prozess. Integration kann nach meiner Ansicht nicht verordnet werden, sie kann nicht einseitig gelingen, sie muss von allen Beteiligten angestrebt und gelebt werden. Integration ist heute eine wichtige Aufgabe für unsere Gesellschaft. Nur sie schafft die Voraussetzung für ein zukunftsfähiges und friedliches Zusammenleben von Menschen verschiedener Herkunft.

Ein wesentliches Merkmal und zugleich die wichtigste Grundlage für eine positive Integration ist grundsätzlich die Beherrschung der Sprache des Einwandererlandes, in unserem Fall der deutschen Sprache. Es muss unseren ausländischen Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern stärker als bisher bewusst gemacht werden, dass nur über gute Kenntnisse der Landessprache eine Beteiligung am gesellschaftlichen, beruflichen, sozialen und kulturellen Leben möglich ist.

Eine besondere Herausforderung, die sich uns heute und in der Zukunft vermehrt stellen wird, ist die Integration von Ausländerinnen und Ausländern muslimischer Herkunft, da sich deren Religion und Kultur erheblich von unserer abendländisch-christlich geprägten Kultur- und Glaubenstradition unterscheidet. Dieser Herausforderung müssen wir uns auch vor allem deshalb stellen, weil die Muslime bereits heute die zweitgrösste Glaubensgemeinschaft in Liechtenstein sind.

Viele Muslime in unserem Land fühlen sich aufgrund der sprachlichen und kulturellen Barrieren einsam, unverstanden, benachteiligt und ausgegrenzt. Es ist unsere Aufgabe als Christen, diesen Menschen tolerant und hilfsbereit zu begegnen. Die Stärke unserer Gesellschaft misst sich am Wohl der Schwächsten. Bei diesen persönlichen Kontakten sollten auch die rechtlichen und gesellschaftlichen Grundwerte unseres Staates vermittelt werden, die von allen Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern anzuerkennen und einzuhalten sind.

Um akzeptiert zu werden, muss man sich kennen. Dies kann auf verschiedene Arten geschehen. Für die Förderung des gegenseitigen Verständnisses genügt es nicht, sich auf den guten Willen der im Lande lebenden Bevölkerungsgruppen zu verlassen. Grundlegende Vorgehensweisen wie interkultureller, interreligiöser und sozialer Dialog müssen institutionalisiert und von einer breiten Basis getragen werden.

Diese Begegnungen von Liechtensteinerinnen und Liechtensteinern mit unseren ausländischen Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern sollten zu einem Netzwerk ausgebaut und mit den staatlichen Stellen koordiniert werden. Diese Kontakte, die nicht staatlich verordnet werden können, sondern vom offenen Dialog von Mensch zu Mensch geprägt sein müssen, werden Brücken schlagen und die Integration zum Wohle unseres Landes nachhaltig verbessern. Ich bin überzeugt, dass jetzt Handlungsbedarf besteht, um den sozialen Frieden zu sichern und der Gefahr einer auseinander brechenden Gesellschaft rechtzeitig zu begegnen.

Die Regierung hat im Februar dieses Jahres ein Grundsatzpapier zur liechtensteinischen Integrationspolitik verabschiedet. Die Zielsetzungen dieses Grundsatzpapiers, welches einerseits staatliche Fördermassnahmen und andererseits Forderungen an die Ausländerinnen und Ausländer festhält, können nach meiner Ansicht ohne aktive Unterstützung der liechtensteinischen Bevölkerung nicht erfolgreich umgesetzt werden.

Liebe Liechtensteinerinnen, liebe Liechtensteiner, das Jahr 2007 wurde zum europäischen Jahr der «Chancengleichheit für alle» erklärt. Helfen Sie mit, dass die Integration aller Ausländerinnen und Ausländer zur Zukunftschance unseres Landes wird.

Ich danke Ihnen für Ihre Unterstützung und wünsche Ihnen allen einen schönen Festtag.

Vaduz, 13. August 2007

San Marino 408 634993022766640000

LTS - Am Freitag, 30. November 2007, fand in San Marino die 2. Konferenz der Parlamentspräsidenten der Kleinstaaten von San Marino, Zypern, Malta, Monaco, Andorra, Island, Liechtenstein, Luxemburg und Montenegro statt. Landtagspräsident Klaus Wanger und Landtagssekretär Josef Hilti nahmen seitens Liechtenstein an der Konferenz teil. Diskutiert wurden dabei insbesondere die Themen «Die Rolle der Kleinstaaten im europäischen Integrationsprozess», «Die Besonderheiten der Wirtschaftsmodelle der europäischen Kleinstaaten», «Die Rolle der europäischen Kleinstaaten im Rahmen der Internationalen Organisationen» sowie «Die nationalen Kriterien für Aufenthalt und Wohnsitznahme natürlicher Personen in den europäischen Kleinstaaten». Am Rande der Konferenz ergaben sich mehrere Gesprächsgelegenheiten mit Mitgliedern anderer Teilnehmerdelegationen. Die 3. Präsidentenkonferenz europäischer Kleinstaaten wird im Herbst 2008 in Liechtenstein durchgeführt.

Rede von Landtagspräsident Klaus Wanger

Ansprache des Landtagspräsidenten Klaus Wanger am 15. Februar 2008 anlässlich des Festbanketts der offiziellen Feier zur Eröffnung des neuen Landtagsgebäudes


Durchlauchter Erbprinz
Sehr geehrte Frau Nationalratspräsidentin Prammer
Sehr geehrter Herr Ständeratspräsident Brändli
Sehr geehrter Herr Bundesrats-Vizepräsident Weiss
Sehr geehrter Herr Regierungschef
Sehr geehrte Mitglieder der Regierung
Sehr geehrte Frauen und Herren Landtags- und Kantonsratspräsidenten
Sehr geehrte Mitglieder des Landtags
Sehr geehrter Herr Dompfarrer
Geschätzte Gäste aus dem In- und Ausland

Der heutige historische Tag der Übergabe eines modernen, architektonisch markanten und ausdrucksvollen Landtagsgebäudes an die Volksvertretung, das ihr zur alleinigen Benützung dienen wird, ist für mich Anlass, uns auf die Stellung des Landtags im Verfassungsgefüge und seine staatspolitische Bedeutung zu besinnen und den inneren und äusseren Wandel der Institution in den vergangenen Jahrzehnten in Erinnerung zu rufen.

Die Geburtsstunde des Landtags liegt im Jahre 1862, als Fürst Johannes II. eine konstitutionelle Verfassung in Kraft setzte und damit im Fürstentum Liechtenstein den Übergang vom Absolutismus zum Konstitutionalismus voll­zog. Gemäss der Verfassungsordnung von 1862 vereinigte der Fürst als Ober­haupt des Staates alle Rechte der Staatsgewalt in sich. Demgemäss waren die dem Landtag eingeräumten Kompetenzen nicht als Beteiligung an der Staatsgewalt zu sehen, sondern lediglich als Beschränkung des Fürsten in der Ausübung der Staatsgewalt.

Inhaltlich sind die Kompetenzen des damaligen Landtags auf dem Gebiete der Gesetzgebung und der Staatsfinanzen mit den heutigen Kompetenzen des Landtags durchaus vergleichbar. Auf die Bestellung der Regierung und der Richter hatte der Landtag jedoch keinen Einfluss, da die Regierungsgewalt damals ausschliesslich in der Hand des Fürsten lag. Die vom Monarchen allein bestellte Regierung war dem Landtag gegenüber nicht verantwortlich. Der Land­tag war auch keine reine Volksvertretung, da drei von fünfzehn Abgeordneten nicht vom Volk gewählt, sondern vom Fürsten bestellt wurden. Die Wahl der Abgeordneten erfolgte indirekt durch Wahlmänner. Erst 1918 wurde das direkte Wahlrecht eingeführt, was noch im selben Jahr zur Gründung der beiden grossen politischen Parteien führte.

Die staatsrechtliche Stellung und die staatspolitische Bedeutung änderten sich massgeblich mit der Schaffung der Verfassung von 1921. Das Fürstentum Liechtenstein ist gemäss dem Wortlaut von Art. 2 der Verfassung eine konstitutionelle Erbmonarchie auf demokratischer und parlamentarischer Grundlage; die Staatsgewalt ist im Fürsten und im Volk verankert. Vor dem Hintergrund dieser Staatsfundamentalnorm stellt der Landtag heute das parlamentarische Strukturelement im dualistischen Verfassungsaufbau unseres freiheitlichen Staatswesens dar, dem die Demokratie als politisches System zugrunde liegt.

In Art. 45 Abs. 1 der Verfassung werden das Wesen und die Funktion des Landtags umschrieben. Die einleitenden Worte: "Der Landtag ist das gesetz­mässige Organ der Gesamtheit der Landesangehörigen ........." weisen auf die Idee der Repräsentation hin. Repräsentationsbasis sind die zum Staatsvolk zusammengefassten Landesangehörigen, durch welche der Landtag mittels Wahlen legitimiert wird und für welche er die Rechte und Interessen des Volkes, wie es in Art. 45 heisst, wahrnimmt und geltend macht und darüber hinaus berufen ist, das Wohl des fürstlichen Hauses und des Landes zu fördern.

Der Landtag repräsentiert das Volk, er ist aber dennoch, so wie der Landesfürst, ein Organ des Staates, das seine Stellung unmittelbar aus der Verfassung ableitet. In den Fällen, in denen der Landtag zuständig ist, entscheidet er anstelle des Volkes, was zur Folge hat, dass der vom Landtag geformte Wille unmittelbar als Wille des Volkes anzusehen ist.

Die Aufgaben und Kompetenzen des Landtags greifen weit in das Feld nationaler Politik und in alle Bereiche des staatlichen Handelns hinein. Nach der klassischen Gewaltenteilung verkörpert der Landtag die gesetzgebende Gewalt. Die Schaffung von Gesetzen durch den Landtag oder direkt durch das Volk sind das Herz des demokratischen Rechtsstaates, weil die Verfassungsgesetze und die einfachen Gesetze nicht nur das Staatsvolk, sondern auch die vollziehende und richterliche Gewalt, wie überhaupt alle Organe des Staates binden und die Grund- und Freiheitsrechte und die Herrschaft des Rechts (Rule of Law) auf ihnen beruhen.

Die Verfassung spricht sehr zurückhaltend von einer "Mitwirkung des Landtags an der Gesetzgebung" und vom "Erfordernis seiner Zustimmung", damit ein Gesetz gültig zustande kommen kann. In der praktischen Wirklichkeit handelt es sich aber um ein zeitlich aufwändiges Verfahren, das bei der Schaffung von Gesetzen durchlaufen werden muss. Wesentliche Elemente dieses parlamentarischen Prozesses sind die Debatten, in denen die politischen Anschauungen aufeinanderstossen und in Abstimmungen nach dem Mehrheits­prinzip entschieden werden müssen.

Ein wichtiger Partner des Landtags ist die Regierung, die dem Landtag Gesetzesentwürfe in Form von Regierungsvorlagen zur Behandlung vorlegt. Der Landtag ist an die Regierungsvorlagen jedoch nicht gebunden, sondern frei, die Gesetzesvorlagen durch Zusätze, Streichungen und Abänderungen nach seinen eigenen Auffassungen zu gestalten und zu formen und im äussersten Fall sogar zurückzuweisen.

Unserer dualistischen Staatsordnung entsprechend stellt die Schaffung von Gesetzen durch den Landtag ein Konsensgeschäft dar. Die Verfassung bestimmt nämlich, dass jedes Gesetz der Sanktion des Landesfürsten bedarf. Die Sanktion von Gesetzen durch das Staatsoberhaupt stellt keine Eigenheit dar. Auch in Republiken, die eine Staatsspitze in Form eines Präsidenten kennen, ist dieses Rechtsinstitut verbreitet. Die Sanktionspraxis der Staats­präsidenten europäischer Republiken weist in den letzten Jahren immer mehr Parallelen zur Sanktionspraxis in unserem Staat auf. In den hier wie dort äusserst wenigen Fällen einer Sanktionsverweigerung liegen die Gründe überwiegend im Schutz der Verfassungsordnung und der dort verankerten Grund- und Freiheitsrechte.

Grossen politischen Einfluss räumt die Verfassung dem Landtag bei der Bestellung und Entlassung der Regierung ein. Die Verfassung von 1921 bewirkte eine Abkehr von der monarchischen Regierung, wie sie noch in der Verfassung von 1862 verankert war. Die Verfassungsänderung von 2003 führte unter Beachtung des Machtgleichgewichtes zwischen Landesfürst und Volk schliesslich zu einem parlamentarischen Regierungssystem.

Die Regierung wird vom Landesfürsten im Einvernehmen mit dem Landtag und auf dessen Vorschlag ernannt. Damit liegt das personelle Auswahlrecht beim Landtag, das vom Landesfürsten seit 1921 stets respektiert wurde. Die Regierung ist dem Landesfürsten und dem Landtag gegenüber gleichermassen politisch verantwortlich. Im Falle eines Vertrauensverlustes können sowohl der Landesfürst als auch der Landtag der Kollegialregierung das Vertrauen entziehen, was zum Verlust der Befugnis zur Amtsausübung führt. Der Vertrauens­entzug gegenüber dem Regierungschef oder einem anderen einzelnen Mitglied der Regierung bedarf des Einvernehmens zwischen Landes­fürst und Landtag.

Auch die Bestellung der Richter findet in der Verfassung seit der Verfassungsänderung von 2003 eine ausbalancierte Kompetenzregelung. Die Errichtung eines in der Verfassung verankerten Richterauswahlgremiums, in dem das Staatsoberhaupt, der Landtag und die Regierung vertreten sind, hatte zum Ziel, die Entpolitisierung und Objektivierung der Richterbestellung zu gewährleisten. Die Praxis des Richterauswahlgremiums der letzten vier Jahre hat die Richtigkeit des eingeschlagenen Weges bestätigt und das Vertrauen in die Unabhängigkeit der Richterschaft nachgewiesenermassen gestärkt. Im Falle einer unüberbrückbaren Meinungsverschiedenheit über die personelle Besetzung einer Richterstelle eine solche ist bis zum heutigen Tage nicht auf­getreten trifft das Volk in einer Volksabstimmung die endgültige Entscheidung.

Zu den frühesten Vorrechten der Parlamente europäischer Staaten gegenüber dem Monarchen gehörten das Steuerbewilligungsrecht und die Einflussnahme auf die Staatsfinanzen. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass die Wirksamkeit des Landtags aufgrund der Verfassung von 1862 sich bereits auf die Steuerbewilligung und auf die Erstellung eines jährlichen Voranschlags der Einnahmen und Ausgaben erstreckte. Diese Kompetenzen finden sich in der Verfassung von 1921 wieder.

Die Regierung hat dem Landtag für das nächstfolgende Verwaltungsjahr einen Voranschlag über sämtliche Ausgaben und Einnahmen zur Prüfung und zur Genehmigung zu unterbreiten. Sinn und Zweck dieser Budgetbewilligung durch den Landtag ist, einerseits die Regierung sozusagen an einen Wirtschaftsplan zu binden und andererseits eine Grundlage für die Rechnungskontrolle, die ebenfalls in den Händen des Landtags liegt, zu schaffen.

Obwohl die Verfassung nur von einer "Beistimmung" spricht, erfolgt die Genehmigung des Voranschlags in der Verfassungspraxis mittels des so genannten Finanzgesetzes, das nach den Regeln des Gesetzgebungs­verfahrens zustande kommt. Das genehmigte Budget beinhaltet auch eine Selbstbindung des Landtags. Ein Gesetzesvorschlag, aus welchem dem Staat eine länger andauernde finanzielle Belastung erwächst, kann nur dann in Behandlung gezogen werden, wenn die entsprechende Ausgabe im Finanz­gesetz bereits vorgesehen ist, oder der Gesetzesvorschlag mit einem Bedeckungsvorschlag versehen ist.

Eine interessante Entwicklung hinsichtlich der parlamentarischen Einfluss­nahme zeigt sich in der Aussenpolitik. Unter der Verfassung von 1862 und gemäss der geltenden Verfassung von 1921 kam bzw. kommt dem Landtag das Recht der Mitwirkung bei der Abschliessung von Staatsverträgen zu. Konkret ist dieses Recht jedoch beschränkter Natur. Es unterliegen nur Staatsverträge der Zustimmung des Landtags, durch die Staatsgebiet abgetreten oder Staats­eigentum veräussert, über Staatshoheitsrechte oder Staatsregale verfügt, eine neue Last auf das Fürstentum oder seine Angehörigen übernommen oder eine Verpflichtung, durch die den Rechten der Landesangehörigen Eintrag getan würde, eingegangen werden soll. In der Verfassungspraxis wurde diese Verfassungsbestimmung jedoch stets extensiv interpretiert.

Machte der Landtag von seinem Zustimmungsrecht bis in die Fünfzigerjahre nur selten Gebrauch, erwies sich die verfassungsrechtliche Kompetenz ab diesem Zeitpunkt insofern als wichtiges Instrument der Mitbestimmung, als unser Land vermehrt bilaterale Verträge abschloss und internationalen Abkommen und Organisationen beitrat und in den Siebzigerjahren in eine Phase der multilateralen Öffnung der Aussenpolitik eintrat. Ich erinnere an die KSZE, an den Beitritt zum Europarat, an die Mitgliedschaft in der UNO und an den Beitritt zum EWR.

Angesichts dieser Entwicklung kam es 1970 im Landtag zur Bildung einer Aussenpolitischen Kommission, die in der Geschäftsordnung des Landtags später als ständige Kommission verankert wurde und als solche die zustimmungsbedürftigen Staatsverträge prüft und begutachtet und in einer pragmatischen Zusammenarbeit mit der verantwortlichen Regierung in aus­wärtigen Angelegenheiten die Interessen des Landes wahrnimmt. Nicht unerwähnt soll bleiben, dass 1992 durch eine Volksinitiative das Staatsvertrags­referendum eingeführt wurde. Durch diese Erweiterung der Volksrechte ist es möglich geworden, einen Zustimmungsbeschluss des Landtags, mit welchem er einen Staatsvertrag genehmigt hatte, vor das Volk zu bringen.

Der Weg der Entwicklung und Entfaltung des parlamentarischen und des demokratischen Prinzips war lang und manchmal auch beschwerlich. Ich erinnere hier nur an die wichtigsten Wegmarken.

Im Jahre 1939 wurde das bis dahin für den Landtag geltende Majorzwahl­system, welches sich durch eine starke Polarisierung unter den politischen Parteien auszeichnete, durch das Verhältniswahlsystem (Listenproporz) abgelöst. Es bedurfte zwischen 1921 und 1939 mehrerer Anläufe der einen oder der anderen politischen Partei, bis auf beiden Seiten die Erkenntnis reifte, dass die Einführung des Proporzwahlsystems, das eine Vertretung im Landtag gemäss Stärkeverhältnis zum Ziel hat, ein Akt staatsmännischer Klugheit ist.

Der Listenproporz wurde 1973 im Volksrechtegesetz durch den so genannten Kandidatenproporz ersetzt, der die Wahl des einzelnen Abgeordneten stärker betont und Manipulationen bei der Vergabe von Sympathiestimmen erschwert. Um der Zersplitterung der politischen Kräfte im Lande entgegenzusteuern, wurde gleichzeitig in der Verfassung eine Sperrklausel verankert, die verlangt, dass eine Mandatszuteilung nur unter den Wählergruppen erfolgen darf, die im ganzen Land 8% der gültigen Stimmen erreicht haben.

1984 gelang im dritten Anlauf die Einführung des Frauenstimmrechts auf Landesebene und damit die Gleichstellung der Frauen in den politischen Rechten. Die Einführung des Frauenstimmrechtes war eine wesentliche Voraus­setzung für den Beitritt unseres Landes zum Europarat und zur Europäischen Menschenrechtskonvention.

Eines der schwierigsten Unterfangen, nämlich die Erhöhung der Mandatszahl des Landtags, gelang, nachdem vier Volksabstimmungen negativ verlaufen waren, im Jahre 1988. Die Mandatszahl wurde von 15 auf 25 Mandate erhöht, wovon 15 auf den Wahlkreis Oberland und 10 auf den Wahlkreis Unterland entfallen.

Im Jahre 1989 wurde die Kontrollkompetenz des Landtags gegenüber der Regierung und der Landesverwaltung erweitert. Das Recht, Untersuchungs­kommissionen zu bestellen, wurde in dem Sinne als Minderheitsrecht aus­gestaltet, dass der Landtag dazu verpflichtet ist, wenn wenigstens ein Viertel der gesetzlichen Zahl der Abgeordneten eine Untersuchungskommission verlangt.

1997 wurde die Verfassung in zwei wichtigen Belangen geändert. Einmal wurde das 1939 eingeführte und gegen das Prinzip des freien Mandats verstossende Recht der politischen Parteien, auf Antrag der Fraktion einzelne Abgeordnete aus dem Landtag abzuberufen, aufgehoben. Zum andern wurde eine Unvereinbarkeitsregelung getroffen, wonach Regierungsmitglieder und Richter nicht gleichzeitig Abgeordnete des Landtags sein können.

Der Landtag als Volksvertretung ist in den Jahrzehnten nach dem 2. Weltkrieg gefestigt und gestärkt worden. Er ist keinen Anfechtungen ausgesetzt und kann seine politische Rolle neben dem Staatsoberhaupt und der Regierung als den beiden anderen obersten Organen des Staates frei und ohne äussere Beeinträchtigung spielen. Verlagerungen von parlamentarischen Entscheidungs­funktionen in den ausserparlamentarischen Bereich haben nicht stattgefunden.

Dort, wo es Gegenwichte zum Landtag gibt, sind sie von der Verfassung gewollt und können nur in den engen Grenzen, die die Verfassung zieht, wirksam werden. Ich erwähne in diesem Zusammenhang den im Jahre 2003 novellierten Art. 10 Abs. 2 der Verfassung, der bestimmt, dass die Verfassung als Ganzes und auch einzelne Bestimmungen derselben durch Notverordnungen nicht aufgehoben werden dürfen. Mit dieser Bestimmung hat der Landtag eine unantastbare, institutionelle und funktionelle Bestandsgarantie erhalten. Der liechtensteinische Parlamentarismus steht in unserem freiheitlich- pluralistischem Staat auf einem festen Verfassungsfundament. Wir können darauf stolz sein.

Am heutigen Tage wollen wir uns alle im Besonderen darüber freuen, dass die Volksvertretung eine würdige und bleibende Heimstätte erhalten hat, die der Demokratie und dem Parlamentarismus in der Öffentlichkeit ein eigenes Antlitz vermittelt.


Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

Eröffnung des Landtagsgebäudes am 15. Februar 2008
Ansprache von Regierungschef Otmar Hasler


Durchlauchter Landesfürst,
Durchlauchte Landesfürstin,
Durchlauchter Erbprinz,
sehr geehrte Frau Nationalratspräsidentin Prammer,
sehr geehrter Herr Ständeratspräsident Brändli
sehr geehrter Herr Bundesrats-Vizepräsident Weiss
sehr geehrter Herr Landtagspräsident,
sehr geehrte Mitglieder der Regierung
sehr geehrte Frauen und Herren Kantonsrats- und Landtagspräsidenten
sehr geehrte Mitglieder des Landtages,
sehr geehrter Herr Bürgermeister,
sehr geehrter Herren Vorsteher,
sehr geehrter Herr Dompfarrer,
geschätzte Gäste aus dem In- und Ausland


Begrüssung

Es ist mir als Vertreter der Bauherrschaft eine grosse Freude und Ehre, Sie alle hier im Plenarsaal des Hohen Hauses zur Einweihung des neuen Landtagsgebäudes begrüssen zu dürfen. Ich freue mich, dass so viele in- und ausländische Gäste unserer Einladung gefolgt sind und mit uns diesen denkwürdigen Tag feierlich begehen.

Der heutige 15. Februar ist ein Freudentag. Erstmals erhält die liechtenstei­nische Volksvertretung, der Landtag, ein eigenes Zuhause in einem zeitge­nössischen Bauwerk mit einem eindrücklichen Plenarsaal sowie Sitzungs- und Büroräumlichkeiten, welche den Parlamentsbetrieb in Zukunft verein­fachen und angenehmer gestalten werden. Für unser Parlament stellt dies einen Meilenstein dar und bringt dessen Eigenständigkeit als gesetzgeben­des Organ unseres Staates zum Ausdruck.

Das neue Landtagsgebäude stellt aber vor allem ein wichtiges Symbol für die liechten­steinische Bevölkerung dar. In diesem Haus wird künftig der Landtag, "das gesetzmäs­sige Organ der Gesamtheit der Landesangehöri­gen", nach den Bestimmungen der Ver­fassung die Rechte und Interessen des Volkes im Verhältnis zur Regierung wahrnehmen und geltend machen. Das Landtagsgebäude ist somit das Haus des Volkes, welches hof­fentlich zahlreich hier ein- und ausgehen und die öffentlichen Verhandlungen des Landtages vor Ort verfolgen wird.

Schliesslich erhält mit dem neuen Landtagsgebäude auch der liechtenstei­nische Haupt­ort Vaduz eine Aufwertung. Zusammen mit dem Regierungs­gebäude, dem Landesmu­seum und dem sich in Bau befindlichen Landesar­chivgebäude entsteht ein Regierungs­viertel mit einem neuen und unver­kennbaren Gesicht. Vom grosszügigen Peter-Kaiser-Platz ausgehend ist nun eine durchgehende Fussgängerzone bis zum Vaduzer Rathaus entstan­den.


Vorgeschichte

Was 1984 der Landtag in einem Grundsatzbeschluss festgelegt hat, nämlich den Bau eines eigenen Landtagsgebäudes anzustreben, findet heute, rund ein Vierteljahrhundert später, seine Erfüllung. Dazwischen wurde viel ge­plant, fanden unzählige Baukommis­sionssitzungen statt und wurde nicht zuletzt in einer Volksabstimmung im Jahre 1993 ein erstes Projekt im Rahmen einer Volksabstimmung deutlich abgelehnt. Landtag und Regie­rung verfolgten ihr Ziel aber konsequent weiter und vollzogen im Jahre 1996 einen Neustart.

Die deutliche Ablehnung des ersten Projektes veranlasste Landtag und Re­gierung aller­dings zu einer Änderung bei der Genehmigung von künftigen staatlichen Projekten. Seither werden Verpflichtungskredite für staatliche Bauvorhaben aufgrund von Bedürf­nissen und daraus ermittelten Anlage­kosten beschlossen. Erst in der Folge wird jeweils ein Architekturwettbe­werb durchgeführt.

Das erste Projekt hatte trotz dessen Ablehnung an der Urne weitreichende Auswirkun­gen auf das nun realisierte Bauwerk: Die Fortsetzung der Hang­bebauung an der Schlosshalde und das zwischen dem Verweserhaus und dem Regierungsgebäude ge­setzte neue Landtagsgebäude stellte eine orts­bauliche Konzeption dar, welche in der Folge mit speziellen Bauvorschrif­ten rechtskräftig festgelegt wurde und eine Grundlage für das jetzt reali­sierte Projekt bildete.


Das Projekt

Dem langen Weg vom Grundsatzbeschluss bis zur Realisierung des neuen Landtagsge­bäudes kann man somit auch viel Positives abgewinnen. Jeden­falls kann sich das Re­sultat aus meiner Sicht heute sehen lassen. Realisiert wurde ein architektonisch und städtebaulich eindrückliches Bauwerk, wel­ches sowohl in Bezug auf die markante Form wie auch in Bezug auf die ungewöhnliche Materialwahl einen starken Akzent im neuen Regierungs­viertel setzt. Dem Architekten ist es meiner Meinung nach mit dem Land­tagsgebäude, dem Hohen und dem Langen Haus, in überzeugender Art und Weise ge­lungen, eine zeitgenössische Antwort zu den bestehenden traditio­nellen und denkmalge­schützten Gebäuden im Regierungsviertel zu geben.

Der neue Platz vor dem Regierungsgebäude und dem Landtagsgebäude verleiht diesem Ort ein neues unverkennbares Gesicht. Das Regierungsge­bäude erfährt durch die Neu­gestaltung eine Aufwertung, indem nach der Realisierung des sich im Bau befindlichen Archivgebäudes auch im rück­wärtigen Bereich des Gebäudes eine grosse freie Fläche entsteht, womit dieser Traditionsbau sehr markant auf dem Peter-Kaiser-Platz zur Gel­tung kommt.

Die zeitgenössische Architektursprache setzt sich im Innern der beiden Ge­bäude, insbe­sondere hier im Plenarsaal des Landtages, aber auch in den Büro- und Sitzungsräumen im angrenzenden Langen Haus fort. Der Ar­chitekt kommt mit einigen wenigen Materi­alien aus, welche den einzelnen Räumen eine unverwechselbare Atmosphäre verleihen.

Zum Gesamtprojekt gehören auch die Tiefgarage vor dem Regierungsge­bäude und der Landesführungsraum im Untergeschoss. Ich hoffe, dass wir diese Sicherheitszentrale für Katastrophenfälle nie benützen müssen.


Bedeutung und Wertung

Als das Regierungsgebäude im Jahre 1905 bezogen wurde, beherbergte es in der Folge neben dem Landtag sowie der Regierung und Verwaltung auch die Gerichte. Mit dem Bezug des neuen Landtagsgebäudes kann nun auch die räumliche Trennung der drei Staatsgewalten definitiv abgeschlossen werden, nachdem die Gerichte schon vor einigen Jahrzehnten in andere Räumlichkeiten umgezogen sind. Künftig sind somit auch Land­tag und Regierung, Legislative und Exekutive, räumlich voneinander getrennt.

Neben den räumlichen und organisatorischen Vorteilen, welche ein eigenes Gebäude für den Landtag bringt, hat dieser Schritt vor allem auch eine symbolische Bedeutung. Der Landtag, die liechtensteinische Volksvertre­tung erfährt dadurch eine Aufwertung. Das neue Landtagsgebäude trägt der von der Verfassung bestimmten Funktion des Landta­ges als gesetzgeben­des Organ Rechnung und bringt dessen staatspolitische Bedeutung zum Ausdruck. Mit dem Plenarsaal, dem Herzstück des Hohen Hauses, ist ein würdiger Ort geschaffen worden, wo wichtige Entscheidungen im Namen des Volkes getroffen werden, wo in Zukunft Gesetze verabschiedet und wichtige Finanzbeschlüsse gefasst werden.

Mit dem heutigen Tag kann das neue Landtagsgebäude offiziell dem Landtag übergeben werden. Ich darf in wenigen Minuten als Vertreter der Bauherrschaft dem Landtagsprä­sidenten, als Vertreter der künftigen Nut­zer, symbolisch den Hausschlüssel überreichen. Ich wünsche dem Landtag, den Frauen und Herren Abgeordneten, bereits jetzt alles Gute bei der Er­füllung ihrer Aufgaben in den neuen Räumen. Gottes Segen und eine posi­tive Atmosphäre, die diese Räume ausstrahlen, mögen sie bei ihrem künfti­gen Wirken begleiten.


Dank

Zum Schluss meiner Ausführungen und bevor Dompfarrer Markus Kellen­berger das Bauwerk einweihen wird, möchte ich allen, die an der Realisie­rung des neuen Land­tagsgebäudes mitgewirkt haben herzlich danken. Mein Dank geht zuerst an den Archi­tekten, Hansjörg Göritz, der dieses Werk ge­schaffen hat und dem es gelungen ist, ein architektonisch und städtebaulich eindrückliches und doch zurückhaltendes Landtags­gebäude in Zusammen­arbeit mit dem Architekturbüro Frick in Schaan zu gestalten. Anerkennung und ein grosser Dank geht auch an die Unternehmer und Handwerker, wel­che bei diesem Projekt beste Werbung für das liechtensteinische Handwerk abgelie­fert haben. Schussendlich danke ich auch allen früheren und aktu­ellen Mitgliedern der Baukommission, dem Hochbauamt an der Spitze die Amtsleiter Walter Walch und Peter Mündle, welche das Projekt vom Plan bis zur Ausführung begleitet haben.

Ihnen, liebe Gäste, danke ich für Ihr Kommen. Ich wünsche Ihnen im An­schluss an die Einweihung einen interessanten Rundgang mit vielen positi­ven Eindrücken und lade Sie anschliessend zum Festbankett im Vaduzer Saal ein.

Rede von Architekt Hansjörg Göritz

Offizielle Feierliche Eröffnung
15 Februar 2008
Festrede


Heute ist es bereits lange her, und doch so intensiv und bedeutend in meinem Leben, als sei es erst gestern gewesen: vor zwölf Jahren fuhr ich erstmals durchs Rheintal ins Tessin und konnte nicht ahnen, dass ich drei Jahre später dort - unterhalb des Schlosses, auf der anderen Seite des Rheins - mit meinem Studio die Einladung zum internationalen Wettbewerb um das Liechtensteinische Landesmuseum annehmen dürfte. Vor genau zehn Jahren waren wir mit dem zweiten Preis die ersten Verlierer. Jetzt darf ich dies als den grossen Gewinn betrachten, denn die damals mit dem Projekt erworbene Wertschätzung für meine Arbeit führte weitere zwei Jahre später, im Jahr 2000, zur Einladung um den internationalen Wettbewerb für diesen Stadtraum und dieses Haus.

Damals prägten Mauerumrahmungen, Rosengärten, Terrassen und Pergolen das romantische Bild. Handbreite Risse gingen durch das Landesverweserhaus und das Landesmuseum, auf Asphalt fuhren Autos noch nordwärts durchs Städtle und südwärts durchs Äule, und nach dem colloquium in der Schulaula traf ich den Landesbaumeister auf dem Fahrrad. Zwischen diesen menschlichen Dimensionen offenbarten sich der Geist und die Potentiale für die Klarheit, Stärke und Schönheit dieses Ortes eben so wie die überwältigende Grossartigkeit dieser Aufgabe. Die uneingelöste Chance zu einem staatlichen und auch städtischen Zentrum lag offen dar, und sie wurde im Wettbewerb fast ausnahmslos mit Solitären vertan. Anders formen heute die Setzungen dieses Projektes ein neues, räumlich erlebbares Landesforum im ensemble aus Fragmenten historischer Monumente mit neuen klaren Elementen in Masstab, Material und Monochromie. Wer würde nicht eine solche eindrückliche Lebensaufgabe bauen wollen?

Das Errichten eines elementaren Steindachhauses als einer zeitlosen Urform zum Bergen und Obdach-geben für eine gesetzgebende Versammlung im alemannischen Kulturraum des Alprheintals könnte sich so zugetragen haben: in alten Zeiten brachten reisende Baumeister ihre mittelalterlichen und wiedergeborenen, klassischen Stadt- und Bauvorstellungen von jenseits der Alpen in die Bauhütten des prosperierenden Nordens. Hier hat ein im nördlichen Kulturraum Verwurzelter seine cisalpinen Seh- und Bauerfahrungen zurück gebracht - die der ernsten Schönheit einer nüchternen Klarheit, geboren aus einem protestantisch-calvinistischen Realismus - die der Architekturen selbstbewusster Hansestädte an den Salzstrassen und Küsten, bürgerlichen Wohl-Stand dar-stellend, in Typologie, Körper und Material Zeiten überdauernd, bewährt und wettertrotzend - somit nicht weniger geeignet für den nüchternen Kulturraum des Rheintals.

Ob die stille Belehrung klarer Typologien der Hallenkirchen, Hoher und Langer Häuser, oder das Kunstlose des Praktischen und Zweckmässigen - einzige Kunstforderung ist die signifikante Typologie für Aufgabe, Körper und Raum. Vom Beginnen am Sockel bis zum Bergen unter Dach, in Material, guter Proportion, lapidar in sich ruhend, und dabei Städte fügend. Die Faszination von fester Solidität in grossartiger Nüchternheit ist alles zu gleich: aufgabenneutral, kultur-unabhängig, sinnen-reich, zeit-los. Auf diese Weise ist allen besonderen Kultivierungen eine gewisse Sublimität zu eigen. Zisterzienser und Shaker hatten offen-sichtlich Zeiten- und Raum-übergreifend eine ähnliche Be-geisterung. Verzicht auf Überflüssiges - Betonung der Wesentlichkeit - elegance des Unkomplizierten - tragen als konsequente Haltung eine gewisse un-bedingte Härte in sich. Wenn diese mitgebrachte Anschauung trivialen Verhältnissen begegnet, steht sie im Gegensatz zum gebräuchlichen Utilitarismus und zur Ikonographie eines falschverstandenen Modernismus, die sich gegenüber der eines ebenso falschen Traditionalismus zwanghaft absetzen muss. Was ich von je her selber suchte, liegt darüber hinaus, ist klarer, und meint Klarheit als Kennzeichen von Moderne als einer zeitlosen Haltung. Wenig ist dabei neu zu erfinden, dafür kann vieles neu ent-deckt oder wiedergefunden werden. Die Kenntnis des Bewährten kann dazu dienen, es modern in etwas Neues, von eben so zeitloser Gültigkeit zu übersetzen. Je klarer und wesentlicher dabei die Form gelingt, desto eindrücklicher wird ihre Ausdruckskraft. Auch diese Typologie war als Stadthaus und Stadtscharn oft getragen von den Säulen seiner Kornspeicher, in denen man heute wandelt und über denen man schon damals zu Rate sass. So sollte auch die Arbeit in diesem Haus im Sinn des Wortes 'gut be-dacht' sein. In und unter ihm kann sich eben so deutlich der Ratsschluss in der Tafelrunde der Abgeordneten abbilden, und zugleich wird mit dem souverain zusammen getagt - auf einer Ebene, unter einem Dach.

In diesen Jahren ist viel geschehen. Das Beschriebene erwies sich als ein Bauprojekt wie jedes andere, und doch war es dabei ganz grundsätzlich anders. Neben vielen Skizzen, Plänen, Modellen und Besprechungen, noch viel mehr Telephonaten, Telefacsimiles und e-mails haben die vielen Reisen und Termine beträchtliche Lebenskraft gefordert: auf 106 Reisen zu 344 Terminen an 193 Tagen. Mit Reisezeit waren wir an 352 Tagen für dieses Projekt unterwegs. Über sieben Jahre also fast ein ganzes Jahr, allein und zu mehreren. Diese besondere Reise macht es nun voll. Zeitweise haben zwei Kollegen aus meinem Studio hier im Kloster gewohnt, um noch enger vor Ort zusammen zu arbeiten. ['Zusammenhocken' nennt man das hier.]

Seit der Wettbewerbsarbeit am Landesmuseum 1998 hatte ich Gelegenheit, Liechtensteins Dimensionen und Grundbefindlichkeit als eine selten gewordene Qualität schätzen zu lernen. Prozesse verlaufen hier ungewohnt anders und erinnern mich oft an die Eigenwilligkeit dort, wo ich selber in niedersächsischer Landschaft aufgewachsen und geprägt worden bin. So redete ich beim Wettbewerbsentwurf im Studio immer über 'erhabene Bescheidenheit' oder 'bescheidene Erhabenheit' als einem Leitmotiv zur Entwicklung eines selbst-verständlichen Projektes. Irgendwie ahnte ich, dass man vielleicht nur noch hier etwas Zeitloses, etwas die Zeiten und ihren design-Verschleiss Überdauerndes würde verwirklichen können, - einfach deshalb, weil es dafür hier noch eine andere Wertebasis zu geben schien. Der heutige Bau weicht nach sieben Jahren kaum einen jota vom Wettbewerbsprojekt ab. Doch auf eine interessierte Frage nach dem Gefallen kommt in diesem Kulturraum generell wenig mehr als ein 'nicht schlecht'. Oder Unverhohlenes, wobei Leserbriefe hier scheinbar Volkssport sind. Letzteres bietet sicher auch die richtige Würze bei direktdemokratischen Prozessen.
 
Heute dürfen wir mit Ihnen eine ganz besondere Eröffnung feiern - [früher sprach man von Einweihung. Auch das ist heute durch Pfarrer Markus Kellenberger geschehen] - denn: erstmals in der 200jährigen Geschichte hat der Landtag ein eigenes Haus - für den Ratsschluss, seine Bearbeitung und für dessen Repräsentation - nicht nur versammelt an einem Ort, sondern dabei den Ort erst dar-stellend. Wir sind auch hier um diese Arbeit zu feiern. Zusammenarbeit, die im Kern die Herzensangelegenheit jedes Strebens nach einem architektonischen Bauwerk ist. Neben den rund 300 Projektbeteiligten aller Bereiche möchte ich aus diesem besonderen Anlass einmal die direkten Werkgefährten hervorheben. In meinem Studio ist im Besonderen der akribische Beitrag von Anne-Claire von Braunmühl und Stefan Höpfinger zu würdigen - in der unermüdlichen Projektleitung der Gesamtplanung wie in der Leitdetailplanung. Anne-Claire war bereits im Wettbewerb dabei. Meine Frau und Partnerin Gisela war seit der ersten Ortsbesichtigung stets administrative und moralische Stütze. Und schliesslich war der Erfolg unserer Arbeit in höchstem Masse vom Verständnis abhängig, wie es sich zwischen meinem Studio und dem Bureau von Florin Frick mit seiner Mannschaft hier in Liechtenstein darstellte - erst mit Mario Bearth und später vor allem mit Marc Berliat und Fritz Eggenberger.
 
Natürlich ist ein Projekt auch immer nur so gut wie sein Bauherr, und die Liechtensteiner sind in der Tat besondere Bauherren. Mit dieser unglaublichen Skepsis, dieser stets ganz eigenen bis eigen-willigen Sicht, dieser Erwartung alles bewiesen zu bekommen, genau hin zu hören und hin zu sehen. [Es war Ernst Gisel, der mir - als ein väterlicher Freund seit dreizehn Jahren - manches mit seinem Augenzwinkern 'eindeutschen' konnte.] Selbst Landesbaumeister Walter Walch, sprach einmal vom 'ungläubigen Thomas', und ich weiss noch immer nicht genau, ob er damit die hiesige Volkesseele beschrieb. Doch immer wenn es schwierig oder brenzlig wurde, hatten wir den direkten Draht.
 
Besonderen Respekt verdient ihre Beharrlichkeit an der Weiterverfolgung einer Vision von einem eigen-ständigen Parlamentsbau in einem Regierungsviertel über mehr als zwanzig Jahre. Was sich aus ursprünglich gescheiterter Projektgeschichte heute hier im Rheintal manifestiert, ist eine Art phoenix, ein Neuanfang mit unseren neuen, eigenen Mitteln gestaltet. Dabei war neben der Arbeit mit Fachleuten im Hochbauamt vor allem sehr persönlicher Geist in der Baukommission Projekt-prägend. Nicht von einem Geist tieferen Verständnisses und Überzeugung getragen zu sein, hätte dies alles nie so gelingen lassen. Dabei muss ich vor allem an zwei Persönlichkeiten denken. Beide, Regierungschef Otmar Hasler und Landtagspräsident Klaus Wanger, haben mir mit Ihrer kultivierten Art und tieferem Verständnis nicht nur ein besonderes Vertrauen geschenkt, sonder mir damit auch wieder das Vertrauen in Politik zurück gegeben. Konträre Arbeit trennt, gemeinsame Arbeit verbindet.
 
Es wird lange Zeit brauchen, bevor ich auf dieses Werk der letzten Jahre zurückblicken kann mit dem Vorzug der Rückschau und Wertschätzung für die Auswirkung, die dieses ausserordentliche Projekt auf mich hatte. Die Zusammenarbeit hier im Land war fordernd [manchmal überfordernd], und die geistige Bereicherung ist ohne Frage. Es sind die kleinen Dinge am Rande, die das Werkschaffen für einen solchen Bau bereichern. Dabei bin ich mit einem reichen Schatz an eigenen Erinnerungen beschenkt,
. an ein besonderes, unverwechselbar kühles Licht des Südens, dessen Klarheit mich auf den Reisen zur Arbeit hier immer wieder faszinierte und heute die Wirkung der Bauten modelliert,
. an den EXPO-Pavillon Liechtensteins in Hannover, wo ich mich als Gast im Sommer der Wettbewerbseinladung mit den besonderen Qualitäten im Land vertraut machte,
. an den Anruf Ihres ersten Projektleiters Michael Pattyn, als Überbringer des ersten Preises,
. und an unser erstes Treffen mit seinem ausdrücklichen Dank dafür, dass dieser Entwurf den Stadtraum wieder möglich mache und ein späteres Landesarchiv untrennbar vorwegzeichne,
. an die Entschuldigungen, dass man hier bei Sitzungen versehentlich in Dialekt entglitt, die dann aber über die Jahre immer seltener wurden [inzwischen wohl Verstehen voraussetzend],
. an unsere Bestellung durch den Landesbaumeister, zwei Tage vor Weihnachten 2001, um noch kurz über neue Formen zu sprechen, und gleich danach zwölf Stunden durch eine
dramatische Schneenacht zurück zu fahren, im Gepäck ein Früchtebrot als Weihnachtsgeschenk des Projektleiters, das dann als Wegzehrung diente,
. an die Abordnung, die uns in unserem Studio am hannoverschen Stadtwald Eilenriede besuchte, um vor unseren Bauten und in Hamburg die Furcht vor dem Steinbau abzustreifen,
. und an den damaligen Projektleiter Peter Mündle, der statt dessen hinterher ganz besorgt über unsere Detailversessenheit war, noch ganz weiss um die Nase wegen des Tempos auf unseren Autobahnen, das wir uns nur deshalb angewöhnen mussten, um so oft schnell hierher und wieder weg zu kommen,
. an die Menschen auf der Baustelle, den Polier Hans, den die Arbeit an unserer kühnen
Bergwand einen hohen Preis kostete, den Baumeisterpolier Rico Pinardi, dessen Grinsen und
wortkarger Stolz durchblitzen liessen, mit unvergleichlichem Können und Erfahrung an etwas
Unvergleichlichem zu arbeiten, wie sein Maurerpolier Guido Bartholet der untentwegt eine stille, freundliche Zufriedenheit an dieser Arbeit ausstrahlte,
. an unsere mit Olaf Gassner und einer Projektgruppe ausgewählte charismatische alte Eiche, die dann doch schon anderen versprochen war, was meine Suche in halb Europa neu
erforderte, die mich schliesslich wieder an den Anfang erinnerte,
. an eine frühe recherche während des Wettbewerbs nach dem Landesbaum, mit einem Telephonat bei Adulf Peter Goop, wobei die Eiche heraus kam. Es war dabei von historischen
Themen die Rede, wie Schweinefutter und der bedeutsamen Teilung eines Eichenhains zwischen Vaduz und Schaan.
In ganz anderer Erinnerung bleiben eine Wertschätzung und moralische Unterstützung, die sich in der Begeisterung des künftigen Hausherrn für den Bau als 'bijou' äusserte, und durch den Regierungschef, dem wichtig war, dass eine einfache Aquarellskizze mehr zum tieferen Verständnis diente als alle Pläne, und der sich bei seinem frühmorgendlichen Rundblick vom Grossen Haus aus über den Mut wunderte, der dieses Bild von Stadt und Bau entstehen liess. Glauben Sie mir, das grösste Geschenk ist, das ich mich selbst darüber wundern kann wie ein Kind.

Die Arbeit, Dinge richtig zu machen, war lang und fordernd, doch für einen Architekten ist sie ein nahezu unvergleichliches Reich, Ideen Gestalt werden zu lassen und Möglichkeiten
auszuloten, um etwas zu schaffen, das beides ist: zu gleich neu und ebenso wahrhaftig tief in seiner Wesentlichkeit. Im schönsten Sinne wäre es der gebaute Geist von demokratischen und gesellschaftlichen Idealen dessen, was ein Parlament sein könnte: dauerhaftes Zeichen und frischer Atem des common sense, alt wie das Meer und jung wie die Wellen. Mein Ziel war und ist es stets, etwas zu bauen, das aussieht als habe es schon immer da gestanden und es könne fortan Menschen bewegen. Darüber werden nicht nur die Parlamentarier und Sekretäre, sondern auch Ihre Staatsgäste ihr Urteil finden. Ich bin höchst erfreut, zutiefts bewegt und unbeschreiblich dankbar Ihrem Land gegenüber, dass Sie mir diese Gelegenheit und das Vertrauen geschenkt haben, und stolz über das Privileg, in dieser Rolle ein Stück in der Geschichte Ihres Landes gewirkt zu haben bei der Verwirklichung eines grossen Traumes.
Professor Hansjörg Göritz
15 Februar 2008
Vaduz FL

Eröffnungssitzung des Landtages
21. Februar 2008
Ansprache von Alterspräsident Klaus Wanger


Durchlauchter Erbprinz
Geschätzte Frauen und Herren Abgeordnete
Geschätzte Mitglieder der Fürstlichen Regierung
Meine Damen und Herren


Im Namen des hier versammelten Landtages darf ich Sie, Durchlaucht, recht herzlich begrüssen. Mit Ihrer Thronrede haben Sie soeben die diesjährige Sitzungsperiode des liechtensteinischen Landtages eröffnet. Erstmals findet heute die Eröffnungssitzung im neuen Landtagsgebäude statt, worüber ich mich sehr freue. Der Landtag erhielt nun in seiner bald 150-jährigen Geschichte ein eigenes Gebäude und dokumentiert damit auch sichtbar die Bedeutung des Parlaments als eine der staatstragenden Institutionen unseres Landes.

Als Alterspräsident möchte ich traditionsgemäss an der Eröffnungssitzung einige Worte an die Mitglieder des Landtages und der Regierung richten. In Anbetracht des letzten Sitzungsjahres der laufenden Legislaturperiode 2005 2009 habe ich mir Gedanken über unser Milizparlament als Volksvertretung und über die Parlamentsarbeit gemacht.

Die feierliche Eröffnungssitzung im neuen Hohen Haus hat eine besondere Bedeutung für den Landtag. Es ist nicht nur die Freude über den Bezug des Neubaus, der diese Bedeutung unterstreicht. Vielmehr ist es die räumliche Trennung von Regierung und Landtag, die zu diesem besonderen Stellenwert beiträgt. Der Landtag, die legislative Gewalt, befindet sich nun in einem repräsentativen neuen Bauwerk neben der Regierung, der exekutiven Gewalt. Gerade in einem Kleinstaat, in dem sinnvollerweise manches zusammengeführt ist, welches in grösseren Ländern oft getrennt wird, scheint mir die Trennung der Staatsgewalten, insbesondere auch die sichtbare Trennung, von elementarer Bedeutung.

Das Hohe Haus, in dem wir uns heute erstmals zu unserer Eröffnungssitzung zusammen gefunden haben, beschert uns eine grosszügige Infrastruktur. Die Landtagsbüros, die Fraktions- und Besprechungszimmer sowie das Landtagssekretariat befinden sich nun unter einem Dach. Damit sind gute Voraussetzungen für unsere Parlamentsarbeit gegeben. Obwohl uns diese äusseren Bedingungen gewisse Entlastungen bringen werden, wissen wir alle, dass unser Einsatz als Abgeordnete in den letzten Jahren stark zugenommen hat und manchen von uns gelegentlich an den Rand des Verkraftbaren führte.

Als Milizparlamentarier, die einem anderen Hauptberuf nachgehen, sind wir stark gefordert, was die zeitliche und auch die inhaltliche Beanspruchung angeht ganz zu schweigen von den Verpflichtungen -- die wir als Volksvertreter der Öffentlichkeit und unseren Wählerinnen und Wählern gegenüber wahrzunehmen haben.

Ich habe für unseren Landtag den Begriff Milizparlament gewählt. Um es gleich vorwegzunehmen: Ich spreche mich klar und eindeutig für die Weiterführung des Milizsystems aus, das sich für unseren Staat bisher trotz einiger Schwächen als die bessere Lösung im Vergleich mit einem Berufsparlament erwiesen hat. Ich bin jedoch überzeugt, dass es Mittel und Wege geben wird, um unser Milizparlament effizienter zu machen mit dem Ziel, die Milizparlamentarier zu entlasten, damit sie sich wieder vermehrt ihren Kernaufgaben widmen können. Meine Überlegungen sind keine fertigen Rezepte, sondern Überlegungen aufgrund meiner Erfahrung und Gespräche mit Landtagsabgeordneten.

Lassen Sie mich kurz drei Themenbereiche erwähnen, die mir besonders wichtig für die Stärkung und das Image des Parlaments erscheinen.

Erstens die Einrichtung eines ständigen Parlamentsdienstes:

Die Vorteile des Milizparlaments gegenüber einem Berufsparlament liegen ohne Zweifel darin, dass sich keine Sonderklasse von Politikern entwickeln kann, die den Kontakt zum Wahlvolk teilweise verloren hat. Ein Milizabgeordneter wird nicht zum «Funktionär», sondern kann sich durch seine zivile berufliche Tätigkeit eine gewisse Unabhängigkeit gegenüber dem Staat bewahren. Milizparlamentarier erliegen weniger der Versuchung, auf den nächsten Wahltermin zu schielen und sich entsprechend zu verhalten. Ferner können die täglichen Berufserfahrungen sowie der Austausch mit Arbeitskollegen, Mitarbeitern oder Kunden zu einer Verbreiterung der Sachkompetenz beitragen.

Aber trotz dieser Vorzüge hat auch das Bild des Milizabgeordneten eine Kehrseite. Allein die zeitliche Beanspruchung von Beruf und Mandat lässt sich oft nur schwer unter einen Hut bringen. Das Studium komplexer Vorlagen überfordert oft die fachlichen Kapazitäten, sodass man sich manchmal so viel Einarbeitungszeit wie ein Berufspolitiker wünschte, um mithalten zu können. Die Regierung legt meistens umfassende Berichte vor, die das Eintauchen in eine Gesetzesmaterie oder in ein internationales Abkommen erleichtern. Sich allein auf diese Berichte zu verlassen birgt aber die Gefahr, sich den Argumenten der Regierung auszuliefern.

Mein Verbesserungsvorschlag wäre: Jede Fraktionen sollte auf 1 bis 2 qualifizierte Mitarbeiter zurückgreifen können, die generell bei komplexen Vorlagen oder bei Bedarf für Recherchen und die Erarbeitung von parlamentarischen Vorstössen zur Verfügung stehen. Dadurch könnte die Qualität und die Effizienz unserer Beratungen im Landtag wesentlich gesteigert werden.

Ein zweiter Punkt hängt eng mit der erwähnten zeitlichen Belastung zusammen:

Die Belastung eines Milizparlamentariers durch Landtagssitzungen, Vorbereitung der Geschäfte, die Arbeit in Kommissionen oder Delegationen sowie durch die Arbeit und Präsenz in der Partei und an öffentlichen Veranstaltungen ist gross geworden. Dies haben in den vergangenen Jahren sowohl Freiberufliche wie auch Arbeitgeber und Arbeitnehmer vermehrt zur Kenntnis genommen. Dieser Umstand hat dazu geführt, dass sich immer weniger Frauen und Männer für ein Landtagsmandat zur Verfügung stellen bzw. dass sich der Arbeitgeber weigert, eine qualifizierte Mitarbeiterin oder Mitarbeiter für ein politisches Mandat freizustellen. Daraus resultiert, dass der Landtag immer weniger ein Abbild aller Bevölkerungsschichten, Wirtschaftssektoren, Berufs- und Altersgruppen aufweist. Die ideale Vorstellung, die bei den minimalen personellen Ressourcen in unserem kleinen Land wohl nie ganz erreicht werden kann, wäre nach wie vor eine repräsentative Widerspiegelung der Bevölkerung unseres Landes.

Was also tun? Mit Sicherheit würde, wie bereits ausgeführt, eine entsprechende Entlastung durch einen ständigen Parlamentsdienst die Rekrutierung von Kandidaten für den Landtag erleichtern. Ausserdem scheint es mir wichtig, dass sich die Arbeitgeber aller Wirtschaftszweige wieder vermehrt der Bedeutung des Landtags als gesetzgebende Instanz bewusst werden und qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihres Unternehmens nicht nur freistellen, sondern auch motivieren, sich für den nebenberuflichen politischen Einsatz zur Verfügung zu stellen.

Als dritten Aspekt möchte ich den forcierten Parteienwettstreit erwähnen, der dem Image eines repräsentativen Parlaments, das in erster Linie der Sachpolitik zum Wohle des Volkes verpflichtet ist, abträglich erscheint.

Als genereller Befürworter einer Koalitionsregierung habe ich zu Beginn dieser Legislaturperiode erwartet, dass die parteipolitische Polarisierung, die eine Alleinregierung zwangsläufig mit sich bringt, reduziert wird und Konkordanz und Konsens auf allen Ebenen vermehrt in den Mittelpunkt gerückt werden. Ausserdem habe ich erwartet, dass die Zusammenarbeit der beiden grossen im Landtag vertretenen Parteien die Politik und die Zielsetzungen der Koalitionsregierung in zentralen Themen vermehrt unterstützen und verwirklichen. Selbstverständlich schliesst dieser Schulterschluss für mich keineswegs eine sachbezogene Auseinandersetzung auf Parlamentsebene aus.

In der zu Ende gehenden Legislaturperiode muss ich aus meiner Sicht leider feststellen, dass sich die Fronten im Landtag oft unnötigerweise verhärtet haben und besonders die konstruktive Zusammenarbeit der beiden grossen Parteien im Landtag oft fehlte. Daraus resultierte, dass einige wichtige Themen zum Spielball der Parteipolitik wurden, der Sache nicht dienlich waren und zwangsläufig der Öffentlichkeit via Presse auch so vermittelt wurden.


Dieser Umstand hat in den vergangenen Jahren die Parlamentsarbeit aus meiner Sicht in der Öffentlichkeit leider oft vermehrt negativ geprägt und war dem Ansehen der Volksvertretung mit Sicherheit nicht förderlich. Ich hoffe, dass wir im letzten Jahr dieser Legislaturperiode trotz des bevorstehenden Wahlkampfes gemeinsam einige für unser Land wichtige Problemstellungen einer Lösung zuführen können und so nicht zuletzt auch das Image des Landtags wieder verbessern.

Abschliessend möchte ich zu meinen einleitenden Worten über das neue Landtagsgebäude zurückkehren und es nicht unterlassen, der Regierung, stellvertretend für alle früheren Regierungen, für das Gastrecht im Regierungsgebäude, das sie mit kurzen Unterbrechungen seit 1905 dem Landtag gewährt haben, bestens zu danken.

Einen besonderen Dank möchte ich auch bei dieser Gelegenheit nochmals an den Architekten Hansjörg Göritz, an den Architekten Florin Frick und an alle in- und ausländischen Unternehmer und Handwerker richten, die dieses wohl einmalige Bauwerk geschaffen haben.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und hoffe, dass wir in der kommenden Sitzungsperiode mit vereinten Kräften zum Wohl unseres Landes und aller Bewohnerinnen und Bewohner zusammenwirken werden.


Besten Dank.

R E D E

SEINER DURCHLAUCHT
ERBPRINZ ALOIS VON UND ZU LIECHTENSTEIN

ANLÄSSLICH DER ERÖFFNUNG
DES LANDTAGES

AM 21. FEBRUAR 2008

Sehr geehrte Landtagsabgeordnete

Heute feiern wir die erste Landtagseröffnung im neuen Landtagsgebäude, gleichzeitig aber auch die letzte in dieser Legislaturperiode. In den vergangenen drei Jahren wurde vieles geleistet. Die Regierung und die Verwaltung haben wieder umfangreiche Reformentwürfe ausgearbeitet, mit denen Sie sich bald befassen werden. Ich hoffe, dass auch das vor uns stehende Jahr kein Jahr des Wahlkampfs, sondern ein Jahr der Reformen sein wird.

Ein wichtiger Teil der Reformvorschläge betrifft unseren Finanzplatz. Zwar hat der Finanzplatz in den letzten Jahren schon einen beträchtlichen Reformschub erlebt, ein weiterer Reformschub wird aber nötig sein, wenn wir die Wettbewerbsfähigkeit des Finanzplatzes in Zukunft nicht nur sichern, sondern auch erhöhen wollen. Einerseits haben andere Standorte durch das Schaffen neuer, attraktiver Rahmenbedingungen aufgeholt, andererseits ist der internationale Druck auf Standorte, die einen hohen Schutz der Privatsphäre kennen, gestiegen.

In den letzten Jahren mussten wir ausgehend von der Finanzplatzkrise der Jahre 1999 und 2000 vor allem re-aktiv handeln und Versäumtes nachholen. Besonders die Aufsicht über den Finanzplatz war nicht ausreichend mit den Finanzunternehmen mitgewachsen bzw. nicht mit genügend ausgebildeten Spezialisten besetzt. Innerhalb von kurzer Zeit haben wir nicht nur Gerichte, Staatsanwaltschaft und Polizei wesentlich verstärkt, sondern auch eine FIU und eine voll integrierte Finanzmarkaufsicht geschaffen. Dies sowie die zusätzlichen gesetzlichen Verbesserungen sind auch im Ausland positiv gewürdigt worden, insbesondere die schnelle Umsetzung der verschiedenen Massnahmen.

Die nun anstehenden Reformen, die unter anderem auch im Rahmen des Projektes Futuro ausgearbeitet worden sind, sollten uns erlauben, pro-aktiv aus eigenem Antrieb heraus weitere Verbesserungen für den Finanzplatz zu erreichen. Gerade jetzt, angesichts der jüngsten Entwicklungen, ist eine umfassende Umsetzung dieser Reformen besonders wichtig. An einigen der Reformen wird schon seit langem gearbeitet, so an der Steuer- und der Stiftungsrechtsreform. Aber auch viele der anderen Initiativen, die das Projekt Futuro aufgenommen hat, sind nicht neu. Etliche von ihnen wurden bereits einmal im Rahmen eines Vorgängerprojektes zum Finanzplatz diskutiert. Im Unterschied zu damals ist es gelungen, dass Regierung, Verwaltung und Verbände gemeinsam mit Experten eine umfassende Gesamtstrategie entwickelt haben, von der ein ganzer Strauss von abgeleiteten Initiativen ausgeht. Von diesen Initiativen möchte ich im Folgenden einige herausheben, die ich für besonders wichtig erachte.

Der Schutz der Privatsphäre und des Eigentums soll bei gleichzeitiger Optimierung der Rechtshilfe gestärkt werden. Gerade zu einem Zeitpunkt, an dem andere Staaten immer stärker in die Privatsphäre ihrer Bürger eingreifen, ja sogar soweit gehen, dass sie Millionenbeträge für gestohlene Daten ausgeben, ist das Bedürfnis der Bürger nach einem starken Schutz der Privatsphäre gross. Der Schutz der Privatsphäre darf dabei nicht nur im Sinne eines starken Bankgeheimnisses in Steuerfragen verstanden werden, sondern muss breit, im Sinne einer Kultur der Privatsphäre, erfolgen, die auch dann noch hochgehalten wird, wenn das Bankgeheimnis in Steuerfragen vielleicht einmal aufgrund internationaler Verträge nicht mehr so umfassend wie heute ist. So sollten beispielsweise Eingriffe in die Privatsphäre nicht ohne richterliche Prüfung möglich sein. Da aber in Fällen berechtigter Eingriffe die nötigen Daten oft schnell erhoben werden müssen, bedarf es gleichzeitig eines zwar genauen aber raschen Rechtshilfeprozesses. Die Finanzplatzkrise wurde nicht zuletzt vor allem dadurch verursacht, weil unser Rechtshilfesystem schlecht funktioniert hat. Dies wurde erkannt und das Rechtshilfesystem erheblich verbessert. Allerdings werden heute in gewissen Fällen immer noch bis zu 8 Instanzenzüge benötigt. Hier müssen wir umdenken und Verfahren suchen, die ähnlich schnell ablaufen wie das Ausstellen eines Durchsuchungs- oder Haftbefehls durch den Untersuchungsrichter, ohne, dass wir die Qualität der Prüfung eines Rechtshilfeersuchens durch einen von der ersuchten Behörde völlig unabhängigen Richter beeinträchtigen. Wie die Privatsphäre, soll auch der Eigentumsschutz gestärkt werden und Eingriffe in das Eigentumsrecht nur die Ausnahme bilden.

Wichtig sind auch die verschiedenen Initiativen zur Stärkung der Stiftungen und der Trusts. Eine erste bedeutende Reform wird jene des Stiftungsrechts sein. Auch dies ist eine Reform, an der schon lange gearbeitet wird und die im Interesse des Finanzplatzes bald erfolgen sollte. Eine wesentliche Stärkung könnte zusätzlich ein Ausbau der Forschung und des Lehrangebotes in diesem Bereich bringen sowie spezialisierte Gerichte oder Schiedsgerichte für Stiftungs- und Trustrecht. Wir sind der führende Stiftungsplatz und können unsere Position ausbauen, indem wir durch solche Initiativen nicht nur die Rahmenbedingungen für Familienstiftungen, sondern auch für die gemeinnützigen Stiftungen erheblich verbessern. Damit könnten wir uns ein zusätzliches Standbein im Bereich der Philanthropie schaffen.

Noch länger - mehr als zwanzig Jahre - wird schon an einer grundlegenden Reform unseres Steuerrechts gearbeitet. Wahrscheinlich ist es unrealistisch, dass eine solche noch vor den Wahlen in den Landtag eingebracht wird. Trotzdem möchte ich an dieser Stelle betonen, dass eine grundlegende Steuerreform, die ein in sich geschlossenes und auf klaren Grundprinzipien aufbauendes Steuersystem bringt und damit sämtliche ring fencing- und Beihilfenprobleme eliminiert, für die Zukunft des Finanzplatzes ebenfalls von entscheidender Bedeutung ist.

Ausserdem ist eine verbesserte Aufsicht im Treuhänderbereich nötig. Zwar haben wir wie schon erwähnt - die Aufsicht über den Finanzplatz generell sehr erfolgreich verbessert, wir laufen aber Gefahr, diesen Erfolg zu verspielen, wenn wir nicht bald einige identifizierte Schwächen bei der Aufsicht über die Treuhänder beseitigen.

An dieser Stelle möchte ich Ihnen auch noch ein anderes Reformvorhaben empfehlen, das hoffentlich auch noch in diesem Jahr in den Landtag kommt: die Einführung einer wirklich unabhängigen Finanzkontrolle. Dieses Projekt steht zwar in keinem direkten Zusammenhang mit dem Finanzplatz, aber eine gründliche und unabhängige Kontrolle des staatlichen Gebarens ist gerade auch dann von grosser Bedeutung, wenn in den kommenden Monaten, ausgehend vom Projekt Futuro, viele Initiativen lanciert werden, die teils auch höhere Investitionen in die Zukunft bedeuten, als wir dies in der Vergangenheit gewohnt waren. Eine solche Kontrolle braucht es allerdings ganz generell, da moderne Industriestaaten wie Liechtenstein in den vergangenen Jahrzehnten eine Vielzahl von Aufgaben übernommen haben und Staatsverwaltungen äusserst komplexe Organisationen geworden sind, die in ihrer Komplexität mit internationalen Grosskonzernen vergleichbar sind, welche schon lange vom Management unabhängige interne Revisionsstellen kennen. Internationale Grosskonzerne haben zwar mehr Mitarbeiter als die Verwaltung eines sehr kleinen Staates wie Liechtenstein, sie besitzen aber zwei entscheidende Vorteile.

Erstens können sich internationale Grosskonzerne meist auf eine sehr beschränkte Zahl von Produkten oder Dienstleistungen konzentrieren, was die Verwaltung eines modernen Industriestaates nicht kann. Dort erwarten Bürgerinnen und Bürger eine Vielzahl von Dienstleistungen, was die Übersichtlichkeit und die effiziente Verwaltung entscheidend erschwert.

Zweitens muss sich selbst der grösste Konzern in einer Marktwirtschaft dem internationalen Wettbewerb stellen. Auf dem Markt entscheidet der Kunde, welche Dienstleistung er zu welchem Preis einkaufen will. Der Staat dagegen ist von seiner Natur her ein Monopolbetrieb. Dort entscheiden Regierung und Parlament, welche Dienstleistungen zu welchem Preis vom Staat angeboten werden. Den Preis bezahlt in der Regel der Steuerzahler, gleichgültig, ob er diese oder jene Dienstleistung des Staates in Anspruch nimmt. Das Dienstleistungsunternehmen Staat mit seinem vielfältigen Leistungsangebot verfügt deshalb nicht über die Information vom Markt wie ein privates Dienstleistungsunternehmen, welches schnell feststellen kann, ob sein Dienstleistungsangebot den Preis/Leistungsvorstellungen der Kunden entspricht. Die Konkurrenz zwingt das private Dienstleistungsunternehmen darüber hinaus ständig, sowohl sein Angebot zu überprüfen als auch die einzelnen Produkte, was Qualität und Preis betrifft, dem Markt beziehungsweise den Wünschen der Konsumenten anzupassen.

Ein Ansatzpunkt um dieses Problem zu vermindern, ist die Schaffung einer unabhängigen Finanzkontrolle bzw. eines unabhängigen Rechnungshofes. In den vergangenen Jahrhunderten, als die Staaten sich innenpolitisch im Wesentlichen auf die Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung beschränken konnten, haben sich unabhängige Gerichte entwickelt. Es hatte sich als sinnvoll herausgestellt, eine Institution zu schaffen, die von den gesetzgebenden und gesetzvollziehenden Instanzen unabhängig ist. Nachdem die Staaten in der Zwischenzeit eine Vielzahl von Aufgaben übernommen haben, soll dieses Konzept nun auf die Finanzkontrolle übertragen werden.

Das Fürstentum Liechtenstein besitzt bereits eine Finanzkontrolle, deren Aufgabengebiet aber beschränkt ist und deren Unabhängigkeit den internationalen Standards nicht entspricht. Es wäre daher wichtig, die Finanzkontrolle, wie in anderen modernen Industriestaaten, in eine wirklich unabhängige Finanzkontrolle oder einen unabhängigen Rechnungshof umzugestalten, vergleichbar mit unserem Verwaltungsgerichtshof oder unserem Staatsgerichtshof. Eine Finanzkontrolle, welche direkt der Regierung oder dem Landtag unterstellt ist, besitzt nicht die notwendige Unabhängigkeit. Was das Ernennungsverfahren betrifft, kann man auf die neuen Regelungen für die Gerichte zurückgreifen, die sich seit ihrer Einführung in den letzten Jahren sehr bewährt haben. Dort, wo besondere Regelungen notwendig sind, können sie in einem eigenen Gesetz festgehalten werden, so wie das heute schon bei den Sonderregelungen für den Staatsgerichtshof und den Verwaltungsgerichtshof der Fall ist.

Die Parteien sind sich grundsätzlich einig, dass unser Staat eine unabhängige Finanzkontrolle braucht und haben diese auch entsprechend ins Regierungsprogramm aufgenommen. Eine unabhängige Finanzkontrolle oder ein unabhängiger Rechnungshof die Bezeichnung ist nebensächlich - werfen aber noch eine Reihe von Fragen auf, die sorgfältig überlegt werden müssen, um dieses Reformprojekt erfolgreich umzusetzen.

Soll sich zum Beispiel der Aufgabenbereich der Finanzkontrolle nur auf die Staatsverwaltung erstrecken oder auf sämtliche Aufgabengebiete der öffentlichen Hand, in denen Steuergelder verwendet werden? Sollen sich die Gemeinden auch der Finanzkontrolle unterstellen können? Kann die Finanzkontrolle nur auf Antrag tätig werden oder auch von sich aus in ihren vom Gesetz zugewiesenen Aufgabenbereichen? Was ist, wenn sie mit Anträgen überhäuft wird? Soll die Finanzkontrolle an einen Antrag gebunden sein? Wer kann einen Antrag stellen? Sind es nur die staatlichen Institutionen wie Regierung, Landtag und Staatsoberhaupt oder, falls sie der Finanzkontrolle unterstellt sind, auch die Gemeinden, oder darf jeder Steuerzahler einen Antrag stellen? Sind die Berichte der Finanzkontrolle nach ihrer Fertigstellung zu veröffentlichen, oder soll die Finanzkontrolle nur in einem Jahresbericht die Öffentlichkeit über seine Tätigkeit informieren? Ist die Finanzkontrolle, wie in anderen Staaten, in der Verfassung zu verankern, damit sie wirklich unabhängig ist oder genügt ein einfaches Gesetz?

Sehr geehrte Abgeordnete,

ich wünsche ihnen für Ihre Aufgabe viel Weisheit, Entschlossenheit und Gottes Segen.

Broschuere2 50 634993022768202500

Anlässlich der Eröffnung des neuen Landtags­gebäudes wurde eine informative Broschüre erstellt, welche die Geschichte, die Architektur und die Bauphasen des Gebäudes beschreibt. Exemplare dieser Broschüre können direkt beim Landtagssekretariat unter +423 / 236 65 76 bestellt werden.

Die Landtagswahlen für die Legislaturperiode 2009 bis 2012 finden am 6./8. Februar 2009 statt.

38517 25 7 634993022768827500

(LTS) Parlamentspräsidenten aus den 47 Mitgliedsstaaten des Europarates trafen sich vom 22. bis 23. Mai 2008 in Strassburg zu einer Gipfelkonferenz zu den Themen «Parlamente und Zivilbevölkerung» und «Nationale Parlamente und der Europarat: Förderung der Demokratie, der Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit». Landtagspräsident Klaus Wanger vertrat Liechtenstein in diesem Gremium.

Veranstalter der Konferenz war die Parlamentarische Versammlung des Europarates. Die Europäische Konferenz der Parlamentspräsidenten untersuchte Massnahmen, die der Zivilbevölkerung zu mehr Einfluss auf die Politik und zu mehr Mitspracherecht bei parlamentarischen Vorgängen verhelfen sollen. Ein weiteres Ziel war dem Thema der Stärkung der Beziehung der Gesetzgeber zum Europarat und seinen Werten gewidmet.

Zu den Gästen gehörten die Präsidenten der internationalen Parlamente sowie die Präsidenten der Beobachterstaaten bei der Versammlung (Kanada, Israel, Mexiko). Es nahmen ungefähr 300 offizielle Gäste an der Konferenz teil.

Nach der Eröffnung der Konferenz durch den Präsidenten der Parlamentarischen Versammlung des Europarates, Lluís Maria de Puig, wurden die Themen der Konferenz von den Präsidenten der ungarischen Nationalversammlung, des schwedischen Parlaments, der albanischen Volksversammlung und des niederländischen Senats vorgestellt.

Für die Generalsekretäre der teilnehmenden Parlamente und Versammlungen fand ein getrenntes Treffen statt. Liechtenstein war an dieser Veranstaltung durch Landtagssekretär Josef Hilti vertreten.

Die erste Konferenz der Europäischen Parlamentspräsidenten fand erstmals 1975 statt und wird seitdem alle zwei Jahre entweder in Strassburg oder in einer Hauptstadt der Mitgliedsstaaten des Europarates abgehalten.

LTS - Das Büro des liechtensteinischen Landtags, welchem der Landtagspräsident, der Landtagsvizepräsident und die drei Fraktionssprecher(innen) angehören, hat anlässlich seiner Sitzung vom 2. Juni 2008 folgende Entscheidung getroffen:

Das von der Regierung verabschiedete Kinder- und Jugendgesetz (KJG) Bericht und Antrag der Regierung an den Landtag des Fürstentums Liechtenstein betreffend die Gesamtrevision des Jugendgesetzes (JUG) vom 19. Dezember 1979, neu: Kinder- und Jugendgesetz (KJG) sowie die Abänderung des Strafgesetzbuches (Nr. 72/2008) wird aufgrund der vorliegenden Traktandenfülle der bevorstehenden Junisitzung (25. bis 27. Juni 2008), insbesondere auch wegen der vom Landtag dringlich in Behandlung zu ziehenden Schengen/Dublin-Rechts­materien, auf den Septemberlandtag verschoben (17. bis 19. September 2008).

LANDTAG BR 9163 242 634993022769608750LANDTAG BR 9114 445 634993022769921250

LTS Die Landtagspräsidenten von Salzburg, Vorarlberg und dem Fürstentum Liechtenstein trafen sich am Donnerstagnachmittag in Vaduz. Nach einem kurzen Meinungsaustausch zwischen den Herren Johann Holztrattner aus Salzburg, Gebhard Halder aus Vorarlberg und Gastgeber Klaus Wanger folgte ein Höflichkeitsbesuch bei Regierungschef Otmar Hasler. Eine Führung durch das neue Landtagsgebäude sowie ein Besuch im Kunstmuseum Liechtenstein rundeten das Besuchsprogramm ab.

strassburg 051 239 634993022771015000strassburg 057 193 634993022770546250strassburg 039 380 634993022771327500strassburg 065 114 634993022771640000

Das Fürstentum Liechtenstein ist seit 1978 Mitglied des Europarates. Anlässlich der 30-jährigen Mitgliedschaft besuchte am 1./2. Oktober 2008 eine Delegation des Landtags den Europarat in Strassburg und wurde von Botschafter Daniel Ospelt empfangen.

GRUPPE PR 11 933 634993022772108750GRUPPENBILD 2008 637 634993022772577500SCHLOSS 2008 199 634993022772890000

Am 27./28. November 2008 fand in Vaduz die Konferenz der Parlamentspräsidenten der Kleinstaaten von Zypern, Malta, Monaco, Andorra, Island, Luxemburg, Montenegro und Liechtenstein statt. Die 3. Auflage dieses Treffens wurde von Landtagspräsident Klaus Wanger präsidiert und fand im neuen Landtagsgebäude statt.

Im Zentrum der Konferenz standen die Diskussionen zu folgenden Themen:

  • Die Bedingungen für Einzelpersonen betreffend die Einreise und Wohnsitznahme in europäischen Kleinstaaten und deren Folgen.
  • Tourismus als wichtiger Wirtschaftsfaktor europäischer Kleinstaaten.
  • Besonderheiten des Arbeitsmarktes europäischer Kleinstaaten.
Nach der offiziellen Begrüssung vom Donnerstagabend stand ein Höflichkeitsbesuch bei Regierungschef Otmar Hasler auf dem Programm, der die Gäste aus acht Nationen im Fürst-Johannes-Saal des Regierungsgebäudes begrüsste. Als Höhepunkt und Abschluss der zweitägigen Veranstaltung wurden die Parlamentarier am Freitagnachmittag von S.D. Fürst Hans-Adam II. auf Schloss Vaduz empfangen.

Landtag 16298 870 634993022773358750

Der Landtag des Fürstentums Liechtenstein wurde im Anschluss an die Sitzung vom 12. Dezember 2008 geschlossen. Die Landtagswahlen für die Legislaturperiode 2009 bis 2012 finden am 6./8. Febr. 2009 statt.

Mittwoch, den 18. März 2009 - 10.00 Uhr.
1. Arbeitssitzung (mit Wahl der Regierung):  Mittwoch, den 25. März 2009 - 09.00 Uhr.

PROGRAMM

Eröffnung
o   Eröffnung durch S. D. Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein (Thronrede)
o   Bestellung der Wahlaktenprüfungskommission
o   Validierung der Landtagswahlen und der Wahl seiner Mitglieder
o   Vornahme der Vereidigung durch S. D. Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein
o   Ansprache der Alterspräsidentin, Frau Doris Frommelt
Kurze Pause

Bürowahlen
o         Wahl des Landtagspräsidenten
o         Wahl des Landtagsvizepräsidenten
o         Wahl der Schriftführer
o         Wahl der Aussenpolitischen Kommission
o         Wahl der Finanzkommission
o         Wahl der Geschäftsprüfungskommission

Neubestellung der Parlamentarischen Delegationen
o       Wahl der Delegation für die Parlamentarische Versammlung des Europarates
o       Wahl der Delegation für die Parlamentarische Versammlung der OSZE
o       Wahl der Delegationen für die EFTA/EWR-Parlamentarierkomitees
o       Wahl der Parlamentarier-Kommission Bodensee
o       Wahl der Delegation für die Interparlamentarische Union

Neubestellung Besondere Kommissionen
o         Wahl der EWR-Kommission
o         Wahl Mitglieder Richterauswahlgremium

ENDE DER SITZUNG



(Traktandenliste folgt)

 
R E D E

SEINER DURCHLAUCHT
ERPRINZ ALOIS VON UND ZU LIECHTENSTEIN

ANLÄSSLICH DER ERÖFFNUNG
DES LANDTAGES

AM 18. März 2009

Sehr geehrte Landtagsabgeordnete

Ich möchte Ihnen herzlich zu Ihrer Wahl in den Landtag gratulieren und Ihnen gleichzeitig danken, dass Sie sich für diese wichtige und sehr verantwortungsvolle Aufgabe in unserem Staat zur Verfügung gestellt haben.

Die Landtagsarbeit bedingt die Bereitschaft, auf vieles während der Legislaturperiode zu verzichten. Dies gilt insbesondere für die nächsten vier Jahre, die grosse Herausforderungen mit sich bringen werden.

Die internationale Finanz- und Wirtschaftskrise ist von einem Ausmass, wie es zuvor nur die Ältesten in unserem Lande erlebt haben. Gleichzeitig sind wir durch wechselnde Rahmenbedingungen für unseren Finanzplatz gefordert. Die demographische Entwicklung und der globale Wettbewerb bringen noch weitere Herausforderungen mit sich.


Für die Zukunft des Landes wird es entscheidend sein, dass Regierung und Landtag möglichst bald die richtigen Reformen zur Neuordnung des Finanzplatzes verabschieden. Einige, wie die Ausführungsgesetze zum TIEA mit den USA, sind bereits in Vorbereitung.

In den nächsten Monaten werden Sie sich auch noch mit anderen umfangreichen Gesetzesvorlagen befassen müssen. Einige besonders bedeutsame möchte ich kurz hervorheben.


Voraussichtlich im Herbst wird die Steuerreform in den Landtag kommen. Sie bringt eine umfassende Neuordnung unseres Steuersystems mit vielen Vorteilen:


  • es wird einfacher, z.B. werden die zahlreichen Tarifstufen durch einige wenige ersetzt. Bei den juristischen Personen wird es künftig sogar nur noch einen einzigen proportionalen Tarif geben.
  • es wird fairer, da das Steuersystem so neutral wie möglich gestaltet wird. Das heisst, unterschiedliche Finanzierungsmöglichkeiten, Rechtsformen und Ähnliches sollten möglichst zu keinen Unterschieden mehr bei der Höhe der Steuern führen.
  • es wird effizienter, das heisst, das Feststellen und Begleichen der Steuerschuld durch den Steuerzahler sowie die Erhebung der Steuern durch den Staat sollen einfacher werden.


Vor allem aber ist das Steuersystem im Unterschied zum alten auch international wesentlich kompatibler. Das wird uns bei einer zukünftigen vermehrten Zusammenarbeit in Steuerangelegenheiten entgegen kommen. Ausserdem erhöht es die Attraktivität unseres Standortes für den globalen Standortwettbewerb.


Bereits in der vergangenen Legislaturperiode hat sich die Regierung über eine Regierungs- und Verwaltungsreform Gedanken gemacht. Effizientere Verwaltungsstrukturen sollen die Regierung von operativen Aufgaben entlasten, damit sie sich besser den erwähnten Herausforderungen widmen kann.

Dabei sollte es nicht nötig sein, die Verwaltung zu vergrössern. Klarere Strukturen sollten es erlauben,

  • Doppelspurigkeiten zu beseitigen,
  • attraktive Arbeitsplätze für begabte Führungspersönlichkeiten anzubieten und
  • dadurch mit gleich viel Personal mehr leisten zu können.


Wahrscheinlich werden Sie sich auch in naher Zukunft mit der Reform des Staatskirchenrechtes befassen. Dies ist ein emotional aufgeladenes und damit politisch schwieriges Vorhaben. Um es nicht noch zusätzlich durch Wahlkampfsituationen zu belasten, sollte es daher möglichst zu Beginn der Legislaturperiode behandelt werden.

Eine baldige Reform des Staatskirchenrechtes ist aber auch aus anderen Gründen zu empfehlen:

  • für unsere Politiker wie auch unsere Kirchenvertreter undankbare und unnötige Konflikte könnten vermieden werden und
  • eine solche Reform würde die Integration anderer Glaubensgemeinschaften erleichtern.


Zu Beginn der neuen Legislaturperiode möchte ich aber nicht nur bereits weitgehend ausgearbeitete Gesetzesvorlagen erwähnen. Ich möchte auch einige Bereiche ansprechen, in denen ich mir in den nächsten 4 Jahren ebenfalls grundlegende Reformen erhoffe.


Im Bereich der Bildung haben wir in der kommenden Woche eine Volksabstimmung über eine Reform der Sekundarschulen. Zwar wird heftig über die Zukunft des Gymnasiums gestritten, aber sowohl bei den Befürwortern wie bei den Gegnern von SPES I besteht Einigkeit über mehr Autonomie für die Schulen und mehr Freiheit für die Schüler und Eltern bei der Auswahl der Schulen.

Wie auch immer die Entscheidung ausgeht, wir sollten jedenfalls so bald wie möglich eine umfassende Schulautonomie und Schulwahlfreiheit einführen. Dabei dürfen wir nicht bei den Sekundarschulen stehen bleiben. Für eine grössere Chancengerechtigkeit sind entsprechende Reformen im Bereich der Volksschulen und Kindergärten noch wesentlich bedeutender.

Eine echte Schulwahlfreiheit bedingt eine Reform der Schulfinanzierung. Auch eine solche Reform sollte möglichst bald erfolgen und die beste Art der Schulfinanzierung bringen. Diese erfolgt meiner Ansicht nach über Bildungskonten, wie ich sie in der Vergangenheit immer wieder erwähnt habe.


In einer Zeit von Wirtschaftskrisen und ungünstigen demographischen Entwicklungen sollten wir uns auch Gedanken machen, wie wir unser soziales Netz nachhaltig finanzierbar gestalten können. Vor allem im Bereich der Alters- und Gesundheitsvorsorge werden wir an grundlegenden Reformen arbeiten müssen, damit wir auch noch den Jungen unter uns auf lange Sicht angemessene soziale Leistungen sichern können.


Sehr geehrte Abgeordnete,

mit den richtigen Reformen können wir unser Land hervorragend für die zukünftigen Herausforderungen vorbereiten. Wir sollten den Ehrgeiz haben, Liechtenstein zum bestorganisierten und bestregulierten Staat zu machen. Die Vorteile unserer Kleinheit verbunden mit unserer guten Ausgangsposition bieten uns dafür ideale Voraussetzungen. Wenn uns die richtigen Reformen gelingen, brauchen wir uns keine Sorgen über die Zukunft machen.

Um dieses Ziel zu erreichen, ist es wichtig, dass Sie bei all Ihren Entscheidungen nicht parteipolitische Überlegungen, sondern das gemeinsame langfristige Interesse unserer Landesbürger als Richtschnur nehmen.

Ich wünsche Ihnen bei diesen verantwortungsvollen Entscheidungen viel Weisheit und Gottes Segen.

anlässlich der Eröffnungssitzung des Landtages am 18. März 2009
 

Durchlauchter Erbprinz
Geschätzte Damen und Herren Abgeordnete
Geschätzte Mitglieder der Fürstlichen Regierung
Meine Damen und Herren

Nach der Vereidigung der Abgeordneten darf ich Sie, Durchlaucht, nun auch im Namen des hier versammelten neu gewählten Landtags, herzlich begrüssen. Für Ihre richtungsweisende Thronrede danke ich Ihnen sehr.

Die heutige Gelegenheit, als Alterspräsidentin zum ersten Mal den Landtag am Tage seiner Eröffnung präsidieren zu dürfen, erfüllt mich mit Freude und Stolz. Es ist auch eine grosse Ehre für mich und ein Privileg, einige Gedanken zu Themen anzusprechen, die meiner Meinung nach unsere Arbeit in den nächsten vier Jahren prägen werden.

Hierzu gehören das Selbstverständnis des Landtags und die Rolle der Parlamentarierinnen und Parlamentarier. Mit seiner 150-jährigen Geschichte kann unser Land auf eine lange demokratische Tradition zurückblicken. So wollen wir in den kommenden vier Jahren diese Tradition fortführen und weiter entwickeln.

Besonders freut mich, dass auch im neuen Landtag sechs Frauen - mit den beiden stellvertretenden Abgeordneten sind es acht Frauen - ihre Beiträge zur Lösung unserer Zukunftsaufgaben leisten werden. Damit verbunden ist natürlich auch mein Wunsch, dass sich auch in Zukunft der Frauenanteil im Landtag kontinuierlich steigern wird.

Das Wahlvolk hat das demokratische Recht, Mehrheitsverhältnisse wieder zu ändern. Wir wissen, dass in der Demokratie Macht nur auf Zeit vergeben wird. So haben die Landtagswahlen vom 8. Februar 2009 die parteipolitischen Kräfte­verhältnisse im Landtag und in der Regierung verändert und ein Regierungs­wechsel steht bevor.

Jede Regierung bestimmt massgeblich die Politik und den politischen Stil in unserem Land. Ich möchte es an dieser Stelle nicht unterlassen, der Regierung Hasler mit Regierungschef Otmar Hasler, Vizeregierungschef Klaus Tschütscher, Regierungsrätin Rita Kieber-Beck, Regierungsrat Martin Meyer und Regierungsrat Hugo Quaderer herzlich zu danken für all das, was sie in den letzten Jahren für unser Land geleistet haben. Der zukünftigen Regierung wünsche ich einen klaren Geist und eine gute Hand in der Fortführung der Regierungs­geschäfte.

Die Tatsache der veränderten Kräfteverhältnisse nach den Wahlen vom Februar 2009 löst natürlicherweise auch Fragen aus zur weiteren Zusammenarbeit in Regierung und Landtag. Es ist sehr wichtig, dass eine solche öffentliche Diskussion auch stattfindet.

Die Parteigremien der Vaterländischen Union sind auf die Fortschrittliche Bürger­partei zugegangen und haben sie zur Bildung einer Koalitionsregierung eingeladen. Der Landesvorstand der Fortschrittlichen Bürgerpartei hat sich vor einigen Tagen mehrheitlich für eine Koalition mit der Vaterländischen Union ausgesprochen. Ein definitiver Beschluss wird jedoch erst am Parteitag vom 23. März gefällt.

Ich gebe meiner Hoffnung für die Bildung einer Koalitionsregierung Ausdruck, da ich überzeugt bin, dass es das Beste für unser Land ist, unsere begrenzten Kräfte und Ressourcen zu bündeln.

In diesem Zusammenhang ist mir ein Wort im vergangenen Wahlkampf in starker Erinnerung geblieben: das Wort "gemeinsam". Brauchen wir also das Wort nicht nur als Worthülse. Denn wie viele besorgte Mitmenschen bin ich überzeugt, dass wir gerade in der heutigen Zeit mit so vielen Verunsicherungen in wesentlichen Bereichen unbedingt zusammenarbeiten und - bei aller Unter­schiedlichkeit - um die besten Lösungen zum Wohl unseres Landes ringen müssen. Das gilt für eine Partei in der Mehrheit genauso wie in der Minderheit. Ich bin zuversichtlich, dass wir alle hier in diesem Hohen Haus das Beste für unser Land wollen und uns nach Kräften dafür einsetzen werden.

Die Voraussetzung für eine gute Zusammenarbeit ist für mich der respektvolle Umgang miteinander - Respekt vor der Person und vor der anderen Meinung.

Wie schon unsere Kolleginnen und Kollegen vor uns, stehen wir Miliz­parlamentarier in einem Spannungsverhältnis zwischen der beruflichen und familiären Belastung und der Verantwortung den Wählerinnen und Wählern gegenüber. Es ist nicht immer leicht, hier einen Weg zu finden, der möglichst vielen Ansprüchen genügt.

Wenn wir uns die Herausforderungen Liechtensteins in der aktuellen Welt­wirtschaftskrise, die Diskussionen um die Reform des Finanzplatzes und die Aufwertung unseres Ansehens im Ausland vor Augen führen, gelange ich zum Schluss, dass die Arbeitsbelastung des Landtags in den nächsten vier Jahren nicht abnehmen wird.

Ich erhoffe mir, dass die für Liechtenstein wichtigen Fragen auch unter den neuen Mehrheitsverhältnissen im Landtag nicht vorwiegend unter partei­politischen Überlegungen behandelt werden, sondern dass sich die Abgeordneten genügend Zeit für sachliche und faire Auseinandersetzungen nehmen, um so ihrer Verantwortung gerecht zu werden. Dies ist sicherlich der schwierigere Weg, weil er für uns alle eine individuelle Beschäftigung mit komplexen Themen erfordert.

Es ist Aufgabe des Landtags, in einer sachorientierten, vorurteilsfreien und ehrlichen Debatte die Herausforderungen der Zukunft aufzunehmen und dabei möglichst alle Kreise und Schichten unserer Gesellschaft daran teilhaben zu lassen. Dieses Bemühen ist von zentraler Bedeutung, wenn sich der Landtag als Volksvertretung nicht von der Bevölkerung entfremden will.

In den kommenden Jahren werden neue anspruchsvolle Aufgaben auf uns zukommen. Von der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise bleibt auch unser kleines Land nicht verschont. Dies wird sich wohl auf unsere Steuereinnahmen auswirken und unsere Ausgabenpolitik beeinflussen. Die Anspruchshaltung an den Staat ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Es wird jedoch unvermeid­lich sein, dass wir in Zukunft "den Gürtel enger schnallen müssen" und die vielen Begehrlichkeiten nicht mehr so einfach erfüllt werden können.

Auf der Ausgabenseite des Staates gibt es unterschiedliche Prioritäten. Ganz vorne im Prioritätenkatalog steht für mich die Sicherung der Sozialwerke. Mit diesem zentralen Anliegen haben wir uns schon in den letzten Jahren intensiv beschäftigt. Gerade in schwierigeren Zeiten verdienen sozial Benachteiligte aber unsere besondere Aufmerksamkeit. Dies gilt auch im Rahmen unseres aussen­politischen Engagements den Menschen gegenüber, die wirtschaftlich und sozial, gesundheitlich und ökologisch benachteiligt sind. Im Sinne einer echten Solidarität sollen wir uns auch künftig für die Menschenrechte und für einen fairen Handel einsetzen, und dafür, dass global gesehen möglichst alle Menschen ihre Grundbedürfnisse nach Frieden, Nahrung, Sicherheit, Bildung und Gesundheit befriedigen können.

Ein weiteres persönliches Anliegen ist für mich die Sorge um die Gesund­erhaltung unserer  Umwelt, dass wir unsere natürlichen Ressourcen auch mit den künftigen Generationen teilen. In wirtschaftlich guten Zeiten ist es einfacher, der Umweltpolitik ihren nötigen Raum zu geben und grosszügig entsprechende Projekte zu fördern. Wenn aber Sparen angesagt ist, setzt man leicht die Prioritäten anders; dies darf aber in keinem Fall auf Kosten unserer Umwelt geschehen. Nichts ist so global wie unsere Umwelt. Eine Wirtschaftskrise kommt und geht, unsere Erde mit all ihren Ressourcen gibt es nur einmal.

Schliessen möchte ich meine Ausführungen mit einer sehr persönlichen Bemerkung aufgrund der Erfahrung als Landtagsabgeordnete in den ver­gangenen vier Jahren. Obwohl politischer Mut und Zivilcourage nicht immer Anerkennung finden, müssen schwierige Entscheidungen im Sinne des Gemein­wohls nach bestem Wissen und Gewissen getroffen werden und dies ungeachtet der parteipolitischen Sichtweise.

Ich hoffe, dass uns alle die verantwortungsvolle Arbeit in den nächsten vier Jahren mit viel Freude und Erfolg belohnt wird und dass der demokratische politische Wettbewerb zum Wohl unseres Landes Liechtenstein führt.

In diesem Sinne wünsche ich dem Hohen Landtag und der Regierung, dem Liechtensteiner Volk und dem Fürstenhaus Mut, Entschlossenheit und Gottes Segen.

Besten Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

März 2009, Doris Frommelt



Die Kleinen Anfragen inklusive Beantwortung der Landtagssitzung vom April 2009.
 

Grundwerte und Zusammengehörigkeit
Der Staatsfeiertag soll "die Besinnung auf die staatlichen Grundwerte fördern und das Bewusstsein der Zusammengehörigkeit stärken".
So einfach die Frage nach Grundwerten und Zusammengehörigkeit erscheint, so schwierig ist es, darauf eine klare Antwort zu geben. Unsere Welt erscheint als aus den Fugen geraten. Was wir vor noch nicht allzu langer Zeit als vertraut und fest wahrgenommen haben, ist in viele Einzelteile zersplittert.
Wir sind Teil der globalen Entwicklung. Die gewohnte Lebensart ist mehr als nur in Frage gestellt. Gleichzeitig ist uns bewusst, dass die Öffnung nach aussen unumgänglich und für unser Land wichtig ist, dass sie befruchtend und bereichernd wirkt. Aber wir sind auch von Entwicklungen betroffen, die wir nicht mehr selber steuern können.
Was ist festzustellen?
Das Wort Krise ist in aller Munde, vor allem die Krise auf den Finanzmärkten und die daraus entstandene globale Wirtschaftskrise. Auch bei uns führt sie zu Entlassungen, zu Kurzarbeit und zur Forderung nach Lohnverzicht.
In den vergangenen Monaten wurde harte Kritik auch an unserem Land geübt. Unser Ruf stand auf dem Spiel, auch wenn die pauschalen Vorwürfe oft genug unberechtigt und vordergründig, wenn nicht sogar heuchlerisch waren.
Welche Erkenntnisse ziehen wir aus diesen Entwicklungen?
Trotz der Warnungen vor dem wachsenden Risiko einer Systemkrise fehlte weltweit der Wille, den Primat der Politik über die Finanzmärkte durch­zusetzen; es gab keine Transparenz, dafür Laisser-faire, ungenügende Aufsicht, materielle Gier. Der Freiheit fehlte ihr unabdingbares Pendant, die Verantwortung. Die Menschheit sitzt, wie das der Deutsche Bundespräsident Köhler bildhaft ausdrückte, "in einem Boot. Und die in einem Boot sitzen, sollen sich helfen. Eigennutz im 21. Jahrhundert heisst: sich umeinander kümmern."
Seien wir in diesem Sinne eigennützig. Liechtenstein muss mit seinen Möglichkeiten beitragen, dass Dinge wieder ins Lot kommen und die soziale Marktwirtschaft ihrem Anspruch gerecht werden kann.
Was unser Land betrifft, so war in den vergangenen Monaten auch aus dem Mund des einen oder anderen Ministers anderer Staaten zu hören, dass unser Land kein Rechtsstaat sei, der Respekt und Achtung verdient, sondern ein Land, in dem der Mammon und die Geschäftemacherei über allem anderen stehen.
Unser Land konnte das so nicht stehen lassen; man hat solchen Anwürfen entgegen zu treten. Gleichzeitig müssen wir einen Blick auf uns selber werfen, uns fragen, was wir besser machen und für die Zukunft vorkehren müssen.
Krisen sind auch Chancen. In jeder Krise liegt wenigstens die Chance, etwas zu verbessern und Neues zu schaffen. Man kann aus Schaden ja auch klug, wenigstens klüger, werden. Das bedingt, dass wir uns über uns selbst im Klaren sind, unsere Grundwerte kennen, wissen, was wir wollen.
Es kann bei der Besinnung auf die staatlichen Grundwerte nicht darum gehen, selbstzufrieden Rückschau zu halten. Wir wissen: Es gibt Probleme, die Gegen­wart ist in starker Bewegung und die Zukunft ist unklar und offen.
Kommen wir darum zur Ausgangsfrage zurück, was die Grundwerte unseres Staats sind. Diese liegen im Willen des Volkes.

  • ? Liechtenstein ist eine konstitutionelle Erbmonarchie auf parlamentarischer und demokratischer Grundlage. Die Staatsgewalt ist im Fürsten und im Volk verankert. Die Monarchie ist, wie die Demokratie, ein staatlicher Grund-wert, wie das Zusammengehen zwischen Fürst und Volk. Das kommt auch in unserer Nationalhymne zum Ausdruck.
  • Es ist der Wille zur staatlichen Eigenständigkeit Liechtensteins. Dieser Wille muss im Volk verankert und gegen aussen glaubwürdig vertreten sein.
  • Es ist der Wille, auf sich selbst zu vertrauen, für sich selbst verantwortlich zu sein und die Regeln unseres Zusammenlebens selber festsetzen zu können das hindert nicht daran, internationalen Verpflichtungen nachzukommen und sich an europäischen und globalen Aufgaben zu beteiligen. Das Bedürfnis nach Bewahrung der liechtensteinischen Eigenart ist legitim. Dabei sind wir uns im Klaren, dass Offenheit ein zentrales Element der Eigenart ist.
  • Bewahrung unserer Eigenart heisst mitzureden. Jede ist gefordert, jeder wird gebraucht. Demokratische Beteiligung und Mitwirkung bei Entscheidungs¬findungen sind Grundwerte. Denn man weiss: Aus demo-kratischer Mitwirkung entstehen Kreativität, Dynamik und Innovation.
  • Schliesslich: Wir sind anerkannter Teil der Völkergemeinschaft. Das wollen wir bleiben. An uns liegt es, sich die Anerkennung und den Respekt immer wieder neu zu erarbeiten. Dies nicht durch unterwürfige Liebedienerei, sondern durch selbstbewusstes Vertreten unserer legitimen Interessen wie auch durch aktives Engagement in der Welt. Das fördert unseren guten Ruf. Der gute Ruf unseres Staates ist ein hohes und unverzichtbares Gut.

Eine Voraussetzung für all das ist, dass wir unsere Aufgaben erledigen, uns im Inneren reformieren, die Institutionen stärken. Stichwörter sind: Sicherung der Sozialwerke unter den neuen Bedingungen; Bildung und Ausbildung, die junge Menschen nicht verloren gibt; Integration und Durchlässigkeit der Gesellschaft; Gesundheits- und Altersvorsorge; auch die Reform des Staatsapparates und die Förderung des Ansehens politischer Arbeit für unser Gemeinwesen alles im Hinblick auch darauf, dass die Qualität der Gesetzgebung sich verbessert, und immer in der Absicht, dass es zum Besten des Gemeinwohls, der Bevölkerung und unseres Landes geschieht.
Lassen Sie mich anfügen, dass sich die Relevanz unserer Grundwerte auch in der Art und Weise zeigt, wie wir mit einander umgehen, wie Behörden, Regierung, Landtag, Bürger und Bürgerinnen, Einwohnerinnen und Einwohner zusammenarbeiten. In Krisenzeiten zeigt sich, ob unsere Werte gelebt werden.   
Regierung und Landtag stehen vor schwierigen Aufgaben. Unterstützen wir sie dabei. Es geht darum, auch wenn es schmerzlich sein sollte, neue Wege zu finden und Pfade, die sich nicht bewährt haben, zu verlassen. Nutzen wir die Erkenntnisse, überprüfen wir bisherige Annahmen, prüfen wir auch die so genannten alten Werte, stellen wir uns dem Neuen, fassen wir Mut, über­nehmen wir Verantwortung.
Liechtenstein hat gute Chancen, nutzen wir sie. Es liegt an uns.
Die gesetzliche Einführung des Staatsfeiertages im Jahre 1990 nahm das Zeichen auf, das 1940 mitten im Zweiten Weltkrieg gesetzt worden ist. Damals war die Feier Symbol der Geschlossenheit des Volkes, Bestätigung der Verbindung von Fürst und Volk, Willenserklärung zur Erhaltung der Selbst­ständigkeit des Landes. Der Staatsfeiertag kann auch heute, wenn wir nur wollen, ein Gefühl der Zusammengehörigkeit, der Verbundenheit mit dem Fürstenhaus, des Zusammengehens vermitteln.
Liebe Liechtensteinerinnen, liebe Liechtensteiner
Lassen Sie mich mit einem Wort von Peter Kaiser schliessen, der vor 150 Jahren unser Land als Abgeordneter im Parlament des Deutschen Bundes vertreten hat. Er mahnte 1848, "mitten in den Stürmen, die um uns toben, die Ruhe zu erhalten und nie von der Bahn des Rechts abzuweichen. (...) Wir müssen trachten, unser Glück, uns selber zu verdanken; (...) Auch ein kleines Völklein, wenn es treu zusammenhält, vermag viel (...). Die Verpflichtungen (gegen aussen) müssen wir gewissenhaft erfüllen, weil wir nur so unsere Selbständigkeit erhalten können. (...) Wenn wir unsern Vorteil recht verstehen, können wir ein Völklein vorstellen, das Niemand gefährlich ist, aber doch Allen Achtung abnötigt."
Damit wünsche ich Ihnen, Durchlauchten, geschätzte Besucherinnen und Besucher, ein frohes Fest am heutigen liechtensteinischen Staatsfeiertag.


Liebe Liechtensteiner,
Liebe Liechtensteinerinnen


Vor einem Jahr habe ich an gleicher Stelle zu Ihnen über die internationale Wirtschaftskrise und über die Notwendigkeit einer Neuausrichtung des Finanz­platzes gesprochen. Heute haben wir eine bessere Vorstellung über das Ausmass der Wirtschafskrise und wir haben wichtige Schritte zur Neuausrichtung des Finanzplatzes eingeleitet. Der Deklaration vom 12. März über die zukünftige Zusammenarbeit in Steuerfragen sind in den letzten Wochen erste entsprechende Abkommen gefolgt.

Dieser Transformationsprozess des Finanzplatzes mitten in der grössten Wirt­schaftskrise seit Jahrzehnten ist sicherlich nicht einfach. Ich bin aber überzeugt, dass der eingeschlagene Weg der richtige und letztlich erfolgreiche sein wird. Nur dieser Weg sichert unserem Finanzplatz ein stabiles und nachhaltiges Wachstum. Um dieses auch zu erreichen, müssen wir allerdings jetzt mit der notwendigen Konsequenz und Geschwindigkeit die nächsten Schritte setzen. Ein zu frühes Ausruhen, weil konkurrenzierende Standorte scheinbar langsamer vorgehen, ist gefährlich und kann dazu führen, dass diese Chance verspielt wird.

Der Transformationsprozess des Finanzplatzes, aber vielmehr noch die welt­weite Wirtschaftskrise hat einen Rückgang der Staatseinnahmen zur Folge. Zwar sind praktisch alle Staaten derzeit mit diesem Problem konfrontiert und unser Staatshaushalt ist zumindest im internationalen Vergleich noch in einer beneidenswerten Lage. Der Rückgang der Staatseinnahmen verlangt trotzdem für unsere verwöhnten Verhältnisse vergleichsweise drastische Massnahmen. Damit wir uns in Zukunft einen ähnlichen Lebensstandard leisten können wie in der Vergangenheit, werden wir auf eine für uns ungewohnt starke Weise bei den Staatsausgaben sparen müssen.

Um unsere Staatsausgaben zu reduzieren, sollten wir grundsätzlich jeden Posten auf seine Berechtigung hinterfragen. Wie in guten Unternehmen sollte dies auch in der Staatsverwaltung zu einer ständigen Übung werden. Nicht alles, was früher einmal nötig war, wird auch noch in der Zukunft gebraucht werden. Grosse Einsparungen werden wir aber nur an den grossen Ausgabeposten erzie­len. Grosse Einsparungen brauchen aber auch grosse Reformen, denn ein nur leichtes Hobeln an den Kanten wird auch nur wenige Späne abwerfen.

Dank unserer hohen Reserven können wir uns zwar kurzfristig noch Staatsaus­gaben auf dem heutigen Niveau leisten, aber auch ohne Wirtschaftskrise käme es langfristig angesichts der Kostenentwicklung in Bereichen wie Gesundheit und Altersvorsorge zu Finanzierungsschwierigkeiten. Die Wirtschaftskrise zwingt uns nun früher gegenzusteuern. Dies kann man bedauern, man kann es aber auch als Chance sehen, schon jetzt nachhaltige Strukturen einzuführen.

Nachhaltig finanzierte Staatsverwaltungen und Sozialsysteme werden entschei­dende Standortvorteile sein in einer Zeit, in der das Vertrauen in die langfristige Zahlungsfähigkeit der hoch verschuldeten Staaten zunehmend schwindet. Wir sollten deshalb gerade in den Bereichen der Gesundheit und Altersvorsorge die Eigenverantwortung wieder stärker in den Vordergrund stellen, bestehende Fehlanreize möglichst beseitigen und uns dabei neue, kreative Lösungen überle­gen.

Wir sollten aber nicht nur sparen, sondern auch die Attraktivität des Standortes Liechtenstein weiter erhöhen. Dabei zähle ich insbesondere auf die in unserem Lande bewährte Zusammenarbeit der Verantwortlichen von Staat und Wirt­schaft. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass wir, wenn wir es wollen, gemeinsam besser und vor allem schneller vorankommen als andere.

Die Attraktivität unseres Standortes können wir rasch erhöhen, wenn wir den Abschluss der bereits erwähnten internationalen Steuerabkommen weiter voran­treiben, die weitgehend ausgearbeitete Steuerreform und die verschiedenen in den Futuro-Projekten identifizierten Reformen umsetzen, sowie die Dienstleis­tungsqualität der Staatsverwaltung stärken.

Längerfristig ist eine Bildungsreform von grosser Bedeutung, um uns möglichst gut für den immer stärker werdenden Standortwettbewerb vorzubereiten. Dazu müssen wir einen fruchtbaren Leistungs- und Ideenwettbewerb unter den Schulen entfachen, der in den Schulen einen ständigen Weiterentwicklungs- und Verbesserungsprozess bewirkt. Um dies zu erreichen, braucht es eine weitge­hende Autonomie der Schulen, eine Aufhebung der Schulbezirke und eine neue Art der Bildungsfinanzierung, idealerweise durch Bildungskonten.



Liebe Liechtensteiner,
Liebe Liechtensteinerinnen

Glücklicherweise stehen wir am Anfang einer neuen Legislaturperiode. Dies ist erfahrungsgemäss der beste Zeitpunkt für grundlegende Reformen. Ermutigen und unterstützen Sie Regierung, Landtag und Gemeindevertreter beim Ausar­beiten und Umsetzen solcher grundlegenden Reformen und versuchen Sie dabei kurzfristige, parteipolitische und eigennützige Interessen zum langfristigen ge­meinsamen Wohle zurückzustellen. Wenn uns dies gelingt, können wir zuver­sichtlich in die Zukunft schauen.

Nach der Ansprache des Landtagspräsidenten lade ich Sie im Namen meiner Familie zu einer Stärkung vor dem Schloss ein. Von Herzen danke ich all jenen, die an der Gestaltung des Staatsfeiertages mitgewirkt haben, und wünsche Ihnen allen einen schönen Festtag und Gottes Segen.

2009 08 Besuch St Gallenr003 889 634993022781015000

Das Präsidium des Kantonsrats St. Gallen führte am letzten Montag seine erste Sitzung unter dem Vorsitz ihrer neu gewählten Präsidentin Elisabeth Schnider in einem Sitzungs­zimmer des liechtensteinischen Landtagsgebäudes durch.

Die Kantonspräsidentin arbeitet als Grundbuchverwalterin beim liechtensteinischen Grundbuch- und Öffentlichkeitsregisteramt. Dies brachte sie auf die Idee, das Landtagssekretariat be­züglich der Abhaltung einer Sitzung im neuen Landtags­gebäude anzufragen. Nach der Sitzung traf sich das Präsidium mit dem Büro des liechtensteinischen Landtags zum Besuch der Ausstellung "200 Jahre Liechtensteinisches Grundbuch (1809 2009)" im Landesmuseum.

Bildlegende
Leiter der beiden Parlamentssekretariate, Mitglieder der beiden Parlamentsvertretungen mit Kantonsratspräsidentin Elisabeth Schnider, Landtagspräsident Arthur Brunhart und Landtagsvizepräsidentin Renate Wohlwend

Treffen zwischen liechtensteinischen und schweizerischen Parlamentariern in Bern

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Die beiden mit der Pflege der gegenseitigen Beziehungen betrauten parlamentarischen Delegationen trafen sich im Rahmen ihrer periodisch stattfindenden Freundschaftstreffen am 10. und 11. November in Bern.
 
Unter der Leitung des Präsidenten der schweizerischen Delegation, Ständerat Bruno Frick, wurden einerseits bilaterale Themen betreffend Verkehrsfragen im grenznahen Raum, die aussenpolitische Zusammenarbeit der beiden Parlamente und andererseits generelle europapolitische Fragen beraten. Des Weiteren diskutierten die Delegationen im Besonderen die wirtschaftspolitischen Auswirkungen der aktuellen Finanzkrise und die Situation der beiden Finanzplätze.
 
Weitere Mitglieder der schweizerischen Parlamentarierdelegation waren die
Ständeräte Hermann Bürgi, Theo Maissen und Peter Briner, sowie die Mitglieder des Nationalrates Andrea Hämmerle, Brigitta M. Gadient, Ulrich Giezendanner, Brigitte Häberli-Koller, Walter Müller und Rudolf Rechsteiner.
 
Der Delegation des liechtensteinischen Landtags gehörten Landtagspräsident Arthur Brunhart, Landtagsvizepräsidentin Renate Wohlwend, Abgeordneter Peter Hilti, Abgeordnete Doris Frommeltund Landtagssekretär Josef Hilti an.

Ferner nahmen der liechtensteinische Botschafter in Bern, Hubert Büchel und der schweizerische Botschafter für Belange Liechtensteins, Paul Seger, am Treffen teil.

Landesausschuss 61090 306 634993022782108750

Für die Zeit nach der Schliessung des Landtags vom 17. Dezember 2009 bis zu seinem Wiederzusammentreffen am 11. Februar 2010 wurde anstelle des Landtags zur Besorgung seiner Geschäfte der Landesausschuss gewählt. 
Unser Bild zeigt von links nach rechts: Peter Hilti, Elmar Kindle, Landtagspräsident Arthur Brunhart, Landtagsvizepräsidentin Renate Wohlwend und Günther Kranz.  

LTS - Das zweite Jahr der Legislaturperiode 2009 bis 2013 wird diesen Donnerstag, den 11. Februar 2010, mit der traditionellen Jahres-Eröffnungssitzung feierlich eingeläutet.

Nach dem Heiliggeistamt in der Vaduzer Kathedrale um 9:00 Uhr, zu dem auch die Öffentlichkeit herzlich eingeladen ist, wird Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein nach 10:00 Uhr im neuen Landtagssaal seine 6. Thronrede halten. In ihrer Eigenschaft als Alterspräsidentin wird - wie im Vorjahr - die Abg. Doris Frommelt aus Schaan zum versammelten Plenum sprechen.

Die Eröffnungssitzung 2010 im neuen Landtag wird live mit Standbild und Ton im Landeskanal übertragen.

Ansprache von Doris Frommelt, Alterspräsidentin,
an der Eröffnungssitzung des Landtages am 11. Februar 2010

Durchlauchter Erbprinz
Geschätzte Frauen und Herren Abgeordnete
Geschätzte Mitglieder der Fürstlichen
Regierung Meine Damen und Herren

Zum zweiten Mal darf ich Sie in dieser Legislaturperiode begrüssen und die Eröffnungssitzung der Volksvertretung im Jahr 2010 leiten. 

Wer oder was ist Liechtenstein?
Rhein, Rüfen, Föhn - Peter Kaiser und Josef Gabriel Rheinberger - Fürst und Volk Bettlerjoch, Gapfahl, Gritsch und Guschg, Lawena, Valorsch und Valüna, Gafadura, Sareis und Sücca - Käsknöpfle und Törkarebl - Suser, Kretzer Most und Marc Fasnachtsküachle, Funkazunft und Guggamusik Gipfelkreuz und Bildstöckle - Fronleichnamsprozession, Fürstenfest und Heiliggeistamt Irisblüten und Distelfink - faszinierende Landschaft im Tal und im Bergraum, wertvoller Schutzwald Mars von Gutenberg, St. Mamerten Kapelle, römisches Kastell beim St. Peter Unterland und Oberland - Operetten-Bühnen, Theater am Kirchplatz, Küefer-Martis-Huus und Schlösslekeller.

Vertraute Namen für Orte, Menschen, Brauchtum, Traditionen, Geschichte und Kultur aus Liechtenstein, die einen wichtigen Platz in unserem Leben einnehmen und die für uns Heimat bedeuten.

Mit unserem Land verbinden wir natürlich auch Begriffe wie Rechtsstaat industrielle Entwicklung Wirtschaftsstandort Finanzplatz Wettbewerbsfähigkeit Dienstleistungsstaat Lebensqualität Fleiss Ausdauer - Wohlstand Sicherheit Integration - Generationenvertrag Kulturerbe - natürliche Vielfalt und intakte Landschaft Nachhaltigkeit Mobilitätsmanagement Umweltverträglichkeit - humanitäre Zusammenarbeit internationale Solidarität.

Das alles und noch verschiedenes mehr machen unser Land zu dem, was es heute ist. Das Bewusstsein über die historischen Entwicklungen und Veränderungen sowie unser Denken und Handeln in Bezug auf die grossen aktuellen Herausforderungen sind massgebend für die Bildung und Stärkung unserer Identität und Souveränität.

Es ist sehr wichtig, dass wir uns für die gemeinsamen Werte, die dahinter stehen, auch in Zukunft einsetzen, um den Zusammenhalt unserer Gesellschaft und den sozialen Frieden nicht zu gefährden.

Durchlaucht, Frauen und Herren Abgeordnete, Herr Regierungschef Tschütscher, Herr Vize-Regierungschef Meyer, Frau Regierungsrätin Frick, Frau Regierungsrätin Müssner, Herr Regierungsrat Quaderer, liebe Bewohnerinnen und Bewohner von Balzers, Triesen, Triesenberg, Vaduz, Schaan, Planken, Eschen-Nendeln, Mauren-Schaanwald, Gamprin-Bendern, Schellenberg und Ruggell.

Wer oder was ist Liechtenstein? Wir alle sind Liechtenstein, alle Einwohnerinnen und Einwohner bilden unsere Gesellschaft.

Unser gemeinsames Ziel muss es ein, Liechtenstein als Heimat, als möglichst intakter Lebens- und Wirtschaftsraum für unsere Kinder, Enkel und Urenkel zu erhalten. Und dies ist eine gemeinsame Aufgabe, dass wir uns um die Grundlagen unseres Staates kümmern und uns bemühen, unser Land gemäss den gemeinsamen Werten zu erhalten und weiter zu entwickeln.

Viele Menschen engagieren sich in unserer Zivilgesellschaft für das Gemeinwohl, in ganz verschiedenen Positionen; das Zusammenleben in Liechtenstein ist auch auf die Freiwilligenarbeit angewiesen, die von vielen Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern geleistet wird, in Gemeinde-Kommissionen und Arbeitsgruppen des Landes, in Jugend- und Sportvereinen, in kulturellen Vereinigungen und Musikvereinen, in den Parteien und in Nichtregierungs-Organisationen für die Erhaltung von Gesundheit und Sicherheit sowie für den Natur- und Umweltschutz.

Landtag und Regierung, die Behörden auf Landes- und Gemeindeebene sind ebenfalls dem Gemeinwohl verpflichtet. Unsere Aufgabe als Politikerinnen und Politiker ist es, diese Verantwortung parteiübergreifend wahrzunehmen. Wie in der Vergangenheit sind wir dabei auf die Unterstützung und das Verständnis unserer Nachbarn angewiesen. Wir sind aber auch verpflichtet zur Zusammenarbeit und zu Beiträgen an die internationale Staatengemeinschaft, zur humanitären Hilfe und zur Entwicklungszusammenarbeit, um benachteiligten Menschen in wirtschaftlich schwachen Ländern Hilfe und Hoffnung zu sein. So ist es für mich selbstverständlich, dass wir die internationale Hilfe auch bei der Linderung der unermesslich grossen Not der Menschen nach dem katastrophalen Erdbeben in Haiti unterstützen.
 
Beim Übergang ins neue Jahr 2010 und beim Weltwirtschaftsforum Ende Januar 2010 in Davos war oft von Moral und Ethik die Rede einmal mehr, und insbesondere angesichts der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise. Dabei wurde mir bewusst, dass die Begriffe "Moral und Ethik" aus unterschiedlicher Sichtweise zur Rechtfertigung der jeweiligen Position verwendet werden, von Fundamentalisten und religiösen Eiferern genauso wie von liberalen Idealisten. In einem Zeitungsbericht werden Grundregeln beschrieben, die weder religiös noch ideologisch sind. Es geht um die vier Kardinaltugenden: Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Mass halten.

Wenn ich diese vier Kardinaltugenden kurz erläutere, wissen wir alle, was damit gemeint ist. Auf Grund unserer geschichtlichen Herkunft gehören auch die drei christlichen Tugenden "Glaube, Hoffnung und Liebe" dazu. Und wenn eine Gesellschaft diese Tugenden beachtet, vermeidet sie vorhersehbare Fehler, verhindert Streit, Verschwendung und Selbstmitleid. Das kennen wir aus langer menschlicher Erfahrung.

Klugheit ist die erste Kardinaltugend. Klugheit ist in der Politik bei allen Entscheidungen wichtig, d.h. wir dürfen nicht gedankenlos und unüberlegt oder übereilt handeln. Es stehen in unserem Land schwerwiegende, zukunfts-weisende Entscheidungen an und es ist mehr denn je wichtig, Erfahrungen zu beherzigen und guten Rat einzuholen. Wir sollen dabei auch klug zwischen kurzfristig und langfristig erfolgreichen Massnahmen abwägen: Bei der Weiterentwicklung des Steuerrechts und des Finanzplatzes, den Zukunftsaufgaben von Industrie und Gewerbe, aber auch beim Generationenvertrag und der Ausgestaltung der Sozialgesetzgebung unter Berücksichtigung der Benachteiligten und der Anforderungen einer guten Altersversorgung.

Bei der zweiten Grundtugend "Gerechtigkeit" denke ich zuerst an unsere Verantwortung gegenüber künftigen Generationen und an die extremen Unterschiede in unserer Welt. Die Bankenkrise hat auch in den reichen Ländern zu aussergewöhnlichen Problemen geführt. Wir sprechen von einer Finanz- und Wirtschaftskrise, die alle Staaten betrifft, aber unter der die armen Länder ganz besonders zu leiden haben. Wie es scheint, ist vielen Verantwortlichen in der Bankenwelt noch nicht bewusst, dass sie bei der Schaffung eines gerechteren Wirtschaftssystems mitwirken müssen.

Ich bin der Ansicht, dass in einer Gemeinschaft nicht jeder Bereich geregelt werden muss. Ein kreativer Handlungsspielraum, Eigeninitiative und

Eigenverantwortung müssen unbedingt erhalten bleiben. So teile ich die Auffassung, dass eine Gemeinschaft, in der alles geregelt wäre, der Menschlichkeit entbehrte und nicht überleben könnte.

In unser Land sind vor ein paar Monaten relativ viele Flüchtlinge aus Somalia und Eritrea gekommen. Es steht unserem Land gut an, uns auch für diese Menschen einzusetzen. Dabei ist es verständlich, dass wir als kleines Land nur ein angemessenes Flüchtlings-Kontingent aufnehmen können. Vergessen wir aber nicht, wie schnell wir selber zu Ausländern werden können und Hilfe benötigen. In diesem Zusammenhang ist es mir ein Bedürfnis, den Verantwort­lichen der Flüchtlingshilfe herzlich für ihren grossen Einsatz zur menschenwürdigen Betreuung der Flüchtlinge zu danken.

Tapferkeit, die dritte Kardinaltugend, ist in schwierigen Zeiten ebenfalls gefragt. Wir sind bequem geworden, viele Errungenschaften sind für uns so selbst-verständlich: Optimale Gesundheitsversorgung, gesicherte AHV und IV, moderne Alters- und Pflegeheime, gut funktionierende Familienhilfen, bestens eingerichtete Schulhäuser, Sportanlagen, Freizeitmöglichkeiten usw., usf.
Es braucht wohl Mut und Tapferkeit, wenn wir verlangen, dass wir in Zukunft etwas zurückstecken, uns vom totalen Luxus und Anspruchsdenken verabschieden. Ich bin überzeugt, dass wir mit mehr Gemeinsinn und Bescheidenheit die Lebensqualität nicht einbüssen. Lassen wir uns nicht entmutigen, jammern wir nicht, halten wir etwas aus und bleiben trotz allem zuversichtlich. Staat und Gemeinden sollen diesbezüglich mit gutem Beispiel vorausgehen.

Das führt uns zur vierten Kardinaltugend, Mass zu halten. Wir erlebten, wie diese Tugend in den letzten Jahren in verschiedener Hinsicht in Vergessenheit geraten ist. Die unermessliche Gier hat weltweit zu einer grossen Vertrauenskrise in die Finanzwelt geführt. Ich denke aber auch an die Zerstörung von Naturwerten und Landschaften, die Verschmutzung von Wasser, Luft und Boden. Die Erhaltung des biologischen Gleichgewichts erfordert Mass halten und Rücksicht nehmen auf die Grundlagen der Schöpfung.
Bei politischen Entscheidungen sind Mässigung und ein sorgfältiges Abwägen von ökonomischen, ökologischen und sozialen Kriterien notwendig. Wir müssen lernen, wieder bescheidener zu leben. Nehmen und Geben sollte sich in etwa die Waagschale halten. Freuen wir uns an dem, was wir haben und was gut ist. Gehen wir mit unseren Ressourcen sorgsam um und verschwenden sie nicht.

Wer oder was ist Liechtenstein?
Wir alle sind Liechtenstein, und all das, was ich in wenigen Worten auszudrücken versuchte, macht unser Land aus. Darauf dürfen wir stolz sein.

Aber gerade in unserer hektischen Zeit, wo alle das Gefühl haben, permanent online sein zu müssen, um nicht vom Zug der Zukunft abgehängt zu werden, ist die Besinnung auf die Grundwerte für unsere Gesellschaft entscheidend. Wenn wir wissen, was uns wichtig ist und was uns zusammenhält, verlieren wir nicht die Orientierung und können gemeinsam die grossen Zukunftsaufgaben lösen, in Freiheit und unter Beachtung der Menschenrechte. Das wünsche ich für unsere Arbeit und für unser Land im kommenden Jahr.

Februar 2010 Doris Frommelt

A N S P R A C H E

SEINER DURCHLAUCHT
ERBPRINZ ALOIS VON UND ZU LIECHTENSTEIN

ANLÄSSLICH DER ERÖFFNUNG
DES LANDTAGES

AM 11. FEBRUAR 2010


Sehr geehrte Landtagsabgeordnete

Dieses Jahr hat die Politik wichtige Aufgaben zu lösen. Auf zwei dieser Aufgaben möchte ich heute näher eingehen. Es sind dies die Transformation des Finanzplatzes und die Sicherung eines ausgeglichenen Staatshaushaltes.

Die Rahmenbedingungen für den internationalen Kapitalmarkt haben sich grundlegend ge­ändert. Liechtenstein hat auf diese Änderungen reagiert und insbesondere durch eine Grundsatzerklärung sowie den Abschluss von Steuerabkommen eine Neuausrichtung des Finanzplatzes eingeleitet. Der daraus resultierende Transformationsprozess ist für etliche Finanzintermediäre schmerzhaft. Er ist aber notwendig, um unserem Land auch weiterhin die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und auch dem Finanzplatz damit eine nach­haltige Zukunftsperspektive zu geben.

Um den Transformationsprozess in den kommenden Monaten erfolgreich weiterzuführen, braucht es neben dem geplanten Abschluss weiterer Abkommen einerseits eine konsequente Umsetzung der bereits abgeschlossenen Abkommen und andererseits begleitende Mass­nahmen zur Erhöhung der Standortattraktivität. Solche begleitenden Massnahmen sind teil­weise schon auf den Weg gebracht. Teilweise müssen sie erst noch in Zusammenarbeit zwischen Politik und Wirtschaft erarbeitet werden.

Eine wesentliche Massnahme zur Erhöhung der Standortattraktivität ist die geplante Steuer­reform. Der Landtag wird sich schon bald mit ihr befassen können. Bei den Reformarbeiten wurde Wert darauf gelegt, dass das neue Steuergesetz nicht nur sehr attraktiv, sondern auch international kompatibel ist. Bei der weiteren Behandlung der Steuerreform wird man darauf achten müssen, dass gerade der Aspekt der internationalen Kompatibilität erhalten bleibt. Sie wird in Zukunft eine wesentliche Voraussetzung für die Attraktivität unseres Standorts sein.

Wichtig für die Standortattraktivität sind im Grunde auch alle Massnahmen zur Sicherung eines ausgeglichenen Staatshaushaltes. Gerade in einer Zeit, in der Stabilität und Kreditwür­digkeit von Staaten Themen sind, steigt die Bedeutung eines gesunden Staatshaushaltes als Standortvorteil.

Noch ist unser Staat in einer vergleichsweise beneidenswerten finanziellen Verfassung. Wir können auf hohe Reserven zugreifen, die wir in den letzten Jahren angelegt haben. Allerdings müssen wir, wie viele andere Staaten auch, mit einem drastischen Rückgang der Staatsein­nahmen rechnen. Der gemäss Finanzgesetz für dieses Jahr geplante Aufwandsüberschuss von 182 Mio. SFR ist bei einem gesamten Aufwand von rund 1 Mia. SFR nicht nur im internatio­nalen Vergleich hoch, wir werden uns einen Aufwandsüberschuss in dieser Höhe auch nicht lange leisten können.

Da wir nicht mit baldigen Zunahmen bei den Staatseinnahmen rechnen können, sind erheb­liche Einsparungen bei den Staatsausgaben leider unumgänglich. Dies ist unerfreulich, aber zugleich auch eine Chance, den Staat fit für die Zukunft zu machen. Um dies zu erreichen, dürfen wir nicht einfach nur den Rasenmäher über die Staatsausgaben ziehen, sondern wir müssen so sparen, dass wir gleichzeitig kluge Reformen realisieren.

Die Rasenmähermethode hat zwar den Vorteil, dass sich Einsparungen schnell realisieren lassen. Weil sie aber wenig durchgedacht werden können, läuft man Gefahr, dass die Einspa­rungen nicht nachhaltig sind und zu unerwünschten Nebenwirkungen führen. Einsparungen durch kluge Reformen brauchen mehr Zeit, bringen aber auch mehr Nutzen:
- Sie erlauben uns, Anreize für unnötige Ausgaben zu beseitigen.
- Sie steigern die Effizienz unserer Verwaltung.
- Sie erhöhen die soziale Treffsicherheit und vermeiden unnötig hohe Belastungen bei jenen, die auf staatliche Leistungen besonders angewiesen sind.

Wahrscheinlich werden wir beides brauchen, einen dosierten Einsatz des Rasenmähers, um schnell genug ein gewisses Mass an Einsparungen zu realisieren, und kluge, grundlegende Reformen.

Dank unserer Reserven haben wir die Möglichkeit, solche grundlegenden Reformen im Sinne von Investitionen in die Zukunft zu tätigen, ohne durch Steuererhöhungen die Standortattrak­tivität schmälern zu müssen. Die Reserven erlauben uns, Umstellungen in Richtung einer besseren und günstigeren Wahrnehmung der Staatsaufgaben durch soziale Abfederungsmass­nahmen zu erleichtern. Die Reserven erlauben uns auch, die Zeit zu nehmen, Reformen aus­reichend zu planen.

Dies bedeutet aber nicht, dass wir uns für die grundlegenden Reformen zu lange Zeit lassen sollen. Je früher wir diese Reformen umsetzen, desto schneller erreichen wir neben den Ein­sparungen auch den erwähnten Zusatznutzen.

Sehr geehrte Landtagsabgeordnete

Wo sollten wir Einsparungen durch kluge Reformen realisieren? Am besten dort, wo die höchsten Staatsausgaben zu finden sind. Im Bereich der Personalausgaben sollten wir durch die geplante Verwaltungsreform zumindest sicherstellen, dass der Staat in Zukunft durch gleich viel Personal mehr leisten kann. Die Aufgaben für die Regierung und Verwaltung werden in den kommenden Jahren nicht kleiner. Daher sollten wir zusätzlich prüfen, ob wir Regierung und Verwaltung nicht dadurch entlasten können, indem sie Aufgaben abgeben, die durch die Gemeinden oder Private gleich gut oder besser wahrgenommen werden könnten.

Der nächste grosse Posten bei den Staatsausgaben sind die Finanzzuweisungen an die Gemeinden. Erst vor Kurzem wurde das Gesetz über den Gemeindefinanzausgleich und die Gemeindeprojekte betreffenden Landessubventionen in eine meiner Ansicht nach sinnvolle Richtung reformiert. In den nächsten Jahren sollte dies nach höheren Ausgaben in der Über­gangszeit zu einer Reduktion dieser Landesausgaben führen. In den momentan schwierigen Zeiten werden wir uns aber nochmals darüber Gedanken machen müssen, wie hoch der Anteil der Gemeinden an den verschiedenen Steuereinnahmen sein soll. Ist es beispielsweise sinn­voll, das einzelne Gemeinden finanziell in besonderem Masse von Rahmenbedingungen profitieren, die vor allem durch Landes- und nicht durch Gemeindeentscheide festgelegt werden?

Die Bildungsausgaben sind ein weiterer grosser Posten. Bei der Bildung wird man sicherlich aufpassen müssen, wo man einspart, um nicht die Zukunft unserer Kinder und somit unseres Landes zu verbauen. Durch eine baldige grundlegende Reform unseres Schulsystems sollten wir aber jedenfalls erreichen, dass wir für unsere im internationalen Vergleich sehr hohen Schulausgaben auch eine besonders gute Leistung erhalten. Dazu brauchen wir für unsere Schulen eine weitgehende Autonomie, die Freiheit die Schulen auswählen zu können und durch die Einführung von Bildungskonten ein Schulfinanzierungssystem, das die Chancen­gleichheit erhöht sowie den Ideen- und Leistungswettbewerb unter den Schulen fördert.

Hohe Ausgaben sind auch bei den staatlichen Beiträgen an die Sozialversicherungen zu finden. Wir werden prüfen müssen, ob wir nicht durch kluge Reformen im Gesundheitswesen und bei der Altersvorsorge ähnlich gute Leistungen für einen geringeren Aufwand erhalten, indem wir mehr auf Eigenverantwortung setzen und Fehlanreize für unnötige Ausgaben be­seitigen.

Sehr geehrte Landtagsabgeordnete

Wir stehen vor grossen Aufgaben. Um die Transformation des Finanzplatzes und die Einspa­rungen bei den Staatsausgaben durch kluge Reformen erfolgreich zu meistern, braucht es eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit nicht nur zwischen der Politik und der Wirt­schaft, sondern auch zwischen den Parteien und den Landtagsfraktionen. Gelingt dies, dann haben wir eine einmalige Chance, uns im globalen Standortwettbewerb positiv zu differen­zieren. Wir könnten zeigen, dass wir schnell grosse Reformen durchziehen und unpopuläre Einsparungen vornehmen. Wir könnten der Finanzplatz sein, der sich am schnellsten und besten auf die neuen Rahmenbedingungen ausrichtet. Wir könnten einen entscheidenden Schritt in Richtung eines hervorragend regulierten und organisierten Staates setzen, der seinen Bürgern und Standortnutzern beste Dienste bietet

London 032 153 634993022783202500

LTS Die Aussenpolitische Kommission des liechtensteinischen Landtags traf am Mittwoch und Donnerstag voriger Woche in London eine Delegation des britischen Parlaments unter dem Vorsitz von Edward Garnier MP. Am Mittwoch Abend wurde die Delegation von Bryan Jeeves CMG OBE zum Abendessen eingeladen und sie trafen sich zum Meinungsaustausch mit der Schweizerischen Botschafterin in Bern für die Schweiz und Liechtenstein, Sarah Gillett, den Schweizer Botschafter in London, Alexis Lautenberg sowie mit je 2 Mitgliedern aus dem englischen Parlament und House of Lords. Prinz Nikolaus von Liechtenstein, Michael Hilti sowie Alex Jeeves als Chairman der Britisch-Schweizerischen Handelskammer in Liechtenstein waren auch eingeladen, nebst anderen hochrangigen Vertretern aus Wirtschaft und Politik. Neben dem Meinungsaustausch zu allgemeinen politischen Themen fand im Rahmen dieses Besuches auch ein Treffen mit dem Chef der britischen Steuer­behörde, David Hartnett, sowie seinem Stellvertreter Andy Cole statt, bei welchem über den Stand der bilateralen Verhandlungen über das Steuerinformations­abkommen FL/GB informiert wurde. Die Aussenpolitische Kommission wurde zum Hauptsitz der englischen Steuerbehörde durch Prinz Nikolaus von Liechtenstein sowie die Herren Michael Hilti und Bryan Jeeves begleitet. Bei der Diskussion zum Steuerinformationsabkommen sowie dem anstehenden Doppelbesteuerungsabkommen mit England konnten verschiedenste Gedanken, welche den Finanzplatz im Besonderen, aber auch die liechtensteinische Gesamtwirtschaft betrafen, ausgetauscht werden. Durch diesen Besuch bei der höchsten britischen Steuerbehörde wird auch seitens des Landtags die Wichtigkeit dieses Abkommens mit England für den liechtensteinischen Wirtschaftsplatz unterstrichen. Das liechten­steinische Parlament wird sich in einer der kommenden Sitzungen mit diesem Abkommen mit England befassen. 


Die liechtensteinische Delegation mit Landtagspräsident Arthur Brunhart als Delegations­leiter setzte sich aus den Abgeordneten Renate Wohlwend, Marlies Amann-Marxer, Harry Quaderer, Albert Frick und Landtagssekretär Josef Hilti zusammen.

Parlamentarischer EWR-Ausschuss tagte in Vaduz

EWR-Ausschuss 9956-adw 57 634993022783827500

Am Montag, 29. März 2010, fand in Vaduz die 34. Tagung des Gemeinsamen Parlamentarischen EWR-Ausschusses statt. Teilnehmer dieser Tagung waren Vertreter des Europäischen Parlaments und der Parlamente der einzelnen EWR/EFTA-Staaten. Der liechtensteinische Landtag wurde durch die Abgeordneten Harry Quaderer als Delegations­leiter und Albert Frick sowie den stv. Abgeordneten Helmuth Büchel und Marion Kindle-Kühnis vertreten. S.D. Prinz Nikolaus, Botschafter des Fürstentums Liechtenstein in Brüssel, war ebenfalls im neuen Landtag dabei.

Themen der eintägigen Konferenz in Liechtenstein waren unter anderem der Jahresbericht über das Funktionieren des EWR-Vertrags sowie die regionale Zusammenarbeit im EWR-Raum. Als Gastredner sprachen seitens Liechtensteins Michael Lauber, neuer Aufsichts­ratpräsident der FMA Liechtenstein, sowie Katja Gey, Mitarbeiterin im Ressort Finanzen der Regierung, über die Zukunft und Herausforderungen des EWR-Finanzdienstleistungssektors.

Heute Montag, 29. März 2010, findet in Vaduz die 34. Tagung des Gemeinsamen Parlamentarischen EWR-Ausschusses statt. Teilnehmer dieser Tagung sind  Vertreter des Europäischen Parlaments und der Parlamente der einzelnen EWR/EFTA-Staaten. Der liechtensteinische Landtag wird an dieser Tagung durch die Abgeordneten Harry Quaderer als Delegationsleiter und Albert Frick sowie den stv. Abgeordneten Helmuth Büchel und Marion Kindle-Kühnis vertreten. S.D. Prinz Nikolaus, Botschafter in Brüssel, wird ebenfalls anwesend sein.

Themen der eintägigen Konferenz in Liechtenstein sind unter anderem der Jahresbericht über das Funktionieren des EWR-Vertrags sowie die regionale Zusammenarbeit im EWR-Raum. Als Gastredner werden seitens Liechtensteins Michael Lauber, neuer Aufsichtsratpräsident der FMA Liechtenstein, sowie Katja Gey, Mitarbeiterin im Ressort Finanzen der Regierung, über die Zukunft und Herausforderungen des EWR-Finanzdienstleistungssektors sprechen.


Das Gemeinsame EWR-Parlamentarierkomittee bzw. das so genannte EEA JPC (European Economic Area Joint Parliamentary Committee) versteht sich als Gesprächsforum des Komitees der Parliamentarer/innen aus den EWR/EFTA-Staaten und der ihm angehörigen Delegation des Europäischen Parlaments.


Das EEA JPC ist nicht direkt in das EU-Beschlussfassungsverfahren einbezogen, es kann aber eine gewisse Kontrolle ausüben. Die dafür eingesetzten Instrumente  sind Berichte und Resolutionen  sowie die Abgabe von Stellungnahmen zum Jahresbericht des Gemeinsamen EWR-Ausschusses.

Das EEA JPC tritt zweimal pro Jahr zusammen. Die Schweizer Delegation nimmt im Rahmen ihres Beobachterstatus  auch an den Sitzungen des EEA JPC teil.  (LTS)

Thurgau April 2010 003 zg 337 634993022784765000

Am Dienstag, 27. April 2010 empfing das Büro des Liechtensteinischen Landtages (Landtagspräsident Arthur Brunhart, Landtagsvizepräsidentin Renate Wohlwend, Peter Hilti, Albert Frick und Landtagssekretär Josef Hilti) das Präsidium des Kantonsrates Thurgau (Gabi Badertscher, Präsidentin des Grossen Rates, Walter Hugentobler, Vizepräsident des Grossen Rates, Brigitte Schönholzer, Ratssekretärin, Willy Weibel, Ratssekretär, Katharina Moor, Marion Theler, Willi Kreis und Ricarda Zurbuchen, Leiterin Parlamentsdienste) zu einem freundschaftlichen Treffen in Vaduz.  
Nebst einer Besichtigung des Landtagsgebäudes und einem Besuch des Landesmuseums stand vor allen Dingen ein Meinungsaustausch zu aktuellen Parlamentsthemen im Vordergrund des Besuches.


Landtag 6979-adw 735 634993022785390000

LTS Am  Freitag, den 2. Juli 2010, trafen sich die Präsidien der Landtage von Vorarlberg und Liechtenstein zu einem Meinungsaustausch in Vaduz. Die beiden Landtags­büros wurden von Landtagspräsidentin Bernadette Mennel und Landtagspräsident Arthur Brunhart angeführt.

Nach der offiziellen Begrüssung wurden die Gäste durch den neuen Landtag geführt. Im anschliessenden Gespräch wurden aktuelle, allgemeine politische Themen wie Haushalts­sanierung, allgemeine Wirtschaftslage, Gesundheitswesen etc. diskutiert. Ein geführter Rundgang durch das Landesmuseum rundete das offizielle Besuchsprogramm ab.

Besuch des Präsidiums des Grossen Rates des Kantons Appenzell-Innerrhoden

Landtag 9879-adw 1 345 634993022785858750

Am 1. Oktober 2010 empfing das Büro des Liechtensteinischen Landtages das Präsidium des Grossen Rates des Kantons Appenzell-Innerrhoden zu einem freundschaftlichen Treffen in Vaduz.
 
Nebst einer Besichtigung des Landtagsgebäudes und einem Besuch des Landesmuseums stand vor allen Dingen ein Meinungsaustausch zu aktuellen Parlamentsthemen im Vordergrund des Besuches.

landesausschuss2010 978 634993022786327500

Für die Zeit zwischen der Schliessung des Landtags und seinem Wiederzusammentreten wurde in der Sitzung vom 16. Dezember 2010 zur Besorgung der bedürftigen Geschäfte der Landesausschuss gewählt (von links nach rechts: Peter Hilti, Elmar Kindle, LT-Präsident Arthur Brunhart, LT-Vizepräsidentin Renate Wohlwend, Günther Kranz).

ANSPRACHE

SEINER DURCHLAUCHT
ERBPRINZ ALOIS VON UND ZU LIECHTENSTEIN

ANLÄSSLICH DER ERÖFFNUNG
DES LANDTAGES

AM 17. FEBRUAR 2011

Sehr geehrte Landtagsabgeordnete

Heute beginnt die zweite Halbzeit der Legislaturperiode. Dies ist ein guter Zeitpunkt, um einerseits auf die vergangenen zwei Jahre und das bisher Erreichte zurückzublicken sowie andererseits einen Blick nach vorne zu werfen auf die künftigen Herausforderungen und das noch Anstehende.

Vor zwei Jahren drohte die Wirtschaftskrise und wir standen auf der schwarzen Liste betreffend den Informationsaustausch in Steuerfragen. Strukturelle Änderungen beim Finanzplatz wie auch beim Staatshaushalt drängten sich auf. Heute stehen wir auf der weissen Liste und die Kurzarbeit ist weitgehend beendet. Auch dem Staatshaushalt geht es wieder besser.

Auf den ersten Blick könnten wir zufrieden sein. Es wäre aber ein Trugschluss, zu glauben, dass die bisher eingeleiteten Massnahmen ihren Dienst getan haben und wir zum Tagesgeschäft übergehen können. Die Weltwirtschaft ist trotz einer guten Entwicklung in den letzten Monaten weiterhin sehr instabil, die Transformation des Finanzplatzes noch nicht abgeschlossen und die strukturellen Probleme beim Staatshaushalt noch nicht beseitigt. Wenn die Jahresergebnisse für 2010 und möglicherweise auch für 2011 und 2012 geringere Defizite als erwartet bringen werden, dann wird dies vor allem auf einmalige Effekte zurückzuführen sein, mit denen wir in Zukunft nicht rechnen dürfen.

Ich begrüsse es daher, dass die Regierung weiterhin den eingeschlagenen Weg fortsetzen möchte und sich mit der Agenda 2020 langfristige Zielsetzungen gegeben hat, deren Erreichen für eine erfolgreiche Zukunft unseres Landes von grosser Bedeutung sind. Ich freue mich, dass die Gemeinden ebenfalls zum Sparen bereit sind. Es wird aber entscheidend sein, dass in den kommenden zwei Jahren die bisher ausgearbeiteten Massnahmen auch umgesetzt werden.

Die Umsetzung dürfte die politisch schwierigere Phase sein, weil es hier nicht mehr um die grundsätzlichen Zielsetzungen geht, für die leichter eine Mehrheit zu gewinnen ist, sondern um konkrete Reformmassnahmen, von denen Stimmbürger direkt betroffen sein werden. Bei den damit verbundenen Landtagsentscheiden bitte ich Sie, sehr geehrte Landtagsabgeordnete, nicht an die nächste Wahl, sondern an das langfristige gemeinsame Interesse unserer Bürger zu denken.

Eine besondere Herausforderung wird der Ausgleich des Staatshaushaltes sein. Wir sollten dazu nicht nur kurzfristig die Staatsausgaben einschränken und sie bei den ersten Zeichen der Erholung wieder ausbauen. Wir sollten vielmehr die Gelegenheit wahrnehmen, um die Abläufe der staatlichen Leistungserbringung zu überdenken und strukturelle Defizite zu beseitigen. Auf diese Weise sparen wir klug und nachhaltig und machen gleichzeitig den Staat fit für künftige Herausforderungen.

Es ist daher sinnvoll, dass die Organisation der Verwaltung grundsätzlich hinterfragt wird. Ich begrüsse auch die Pläne der Regierung zur Reform der AHV und des Krankenversicherungsgesetzes. Sie sind richtige Schritte zur nachhaltigen Sicherung unserer Sozialsysteme. Um diese wirklich langfristig abzusichern, werden aber weitere Schritte in Form von grundlegenderen Systemverbesserungen nötig sein, die zu mehr Eigenverantwortung führen. Im Gesundheitswesen sind ausserdem vor allem auch falsche Anreize zu beseitigen.

Die kürzlich vom Landtag initiierte und beschlossene Gesetzesänderung über die Publikation der Umsätze gemäss dem Krankenversicherungsgesetz hat vielleicht den Vorteil, dass sie die Diskussion über eine Gesundheitsreform hoch halten wird. Sie ist aber meiner Ansicht nach keine Systemverbesserung an sich, sondern bringt vielmehr weitere problematische Anreize in den Gesundheitssektor. Wenn Ärzte in Zukunft Diskussionen wegen hoher Umsätze vermeiden wollen, werden sie am besten jene chronisch kranken Patienten nicht mehr behandeln, die ihnen zwar hohe Umsätze aber auch hohe Kosten bringen.

Vielleicht wird es in dieser Legislaturperiode noch nicht gelingen unsere Sozialsysteme wirklich nachhaltig zu sichern. Wir sollten aber möglichst bald mit den zusätzlich nötigen Arbeitsschritten beginnen. Je früher wir optimale Systeme haben, desto mehr ersparen wir uns für die Zukunft. Dies gilt aufgrund des Zinsenzinseffektes besonders für die Sozialversicherungen.

Wir sollten uns in den nächsten zwei Jahren aber nicht nur mit der Ausgabenseite sondern auch mit der Einnahmenseite des Staatshaushaltes beschäftigen. Auch hier sind kurzfristige Massnahmen wie Steuererhöhungen keine Lösung, denn sie führen langfristig leicht zu neuen strukturellen Defiziten. Es sind vielmehr die Rahmenbedingungen zu verbessern. Dies bringt uns nachhaltige Vorteile und erlaubt das Thema Staatshaushalt auf andere Themen auszudehnen wie die allgemeine Verbesserung der Standortattraktivität und der Lebensqualität.

Mit der Steuerreform ist uns bereits eine bedeutende Verbesserung der Rahmenbedingungen gelungen. Letztlich erhöhen auch alle Massnahmen für einen ausgeglichen Staatshaushalt und nachhaltig finanzierte Sozialsysteme die Standortattraktivität, denn sie geben den Unternehmen wie auch den Einzelnen Stabilität und Sicherheit.

Ein wichtiger Standortvorteil werden in Zukunft auch hervorragende Arbeitskräfte sein. Dafür brauchen wir erstklassige Schulen und sonstige Bildungseinrichtungen. Unser Land wird aber auch den Zuzug von ausreichend Fachleuten und Spitzenkräften aus dem Ausland benötigen. Ein Anliegen, das in letzter Zeit besonders vom Finanzplatz auch als ein wichtiger Faktor für einen erfolgreichen Strukturwandel bezeichnet wurde.

Eine Ausweitung der Aufenthaltsbewilligungen muss jedoch in politisch verkraftbaren Schritten und in Abstimmung mit einem gut durchdachten Integrationskonzept erfolgen. Einen ersten Schritt hat die Regierung mit einer Ausweitung des Kontingents um 15% getan.

Bevor weitere Schritte erfolgen können, werden wahrscheinlich zuerst die dafür nötigen Voraussetzungen zu schaffen sein. Dazu braucht es eine enge Kooperation zwischen der öffentlichen Hand, den Parteien und der Wirtschaft. Wenn die Unternehmen eine aktive Rolle bei der Integration ihrer Mitarbeiter und deren Familien übernehmen, dann sollte es auch leichter möglich sein, weitere nötige Fachkräfte aus dem Ausland willkommen zu heissen.
Schliesslich würden zusätzliche, erfolgreich integrierte Ausländer etliche weitere Vorteile bringen:

  • Gut ausgebildete Fachkräfte werden meist gut bezahlt und sind entsprechend auch gute Steuerzahler und damit eine zusätzliche Einnahmequelle für den Staat.
     
  • Die Integration der Bevölkerung - vor allem auch der ausländischen - wird eine der grossen Herausforderungen für die Staaten Europas in den kommenden Jahrzehnten sein. Je früher wir diesbezüglich ein gut funktionierendes Konzept haben, das eine gesunde Durchmischung der Bevölkerungsgruppen sichert, desto besser werden wir darauf vorbereitet sein.
  • Wir leben in einer immer komplexer werdenden Welt, die immer mehr Anforderungen an das Staatswesen stellt. Die grösseren Ressourcen einer etwas grössen Bevölkerung können dabei von Vorteil sein, solange man sich nicht gleichzeitig die Vorteile der Kleinheit vergibt.


Sehr geehrte Landtagsabgeordnete,

es erwarten uns zwei für die Zukunft unseres Landes entscheidende Jahre. Ich wünsche Ihnen alles Gute und Gottes Segen bei Ihrer verantwortungsvollen Arbeit.

Ansprache von Doris Frommelt, Alterspräsidentin,
an der Eröffnungssitzung des Landtages vom 17. Februar 2011

Durchlauchter Erbprinz
Geschätzte Frauen und Herren Abgeordnete
Geschätzte Mitglieder der Fürstlichen Regierung
Meine Damen und Herren

Mit der Landtagseröffnung beginnt heute die zweite Hälfte der Legislatur-periode 2009 - 2013. Wir können auf die ersten beiden Jahre unserer Arbeit zurückschauen und müssen uns überlegen, wo wir heute stehen. Auf der Grundlage dieser Standortbestimmung gilt es, die Weichen für die Zukunft zu stellen. Es ist wichtig, dass wir dabei im Interesse des Gemeinwohls länger­fristig planen und nicht nur an den künftigen Wahlerfolg denken. 

Die ersten beiden Jahre dieser Legislaturperiode waren geprägt durch die globale Finanz- und Wirtschaftskrise und durch die damit zusammenhängenden Herausforderungen für unseren Finanzplatz. Unser Land wurde zur verstärkten Kooperation in Steuerfragen mit der EU und den USA gezwungen. Mit grossem Einsatz wurden die verschiedenen Abkommen und Verhandlungen über OECD-konforme Steuerabkommen und Doppelbesteuerungsvereinbarungen vor­bereitet und zum Abschluss gebracht. Es ist verständlich, dass dabei auch gewisse Konzessionen notwendig waren. Für unser kleines Land, für die Exportindustrie und das Gewerbe sowie für die Dienstleistungsunternehmen ist es wohl überlebensnotwendig, dass wir diese internationale Zusammenarbeit weiterentwickeln. Ich unterstütze deshalb die aufgrund des veränderten internationalen Umfeldes notwendige Neuausrichtung unseres Finanzplatzes.

Am 23. September 2010 hat der Landtag eine umfassende Steuerreform verabschiedet, die am 1. Januar 2011 in Kraft getreten ist. Wir gehen davon aus, dass die Umsetzung des neuen Steuerrechts sorgfältig und effizient erfolgt. Ich hoffe, dass die neuen Bestimmungen auch zu mehr Steuergerechtigkeit führen. Gleichzeitig braucht es grosse Anstrengungen zur Stärkung der Ein­nahmen­­seite im Staatshaushalt, damit die Einbussen aus dem Finanzdienst­leistungs­sektor etwas kompensiert werden können.
Auch wenn sich die wirtschaftliche Situation wieder etwas entspannt hat und die Prognosen optimistisch sind, bleiben Verunsicherungen und bei den von der Krise am stärksten Betroffenen Existenzängste. Auch in unserem Land gibt es Verlierer und Armut. Zunehmend mehr Menschen leiden unter grossem Druck, fühlen sich überfordert, orientierungslos, ausgebrannt und sind auf Hilfe angewiesen. Es darf nicht sein, dass sie ohne Unterstützung bleiben.

Zusätzliche Erschwernisse und Belastungen ergeben sich aus dem Spar­programm der Regierung. Es ist unbestritten, dass wir in Liechtenstein zu erheblichen Sparmassnahmen gezwungen sind, auch wenn unser Staats­haushalt im Vergleich zu anderen Ländern gut dasteht. Wir sind froh, dass aufgrund der positiven Entwicklung in der Vergangenheit Reserven für die mageren Jahre angelegt werden konnten. Aber nur mit Einsparungen in ver­schiedenen Bereichen wird es möglich sein, wieder eine ausgeglichene Staatsrechnung zu erreichen. In den vergangenen Jahren haben wir mit jährlich wachsenden staatlichen Einnahmen sozusagen aus dem Vollen geschöpft und neue, zusätzliche Aufgaben ohne Verschuldung gedeckt. Umso schwieriger sind die Entscheidungen über einzelne finanzpolitische Einschnitte, die viel Verständnis von den Betroffenen fordern.

Bei Diskussionen über die Petitionen aus der Bevölkerung für ein solidarisches Liechtenstein und dem Engagement gegen den vorgesehenen, unverhältnis-mässig starken Abbau der internationalen humanitären Zusammenarbeit (IHZE) wurde die Frage nach vergleichbaren staatlichen Kürzungen gestellt. Dies muss insbesondere auch für Landtag und Regierung ein Anliegen sein.

Im Zusammenhang mit den Krisensituationen der vergangenen Jahre hat die Regierung erst vor Kurzem festgestellt, dass das Wissen über Liechtenstein im Ausland, auch in unseren Nachbarstaaten und nicht nur in der Bevölkerung, sondern ebenfalls in der Politik und bei den Medien sehr oberflächlich oder gar nicht vorhanden ist. So ist es bestimmt sinnvoll, wenn die Regierung die Kommunikationsarbeit verbessert und zusammen mit den liechtensteinischen Botschaften vor Ort stärker mit den Medienschaffenden zusammenarbeitet.


Wir leben in einer hektischen Zeit und spüren die Veränderungen einer fortschreitenden Globalisierung. Sie beschleunigt den Wandel in Wirtschaft und Politik. In der westlichen Welt kommt dazu der demografische Wandel, der die Strukturen auf dem Arbeitsmarkt verändert und die Leistungsfähigkeit der sozialen Sicherungssysteme herausfordert. Wie kann sich die Rolle des Staates diesem Wandel in der Gesellschaft anpassen? Wie kann sich unser Land im Wettbewerb um Unternehmen, Investitionen und Fachkräfte behaupten? Wie können dabei die Lebensgrundlagen Boden, Wasser und Luft, Natur und Landschaft nachhaltig gesichert werden? Haben wir als Verantwortliche in der Politik und die Vorstände und Manager in Verwaltung und Wirtschaft heute die passenden Antworten darauf, um morgen im Interesse des Gemeinwohls auch richtig zu handeln?

Durchlauchter Erbprinz
Geschätzte Frauen und Herren Abgeordnete, sehr geehrte Mitglieder der Fürstlichen Regierung, meine Damen und Herren

Um zukunftsfähige Lösungen zu erarbeiten, braucht es eine gute und wirksame Zusammenarbeit aller Akteure in unserem Land. Wir sind auch auf die grenz­überschreitende gegenseitige Unterstützung in der Region und auf das Ver­ständnis in der Staatengemeinschaft angewiesen. Dabei genügt die schon erwähnte Verbesserung der Kommunikationsarbeit der Regierung bei Weitem nicht. Verständnis und Respekt wird uns auch künftig nur entgegengebracht, wenn wir konkrete Beiträge zur nachhaltigen Entwicklung in der Region und im Rahmen von bi- und multilateralen Projekten in der Staatengemeinschaft leisten.

Sicher ist es zu begrüssen, dass die Regierung in ihrer "Agenda 2020" mittel- und längerfristige Lösungsvorschläge zu den wichtigen strategischen Heraus-forderungen für unser Land machte und die aus ihrer Sicht zentralen Handlungsfelder definierte. Die Leitsätze, z.B. zur Stärkung der natürlichen Lebens­grundlagen oder zur Erhöhung der Lebensqualität, sind aber lange nicht ausreichend. Notwendig sind Vorschläge für konkrete Massnahmen zur Lösung der Probleme wie Siedlungsdruck, Ressourcenknappheit, Verkehrs- und Umwelt­­­belastung, Energieversorgung, Bodenpreise und Wohnsituation.

In diesem Zusammenhang möchte ich auf eine Entwicklung hinweisen, die bisher kein politisches Thema ist. Wir wissen, dass junge Menschen in unserem Land kaum mehr Wohneigentum erwerben können. Die Bodenpreise sind in den letzten Jahren so gestiegen, dass nur noch Begüterte in unserem Land Häuser und Wohnungen bauen oder kaufen können. Entsprechend hoch sind auch die Mietpreise in neuen Überbauungen. Deshalb gibt es zunehmend mehr Liechtensteinerinnen und Liechtensteiner, die sich in der schweizerischen Nachbarschaft über dem Rhein niederlassen, weil dort Bodenerwerb und Bauen vergleichsweise noch erschwinglich sind. Es kann doch nicht im Interesse unseres Landes sein, dass aus den genannten Gründen vor allem junge Menschen unser Land verlassen!

Mit dem Wohnortswechsel verbunden ist auch, dass diese Menschen aus unserem Land ihr politisches Mitbestimmungsrecht verlieren. Das zur Diskussion gestellte Stimmrecht für Liechtensteinerinnen und Liechtensteiner im Ausland wäre allenfalls eine Möglichkeit der Mitbestimmung. Ich denke vor allem an die in der näheren Umgebung unseres Landes lebenden liechten­steinischen Staatsangehörigen. Ähnlich ist die Situation auch im Kanton Zug, auch dort wird Wohnraum für viele Einheimische unbezahlbar und sie müssen in Nachbarkantone ausweichen. Sie verlieren beim Umzug ihre politischen Mitbestimmungsrechte jedoch nicht, da sie im eigenen Land wohn­haft bleiben.

In unseren Vereinen ist die Mitwirkung ausländischer Bewohnerinnen und Bewohner selbstverständlich und wird geschätzt. Ich fände es gut, wenn sie in den Gemeinden auch in den neu zu bestellenden Kommissionen und Arbeits­gruppen zur Mitarbeit eingeladen werden. In diesem Zusammenhang erwarte ich, dass die Öffentlichkeit dem grossen Engagement vieler unserer Ein­wohnerinnen und Einwohner im sozialen und kulturellen Bereich, in Sport­vereinen, Jugendorganisationen und Elternvereinen nicht nur in diesem von der EU deklarierten Jahr der Freiwilligenarbeit mehr Wertschätzung ent­gegen­bringen sollte.

Am kommenden Wochenende finden die Gemeinderatswahlen 2011 statt. Es ist erfreulich, dass sich in den elf Gemeinden für die Vorsteherwahlen 17 Männer und eine Frau und für die Wahl der Gemeinderäte 56 Frauen und 138 Männer zur Verfügung gestellt haben. Leider ist der Frauenanteil immer noch zu niedrig. Frauen sollten im gesellschaftlichen, im politischen und wirtschaft-lichen Leben mehr Gewicht haben. Das ist jedoch nur möglich, wenn sie in den entscheidenden Gremien besser vertreten sind. Voraussetzung dafür sind u.a. flexible, familienfreundliche Arbeitsmodelle für Frauen und Männer.

Wir wissen aber auch, wie schwierig es generell ist, Männer und Frauen für diese weitgehend ehrenamtliche Tätigkeit in den Gemeinden zu gewinnen. Eine lebendige Demokratie ist jedoch auf Bürgerinnen und Bürger angewiesen, die in einem hohen Mass Verantwortung für das Gemeinwohl zu übernehmen bereit sind. Deshalb sind wir allen Kandidatinnen und Kandidaten, die sich der Wahl stellen, zu Dank verpflichtet.

Geschätzte Mitglieder von Landtag und Regierung, wie kommen wir nun in unserem Land zu den Antworten auf die zentralen Fragen der Gegenwart und die Herausforderungen der Zukunft? Welches sind überhaupt unsere wichtigsten gesellschaftlichen Anliegen? Um diese Fragen zu klären, sind sowohl auf Landesebene als auch in den Gemeinden von Zeit zu Zeit Standort­bestimmungen erforderlich, an denen möglichst viele Bewohnerinnen und Bewohner aus allen Kreisen der Bevölkerung mitwirken können.
Für diesen Prozess einer Zukunftswerkstatt müssen wir uns von den alltäglichen Aufgaben lösen und brauchen etwas Abstand von der Hektik des politischen und wirtschaftlichen Lebens. Wenn wir uns Zeit zum Innehalten nehmen und Ruhe finden für ein gemeinsames Nach-, Vor- und Querdenken, sollte es auch möglich sein, neue Formen der Mitbestimmung zu entwickeln.

Im Jahr 2012 feiern wir das Jubiläum 300 Jahre Liechtensteiner Oberland. Der Landtag hat den von der Regierung vorgeschlagenen Kredit bewilligt, damit mit dem gleichen Beitrag der Oberländer Gemeinden die vorgesehenen Gemein­schaftserlebnisse für Jung und Alt durchgeführt werden können, "mit denen die staatlichen Grundwerte gefördert und das Bewusstsein der Zusammen­gehörigkeit gestärkt werden sollen", wie es im Konzept für das Jubiläum formuliert ist. Ich würde es sehr begrüssen, wenn im Programm auch Begegnungen in den Gemeinden sowie Rundgespräche mit der Bevölkerung zu den wichtigen Themen unseres Landes Platz haben. Dabei stelle ich mir auch grenzüberschreitende Kontakte mit benachbarten Gemeinden in der Region vor. So könnte auch das Vertrauen in die Politik gefördert werden.

Ich erachte es als sehr wichtig für die Zukunft unseres Landes, dass sich möglichst viele Bewohnerinnen und Bewohner mit Liechtenstein, mit den Beiträgen unseres Landes in der Region und in der Welt identifizieren können.

In diesem Sine wünsche ich, dass es uns in Landtag und Regierung gelingt, die politische Arbeit für die Bevölkerung transparent und verständlich zu machen, im Sinne des Leitsatzes "global denken, lokal handeln" unsere Verantwortung wahrzunehmen und einen echten Beitrag als Kleinstaat in der Welt zu leisten.



Februar 2011, Doris Frommelt


Grosser Rat GR 354 634993022787265000

LTS Am Freitag, 1. April 2011, empfing das Büro des Liechtensteinischen Landtags das Präsidium des Grossen Rates des Kantons Graubünden zu einem freundschaftlichen Treffen in Vaduz. Nebst einer Besichtigung des Landtags­gebäudes und einem Besuch bei der Firma Hilti AG stand vor allen Dingen ein Meinungsaustausch zu aktuellen Parlamentsthemen im Vordergrund.

Besuch der Liechtensteinisch-Schweizerischen Parlamentarier Freundschaftsgruppe im Fürstentum Liechtenstein am 20. - 21. April 2011

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Treffen zwischen liechtensteinischen und schweizerischen Parlamentariern in Vaduz

Im Rahmen der periodischen Freundschaftstreffen traf sich am 20. und 21. April 2011 die Liechtensteinische-Schweizerische Parlamentarier Freundschaftsgruppe in Vaduz. Die Delegationen wurden von Ständerat Bruno Frick sowie von Landtagspräsident Arthur Brunhart angeführt.

Unter der Leitung von Landtagspräsident Arthur Brunhart fanden gemeinsame Beratungen zu bilateralen Themen wie der grenzüberschreitende Busverkehr, die gegenseitige Akzeptanz von Ärzten durch die Krankenkassen, die Kautionspflicht Gewerbetreibender sowie die AHV-Versicherungspflicht statt.

Des Weiteren diskutierten die Parlamentarier Fragen zu den Finanzplätzen sowie steuerrechtliche Aspekte. Insbesondere die Amts- und Rechtshilfe in Steuersachen, die Auswirkungen der Weissgeldstrategie auf den Finanzplatz, die Umsetzung der OECD-konformen Amtshilfe in Steuersachen sowie die Strategie der Doppelbesteuerungs­abkommen. Zu diesem Themenblock konnte der Verwaltungsratspräsident der Finanzmarktaufsicht Liechtenstein Michael Lauber zu einem Impulsreferat begrüsst werden.

Ein Höflichkeitsbesuch bei Regierungschef Klaus Tschütscher, ein geführter Rundgang durch das Kunstmuseum sowie eine Besichtigung der Ivoclar Vivadent AG rundeten das offizielle Besuchsprogramm ab.

Neben den Parlamentarierdelegationen nahmen der liechtensteinische Botschafter in Bern, Hubert Büchel und die schweizerische Botschafterin für Belange Liechtensteins, Rita Adam, am Treffen teil.


Bildlegende von links nach rechts:

Landtagsabgeordneter Albert Frick, Delegationssekretärin Sandra Gerber-Leuenberger, Botschafter Hubert Büchel, Nationalrat Walter Müller, Delegationssekretär Michael Kurmann, Landtagsabgeordnete Marlies Amann-Marxer, Ständerat Bruno Frick, Landtagsvize­präsidentin Renate Wohlwend, Landtagspräsident Arthur Brunhart, Botschafterin Rita Adam, Ständerat Theo Maissen, Landtagsabgeordneter Manfred Batliner, Nationalrat Ulrich Giezendanner und Stv. Landtagsabgeordneter Helmuth Büchel (auf dem Foto fehlt der Landtagsabgeordnete Peter Hilti).

Vaduz - Der Landtag wird sich am 27. Mai 2011 in einer internen Informationsveranstaltung mit dem Entwurf der überarbeiteten Geschäftsordnung auseinandersetzen. An dieser Sitzung sollen nochmals die von der Reformkommission des Landtags erarbeiteten und in Vorschlag gebrachten Grundsätze dargelegt und diskutiert werden. Danach soll dann die Regierung zur Vernehmlassung eingeladen und im Herbst dieses Jahres die erste und zweite Lesung der Reformvorlage im öffentlichen Landtag durchgeführt werden. Die Inkraftsetzung der revidierten Geschäftsordnung ist auf anfangs 2012 geplant.

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Am 12. und 13. Januar empfing die Liechtensteinische Europarats-Delegation die Schweizer Parlamentarierdelegation beim Europarat zu einem Arbeitsbesuch in Vaduz. Neben den Liechtensteinischen Europarats-Abgeordneten Gebhard Negele als Delegationsleiter, Renate Wohlwend, Doris Frommelt und Leander Schädler waren von Schweizer Seiten in ihrer gut 20-köpfigen Delegation u.a. deren scheidender Präsident Theo Maissen sowie der Nationalratspräsident Hansjörg Walter präsent. Unter den Gästen waren ebenfalls die beiden Länder vertretenden Richter am Europäischen Menschengerichtshof in Strasbourg Mark Villiger und Helen Keller sowie der Ständige Vertreter der Schweiz beim Europarat, Charles-Edouard Held. Ebenfalls vertreten waren Mitarbeiter des Parlamentsdienstes und des Landtagssekretariates. 

Anlass des Arbeitsbesuchs war das Ende der Amtszeit des aktuellen Präsidenten der Schweizer-Europarats-Delegation sowie die seit Jahren freundschaftliche Verbindung der Schweiz mit Liechtenstein. 

Informations- und Gedankenaustausch zum Thema Finanzplatz
Der neue FMA-Präsident Urs Roth hielt am Freitag ein Impulsreferat zum Thema Finanzplatz Liechtenstein und gab u.a. einen Überblick über den seit einiger Zeit anhaltenden Transformationsprozess des Finanzplatzes sowie über die Internationalisierung der Finanzmarkaufsicht. Anschliessend diskutierten die Teilnehmer über verschiedene finanzpolitische Aspekte beider Staaten.

Abgerundet wurde der Besuch mit einen Empfang durch S.D. Erbprinz Alois auf Schloss Vaduz sowie mit eine Besichtigung des Landtagsgebäudes. 

 
 
ANSPRACHE

SEINER DURCHLAUCHT
ERBPRINZ ALOIS VON UND ZU LIECHTENSTEIN

ANLÄSSLICH DER ERÖFFNUNG
DES LANDTAGES

AM 1. MÄRZ 2012



Sehr geehrte Landtagsabgeordnete

Wir befinden uns in einer Zeit grosser Herausforderungen. Europa erlebt die grösste Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten. Als wirtschaftlich stark in Europa integrierter Kleinstaat können wir uns leider nicht den Auswirkungen der Krise entziehen. Gleichzeitig sind wir immer noch durch die Transformation unseres Finanzplatzes gefordert. All dies führt nicht nur zu einem Gewinnrückgang bei vielen unserer Unternehmen, sondern auch zu einem Rückgang der Staatseinnahmen.

Die internationale Wirtschaftslage können wir nicht ändern, aber die Transformation des Finanzplatzes sollten wir in enger Abstimmung zwischen Staat und Wirtschaft zügig vorantreiben und die bereits letztes Jahr von mir angesprochenen strukturellen Probleme beim Staatshaushalt möglichst rasch durch entsprechende Strukturreformen beseitigen. Auch wenn in weniger als einem Jahr die nächsten Wahlen anstehen, sollten wir dennoch die restliche Zeit der Legislaturperiode für grundlegende Reformen nutzen.

Die Regierung hat daher bereits angekündigt, dass ein zweites Sparpaket nötig sein wird. Dieses wird naturgemäss schmerzlicher sein als das erste. Allerdings sollten beispielsweise bei den Gemeinden und beim Gesundheitswesen erhebliche Einsparungen möglich sein, die uns auf das immer noch grosszügige Schweizer Niveau bringen würden.

Vorschnelle Steuererhöhungen können hingegen für den Standort sehr schädlich und für uns damit langfristig viel schmerzlicher sein. Sie würden die Attraktivität der Rahmenbedingungen des Landes beeinträchtigen, welche für die Nachhaltigkeit der Staatseinnahmen letztlich entscheidend sind. Unsere Staatsausgaben können wir auf Dauer nur finanzieren, wenn die Staatseinnahmen entsprechend fliessen. Steuererhöhungen sollten deshalb das letzte Mittel sein.

Das bedeutet aber nicht, dass wir nach den ersten Erfahrungen mit dem neuen Steuersystem uns keine Gedanken machen dürfen, wie wir dieses aufkommensneutral seinen Leitprinzipien entsprechend weiter verbessern können. Man kann sich beispielsweise fragen, ob die Nichtbesteuerung von Mieteinnahmen systemkonform ist, oder, ob es sinnvoll ist, einen Eigenkapitalzinsabzug weit über der derzeitigen Markthöhe zu gewähren, nur weil er mit dem Sollertrag der eigentlich systemwidrigen Vermögenssteuer verbunden wurde.

Eine grundlegende Strukturreform ist auch die Regierungs- und Verwaltungsreform. Wir dürfen uns von ihr zwar keine grossen Einsparungen bei den Staatsausgaben erwarten, sie wird aber eine gute Basis für die künftige Arbeit der Regierung und Verwaltung bilden. Ich habe mich daher gefreut, dass sich die beiden Regierungsparteien auf einen Reformvorschlag einigen konnten.

Bei den beiden längsten Diskussionspunkten über mehr Flexibilität oder mehr Kontinuität dürfte ein guter Kompromiss erzielt worden sein. Ganz entscheidend wird aber auch sein, geeignete Auswahlprozesse zur Besetzung der Verwaltungsposten zu finden. Wir brauchen für die jeweiligen Aufgaben die besten Leute. Rein parteipolitisch motivierte Besetzungen schaden meiner Erfahrung nach nicht nur dem Land, sondern meist bald auch dem betroffenen Regierungsmitglied und seiner Partei selbst.

Wenn es gelingt, die Regierungs- und Verwaltungsreform rechtzeitig zu verabschieden, stärken wir auch die nächste Regierung. Dies wird nötig sein, denn die Herausforderungen für die nächste Regierung werden nicht kleiner. Viele Strukturreformen, die eine nachhaltige Entlastung des Staatshaushaltes bringen können, lassen sich zwar in dieser Legislaturperiode vorbereiten, aber vermutlich kaum mehr umsetzen. Der Landtag kann diesen Prozess jedoch erleichtern, indem er sich klar für die Notwendigkeit von Strukturreformen ausspricht.

Im Kontext der Regierungs- und Verwaltungsreform sollten wir uns auch die Frage stellen, was heute alles Staatsaufgaben sind und wer im Staat diese auf welche Weise am besten wahrnimmt?

Vor allem durch die wirtschaftlichen, technologischen und internationalen Entwicklungen werden wir gezwungen, uns diese Frage immer wieder neu zu stellen. War beispielsweise bis zum Aufkommen des Autos eine Regelung des Strassenverkehrs kaum nötig, ist dies heute ohne erheblichen Aufwand auf Seiten des Staates kaum möglich. In jüngster Zeit ist eine ähnliche Entwicklung im Bereich der Finanzwelt zu beobachten. Wollen wir einen funktionierenden Finanzplatz erhalten und weiter ausbauen, werden wir uns dem internationalen Trend nicht entziehen können und uns dessen Regulierung mehr kosten lassen müssen. Natürlich sollten wir dabei Fehler und unnötige Ausgaben anderer Staaten in diesem Bereich nicht kopieren.

Andererseits finden sich auch Entwicklungen, die in die umgekehrte Richtung wirken können. Kein Staat sollte zum Beispiel heute mehr selbst eine eigene Telefongesellschaft betreiben, sondern das Telefongeschäft den Privaten überlassen und sich darauf beschränken, dieses klug zu regulieren.

Vor allem dort, wo es mittlerweile einen funktionierenden Markt an privaten Anbietern gibt, sollten wir uns überlegen, ob der Staat noch selbst als Anbieter auftreten muss, oder, ob es nicht besser ist, wenn er nur noch reguliert und gegebenenfalls auch noch finanziert. Der Staat nimmt dann die Staatsaufgabe als Gewährleistungsaufgabe wahr und tritt – wenn überhaupt - nur noch subsidiär zu den Privaten selbst als Anbieter auf. Durch den Wettbewerb der Privaten können so Effizienzgewinne und bessere Dienstleistungen zum Vorteil aller erreicht werden.

Auch zwischen Land und Gemeinden sollten wir uns immer wieder fragen, welche Aufgaben auf welcher Ebene besser wahrgenommen werden. Wir sind zwar ein kleines Land, jedoch sollten selbst wir vermeintliche Skalenvorteile zentraler Aufgabenwahrnehmung durch das Land nicht überschätzen und Vorteile von lokalem Wissen sowie Wettbewerb unter den Gemeinden nicht unterschätzen. Im Vordergrund sollten Bürgernähe und Qualität der staatlichen Dienstleistung stehen.

Sehr geehrte Landtagsabgeordnete

Demnächst werden Sie auch über eine Initiative entscheiden müssen, die das Sanktionsrecht des Landesfürsten einschränken möchte. Da ich als Stellvertreter des Fürsten mit der Ausübung der ihm zustehenden Hoheitsrechte betraut bin, halte ich es für angebracht, Sie vor Ihrer Entscheidungsfindung direkt zu informieren, warum das Fürstenhaus diesen Vorschlag ablehnt.

Unsere heutige Staatsform wird vielfach als Dualismus bezeichnet, weil gemäss Artikel 2 die Staatsgewalt gleichzeitig im Fürsten und im Volke verankert ist. Das bedeutet, dass Fürst und Volk zum Wohle des Landes zusammenwirken müssen. Weder der Fürst noch das Volk können ohne die Zustimmung des jeweils anderen das Land in eine bestimmte Richtung lenken und grundlegende Schritte setzen.

Diese Staatsform des Dualismus hat sich seit seiner Einführung 1921 bewährt und ist mit vielen Vorteilen verbunden, insbesondere einer grossen politische Stabilität, einer hohen Kontinuität in der Regierungsführung und einer einzigartigen Identität.

Mit der Verfassungsreform von 2003 wurde der Dualismus beibehalten und von einer grossen Mehrheit des Volkes bestätigt. Für den Fall, dass sich das Fürstenhaus und das Volk einmal auseinanderleben und das Volk den Dualismus aufgeben möchte, wurde aber neu eine Bestimmung aufgenommen, durch die die Verfassung auch ohne Zustimmung des Fürsten geändert werden kann.

Der Dualismus würde aber bereits durch die vorliegende Initiative zur Abänderung des Sanktionsrechts abgeschafft werden. Auch wenn die Umstellung auf ein aufschiebendes Veto des Fürsten auf den ersten Moment nur als eine kleine Änderung erscheinen mag, würde sie unser bisher so erfolgreiches Staatsgefüge entscheidend ändern. In Zukunft müssten Fürst und Volk nämlich nicht mehr zusammenwirken.

Der Fürst würde ein wichtiges politisches Instrument verlieren, das aus Sicht des Fürstenhauses notwendig ist, damit es die politische Verantwortung für das Amt des Staatsoberhauptes übernimmt. Mit anderen Worten: das Fürstenhaus ist nur dann bereit, politische Verantwortung zu übernehmen, wenn der Fürst auch die aus Sicht des Fürstenhauses dafür nötigen politischen Instrumente hat.

Wenn das Volk dies aber nicht mehr will, dann möchte das Fürstenhaus auch keine politische Verantwortung mehr übernehmen und sich mit einem klaren Schnitt gänzlich aus dem politischen Leben in Liechtenstein zurückziehen. Denn der Name Liechtenstein ist zu eng mit dem Fürstenhaus verbunden, als dass nicht auch weiterhin das Fürstenhaus mit der Politik Liechtensteins in Verbindung gebracht würde. Als Feigenblatt einer nicht mehr vom Fürstenhaus getragenen Politik möchte das Fürstenhaus aber nicht dienen. Solange das Volk jedoch die jetzige Staatsform des Dualismus beibehält, wird sich das Fürstenhaus nach bestem Wissen und Gewissen für die Geschicke des Landes einsetzen.

Sehr geehrte Landtagsabgeordnete

In den nächsten Monaten werden Sie neben den bereits angesprochenen, weitere für die Zukunft unseres Landes grundlegende Entscheidungen treffen müssen, wie über die Entflechtung von Kirche und Staat und über eine wirkliche Hilfe für Frauen in Schwangerschaftskonflikten. Ich wünsche Ihnen bei all diesen Entscheidungen viel Weisheit und Gottes Segen.

 
 
Ansprache von Doris Frommelt, Alterspräsidentin,
an der Eröffnungssitzung des Landtages am 1. März 2012

Durchlauchter Erbprinz
Geschätzte Frauen und Herren Abgeordnete
Geschätzte Mitglieder der Fürstlichen Regierung
Meine Damen und Herren


Mit der heutigen Eröffnung des Landtags beginnt das letzte Jahr der Legislaturperiode 2009 bis 2013. Diese Zeit ist geprägt durch vielfältige wirtschaftliche und gesellschaftliche Belastungen, die tiefgreifender sind und länger dauern werden, als wir ursprünglich hofften. Umso wichtiger ist es, dass die Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gemeinsam zukunftsorientierte und ganzheitliche Lösungen im Interesse des Gemeinwohls lokal, regional und global erarbeiten.

Wie können auf die grossen Fragen „richtige“ Antworten gefunden, und wie können die notwendigen Massnahmen durchgeführt werden, damit es in unserer kleinen und grossen Welt mehr wirtschaftliche Perspektiven, weniger Armut und Umweltzerstörung und Frieden und Gerechtigkeit  gibt? Die Herausforderung Lösungen zu finden, führt immer auch zu einer Wertediskussion und zu Verunsicherung. Ich frage mich, wie in Zeiten des Wandels wieder Sicherheit und Vertrauen geschaffen werden kann.

Wichtige Lösungsansätze werden u.a. in den Vereinten Nationen diskutiert und sind schon seit längerem bekannt. An den Konferenzen 1992 in Rio und 2000 in New York wurden bspw. entscheidende, zukunftsweisende Beschlüsse gefasst, deren Umsetzung aber nur in Ansätzen gelingt und sich selten an den Zeitrahmen hält.

Im Jahr 2000 haben sich die Vereinten Nationen auf sogenannte Millenniumsziele geeinigt. Oberstes Ziel der von 189 Staaten beschlossenen Millenniumserklärung ist die globale Zukunftssicherung bis zum Jahr 2015. Es bleibt nur noch wenig Zeit bis zum Jahr 2015. Bis dann sollte u.a. nicht nur die Zahl der Menschen, die von weniger als einem US-Dollar pro Tag leben, sondern auch der Anteil der Menschen, die unter Hunger leiden, um mindestens die Hälfte gesenkt werden.

Ein weiteres fundamentales Ziel, dass Jungen und Mädchen weltweit eine vollständige Grundschulausbildung erhalten, wird nicht erfüllt werden.

Auf Einladung der Stiftung Liechtensteinischer Entwicklungsdienst (LED) habe ich an einer Projektbesuchsreise für Parlamentarierinnen und Parlamentarier teilgenommen. Wir erhielten im westafrikanischen Land Burkina Faso einen Einblick in die Ergebnisse, Chancen und Risiken der Entwicklungszusammenarbeit. Wir waren sechs Landtagsabgeordnete, die zusammen mit einer Delegation des schweizerischen Nationalrates, eindrucksvolle Tage in diesem bitterarmen Land südlich der Sahelzone erlebten. Die Begegnungen vor Ort und der gegenseitige Erfahrungsaustausch überzeugten mich einmal mehr vom Sinn der Ent­wicklungs­zusammenarbeit. So kann unser kleines Land einen angemessenen Beitrag der Solidarität mit benachteiligten Regionen im Süden leisten.

Wir sahen jedoch gleichzeitig, dass die erwähnten Millenniumsziele trotz der beträchtlichen Hilfe, die viele Staaten und Organisationen allein in Burkina Faso leisten, auch in diesem Land bei weitem noch nicht erreicht werden.

Für das Jahr 2012 hat die UNO-Generalversammlung eine Nachfolgekonferenz zum „Erdgipfel“ von 1992 beschlossen. Die Weltgemeinschaft vereinbarte damals in Rio de Janeiro unter anderem das entwicklungs- und umweltpolitische Aktionsprogramm „Agenda 21“, das als Meilenstein auf dem Weg zur Nachhaltigkeit gilt. Rio+20 soll auf „höchster politischer Ebene“ stattfinden, heisst es in der Entschliessung der Generalversammlung. Die Staats- und Regierungschefs der Welt sollen der nachhaltigen Entwicklung dort neuen Schwung verleihen. Es ist an der Zeit, dass den Entscheidungen Taten folgen.

Was braucht es, um diesen Themen das dringend erforderliche Gewicht zu geben? Das Wissen um die globale Bedrohung genügt jedenfalls nicht. Auch das von Naturkatastrophen und Krieg verursachte Leid bringt die Menschheit bisher nicht zum notwendigen Umdenken.

Durchlaucht, Frauen und Herren Abgeordnete, in all diesen Bereichen ist Führungskraft gefragt und damit die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Damit meine ich glaubwürdige Persönlichkeiten, Frauen und Männer, die handeln und die gleichzeitig die Bürgerinnen und Bürger darin bestärken, sich für ihre Menschenrechte und gegen die Zerstörung der Lebensgrundlagen einzusetzen.

Ich denke u.a. an Dick Marty, den ich im Europarat kennen und schätzen lernte. Sein unermüdlicher Einsatz für Transparenz, Recht und Gerechtigkeit ist vorbildlich. Und es gibt viele weitere starke und mutige Frauen, wie z.B. die burmesische Politikerin Auung San Suu Kyi, die sich seit über zwanzig Jahren für eine gewaltlose Demokratisierung in ihrem Land einsetzt.

Das Vertrauen in die politisch Verantwortlichen nimmt in vielen Bereichen ab, wie wir es aktuell in Europa auf Grund der Finanzkrise erleben, wo trotz sogenannter Rettungsschirme immer mehr Menschen wirkliche Not leiden. Was bleibt sind Gefühle der Ohnmacht und Ratlosigkeit.

In einem Klima der Gleichgültigkeit und Resignation braucht unsere Gesellschaft – ich wiederhole mich – authentische und starke Vorbilder. Der designierte deutsche Bundespräsident  Joachim Gauck setzt sich für die Stärkung der Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger ein, für Transparenz und die Mitwirkung der Bevölkerung an politischen Entscheidungen. „Wir alle begreifen das Glück der Freiheit stärker, wenn wir uns beteiligen.“ Oder mit Dick Martys Worten: „Alle Bürgerinnen und Bürger müssen in ihrem jeweiligen Lebensumfeld Verantwortung übernehmen.“

Nun lassen Sie mich, Durchlaucht, geschätzte Frauen und Herren Abgeordnete, zu einigen nationalen Themen kommen, die uns dieses Jahr beschäftigen.

Seit über zehn Jahren wird die Neuregelung des Verhältnisses von Kirche und Staat diskutiert. Der Landtag soll sich noch in diesem Jahr mit dem Vorschlag für ein Religionsgesetz befassen. Neben der öffentlich-rechtlichen  Anerkennung der verschiedenen Religionsgemeinschaften, die sich zu den Grundwerten bekennen, müssen vor allem die Finanzierung und vermögens-rechtliche Fragen mit den Gemeinden sowie die Nutzung der Kirchenbauten geklärt werden. Für mich ist auch die Zukunft des Religionsunterrichtes ein wichtiges Anliegen. Gerade im Zusammenhang mit der Wertevermittlung wäre es meiner Ansicht nach nicht richtig, den konfessionellen Religionsunterricht einfach ersatzlos zu streichen. Die Vielfalt religiöser Überzeugungen und kultureller Herkunft ist ein charakteris­tisches Merkmal der Gesellschaft. Religiöse Traditionen sind ein wertvolles Kulturgut. In der Schule sollen die Schülerinnen und Schüler die religiösen Traditionen kennen lernen, die für das Verständnis der Gesellschaft und der heutigen Welt wichtig sind. Dazu gehören bei uns vor allem Elemente aus der christlichen Überlieferung, aber auch aus anderen Religionen. Das Fach „Religion und Kultur“ in der Primarschule wäre eine Lösung, wie wir sie schon in der Sekundarstufe kennen und wie sie in unseren Nachbarländern teilweise ebenfalls schon realisiert ist.

Die Integration, ein weiteres wichtiges Thema, schliesst an die Frage nach der Bedeutung der Religion an. Gerade für unser kleines Land ist es unbedingt notwendig, dass wir die Menschen, die aus dem Ausland zu uns kommen und mit uns zusammenleben gut integrieren. Kinder sollen lernen, sich mit Menschen verschiedener Überzeugung und Weltanschauung, mit Menschen anderer Kulturen zu verständigen und deren Lebens- und Werthaltungen zu respektieren. Begleitend zur frühen Förderung der Kinder braucht es das Angebot einer guten Elternarbeit. Ein Drittel der Wohnbevölkerung unseres Landes sind Ausländerinnen und Ausländer. Ca. 5'000 von ihnen haben eine andere Muttersprache. Die Integration dieser Menschen ist eine wichtige gesellschaftspolitische Aufgabe. Es ist selbst­verständlich, dass auch die bei uns lebenden Menschen aus anderen Kulturräumen ihren Beitrag zur Integration leisten müssen.

Als Alterspräsidentin möchte ich noch auf ein weiteres, sehr wichtiges Thema hinweisen, nämlich auf die Zunahme der älteren und alten Menschen in unserer Gesellschaft. Ein Berliner Altersforscher bezeichnet das 21. Jahrhundert als das „Jahrhundert des Alters“. Und doch sind in unserer Epoche Zeitgeist, Werte, Konsum, Freizeit und Lebensperspektive auf Jungsein und Jugendlichkeit ausgerichtet. Gleichzeitig erleben wir auch, dass viele ältere Menschen in der dritten Lebensphase stark für öffentliche Anliegen eintreten, für die Umwelt und erneuerbare Energien, für soziale Gerechtigkeit und Frieden. Die Gesellschaft wird zunehmend auf die Erfahrungen und Dienstleistungen der älteren Generation angewiesen sein. Damit verbunden ist allerdings die Sorge um die Menschen, die aufgrund des Alterns mehr Zuwendung, Pflege und Fremdversorgung verlangen. Schon lange ist es nicht mehr die Regel, dass die älteren Menschen in den Familien betreut und gepflegt werden können. Ohne die verschiedenen Institutionen, die sich um die Beratung und Pflege von jungen und alten Menschen kümmern, könnte diese Aufgabe nicht mehr erfüllt werden. Wir sind dabei auf die wertvollen Dienste von Familienhilfe und Spitex sowie von Fach­personen des Heilpädagogischen Zentrums und des Vereins für Betreutes Wohnen angewiesen. Erwähnen möchte ich auch, dass mehrere Stiftungen in unserem Land das soziale Netz mit erheblichen finanziellen Beiträgen stärken. Die Schaffung eines neuen zeitgerechten Generationenvertrags, der alle Generationen mit einschliesst, sollte für uns alle eine grosse Herausforderung aber auch Chance sein.   

In meiner heutigen Ansprache möchte ich auch drei bedeutende Jubiläen Liechtensteins im Jahre 2012 erwähnen.

Am 22. Februar erlebten wir die Jubiläumsfeier des Historischen Vereins zum Auftakt der Veranstaltungen 300 Jahre Liechtensteiner Oberland. Mit dem Kauf der Grafschaft Vaduz durch Fürst Hans Adam Andreas von Liechtenstein am 22. Februar 1712 wurde die Basis zur Gründung des Fürstentums Liechtenstein im Jahre 1719 gelegt. Dadurch wurden das Liechtensteiner Oberland und das Unterland wieder vereinigt. Wir erinnern uns an die eindrucksvollen Aktivitäten zum Jubiläum 300 Jahre Liechtensteiner Unterland vor 13 Jahren. Nun sollen auch die Anlässe in diesem Jahr Gemeinschaftserlebnisse für Jung und Alt ermöglichen und dadurch vor allem die staatlichen Grundwerte fördern und das Bewusstsein der Zusammengehörigkeit stärken.

Zwei weitere Jubiläen in diesem denkwürdigen Jahr betreffen die Verfassung und den Landtag selbst. Liechtenstein erhielt am 26. September 1862 eine neue konstitutionelle Verfassung. Diese neue politische Ordnungsform ist das Ergebnis der Auseinandersetzungen um Bestimmungsgewalt im Staat zwischen dem Fürsten und den Landständen. Dabei ging es um die politische Mitwirkung der Volksvertretung. Der regierende Fürst ist gemäss der neuen Verfassung nicht mehr  absolutistischer Herrscher wie noch unter der land­ständischen Verfassung von 1818. Ohne Mitwirkung und Zustimmung der Volksvertretung darf die Verfassung nicht mehr geändert werden, und  der Landtag ist seither auch bei der Gesetzgebung massgeblich beteiligt. Diese neue Verfassung von 1862 war vom Gedanken geprägt, dem Volk eine Repräsentation mit beträchtlichen Mitwirkungsrechten zuzugestehen, andererseits aber auch vom Willen, das monarchische Prinzip zu wahren. Im November 1862 fanden die ersten Landtagswahlen statt. Im Herbst dieses Jahres können wir also 150 Jahre Verfassung und 150 Jahre Landtag feiern. Dabei macht uns die Vergangenheit bewusst, dass die Weiterentwicklung der Verfassung nur möglich ist, wenn beide Souveräne, Fürst und Volk, zusammenwirken.

Wie können wir beim Nachdenken über den Zusammenhang von Geschichte mit staatlichen Jubiläen die Zukunft so gestalten, dass wir unseren Kindern und Enkeln eine lebenswerte Welt hinterlassen? Erfreulicherweise melden sich überall junge Menschen zu Wort  und leisten mit neuen Ideen und Projekten ihren Beitrag für die Zukunft.

So fand vom 18. bis 22. Mai des vergangenen Jahres das erste „MorgenLand-Festival“ in Liechten­stein statt. Dabei erprobten die Jungen vor dem Horizont globaler Heraus­forderungen lokale Schritte in eine enkeltaugliche Zukunft.

Und erst vor zwei Wochen trafen sich Jugendliche aus allen weiterführenden Schulen zur 5. JUBEL-Vollversammlung. Die Jugendbeteiligung Liechtenstein unterstützt und fördert engagierte Schülerinnen und Schüler, damit sie lernen sich einzumischen, sich kritisch und offen zu äussern und ihre Lebenswelt mit zu gestalten.




Das Interesse vieler Jungen an ihrer Mitwelt, an den Fragen unserer Zeit macht Hoffnung.

Nächste Woche findet genau hier im Hohen Haus die 7. Session des Jugendparlamentes zur Alpenkonvention statt. 80 Jugendliche aus allen 7 Alpenländern werden sich eine Woche lang mit dem Umweltthema „Energieeinsparung“ auseinandersetzen. Sie werden dis­kutieren, sich informieren, länderübergreifende Netzwerke aufbauen und schliesslich eine Resolution verfassen, die ihre Ideen und Visionen beinhalten. Junge Menschen, die sich engagieren und unsere und ihre Zukunft aktiv mitgestalten wollen, werden auch in 50 Gastfamilien aus Liechtenstein willkommen geheissen. Lassen wir uns doch alle von ihrem Enthusiasmus, aber auch von dieser Offenheit und Gastfreundschaft von Liechten­steinerinnen und Liechtensteinern für das kommende Jahr anstecken und die Heraus­forderungen gemeinsam angehen.

Durchlaucht, geschätzte Frauen und Herren Abgeordnete, lassen Sie mich zum Schluss kommen. Wir müssen Liechtenstein zukunftsfähig machen. Zukunftsfähigkeit, die vor allem auf Weitsicht, Selbstvertrauen und Zuversicht aufbaut. Gerade als kleines Land können wir mit klugen, mutigen, nachhaltigen und damit zukunftsfähigen Modellen auf uns aufmerksam machen und Vorbild sein.

In diesem Sinne wünsche ich uns ein erfolgreiches Jahr mit einem guten Abschluss der Legislaturperiode, und ich hoffe fest, dass genügend kompetente, einfühlsame, weitsichtige Frauen und Männer in unserem Land bereit sind, sich künftig für die politische Arbeit zu engagieren. 



1. März 2012, Doris Frommelt


 
Es gilt das gesprochene Wort!
 
 
Ansprache von Landtagspräsident Arthur Brunhart
am Staatsfeiertag des Fürstentums Liechtenstein, 15. August 2012, Vaduz



Heute, am 15. August, feiert unser Land den Staatsfeiertag. Wir begehen ihn in einem Jahr der Jubiläen: 300 Jahre Liechtensteiner Oberland, 150 Jahre Verfassung des Fürstentums Liechtenstein, 150 Jahre Liechtensteiner Landtag.
 
Jubiläen sind geschichtsbezogene Wir-Anlässe. Man freut sich, feiert, blickt hoffnungsfroh und gespannt in die Zukunft, schaut nachdenklich und vielleicht etwas selbstzufrieden in die Vergangenheit. Jubiläen schaffen somit wegweisende Referenzpunkte.
 
In diesem Zusammenhang noch wichtiger als Vergangenheit und Zukunft ist die Gegenwart zur Bestätigung und Bekräftigung von Beziehungen – in unserem Falle der Beziehungen zwischen den Souveränen Fürst und Volk, die seit Jahrhunderten ein erfolgreiches Gespann sind.
 
Der heutige Staatsfeiertag ist eine besondere Gelegenheit, sich die Bedeutung dieser Beziehung anhand der Jubiläen kurz zu vergegenwärtigen und sich zu fragen, wo der gemeinsame Nenner liegt.
 
Dieser liegt im gemeinsamen Einverständnis über gewisse Grundwerte und im Bewusstsein, zusammenzugehören.
 
Dem Staatsfeiertag nun obliegt es laut Gesetz,

  • die staatlichen Grundwerte zu fördern und
  • Bewusstsein der Zusammengehörigkeit zu stärken.
Sie kennen diese staatlichen Grundwerte. Als solche gelten vor allem:
  • die konstitutionelle Erbmonarchie auf parlamentarischer und demokratischer Grundlage;
  • die Verankerung der Staatsgewalt im Fürsten und im Volk;
  • der Wille zur Eigenständigkeit Liechtensteins;
  • das legitime Bedürfnis nach Bewahrung der liechtensteinischen Eigenart;
  • das Mitwirken in der Völkergemeinschaft;
  • das Vertreten unserer legitimen Interessen.
Das Bewusstsein der Zusammengehörigkeit nährt sich aus vielen Quellen, auch aus dem Empfinden einer nationalen Identität. Dazu gehören, wie eine Umfrage und Untersuchung zeigte, vor allem:
  • Die gemeinsame Sprache;
  • Die Monarchie;
  • Die Staatsbürgerschaft und das politische Engagement;
  • Das vertraute soziale, gesellschaftliche und räumliche Umfeld;
  • Die gemeinsame Geschichte.
Grundwerte als auch nationale Identität sind einem mehr oder minder starken Wandel unterworfen. Das heisst, dass nicht das Bewahrenwollen, sondern das Bewusstsein einer nationalen Identität die notwendige Stabilität in Auseinandersetzungen verleiht.
 
Die Jubiläen, die wir in diesem Jahr feiern, haben gerade in dieser Hinsicht eine zentrale Funktion, indem sie an Ereignisse und Personen erinnern, die für unseren Staat wichtig sind und die für das Fürstenhaus und das Volk etwas herbeigeführt haben, was Zukunft hatte, was gemeinsam akzeptiert war und was gemeinsam getragen wird.
 
Das Jubiläum „300 Jahre Oberland“ erinnert an die Huldigung der Grafschaft Vaduz im Jahre 1712. Die Oberländer banden sich - wie 1699 die Unterländer - durch den Treu- und Gehorsamseid an ihren Landesherrn. Zuvor gelobte der Landesherr, die Rechte der Untertanen zu achten. Wir wissen, dass aus der Verbindung unserer Landschaften mit dem Fürstenhaus eine beispiellose Erfolgsgeschichte ihren Anfang genommen hat – und auch dafür, wie für vieles andere, sind wir dem Fürstenhaus zu Dank verpflichtet.
 
Es ist bedeutsam, dass wir uns im Rahmen des Staatsfeiertages daran erinnern.
 
Das andere Jubiläum betrifft die konstitutionelle Verfassung aus dem Jahr 1862, die Fürst Johann II. erlassen hat. Es wurde Wirklichkeit, was das liechtensteinische Volk lange gewünscht und gefordert hatte und was der Fürst konzedierte, dass nämlich die Untertanen zu selbstbestimmten Bürgern wurden, die über Grundrechte verfügten.
 
Dieses fundamentale Ereignis verdient eine Vergegenwärtigung.
 
Das dritte Jubiläum gedenkt der Schaffung des Landtags im Jahre 1862. Die Volksvertretung kann damit auf eine demokratische Tradition zurückblicken, die anderen Staaten Respekt abverlangt. Wir staunen, mit welcher Kraft der Landtag 1862 die Arbeit aufgenommen hat, und begreifen, dass die damals ausgelöste rasante Entwicklung Liechtensteins ohne den Landtag undenkbar ist.
 
Das Jubiläum "150 Jahre Landtag" hat auch den Sinn, die Wahrnehmung der Institution „Landtag“ in der Öffentlichkeit zu verstärken. Wie alle Systeme und Institutionen muss sich auch der Landtag weiterentwickeln. Er hat dazu die Kraft und den Willen. Rückblickend ist unschwer zu erkennen, dass die Ereignisse von 1699, 1712 und 1862 erfolgreiche, fast unglaublich anmutende Entwicklungen in Gang gesetzt haben, die sich letztendlich zum Wohle des Landes, der Bevölkerung und des Fürstenhauses ausgewirkt haben.
 
Dennoch wissen wir auch, dass diese Entwicklung und diese Errungenschaften nicht einfach vom Himmel gefallen sind, sondern dass dafür ein gewisser Konsens erarbeitet und erkämpft werden musste. Das liegt im Wesen politischer Auseinandersetzung.
 
Als kleines Land können wir uns keine allzu grossen Krisen leisten, weder nach Innen noch nach Aussen. Gerade bei Zwist und Streit muss sich die Qualität des Zusammengehörigkeitsgefühls beweisen.
  • Dazu gehört, dass ein umkämpfter Entscheid, wenn er einmal gefallen ist, akzeptiert wird.
  • Dazu gehört, dass Menschen nicht ins Abseits gedrängt werden, wenn sie eine andere Meinung vertreten. Die Meinungsfreiheit ist ein unschätzbares Gut, auch weil sich aus dem Widerstreit der Argumente die besten Lösungen ergeben. Respekt, Akzeptanz und Toleranz dürfen nicht nur Schlagworte sein.
  • Dazu gehört, den Dialog zuzulassen, ihn zu fördern, weil allein Dialog und Respekt vorhandene Risse in der Zusammengehörigkeit kitten und Gräben überwinden, die z. B. im Verlaufe erbittert geführter Abstimmungskämpfe entstanden sind.
  • Dazu gehört Vertrauen. Trotz Enttäuschung zu vertrauen, ist eine Grundhaltung. Misstrauen schadet Beziehungen.
Besinnen wir uns also heute auf das, was uns eint und was uns gemeinsam ist, nämlich das „Liechtensteiner sein“, was immer das für den einzelnen bedeuten mag und wie unterschiedlich man das verwirklicht.
 
In wenigen Monaten endet die vierjährige Legislaturperiode des liechtensteinischen Landtags. Bald wählen die Liechtensteinerinnen und Liechtensteiner ihre neue Volksvertretung.
 
Ich hoffe, dass sich bei Anfrage für eine Landtagskandidatur beherzte, kluge, tüchtige, volksverbundene und verantwortungsbewusste Frauen und Männer für dieses für unser Land so wesentliche Amt und diese weit mehr als nur interessante Aufgabe zur Verfügung stellen.
 
Es ist erforderlich, die für die Zukunft zentralen Themen und Herausforderungen ausserhalb jeder Tages- oder Parteipolitik, ohne Opportunismus und allein zum Vorteil unseres Landes anzugehen. Der Schulterschluss ist wichtiger denn je. Die konkreten Fragen, die im Raum stehen, erfordern eine Antwort. Die Politik hat sich der Sorgen und Interessen der Bürger anzunehmen.
 
Ich brauche nicht aufzuzählen, um was es geht. Es geht um Fragen wie die Sicherung der Sozialwerke; um Finanzen; Bildung und Ausbildung, die allen zugänglich ist; Zuwanderung und Integration; Gesundheits- und Altersvorsorge; Reform und Stärkung der staatstragenden Institutionen; Zukunft des EWR; Wohnraum; Lebensraum; Arbeits- und Werkplatz Liechtenstein und anderes mehr. Es geht um unser Heimatland.
 
Viele Gründe, die Rolle des Fürstenhauses, der Behauptungswille des Volkes, auch viel Glück, haben es ermöglicht, dass unser Fürstentum Liechtenstein überlebte. Fleiss, Innovationsgeist, Weitsicht und Offenheit, aber auch Vorsicht, Bedächtigkeit, Beharrungsvermögen und andere Talente haben dazu geführt, dass es blüht.
 
Unser Land wird auch die Zukunft erfolgreich bewältigen können, wenn ein Grundkonsens besteht, wenn unsere Identität Vielfalt zulässt, wenn wir die recht verstandenen staatlichen Grundwerte fördern und wenn wir das Bewusstsein der Zusammengehörigkeit behalten und stärken.
In diesem Sinne danke ich allen, die sich für unser Liechtenstein einsetzen und bereit sind, dafür Verantwortung zu übernehmen.
 
Ihnen allen danke ich für Ihre Aufmerksamkeit.
 
Ich wünsche Ihnen einen besinnlichen Staatsfeiertag, ein frohes Fest und Gottes Segen.

Am 4. und 5. Oktober 2012 findet ein offizieller Besuch des Deutschen Bundestagspräsidenten Prof. Dr. Norbert Lammert in Liechtenstein statt. Auf dem Programm stehen insbesondere ein Vier-Augen Gespräch mit dem Landtagspräsidenten Arthur Brunhart, ein Austausch mit der Aussenpolitischen Kommission des Landtags sowie eine Round-Table Diskussion mit Vertretern der Wirtschaft aus Liechtenstein. Abgerundet wird der Besuch mit einem Empfang auf Schloss Vaduz, einer Führung durch das Landesmuseum sowie einer Besichtigung der Firma Hilti AG in Schaan.

Besuch des Deutschen Bundestagspräsidenten in Liechtenstein

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Am 4. und 5. Oktober 2012 fand ein offizieller Besuch des Deutschen Bundestagspräsidenten Prof. Dr. Norbert Lammert in Liechtenstein statt. Es war der erste Besuch eines Deutschen Bundestagspräsidenten in Liechtenstein. Auf dem Programm stand insbesondere ein Austausch mit der Aussenpolitischen Kommission des Landtags. Dabei wurden Fragen parlamentarischer und wirtschaftlicher Art diskutiert. Beide Parlamentspräsidenten unterstrichen die Bedeutung der Beziehungen zwischen dem liechtensteinischen Landtag und dem deutschen Bundestag. Beim anschliessenden Round-Table Gespräch warten Vertreter des Bankenverbands, der Finanzmarktaufsicht sowie der Industrie- und Handelskammer anwesend. Dabei stand u.a. das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen den beiden Ländern im Fokus. Abgerundet wurde der Besuch mit einem Empfang auf Schloss Vaduz, einer Führung durch das Landesmuseum sowie einer Besichtigung der Firma Hilti AG in Schaan.

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Mit dem Inkrafttreten per 1. Februar 2013 der revidierten Geschäftsordnung für den Landtag des Fürstentums Liechtenstein und des infolgedessen abgeänderten Gesetzes über den Geschäftsverkehr des Landtages mit der Regierung und die Kontrolle der Staatsverwaltung ergeben sich auch die folgenden Änderungen von Bezeichnungen: 

- Das Landtagssekretariat heisst neu Parlamentsdienst

- Das Landtagsbüro heisst neu Landtagspräsidium



 

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Mit der Eröffnung der neuen Legislaturperiode des Landtags Ende März wird das im 2008 eingeweihte Landtagsgebäude wieder belebt. Nicht nur der Einzug von vier Fraktionen in den Landtag ist neu. Ebenso wird die Landtagseröffnung zum ersten mal in Bild und Ton übertragen.  

Nach den Landtagswahlen vom 3. Februar diesen Jahres wird am Mittwoch, 27. März, mit der traditionellen Jahres-Eröffnungssitzung die Legislaturperiode 2013 bis 2017 feierlich eingeläutet. Die Heilige Messe mit Generalvikar Markus Walser, zu der auch die Öffentlichkeit herzlich eingeladen ist, beginnt um 09:00 Uhr in der Kathedrale von Vaduz.

S.D. Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein wird nach 10:00 Uhr im Landtagssaal seine neunte Thronrede halten. Für die Ansprache des Alterspräsidenten zeichnet erstmals der Abgeordnete Albert Frick aus Schaan verantwortlich. Die Eröffnungssitzung wird live (in Bild und Ton) im Landeskanal übertragen.

Anlässlich der Eröffnung der neuen Legislaturperiode präsentiert sich der Liechtensteinische Landtag auf www.landtag.li in einem neuen Design. Die Inhalte der Website wurden komplett überarbeitet und erweitert. Sämtliche Informationen lassen sich dank verbesserter Struktur jetzt noch leichter finden. Aktuelle Themen werden laufend eingepflegt. Die Navigation ist anwenderfreundlich und übersichtlich gestaltet. Zudem steht neu eine barrierefreie Version der offiziellen Website des Landtags zur Verfügung

Das Regierungsgebäude
TagungTagungTagungTagungTagungTagungTagungTagung
Aussenpolitische KommissionAussenpolitische KommissionBesuch der Aussenpolitischen Kommission in WienBesuch der Aussenpolitischen Kommission in Wien
031020051126Dialog 5122031020051126Dialog 5126
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Auf Einladung der Schweizer Delegation für die Beziehungen zum liechtensteinischen Landtag weilte am Montag und Dienstag dieser Woche eine Delegation des liechtensteinischen Landtags unter der Führung von Landtagspräsident Klaus Wanger, mit Landtagsvizepräsident Ivo Klein sowie den Fraktionssprechern Doris Beck, Markus Büchel und Paul Vogt in Bern. Die Delegation wurde von Landtagssekretär Josef Hilti begleitet und vor Ort durch Botschafter S.D. Prinz Stefan sowie den Schweizer Botschafter im Fürstentum Liechtenstein, Paul Seger, ergänzt. In einem ersten Gesprächsblock zwischen den beiden Parlamentarierdelegationen wurden die Themen aktuelle Situation in der Verfassungsdiskussion mit dem Europarat, die überregionale Verkehrsproblematik im Dreiländereck Liechtenstein/Schweiz/Österreich, die Erweiterung der Personenfreizügigkeit sowie der Beitritt der Schweiz zum Schengen-Abkommen erörtert. Gesprächspartner der liechtensteinischen Delegation waren Ständeratspräsident Bruno Frick, die Nationalrätinnen Brigitte Gadient und Regina Zapfl sowie die Nationalräte Walter Müller und Ulrich Giezendanner. Abgeschlossen wurde der erste Besuchstag mit einem Empfang in der liechtensteinischen Botschaft durch S.D. Prinz Stefan. Der zweite Besuchstag wurde mit einem Höflichkeitsbesuch bei Bundespräsident Samuel Schmid im Bundeshaus eröffnet. Nach einer Führung durch die Ratssäle folgte der zweite Gesprächsblock zu gesellschaftspolitischen Fragen, wobei insbesondere die Zukunft der Sozialwerke und der Gesundheitssysteme angesichts steigender Kosten und demographischer Veränderungen diskutiert wurden. An dieser Gesprächsrunde nahm auch Ständerat Eugen David als ausgewiesener Kenner dieser sozialpolitischen Themen teil. Nach einem gemeinsamen Mittagessen folgte zum Abschluss des zweitägigen Besuches in Bern eine Führung durch das Paul Klee Museum mit einer Besichtigung der ständigen Sammlung.

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AMANN M RI 4971 782AMANN8895 501BATLINER C RI 4982 548BECK D RI 5004 860BECK J BR 8924 188BIEDERMANN G RI 5024 938BRUNHART A RI 5037 423BUECHEL G RI 5045 798BUECHEL H BR 9087 79BUECHEL P BR 8947 673FRICK A RI 5058 501FRICK P RI 5073 63FROMMELT D RI 5095 532GOPPRRI5108 907HILTI D BR 8982 938HILTI P RI 5132 876KAISER J RI 5149 579KINDLE E BR 9004 704KINDLE M RI 5291 829KONZETT H RI 5310 782KRANZ G RI 5169 954LAMPERT P RI 5193 657SCHAELDER L RI 5328 219WENAWESER S RI 5347 735WOHLWEND R RI 5261 860LANDTAG RI 4911 188LANDTAGRI4791 344LANDTAG BR 9199 63LANDTAG BR 9214 657LANDTAG BR 9219 469LANDTAG BR 9225 594LANDTAG BR 9291 266LANDTAG RI 4851 126LANDTAGBR9181 501LANDTAGMG8454 407LANDTAG+STV RI 5706 219AUSSENPOLITISCHE KOMDELEGATION BODENSEE RI 5680 360DELEGATION INTDELEGATION EFTA RI 5666 94DELEGATION OSZE RI 5652 298DELEGATIONEUROPARATRI563 798LANDTAGGesamtRI5461 735EWRKOMMISSIONRI5599 751FINANZKOMMISSIONRI5572 626GPK RI 5583 79LANDTAGSBUERO RI 5527 641RICHTERAUSWG
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Die Sitzungen des Landtags sind in der Regel öffentlich und die Debatten können vor Ort mitverfolgt werden. Eine entsprechende Anzahl Zuschauerplätze stehen dem interessierten Publikum im Plenum zur Verfügung. Eine Anmeldungen ist nicht notwendig. 

Durchlauchter Erbprinz

Sehr geehrte Mitglieder der Regierung

Sehr geehrte Frauen und Herren Landtagsabgeordnete

Liebe Gäste

Ich freue mich, anlässlich der heutigen Landtagseröffnung ebenfalls ein paar Worte an Sie richten zu dürfen.

Durchlauchter Erbprinz, ich begrüsse Sie sehr herzlich und bedanke mich bei Ihnen, dass Sie uns mit Ihrer Anwesenheit beehren und die Eröffnung des Landtages vornehmen. Das Zusammenwirken von Fürstenhaus und Volksvertretung ist Grundpfeiler unseres Staatswesens. Es hat daher grosse Symbolkraft, dass die gewählten Frauen und Herren Abgeordneten den Amtseid in die Hände des Landesfürsten oder dessen Bevollmächtigten ablegen.

Ich begrüsse die anwesenden Gäste und die Medienschaffenden. Mit Ihrer Anwesenheit verleihen Sie dem heutigen Tag ein ganz besonderes Gepräge und ich bedanke mich für Ihr Interesse an unserem Staatswesen.

Mein besonderer Gruss geht an die gewählten Frauen und Herren Landtagsabgeordneten. Ich gratuliere Ihnen auch meinerseits zu Ihrer Wahl in das liechtensteinische Parlament. Sie nehmen als Vertreterin oder Vertreter des liechtensteinischen Volkes eine grosse und verantwortungsvolle Aufgabe auf sich. Dafür gebührt Ihnen uneingeschränkter Dank. Mit dem soeben geleisteten Amtseid haben Sie sich verpflichtet, auf Basis der Verfassung und der geltenden Gesetze das Wohl des Landes nach bestem Wissen und Gewissen und ohne Nebenabsichten zu fördern. Sie werden feststellen, dass dies eine wahrhaft herausfordernde Aufgabe sein kann.

Mit dem heutigen Tag endet die Amtszeit der im Jahre 2009 vereidigten Regierung. Es war eine Amtsperiode, die den Regierungsmitgliedern in hohem Masse herausfordernde Aufgaben beschert hat. Es ist mir daher ein Bedürfnis der scheidenden Regierung den Dank des neuen Landtages auszusprechen. Ich danke Herrn Regierungschef Klaus Tschütscher, Herrn Regierungschef Stellvertreter Martin Meyer, Frau Regierungsrätin Renate Müssner und Herrn Regierungsrat Hugo Quaderer herzlichst für die geleistete Arbeit im Dienste unseres Landes.  Ihnen allen wünsche ich für die weitere private und berufliche Zukunft alles Gute. Ebenso herzlich bedanke ich mich bei Frau Regierungsrätin Aurelia Frick, auf deren Dienste auch die kommende Regierung wird zählen dürfen. Auch Ihnen wünsche ich alles Gute und weiterhin viel Erfolg.

Die Landtagswahlen vom 3. Februar haben ein Resultat erbracht, wie es nur die Wenigsten im Lande vorausgesagt haben. Erstmals ziehen vier Fraktionen in den Landtag ein. In Analysen wird diese Wahl vorwiegend als Protestwahl deklariert. Dies soll nicht unbeachtet bleiben. Die Wahl ist ein deutlicher Fingerzeig an die in Regierung und Landtag Verantwortlichen, dass die Bevölkerung mit dem Gang der Dinge nicht zufrieden ist.

Das Wahlresultat muss aber auch als Ausdruck von Verunsicherung wahrgenommen werden. Es leben nun schon mindestens zwei Generationen im Lande, die nichts anderes als ein Leben in relativer Sorglosigkeit und relativem Wohlstand in einem Umfeld von stetem wirtschaftlichem Wachstum kennen. Diejenigen Mitbürgerinnen und Mitbürger, die in ihrem Leben auch genau das Gegenteil kannten, werden immer weniger. Das liebgewonnene und immer mehr als selbstverständlich erachtete Umfeld hat sich nun sehr schnell verändert. Einzelne Einkommensquellen des Staates sprudeln nicht mehr in gewohntem Masse. Auch hat sich beim Ausgabenwachstum eine bisher ungenügend gebremste Eigendynamik eingeschlichen. Die Folge ist, dass unser Staatshaushalt defizitär wurde und dringend der Sanierung bedarf. Den Staatshaushalt wieder ins Lot zu bringen, bedeutet in erster Linie, Kosteneinsparungen vorzunehmen, beziehungsweise Leistungen zu kürzen. Dass diese Entwicklung bei der Bevölkerung zu Verunsicherung führt, und sie dies zum Ausdruck bringt, ist verständlich.

Wir werden heute eine neue Regierung wählen. Diese Regierung wird nicht das Privileg haben, Geschenke zu verteilen. Ihr wird die undankbare Aufgabe zukommen, Opfer zu verlangen, unpopuläre Entscheidungen zu fällen. Diese Aufgabe wird auch dem Landtag in seiner Gesamtheit zukommen. Es ist ein Gebot der Stunde, dass Regierung und Landtag in gemeinsamer Arbeit die Verantwortung für unser Land wahrnehmen.

Geschätzte Frauen und Herren Abgeordnete. Ich sehe diese Ausgangslage als Chance für die Politik im Lande. Wir haben den Auftrag des Volkes, eine neue politische Ära einzuläuten. Festgefahrene Mechanismen und Verhaltensweisen, die sich über Jahrzehnte hinweg in unserer Politik etabliert haben und die dem Wohl des Landes längst nicht immer zuträglich waren, haben ausgedient. An ihre Stelle muss der ehrliche und unbedingte Wille zur Zusammenarbeit treten. Zum Wohle von Land und Leuten. Den Medien wird dabei eine ganz besondere Verantwortung zukommen. Sie haben es in der Hand, einen neuen Weg des politischen Miteinanders zu unterstützen oder zu untergraben. Das liechtensteinische Volk hat zum Ausdruck gebracht, welchen Weg es sich wünscht. Regierung und Landtagsabgeordnete aller Parteien sollen sich in gemeinsamem Bemühen den Problemen des Landes annehmen. Lassen Sie uns die anstehenden Aufgaben mit Fleiss und Klugheit angehen.

Mit der Revision des Gesetzes über den Geschäftsverkehr des Landtags mit der Regierung und mit der Revision der Geschäftsordnung des Landtags wurden die Rahmenbedingungen so angepasst, dass sie den Bedürfnissen unseres Milizparlamentes besser gerecht werden. Die Änderungen dienen dazu, den Informationsfluss zwischen Regierung und Landtag zu optimieren und die Abwicklung der Landtagssitzungen effizienter und zeitsparender gestalten zu können. Nutzen wir diese neuen Möglichkeiten in gewinnbringender Weise. Dann wird sich die unlängst öffentlich aufgeworfene Frage, ob der Landtag eine Schwatzbude sei, rasch von selbst beantworten.

Der Landtag durfte im vergangenen Jahr sein 150 jähriges Bestehen feiern. Seine Mitglieder haben die Entwicklung unseres Staatswesens in all den Jahren in hohem Masse geprägt. Dies ist ein stolzes Vermächtnis und es muss unser stetes Bemühen sein, diese Arbeit in geeigneter Weise fortzuführen. Tragen wir dazu Sorge, dass der Landtag in der Bevölkerung ein hohes Ansehen geniesst. Pflegen wir einen respektvollen Umgang und bemühen wir uns um eine Wortwahl, die diesem Hohen Hause zur Ehre gereicht. Würde und Ansehen des Landtages zu bewahren und zu mehren, ist meine ganz persönliche Bitte an Sie, meine sehr verehrten Damen und Herren. Es wird uns allen zur Ehre gereichen.

Durchlaucht, geschätzte Frauen und Herren Abgeordnete. Ich wünsche Ihnen bei Ihrer Tätigkeit im Dienste unserer geliebten Heimat Gottes Segen und viel Erfolg.

Thronrede seiner Durchlaucht Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein zur Landtagseröffnung

ANSPRACHE
SEINER DURCHLAUCHT ERPRINZ ALOIS VON UND ZU LIECHTENSTEIN 

ANLÄSSLICH DER LANDTAGSERÖFFNUNG 2013

Sehr geehrte Landtagsabgeordnete

Ich gratuliere Ihnen herzlich zu Ihrer Wahl in den Landtag. Gleichzeitig möchte ich Ihnen auch danken, dass Sie sich in einer Zeit grosser Herausforderungen für diese wichtige und verantwortungsvolle Aufgabe in unserem Staat zur Verfügung gestellt haben.

Die grösste Herausforderung der kommenden Legislaturperiode wird das Ausgleichen des Staatshaushaltes sein. Der Landesvoranschlag sieht für 2013 einen Aufwandüberschuss von 210 Mio. CHF vor. Das sind 23% des betrieblichen Aufwands von 909 Mio. CHF bzw. 34% des betrieblichen Ertrags von 623 Mio. CHF. Ich sehe diese Situation mit grosser Sorge für das langfristige Wohl unseres Landes. Die immer noch beträchtlichen Staatsreserven und der positive Jahresabschluss 2012 dürfen nicht den Blick darauf verschleiern, dass wir strukturelle Defizite haben und uns solche Fehlbeträge nicht länger leisten können.

Wir sind deshalb alle gefordert, unseren Staatshaushalt so schnell wie möglich wieder ins Lot zu bringen. Eine Verschuldung und ein Warten auf bessere Zeiten dürfen keine Option sein. Als Kleinstaat würden wir nur schwer Kredite erhalten und sie wären wahrscheinlich im Vergleich zu grossen Staaten mit grossen Volkswirtschaften unverhältnismässig teuer. Wohin eine Schuldenpolitik führen kann, zeigt uns die prekäre Lage vieler europäischer Staaten. Dies sollte für uns ausreichend Abschreckung sein.

Zu Recht wird die Stabilität des Landes als ein wichtiger Standortfaktor gepriesen. Neben der starken politischen Stabilität und der grossen Rechts- und Planungssicherheit brauchen wir aber auch finanzielle Stabilität, was unseren Staatshaushalt und eine nachhaltige Finanzierung der Sozialsysteme betrifft. Ohne eine solche umfassende Stabilität gefährden wir unsere Wirtschaft und in Folge auch unsere Arbeitsplätze, unsere Steuereinnahmen, unsere Sozialsysteme und unseren Wohlstand.

Die Finanzierungslücke können wir aber nicht nur durch höhere Steuern schliessen. Dadurch würden wir mittelfristig Unternehmen und Arbeitsplätze verlieren. Wir benötigen vor allem ein weiteres Sparpaket. Das wird zu schmerzhaften Eingriffen führen. Darüber dürfen wir uns keine Illusionen machen. Je länger wir aber diese Eingriffe vor uns her schieben, desto grösser und unangenehmer werden sie. Daher müssen wir jetzt handeln, schnell handeln, aber nicht überhastet handeln.

Aufbauend auf den Vorarbeiten der alten Regierung sollte die neue Regierung rasch ein gut durchdachtes Sparpaket schnüren. Der Sparprozess sollte gleichzeitig Landtag, Parteien, Gemeinden und Verbände in geeigneter Weise mit einbeziehen, um einen breit abgestützten nationalen Konsens sicherzustellen. Dabei müssen die Landesinteressen im Vordergrund stehen. Parteipolitik und Verfolgen von Partikularinteressen sind bei diesem kritischen Prozess nicht angebracht.

Beim Sparen sollten wir uns auch überlegen, welche Leistungen unser Staat auf welche Weise in Zukunft wahrnehmen soll, wir sollten unkonventionelle Wege prüfen und uns von Tabus der Vergangenheit lösen. Sehr bald sollten wir schon die Frage beantworten, ob unser Staat in Zukunft noch durch eigene Unternehmen das Telefonfestnetz betreiben muss? Eine berechtigte Frage, wenn man bedenkt, dass dies in den meisten anderen Staaten nicht mehr geschieht und ein eigenes, auf nur rund 20‘000 Festnetzanschlüssen aufbauendes Telefonunternehmen langfristig kaum international wettbewerbsfähige Lösungen anbieten kann.

Der Sparprozess sollte auch vorsehen, dass alle nötigen Entscheide basierend auf ausreichenden Abklärungen in der erste Hälfte der anstehenden Legislaturperiode gefällt werden können. Dies bedarf eines guten Prozessmanagements mit einer genauen Prüfung der Aus-  und Wechselwirkungen der geplanten Massnahmen und eines strikten Einhaltens von zeitlichen Meilensteinen.

Zeiten der grossen Herausforderungen sind meist auch Zeiten der grossen Chancen. Wenn die neue Regierung zusammen mit dem neuen Landtag, den Gemeinden und den verschiedenen weiteren Kräften im Land den Sparprozess erfolgreich führt, können wir sowohl rechtzeitig unseren Staatshaushalt ausgleichen als auch unseren Staat entscheidend für eine erfolgreiche Bewältigung der vielen anderen Herausforderungen stärken.

Mit dem Ausgleichen des Staatshaushaltes eng verbunden ist die nachhaltige Sicherung unserer Sozialsysteme. Die jüngst veröffentlichte Generationenbilanz zeigt uns deutlich, dass ohne grundlegende Reformen in diesem Bereich unser Staatshaushalt bald wieder ins Wanken gerät. Vor allem bei der Finanzierung der AHV und der Alterspflege werden sich ansonsten grosse Lücken auftun.

Bei der Altersvorsorge versteht schon ein Primarschüler, dass unser Pensionssystem angepasst werden muss, wenn die Lebenserwartung steigt. Entweder man leistet länger Pensionsbeiträge, zahlt höhere Beiträge oder erhält geringere Pensionsleistungen. Höhere Beiträge wären eine unverhältnismässige Belastung der Wirtschaft und des arbeitenden Teils der Bevölkerung, der in Zukunft aufgrund des Generationenaufbaus ohnehin schon eine wesentlich grössere Anzahl an Pensionisten pro Kopf erhalten muss. Eine Reduktion der Pensionsleistungen auf Schweizer Niveau kann zwar für eine gewisse Zeit die finanzielle Situation verbessern und ein sinnvolles Reformelement sein, sie ist aber alleine auch keine nachhaltige Option. Wir werden daher längerfristig nicht um längere Beitragszeiten herum kommen.

Wir sollten aber nicht einfach das Pensionsalter hinaufsetzen. Wir sollten uns vielmehr Gedanken machen, wie wir unser System der Altersvorsorge grundsätzlich verbessern können. Sollen wir von einem Mindestpensionsalter auf eine Mindestanzahl an Beitragsjahren umstellen, um insbesondere jenen entgegen zu kommen, die zwar früh mit dem Arbeitsleben beginnen, die Arbeit aber aufgrund von physischer Anstrengung auch früh aufgeben müssen? Sollen wir die Mindestanzahl an Beitragsjahren an die Lebenserwartung knüpfen, um wie einige Staaten einen automatischen Nachhaltigkeitsfaktor in unsere Altersvorsorge einzubauen? Gibt es Fehlanreize bei unserer Altersvorsorge, die wir beseitigen sollen? Sollen wir auch Reformen der zweiten Säule der Altersvorsorge vornehmen, um in Zukunft Probleme wie bei der Pensionsversicherung für das Staatspersonal zu vermeiden?

Neben der allgemeinen Altersvorsorge müssen wir besonders bei der Alterspflege mit einer Finanzierungslücke rechnen und entsprechende Reformmassnahmen setzen. Auch bei unserem Gesundheitssystem werden wir uns fragen müssen, wie und wie viel wir in Zukunft für die Gesundheit ausgeben wollen. All diese Grundpfeiler unseres Sozialsystems sollten wir gemeinsam mit dem Staatshaushalt in der nun anstehenden Legislaturperiode nachhaltig sichern. Nur so schaffen wir auch eine langfristige finanzielle Stabilität.

Wir werden den Staatshaushalt nicht ohne eine Reduktion der Staatsbeiträge ausgleichen können. Bei vielen Staatsbeiträgen handelt es sich um sogenannte Transferleistungen, durch die die Einwohner finanzielle Unterstützung erhalten. Änderungen bei den Transferleistungen können zu Umverteilungsdiskussionen führen. Ein gewisses Mass an Umverteilung im Staat ist für dessen Stabilität nötig, zu viel und schlechte Umverteilung hingegen gefährlich.

Bei der Reduktion der Staatsbeiträge sollten wir daher nicht einfach nur durch ein Absenken von Leistungen auf das Schweizer Niveau Einsparungen realisieren. Es wäre sinnvoll, gleich auch die Treffsicherheit der Transferleistungen zu prüfen. Es ist z.B. widersinnig von allen zu nehmen, um wieder an alle zu verteilen. Solche Durchlaufsysteme verursachen unnötige Bürokratiekosten und erhöhen die Gefahr, dass Mittel fehlgeleitet werden oder versickern.

Zu komplizierte Umverteilungssysteme mit vielen verschiedenen Transferleistungen führen leicht zur Anhäufung von Leistungen bei jenen, die die Systeme am besten durchschauen, statt Leistungen im ausreichenden Masse jenen zufliessen zu lassen, die sie benötigen. Auch entstehen häufig Schwellenprobleme, d.h. Situationen, bei denen sich zusätzliche Arbeitsleistung nicht mehr lohnt. Wir brauchen aber ein starkes und nachhaltig finanzierbares Sicherheitsnetz und keine Hängematten.

Der Kommunismus hat gezeigt, dass selbst die grössten Umverteilungssysteme keine geeigneten Mittel sind, um Gerechtigkeit auf Erden zu schaffen. Die kommunistischen Staaten sind vielmehr an diesem Versuch zerbrochen. Am besten fördert man Gerechtigkeit im Staat durch ein gutes Bildungssystem, bei dem alle Teile der Bevölkerung Zugang zu den bestmöglichen Bildungsleistungen erhalten. Hier haben wir noch einigen Verbesserungsbedarf, hier sollten wir ansetzen.

Wir dürfen jedoch keine Reformmassnahmen wählen, die dazu führen, dass zwar alle die gleichen Bildungsleistungen erhalten, dies aber auf einem niedrigeren Niveau. Dies würde nur dazu führen, dass die Wohlhabenden auf Bildungseinrichtungen im Ausland ausweichen und das Gegenteil des Gewünschten erreicht wird. Wir müssen vielmehr den weniger gut Ausgestatteten einen gleichwertigen Zugang zu den besten Bildungsleistungen im In- und Ausland ermöglichen. Gleichzeitig sollten wir Strukturen schaffen, die das Bildungsniveau ständig weiter verbessern, um für den globalen Wettbewerb optimal gerüstet zu sein.

Sehr geehrte Landtagsabgeordnete,

wir stehen vor einer für die Zukunft unseres Landes entscheidende Legislaturperiode. Ich wünsche Ihnen alles Gute und Gottes Segen bei Ihrer wichtigen Aufgabe.

Aktuelle Stunde

Anlässlich der Landtagssitzung vom 24. April wird erstmals das neue parlamentarische Instrument Aktuelle Stunde zur Anwendung gebracht. Gemäss Beschluss, wonach der stimmenstärksten Fraktion die Erstbenennung des zu behandelnden Themas zusteht, hat die FBP-Fraktion folgendes Thema zur Beratung beigebracht:

Langfristige Sicherung der AHV.

Der themenbestimmenden Fraktion stehen zwei Zeitgefässe von je fünf Minuten für ein Eröffnungsreferat und für ein Schlussreferat zu. Dazwischen steht allen Fraktionen und der Regierung jeweils ein Zeitgefäss von zehn Minuten für Redebeiträge zur Verfügung. Nicht ausgeschöpfte Blockredezeiten verfallen und können nicht von anderen Teilnehmern beansprucht werden. 

Ablauf

Nach dem Eröffnungsreferat haben alle Fraktionen Anspruch auf einen ersten Redebeitrag. In der Folge hat die Regierung Gelegenheit für eine erste Meinungsäusserung, sofern sie diese nutzen will. Danach haben alle Damen und Herren Abgeordneten in freier Reihenfolge Gelegenheit für Wortmeldungen bis das Zeitkontingent ihrer Fraktion  ausgeschöpft ist. In der Folge besteht für die Regierung eine zweite Möglichkeit zur Meinungsäusserung im Rahmen ihres Zeitkontingentes. Anschliessend folgt das Schlussreferat der themenbestimmenden Fraktion.

Grafische Zeitanzeige

Für die aktuelle Stunde wird im Plenum ein zusätzlicher Bildschirm aufgestellt, auf dem die verbleibenden Redezeiten von Fraktionen und Regierung als Countdown ersichtlich sind.

Besuch des japanischen Botschafters in Bern beim Landtagspräsidenten

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Am Mittwoch, 8. Mai 2013, statteten der japanische Botschafter in Bern, Ryuhei Maeda, und seine Frau dem Landtagspräsidenten Albert Frick einen Höflichkeitsbesuch ab.

Dabei wurden im Beisein des Landtagssekretärs Josef Hilti aussenpolitische Traktanden besprochen, insbesondere die Handelsbeziehungen zwischen Japan und Liechtenstein. Japan ist der zehntgrösste Handelspartner Liechtensteins. Die guten zwischenstaatlichen Beziehungen zwischen Japan und Liechtenstein fanden dabei besondere Erwähnung.

Auf dem Foto befinden sich der japanische Botschafter, dessen Frau und Landtagspräsident Albert Frick. 

Aktuelle Stunde im Mai Landtag

Anlässlich der Landtagssitzung vom 22. Mai wird zum zweiten Mal das neue parlamentarische Instrument Aktuelle Stunde zur Anwendung gebracht. Gemäss Beschluss, wonach der Fraktion mit den zweitmeisten Stimmen die Zweitbenennung des zu behandelnden Themas zusteht, hat die VU-Fraktion folgendes Thema zur Beratung beigebracht: 

Zukunftsorientierte Lösungen für die liechtensteinische Verkehrssituation in einem regionalen Kontext

Redezeiten

Der themenbestimmenden Fraktion stehen zwei Zeitgefässe von je 5 Minuten für ein Eröffnungsreferat und für ein Schlussreferat zu. Dazwischen steht allen Fraktionen und der Regierung jeweils ein Zeitgefäss von 10 Minuten für Redebeiträge zur Verfügung. Nicht ausgeschöpfte Blockredezeiten verfallen und können nicht von anderen Teilnehmern beansprucht werden. Die Regierung nimmt in der Regel durch das für den Themenbereich zuständige Regierungsmitglied an den Beratungen teil.

Ablauf

Nach dem Eröffnungsreferat haben alle Fraktionen Anspruch auf einen ersten Redebeitrag. In der Folge hat die Regierung Gelegenheit für eine erste Meinungsäusserung, sofern sie diese nutzen will. Danach haben alle Frauen und Herren Abgeordneten in freier Reihenfolge Gelegenheit für Wortmeldungen bis das Zeitkontingent ihrer Fraktion  ausgeschöpft ist. In der Folge besteht für die Regierung eine zweite Möglichkeit zur Meinungsäusserung im Rahmen ihres Zeitkontingentes. Anschliessend folgt das Schlussreferat der themenbestimmenden Fraktion.

Grafische Zeitanzeige

Bei der aktuellen Stunde werden auf einem der beiden Bildschirme im Plenum die verbleibenden Redezeiten von Fraktionen und Regierung als Countdown angezeigt.

Besuch des Botschafters der Republik Aserbaidschan beim Landtagspräsidenten

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Am Dienstag, 14. Mai 2013, fand ein Höflichkeitsbesuch des Botschafters aus Aserbaidschan beim Landtagspräsidenten in Vaduz statt. Das Foto zeigt den Botschafter Akram Zeynalli beim Gespräch mit Landtagspräsident Albert Frick.

Aktuelle Stunde im Juni Landtag - Bildungslandschaft Liechtenstein

Gestützt auf Art. 49 der Geschäftsordnung für den Landtag und in Verbindung mit dem vom Landtagspräsidium verabschiedeten Ablaufreglement wird anlässlich der Landtagssitzung vom 19. Juni zum dritten Mal das neue parlamentarische Instrument  Aktuelle Stunde zur Anwendung gebracht. Gemäss Beschluss, wonach der Fraktion mit den drittmeisten Stimmen die Drittbenennung des zu behandelnden Themas zusteht, hat die DU-Fraktion folgendes Thema zur Beratung beigebracht: 

Bildungslandschaft Liechtenstein

Redezeiten

Der themenbestimmenden Fraktion stehen zwei Zeitgefässe von je 5 Minuten für ein Eröffnungsreferat und für ein Schlussreferat zu. Dazwischen steht allen Fraktionen und der Regierung jeweils ein frei verfügbares Zeitgefäss von 10 Minuten für Redebeiträge zur Verfügung. Nicht ausgeschöpfte Blockredezeiten verfallen und können nicht von anderen Teilnehmern beansprucht werden. Die Regierung nimmt in der Regel durch das für den Themenbereich zuständige Regierungsmitglied an den Beratungen teil.

Ablauf

Nach dem Eröffnungsreferat haben alle Fraktionen Anspruch auf einen ersten Redebeitrag. In der Folge hat die Regierung Gelegenheit für eine erste Meinungsäusserung, sofern sie diese nutzen will. Danach haben alle Frauen und Herren Abgeordneten in freier Reihenfolge Gelegenheit für Wortmeldungen bis das Zeitkontingent ihrer Fraktion  ausgeschöpft ist. In der Folge besteht für die Regierung eine zweite Möglichkeit zur Meinungsäusserung im Rahmen ihres Zeitkontingentes. Anschliessend folgt das Schlussreferat der themenbestimmenden Fraktion.

Grafische Zeitanzeige

Bei der aktuellen Stunde werden auf einem der beiden Bildschirme im Plenum die verbleibenden Redezeiten von Fraktionen und Regierung als Countdown angezeigt.

Parlamentarier-Konferenz Bodensee am 14.06.2013, Landes- und Kantonsparlamente der Mitgliedsländer tagen im Allgäu

Bodensee Konferenz Juni 2013

Die Präsidentinnen und Präsidenten der Parlamente der Mitgliedsländer und Mitgliedskantone der Bodenseeregion trafen sich auf Einladung des Bayerischen Landtags am vergangenen Freitag im Oberallgäu zu ihrem turnusmässigen jährlichen Erfahrungsaustausch.

Im Mittelpunkt des Treffens standen die Kulturbeziehungen zwischen Bayern, Baden-Württemberg, Vorarlberg, Liechtenstein und den Schweizer Kantonen Appenzell Ausserrhoden und Innerrhoden, Schaffhausen, St. Gallen, Thurgau und Zürich, über die der Bezirksheimatpfleger des Bezirks Schwaben, Dr. Peter Fassl, sprach.

An dem Treffen nahmen auf Einladung des bayerischen 1. Landtagsvizepräsidenten Reinhold Bocklet, die Vorarlberger Landtagspräsidentin Dr. Gabriele Nußbaumer, die Kantonsratspräsidentin Edith Beeler (Appenzell Ausserrhoden), der Vizepräsident des Großen Rates von Appenzell Innerrhoden, Fefi Sutter, Paul Schlegel aus St. Gallen, der Großratspräsident Bruno Lüscher aus dem Kanton Thurgau, der Züricher Kantonsratspräsident Bruno Walliser und aus dem Fürstentum Liechtenstein der Landtagspräsident Albert Frick sowie der stellvertretende Landtagssekretär Philipp Pfeiffer teil.

Die Zusammenarbeit der Regierungen der Länder und Kantone des Bodenseeraums ist seit langem in der Internationalen Bodensee-Konferenz organisiert. Parallel dazu arbeiten die Parlamente dieses Raumes in regelmässigen Konferenzen zusammen. 

Das Gruppenbild zeigt von links nach rechts: Beeler, Bocklet, Dr. Nußbaumer, Sutter, Frick, Lüscher, Dr. Fassl, Walliser, Schlegel und Pfeiffer.

Vizepräsident des Deutschen Bundestags Dr. Wolfgang Thierse zu Besuch beim Landtag in Vaduz

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Am 19. Juni 2013 stattete der Vizepräsident des Deutschen Bundestags Dr. Wolfgang Thierse dem Landtag einen Besuch ab. Dabei wurde er von Landtagspräsident Albert Frick und von der Landtagsvizepräsidentin Violanda Lanter-Koller empfangen.

Auf dem Weg zu «Helsinki +40» - Jahrestagung der Parlamentarischen Versammlung der OSZE

Die liechtensteinische Delegation der OSZE PV mit dem scheidenden Präsidenten Wolfgang Grossruck

Vom 29. Juni bis 3. Juli 2013 fand die 22. Jahrestagung der Parlamentarischen Versammlung der OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) in Istanbul statt. Liechtenstein wurde durch die Landtagsabgeordneten Karin Rüdisser-Quaderer (Delegationsleiterin) und Helen Konzett Bargetze sowie von der Delegationssekretärin Sandra Gerber-Leuenberger vertreten. 

Die Jahrestagung hatte sich den «Helsinki +40» Prozess zum Schwerpunktthema gesetzt und hat in Vorbereitung auf den 40. Jahrestag der Unterzeichnung der Schlussakte von Helsinki im Jahr 2015 Vorschläge für institutionelle Reformen zur Neuausrichtung der OSZE diskutiert. 

In der Eröffnungssitzung richteten der amtierende OSZE-Vorsitzende Leonid Kozhara, ukrainischer Aussenminister, Ahmet Davutoğlu, türkischer Aussenminister sowie der türkische Parlamentspräsident Cemil Çiçek ihre Worte an die Anwesenden. 

Zusätzliche Beschlüsse verabschiedet

Die drei ordentlichen Ausschüsse beschäftigten sich neben den Berichten zum Tagungsthema mit zahlreichen zusätzlichen Beschlüssen. Dabei wurden Themen wie die Transparenz in den OSZE Institutionen, Menschenhandel, die Humanitäre Krise in Syrien, Medienfreiheit, Cybersicherheit, die Arktis, Guantanamo und die Situation im Mittleren Westen diskutiert. 

Am Ende der Tagung wurde die «Istanbul Deklaration» verabschiedet. Dieses Papier enthält Empfehlungen sowie alle genehmigten Beschlüsse der Versammlung. Die Deklaration fordert die Mitgliedsstaaten auf, sich auf der höchsten politischen Ebene zur vollen Umsetzung der OSZE-Verbindlichkeiten sowie zur Stärkung der Organisation zu verpflichten. Die Deklaration wurde an die Regierungen aller 57 OSZE-Mitgliedstaaten gesandt. 

Neuer Präsident gewählt

Am Ende der Tagung wurde der montenegrinische Parlamentspräsident Ranko Krivokapic als neuer Präsident der Versammlung gewählt.

Das Bild zeigt von links nach rechts die Abg. Karin Rüdisser-Quaderer, der scheidende Präsident der Versammlung Wolfgang Grossruck und die Abg. Helen Konzett Bargetze

Foto: Parlamentsdienst

Rede des Landtagspräsidenten Albert Frick zum Staatsfeiertag 2013

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Durchlauchter Landesfürst

Durchlauchte Landesfürstin

Durchlauchter Erbprinz

Königliche Hoheit

Durchlauchten

Geschätzte Mitglieder von Regierung und Landtag

Exzellenzen

Liebe Liechtensteinerinnen, liebe Liechtensteiner

Liebe Gäste 

Der Liechtensteinische Staatsfeiertag am 15. August gehört zu uns wie der Rhein, der Föhn oder die Dreischwestern. Am heutigen Tag feiern wir all das, was uns verbindet, was unsere Identität ausmacht. Wir feiern unsere Heimat, wir feiern unsere Verbundenheit mit dem Fürstenhaus, wir feiern Liechtenstein. 

Warum gerade am 15. August? 

Ein Schüler hat einst vermutet, der Riese von Guflina habe am 15. August den Drachen erlegt. Und ein anderer wollte wissen, der starke Jörg habe an diesem Tag den schweren Stein gegen St. Luzisteig geschleppt. Das war’s wohl kaum. Auch keines der für unser Land bedeutenden historischen Ereignisse liefert die Vorgabe für das Datum des Staatsfeiertages. 

Liebe Liechtensteinerinnen, liebe Liechtensteiner. Wir tun gut daran, uns den wahren Grund, warum wir gerade am 15. August feiern, immer wieder in Erinnerung zu rufen. Er hat tiefe Symbolkraft für unser Staatswesen. Fürst Franz Josef der II. hat im Jahre 1938 als erster Fürst ständigen Wohnsitz im Lande genommen. Damals, in der bedrohlichen Zeit unmittelbar vor Ausbruch des zweiten Weltkrieges hing das Überleben unseres Staates an sehr dünnem Faden. Die Präsenz des Fürsten war ein Signal von herausragender Bedeutung. Grosse Teile der Bevölkerung wurden in ihrem Glauben an unser Staatswesen und in ihrem Bekenntnis zur Heimat gestärkt. Man kann von der Geburt einer Willensnation Liechtenstein sprechen. 

Was lag näher, um diese Bewegung, diese innere Kraft sichtbar zu machen, als die Begründung eines Staatsfeiertages. Und was lag näher, als diesen Staatsfeiertag am Geburtstag des Fürsten, am 16. August, abzuhalten.

Pragmatisch und arbeitsam, wie man hierzulande ist, fand man die Lösung, den Staatsfeiertag einen Tag vor dem Geburtstag des Fürsten, am arbeitsfreien Feiertag Maria Himmelfahrt zu begehen. Am 15. August 1940 wurde der Staatsfeiertag zum ersten Mal gefeiert. Er wurde zum Sinnbild des Zusammenhaltes und zum Ausdruck der unverrückbaren Einheit zwischen Volk und Fürstenhaus. 

Rasch entwickelte sich das Fest am 15. August zu einer liebgewordenen Tradition, an der niemand mehr etwas ändern wollte. Nach dem Ableben von Fürst Franz Josef II. wurde im Jahre 1990 auf Gesetzesebene festgelegt, dass der Staatsfeiertag auf Dauer am 15. August gefeiert wird. So, wie das Datum nicht mehr geändert werden sollte, so haben sich auch andere Traditionen bis heute gehalten. Die Höhenfeuer, die Krone auf Tuass, der Fackelzug am Fürstensteig, die Festivitäten im Vaduzer Städtle und natürlich das spätabendliche Feuerwerk. Der Staatsfeiertag ist identitätsstiftend wie kaum etwas anderes. 

Mit dem jährlichen Staatsakt wird seine tiefere Sinnhaftigkeit zusätzlich unterstrichen. Entstanden in unruhigen, ja existenzbedrohenden Zeiten, kann uns der Staatsfeiertag auch heute darin bestärken, dass wir die anstehenden Aufgaben bewältigen können und dass es uns gelingen wird, unser Staatsschiff auf Kurs zu bringen und in eine gute Zukunft zu steuern. 

Eines ist dabei von grosser Bedeutung. Es geht um unser aller Staat. Wieder einmal ist uns Gelegenheit gegeben, ein Bekenntnis zu Staat und Heimat abzugeben, auch wenn dies mit Einschränkungen verbunden sein mag. Die zuständigen Personen in der Staatsführung haben Aufgaben zu bewältigen, bei denen keine Lorbeeren zu holen sind. Leicht könnte sich Resignation breit machen, leicht könnten statt nachhaltiger Lösungen kurzfristige Teilerfolge angestrebt werden. Dies würde unser Land nicht weiter bringen. Wir müssen unser Haus nachhaltig in Ordnung bringen und dazu braucht es die Unterstützung und das Verständnis des Volkes. Der Staatsfeiertag kann wiederum Anlass sein, Vertrauen in unser Staatswesen und Solidarität mit den Verantwortlichen zu zeigen. 

Liebe Festgemeinde 

Noch geniesst unser Land im Urteil der internationalen Gemeinschaft ein Höchstmass an Vertrauen in Bezug auf seine Stabilität und in Bezug auf gute Staatsführung. Dies ist für eine prosperierende Zukunft des Landes von äusserster Wichtigkeit. Unser Land, das vom Vertrauen in seine Dienstleistungen und vom Export seiner Produkte lebt, muss sich diese gute Ausgangslage erhalten. 

Denken wir an die Schieflage der Pensionskassa des Staatspersonals. Was für ein unglaubwürdiges Bild eines Staatswesens würden wir abgeben, wenn der Staat gegenüber seinen eigenen Angestellten in massiver Weise wortbrüchig würde. 

Oder sprechen wir vom defizitären Staatshaushalt. Ein weiterhin ungebremster Abbau der Reserven und ein Weg hin zu Verschuldung würde das Rating unseres Landes, das heisst die Beurteilung seiner Leistungsfähigkeit und Vertrauenswürdigkeit, sehr schnell nach unten ziehen. Dies würde eine Negativspirale auslösen, deren Folgen nicht abzusehen sind. 

Es ist die grosse Herausforderung dieser Tage, dass wir unsere Aufgaben auf glaubwürdige und vertrauensbildende Weise lösen. Und wir können das, ohne dass die Lebensqualität in erheblicher Weise eingeschränkt werden muss. 

Wenn die steuerliche Belastung juristischer Personen zum Teil sehr gering ist,wenn fast die Hälfte aller natürlichen Personen eine jährliche Steuerbelastung unter 1000 Franken hat und ein Drittel der Steuerpflichtigen gar keine Steuern zu entrichten hat,wenn unsere Sozialleistungen diejenigen unserer als reich geltenden Nachbarstaaten sehr deutlich übertreffen,wenn die Beitragsleistungen des Staates in gewissen Bereichen überbordet haben, so haben wir Sanierungspotenzial, das wir ausnützen dürfen. 

Bei allen Bemühungen müssen wir aber darauf achten, dass die Solidarität mit wirklich bedürftigen Menschen nicht einbricht. Und wir müssen darauf achten, dass wir unsere Bevölkerung nicht ihrer grössten Stärke berauben, nämlich ihres Fleisses. 

Es ist eine Errungenschaft unserer fleissigen Bevölkerung, dass viele Leute im Lande in relativem Wohlstand leben können. Ich sehe, dass wir zunehmend Gefahr laufen, diese Errungenschaft aufs Spiel zu setzen. Wenn die Tendenz anhält, alles und jedes einkommensabhängig zu machen, werden wir die Menschen im Lande einer ganz entscheidenden Motivation berauben. Es darf nicht sein, dass ein Mehrverdienst in dem Masse höhere Abgaben und in dem Masse Wegfall von Beitragsleistungen nach sich zieht, dass vom Mehrverdienst kaum etwas übrig bleibt. Die Menschen im Lande wollen strebsam sein, sie wollen in Aus- und Weiterbildung investieren, sie wollen vorankommen und sie wollen im Leben etwas leisten. Und das soll sich weiterhin lohnen. 

Liebe Liechtensteinerinnen, liebe Liechtensteiner 

Wir stehen vor Aufgaben, die wir lösen müssen uns lösen können. Lassen wir uns nicht von Pessimismus leiten. Geben wir jenen Kräften, die Unzufriedenheit säen, kein Gewicht. Unser nationales Selbstgefühl und unsere soliden Werte sind Erfolgsgaranten. Ich denke an die fleissige, strebsame Bevölkerung. Ich denke an unseren Bildungswillen. Ich denke an unsere Innovationskraft. Ich denke an Charakterstärke, Liebe zur Heimat und Verbundenheit mit dem Fürstenhaus. 

Lassen wir am heutigen Staatsfeiertag einen gesunden Optimismus in uns wachsen. Nehmen wir diesen Tag zum Zeichen des Aufbruchs.  Als Willensnation können wir immer wieder Grosses vollbringen. 

Liebe Festgemeinde

Ich wünsche Ihnen Gottes Segen und ein wunderschönes «Förschtafäscht».

 

 

Aktuelle Stunde im September Landtag - Einkommensseitige Sanierung des Staatshaushaltes

Gestützt auf Art. 49 der Geschäftsordnung für den Landtag und in Verbindung mit dem vom Landtagspräsidium verabschiedeten Ablaufreglement wird anlässlich der Landtagssitzung vom 4. September zum vierten Mal das parlamentarische Instrument Aktuelle Stunde zur Anwendung gebracht. Gemäss Beschluss, wonach der Fraktion mit den viertmeisten Stimmen die Viertbenennung des zu behandelnden Themas zusteht, hat die Freie Liste-Fraktion folgendes Thema zur Beratung beigebracht: 

Einkommensseitige Sanierung des Staatshaushaltes

Redezeiten

Der themenbestimmenden Fraktion stehen zwei Zeitgefässe von je 5 Minuten für ein Eröffnungsreferat und für ein Schlussreferat zu. Dazwischen steht allen Fraktionen und der Regierung jeweils ein frei verfügbares Zeitgefäss von 10 Minuten für Redebeiträge zur Verfügung. Nicht ausgeschöpfte Blockredezeiten verfallen und können nicht von anderen Teilnehmern beansprucht werden. Die Regierung nimmt in der Regel durch das für den Themenbereich zuständige Regierungsmitglied an den Beratungen teil.

Ablauf

Nach dem Eröffnungsreferat haben alle Fraktionen Anspruch auf einen ersten Redebeitrag. In der Folge hat die Regierung Gelegenheit für eine erste Meinungsäusserung, sofern sie diese nutzen will. Danach haben alle Frauen und Herren Abgeordneten in freier Reihenfolge Gelegenheit für Wortmeldungen bis das Zeitkontingent ihrer Fraktion  ausgeschöpft ist. In der Folge besteht für die Regierung eine zweite Möglichkeit zur Meinungsäusserung im Rahmen ihres Zeitkontingentes. Anschliessend folgt das Schlussreferat der themenbestimmenden Fraktion.

Grafische Zeitanzeige

Bei der aktuellen Stunde werden auf einem der beiden Bildschirme im Plenum die verbleibenden Redezeiten von Fraktionen und Regierung als Countdown angezeigt.

Aktuelle Stunde im Oktober Landtag - Austritt der staatsnahen Unternehmen sowie Gemeinden aus der staatlichen Pensionskasse

Gestützt auf Art. 49 der Geschäftsordnung für den Landtag und in Verbindung mit dem vom Landtagspräsidium verabschiedeten Ablaufreglement wird anlässlich der Landtagssitzung vom 2. Oktober 2013 zum fünften Mal das parlamentarische Instrument Aktuelle Stunde zur Anwendung gebracht. Gemäss Beschluss, der den Turnus der Fraktionen nach Anzahl erzielter Stimmen bei den Landtagswahlen festlegt, hat die FBP-Fraktion folgendes Thema zur Beratung beigebracht:

Austritt der staatsnahen Unternehmen sowie Gemeinden aus der staatlichen Pensionskasse

Redezeiten

Der themenbestimmenden Fraktion stehen zwei Zeitgefässe von je 5 Minuten für ein Eröffnungsreferat und für ein Schlussreferat zu. Dazwischen steht allen Fraktionen und der Regierung jeweils ein frei verfügbares Zeitgefäss von 10 Minuten für Redebeiträge zur Verfügung. Nicht ausgeschöpfte Blockredezeiten verfallen und können nicht von anderen Teilnehmern beansprucht werden. Die Regierung nimmt in der Regel durch das für den Themenbereich zuständige Regierungsmitglied an den Beratungen teil.

Ablauf

Nach dem Eröffnungsreferat haben alle Fraktionen Anspruch auf einen ersten Redebeitrag. In der Folge hat die Regierung Gelegenheit für eine erste Meinungsäusserung, sofern sie diese nutzen will. Danach haben alle Frauen und Herren Abgeordneten in freier Reihenfolge Gelegenheit für Wortmeldungen bis das Zeitkontingent ihrer Fraktion  ausgeschöpft ist. In der Folge besteht für die Regierung eine zweite Möglichkeit zur Meinungsäusserung im Rahmen ihres Zeitkontingentes. Anschliessend folgt das Schlussreferat der themenbestimmenden Fraktion.

Grafische Zeitanzeige

Bei der aktuellen Stunde werden auf einem der beiden Bildschirme im Plenum die verbleibenden Redezeiten von Fraktionen und Regierung als Countdown angezeigt.

129. Versammlung der Interparlamentarischen Union in Genf (Schweiz)

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Die Delegation für die Interparlamentarische Union, vertreten durch Landtagsvizepräsidentin Violanda Lanter-Koller und Helmuth Büchel, nahm vom 6. bis 9. Oktober 2013 an der IPU-Jahreskonferenz in Genf teil.

Nebst dem Budget 2014 und Aufnahmegesuchen von Bhutan und Somalia wurden u.a. die Themen "Wege zu einer nuklearfreien Welt" sowie die "Rolle der Parlamente bez. Schutz der Rechte von Kindern, insbesondere von Kindern auf der Flucht" behandelt. Ausserdem wurde die aktuelle Situation von Mitgliedsländern, wie z.B. Syrien und Ägypten, diskutiert.

Herbsttagung der Parlamentarischen Versammlung der OSZE in Budva

Die liechtensteinische Delegation an der Herbsttagung der OSZE PV

Vom 13. bis zum 15. Oktober 2013 fand die diesjährige Herbsttagung der Parlamentarischen Versammlung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) auf Einladung des Montenegrinischen Parlaments in Budva statt. Liechtenstein wurde durch die Abgeordneten Karin Rüdisser-Quaderer als Delegationsleiterin und Helen Konzett Bargetze sowie die Delegationssekretärin Sandra Gerber-Leuenberger vertreten. 

Knapp 200 Parlamentarier aus 57 Teilnehmerstaaten der OSZE diskutierten in Budva während drei Tagen zum Thema «Transnationale Bedrohungen und Schutz der Menschenrechte: Die Rolle der OSZE». 

Bekämpfung von Terrorismus und transnationalen Bedrohungen in der OSZE Region unter Wahrung der Menschenrechte

Hochrangige Vertreter der OSZE hielten einleitend zum Thema Grundsatzreferate und Berichteten über ihre Erfahrungen. «Die diesjährige Herbsttagung der OSZE PV erlaubte einmal mehr den interparlamentarischen Dialog zu interessanten aber teils auch brisanten Themen» hielt die Abgeordnete Karin Rüdisser-Quaderer nach Abschluss der Konferenz fest. 

Sonderdebatte zum Thema Situation in Syrien

Beim alljährlichen Mittelmeerforum fand eine Sonderdebatte zur Situation in Syrien statt an welcher auch Vertreter der Mittelmeerpartner anwesend waren. Das Versagen des internationalen Systems führte zu heftigen Diskussionen. Mehrere Parlamentarier riefen zu mehr Solidarität innerhalb der OSZE-Region auf. «Die Schilderungen meiner Kollegen ist Anlass zum Nachdenken und Handeln» so Helen Konzett Bargetze abschliessend. 

Neben der Konferenz tauschte sich die Liechtensteinische Delegation mit Vertretern anderer Teilnehmerstaaten der OSZE wie Monaco, Schweiz, Deutschland und Schweden aus. An der Sitzung des ständigen Ausschusses fand eine kontroverse Budgetdebatte statt. Ebenfalls zu heftigen Diskussionen führte der vorgestellte Bericht zur kürzlich abgeschlossenen Wahlbeobachtung in Aserbaidschan. 

In den Eröffnungsansprachen richteten neben dem Parlamentspräsidenten Montenegros, Ranko Krivokapic, auch der Premierminister Montenegros, Milo Djukanovic, der Montenegrinische Aussenminister Igor Luksic sowie Jean-Claude Mignon, Präsident der Parlamentarischen Versammlung des Europarats, ihre Worte an die Parlamentarier. 

Das Bild zeigt von links nach rechts: Abg. Helen Konzett Bargetze, Abg. Karin Rüdisser-Quaderer, Sandra Gerber-Leuenberger

Foto: Parlamentsdienst

Besuch von Christine Lieberknecht, Ministerpräsidentin des Freistaats Thüringen, bei Landtagspräsident Albert Frick

Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht mit Landtagspräsident Albert FrickBesuch der Ministerpräsidentin des Freistaats Thüringen im Landtagsgebäude bei Landtagspräsident Albert Frick

Am Mittwoch, 23. Oktober 2013, stattete die Ministerpräsidentin des Freistaats Thüringen, Christine Lieberknecht einen Besuch bei Landtagspräsident Albert Frick im Landtagsgebäude ab. 

EWR trifft EU in Vaduz

41th EEA JPC in VaduzDie Norwegische Delegationefta 2792-adwDie Liechtensteinische Delegationefta 2810-adwefta 2854-adwefta 2855-adweuropean 2984-adw

Parlamentsdienst - Am 28. und 29. Oktober 2013 fand die 41. Tagung des gemeinsamen EWR- und EU-Parlamentarierkomitees auf Einladung des liechtensteinischen Landtags in Vaduz statt. Teilnehmer der Konferenz waren Parlamentarier aus den EWR/EFTA-Staaten Norwegen, Island, Schweiz und Liechtenstein sowie Abgeordnete des Europäischen Parlaments aus Irland, Estland und Rumänien. 

Der Liechtensteinische Landtag war an der Tagung durch den Landtagspräsidenten Albert Frick als Delegationsleiter, die Abgeordneten Harry Quaderer und Eugen Nägele, den Stv. Abg. Manfred Kaufmann sowie durch die Delegationssekretärin Sandra Gerber-Leuenberger vertreten. 

An der Konferenz wurden gemeinsame Themen der EWR/EFTA- und EU-Staaten diskutiert. Dies waren unter anderem die Rechte der Bürger in den EU- und EWR/EFTA-Staaten, Klima und Energie im Jahr 2030 sowie die Arktis. Die entsprechenden Beschlüsse wurden alle einhellig verabschiedet. Der Präsident des Bankenverbandes, Herr Adolf Real, hielt ein Gastreferat zum Thema «The Liechtenstein banking centre in times of change» welchem eine angeregte Diskussion unter den Teilnehmern folgte. Abgerundet wurde der Besuch mit einer Besichtigung der Firma Hilti AG in Schaan. 

Das Gemeinsame EWR- und EU-Parlamentarierkomitee (JPC) besteht sowohl aus Mitgliedern der nationalen Parlamente der EWR/EFTA-Staaten wie auch aus einer Delegation des Europäischen Parlaments. Die Schweiz besitzt in diesem Gremium Beobachterstatus. Das JPC ist nicht direkt in das EU-Beschlussfassungsverfahren involviert, kann aber in der Vorphase am EU-Rechtsetzungsprozess mitwirken (Decision Shaping). Durch den Dialog und die Beratung trägt das Komitee zu einem besseren Verständnis zwischen der Gemeinschaft und den EFTA-Staaten bei. Dazu nehmen auch Vertreter des EWR-Rats, des Gemeinsamen EWR-Ausschusses und der EFTA-Überwachungsbehörde (ESA) zwecks Informations- und Meinungsaustausch an den Sitzungen teil. Der Ausschuss tritt durchschnittlich zweimal im Jahr zusammen. 

41th EEA JPC Meeting in Vaduz am 28. und 29. Oktober 2013

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Aktuelle Stunde im November Landtag - Abbau von Überregulierung und Bürokratie

Gestützt auf Art. 49 der Geschäftsordnung für den Landtag und in Verbindung mit dem vom Landtagspräsidium verabschiedeten Ablaufreglement wird anlässlich der Landtagssitzung vom 6. November 2013 widerum das parlamentarische Instrument der Aktuelle Stunde zur Anwendung gebracht. Gemäss Beschluss, der den Turnus der Fraktionen nach Anzahl erzielter Stimmen bei den Landtagswahlen festlegt, hat die VU-Fraktion folgendes Thema zur Beratung beigebracht:

Abbau von Überregulierung und Bürokratie

Redezeiten

Der themenbestimmenden Fraktion stehen zwei Zeitgefässe von je 5 Minuten für ein Eröffnungsreferat und für ein Schlussreferat zu. Dazwischen steht allen Fraktionen und der Regierung jeweils ein frei verfügbares Zeitgefäss von 10 Minuten für Redebeiträge zur Verfügung. Nicht ausgeschöpfte Blockredezeiten verfallen und können nicht von anderen Teilnehmern beansprucht werden. Die Regierung nimmt in der Regel durch das für den Themenbereich zuständige Regierungsmitglied an den Beratungen teil.

Ablauf

Nach dem Eröffnungsreferat haben alle Fraktionen Anspruch auf einen ersten Redebeitrag. In der Folge hat die Regierung Gelegenheit für eine erste Meinungsäusserung, sofern sie diese nutzen will. Danach haben alle Frauen und Herren Abgeordneten in freier Reihenfolge Gelegenheit für Wortmeldungen bis das Zeitkontingent ihrer Fraktion  ausgeschöpft ist. In der Folge besteht für die Regierung eine zweite Möglichkeit zur Meinungsäusserung im Rahmen ihres Zeitkontingentes. Anschliessend folgt das Schlussreferat der themenbestimmenden Fraktion.

Grafische Zeitanzeige

Bei der aktuellen Stunde werden auf einem der beiden Bildschirme im Plenum die verbleibenden Redezeiten von Fraktionen und Regierung als Countdown angezeigt.

Freundschaftstreffen der beiden Parlamentarierdelegationen aus der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein am 20. und 21. November in Bern und Basel

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Die Treffen der beiden Parlamentarier Delegationen der Schweiz und des Fürstentums Liechtenstein finden jeweils in einem zweijährigen Turnus statt. Sie stellen eine ideale Gesprächsplattform für die beiden Parlamente dar und dienen im Besonderen der Pflege guter freundschaftlicher Beziehungen zwischen den Mitgliedern der beiden Parlamentarierdelegationen.

Die Parlamentarier und Parlamentarierinnen aus den beiden Nachbarländern führten am ersten Tag ihrer Zusammenkunft in Bern Gespräche über europa-,  steuer- und finanzpolitische Themen: Unterschiedliche Modelle in der Frage der europäischen Integration, aktueller Stand und Entwicklung der beiden Finanzplätze sowie damit zusammenhängende weitere Fragen (Abschluss eines Doppelsteuerabkommens, automatischer Informationsaustausch, etc.), europapolitische Integrationswege. Weiter wurden Fragen mit Fokus auf den grenznachbarschaftlichen Raum erörtert: Verkehrsinfrastruktur- und Agglomerationsprogramme, Gesundheitspolitik, Zusammenarbeit im Bereich Forschung und Bildung, Entwicklungskonzepte Alpenrhein etc.

Am zweiten Tag des Treffens reisten die beiden Parlamentarierdelegationen in die Kantone Basel-Stadt und Basel-Land. In Basel-Stadt wurden sie zu einem Meinungsaustausch zum Thema Innovation und steuerliche Rahmenbedingungen von Regierungsrätin Eva Herzog (Basel-Stadt) und vom Leiter der Novartis Schweiz, Pascal Brenneisen, empfangen. Ein Höflichkeitsbesuch bei Regierungspräsident Urs Wüthrich-Pelloli (Basel-Landschaft) bildete den Schluss des Besuchsprogramms.

Der liechtensteinischen Delegationen gehörten Landtagspräsident Albert Frick, Landtags-Vizepräsidentin Violanda Lanter-Koller, Abgeordneter Manfred Batliner, Abgeordneter Erich Hasler, Abgeordnete Helen Konzett Bargetze, Abgeordneter Christoph Wenaweser und Landtagssekretär Josef Hilti an.

Die schweizerische Delegation wurde von Nationalrätin Susanne Leutenegger Oberholzer präsidiert. Weiter nahmen die Nationalratsmitglieder Walter Müller, Claudia Friedl, Roland Rino Büchel sowie die Mitglieder des Ständerates Pascale Bruderer Wyss, Brigitte Häberli-Koller und Alex Kuprecht sowie Michael Kurmann vom Parlamentsdienst teil.

Die liechtensteinische Botschafterin, Doris Frick, und die schweizerische Botschafterin für Liechtenstein, Rita Adam, waren amTreffen ebenfalls vertreten.

Aktuelle Stunde im Dezember Landtag - Prämienschock bei der Krankenversicherung

Gestützt auf Art. 49 der Geschäftsordnung für den Landtag und in Verbindung mit dem vom Landtagspräsidium verabschiedeten Ablaufreglement wird anlässlich der Landtagssitzung vom 4. Dezember 2013 zum siebten Mal das parlamentarische Instrument Aktuelle Stunde zur Anwendung gebracht. Gemäss Beschluss, der den Turnus der Fraktionen nach Anzahl erzielter Stimmen bei den Landtagswahlen festlegt, hat die DU-Fraktion folgendes Thema zur Beratung beigebracht:

Prämienschock bei der Krankenversicherung

Redezeiten

Der themenbestimmenden Fraktion stehen zwei Zeitgefässe von je 5 Minuten für ein Eröffnungsreferat und für ein Schlussreferat zu. Dazwischen steht allen Fraktionen und der Regierung jeweils ein frei verfügbares Zeitgefäss von 10 Minuten für Redebeiträge zur Verfügung. Nicht ausgeschöpfte Blockredezeiten verfallen und können nicht von anderen Teilnehmern beansprucht werden. Die Regierung nimmt in der Regel durch das für den Themenbereich zuständige Regierungsmitglied an den Beratungen teil.

Ablauf

Nach dem Eröffnungsreferat haben alle Fraktionen Anspruch auf einen ersten Redebeitrag. In der Folge hat die Regierung Gelegenheit für eine erste Meinungsäusserung, sofern sie diese nutzen will. Danach haben alle Frauen und Herren Abgeordneten in freier Reihenfolge Gelegenheit für Wortmeldungen bis das Zeitkontingent ihrer Fraktion  ausgeschöpft ist. In der Folge besteht für die Regierung eine zweite Möglichkeit zur Meinungsäusserung im Rahmen ihres Zeitkontingentes. Anschliessend folgt das Schlussreferat der themenbestimmenden Fraktion.

Grafische Zeitanzeige

Bei der aktuellen Stunde werden auf einem der beiden Bildschirme im Plenum die verbleibenden Redezeiten von Fraktionen und Regierung als Countdown angezeigt.

Rede des Alterspräsidenten Albert Frick anlässlich der Landtagseröffnung am 27. Februar 2014

ANSPRACHE

DES ALTERSPRÄSIDENTEN ALBERT FRICK

ANLÄSSLICH DER LANDTAGSERÖFFNUNG 2014

Durchlauchter Erbprinz
Sehr geehrte Frauen und Herren Abgeordnete
Geschätzte Mitglieder der Regierung
Liebe Gäste

Ich begrüsse Sie auch meinerseits zur Eröffnungssitzung des liechtensteinischen Landtages. Ihnen, Durchlauchter Erbprinz, danke ich für Ihre wegweisenden Worte. Sie haben uns heute mit Ihrer zehnten Thronrede beehrt. Dies ist ein kleines Jubiläum, zu dem ich Ihnen im Namen des Landtages und im Namen der liechtensteinischen Bevölkerung herzlichst gratuliere. Gleichzeitig danke ich Ihnen, dass Sie zusammen mit Regierung und Landtag die Verantwortung für unser Staatswesen wahrnehmen.

Der Landtag beginnt mit dem heutigen Tage das zweite Amtsjahr der Legislaturperiode. In aller Regel erweist sich dieses als ein fruchtbares Jahr für die Arbeit des Parlamentes. Die Anlauf- und Einarbeitungszeit liegt hinter uns, die nächsten Landtagswahlen aber noch weit vor uns. Das Parlament wird sich also weitgehend ohne Nebengeräusche seiner Arbeit zuwenden können. Die im ersten Amtsjahr gemachten Erfahrungen stimmen mich für die kommende Tätigkeit sehr zuversichtlich, haben wir uns bisher doch weitgehend mit Sachlichkeit und gegenseitigem Respekt der anstehenden Aufgaben angenommen.

Es ist legitim und in der parlamentarischen Arbeit wünschenswert, dass zu Sachthemen verschiedene Sichtweisen einfliessen. Niemand kann für sich in Anspruch nehmen, die alleinige Wahrheit gepachtet zu haben. Wir tun gut daran, über andere Meinungen nachzudenken und sie nicht ins Lächerliche zu ziehen. Klar in der Sache, überzeugend in der Argumentation, aber respektvoll im Ton - das fördert Vertrauen und bringt uns guten Lösungen näher.

Wenn die Rede von Respekt ist: Von grossem Respekt ist ein Vertragswerk geprägt, das vor 90 Jahren, am 1. Januar 1924, in Kraft trat. Ich spreche vom Vertrag zwischen der Schweiz und Liechtenstein über den Anschluss Liechtensteins an das schweizerische Zollgebiet. In der Präambel zu diesem für Liechtenstein segensreichen Vertragswerk heisst es:

«Vom Wunsche beseelt, die zwischen der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein bestehenden freundschaftlichen Beziehungen fester und inniger zu gestalten ...»

Diese Wortwahl ist voll von aufrichtiger Herzlichkeit. «Vom Wunsche beseelt, die freundschaftlichen Beziehungen fester und inniger zu gestalten ...»

Halten wir uns vor Augen, dass Liechtenstein vor 90 Jahren zu den Armenhäusern Europas gehörte. Es waren die Jahre nach einem der schrecklichsten Ereignisse der Menschheitsgeschichte. 1914, also vor genau 100 Jahren, war der erste Weltkrieg ausgebrochen. Die Armutsfolgen des Krieges waren auch hierzulande allgegenwärtig. Erst das Vertragswerk mit der Schweiz liess unser in unverschuldete Not geratenes Land wieder einer glücklicheren Zukunft entgegenblicken.

Ein Rückblick auf die vergangenen 90 Jahre und auf die Entwicklung, die unser Land in dieser Zeitspanne erleben durfte, sollte für uns Grund genug sein, die festen und innigen Beziehungen zu unserem Nachbarland Schweiz aufs Sorgsamste zu pflegen. Mit grosser Freude sehe ich daher dem Treffen mit dem schweizerischen Nationalratspräsidenten entgegen, der unserem Land am 1. Juli dieses Jahres die Ehre eines Besuches erweisen wird.

Geschätzte Frauen und Herren Abgeordnete

Wiederum wartet ein gerüttelt Mass an Arbeit auf uns. Die anstehenden Aufgaben werden unser Milizparlament erneut an die Grenzen der Belastbarkeit bringen. S.D. der Landesfürst hat im Neujahrsinterview mit Radio Liechtenstein die Möglichkeit einer Professionalisierung der Parlamentsarbeit angesprochen. Auch wenn in Zeiten eines defizitären Staatshaushaltes ein solcher Gedankengang nicht überall auf offene Ohren stossen mag, so lohnt es sich meines Erachtens doch, sehr ernsthaft über Teilschritte in die angedachte Richtung nachzudenken.

Die Parlamentsarbeit ist äusserst anspruchsvoll und zeitintensiv geworden. Die Herausforderung, mit nur knapp 25`000 Bürgerinnen und Bürgern ein eigenes Staatswesen zu betreiben, wird gerne unterschätzt. Wir leben in Zeiten des steten und des schnellen Wandels, was in der parlamentarischen Arbeit sehr deutlich zu spüren ist. Tempo und Umfang unserer Tätigkeit werden immer mehr von der internationalen Gemeinschaft bestimmt. Der Landtag konnte mit dieser Entwicklung, die ein enormes Wachstum im Umfeld der Regierung und in der Verwaltung mit sich brachte, nicht Schritt halten. Um den ihm von der Verfassung zugewiesenen und anvertrauten Aufgabenbereich wirklich gut erfüllen zu können, muss sich der Landtag selbst ernst nehmen, darf seine Rahmenbedingungen hinterfragen und darf über strukturelle Weiterentwicklungen nachdenken.

Vor wenigen Tagen haben wir das Regierungsprogramm für die laufende Legislaturperiode erhalten. Die Aufgaben sind weitgehend vorgegeben; im Zentrum steht nach wie vor die Sanierung des Staatshaushaltes. Die Regierungsarbeit wird die Arbeit des Landtages in hohem Masse prägen. Die Herausforderungen, denen sich die Regierung zu stellen hat, sind auch unsere Herausforderungen. Eine erspriessliche Zusammenarbeit von Exekutive und Legislative ist daher im Interesse aller. Vergessen wir nie, dass all unsere Bemühungen einer guten Entwicklung unserer Heimat und dem Wohlergehen unserer Einwohnerschaft zu gelten haben. Tragen wir Sorge zu unserer Gemeinschaft. Tragen wir das Unsere dazu bei, dass sich die Menschen im Lande sicher und glücklich fühlen dürfen. Heute wie auch in Zukunft.

Durchlaucht, geschätzte Frauen und Herren Abgeordnete

Ich freue mich auf die kommende Zusammenarbeit im Dienste unseres Landes und wünsche Ihnen in Ihrer verantwortungsvollen Tätigkeit viel Erfolg und Gottes Segen.

Neue Präsidentin der Parlamentarischen Versammlung des Europarats gewählt

Gruppenbild mit GS 2014Liechtensteinische Delegation mit Anne Brasseur, neu gewählte Präsidentin der Parlamentarischen Versammlung des Europarats

Vom 27. bis 31. Januar fand die erste Session dieses Jahres der Parlamentarischen Versammlung des Europarats in Strasbourg statt. Liechtenstein wurde durch den Landtagsabgeordneten Gerold Büchel (Delegationsleiter), die Landtagsabgeordnete Judith Oehri sowie die Delegationssekretärin Sandra Gerber-Leuenberger vertreten. 

Am ersten Tag der Wintersession wurde Anne Brasseur aus Luxemburg zur neuen Präsidentin der Versammlung gewählt. Sie erhielt beim ersten Wahlgang 165 Stimmen, ihr Herausforderer Robert Walter aus dem Vereinigten Königreich 125 Stimmen. Die Amtsperiode der neuen Präsidentin beträgt ein Jahr und kann einmal um ein weiteres Jahr verlängert werden. Als Nachfolgerin von Jean-Claude Mignon aus Frankreich ist Anne Brasseur die 27. Präsidentin der Versammlung, erste Luxemburgerin und zweite Frau in diesem Amt. 

Auch in den Politischen Parteien der Parlamentarischen Versammlung fanden Wahlen statt. So wurde in der ALDE-Fraktion der Spanier Jordi Xuclà i Costa zum neuen Präsidenten und Nachfolger von Anne Brasseur gewählt. Die Abgeordnete Judith Oehri wurde als Revisorin bestellt. 

Weitere Themen der Tagesordnung waren Berichte zu unterschiedlichsten Themen. Die Liechtensteinische Delegation brachte einen Änderungsantrag zum Bericht «Energiediversifizierung als grundlegender Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung» ein, welcher im Ausschuss sowie im Plenum einstimmig angenommen wurde. In seiner Wortmeldung ging der Abg. Büchel auf die Herausforderungen des Klimawandels im 21. Jahrhundert sowie auf die Förderung neuer Energiequellen ein. «Bewusste Massnahmen, um den Schutz von Land, Luft und Wasser zu gewährleisten, sind begrüssenswert, genügen aber nicht. Es muss vielmehr sichergestellt werden, dass neue Technologien, wie beispielsweise Fracking, keine negativen Konsequenzen für die betroffenen Regionen haben», führte der Abg. Büchel in seinem Beitrag aus. 

Zum Bericht «Überarbeitung des Europäischen Übereinkommens über das grenzüberschreitende Fernsehen» sprach die Abg. Judith Oehri. In ihrer Wortmeldung hielt sie fest, dass die freie Meinungsäusserung und damit verbunden die Regulierung der Medien ein Thema ist, welches über die Jahre hinweg immer eine hohe Priorität im Europarat genossen hat. «Die freie Meinungsäusserung soll nicht nur im eigenen Land gewährleistet sein, sondern auch über die Grenzen hinweg», so die Abg. Oehri. Weiter hielt sie fest, dass für Staaten welche nicht Mitglied der Europäischen Union sind, eine Revision dieses Übereinkommens von grosser Bedeutung sei. 

Im Laufe der Sessionswoche traf sich die liechtensteinische Delegation zu einem Gespräch mit Thorbjørn Jagland, Generalsekretär des Europarats. In dem 30-minütigen Treffen erläuterte der Generalsekretär u.a. seine Visionen und Strategien für den Europarat. Die Delegation konnte bei dieser Gelegenheit zum Ausdruck bringen, wie wichtig die Unterstützung der Partnerstaaten für Kleinstdelegationen ist. 

Weiterer Höhepunkte der Session war eine Dringlichkeitsdebatte über das Funktionieren der demokratischen Institutionen in der Ukraine. Die Parlamentarier erklärten, dass der Widerruf der Demonstrationsgesetze und der Rücktritt der Regierung erste Schritte zu einer friedlichen Lösung der politischen Krise in der Ukraine seien. 

Vor der Versammlung des Europarats sprachen der österreichische Aussenminister und Vorsitzende des Ministerkomitees Sebastian Kurz, der Präsident des Europäischen Parlaments Martin Schulz sowie der österreichische Bundeskanzler Werner Faymann. Eine weitere Gelegenheit der Delegation den Vertretern des Nachbarstaats Fragen zu stellen.

Landtagseröffnung am 27. Februar 2014

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Die Landtagseröffnung findet dieses Jahr am 27. Februar statt. S.D. Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein wird um 10:00 Uhr seine Thronrede im Landtagssaal halten. Für die Ansprache des Alterspräsidenten zeichnet sich der Abgeordnete Albert Frick aus Schaan verantwortlich. Anschliessend an die Eröffnungsreden finden verschiedene Wahlen statt. Die Eröffnungssitzung wird live (in Bild und Ton) auf der Homepage des Landtages und im Landeskanal übertragen.

Das traditionelle Heiliggeistamt, zu der auch die Öffentlichkeit eingeladen ist, beginnt um 9:00 Uhr in der Kathedrale Vaduz. 

Aktuelle Stunde im März Landtag - Welche Rahmenbedingungen benötigt das Bevölkerungs- und Beschäftigten-Wachstum in Liechtenstein?

Gestützt auf Art. 49 der Geschäftsordnung für den Landtag und in Verbindung mit dem vom Landtagspräsidium verabschiedeten Ablaufreglement wird anlässlich der Landtagssitzung vom 12. März 2014 widerum das parlamentarische Instrument Aktuelle Stunde zur Anwendung gebracht. Gemäss Beschluss, der den Turnus der Fraktionen nach Anzahl erzielter Stimmen bei den Landtagswahlen festlegt, hat die FL-Fraktion folgendes Thema zur Beratung beigebracht:

Welche Rahmenbedingungen benötigt das Bevölkerungs- und Beschäftigten-Wachstum in Liechtenstein?

Redezeiten

Der themenbestimmenden Fraktion stehen zwei Zeitgefässe von je 5 Minuten für ein Eröffnungsreferat und für ein Schlussreferat zu. Dazwischen steht allen Fraktionen und der Regierung jeweils ein frei verfügbares Zeitgefäss von 10 Minuten für Redebeiträge zur Verfügung. Nicht ausgeschöpfte Blockredezeiten verfallen und können nicht von anderen Teilnehmern beansprucht werden. Die Regierung nimmt in der Regel durch das für den Themenbereich zuständige Regierungsmitglied an den Beratungen teil.

Ablauf

Nach dem Eröffnungsreferat haben alle Fraktionen Anspruch auf einen ersten Redebeitrag. In der Folge hat die Regierung Gelegenheit für eine erste Meinungsäusserung, sofern sie diese nutzen will. Danach haben alle Frauen und Herren Abgeordneten in freier Reihenfolge Gelegenheit für Wortmeldungen bis das Zeitkontingent ihrer Fraktion  ausgeschöpft ist. In der Folge besteht für die Regierung eine zweite Möglichkeit zur Meinungsäusserung im Rahmen ihres Zeitkontingentes. Anschliessend folgt das Schlussreferat der themenbestimmenden Fraktion.

Grafische Zeitanzeige

Bei der aktuellen Stunde werden auf einem der beiden Bildschirme im Plenum die verbleibenden Redezeiten von Fraktionen und Regierung als Countdown angezeigt.

Erweitertes Präsidium des Vorarlberger Landtags besucht Liechtenstein

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Landtagspräsident Albert Frick, Landtagsvizepräsidentin Violanda Lanter-Koller und weitere Vertreterinnen und Vertreter des liechtensteinischen Landtags empfingen gestern Nachmittag das erweiterte Präsidium des Vorarlberger Landtags mit Landtagspräsidentin Gabriele Nussbaumer an der Spitze. Nachdem Albert Frick die Gäste im Landtagsgebäude in Vaduz begrüsst hatte und nach einer kurzen Führung durch das Gebäude, fand ein Meinungsaustausch über verschiedene politische Themen statt. Im Anschluss daran besuchten die Vertreter der beiden Parlamente die Hilti AG in Schaan. Die letzte Station bildete Triesenberg: Nach einer Besichtigung des Walsermuseums hatten die Teilnehmer des Besuchs bei einem gemeinsamen Abendessen die Gelegenheit, verschiedene Themen in persönlichen Gesprächen zu vertiefen.

Das traditionelle Treffen der Vertreter der beiden Parlamente findet zweimal pro Legislaturperiode statt, wobei sich der liechtensteinische und der Vorarlberger Landtag als Gastgeber abwechseln.

130. Versammlung der Interparlamentarischen Union in Genf (Schweiz)

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Vom 16. - 20. März 2014 hat in Genf die 130. Versammlung der Interparlamentarischen Union (IPU) stattgefunden. Die Konferenz, an welcher rund 130 Parlamentarierdelegationen aus aller Welt teilnahmen, stand ganz im Zeichen des 125-jährigen Bestehens der Organisation mit Sitz in Genf.

Aus diesem Anlass hat die Schweiz am Rande der Konferenz zu einem Empfang eingeladen und Bundesrat Alain Berset gratulierte im Namen des Bundesrates zum Jubiläum. Zentrale Themen auf der Agenda waren die Erneuerung des Bekenntnisses zu Frieden und Demokratie, die nukleare Abrüstung, die nachhaltige Entwicklung angesichts der demographischen Herausforderungen und der Schutz der Rechte der Kinder. Ein weiteres wichtiges Ereignis war die Wahl des neuen Generalsekretärs der IPU, die mit Martin Chungong aus Kamerun auf den ersten Afrikaner fiel, der nun diese Funktion innerhalb der IPU besetzt.

Als liechtensteinische Delegation haben Landtagsvizepräsidentin Violanda Lanter-Koller und der stellvertretende Abgeordnete Helmuth Büchel an der Konferenz teilgenommen.

Aktuelle Stunde im April Landtag - Braucht es in Liechtenstein eine Pflegeversicherung?

Gestützt auf Art. 49 der Geschäftsordnung für den Landtag und in Verbindung mit dem vom Landtagspräsidium verabschiedeten Ablaufreglement wird anlässlich der Landtagssitzung vom 9. April 2014 das parlamentarische Instrument Aktuelle Stunde zur Anwendung gebracht. Gemäss Beschluss, der den Turnus der Fraktionen nach Anzahl erzielter Stimmen bei den Landtagswahlen festlegt, hat die FBP-Fraktion folgendes Thema zur Beratung beigebracht:

Braucht es in Liechtenstein eine Pflegeversicherung?

Redezeiten

Der themenbestimmenden Fraktion stehen zwei Zeitgefässe von je 5 Minuten für ein Eröffnungsreferat und für ein Schlussreferat zu. Dazwischen steht allen Fraktionen und der Regierung jeweils ein frei verfügbares Zeitgefäss von 10 Minuten für Redebeiträge zur Verfügung. Nicht ausgeschöpfte Blockredezeiten verfallen und können nicht von anderen Teilnehmern beansprucht werden. Die Regierung nimmt in der Regel durch das für den Themenbereich zuständige Regierungsmitglied an den Beratungen teil.

Ablauf

Nach dem Eröffnungsreferat haben alle Fraktionen Anspruch auf einen ersten Redebeitrag. In der Folge hat die Regierung Gelegenheit für eine erste Meinungsäusserung, sofern sie diese nutzen will. Danach haben alle Damen und Herren Abgeordneten in freier Reihenfolge Gelegenheit für Wortmeldungen bis das Zeitkontingent ihrer Fraktion  ausgeschöpft ist. In der Folge besteht für die Regierung eine zweite Möglichkeit zur Meinungsäusserung im Rahmen ihres Zeitkontingentes. Anschliessend folgt das Schlussreferat der themenbestimmenden Fraktion.

Liechtensteinisches Mitglied ins CPT gewählt

Frau Esther Marogg wurde zum neuen liechtensteinischen Mitglied in das Europäische Komitee zur Verhütung von Folter und unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe (CPT) gewählt. Sie tritt die Nachfolge von Frau Isolde Kieber an, welche dem Komitee in den Jahren 2003 bis 2013 angehörte.

Frau Marogg absolvierte u.a. ein Studium an der Ostschweizerischen Höheren Fachschule für Sozialpädagogik und konnte bei ihrer langjährigen berufliche Tätigkeit im sozialen Bereich verschiedene Erfahrungen sammeln. Sie wurde vom Ministerkomitee des Europarats an seiner Sitzung vom 2. April 2014 aus einer Liste mit drei Kandidaten gewählt.

Das CPT wurde von der «Europäischen Konvention zur Verhütung von Folter und unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe» des Europarats in Leben gerufen und ist 1989 in Kraft getreten. Es ist ein Präventionsmechanismus zum Schutz von Menschen, denen die Freiheit entzogen ist, vor Folter und anderen Formen von Misshandlungen. Die Mitglieder des CPT besuchen Hafteinrichtungen und andere Vollzugseinrichtungen in Europa um zu prüfen, wie Menschen behandelt werden.

Aktuelle Stunde im Mai Landtag - Liechtensteinbild im Ausland

Gestützt auf Art. 49 der Geschäftsordnung für den Landtag und in Verbindung mit dem vom Landtagspräsidium verabschiedeten Ablaufreglement wird anlässlich der Landtagssitzung vom 7. Mai 2014 das parlamentarische Instrument Aktuelle Stunde zur Anwendung gebracht. Gemäss Beschluss, der den Turnus der Fraktionen nach Anzahl erzielter Stimmen bei den Landtagswahlen festlegt, hat die VU-Fraktion folgendes Thema zur Beratung beigebracht:

Liechtensteinbild im Ausland

  • Welche Ziele soll Liechtenstein mit der Imagepflege im Ausland anstreben?
  • Welches sollen dabei die wichtigsten Zielgruppen sein?
  • Welche Bilder und Botschaften soll das Ausland von Liechtenstein bekommen?
  • Auf welche Weise sollen Bilder und Botschaften vermittelt werden?

Redezeiten

Der themenbestimmenden Fraktion stehen zwei Zeitgefässe von je 5 Minuten für ein Eröffnungsreferat und für ein Schlussreferat zu. Dazwischen steht allen Fraktionen und der Regierung jeweils ein frei verfügbares Zeitgefäss von 10 Minuten für Redebeiträge zur Verfügung. Nicht ausgeschöpfte Blockredezeiten verfallen und können nicht von anderen Teilnehmern beansprucht werden. Die Regierung nimmt in der Regel durch das für den Themenbereich zuständige Regierungsmitglied an den Beratungen teil.

Ablauf

Nach dem Eröffnungsreferat haben alle Fraktionen Anspruch auf einen ersten Redebeitrag. In der Folge hat die Regierung Gelegenheit für eine erste Meinungsäusserung, sofern sie diese nutzen will. Danach haben alle Damen und Herren Abgeordneten in freier Reihenfolge Gelegenheit für Wortmeldungen bis das Zeitkontingent ihrer Fraktion  ausgeschöpft ist. In der Folge besteht für die Regierung eine zweite Möglichkeit zur Meinungsäusserung im Rahmen ihres Zeitkontingentes. Anschliessend folgt das Schlussreferat der themenbestimmenden Fraktion.

Aktuelle Stunde im Juni Landtag: Klimaerwärmung - Kostentreiber - Wettbewerbsverzerrungen - Angst

Gestützt auf Art. 49 der Geschäftsordnung für den Landtag und in Verbindung mit dem vom Landtagspräsidium verabschiedeten Ablaufreglement wird anlässlich der Landtagssitzung vom 4. Juni 2014 das parlamentarische Instrument Aktuelle Stunde zur Anwendung gebracht. Gemäss Beschluss, der den Turnus der Fraktionen nach Anzahl erzielter Stimmen bei den Landtagswahlen festlegt, hat die DU-Fraktion folgendes Thema zur Beratung beigebracht:

Klimaerwärmung - Kostentreiber - Wettbewerbsverzerrungen - Angst

Redezeiten

Der themenbestimmenden Fraktion stehen zwei Zeitgefässe von je 5 Minuten für ein Eröffnungsreferat und für ein Schlussreferat zu. Dazwischen steht allen Fraktionen und der Regierung jeweils ein frei verfügbares Zeitgefäss von 10 Minuten für Redebeiträge zur Verfügung. Nicht ausgeschöpfte Blockredezeiten verfallen und können nicht von anderen Teilnehmern beansprucht werden. Die Regierung nimmt in der Regel durch das für den Themenbereich zuständige Regierungsmitglied an den Beratungen teil.

Ablauf

Nach dem Eröffnungsreferat haben alle Fraktionen Anspruch auf einen ersten Redebeitrag. In der Folge hat die Regierung Gelegenheit für eine erste Meinungsäusserung, sofern sie diese nutzen will. Danach haben alle Damen und Herren Abgeordneten in freier Reihenfolge Gelegenheit für Wortmeldungen bis das Zeitkontingent ihrer Fraktion  ausgeschöpft ist. In der Folge besteht für die Regierung eine zweite Möglichkeit zur Meinungsäusserung im Rahmen ihres Zeitkontingentes. Anschliessend folgt das Schlussreferat der themenbestimmenden Fraktion.

Schweizer Nationalratspräsident besucht Liechtenstein

Besuch 51541 635399013125106250Empfang auf Schloss Vaduz bei Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein (5. v. l.).Besuch 87013Besuch 87086Besuch 51713Besuch 51672Besuch 87031

Landtagspräsident Albert Frick und Landtagsvizepräsidentin Violanda Lanter-Koller haben am 1. Juli 2014 den Präsidenten des schweizerischen Nationalrats, Ruedi Lustenberger, empfangen. Auch Doris Frick, die liechtensteinische Botschafterin in Bern, nutzte die Gelegenheit, um die freundschaftlichen Beziehungen zu festigen. Ruedi Lustenberger wurde beim Besuch von seiner Gattin Marie-Theres Lustenberger, Nationalrätin Susanne Leutenegger-Oberholzer, Botschafter Claudio Fischer und Florence Tinguely Mattli, designierte Schweizer Botschafterin für Liechtenstein, begleitet.

Stationen des vielseitigen Programms waren Schloss Vaduz, wo die Gruppe von Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein empfangen wurde, das Regierungsgebäude, wo ein Höflichkeitsbesuch bei Regierungschef Adrian Hasler stattfand, das Landesarchiv und die Frommelt Zimmerei & Ing. Holzbau AG.

Ausserdem informierten Albert Frick und Ruedi Lustenberger die Medien über den Besuch. Dabei betonte Landtagspräsident Albert Frick, dass mit der Zoll- und Währungsunion mit der Schweiz der Grundstein für den wirtschaftlichen Aufschwung in Liechtenstein gelegt worden ist. Bei dem Besuch ging es in erster Linie darum, der Delegation aus der Schweiz Liechtenstein näherzubringen und das Bewusstsein über die Gemeinsamkeiten zu stärken.

Vierte Klassen des Gymnasiums im Landtag

Staatskundetag LG 011Staatskundetag LG 012Staatskundetag LG 013Staatskundetag LG 016Staatskundetag LG 018

Am 2. und 3. Juli haben rund 120 Schülerinnen und Schüler des Liechtensteinischen Gymnasiums im Rahmen des Staatskundetages das Landtagsgebäude besucht. Aufgeteilt in vier Gruppen besichtigten sie das Gebäude. Dabei konnten sie auch das Wissen über den Landtag anwenden und vertiefen, das ihnen zuvor im theoretischen Teil des Staatskundetages vermittelt wurde.

Jahrestagung der Parlamentarischen Versammlung der OSZE in Baku

Liechtensteinische Delegation der OSZE PV in Baku

Vom 28. Juni bis zum 2. Juli 2014 fand die 23. Jahrestagung der Parlamentarischen Versammlung der OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) in Baku (Aserbaidschan) statt. Insgesamt trafen sich rund 300 Parlamentarierinnen und Parlamentarier der 57 OSZE-Teilnehmerstaaten am Kaspischen Meer, um aktuelle Themen zu diskutieren. Liechtenstein wurde durch die Landtagsabgeordneten Karin Rüdisser-Quaderer (Delegationsleiterin) und Helen Konzett Bargetze sowie von der Delegationssekretärin Sandra Gerber-Leuenberger vertreten. 

Die Jahrestagung hatte sich das Thema «Helsinki +40 – Auf dem Weg zu menschlicher Sicherheit für alle» zum Ziel gesetzt. Dieses Thema wurde in Vorbereitung auf den 40. Jahrestag der Unterzeichnung der Schlussakte von Helsinki im nächsten Jahr sowie zur Ausarbeitung von Vorschlägen für institutionelle Reformen zur Neuausrichtung der OSZE gewählt. 

In der Eröffnungssitzung richteten der Präsident der Republik Aserbaidschan llham Aliyev, der aserbaidschanische Parlamentspräsident Ogtay Asadov sowie der amtierende OSZE-Vorsitzende und schweizerische Bundespräsident Didier Burkhalter ihre Worte an die Anwesenden. Burkhalter sprach über die aktuelle Lage in der OSZE-Region mit Schwerpunkt Krise in der Ukraine. 

Zahlreiche Beschlüsse verabschiedet

Die drei ordentlichen Ausschüsse (Ausschuss für Politische Angelegenheiten, Ausschuss für Wirtschaftliche Angelegenheiten und Ausschuss für Menschenrechte) diskutierten jeweils einen im Vorfeld verfassten Bericht inklusive Beschluss zum Tagungsthema. Zusätzlich wurden 14 weitere Resolutionen von den Ausschüssen behandelt und verabschiedet. Dabei wurden Themen wie der Verstoss Russlands gegen die Helsinki Prinzipien, eine umfassende Einwanderungsreform, der Schutz von Kulturgütern in der OSZE-Region, der Kampf gegen Terrorismus, die Situation von Flüchtlingen in der OSZE-Region, die Bekämpfung von Folter sowie ein Beschluss zum Thema Ernährungssicherheit, knappe Wasserressourcen und die Stabilität im OSZE-Raum diskutiert. 

Neben der Teilnahme an den Ausschuss- sowie Plenarsitzungen standen für die liechtensteinische Delegation auch bilaterale Treffen auf der Agenda. Es fand ein informeller Austausch mit den Mitgliedern der schweizerischen Delegation statt. Ebenfalls traf sich die liechtensteinische Delegation mit Mitgliedern aus anderen Kleinstaaten wie Monaco, Andorra und San Marino. 

Spezial Debatte zur Ukraine

An der Spezialdebatte zur Ukraine beteiligten sich über 60 Redner aus verschiedensten OSZE-Ländern. Die Abgeordneten begrüssten die neuen Initiativen, welche seitens der Parlamentarischen Versammlung zur Förderung des russisch-ukrainischen Dialogs mit dem Ziel der Deeskalation der Krise diskutiert wurden. Während der Debatte wurde mehrmals die im Mai durchgeführte Wahlbeobachtung in der Ukraine, an welcher mehr als 100 Wahlbeobachter der Parlamentarischen Versammlung der OSZE, u.a. auch die Liechtensteinische Abgeordnete Helen Konzett-Bargetze, teilnahmen, erwähnt. 

Baku-Deklaration

Am Ende der Tagung wurde die «Baku Deklaration» verabschiedet. Dieses Papier enthält Empfehlungen sowie alle genehmigten Beschlüsse der Versammlung. Die Deklaration fordert die Mitgliedsstaaten auf, sich auf der höchsten politischen Ebene zur vollen Umsetzung der OSZE-Verbindlichkeiten sowie zur Stärkung der Organisation zu verpflichten. Die Deklaration wurde an die Regierungen aller 57 OSZE-Mitgliedstaaten gesandt. 

Neuer Präsident gewählt

Zum Schluss der Tagung stand die Wahl des Präsidenten der Versammlung auf der Agenda. Ranko Krivokapic, der amtierende Parlamentspräsident aus Montenegro, stellte sich nach einem Jahr im Amt zur Wiederwahl. Ebenfalls zur Wahl stellte sich der Finnische Parlamentarier Ilkka Kanerva welcher schliesslich mit 111 zu 96 Stimmen zum neuen Präsidenten der Versammlung gewählt wurde.

Der Parlamentarischen Versammlung der OSZE gehören insgesamt 323 Parlamentarier aus 57 Staaten von Europa über Zentralasien bis Nordamerika an. Die Versammlung bietet ein Forum für parlamentarischen Austausch zu den eingegangenen Verpflichtungen auf politischer und wirtschaftlicher Ebene sowie in den Bereichen Umwelt, Sicherheit, und Menschenrechte an. Weitere Informationen zur Parlamentarischen Versammlung der OSZE finden Sie auf www.oscepa.org.

Foto: Parlamentsdienst

Generalsekretär des Europarats durch die Parlamentarische Versammlung gewählt

Liechtensteinische Delegation mit dem Generalsekretär des Europarats

Vom 23. bis 27. Juni fand die dritte Session dieses Jahres der Parlamentarischen Versammlung des Europarats in Strassburg statt. Liechtenstein wurde durch die Landtags­abgeordneten Gerold Büchel (Delegationsleiter) und Judith Oehri vertreten.

Zu Beginn der Sommersession stand die Wahl des Generalsekretärs des Europarats auf der Agenda. Zur Wahl stellten sich der amtierende Generalsekretär Thorbjørn Jagland aus Norwegen sowie die frühere deutsche Ministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. Im ersten Wahlgang erhielt Thorbjørn Jagland 156 Stimmen und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger 93 Stimmen. Thorbjørn Jagland wurde somit für eine zweite fünfjährige Amtszeit gewählt. Im Jahr 2009 wurde Jagland zum Vorsitzenden des norwegischen Nobel-Komitees gewählt. Von 2005 bis 2009 war er Präsident des norwegischen Parlaments. 

Während der Session wurden insgesamt 23 Vorlagen vom Plenum behandelt, unter anderem der Bericht zur am 25. Mai 2014 erfolgreich durchgeführten Wahlbeobachtung in der Ukraine, die Evaluierung der Massnahmen zur Reform der Parlamentarischen Versammlung, die Stärkung der Unabhängigkeit des Gerichtshofs für Menschenrechte sowie die Flüchtlingsströme von Nordafrika nach Italien. 

Weiterer Höhepunkte der Session war eine Dringlichkeitsdebatte über die politischen und humanitären Konsequenzen der Krise in der Ukraine. Die Parlamentarier waren sich einig, dass es nun eine Hauptaufgabe des neuen Präsidenten der Ukraine sei, das Vertrauen der Menschen im Osten des Landes wieder aufzubauen. Anschliessend an die Dringlichkeitsdebatte sprach der neu gewählte ukrainische Präsident Petro Poroshenko zur Versammlung. In seiner Rede erinnerte er daran, dass die Konflikte in der Ukraine nur durch einen friedlichen Dialog gelöst werden können. Weiter forderte er die Deeskalation des Konflikts im Osten des Landes sowie die Widerherstellung des Friedens. Abschliessend bedankte sich Poroshenko beim Europarat für seine schnelle Reaktion auf die Krise. 

Ebenfalls vor der Versammlung des Europarats sprachen der aserbaidschanische Aussenminister und Vorsitzende des Ministerkomitees Elmar Mammadyarov sowie der Präsident Aserbaidschans Ilham Aliyev. 

Der Rechtsausschuss der Versammlung hielt an einer seiner Sitzungen eine Anhörung zum Thema «Verbesserung des Schutzes von Informanten» ab. Dazu sprachen Edward Snowden (via Videointerview) und Anna Myers, vom Whistleblowing International Network in London.

Ansprache des Landtagspräsidenten Albert Frick anlässlich des Staatsfeiertages 2014

Es gilt das gesprochene Wort.

Durchlauchter Landesfürst
Durchlauchte Landesfürstin
Durchlauchter Erbprinz
Königliche Hoheit
Durchlauchten
Geschätzte Mitglieder von Regierung und Landtag
Exzellenzen
Liebe Liechtensteinerinnen, liebe Liechtensteiner
Liebe Gäste


„Metanand a Land“. Der Slogan des diesjährigen Staatsfeiertages gefällt mir. Er drückt das aus, was ich oft in Erinnerung rufe. Das Erfolgsmodell Liechtenstein fusst auf dem Willen der Einwohnerinnen und Einwohner, unseren Staat als gemeinsame Aufgabe, als gemeinsames Anliegen zu verstehen. Und es fusst auf der fruchtbaren Zusammenarbeit der beiden Souveräne, dem Fürstenhaus und dem Volk. Mit diesem Verständnis von „Metanand a Land“ wollen wir heute gemeinsam und ausgiebig feiern.

Auch wenn unser Land auf dem Papier angeblich etwas kleiner wird. Durch den Entscheid, die Landesvermessung auf ein GPS-gestütztes System umzustellen, soll sich unsere Landesfläche um 0.1 Hektaren verringern, obschon sich an der wirklichen Fläche nichts ändert. In einer Pressemitteilung hiess es dazu, dass die neue Vermessungsmethode auch Folgen für das Verhältnis zum Nachbarland Schweiz habe. Die Distanz zwischen Vaduz und Bern vergrössere sich. Auf den ersten Blick eine eher beunruhigende Nachricht. Ich war daher dankbar, vor 1 ½ Monaten den Präsidenten des Schweizerischen Nationalrates in Liechtenstein als Gast empfangen zu dürfen. Wir stellten gemeinsam fest, dass die zunehmende Entfernung lediglich einen halben Meter beträgt, rein rechnerischer Natur ist und keinerlei politischen Zusammenhang hat. Ganz im Gegenteil: 90 Jahre nach Inkrafttreten des Zollvertrages wurden die freundschaftlichen Beziehungen gegenseitig aufs Herzlichste bestätigt und bekräftigt. Bei der Besichtigung des Originalvertrages im Landesarchiv berührte uns der Wortlaut der Präambel zum Zollvertrag ganz besonders. Er lautet:

„Vom Wunsche beseelt, die zwischen der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein bestehenden freundschaftlichen Beziehungen fester und inniger zu gestalten, …“

Diese von aufrichtiger Herzlichkeit geprägte Wortwahl ist auch heute noch Leitlinie für das Zusammengehen mit unserem wichtigsten Partner. Der Zollvertrag mit der Schweiz bildete die Grundlage für die gute wirtschaftliche Entwicklung unseres Landes. Auch wenn zu Vertragsbeginn zumindest ein Berufszweig keineswegs glücklich über die neue Ausrichtung war, nämlich das nicht ganz so ehrenwerte Schmugglergewerbe, dessen Dienste überflüssig wurden.

Mit dem Zollvertrag habe ich ein Jubiläum angesprochen. Die Entstehung und die Entwicklung unseres Landes bringen es mit sich, dass immer wieder Gedenktage anstehen.

Am heutigen Nationalfeiertag dürfen wir zwei Jubiläen aus dem Fürstenhause besondere Beachtung schenken: Im Jahre 1989, vor 25 Jahren also, haben Sie, Durchlauchter Landesfürst, die Aufgabe als Staatsoberhaupt übernommen, nachdem Sie zuvor schon während fünf Jahren in Stellvertretung Ihres Vaters die Hoheitsrechte ausgeübt hatten. Es wäre am heutigen Tage verfrüht, Ihre Regierungszeit umfassend zu würdigen. Gestatten Sie mir aber, Ihre herausragenden Impulse auf dem Gebiete der Aussenpolitik zu erwähnen, die 1990 zum UNO Beitritt und 1995 zum Beitritt in den EWR führten. Diese Meilensteine in der Geschichte Liechtensteins, die die Souveränität unseres Landes nachhaltig stärkten, werden immer mit Ihrem Namen verbunden sein. Es mag Zufall sein, dass der Beginn Ihrer Regierungszeit fast auf den Tag genau mit dem Fall der Berliner Mauer zusammenfiel. Aber es mag auch Symbol sein. Die damalige weltpolitische Veränderung war vom Fürstenhaus bereits zu einem Zeitpunkt vorausgesagt worden, als noch kaum jemand ein solches Ereignis für möglich hielt. Weitsicht und langfristiges Denken waren es denn auch, die Ihre Regierungszeit in besonderer Weise prägten.

Vor genau 10 Jahren haben Sie Seine Durchlaucht Erbprinz Alois mit der Ausübung der Hoheitsrechte des Fürsten betraut. S.D. der Erbprinz nimmt die Hoheitsrechte seither mit dem ihm eigenen Charme und mit grossem Verantwortungsbewusstsein wahr. Im Lande herrscht längst die Gewissheit, dass das Fürstenhaus auch weiterhin Herausragendes für das gute Gedeihen unseres Landes leisten wird. Ich darf heute, auch im Namen des liechtensteinischen Volkes, die Verdienste des Fürstenhauses um unsere Heimat aufs Herzlichste verdanken.

Wenn ich einen Blick nach vorne werfe, so zeichnet sich ein Jubiläum ab, das die Verbindung von Land und Fürstenhaus in einzigartiger Weise abbilden wird. In fünf Jahren werden wir 300 Jahre Fürstentum Liechtenstein feiern können. Dem Kauf der Herrschaft Schellenberg im Jahre 1699 und dem Kauf der Grafschaft Vaduz im Jahre 1712 folgte 1719 die Erhebung der beiden Gebiete zum Reichsfürstentum Liechtenstein. Nachdem Unterländer und Oberländer ihre 300 Jahre schon ausgiebig gefeiert haben, bietet sich der Slogan „Metanand a Land“ geradezu an, auch den Beginn unserer gemeinsamen Geschichte als Fürstentum Liechtenstein gebührend zu feiern und schon bald die Vorbereitungen für würdige Festlichkeiten an die Hand zu nehmen.

Wenn wir Liechtensteiner stolz sind auf unser Land, so sind wir auch stolz auf jene Mitbürgerinnen und Mitbürger, die unserem Land in besonderer Weise zur Ehre gereichten. So möchte ich am heutigen Nationalfeiertag auch an den Komponisten Josef Gabriel Rheinberger erinnern, der vor 175 Jahren geboren wurde. Schon mit sieben Jahren spielte der junge Rheinberger in Vaduz die Orgel und improvisierte wie ein Grosser. Nach der Ausbildung am Münchner Konservatorium gehörte er zu den erfolgreichsten Komponisten seiner Zeit. Als Kompositionslehrer wurde er zu einer Kapazität von internationalem Rang.
Zahlreiche Auszeichnungen und die Verleihung des Ehrendoktorates der Universität München spiegeln den Erfolg dieses grossen Sohnes unserer Heimat.

Ein Gedenktermin der wenig erfreulichen Art ist derzeit in den Medien allgegenwärtig. Der Ausbruch des ersten Weltkrieges vor genau 100 Jahren. Unser Land war nicht direkt in die kriegerischen Auseinandersetzungen eingebunden, war aber von den Auswirkungen in hohem Masse betroffen. Der totale Zusammenbruch der in unserem Land gültigen österreichischen Krone kostete unserem Lande geschätzte 25 Millionen Schweizerfranken. Das war das gesamte Staatsvermögen. Die Industriebetriebe, damals alle baumwollverarbeitend, mussten während des Krieges schliessen. Die Arbeit wurde immer knapper, die Lebensmittelversorgung bereitete grösste Schwierigkeiten, die Bevölkerung litt Hunger.

Wer kann sich 100 Jahre später noch vorstellen, dass in diesem Land Hungersnot herrschte? Man kann es sich weder vorstellen, noch kann man es jemals wieder wollen. Das Blatt hat sich auf die Wohlstandsseite gewendet. Glücklichere Umstände sowie eine kluge Politik sorgten dafür. Die Politik war sich bewusst, wie wichtig die Förderung von persönlicher Eigentumsbildung ist. Sie schuf Anreize, im Leben etwas erreichen zu können. Und die fleissige, lern- und arbeitswillige Bevölkerung wusste die Voraussetzungen über Jahrzehnte hinweg bestens zu nutzen. Ich meine, dass die Politik auch heute zu Selbstverantwortung ermutigen und Eigentumsbildung fördern muss, damit uns ein breiter Mittelstand erhalten bleibt. Das ist der beste Garant für sozialen Frieden.

Liebe Liechtensteinerinnen und Liechtensteiner

Nicht nur am heutigen Nationalfeiertag, sondern weit darüber hinaus sind wir „Metanand a Land“. Wir alle sind Liechtenstein. Wir alle wollen Sorge zu unserem Staatswesen tragen. Das Zusammenwirken der Generationen ist dabei besonders wichtig. Weil es Teil unseres Menschseins ist, erst dieser und später jener Generation anzugehören. Weil wir zusammen ein Ganzes bilden. Die Solidargemeinschaft der Generationen auszuhöhlen, wäre fatal.

Es gäbe noch vieles zu erwähnen, was das Metanand ausmacht. Lassen Sie mich eines hervorheben. Die kleinste Zelle, die Familie.
Nichts ist vergleichbar mit der Kraft, die in diesem Ort des Wohlbefindens und der Geborgenheit entsteht. Die Familien sind tragender Pfeiler unserer Gesellschaft und verdienen unsere Unterstützung. Starke Familien stärken den Staat.

Liebe Festgemeinde

Besinnen wir uns am heutigen Staatsfeiertag auf die Kraft unserer Gemeinschaft. Gönnen wir uns Zuversicht. Gönnen wir uns Mut. Freuen wir uns über all das, was unseren Zusammenhalt und unsere Lebensfreude stärkt.

Ich wünsche Ihnen ein herrliches Fest und Gottes Segen.

Aktuelle Stunde im September Landtag: Wie solidarisch soll Liechtenstein sein?

Gestützt auf Art. 49 der Geschäftsordnung für den Landtag und in Verbindung mit dem vom Landtagspräsidium verabschiedeten Ablaufreglement wird anlässlich der Landtagssitzung vom 3. September 2014 das parlamentarische Instrument Aktuelle Stunde zur Anwendung gebracht. Gemäss Beschluss, der den Turnus der Fraktionen nach Anzahl erzielter Stimmen bei den Landtagswahlen festlegt, hat die FL-Fraktion folgendes Thema zur Beratung beigebracht:

Wie solidarisch soll Liechtenstein sein?

Dabei sollen vor allem die folgenden Fragen diskutiert werden:

  • Wie stark soll sich ein kleines, reiches Land wie Liechtenstein dabei engagieren?
  • Was erachten wir als angemessen?
  • Was können wir tun?
  • Was müssen wir im Sinne der Menschlichkeit tun?

Redezeiten: Der themenbestimmenden Fraktion stehen zwei Zeitgefässe von je 5 Minuten für ein Eröffnungsreferat und für ein Schlussreferat zu. Dazwischen steht allen Fraktionen und der Regierung jeweils ein frei verfügbares Zeitgefäss von 10 Minuten für Redebeiträge zur Verfügung. Nicht ausgeschöpfte Blockredezeiten verfallen und können nicht von anderen Teilnehmern beansprucht werden. Die Regierung nimmt in der Regel durch das für den Themenbereich zuständige Regierungsmitglied an den Beratungen teil.

Ablauf: Nach dem Eröffnungsreferat haben alle Fraktionen Anspruch auf einen ersten Redebeitrag. In der Folge hat die Regierung Gelegenheit für eine erste Meinungsäusserung, sofern sie diese nutzen will. Danach haben alle Damen und Herren Abgeordneten in freier Reihenfolge Gelegenheit für Wortmeldungen bis das Zeitkontingent ihrer Fraktion  ausgeschöpft ist. In der Folge besteht für die Regierung eine zweite Möglichkeit zur Meinungsäusserung im Rahmen ihres Zeitkontingentes. Anschliessend folgt das Schlussreferat der themenbestimmenden Fraktion.

Landtagssitzungen 2015

Die Daten der Sitzungen des Landtags für das Jahr 2015 sind ab sofort unter Agenda 2015 abrufbar (hier klicken)

St. Galler Kantonsräte besichtigen Landtagsgebäude

Exkursion des St. Galler KantonsratesExkursion des St. Galler Kantonsrates

Rund 30 Personen, unter Ihnen Kantonsratspräsident Paul Schlegel, Abgeordnete und Kantonsrichter, hatten am Dienstag, dem 16. September, im Rahmen der alle zwei Jahre stattfindenden Exkursion des St. Galler Kantonsrates die Gelegenheit, das Landtagsgebäude in Vaduz zu besuchen. Dort wurden die Gäste von Landtagspräsident Albert Frick und Landtagssekretär Josef Hilti empfangen. Nach der Begrüssung durch Albert Frick konnten die Kantonsräte bei einer Führung das Landtagsgebäude und Besonderheiten der liechtensteinischen Volksvertretung kennenlernen.

Luxemburgs Aussenminister Jean Asselborn besucht den Landtag

Besuch des luxemburgischen Aussenministers Jean Asselborn.Besuch des luxemburgischen Aussenministers Jean Asselborn.LUXEMBURG KRI 0763Besuch des luxemburgischen Aussenministers Jean Asselborn.

Die Aussenpolitsche Kommission des Landtags hat sich am Mittwoch, dem 22. Oktober, mit Jean Asselborn, Luxemburgs Minister für auswärtige und europäische  Angelegenheiten, Immigration und Asyl, und weiteren Mitgliedern der luxemburgischen Delegation getroffen. Nach einer Begrüssung und einführenden Worten von Landtagspräsident Albert Frick in der Säulenhalle und im Plenarsaal des Landtagsgebäudes fand eine Diskussion statt, an der auch Aussenministerin Aurelia Frick teilnahm.

Aktuelle Stunde November-Landtag: Sterbehilfe

Gemäss Artikel 49 der Geschäftsordnung für den Landtag des Fürstentums Liechtenstein legt die turnusmässig damit betraute Fraktion der Vaterländischen Union für die Landtagssitzung vom 5. bis 7. November 2014 folgendes Thema fest:

Sterbehilfe

Werden die gültigen gesetzlichen Bestimmungen zur Handhabung von Sterbehilfe dem gesellschaftlichen Wandel gerecht, drängen sich überhaupt Anpassungen auf, wenn ja, in welche Richtung und wie weit gehend?

Die aktuellen Vorkommnisse im Landesspital haben die Diskussion um Sterbehilfe in Liechtenstein wieder angefacht. Hierbei handelt es sich um eine äusserst sensible Materie. Das allgemeine, gesellschaftliche Interesse gründet darauf, dass jeder und jede unmittelbar, aber auch als Angehörige, als Verwandte oder Freunde von diesem Thema betroffen sein kann. 

Zudem ist es wichtig zu verstehen, dass bei der Sterbehilfe eine Abwägung von zwei Rechtsgütern stattfindet, welche beide für sich im Grunde genommen unantastbar und gegenseitig unvereinbar sind. Das eine Rechtsgut ist das Recht auf Leben und das andere ist das Recht auf Selbstbestimmung. Einen allgemeingültigen Ausgleich zu finden, ist praktisch unmöglich. 

Den rechtlichen Bestimmungen kommt deshalb eine entscheidende Bedeutung zu. Daher ist es von zentraler Bedeutung, dass die Gesellschaft über die Rechtsordnung eine Grenze definiert, die einzuhalten ist. Ob unser Rechtsrahmen den heutigen Anforderungen genügt, oder in welche Richtung und wie weit dieser allenfalls verändert werden sollte, ist eine Frage, deren Beantwortung nur am Ende eines intensiven und umfangreichen politischen Prozesses stehen kann. Will man die geltende Rechtslage in Frage stellen oder gar verändern, muss dies auf breiter Ebene unter Berücksichtigung aller Argumente diskutiert werden. 

Nach Ansicht der VU-Fraktion bietet die Aktuelle Stunde des Landtags den geeigneten Rahmen dafür, eine parteiübergreifende, sachliche Auslegeordnung und Diskussion diesbezüglich zu führen.

Landtagspräsident Albert Frick zu Besuch in der Schweiz

Besuch in der SchweizBesuch in der SchweizBesuch in der SchweizBesuch in der SchweizBesuch in der Schweiz

Am 18. November 2014 empfing Nationalratspräsident Ruedi Lustenberger Landtagspräsident Albert Frick zu einer offiziellen Visite in Bern, Luzern und auf dem Bürgenstock (NW).

Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf empfing die Gäste aus dem Fürstentum Liechtenstein im Bundeshaus zu einem Höflichkeitsbesuch. Die beiden Delegationen aus den Nachbarländern besprachen verschiedene bilaterale Themen und vertieften dabei ihre freundnachbarschaftlichen Beziehungen.

Die Delegation aus Vaduz setzte sich aus dem Landtagspräsidenten Albert Frick, der Landtagsvizepräsidentin Violanda Lanter-Koller, der Botschafterin des Fürstentums Liechtenstein in der Schweiz, Doris Frick, und Landtagssekretär Josef Hilti zusammen.

Auf Schweizer Seite nahmen neben Nationalratspräsident Ruedi Lustenberger und seiner Gattin auch die Präsidentin der Delegation für die Beziehungen zum Liechtensteiner Landtag, Nationalrätin Susanne Leutenegger Oberholzer, Ständerat Paul Niederberger und Botschafterin Florence Tinguely Mattli (Botschafterin der Schweiz für das Fürstentum Liechtenstein) sowie Botschafter Claudio Fischer (Leiter internationale Beziehungen der Bundesversammlung) teil.

Anschliessend reiste die Delegation in den Heimatkanton des Nationalratspräsidenten. In Luzern gab es anlässlich des Mittagessens eine Zusammenkunft mit der Präsidentin des Luzerner Kantonsrates, Irene Keller, mit dem Luzerner Stadtpräsidenten Stefan Roth sowie mit dem Präsidenten des Luzerner Stadtparlamentes, Jörg Krähenbühl. Die Kantonsratspräsidentin wusste auf berührende Weise von früheren Begegnungen mit Mitgliedern des Fürstenhauses im Hotel ihrer Eltern in Vitznau zu berichten. Landtagspräsident Albert Frick unterstrich in seiner Tischrede die langjährigen freundschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern und bedankte sich bei den Gastgebern für die ausserordentlich aufwendige Gestaltung des Besuchsprogrammes. Insbesondere erwähnte er, dass gute Beziehungen einer permanenten Pflege bedürfen und dass persönliche Kontakte dafür besonders geeignet sind.

In Anwesenheit politischer Vertreter aus dem Kanton Nidwalden und den angrenzenden Gemeinden sowie hochrangigen Gewerbevertretern wurde auf dem Areal der Höheren Fachschule auf dem Bürgenstock im Anschluss eine von der Zimmerei Frommelt AG aus Schaan angefertigte Holzskulptur eingeweiht. Dieses Symbol für die engen und freundschaftlichen Beziehungen zwischen der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein wurde dem Nationalratspräsidenten anlässlich seines Besuches in Liechtenstein im Juli dieses Jahres von den Geschäftsinhabern der Zimmerei Frommelt AG als deren persönliches Gastgeschenk überreicht. Nun fand die Holzskulptur im Ausbildungszentrum des Schweizerischen Schreinerverbandes im Rahmen einer würdigen Feier einen definitiven Standort. Nationalratspräsident Ruedi Lustenberger zeigte sich darüber hocherfreut und bezeichnete den Besuchstag als grossartigen Abschluss seines Präsidialjahres. (pd)

Rede des Alterspräsidenten Albert Frick anlässlich der Landtagseröffnung am 22. Januar 2015

Es gilt das gesprochene Wort.

ANSPRACHE

DES ALTERSPRÄSIDENTEN ALBERT FRICK

ANLÄSSLICH DER LANDTAGSERÖFFNUNG 2015

Durchlauchter Erbprinz
Sehr geehrte Frauen und Herren Landtagsabgeordnete

Ich begrüsse Sie auch meinerseits zur heutigen Eröffnungssitzung des Landtages. Die Eröffnungssitzung mit der Thronrede des Erbprinzen stösst bei der Bevölkerung jeweils auf grosses Interesse. Durchlaucht, ich darf mich für Ihre soeben gemachten Ausführungen herzlichst bedanken. Diese sind für die Gestaltung der Zukunft unseres Landes wegweisend und wertvoll.

Die diesjährige Landtagseröffnung findet um einen Monat früher als bisher üblich statt. Diese Neuerung konnte zwischen beiden Souveränen einvernehmlich erzielt werden. Die Vorteile liegen auf der Hand. Der für die Zeit zwischen Schliessung und Wiedereröffnung stellvertretend eingesetzte Landesausschuss hat eine kürzere Amtsdauer und die Landtagskommissionen, insbesondere die Geschäftsprüfungskommission, können ihre Tätigkeit ab sofort wieder aufnehmen.

Mit dem heutigen Tag startet der Landtag in die zweite Hälfte der Legislaturperiode. Wenn wir einen kurzen Rückblick machen, so sind wir uns wohl alle einig, dass die Startbedingungen vor zwei Jahren wenig geeignet waren, um in Euphorie zu verfallen.

Der Weg der Politik führte bildlich gesprochen über einen sehr schmalen Grat. Beidseitig tat sich ein tiefer Abgrund auf, auf der einen Seite der aus dem Gleichgewicht geratene Staatshaushalt, auf der anderen Seite eine marode Pensionsversicherung der Landesverwaltung. Der zu begehende Weg war alles andere als rutschfest und wurde zusätzlich noch mit Stolpersteinen belegt. Zwei Jahre später ist etwas mehr Zuversicht erlaubt. Dank mehrerer Massnahmenpakete dürfen wir beim Staatshaushalt wieder auf eine ausgeglichene Rechnung hoffen. Für die Pensionsversicherung konnten wir mit dem Einverständnis des Volkes nachhaltige Sanierungsmassnahmen in Kraft setzen. So befinden wir uns heute, wenn wir die zweite Hälfte in Angriff nehmen, auf stabilerem Grund.

Die verbesserte Ausgangslage wird es Regierung und Landtag gestatten, in der Politik wieder vermehrt zu agieren statt zu reagieren. Es wird wieder vermehrt möglich sein, vorausschauend zu gestalten. Obschon wir in einem Land leben, um das es im internationalen Vergleich sehr gut bestellt ist, gibt es noch genug zu tun. Eine agierende und vorausschauende Politik wird dabei immer wichtiger. Es gilt, mögliche Fehlentwicklungen frühzeitig zu erkennen. Die AHV mag als Beispiel dienen. Wir müssen uns aber auch auf plötzlich auftretende und wenig vorhersehbare Ereignisse einstellen.

Der vor genau einer Woche gefällte Entscheid der Schweizerischen Nationalbank, den Euro-Mindestkurs aufzugeben, ist so ein Ereignis. Der Entscheid zieht Erschwernisse für die Exportindustrie nach sich. Er kann die Situation auf dem Arbeitsmarkt verschärfen und auch zu einer erneuten Belastung des Staatshaushaltes führen.

Das zeigt, wie schnell sich Rahmenbedingungen ändern können und dass es verfehlt wäre, sich zurückzulehnen. Wir werden weiterhin gefordert sein, Lenkungsmassnahmen vorzunehmen. Dabei sollten wir es nicht unterlassen, die Betroffenheit jeweils gut zu analysieren und gesamthaft zu betrachten. Es gilt zu vermeiden, dass eine einzelne Bevölkerungsschicht unverhältnismässig belastet wird.

Sehr geehrte Frauen und Herren Abgeordnete

Wir haben ein Jahr vor uns, in dem wichtigste Traktanden zur Beratung anstehen und Wahlgeplänkel noch weitgehend die Ausnahme bilden sollte.

Mit Ihrer Berufung zu Abgeordneten des Landtages haben Sie Verantwortung übertragen bekommen. Diese Verantwortung wurde Ihnen zuteil, weil Sie vor zwei Jahren einer Kandidatur für dieses Amt zugestimmt haben. Es wäre für Sie alle auch leichter gewesen, eine Kandidatur abzulehnen und sich stattdessen ab und zu lautstark über dieses oder jenes auszulassen. Sie haben den anderen, den beschwerlicheren Weg gewählt, denjenigen, Verantwortung zu tragen. Dafür gebührt Ihnen Dank und Anerkennung.

Sie werden wiederum viele Entscheidungen zu treffen haben. Ich wünsche Ihnen die Kraft, die Fahne nicht nach jedem Wind zu richten, sondern auf ihr eigenes Urteil zu vertrauen. Auch wünsche ich Ihnen die Grösse, Kleinkariertes beiseitezulassen. Im Denken und im Handeln. Messgrösse ihres Tuns soll das Wohl des Landes und seiner Leute sein.

Vor uns liegt ein Jahr, das uns glücklicherweise auch wieder einigen Grund zur Freude bieten wird. Fürst Hans-Adam II wird in wenigen Wochen seinen 70. Geburtstag feiern können. Vor 25 Jahren ist Liechtenstein Mitglied der UNO geworden und vor 20 Jahren Mitglied des EWR. Auch dies gilt es feierlich zu würdigen. Beide Errungenschaften tragen unverkennbar die Handschrift des Landesfürsten. Sie haben die Souveränität bzw. die Wirtschaftskraft des Landes ganz wesentlich gestärkt. Und es wird ein weiteres Jubiläum anfallen, das bis heute in der Öffentlichkeit noch unerwähnt blieb. Am 15. August dieses Jahres werden wir gemeinsam den 75. Staatsfeiertag begehen. Der Staatsfeiertag wurde im Jahre 1940 in einer Zeit grosser Bedrohung eingeführt. Dies mit dem Ziel, den nationalen Zusammenhalt zu stärken.

Nationaler Zusammenhalt und die Willenskraft, die Herausforderungen der Gegenwart zu meistern und unserem Land eine gute Zukunft zu ermöglichen, sind auch heute sehr gefragt. Dazu braucht es das Vertrauen der Politik in die Fähigkeiten unserer Bevölkerung und es braucht das Vertrauen der Bevölkerung in die Politik.

Durchlauchter Erbprinz, sehr geehrte Frauen und Herren Abgeordnete

Ich wünsche Ihnen bei Ihrer Tätigkeit im Dienste unserer Heimat eine glückliche Hand und Gottes Segen.

Aktuelle Stunde März-Landtag: Braucht Liechtenstein eine S-Bahn?

Die Franktion der Freien Liste hat folgendes Thema zur Beratung in der Aktuellen Stunde des März-Landtags beigebracht:

Braucht Liechtenstein eine S-Bahn?

In der Aktuellen Stunde soll die geplante S-Bahn, die einen Halbstundentakt zwischen Buchs und Feldkirch ermöglichen soll, besprochen werden. Die Wahl des Themas lässt sich dadurch begründen, dass die geplante S-Bahn unbestrittenermassen eine grosse wirtschaftliche und verkehrspolitische Bedeutung für das Land Liechtenstein hat.

Bei der Diskussion in der kommenden Aktuellen Stunde sollen die Fraktionen sich mittels Argumenten klar für oder gegen eine S-Bahn positionieren und sowohl die Chancen als auch die Herausforderungen für das regionale Verkehrssystem der Zukunft und für die stark mit dem Ausland vernetzte und von ihm abhängige Wirtschaft darlegen.

Ganz konkret soll die Frage: „Braucht Liechtenstein eine S-Bahn?“ von allen Fraktionen begründet beantwortet werden.

Wintertagung der Parlamentarischen Versammlung der OSZE in Wien

Vom 18. bis zum 20. Februar 2015 fand die 14. Wintertagung der Parlamentarischen Versammlung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in Wien statt. Liechtenstein wurde durch die Abgeordneten Karin Rüdisser-Quaderer als Delegationsleiterin und Helen Konzett Bargetze sowie die Delegationssekretärin Sandra Gerber-Leuenberger vertreten. Fast 250 Parlamentarier aus über 50 OSZE Teilnehmerstaaten sowie Parlamentarier aus vier Mittelmeer Partnerstaaten nahmen an der drei tägigen Konferenz in Wien teil.  

Im Mittelpunkt der parlamentarischen Debatten standen die eskalierende Krise in und um die Ukraine und die anhaltenden Bemühungen der OSZE eine Lösung zu finden. In einer Sonderdebatte zum Thema Ukraine sprachen Botschafter Adam Kobieracki, Direktor des OSZE Konfliktpräventions Zentrum, Botschafter Ertugrul Apakan, Chefbeobachter der OSZE Sonderbeobachtungsmission in der Ukraine, sowie die Sonder­beauftragte für die Ukraine Heidi Tagliavini. Anschliessend ergriffen fast 60 Parlamentarier das Wort. Die Debatte wurde kontrovers und emotionsgeladen geführt. Mehrere Redner riefen zum Dialog zwischen den Teilnehmerstaaten auf, andere plädierten für eine grössere Unterstützung der Sonderbeobachtungs­mission. 

An der Eröffnungssitzung richtete der Serbische Aussenminister und derzeitige Vorsitzende der OSZE Ivica Dacic seine Worte an die anwesenden Parlamentarier. Ebenso sprachen der Präsident der Versammlung, Ilkka Kanerva (Finnland) sowie die Stellvertretende Österreichische Nationalratspräsidentin Christine Muttonen vor der Versammlung.

Sitzungen der drei Allgemeinen Ausschüsse

Im Politischen Ausschuss richtete die OSZE Hochkommissarin für Nationale Minderheiten, Astrid Thors, ihre Worte an die Delegierten. Der Wirtschaftsausschuss führte eine Diskussion zum Thema «Zusammenarbeit bei der Energiesicherheit». Der Menschenrechtsausschuss hatte zwei Flüchtlinge aus der Ukraine und Syrien eingeladen welche über ihre Erfahrungen sprachen. 

Ebenso trat der Ständige Ausschuss der Parlamentarischen Versammlung zu einer Sitzung zusammen. Dieser nahm den Bericht des Generalsekretärs der Versammlung sowie den Bericht des Schatzmeisters zur Kenntnis. Das alljährlich stattfindende Mittelmeerforum tagte zum Thema «Förderung von Sicherheut und Zusammenarbeit im Mittelmeerraum». An der Debatte beteiligten sich zahlreiche Abgeordnete.

Aussenpolitische Kommission zu Besuch in Wien und Südmähren

APK zu Besuch in Wien und SüdmährenAPK zu Besuch in Wien und SüdmährenAPK zu Besuch in Wien und SüdmährenAPK zu Besuch in Wien und SüdmährenAPK zu Besuch in Wien und Südmähren

Vom 16. bis 18. März 2015 weilte die Aussenpolitische Kommission des Landtags (vertreten durch Landtagspräsident Albert Frick, die Abgeordneten Alois Beck, Thomas Lageder, Karin Rüdisser-Quaderer und Landtagssekretär Josef Hilti) zu einem Besuch in Wien und in Südmähren. Die liechtensteinische Delegation wurde dabei von der ständigen Botschaft in Wien und insbesondere durch I.D. Botschafterin Maria-Pia Kothbauer betreut.

Am 16. März stand ein Arbeitsgespräch mit dem Zweiten Nationalratspräsidenten Karlheinz Kopf auf dem Programm, bei welchem insbesondere eine Evaluierung der bilateralen Beziehungen und europäische Agenden besprochen wurden.

Am 17. März weilte die Delegation im tschechischen Brünn, wo sie von der südmährischen Landesregierung unter der Leitung von Kreishauptmann Dr. Michal Hašek und dem Leiter des aussenpolitischen Ausschusses, Václav Novák, zu einem Arbeitsgespräch empfangen wurde. Im Mittelpunkt der Gespräche standen dabei die Beziehungen zwischen Liechtenstein und der Tschechischen Republik. Besichtigungen des Zentrums Advanced Materials, Structures and Technologies, des Schlosses Eisgrub und der Schlossreitschule waren weitere Höhepunkte des Besuches in Südmähren. Auf dem Rückweg nach Wien fand zudem eine Besichtigung von Schloss Wilfersdorf und den Kelleranlagen unter der Begleitung S.D. Prinz Constantin von Liechtenstein statt.

Am 18. März stand schliesslich noch ein Treffen mit Aldo Lale-Demoz, dem stellvertretenden UNODC-Exekutivdirektor, auf dem Programm. An diesem Treffen wurden insbesondere die Tätigkeiten der UN in Wien und die Arbeit der UNODC im Kampf gegen Drogen und Kriminalität besprochen. (pd)

Landtagspräsidium besucht Obwaldner Kantonsrat

Landtagspräsidium zu Besuch in Obwalden

Am Donnerstag, dem 23. April 2015, stattete das liechtensteinische Landtagspräsidium dem Obwaldner Kantonsrat einen Besuch ab. Im Vordergrund stand der gegenseitige Erfahrungsaustausch der beiden Parlamentsleitungen.

Das Landtagspräsidium mit Landtagspräsident Albert Frick, Landtagsvizepräsidentin Violanda Lanter-Koller und den Abgeordneten Helen Konzett Bargetze, Harry Quaderer und Christoph Wenaweser sowie dem Landtagssekretär Josef Hilti wurde am Vormittag im Rathaus empfangen und durch die Kantonsratsvizepräsidentin Ruth Koch-Niederberger in den Ratsbetrieb eingeführt. Die Gäste verfolgten anschliessend bis mittags die Kantonsratssitzung im Kantonsratssaal.

Am Nachmittag führte der Vizepräsident der Bruder-Klausen-Stiftung, Remo Rainoni, Gäste aus Liechtenstein durch die Wirkungsstätten von Niklaus von Flüe in Flüeli-Ranft. Darauf folgte die Besichtigung des Museums Bruder Klaus in Sachseln. Das Besuchsprogramm wurde mit einem Fussmarsch nach Sarnen und einer Rundfahrt auf dem Sarnersee abgeschlossen.

Aktuelle Stunde Mai-Landtag: Corporate Governance - Theorie und Praxis

Die Fraktion der VU hat folgendes Thema zur Beratung in der Aktuellen Stunde beigebracht:

Corporate Governance - Theorie und Praxis

Anlässlich seiner Mai-Session wird sich der Landtag mit einigen Geschäftsberichten und Jahresrechnungen von staatsnahen Unternehmen, das Kalenderjahr 2014 betreffend, auseinanderzusetzen haben. Es ist davon auszugehen, dass beim einen oder anderen Unternehmen das Thema Corporate Governance angesprochen wird, nachdem seit Beginn der laufenden Legislatur immer wieder Diskussionen rund um die Steuerung und Überwachung von öffentlich-rechtlichen Unternehmen aufflammen. Den Hintergrund zu den Diskussionen bilden dabei die von der Regierung vorgelegten Jahresberichte, Eigner- und Beteiligungsstrategien sowie parlamentarische Vorstösse zur Anpassung dieser Strategien. Vor allem aber sind es Ereignisse wie jüngst die Diskussionen um die Studentenzahlen an der Universität Liechtenstein oder die Vorgänge rund um die Bestellung der Direktorin der Kunstschule Liechtenstein, die das Thema Corporate Governance in den Fokus der öffentlichen Diskussion rücken. Der Landtag nimmt derartige Vorfälle immer wieder zum Anlass, Kritik an den bestehenden Regelungen, im Speziellen am seit 1. Januar 2010 in Kraft stehenden Öffentliche-Unternehmen-Steuerungsgesetz (ÖUSG, LGBl. 2009 Nr. 356), zu üben. Dies dürfte auch im Mai-Landtag bei der Kenntnisnahme der verschiedenen Jahresberichte der Fall sein, womit sozusagen eine andauernde Aktualität gegeben ist.

Anlässlich der Aktuellen Stunde sollen nach Auffassung der VU-Fraktion insbesondere folgende Fragen sachlich erörtert werden:

  • Wo hat sich das ÖUSG in der Praxis bewährt und wo nicht?
  • Hat die Regierung ausreichende Kompetenzen, um ihrer verfassungsmässigen Oberaufsichtspflicht gegenüber den öffentlich-rechtlichen Unternehmen nachzukommen und wie kann diese nach mehr als fünfjähriger Praxis beurteilt werden?
  • Ist der Landtag in zureichender Weise bei der Steuerung der öffentlich-rechtlichen Unternehmen einbezogen und informiert?
  • Bestehen Verbesserungswünsche hinsichtlich der gesetzlichen Ausgestaltung?

 

Frühjahrssession der Parlamentarischen Versammlung des Europarats

Vom 20. bis 24. April 2015 fand die zweite Session dieses Jahres der Parlamentarischen Versammlung des Europarats in Strassburg statt. Liechtenstein wurde durch die Landtagsabgeordneten Gerold Büchel und Judith Oehri sowie die Delegationssekretärin Sandra Gerber-Leuenberger vertreten. 

Diverse Vorlagen behandelt

Die Debatten über «Massenüberwachung», «Drohnen und gezielte Tötungen: das Erfordernis, die Menschenrechte und das Völkerrecht zu achten» sowie die «Die Reform des Fussball-Managements» waren die Höhepunkte der diesjährigen Frühjahrssession der Parlamentarischen Versammlung beim Europarat. 

Bericht über Massenüberwachung

«Wir müssen uns die Frage stellen, inwieweit die Fundamente des Europarats – die Menschenrechte, die Demokratie und die Rechtsstaatlichkeit – in diesem virtuellen Zusammenleben gewährleistet werden können», erklärte der Abg. Gerold Büchel in seinem Votum zum Bericht über Massenüberwachung. Weiter führte er aus, dass es von grösster Wichtigkeit ist, das dass Recht auf Achtung des Privatlebens aufrechterhalten werden kann. Die Versammlung verabschiedete einen Entschliessungsentwurf und hält fest, dass die Praxis der Massenüberwachung, die der US-amerikanische Whistleblower Edward Snowden aufgedeckt habe, eine Gefahr für grundlegende Menschenrechte darstelle und Ressourcen beanspruche, durch die Terroranschläge verhindert werden könnten. Weiter fordern die Parlamentarier eine bessere gerichtliche und parlamentarische Kontrolle der Geheimdienste. Ebenso rief die Versammlung den Generalsekretär des Europarats auf, von den in der Europäischen Menschenrechtskonvention verankerten Befugnissen Gebrauch zu machen und die Vertragsstaaten um eine Stellungnahme zu bitten, inwiefern ihre Überwachungs­tätigkeit im Einklang mit den Menschenrechtsnormen der Konvention steht. 

Weitere Höhepunkte der Session

Der Vorsitzende des Ministerkomitees, Didier Reynders, Aussen- und Europaminister Belgiens, ging in seiner Ansprache auf die Flüchtlingstragödien im Mittelmeer sowie auf die Ukraine ein. Die Abg. Judith Oehri wollte vom Vorsitzenden des Ministerkomitees erfahren, was zur Verbesserung der Gefängnisbedingungen in den Mitgliedsstaaten des Europarats unternommen werde. Der Vorsitzende führte aus, dass das Ministerkomitee besonderen Wert auf die Zusammenarbeit mit dem Komitee zur Verhütung von Folter und unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe (CPT) lege. Dadurch könne der Zugang zu den Haftanstalten gewährt werden. 

Der Bericht mit dem Titel «Die Reform des Fussball-Managements» wurde kurzfristig auf die Agenda gesetzt und sorgte für angeregte Diskussionen. Laut der Parlamentarischen Versammlung war die Entscheidung, die Fussballweltmeisterschaft 2022 an Katar zu vergeben, aufgrund illegaler Zahlungen von Grund auf mangelhaft. Folglich sollte die FIFA gemäss einem überarbeiteten Verfahren neu abstimmen. 

Wahl eines neuen liechtensteinischen Richters am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte

Der stellvertretende Landgerichtspräsident, Carlo Ranzoni, wurde von der parlamentarischen Versammlung mit 104 von 165 gültigen Stimmen zum neuen Richter am EGMR gewählt.

Landtagssitzungen 2016

Die Daten der Landtagssitzungen 2016 sind ab sofort unter Agenda 2016 abrufbar.

(http://www.landtag.li/agenda.aspx?auswahl=4&nid=4069&lang=de&year=2016)

Freundschaftstreffen der Parlamentarierdelegationen aus Liechtenstein und der Schweiz

Treffen der liechtensteinischen und schweizerischen ParlamentarierdelegationenTreffen der liechtensteinischen und schweizerischen ParlamentarierdelegationenTreffen der liechtensteinischen und schweizerischen ParlamentarierdelegationenTreffen der liechtensteinischen und schweizerischen ParlamentarierdelegationenTreffen der liechtensteinischen und schweizerischen ParlamentarierdelegationenTreffen der liechtensteinischen und schweizerischen ParlamentarierdelegationenTreffen der liechtensteinischen und schweizerischen ParlamentarierdelegationenTreffen der liechtensteinischen und schweizerischen ParlamentarierdelegationenTreffen der liechtensteinischen und schweizerischen ParlamentarierdelegationenTreffen der liechtensteinischen und schweizerischen ParlamentarierdelegationenTreffen der liechtensteinischen und schweizerischen ParlamentarierdelegationenTreffen der liechtensteinischen und schweizerischen Parlamentarierdelegationen

Am Dienstag und Mittwoch (23. und 24. Juni 2015) vertieften Parlamentarierdelegationen aus Liechtenstein und der Schweiz die guten und engen Beziehungen zwischen den beiden Ländern im Rahmen des Freundschaftstreffens.

Traditionell findet das Freundschaftstreffen der Parlamentarierdelegationen aus Liechtenstein und der Schweiz alle zwei Jahre statt. In diesem Jahr war der Landtag wieder Gastgeber, er empfing Vertreter des Nationalrats und des Ständerats. Während zweier Gesprächsblöcke diskutierten die Parlamentarier verschiedene wirtschafts- und europapolitische Themen, die beide Länder vor Herausforderungen stellen, wie der Euro-Franken-Wechselkurs, die Entwicklung der Finanzplätze, die langfristige Sicherung der Altersversorgung, die Auswirkungen der Masseneinwanderungsinitiative, das Projekt Rhesi oder das Gesundheitswesen.

Am Dienstag empfing S.D. Erbprinz Alois die beiden Delegationen auf Schloss Vaduz zu einem Höflichkeitsbesuch und am Mittwoch waren die Parlamentarier bei Aussenministerin Aurelia Frick eingeladen. Ausserdem gehörten ein Besuch bei der Hilti AG in Schaan und ein Rundgang durch die Hilti Art Foundation im Weissen Würfel zum Rahmenprogramm.

Der liechtensteinischen Delegation, die von Landtagspräsident Albert Frick angeführt wurde, gehörten Landtagsvizepräsidentin Violanda Lanter-Koller, die Landtagsabgeordneten Helen Konzett Bargetze, Pio Schurti, Christoph Wenaweser, Christine Wohlwend und Alois Beck, Botschafterin Doris Frick und Landtagssekretär Josef Hilti an. Der schweizerischen Delegation stand Nationalrätin Susanne Leutenegger Oberholzer vor. Des Weiteren nahmen Alt-Nationalratspräsident Ruedi Lustenberger, die Nationalräte Walter Müller, Toni Brunner und Roland Rino Büchel, Nationalrätin Claudia Friedl, Ständerätin Karin Keller-Sutter, Ständerat Alex Kuprecht, Olaf Kjelsen, designierter Schweizer Botschafter für Liechtenstein, und Michael Kurmann von den schweizerischen Parlamentsdiensten am Treffen teil.

Sommersession der Parlamentarischen Versammlung des Europarats

Europaratsparlamentarier debattieren erneut über die Beglaubigungsschreiben der Russischen Delegation 

Vom 22. bis 26. Juni 2015 fand die Sommersession der Parlamentarischen Versammlung des Europarats in Strassburg statt. Liechtenstein wurde durch die Landtagsabgeordneten Gerold Büchel und Judith Oehri sowie die Delegationssekretärin Sandra Gerber-Leuenberger vertreten. 

Russland - Ukraine Konflikt

Dominierendes Thema der Sommersession war die Prüfung der Annullierung der bestätigten Beglaubigungsschreiben der Russischen Delegation. An der Wintersession im Januar dieses Jahres verabschiedete die Parlamentarische Versammlung eine Entschliessung welche der russischen Delegation eine Reihe von Rechten für die Sitzungsperiode 2015 entzog. Nun war die Versammlung aufgefordert, diese Entschliessung zu prüfen. An der Debatte beteiligten sich mehr als 30 Abgeordnete. Die mit 128 Stimmen bei 152 Anwesenden angenommene neue Entschliessung bedauert, dass die im Januar genannten Forderungen nicht erfüllt wurden. Weiter bedauert die Versammlung, dass die russische Delegation alle offiziellen Kontakte mit der Versammlung bis Ende 2015 aussetzt. Um den offenen und konstruktiven Dialog aber wieder herzustellen, beschlossenen die Parlamentarier die Beglaubigungen nicht zu widerrufen, das Stimmrecht aber weiterhin zu suspendieren. 

14 weitere Vorlagen debattiert

Weitere Höhepunkte der Session waren die Debatten über «Die Arbeitsweisen der demokratischen Institutionen in Aserbaidschan», die «Verbesserung des Schutzes von Whistleblowern» sowie «Die Lage in Ungarn». Aber auch der kürzlich stattgefundene Arbeitsbesuch eines Ad-hoc Ausschusses des Europarats in der Türkei mit einem Besuch in den Flüchtlingslagern nahe der syrischen Grenze wurde thematisiert. Die Abg. Judith Oehri berichtete dabei von ihren Eindrücken bei den Familien in den Flüchtlingslagern. 

UNO Generalsekretärs Ban Ki-moon tritt für den Schutz von Migranten, Flüchtlingen und Asylsuchenden ein

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen empfahl in seinen Ausführungen vor der Versammlung in Europa Kanäle für sichere Migration zu schaffen. So könnten die dauerhafte Neuansiedlung von Flüchtlingen, die Familienzusammenführung oder Visas eine grosse Erleichterung sein. 

Weiter hatte Ban Ki-moon die Unterstützung der vereinten Nationen bei der Bekämpfung des gewalttätigen Extremismus sowie des Anstiegs von Antisemitismus und Islamfeindlichkeit versichert. Dabei begrüsste er die Gründung der Parlamentarischen Allianz gegen Hass. Auch Liechtenstein ist in dieser Allianz mit dem Abg. Gerold Büchel vertreten. In Bezug auf den Ukraine- Konflikt wiederholte der Generalsekretär seinen Appell, «jede mögliche Anstrengung zu unternehmen, um die beteiligten Seiten zur vollständigen Umsetzung der Minsker Abkommen zu bewegen und eine politische Lösung zu erreichen». 

Austausch unter den deutsch sprechenden Delegationen

Auf Einladung der österreichischen Delegation, trafen sich die Parlamentarierdelegationen Österreichs, der Schweiz, Deutschland, Luxemburg und Liechtenstein bereits zum dritten Mal zu einem informellen Austausch. Dabei wurden die aktuellen Themen der Sessionswoche, aber auch mögliche gemeinsame Vorstösse diskutiert. Gastgeber des nächsten gemeinsamen Anlasses wird die Luxemburgische Delegation sein.

Helsinki Deklaration verabschiedet

Jahrestagung der OSZE PV in Helsinki

Jahrestagung der Parlamentarischen Versammlung der OSZE 

Vom 5. bis 9. Juli 2015 fand die 24. Jahrestagung der Parlamentarischen Versammlung der OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) in Helsinki statt. Insgesamt trafen sich knapp 300 Parlamentarierinnen und Parlamentarier aus über 50 OSZE-Teilnehmerstaaten, um aktuelle Themen zu diskutieren. Liechtenstein wurde durch die Landtagsabgeordneten Karin Rüdisser-Quaderer (Delegationsleiterin) und Helen Konzett Bargetze sowie von der Delegationssekretärin Sandra Gerber-Leuenberger vertreten. 

Die Jahrestagung stand unter dem Thema «Zurück zum Geist von Helsinki» in Erinnerung an den 40. Jahrestag der Unterzeichnung der «Helsinki-Akte». Mit der Unterzeichnung der Schlussakte von Helsinki wurde im Jahr 1975 die Gründung der Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) besiegelt. Knapp 20 Jahres später wurde die Organisation in OSZE umbenannt. Die unterzeichnenden Staaten verpflichteten sich mit ihrer Unterschrift zur Einhaltung von 10 Prinzipien, darunter die Unverletzlichkeit der Grenzen, Nichteinmischung in innere Angelegenheiten anderer Staaten sowie die Wahrung der Menschenrechte und Grundfreiheiten.

Einreise verweigert

Zu hitzigen Diskussionen führte die vom Finnischen Aussenministerium verweigerte Einreise für sechs Mitglieder der russischen Parlamentarierdelegation. Dabei stützte sich das Gastgeberland auf die von der EU ausgesprochenen Sanktionen aufgrund der Ukraine-Krise. Betroffen war auch der Delegationsleiter und Parlamentspräsident der russischen Staatsduma Sergei Naryschkin. Schliesslich nahm ein russischer Abgeordneter lediglich an der Sitzung des Ständigen Ausschusses der Versammlung teil. Die weiteren Delegierten boykottierten die Teilnahme. Sowohl der Präsident der Parlamentarischen Versammlung, der Finne Ilkka Kanerva, als auch weitere Abgeordnete aus verschiedenen Ländern forderten eine klarere Definition der Aussenpolitik der Europäischen Union und kritisierten die nicht wahrgenommene Möglichkeit zum Dialog. 

Zahlreiche Beschlüsse verabschiedet

Die drei Ausschüsse (Ausschuss für Politische Angelegenheiten, Ausschuss für Wirtschaftliche Angelegenheiten und Ausschuss für Menschenrechte) diskutierten jeweils einen im Vorfeld verfassten Bericht inklusive Beschluss zum Tagungsthema. Zusätzlich wurden 13 weitere Resolutionen unter anderem zu folgenden Themen verabschiedet: Die wiederholte Verletzung internationaler Verpflichtungen durch die Russische Föderation, namentlich in Bezug auf die Ukraine; Helsinki +40, die OSZE der Zukunft; Ruf nach einer dringenden Lösung der tragischen Todesfälle im Mittelmeer; und Verhaltenskodex zu politisch-militärischen Aspekten der Sicherheit. 

Neuer Generalsekretär der Versammlung gewählt

Den Mitgliedern des Ständigen Ausschusses kam die Aufgabe zu einen neuen Generalsekretär zu wählen. Mit 46 zu 3 Stimmen wurde Roberto Montella als neuer Generalsekretär mit einer fünf jährigen Amtszeit bestätigt. Der scheidende Generalsekretär, Spencer Oliver, bekleidete dieses Amt seit 1992 und war der erste Generalsekretär der Versammlung. 

Helsinki Deklaration

Am Ende der Tagung wurde die «Helsinki Deklaration» verabschiedet. Dieses Papier enthält Empfehlungen sowie sämtliche verabschiedeten Beschlüsse der Versammlung. Die Deklaration fordert die Mitgliedsstaaten auf, sich auf der höchsten politischen Ebene zur vollen Umsetzung der OSZE-Verbindlichkeiten sowie zur Stärkung der Organisation zu verpflichten. Die Deklaration wurde an die Regierungen aller 57 OSZE-Mitgliedstaaten gesandt.

Foto: Parlamentsdienst

Ansprache des Landtagspräsidenten Albert Frick anlässlich des Staatsfeiertages 2015

Es gilt das gesprochene Wort.

Durchlauchter Landesfürst
Durchlauchte Landesfürstin
Durchlauchter Erbprinz
Königliche Hoheit
Durchlauchten
Geschätzte Mitglieder von Regierung und Landtag
Exzellenzen
Liebe Liechtensteinerinnen, liebe Liechtensteiner
Liebe Gäste

Bei der Eröffnung des Landtages im Januar dieses Jahres habe ich in Erinnerung gerufen, dass vor 75 Jahren der erste Staatsfeiertag begangen wurde. Auch habe ich Liechtenstein Marketing ermuntert, den diesjährigen Staatsfeiertag in diesen Zusammenhang zu stellen. Dies in der Überzeugung, dass es bei der Bewältigung heutiger und zukünftiger Aufgaben hilfreich ist, sich mit der eigenen Geschichte zu befassen.

Nach dem Ausbruch des 2. Weltkrieges war im Jahre 1940 die Ungewissheit über die Zukunft des Landes gross. Die Anhänger des Nationalsozialismus suchten den Anschluss an das Deutsche Reich und die Regierung empfand eine patriotische Einigkeitskundgebung als dringend notwendig. Die Entscheidung für einen Staatsfeiertag fiel daher in aller Eile, dieser sollte kirchlich und weltlich sein. Durch die Verbindung von Maria Himmelfahrt und dem Geburtstag des Fürsten Franz Josef II. wurde genau dieser Symbolik entsprochen. Der Staatsfeiertag sollte in allen Gemeinden zum Ausdruck des Willens zur politischen Unabhängigkeit und der Treue zur Heimat und zur Monarchie werden.

Wie ernst und unsicher die Lage im Lande war, zeigt sich darin, dass in der Nacht zum 15. August 1940 zum ersten Mal Fliegeralarm im Rheintal ertönte. Aber auch darin, dass am ersten Staatsfeiertag, parallel zu den Höhenfeuern der Pfadfinder, oberhalb des Meierhofs ein acht Meter hohes Hakenkreuz entfacht wurde. Eine Stärkung der nationalen Geschlossenheit und des Willens zum Erhalt der Heimat tat not. Der von patriotischer Gesinnung getragene Staatsfeiertag erwies sich als probates Mittel, um diesem Ziel näher zu kommen. Das Fürstenfest wurde in der Folge jedes Jahr am 15. August wiederholt.

Fünf Jahre nach der ersten Austragung wurde genau am liechtensteinischen Staatsfeiertag die Kapitulation Japans verkündet, womit der 2. Weltkrieg endgültig beendet war. In Europa war die Kapitulation schon am 7. Mai erfolgt. Die Zeit der Gefahr war vorbei. Was bleibt, ist die Erinnerung an den Kampf um den Erhalt unseres Staatswesens, an die kraftspendende Verbundenheit von Fürst und Volk und an die herausragende Bedeutung der damals blühenden Pfadfinderbewegung im Ringen um inneren Zusammenhalt.

Einige Inserate, die im Jahre 1940 die Kundmachung der Regierung zum Staatsfeiertag umrahmten, können uns heutzutage erheitern, lassen aber auch die Lebensumstände der damaligen Zeit erahnen:

So zeigt die Ausschreibung des Arbeitsmarktes Vaduz (Tel. Nr. 12) ein nicht gerade berauschendes Angebot: „Gesucht 1 Melker zu 12 - 14 Kühen nach Ragaz, Dauerstelle, 100 Fr. Lohn, und 4 – 5 Maler für längere Zeit nach Lindau.“

Der Metzgerverband liess in den Zeitungen verlauten:
„Wegen des grossen Papiermangels werden die löblichen Hausfrauen gebeten, beim Einkauf richtige Taschen mitzubringen.“

Eine Mitteilung der Fürstlichen Regierung mit dem fetten Titel „Warnung an die Lastwagenbesitzer“ lässt auf ideenreiche Geschäftstätigkeit schliessen: „Wiederholt ist in letzter Zeit festgestellt worden, dass die Lastwagenbesitzer Personen auf der Ladebrücke als zahlende Passagiere mitführen. Die fürstliche Regierung sieht sich veranlasst, darauf hinzuweisen, dass in jedem festgestellten Falle gerichtliche Bestrafung erfolgt.“

Recht aussagekräftig sind auch zwei Inserate des Maseschawirtes:
„Ausflügler! Erreichen Sie auf staubfreier Autostrasse Masescha!“
Und derselbe Wirt ein paar Wochen später:
„Ausflügler! Wer kein Benzin mehr hat, macht eine Fusswanderung über Wildschloss nach Masescha!“

Geschätzte Gäste,

75 Jahre sind seither vergangen. Im Vergleich mit der Geschichte der Menschheit ein Wimpernschlag, ein Nichts. Und doch haben sich in dieser Zeit unser Land und die liechtensteinische Gesellschaft in einer Art verändert, die auch in kühnsten Vorstellungen undenkbar gewesen wäre. Lassen Sie mich dies an ein paar wenigen Beispielen verdeutlichen:

Mitten im Schaaner Dorfzentrum stand eine mechanische Werkstätte, in der ein paar Dutzend Mitarbeiter tätig waren. Aus dieser Werkstätte ist im Laufe der Jahrzehnte ein Weltkonzern gewachsen, der mehr als 20‘000 Mitarbeitende beschäftigt.

Das Telefonverzeichnis der Gemeinde Schellenberg wies genau zehn Anschlüsse auf. Heute zählt man in einer einzigen Schulklasse die doppelte Anzahl Telefone.

Die meisten Familien waren in erster Linie Selbstversorger, die von dem lebten, was Feld und Stall hergaben.

Lehrpersonen mussten in einer Schulklasse zum Teil bis zu 60 Schüler unterrichten. Höhere Bildung war nur einem verschwindend kleinen, männlichen und im Regelfall betuchten Kreis zugänglich.

Die Bevölkerungszahl lag unter der Hälfte des heutigen Standes.

Die Suche nach Arbeit und Glück im Ausland war für junge Menschen eine ständige Verlockung.

Wie anders sieht unsere heutige Welt doch aus. Dem Aufschwung in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts wird nur die Bezeichnung Wirtschaftswunder gerecht. Liechtenstein heute, das heisst: Ein grossangelegter Industriesektor mit mehreren Weltkonzernen, ein Finanzplatz mit internationaler Ausrichtung, eine riesige Dichte an KMUs, ein hervorragendes Bildungssystem und eine moderne Gesellschaft. Die Anzahl Arbeitsplätze im Land ist in etwa identisch mit der Anzahl Einwohner, täglich pendeln 20‘000 Arbeitskräfte ins Land. Eine stabile Staatsordnung, aber auch glückliche Umstände und eine fleissige und immer besser ausgebildete Bevölkerung haben uns einen niemals vorstellbaren Wohlstand erreichen lassen.

Liebe Liechtensteinerinnen, liebe Liechtensteiner,

Die Frage sei erlaubt: Hat uns das alles glücklicher gemacht? Wer eine Ahnung von der Mühseligkeit der damaligen Zeit hat, wird mit einem überzeugten JA antworten. Aber es gibt Stimmen, die den Preis des immer fortschreitenden Wachstums als zu hoch erachten. Kinder haben nicht mehr hinter jedem Haus eine grosse Wiese, auf der man auf Bäume klettern oder Fussball spielen kann. Der Preis für ein kleines Grundstück und ein darauf erbautes Eigenheim entspricht heute dem halben Lebenslohn eines durchschnittlich verdienenden Berufstätigen. Auch bereitet die sich immer weiter öffnende Einkommens- und Vermögensschere Sorgen.

Wir müssen uns sehr ernsthaft mit der Frage auseinandersetzen, wohin die Reise gehen soll. Wie soll das Fürstentum Liechtenstein am hundertsten Staatsfeiertag aussehen?

Unseren Kindern und Enkeln eine lebenswerte Heimat zu erhalten, muss unsere erste Aufgabe sein. Auch müssen wir dafür besorgt sein, einen breiten Mittelstand zu bewahren, d.h. möglichst vielen Menschen Eigentumsbildung zu ermöglichen. Eine der grossen Herausforderungen, denen sich unser Kontinent und damit auch unser Land derzeit gegenüber sehen, sind die gewaltigen Flüchtlingsströme und die damit verbundenen Dramen. Und das ist erst der Anfang. Die UNO geht in ihrer jüngsten Studie davon aus, dass die Weltbevölkerung in 25 Jahren neun Milliarden übersteigen wird. Die Bevölkerung Afrikas soll sich in dieser Zeit verdoppeln. Dann werden vier Mal mehr Menschen auf dem Planeten leben als im Jahre 1940. Man kann nur erahnen, welch gewaltige Menschenbewegungen hin zu Arbeit und Nahrung dies auslösen wird.

Damit komme ich zum Ausgangspunkt meiner Ansprache. Das Zusammengehen der beiden Souveräne Fürst und Volk, der innere Zusammenhalt und das gemeinsame Wirken aller guten Kräfte im Land waren in gefahrvoller Zeit unsere Erfolgsfaktoren. Diese Werte sind heute genauso erstrebenswert und nützlich wie damals. Und so wird es auch in Zukunft sein.

Durchlauchten, liebe Landsleute, liebe Gäste

Ohne zu zögern wage ich eine Prognose: Den Staatsfeiertag wird es auch in 25 Jahren noch geben. Für die meisten Liechtensteinerinnen und Liechtensteiner ist dies ein Tag der Freude, der Verbundenheit und der Glücksgefühle. Heute wollen wir uns uneingeschränkt unserer schönen Heimat erfreuen. Danach wollen wir damit fortfahren, verantwortungsbewusst die Zukunft unseres Landes zu gestalten. Eine Zukunft, in der persönliche Entfaltung, Gerechtigkeit, Lebensqualität und Lebensfreude ihren Platz haben.

Ich wünsche Ihnen allen einen schönen Festtag und Gottes Segen.

Aktuelle Stunde im September-Landtag: Eurolöhne in Liechtenstein

Die Fraktion der Freien Liste hat folgendes Thema zur Beratung in der Aktuellen Stunde beigebracht:

Eurolöhne in Liechtenstein

Diskutiert werden soll die neue Problematik von in Euro ausbezahlten Löhnen in Liechtenstein. Derzeit zahlen schon mehrere Unternehmen die Löhne an einen Teil oder an die ge­samte Belegschaft in der Euro-Währung aus und nicht mehr in der gesetzlichen Währung Schweizer Franken. Dieser Paradigmawechsel hat öffentliche Diskussionen über Arbeitsrechte und über die Art der Bewälti­gung der durch die Frankenstärke ausgelösten Probleme ausgelöst. Die betroffenen Angestellten sind entweder Grenzgänger oder leben in Liechtenstein. Obwohl der Anlassfall für die Diskussion die Tierfutterfabrik Herbert Ospelt Anstalt in Bendern ist, welche nach der Aufhebung des Euro-Mindestkur­ses durch die Schweizerische Nationalbank in den letzten Mona­ten eine Umstellung der Auszahlung der Löhne von Schweizer Franken auf Euro umsetzte, gibt es weitere Betriebe mit insge­samt hunderten von Arbeitnehmern mit Eurolöhnen in Liechten­stein. Bei einigen haben die getroffenen Massnahmen einseitig für die betroffenen Arbeitnehmer drastische Auswirkungen auf den Lohn: Bei der Betriebssparte Tierfutter der Ospelt Anstalt in Bendern beispielsweise müssen gut 400 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmende, zu einem hohen Anteil im Niedriglohnbereich arbeitend, eine faktische Lohnkürzung von 9% in Kauf nehmen um ihre Stelle behalten zu können. Diese Massnahmen gegenüber Arbeitnehmenden sind hierzulande scheinbar legal, aber das Gesetz wird dabei gleich auf mehrfache Weise ausgereizt: Es kam erstens zu einer Lohnkürzung von mehreren Prozenten, zweitens zur Überwälzung des Kursverlus­tes und es resultiert drittens ein Lohn hart am Rand des Existenzminimums. Rechtlich legitimiert wurden diese Massnahmen durch Änderungskündigungs-Verträge, welche die Angestellten ange­sichts des sonst drohenden Arbeitsplatzver­lusts akzeptieren, obwohl die Änderungskündigungen nachteilig für sie sind. Drei Perspektiven mit Thesen und Fragen schlagen wir als mögliche Diskussionspunkte vor:

Perspektive Arbeitnehmer:

Wenn ein Teil der Arbeitnehmer (z.B. eine Sparte eines Unternehmens oder Arbeitnehmer aus dem Ausland) Eurolöhne ausbezahlt erhalten und/oder wenn der Wechselkurs durch den Arbeitgeber selbst festgelegt werden kann – fernab der Aktualität, schafft das im gleichen Betrieb Ungleichheit und Substitutionen: Grenzgänger, welche Eurolöhne eher verkraften können, werden für den Arbeitge­ber attraktiver, da sie den Eurolohn eher akzeptieren. Ist das im Sinne des Gesetzgebers?

Perspektive Arbeitgeber:

Arbeitgeber müssen faktisch weniger zahlen, da die Kursverluste von den Arbeitnehmern getragen werden. Dies ist rechtlich erlaubt, schadet aber gleichzeitig anderen Branchen wie etwa dem heimischen Handel, den Dienstleistungen und der Gastronomie. Besonders problematisch ist es, wenn Arbeitgeber in verschiede­nen Sparten des gleichen Unternehmens unterschiedliche Löhne für gleiche oder gleichwer­tige Arbeit zahlen. Wie definiert die liberale Politik die unternehmerische Verantwortung in Liechtenstein?

Perspektive Staat:

Das Risiko steigt, dass durch diese arbeitgeberseitig getroffenen Massnahmen mehr Arbeitnehmende staatliche Ergänzungsleistungen und Subventionen in Anspruch nehmen müssen und so die Kosten der Massnahmen auf die Allgemeinheit überwälzt werden. Wenn das Beispiel Schule macht und weitere Betriebe ebenfalls auf Eurolöhne umstellen und die Kursverluste überwälzen, könnten die volkswirtschaftlichen Kosten stark steigen. Ist der Staat und somit die Gesellschaft bereit, diese Kosten zu tragen?

4. IPU-Weltkonferenz der Parlamentspräsidenten in New York (USA)

4. Weltkonferenz der Parlamentspräsidenten in New York

Die Präsidenten der nationalen Parlamente trafen sich am Hauptsitz der UNO in New York zu ihrer vierten Konferenz. Diese Weltkonferenz findet unter Führung der 1889 gegründeten IPU (Inter-Parliamentary Union) im Fünfjahresrhythmus statt. Da in vielen Parlamenten ein Zweikammer-System etabliert ist, nahmen gegen 1000 Delegierte aus den IPU Mitgliedsländern an den Gesprächen teil. Liechtenstein war durch seinen Landtagspräsidenten Albert Frick vertreten. Die Konferenz widmete sich dem Generalthema „Demokratie im Dienste von Frieden und nachhaltiger Entwicklung“. 140 Präsidenten richteten ihre diesbezüglichen Botschaften an die Versammlung.

Landtagspräsident Albert Frick ging in seiner Rede insbesondere auf Aspekte der Liechtensteinischen Aussenpolitik und damit verbundene Aktivitäten der Ständigen Mission in New York ein. Demokratie verteidigen, Menschenrechte sichern und Entwicklungsmöglichkeiten stärken waren die Kernelemente seiner Botschaft. Es konnte in erfreulicher Weise festgestellt werden, dass die liechtensteinischen Aktivitäten bezüglich Friedenssicherung und nachhaltiger Entwicklung von der internationalen Gemeinschaft mit ausserordentlicher Wertschätzung beurteilt werden.

In enger Zusammenarbeit mit der Ständigen Mission wurde unter liechtensteinischer Führung ein Side Event zum Thema „Die Rolle von Parlamentariern in der Vorbeugung illegaler und aggressiver Kriegsführung“ durchgeführt. Rund 100 Delegierte aus allen Kontinenten folgten der Einladung. Sie wurden über die von der UNO unter liechtensteinischer Sitzungsleitung adoptierten Kampala Ergänzungen zum Rom Statut des Internationalen Strafgerichtshofes in Kenntnis gesetzt. Diese dienen der Vermeidung von kriegerischer Gewaltanwendung gegenüber anderen Staaten und damit der Durchsetzung von Artikel 4, Paragraph 2 der UNO Charta. Bisher haben 23 Staaten die Kampala Ergänzungen ratifiziert. Die Veranstaltung wurde als hilfreicher Schritt kommentiert, um die erforderliche Anzahl von 30 Ratifizierungen bald erreichen zu können.

Zahlreiche bilaterale Gespräche dienten dem Ausbau des Beziehungsnetzwerkes. So konnte sich Landtagspräsident Frick mit UNO Generalsekretär Stellvertreter Jan Eliasson zum Gespräch treffen. Herr Eliasson wird Liechtenstein Ende November anlässlich der 25 Jahr Feier unserer UNO Mitgliedschaft mit einem Besuch beehren.

Herbsttagung der OSZE PV in Ulaanbaatar

Herbsttagung der OSZE PV in Ulaanbaatar

Vom 15. bis zum 18. September 2015 fand die 14. Herbsttagung der Parlamentarischen Versammlung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in Ulaanbaatar statt. Die Mongolei als jüngstes Mitglied der OSZE war Gastgeber der jährlich stattfindenden Herbsttagung. Liechtenstein wurde durch die Abgeordneten Karin Rüdisser-Quaderer als Delegationsleiterin und Helen Konzett Bargetze sowie die Delegationssekretärin Sandra Gerber-Leuenberger vertreten. 

Knapp 200 Parlamentarier aus 45 Teilnehmerstaaten der OSZE diskutierten in Ulaanbaatar zum Thema «Die sicherheitspolitischen Herausforderungen in der OSZE-Region und darüber hinaus: Die Rolle der Parlamentarier in der Förderung der regionalen Zusammenarbeit». Weitere Themen der Konferenz waren die Krise in der Ukraine, die Flüchtlingskrise und der Menschenhandel, Nahrungs- und Wassersicherheit sowie Terrorismusbekämpfung. 

Bei der Debatte um die aktuelle Flüchtlingskrise stand das Potenzial der OSZE und ihrer Parlamentarier zur Linderung der Situation im Mittelpunkt. Dutzende Parlamentarier aus den Einreise-, Transit- und Zielländern der Flüchtlinge taten ihre Meinung kund. Sie tauschten sich über kurz- und langfristige Ideen zur Lösung der Problematik aus und unterstrichen die Rolle der Parlamentarier und den nun benötigten politischen Willen. Die mongolische Delegationsleiterin Batchimeg Migeddorj sagte, die Mongolei sei geografisch zwar weit entfernt, doch sei es schmerzhaft anzusehen wie die Menschen jeden Tag leiden. Nun sei es wichtig, dass die OSZE eine klare Botschaft an die Welt sende. Der irische Abgeordnete Derek Keating schloss mit den Worten: «Dies ist keine Krise der Grenzen, sondern eine Krise der Solidarität». 

An der Eröffnungssitzung richteten der mongolische Parlamentspräsident Enkhbold Zandaakhuu sowie der mongolische Präsident Elbegdorj Tsakhia ihre Worte an die Teilnehmer. Der Vorsitzende des mongolischen Parlaments Enkhbold Zandaakhuu hielt in seiner Ansprache fest, dass die Herbsttagung der OSZE mit dem 25. Jahrestag der ersten demokratischen Wahlen in der Mongolei, welche auf die Einrichtung eines ständigen parlamentarischen Systems in seinem Land, zusammenfalle. Weiter führte er aus, dass die Entscheidung die Herbsttagung der OSZE PV in Ulaanbaatar abzuhalten, ein Beweis der Überzeugung an den demokratischen Dialog sei. Abschliessend hielt er fest, dass er volles Vertrauen in alle Parlamentarier habe und mit Übereinstimmung und Diskussionen die aktuellen Probleme gelöst werden können. 

Der mongolische Präsident Elbegdorj Tsakhia unterstrich in seiner Rede, dass es trotz den aktuellen Herausforderungen in der europäischen Sicherheit, einschliesslich der Krise in der Ukraine sowie der Flüchtlingskrise, Anlass zur Hoffnung gebe. Weiter führte er aus, dass «die Menschheit noch Mittel und Möglichkeiten besitzt, jede neue Herausforderung zu lösen, denn wir haben die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa». 

Foto: zur Verfügung gestellt von der OSZE PV

Aktuelle Stunde im Oktober-Landtag: Flüchtlingskrise in Europa und was Liechtenstein tun soll

Die Fraktion der Fortschrittlichen Bürgerpartei hat folgendes Thema zur Beratung in der Aktuellen Stunde beigebracht:

Flüchtlingskrise in Europa und was Liechtenstein tun soll

Bilder von flüchtenden Menschen sind aktuell allgegenwärtig. Die europäische Politik stösst an ihre Grenzen und es wird deutlich, dass „Schengen“ und „Dublin“ in einer solchen Extremsituation nicht die gewünschte Wirkung entfalten. In der EU werden Lösungen diskutiert – eine davon ist eine Quotenregelung, welche soeben von der EU beschlossen wurde. Doch was heisst eine solche Quote für Liechtenstein? Würde uns eine Quote helfen oder schaden? Wo sind die Gefahren, wo die Chancen einer europäischen Politik für unser Land? Diese und andere Fragen werden seit Tagen in der Bevölkerung heiss diskutiert. Nun soll sich auch der Landtag mit diesen Fragen auseinandersetzen und Lösungsansätze bzw. die Grundzüge einer liechtensteinischen Flüchtlingspolitik aufzeigen.

Vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Diskussionen soll der Landtag im Rahmen der „Aktuellen Stunde“ vor allem folgende Fragen in den Mittelpunkt der Diskussion stellen:

  • An welchen Grundsätzen soll sich die liechtensteinische Politik in der aktuellen Flüchtlingskrise orientieren?

Soll sich Liechtenstein z.B. an einer „EU-Quote“ freiwillig beteiligen oder eigene Wege gehen? Die Diskussion um eine mögliche Quote ist derzeit in aller Munde und nach dem Entscheid der EU vom 22. September noch näher gerückt. Wie stellen sich die vier im Landtag vertretenen Parteien dazu? Gibt es weitere Aspekte?

  • Wie soll Liechtenstein mit den ankommenden Flüchtlingen umgehen?

Tatsache ist und bleibt, dass früher oder später weitere Flüchtlinge in Liechtenstein ankommen werden und wir uns um sie kümmern werden müssen. Wie lange Flüchtlinge in Liechtenstein verbleiben dürfen und wie weit die Integration gehen soll bzw. was das kosten darf, wird derzeit in der Bevölkerung sehr kontrovers diskutiert. Die Parteien sollen aufzeigen, was ein Flüchtling ihrer Ansicht nach von Liechtenstein erwarten darf bzw. wie sie das weitere (innerstaatliche) Vorgehen sehen.

Landtagseröffnung am 21. Januar 2016

Die Landtagseröffnung findet dieses Jahr am 21. Januar statt. S.D. Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein wird um 10:00 Uhr seine Thronrede im Landtagssaal halten. Im Anschluss daran erfolgt die Ansprache des Alterspräsidenten Albert Frick. Anschliessend an die Eröffnungsreden finden verschiedene Wahlen sowie die Vereidigung von Hubert Lampert zum Stellvertretenden Abgeordneten statt. Die Eröffnungssitzung wird live (in Bild und Ton) auf der Homepage des Landtages und im Landeskanal übertragen.

Das traditionelle Heiliggeistamt, zu der auch die Öffentlichkeit eingeladen ist, beginnt um 9:00 Uhr in der Kathedrale Vaduz. 

Ansprache des Alterspräsidenten Albert Frick anlässlich der Landtagseröffnung am 21. Januar 2016

Es gilt das gesprochene Wort!

ANSPRACHE  

DES ALTERSPRÄSIDENTEN ALBERT FRICK 

ANLÄSSLICH DER LANDTAGSERÖFFNUNG 2016

Durchlauchter Erbprinz
Sehr geehrte Frauen und Herren Landtagsabgeordnete
Sehr geehrte Mitglieder der Regierung

Vorab bedanke ich mich bei Ihnen, Durchlauchter Erbprinz, für Ihre an den Hohen Landtag gerichteten Worte, die auch von der Öffentlichkeit mit grossem Interesse wahrgenommen werden. Ihre Ausführungen werden dem Hohen Landtag für die weitere Arbeit als Richtschnur sehr dienlich sein.

Der Landtag nimmt mit dem heutigen Tag das letzte Quartal seiner Amtszeit in Angriff. In einem Jahr werden wir kurz vor der Landtagswahl stehen. Zuvor werden sich die Parteien bemühen, Mitbürgerinnen und Mitbürger für eine Kandidatur zu gewinnen. Man wird versuchen, Frauen und Männer von der Notwendigkeit ihres Mitwirkens an der Gestaltung unseres Staatswesens zu überzeugen. Am besten wird dies gelingen, wenn der parlamentarische Alltag von aussen als etwas Erstrebenswertes wahrgenommen wird. Ich hoffe daher sehr, dass es uns auch im letzten Jahr dieser Legislaturperiode gelingen wird, konstruktive Zusammenarbeit sichtbar zu machen. Verantwortungsbewusstes und die Würde des Mitmenschen achtendes politisches Wirken kann unsere Landsleute motivieren, sich selbst einzubringen. Lassen Sie mich mit Blick auf die Landtagswahl schon jetzt der Hoffnung Ausdruck verleihen, dass sich viele Menschen im Lande zur Mitarbeit bereit erklären werden. Und auch, dass sich auf den Wahllisten möglichst viele Frauen finden werden.

Meine Damen und Herren. Vieles bleibt im kommenden Jahr zu tun. Die Reform der Sozialwerke wie AHV und Betriebliche Personalvorsorge wird uns weiterhin beschäftigen. Der rasante demografische Wandel macht es zum Gebot der Stunde, vorausschauend zu agieren. Auch Fragen der Zuwanderung und des Zusammenlebens in einer immer multikulturelleren Gesellschaft werden ständige Herausforderungen bleiben. Dabei können äussere Einflüsse oder Geschehnisse einschneidende Entwicklungen auslösen. So zeigt es sich beispielsweise, dass die Vorkommnisse der Kölner Silvesternacht Denk- und Handlungsweisen in Europa nachhaltig verändern. Es setzt sich die politische Überzeugung durch, dass Errungenschaften und Werte der westlichen Gesellschaft nicht verhandelbar sind.

Auch andere Entwicklungen verdienen unsere Aufmerksamkeit. Welchen Weg wird Europa als Gemeinschaft gehen? Wird der Trend zu Desintegration und zurück zu mehr Eigenständigkeit der Nationalstaaten sich weiter verstärken? Liechtenstein wird von solchen Entwicklungen betroffen sein. Es wird für uns ständige Herausforderung bleiben, unseren Platz in einem sich ändernden Umfeld zu finden und uns zu behaupten.

Dabei haben wir guten Grund, zuversichtlich zu sein. Unter dem Patronat der Vereinten Nationen wird jedes Jahr der World Happiness Report erstellt, das heisst, es wird untersucht, in welchen Ländern die Menschen die besten Lebensumstände vorfinden. 2015 wird die Rangliste von der Schweiz angeführt, gefolgt von Island, Dänemark, Norwegen und Kanada. Liechtenstein scheint in dieser Rangliste nicht auf. Als Kleinstaat geht man bei solch weltweiten Untersuchungen gerne vergessen. Wenn man die Schlüsselkriterien der Bewertung heranzieht, können wir uns aber gut selbst einordnen.

Die wichtigsten Kriterien der Untersuchung waren:

  1. das Pro Kopf Brutto Inland Produkt,
  2. die zu erwartenden gesunden Lebensjahre,
  3. die soziale Unterstützung,
  4. das allgemeine Vertrauen und
  5. die empfundene Freiheit beim Treffen von Lebensentscheidungen.

Keine Frage, bei Anwendung dieser Kriterien darf sich Liechtenstein in der Rangliste ganz oben einreihen. Wenn man zudem feststellt, dass unsere drei EFTA-Partner in diesem weltweiten Vergleich auf den Rängen 1, 2 und 4 liegen, so darf auch das unser Selbstvertrauen stärken. Aber sind wir uns dessen auch wirklich bewusst? Sind wir uns tatsächlich bewusst, dass wir trotz unseres Sparbedarfs nach wie vor zu den privilegiertesten Menschen weltweit gehören?

Zugegeben: Man kann Dinge immer besser machen. Aber seien wir uns auch bewusst, dass vieles in diesem Lande sehr, sehr gut ist. Seien wir uns bewusst, wie viel Glück unserer Heimat beschert ist. Und arbeiten wir gemeinsam daran, unseren Kindern und Enkeln diese guten Lebensumstände zu bewahren. 

Unsere Schaffenskraft wird auch im kommenden Jahr gefragt sein. Wer von der Zukunft spricht, muss in der Gegenwart mit Klugheit und mit visionärem Gestaltungsmut handeln. Es wird für uns sehr wichtig sein, unsere guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu erhalten und zu stärken. Die hohe politische Stabilität unseres Landes ist ein Qualitätsfaktor erster Güte, den wir nie leichtfertig aufs Spiel setzen dürfen. Die hohe Rechtssicherheit und die attraktive Steuergesetzgebung sind dies ebenso. Auch verfügen wir mit der Mitgliedschaft in zwei Wirtschaftsräumen über hervorragend abgesicherte Handelsbedingungen. Wenn wir diese guten Voraussetzungen weiterhin mit qualitativ hochstehenden Dienstleistungen und herausragenden Innovationen ergänzen können, wird unserem Land der wirtschaftliche Erfolg erhalten bleiben. Zum Wohle von uns allen. Die Möglichkeiten der sozialen Unterstützung werden gestärkt und damit wird auch unser Bestreben gestärkt, allen Leuten im Lande ein menschenwürdiges Leben zu sichern.

Geschätzte Damen und Herren

Machen wir uns an die Arbeit. Als Erstes werden wir heute die Bürowahlen vornehmen. Ich darf an dieser Stelle darauf hinweisen, dass der bisher stellvertretende Abgeordnete Rainer Gopp ab dem heutigen Tag den Rang eines ordentlichen Landtagsabgeordneten einnehmen wird. An seiner Stelle wird Hubert Lampert aus Mauren als stellvertretender Abgeordneter vereidigt werden. Ich darf beide Abgeordneten in ihrer neuen Funktion begrüssen. Ihnen allen, sehr geehrte Damen und Herren, wünsche ich viel Erfolg bei der Ausübung ihres verantwortungsvollen Amtes. Auch wünsche ich Ihnen für Ihre Arbeit Gottes Segen.

Besuch des Landtagspräsidenten beim Hilfswerk Liechtenstein

Besuch des Landtagspräsidenten beim Hilfswerk Liechtenstein

Auf Einladung der Präsidentin Beatrice Amann besuchte Landtagspräsident Albert Frick das Hilfswerk Liechtenstein in Triesen. Der Landtagspäsident zeigte sich tief beeindruckt vom bewundernswertem Einsatz, den zahlreiche Frauen und Männer im Hilfswerk freiwillig  leisten, um weltweit bedürftige Menschen zu unterstützen. Das Hilfswerk Liechtenstein ist ein grossartiger Botschafter unseres Landes. Die dort geleistete Arbeit kann nicht hoch genug geschätzt und verdankt werden.

 

Aktuelle Stunde im März-Landtag: Vereinbarkeit von Familie und Beruf - wo harzt es und was braucht es?

Die Fraktion der Freien Liste hat folgendes Thema zur Beratung in der Aktuellen Stunde beigebracht:

Vereinbarkeit von Familie und Beruf – wo harzt es und was braucht es?

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Liechtenstein befindet sich seit längerer Zeit in einer Patt-Situation. Auf der einen Seite werden politische Massnahmen zur finanziellen Förderung von Frauen, die sich Vollzeit um die Kinderbetreuung kümmern, gefordert, und auf der anderen Seite fanden Vorstösse zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf wiederholt keine parlamentarischen Mehrheiten.

Nun ist eine Vorlage des Gesellschaftsministers Mauro Pedrazzini in der Vernehmlassung, die eine Kindertagesstätten-(Kita)-Finanzierung aus dem Familienausgleichskasse-(FAK)-Topf vorschlägt. Damit könnten dringend benötigte Kita-Plätze nach einem vierjährigen Finanzierungsstopp ausgebaut werden. Mit einem ähnlichen Vorschlag initiativ geworden ist auch die Wirtschaftskammer. Damit liegen dem Landtag bald mehrere gangbare Varianten vor, die zusätzliche Kitas mit von den Arbeitgebern bereit gestellten Mitteln ermöglichen würden. Somit ist auch die Finanzierungsfrage ohne Belastung des Steuerzahlers gelöst, und kritische Meinungsäusserungen, welche mit finanziellen Argumenten gegen den Ausbau von Kitas argumentieren, werden zu Scheingefechten.

Dennoch wird die Diskussion mittels öffentlichen Meinungsäusserungen weitergehen und werden diese Kita-Finanzierungsmodelle zum Anlass genommen werden, sich gegen Kitas oder gegen ihren Ausbau zu positionieren. Damit wird versucht die Patt-Situation weiterhin politisch aufrecht zu erhalten. Die Debatte ist nämlich dadurch charakterisiert, dass die verschiedenen Familien-Modelle gegeneinander ausgespielt werden, indem in der Diskussion die geplante Kita-Förderung von der Installation eines Betreuungsgeldes abhängig gemacht wird: Es heisst dann etwa, dass Kitas nur dann ausgebaut werden sollen, wenn auch nicht berufstätige Mütter oder Väter, welche Kinder zuhause betreuen, künftig finanziell gefördert würden. Die Kosten und die erwarteten nachteiligen Folgen der Einrichtung eines sogenannten Betreuungsgeldes für die Gesellschaft und die Volkswirtschaft wurden dabei bisher nicht oder nur am Rande thematisiert. Fortschritte in der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind derzeit schwierig oder blockiert, obwohl das Problem erkannt ist.

Die Freie Liste möchte in der Aktuellen Stunde des März Landtags eine sachlich geprägte, ent-emotionalisierte Diskussion über die Thematik der Kitas führen und folgende Fragen als Diskussionsgrundlage bereitstellen:

  • Wie schätzen die Parteien die derzeitige Situation der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein - wo harzt es und was braucht es?
  • Wie stehen die Parteien bzw. die Landtagsvertreter zu Kompromissen wie der Einführung von steuerlichen Anreizen für Elternteile, die ihre Berufstätigkeit zeitweise für die Kinderbetreuung aufgeben? Muss mehr getan werden oder sind Familien bereits ausreichend gefördert?
  • Was sind die Konsequenzen der staatlichen Förderung häuslicher Kinderbetreuung zum einen und der ausserhäuslichen Kinderbetreuung zum anderen?

Bulgariens Parlamentspräsidentin besucht den Landtag

Bulgariens Parlamentspräsidentin in LiechtensteinBulgariens Parlamentspräsidentin in LiechtensteinBulgariens Parlamentspräsidentin in LiechtensteinBulgariens Parlamentspräsidentin in LiechtensteinBulgariens Parlamentspräsidentin in Liechtenstein

Am Mittwoch, dem 17. März, empfing der Landtag, vertreten durch die Aussenpolitische Kommission unter der Leitung von Landtagspräsident Albert Frick, eine bulgarische Delegation, die von Tsetska Tsacheva, Präsidentin der Nationalversammlung, angeführt wurde.

Nach der Begrüssung und einleitenden Ausführungen zum liechtensteinischen parlamentarischen System sowie zum Landtagsgebäude nutzten die beiden Delegationen die Gelegenheit, sich auszutauschen. Themen waren im Besonderen: die Wichtigkeit des Ausbaus von zwischenstaatlichen Beziehungen, Möglichkeiten einer zukünftigen Zusammenarbeit in internationalen Organisationen, die Aufnahme von Verhandlungen über ein gemeinsames Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung, die europäische Flüchtlingsproblematik und deren Auswirkungen auf die Länder der sogenannten Balkanroute, insbesondere Bulgarien, Fragen betreffend das duale Bildungssystem in Liechtenstein, Präsentation Bulgariens als attraktiver Wirtschaftsstandort.

Am Nachmittag wurden Albert Frick und die bulgarische Delegation von S.D. Erbprinz Alois auf Schloss Vaduz zu einem Höflichkeitsbesuch empfangen.

Vonseiten des Landtags nahmen Albert Frick, Landtagspräsident und Vorsitzender der Aussenpolitischen Kommission, die Abgeordneten und Kommissionsmitglieder Alois Beck, Thomas Lageder und Karin Rüdisser-Quaderer sowie Landtagssekretär Josef Hilti teil. Auf bulgarischer Seite gehörten neben Tsetska Tsacheva auch Aliosman Imamov, Vizepräsident der Nationalversammlung, die Mitglieder der Nationalversammlung Silviya Hubenova, Tasko Ermenkov und Dimitar Shishkov, die bulgarische Botschafterin in Bern Meglena Plugtschieva sowie Protokollchefin Veronika Antova an.

Aktuelle Stunde im April-Landtag: Lösungsmöglichkeiten zum Verkehrsproblem Liechtensteiner Unterland

Das stetig steigende Verkehrsaufkommen führt im Liechtensteiner Unterland seit Längerem zu Engpässen, bzw. Überlastungen, v.a. zu den Stosszeiten morgens und abends. Davon betroffen sind im Wesentlichen die Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinden Mauren-Schaanwald, Eschen-Nendeln und Gamprin-Bendern. Für sie ist das steigende Verkehrsaufkommen und der stockende Kolonnenverkehr nicht bloss eine Zeitungsmeldung, sondern tägliche Realität.

In den vergangenen Jahren gab es seitens des Verkehrsministeriums verschiedene Überprüfungen und Studien. Sichtbare Erfolge gab es indes keine. Zudem ist das Eisenbahnprojekt „FL-A-CH“, welches ganz wesentlich zur Verkehrsentlastung im Liechtensteiner Unterland beitragen sollte, in jüngster Zeit in weite Ferne gerutscht. Eine Realisierung scheint zurzeit gar unwahrscheinlich.

Im Zuge der „Aktuellen Stunde“ sollen folgende Fragen im Mittelpunkt der Diskussion stehen:

  • Welche kurzfristigen Massnahmen könnten dazu beitragen eine Entspannung der Situation zu erreichen?
  • Welche langfristigen Planungen können der Entwicklung Einhalt gebieten?
  • Was soll Liechtenstein in Bezug auf die geplante Tunnelspinne in Feldkirch unternehmen?

Welche Auswirkungen hätte das endgültige Scheitern des Projekts „FL-A-CH“ auf Liechtenstein und was wäre in diesem Fall zu unternehmen?

Landtagssitzungen 2017

Die Daten der Landtagssitzungen 2017 sind ab sofort unter Agenda 2017 abrufbar.

(http://www.landtag.li/agenda.aspx?auswahl=4&nid=4069&lang=de&year=2017)

Präsidium des Kantonsrats Obwalden besucht den Landtag

Präsidium des Kantonsrats Obwalden zu Besuch beim LandtagspräsidiumPräsidium des Kantonsrats Obwalden zu Besuch beim Landtagspräsidium

Vaduz. – Am Donnerstag besuchte das Präsidium des Obwaldner Kantonsrats das Präsidium des Landtags, nachdem im vergangenen Jahr Obwalden der Gastgeber des Treffens zum gegenseitigen Meinungsaustausch war. Nach der Begrüssung besichtigten die Parlamentarier den Plenarsaal. Im anschliessend folgenden Gespräch wurden neben aktuellen politischen Themen (Sicherung der Sozialwerke, Asylproblematik etc) die beiden Parlamentssysteme näher erläutert. Ein Besuch beim Landesmuseum rundete den Vormittag ab. Am Nachmittag stand eine Führung bei der Hilcona auf dem Programm. Vonseiten des Landtags nahmen Landtagspräsident Albert Frick, Landtagsvizepräsidentin Violanda Lanter-Koller, die Abgeordneten Helen Konzett Bargetze, Manfred Batliner, Erich Hasler und Christoph Wenaweser sowie Landtagssekretär Josef Hilti teil. Der Delegation aus Obwalden gehörten Kantonsratspräsidentin Ruth Koch-Niederberger, Kantonsratsvizepräsident Willy Fallegger, die Kantonsrätin Helen Keiser-Fürrer, die Kantonsräte Peter Wälti, Reto Wallimann und Hans-Melk Reinhard sowie Ratssekretärin Nicole Frunz Wallimann an. (pd)

EWR- und EU-Parlamentarier diskutieren in Vaduz  

Die Teilnehmer der Konferenz im Landtagssaal

Vaduz – Am 19. Mai 2016 fand die 46. Konferenz des Gemeinsamen EWR- und EU-Parlamentarierkomitees auf Einladung des liechtensteinischen Landtags in Vaduz statt. Teilnehmer der Tagung waren Parlamentarier aus den EWR/EFTA-Staaten Norwegen, Island, Schweiz und Liechtenstein sowie Abgeordnete des Europäischen Parlaments. 

Der liechtensteinische Landtag war an der Konferenz durch die Abgeordneten Elfried Hasler als Delegationsleiter, Harry Quaderer und Eugen Nägele sowie den stellvertretenden Abgeordneten Manfred Kaufmann vertreten. 

An der Konferenz wurden gemeinsame Themen der EWR/EFTA- und EU-Staaten diskutiert. Dabei standen die allgemeinen Entwicklungen und das Funktionieren des EWR-Abkommens im Mittelpunkt. Als weitere Themen wurden die Binnenmarktstrategie für Waren und Dienstleistungen, der aktuelle Stand bezüglich der Europäischen Finanzaufsichtsbehörden, die kollaborative Wirtschaft sowie die Migrationssituation in Europa diskutiert. Die liechtensteinische Aussenministerin Aurelia Frick informierte als EFTA-seitige Vorsitzende des EWR-Rats das Komitee über die neuesten Entwicklungen im EWR-Abkommen seit dem letzten Treffen im November 2015. 

Das Gemeinsame EWR- und EU-Parlamentarierkomitee besteht sowohl aus Mitgliedern der nationalen Parlamente der EWR/EFTA-Staaten wie auch aus einer Delegation des Europäischen Parlaments. Die Schweiz besitzt in diesem Gremium Beobachterstatus. Das Komitee ist nicht direkt in das EU-Beschluss­fassungsverfahren involviert, kann aber in der Vorphase am EU-Rechtssetzungsprozess mitwirken. Durch den Dialog und die Beratung trägt das Komitee zu einem besseren Verständnis zwischen der europäischen Gemeinschaft und den EFTA-Staaten bei. Das Komitee tritt in der Regel zweimal im Jahr zusammen.

Nationalratspräsidentin Christa Markwalder besucht den Landtag

Nationalratspräsidentin Christa Markwalder besucht den LandtagNationalratspräsidentin Christa Markwalder besucht den LandtagNationalratspräsidentin Christa Markwalder besucht den LandtagNationalratspräsidentin Christa Markwalder besucht den LandtagNationalratspräsidentin Christa Markwalder besucht den LandtagNationalratspräsidentin Christa Markwalder besucht den Landtag

Vaduz. – Christa Markwalder, die Präsidentin des schweizerischen Nationalrats, nutzte bei ihrem Aufenthalt in Liechtenstein anlässlich ihrer Teilnahme am Wirtschaftsforum für Frauen am 20. Juni die Gelegenheit, den Landtag zu besuchen. Dort wurde sie von Landtagspräsident Albert Frick und Landtagsvizepräsidentin Violanda Lanter-Koller empfangen. Nach der Begrüssung vor dem Landtagsgebäude standen eine Besichtigung des Gebäudes und Gespräche auf dem Programm. Nach dem Mittagessen fand ein Höflichkeitsbesuch bei S.D. Erbprinz Alois auf Schloss Vaduz statt. Im Anschluss traf sich Christa Markwalder mit Regierungschef Adrian Hasler. Auf liechtensteinischer Seite nahmen ausserdem Doris Frick, Botschafterin in Bern, und Landtagssekretär Josef Hilti teil. Der schweizerischen Delegation gehörten auch Olaf Kjelsen, schweizerischer Botschafter für Liechtenstein, und Nina Wirth von den schweizerischen Parlamentsdiensten an. (pd)

Aktuelle Stunde im September-Landtag: GRECO: Transparenz der Parteienfinanzierung

Die Franktion der Freien Liste hat folgendes Thema zur Beratung in der Aktuellen Stunde des September-Landtags beigebracht:

GRECO: Transparenz der Parteienfinanzierung

Die dem Europarat zugeordnete Organisation GRECO, die Staatengruppe gegen Korruption, weilte im September 2015 mit einem Experten-Team in Liechtenstein. Die Korruptionsexperten untersuchten im Rahmen der dritten Evaluationsrunde Liechtenstein in Hinblick auf die Transparenz der Parteienfinanzierung und suchten zu diesem Zweck das Gespräch mit Vertretern aller Parteien, der Regierung und der Verwaltung. Am 18. März 2016 wurde auf der Homepage von GRECO das Dokument Evaluationsbericht über Liechtenstein Transparenz der Parteienfinanzierung veröffentlicht. Weiter hat der Bericht in den Medien Liechtensteins kaum Beachtung gefunden. Bis im September nächsten Jahres muss die Regierung einen Umsetzungsbericht an die Staatengruppe gegen Korruption einreichen. Die Thematik ist damit sowohl von landesweiter Bedeutung als auch aktuell.

GRECO zieht im Evaluationsbericht die Schlussfolgerung, dass „Liechtenstein zu den wenigen GRECO-Mitgliedern gehört, die über kein System zur Gewährleistung von Transparenz in der Parteienfinanzierung verfügt, was die Diskussion hochaktuell macht. […] Seit einer Gesetzesänderung im Jahr 1995 sieht das Gesetz […] die regelmässige Veröffentlichung dieser Jahresrechnungen in geeigneter Form vor. Dies geschieht in der Praxis jedoch nicht. Nur eine einzige politische Partei veröffentlicht Informationen auf ihrer Internet Seite.“ (S. 25). Obwohl im Gesetz niedergeschrieben ist, dass eine Veröffentlichung der Finanzflüsse der politischen Parteien zu erfolgen hat, hat GRECO Informationen der Parteien über ihre Finanzen bei allen Parteien ausser einer nur unter der Bedingung der Vertraulichkeit erhalten.

 GRECO regt unter anderen folgende Punkte an:

  • Transparenz bezüglich Beiträgen durch Dritte zur Parteien- und Wahlkampf-Finanzierung (Offenlegung von Spenden)
  • Regelmässige und fristgerechte Veröffentlichung angemessener Jahresrechnungen durch politische Parteien und gegebenenfalls anderer Wahlkampfteilnehmer
  • Mechanismen zur unabhängigen Aufsicht der Parteien- und Wahlkampffinanzierung Berichterstattung über die regelkonforme Verwendung von Geldern durch die Parteien
  • Sanktionen bei Verstössen

Der GRECO-Bericht und die daraus aus Sicht der Landtagsabgeordneten und der Regierung resultierenden angezeigten Massnahmen bildet den Diskussionsgegenstand der Aktuellen Stunde. Die Landtagsfraktion der Freien Liste erhofft sich von der Diskussion wertvolle Hinweise und Anregungen zur Stärkung des öffentlichen Vertrauens in die Politik. Im Besonderen können in der Aktuellen Stunde folgende Fragen diskutiert werden:

  • Braucht es mehr Transparenz in der direkten Parteienförderung sowie in der Medienförderung – wie ist die Haltung der Abgeordneten und der Regierung zu den Schlussfolgerungen des GRECO-Evaluationsberichts und zur Tatsache, dass das Gesetz nicht eingehalten wird?
  • Welche vertrauensfördernden und korruptionsvorbeugenden Massnahmen im Bereich der Finanzen der politischen Parteien sind grundsätzlich in unserem Kleinstaat, in dem jeder jeden kennt, unabdingbar und verhältnismässig, um die Glaubwürdigkeit der politischen Parteien zu sichern?
     

Sind Massnahmen angezeigt, und wenn ja, welche sind zielführend und wie bzw. mit welcher Form der Mitwirkung soll die Umsetzung erfolgen?

Landtagsfraktion der Freien Liste/August 2016

Norwegens Parlamentspräsident besucht den Landtag

Norwegens Parlamentspräsident Olemic Thommessen in LiechtensteinNorwegens Parlamentspräsident Olemic Thommessen in LiechtensteinNorwegens Parlamentspräsident Olemic Thommessen in LiechtensteinNorwegens Parlamentspräsident Olemic Thommessen in LiechtensteinNorwegens Parlamentspräsident Olemic Thommessen in LiechtensteinNorwegens Parlamentspräsident Olemic Thommessen in LiechtensteinNorwegens Parlamentspräsident Olemic Thommessen in LiechtensteinNorwegens Parlamentspräsident Olemic Thommessen in LiechtensteinNorwegens Parlamentspräsident Olemic Thommessen in LiechtensteinNorwegens Parlamentspräsident Olemic Thommessen in Liechtenstein

Am 12. und 13. September besuchte eine von Norwegens Parlamentspräsident Olemic Thommessen angeführte Delegation den liechtensteinischen Landtag. Auf die Begrüssung der Gäste durch Landtagspräsident Albert Frick und Landtagsvizepräsidentin Violanda Lanter-Koller vor dem Landtagsgebäude folgten eine Besichtigung des Plenarsaals und ein Gespräch zwischen den Parlamentspräsidenten. Danach fand ein Gespräch der norwegischen Delegation mit einer von Aussenministerin Aurelia Frick angeführten Regierungsdelegation zum Thema Europäischer Wirtschaftsraum, dem beide Länder angehören, im Regierungsgebäude statt.

Der Besuch wurde am zweiten Tag mit einem Empfang der Delegationen bei S.D. Erbprinz Alois auf Schloss Vaduz und mit Besichtigungen der Hoval in Vaduz, des Kunstmuseums sowie der Hilti Art Foundation fortgesetzt.

Der liechtensteinischen Delegation gehörten Landtagspräsident Albert Frick, Landtagsvizepräsidentin Violanda Lanter-Koller und Landtagssekretär Josef Hilti an.

Auf norwegischer Seite nahmen Parlamentspräsident Olemic Thommessen, Vizepräsident Svein Roald Hansen, die Abgeordneten Marianne Aasen und Margunn Ebbesen, Botschafter Thomas Hauff, Botschaftsrätin Bergljot Hovland sowie die Mitglieder der Parlamentsverwaltung Stein Iversen, Margrethe Saxegaard und Silje Bergum Kinsten teil.

FC Landtag siegt beim traditionellen Olma-Match mit 1:0

Politikerfussballspiel gegen den FC Kantonsrat St. GallenPolitikerfussballspiel gegen den FC Kantonsrat St. Gallen

Es war ein unerwarteter Sieg, den die Gäste aus Liechtenstein am diesjährigen Politikerfussballspiel im Rahmen der Olma erzielen konnten. Jahrelang war der FC Kantonsrat St. Gallen beim Politikerfussballspiel gegen den Gastkanton beziehungsweise den Ehrengast ungeschlagen. Dies änderte sich am vergangenen Freitag, dem 14. Oktober 2016, als eine liechtensteinische Auswahl aus Vertretern des Landtags, der Gemeinderäte und der Verwaltung den favorisierten FC Kantonsrat mit 1:0 besiegen konnte.

Unter den Anhängern waren auch Regierungsrätin Marlies Amann-Marxer, Landtagsvizepräsidentin Violanda Lanter-Koller, die Abgeordnete Karin Rüdisser-Quaderer sowie Glücksbringer aus den Familien der Spieler.

Mit einem Training in den Beinen und im Wissen um die Stärke des Gegners reiste die Liechtensteiner Equipe nach St. Gallen – beim Umziehen in der Kabine war die Euphorie gedämpft, man wollte versuchen, sich so gut wie möglich zu verkaufen. Diese Stimmung – einerseits Respekt vor dem Gegner, andererseits die Motivation, Liechtenstein gebührend zu vertreten – griff Spielertrainer Roland Moser in seiner Ansprache vor dem Spiel auf, als er die Aufstellung bekannt gab. Er legte grossen Wert darauf, dass die Mannschaft gut organisiert, ökonomisch und diszipliniert spielt und die Positionen gehalten werden. Er fand die richtigen Worte, alle Akteure konnten die Vorgaben umsetzen, obwohl der Gastgeber gleich zu Beginn das Spieldiktat in die Hand nahm.

Mit einigen gut herausgespielten Angriffen wurden die Gäste in den Startminuten unter Druck gesetzt. Sofort war klar, dass der FC Kantonsrat auf Sieg spielt und nichts dem Zufall überlassen werden sollte. Gleich mehrfach wurde es sehr gefährlich vor dem Tor – die Liechtensteiner konnten sich bei ihrem sicheren Torwart Daniel Foser bedanken, dass ein frühes Gegentor, das gemäss Analyse nach dem Spiel verheerend für die Moral gewesen wäre, nicht gefallen ist. Doch mit zunehmender Spieldauer wurde die Abwehr, die von Mannschaftskapitän Manfred Kaufmann dirigiert wurde, sicherer, Bälle konnten vor dem Strafraum abgefangen werden, man traute sich über die Mittellinie und die ersten Angriffe wurden lanciert. Ziel 1 erfüllt: mit 0:0 in die Pause.

Auch in der Pause fand der Coach wieder die richtigen Worte: Rasch nach Wiederanpfiff fiel das letztlich entscheidende einzige Tor, erzielt von Helmut Kindle. Nach glänzender Vorarbeit durch Ivo Kaufmann, der von Max Burgmeier mit einem Steilpass optimal auf der linken Aussenbahn in Szene gesetzt wurde und sich an der Grundlinie durchsetzen konnte, war der Torschütze im Fünfmeterraum präsent und verwandelte den Rückpass abgeklärt zum 1:0.

In der Folge entwickelte sich ein mehr oder weniger offenes Spiel, wobei die Gastgeber die zwingenderen Torchancen hatten. Dennoch kam auch der Gast zu guten Gelegenheiten. Einmal hätte Helmut Kindle, nachdem der Torwart bereits geschlagen war, das zweite Tor erzielen können, aber er konnte den Ball nicht mehr wunschgemäss unter Kontrolle bringen. Auch Vorlagengeber Ivo Kaufmann erspielte sich eine gute Chance, scheiterte mit seinem Abschluss jedoch am Torhüter. Aber die grösste Gelegenheit bot sich dem FC Kantonsrat durch einen eher zu Unrecht gegebenen Elfmeter, der nach einer Intervention von Aussenverteidiger Eugen Nägele am Rande des Strafraums gepfiffen wurde. Als ausgleichende Gerechtigkeit landete der Ball dann nicht im Tor, sondern am Pfosten. Es blieb bei der knappen Führung, auch in der Schlussphase drängten die Gastgeber energisch auf den Ausgleich. Aber mit zunehmender Spieldauer erkannte auch die liechtensteinische Auswahl, dass der Sieg möglich ist, was neue Kraftreserven für Entlastungsangriffe freisetzte.

Stimmen zum Spiel:
Mannschaftskapitän Manfred Kaufmann: "Es hat grossen Spass gemacht, gegen den Kantonsrat unseres Nachbarkantons St. Gallen zu spielen. Je länger das Spiel ging, umso besser haben wir miteinander kombiniert und Chancen herausgespielt. Während des Spiels haben sich die beiden Teams nichts geschenkt. Der FC Kantonsrat war ein starker Gegner. Es ist für uns sehr erfreulich, dass wir als Sieger vom Platz gehen konnten."

Mittelfeldspielerin Judith Oehri: „Ein sehr faires Spiel, das Spass gemacht hat. Wir haben eine gute Mannschaftsleistung gezeigt. Toll war auch, dass unsere Landtagskolleginnen und Regierungsrätin und Olmaministerin Marlies Amann-Marxer uns am Spielfeldrand zumindest stimmlich unterstützten. Das gemütliche Beisammensein nach dem Spiel trägt sicherlich auch zu den gutnachbarschaftlichen Beziehungen mit dem Kanton St Gallen bei.“

Für die liechtensteinische Auswahl liefen auf:
Stefan Batliner, Christoph Beck, Max Burgmeier, Hanspeter Eberle, Daniel Foser, Ivo Kaufmann, Manfred Kaufmann, Helmut Kindle, Helen Konzett Bargetze, Peter Malin, Roland Moser, Eugen Nägele, Judith Oehri, Thomas Vogt, Christoph Wenaweser.

Islands Parlamentspräsident besucht den Landtag

Islands Parlamentspräsident Einar Guðfinnsson in VaduzIslands Parlamentspräsident Einar Guðfinnsson in VaduzIslands Parlamentspräsident Einar Guðfinnsson in VaduzIslands Parlamentspräsident Einar Guðfinnsson in VaduzIslands Parlamentspräsident Einar Guðfinnsson in VaduzIslands Parlamentspräsident Einar Guðfinnsson in VaduzIslands Parlamentspräsident Einar Guðfinnsson in Vaduz

Am Donnerstag, dem 27. Oktober, empfingen Landtagspräsident Albert Frick und Landtagsvizepräsidentin Violanda Lanter-Koller den isländischen Parlamentspräsidenten, Einar Guðfinnsson, im Landtag zu einem Besuch. Auf die Begrüssung folgten ein Rundgang durch das Gebäude und ein kurzes Gespräch. Anschliessend stand eine Besichtigung der Neutrik AG in Schaan auf dem Programm. Am Nachmittag fand ausserdem ein Höflichkeitsbesuch bei Aussenministerin Aurelia Frick im Regierungsgebäude statt. Das Programm wurde durch eine Führung im Landesmuseum und die Präsentation des Filmes „Die Farben Islands“, der die Reise von Naturfotograf Marco Nescher und Helikopterpilot Matthias Vogt per Helikopter von Liechtenstein nach Island dokumentiert, abgerundet. Am Anlass nahmen auch Landtagssekretär Josef Hilti und der isländische Parlamentssekretär Helgi Bernodusson teil. (pd)

Bericht der PUK zur Liechtensteinischen Post online verfügbar

Der Bericht der Parlamentarischen Untersuchungskommission wurde am 9. November von der Untersuchungskommission genehmigt und verabschiedet und kann auf der Homepage des Landtags abgerufen und heruntergeladen werden.

Bericht als PDF

Ständeratspräsident Raphaël Comte besucht den Landtag

Besuch von Ständeratspräsident Raphaël ComteBesuch von Ständeratspräsident Raphaël ComteBesuch von Ständeratspräsident Raphaël ComteBesuch von Ständeratspräsident Raphaël Comte

Auf Einladung von Landtagspräsident Albert Frick besuchte Raphaël Comte, Präsident des schweizerischen Ständerats, am Freitag, dem 25. November 2016, den Landtag. Nach der Begrüssung stellte Albert Frick Raphaël Comte den Landtag und seine Arbeitsweise sowie das Landtagsgebäude vor. Anschliessend fand ein Gespräch zwischen den Präsidenten statt. Dabei wurden insbesondere Themen wie die Masseneinwanderungsinitiative, die Beziehungen der Schweiz zur EU und die Auswirkungen des Brexit auf die schweizerische Wirtschaft besprochen. Auch die an diesem Wochenende stattfindende Volksabstimmung zur Atomausstiegsinitiative und deren Folgen im Fall einer Annahme war Gegenstand des Gedankenaustauschs. Die beiden Präsidenten betonten einmal mehr, dass beide Seiten grossen Wert auf Pflege der guten nachbarschaftlichen Beziehungen legen.

Raphaël Comte nutzte seinen Aufenthalt in Liechtenstein auch für Gespräche mit der Regierung. Beim Treffen mit Regierungsrätin Aurelia Frick wurden die bilateralen Beziehungen zwischen der Schweiz und Liechtenstein sowie die anstehenden Herausforderungen für Europa und deren Auswirkungen für die zwei Länder diskutiert. Regierungschef-Stellvertreter Thomas Zwiefelhofer informierte den Ständeratspräsidenten in einem kurzen Arbeitsgespräch über die wirtschaftspolitischen Herausforderungen Liechtensteins und würdigte die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit der Schweiz in verschiedenen wirtschaftspolitischen Belangen.

Im Anschluss an die Gespräche und als Abschluss des Besuchs besichtigten die beiden Präsidenten die ThyssenKrupp Presta AG in Eschen. Zum Rahmenprogramm gehörte auch ein Rundgang durch das Kunstmuseum in Vaduz am Vormittag. Der schweizerischen Delegation gehörten ausserdem Olaf Kjelsen, schweizerischer Botschafter für Liechtenstein, und Elena Wildi-Ballabio von den Parlamentsdiensten an. Auf liechtensteinischer Seite nahmen Botschafterin Doris Frick und Landtagssekretär Josef Hilti am Treffen teil.

Landtag beendet die Legislaturperiode

Der Landesausschuss nach der Schliessung des LandtagsDer Landtag ist geschlossen.

Am Freitag, dem 2. Dezember, wurde der Landtag zum letzten Mal in dieser Legislaturperiode geschlossen. Bis der neue Landtag zu seiner ersten Arbeitssitzung im kommenden Jahr, am 3. Mai, zusammenkommt, führt der Landesausschuss die Geschäfte. Dieser wurde am Freitag vom Landtag gewählt. Einsitz nehmen Wolfgang Marxer, Christine Wohlwend, Herbert Elkuch, Christoph Wenaweser und von Amtes wegen Landtagspräsident Albert Frick.

Medienmitteilung des Landesausschusses

Anlässlich seiner Sitzung vom 05.01.2017 hat der Landesausschuss die Information der Regierung betreffend aktuelle Entwicklungen in der Umsetzung des KVG zur Kenntnis genommen und beraten.

Einstimmig fordert er die Regierung auf, Gesetzesänderungen vorzubereiten, damit die Rechnungsstellung, unabhängig vom OKP-Status der Ärzte, im Inland flächendeckend und zwingend gemäss TARMED zu erfolgen hat. 

Zudem fordert er die Ärzte auf, per 01.01.2017, unabhängig ihres OKP-Status, im Inland flächendeckend den TARMED als Rechnungsgrundlage mit dem in der Verordnung festgelegten Taxpunktwert anzuwenden. 

Durch die Rechnungsstellung in TARMED wird sichergestellt, dass keine Kostendifferenzen zu Lasten des Patienten verbleiben. 

Für den Landesausschuss: 

Albert Frick (Vorsitz)

Christine Wohlwend 

Herbert Elkuch 

Wolfgang Marxer 

Christoph Wenaweser 

Landtagswahlen 2017

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Detaillierte Infos zu den Wahlresultaten finden Sie auf http://www.landtagswahlen.li 

Landtagseröffnung am 30. März 2017

Am Donnerstag, dem 30. März 2017, um 10 Uhr, wird der Landtag durch S.D. Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein eröffnet.

Ansprache des Alterspräsidenten Albert Frick anlässlich der Landtagseröffnung am 30. März 2017

Es gilt das gesprochene Wort!


ANSPRACHE

DES ALTERSPRÄSIDENTEN ALBERT FRICK

ANLÄSSLICH DER LANDTAGSERÖFFNUNG 2017

Durchlauchter Erbprinz
Sehr geehrte Mitglieder der Regierung
Sehr geehrte Frauen und Herren Landtagsabgeordnete
Geschätzte Gäste

Ich freue mich, der Tradition entsprechend, an der heutigen Landtagseröffnung ebenfalls ein paar Worte an Sie richten zu dürfen.

Ich bedanke mich bei Ihnen, Durchlauchter Erbprinz, dass Sie uns am heutigen Tage mit Ihrer Anwesenheit beehren. In der Landesverfassung ist festgeschrieben, dass die Staatsgewalt im Fürsten und im Volke verankert ist. Es hat daher grosse Symbolkraft, dass die Landtagsabgeordneten als Vertreter des Volkes den Amtseid in die Hände des Landesfürsten oder dessen Bevollmächtigten ablegen. Das Zusammenwirken der beiden Souveräne ist Grundpfeiler unseres Staatswesens.

Ich begrüsse auch die Mitglieder der Regierung, die Medienschaffenden und alle anwesenden Gäste.

Mein besonderer Gruss geht an die Frauen und Herren Landtagsabgeordneten und an die stellvertretenden Landtagsabgeordneten. Ich gratuliere Ihnen herzlichst zur erfolgreichen Wahl in das liechtensteinische Parlament. Mit dem soeben geleisteten Amtseid haben Sie sich verpflichtet, auf Basis der Verfassung und der geltenden Gesetze das Wohl des Landes nach bestem Wissen und Gewissen und ohne Nebenabsichten zu fördern. Hierzu wünsche ich Ihnen viel Kraft und guten Erfolg.

Liechtenstein hat sich anlässlich der Landtagswahlen für Kontinuität ausgesprochen. Damit wurde dem Wunsche Ausdruck verliehen, dass sich Abgeordnete aller Parteien weiterhin gemeinsam den Problemen des Landes annehmen sollen. Eine sachbezogene inhaltliche Auseinandersetzung wird uns in vielen Bereichen guten Lösungen näher bringen. Voraussetzung ist, dass wir einen respektvollen Umgangston pflegen, der diesem Hohen Hause zur Ehre gereicht. Ich ersuche auch die Medienschaffenden, einen Weg des Miteinanders nach Kräften zu unterstützen.

Anlässlich der Landtagswahlen vom 5. Februar dieses Jahres haben sich 71 Frauen und Männer der Wahl gestellt. Das ist eine Rekordzahl, was grundsätzlich erfreulich ist. Es war aber auch klar, dass nur rund 1/3 der Kandidierenden gewählt werden kann und dass der Anteil der Nichtgewählten sehr viel grösser sein wird. Man darf sich die Frage stellen, ob hier nicht ein übermässiger Personalverschleiss stattfindet.
Besonders auffallend ist der geringe Anteil an gewählten Frauen. Nur gerade drei Frauen nehmen im neuen Landtag Einsitz. Vor zwölf und auch vor acht Jahren waren es doppelt so viele. Diesem unerfreulichen Trend entgegenzuwirken, ist eine Herausforderung, die nicht durch einzelne Schaugefechte, sondern nur durch gemeinsames Bemühen erfolgreich gestaltet werden kann.

Ein weiteres Merkmal der Wahl ist der Wunsch der Bevölkerung nach Stabilität. Die parteienmässige Aufteilung der Sitze im Landtag blieb im Gegensatz zu vorhergehenden Wahlen beinahe unverändert. Es gab nur eine einzige Sitzverschiebung. Ich erachte dies als gute Voraussetzung, um die erfolgreiche gemeinsame Arbeit der vergangenen Jahre fortsetzen zu können. In der vergangenen Legislaturperiode überlagerte die notwendig gewordene Sanierung des Staatshaushaltes alle anderen Geschäfte und konnte erfolgreich bewältigt werden. Mein Dank gilt allen, die mitgewirkt haben, diese für unser Staatswesen so wichtige Aufgabe guten Lösungen zuzuführen.

In der heute beginnenden Legislaturperiode 2017–2021 wird sich der Landtag mit neuen Aufgaben und anderen Prioritäten zu befassen haben. Die Regierung wird dem Landtag rechtzeitig eine entsprechende Geschäftsplanung vorlegen. Aber auch der Landtag wird seine Möglichkeiten zur Bestimmung politischer Agenden wahrnehmen.

Das Landtagsmandat kommt heute einer Teilzeitarbeit gleich. Im Zusammenhang mit der Geschäftsordnung des Landtags und dem Gesetz über die Bezüge seiner Mitglieder haben sich verschiedene Fragestellungen ergeben. Unter anderem auch die Frage der fehlenden sozialen Absicherung. Diese Fragestellungen sind zeitnah zu klären, um eine verlässliche Basis für die Arbeitsweise der Landtagsmitglieder für diese und für nachfolgende Legislaturperioden zu schaffen.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Mit dem heutigen Tag endet die Amtszeit der im Jahre 2013 vereidigten Regierung. Wie schon erwähnt war es eine von Sanierungsdruck geprägte, schwierige Amtsperiode, in der gute Zusammenarbeit unabdingbar war. Den scheidenden Regierungsmitgliedern, Regierungschef-Stellvertreter Thomas Zwiefelhofer und Regierungsrätin Marlies Amman-Marxer danke ich von Herzen für die geleistete Arbeit im Dienste unseres Landes. Ich bedanke mich auch persönlich für die als sehr freundschaftlich und kollegial empfundene Zusammenarbeit. Ihnen beiden wünsche ich für die weitere private und berufliche Zukunft alles Gute.
Ebenso herzlich bedanke ich mich bei Regierungschef Adrian Hasler und den  Regierungsräten Aurelia Frick und Mauro Pedrazzini, auf deren Dienste auch die kommende Regierung wird zählen können.

Der Landtag stellt heute mit der Wahl der neuen Regierung und mit den Bürowahlen die Weichen für die Legislaturperiode 2017-2021. Zusätzlich zur allgemeinen Landtagsarbeit wird wiederum eine ganze Reihe Landtagsabgeordneter unser Land in internationalen Gremien vertreten. Namentlich in den parlamentarischen Versammlungen des Europarates und der OSZE, in den Parlamentarierkomitees der EWR/EFTA Staaten, in der Internationalen Parlamentarier Union und in der Internationalen Parlamentarischen Bodensee Konferenz. Die Bedeutung der parlamentarischen Diplomatie ist hoch einzuschätzen. Die Delegierten nehmen in internationalen Organisationen im Beisein bedeutender Entscheidungsträger
eine wichtige Repräsentationsfunktion für unser Land wahr. Besonders erwähnenswert ist, dass der Landtag im laufenden Jahr Gastgeber aller drei Konferenzen der Internationalen Parlamentarischen Bodensee Konferenz sein wird.

Sehr geehrte Damen und Herren

Im Laufe der Legislaturperiode, im Jahre 2019, erwartet uns ein besonderes Jubiläum. Das Fürstentum Liechtenstein wird seinen 300. Geburtstag feiern. Freuen wir uns auf die anstehenden Feierlichkeiten und nehmen wir dieses Jubiläum zum Anlass, unsere Heimat als das erkennen zu wollen, was sie ist: Eine Oase des Wohlergehens, des Friedens und der Sicherheit, in der das Streben nach Lebensglück allen Bewohnern möglich ist. Setzen wir als Volksvertreter all unsere Kraft dafür ein, dass es auch für unsere Nachkommen gegeben sein wird, in ihrer Heimat ein gutes Leben führen zu können.

Durchlaucht, geschätzte Frauen und Herren Abgeordnete. Ich wünsche Ihnen für Ihre Tätigkeit im Dienste unseres Landes viel Erfolg und Gottes Segen.

Internationale Parlamentarische Bodensee-Konferenz setzt neue Strategie um

48. Sitzung der Internationalen Parlamentarischen Bodensee-Konferenz48. Sitzung der Internationalen Parlamentarischen Bodensee-Konferenz48. Sitzung der Internationalen Parlamentarischen Bodensee-Konferenz

Liechtenstein ist dieses Jahr Gastgeber der Internationalen Parlamentarischen Bodensee-Konferenz (IPBK). Am 19. Mai fand die Frühjahrstagung, die 48. Sitzung der IPBK, im Plenarsaal des liechtensteinischen Landtags in Vaduz statt.

Vaduz. – Landtagspräsident Albert Frick, Leiter der liechtensteinischen Delegation und Vorsitzender der IPBK, eröffnete um 9.30 Uhr die Frühjahrskonferenz. Regierungschef Adrian Hasler richtete anschliessend Begrüssungsworte an die Parlamentarier aus den 10 Mitgliedsländern bzw. Mitgliedskantonen, in denen er insbesondere die Vorzüge Liechtensteins und die Bedeutung der IPBK herausstrich.

Ein Schwerpunkt der Sitzung lag auf dem Referat von Dr. Jürgen Brücker, Rektor der Universität Liechtenstein, zum Thema „Internationale Bodenseehochschule – der Hochschulverbund aus Sicht der Universität Liechtenstein“.

Anschliessend berichtete die Internationale Bodenseekonferenz (IBK), deren Vorsitz in diesem Jahr ebenfalls Liechtenstein innehat, über die künftige Zusammenarbeit mit der IPBK. Hierzu referierte Regierungssekretär Horst Schädler.

Im Anschluss berichtete der im Zuge der letztjährigen Revision des Statuts der IPBK neu eingerichtete Steuerungsausschuss. Dabei wurde der Einsatz von zwei neuen Arbeitsgruppen beschlossen: eine Arbeitsgruppe „Fluglärm“ und eine Arbeitsgruppe „Gesamtverkehrskonzept“.

Im Anschluss daran wurde über die Themenbereiche „Beschäftigungsbonus in Österreich“ und „Masseneinwanderungsinitiative in der Schweiz“ informiert und diskutiert.

Bevor der Städtebund Bodensee zum Abschluss der Tagung Bericht erstattete, informierte noch die Arbeitsgruppe „Mautkorridor“ über den aktuellen Stand ihrer Bestrebungen. Anschliessend schloss Landtagspräsident und Delegationsleiter Albert Frick die Frühjahrskonferenz der IPBK.

Das Präsidium des Kantonsrats St. Gallen besucht den Landtag in Vaduz

Die Mitglieder des Landtagspräsidiums des Fürstentums Liechtenstein und des Kantonsrats St. GallenBesichtigung des Plenarsaals

Vaduz. - Am Donnerstag empfing das Landtagspräsidium das Präsidium des Kantonsrates St. Gallen im Landtagsgebäude in Vaduz. Nach der Begrüssung durch Landtagspräsident Albert Frick folgte eine Besichtigung des Landtagsgebäudes. Beim anschliessenden Gespräch zwischen den beiden Parlamentspräsidien wurden insbesondere folgende Themen angesprochen: das Forschungsinnovationszentrum Rheintal „RhySearch“, Akkreditierung und gemeinsame Trägerschaft von Fachhochschulen. Die Parlamentarier waren sich darin einig, dass Liechtenstein und St. Gallen in verschiedenen Bereichen vor denselben Herausforderungen stehen, und betonten, dass Kontakte und Treffen zwischen den Parlamenten wichtig für das gegenseitige Verständnis sind. Zum Rahmenprogramm gehörten unter anderem eine Besichtigung der Firma Swarovski in Triesen und eine Führung im Lawena Museum. Vonseiten des Landtags nahmen Landtagspräsident Albert Frick, Landtagsvizepräsidentin Gunilla Marxer-Kranz und die weiteren Präsidiumsmitglieder Violanda Lanter-Koller, Georg Kaufmann, und Harry Quaderer sowie Landtagssekretär Josef Hilti teil. Das Präsidium des St. Galler Kantonsrates wurde durch Kantonsratspräsident Peter Göldi, Alt-Kantonsratspräsident Markus Straub, Kantonratsvizepräsident Ivan Louis, Max Lemmenmeier, 1. Stimmenzähler, Thomas Toldo, 2. Stimmenzähler, die Fraktionspräsidenten Michael Götte, Andreas Widmer, Peter Hartmann und Beat Tinner sowie Lukas Schmucki, Leiter Parlamentsdienste, vertreten. (pd)

Nationalratspräsident Jürg Stahl besucht den Landtag

Nationalratspräsident Jürg Stahl besucht Landtagspräsident Albert FrickNationalratspräsident Jürg Stahl besucht Landtagspräsident Albert FrickNationalratspräsident Jürg Stahl besucht Landtagspräsident Albert FrickNationalratspräsident Jürg Stahl besucht Landtagspräsident Albert Frick

Vaduz. – Am Dienstag, dem 27. Juni, besuchte der Schweizer Nationalratspräsident Jürg Stahl den Landtagspräsidenten Albert Frick. Nach der Begrüssung und einem kurzen Rundgang durch das Landtagsgebäude wurden in einem Vieraugengespräch verschiedene Themen von gegenseitigem Interesse besprochen. Anschliessend fand ein Höflichkeitsbesuch bei S.D. Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein auf Schloss Vaduz statt. Die Delegation stattete ausserdem Regierungschef Adrian Hasler einen Höflichkeitsbesuch ab. Da Jürg Stahl auch Präsident des Exekutivrats von Swiss Olympic ist, rundete ein Besuch beim LOC das Programm ab. Neben den beiden Parlamentspräsidenten nahmen Landtagsvizepräsidentin Gunilla Marxer-Kranz, Botschafterin Doris Frick und Landtagssekretär Josef Hilti auf Liechtensteiner Seite und Jürg Stahls Gattin Sabine Stahl sowie Nina Wirth von den Parlamentsdiensten auf Schweizer Seite am Besuchstag teil.

Ansprache des Landtagspräsidenten Albert Frick anlässlich des Staatsfeiertages 2017

Es gilt das gesprochene Wort.

Durchlauchter Landesfürst
Durchlauchte Landesfürstin
Durchlauchter Erbprinz
Königliche Hoheit
Durchlauchten
Geschätzte Mitglieder von Regierung und Landtag
Exzellenzen
Liebe Liechtensteinerinnen, liebe Liechtensteiner
Liebe Gäste

Am 30. Juli durften Sie, Durchlauchtes Fürstenpaar, das Fest der Goldenen Hochzeit feiern. Dazu darf ich Ihnen heute, am Fürstenfest, im Namen der liechtensteinischen Bevölkerung von ganzem Herzen gratulieren. Älteren Semestern, zu denen ich mich auch schon zähle, ist Ihr Hochzeitsfest in unvergesslicher Erinnerung. Die Bevölkerung nahm mit Begeisterung an den Feierlichkeiten teil. Ich selbst hatte damals die Ehre, auf der Treppe der Pfarrkirche im Spalier der Pfadfinder zu stehen. Es sind Ereignisse wie dieses, die unseren Zusammenhalt fördern und uns darin bestärken, unserem Land zu dienen. Heute dürfen Sie, verehrtes Fürstenpaar, nach fünfzig Jahren des gemeinsamen Lebensglücks mit Stolz und Freude auf Ihre grosse Familie blicken. Ihre Lebensführung ist für viele Menschen im Lande Vorbild. Sie beide dürfen aber auch auf ein bewundernswertes Lebenswerk im Dienste unseres Landes blicken. Dafür danke ich Ihnen von Herzen und wünsche Ihnen für den weiteren gemeinsamen Lebensweg Gesundheit und viel Freude und Glück.

Bald feiern wir 300 Jahre Fürstentum Liechtenstein. Es ist dies die Geschichte eines Landes, das sich in kurzer Zeit vom Armenhaus zu einem Hort des gehobenen Wohlstandes entwickelt hat. Vieles ist uns mit diesem Wandel zur Selbstverständlichkeit geworden. Arbeitsplätze im Überfluss, gesicherte soziale Absicherung, erstklassige Bildungschancen – und das alles bei tiefen Steuern. Seien wir uns aber bewusst, dass wir uns in einem Umfeld bewegen, welches in hohem Tempo Veränderungen produziert und mehr und mehr durch internationale Regulierungen geprägt ist. Für die Verwaltung, vor allem aber für die Gesetzgebung ergeben sich dadurch gewaltige Mehraufwände. Nur ein Staatswesen, das flexibel genug ist, auf Bedürfnisse zu reagieren und seine Institutionen entsprechend anzupassen, darf darauf hoffen, auch in Zukunft erfolgreich zu sein.

Der Landtag ist nicht länger ein Gremium, das sich einigen wenigen, vorwiegend innerstaatlichen Aufgaben zu widmen hat. Vielmehr sieht er sich mit einer zunehmenden Fülle an hochkomplexen Vorlagen konfrontiert, die aufgrund internationaler Verflechtungen in die nationale Gesetzgebung umgesetzt werden müssen. Die Gefahr ist gegeben, dass sich Abgeordnete ausschliesslich auf Expertenrat verlassen müssen. Der Gesetzgebungsprozess muss aber im Interesse eines legitimierten demokratischen Handelns von den gewählten Volksvertretern geprägt werden. Es darf nicht sein, dass externe Einflussnahme den Prozess dirigiert. Der Landtag hat daher eine Besondere Kommission eingesetzt, die optimierte Rahmenbedingungen für die Landtagsarbeit der kommenden Legislaturperioden erarbeiten soll. Die Massnahmen sollen auf Beginn des nächsten Jahres wirksam werden. Die Fragestellungen sind vielfältig: Wie können innerhalb des Milizsystems Verbesserungen erzielt werden? Wie müsste zusätzliche Unterstützung der Abgeordneten ausgestaltet werden, um qualitätsstärkend zu wirken? Welche Rahmenbedingungen braucht die Landtagsführung, um dem Arbeitsumfang und der Verantwortung gerecht werden zu können?

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger

Der Staat ist Dienstleister am Volk. Für Volksvertreter muss es daher oberstes Gebot sein, im Sinne des Volkes und zum Wohle des Volkes tätig zu sein. Am Staatsfeiertag dürfen wir uns aber auch in Erinnerung rufen, dass wir alle der Staat sind. Es reicht nicht, alle vier Jahre zwei Dutzend Vertreter zu wählen, diese ihrer Arbeit zu überlassen und gelegentlich Unmut zu verbreiten. Aktive Mitarbeit in der Gestaltung unseres Staatswesens ist erwünscht. Beteiligen Sie sich an den Informationsveranstaltungen und Gesprächen, die von Behörden und Parteien angeboten werden. Teilen Sie Ihre Meinung mit. Das Ohr wirklich beim Volk zu haben, ist für Mandatare schwierig, wenn sie sich nur auf Kommentare der ewig gleichen Leserbriefschreiber abstützen können. Ich ermuntere Sie, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, aktiv an der Gestaltung unseres Staatswesens mitzuwirken. An politischer Arbeit und Gestaltungspflicht fehlt es uns nicht:

Im Gesundheitswesen muss eine bedarfsgerechte Ausrichtung des Landesspitals umgesetzt werden, die ein wirtschaftliches Überleben ohne staatliche Millionenspritzen ermöglicht. Die Gesundheitskosten für die Bevölkerung so tief als möglich zu halten, bleibt prioritäres Anliegen.

Ein erstklassiges Bildungswesen ist unser wichtigster Erfolgsgarant. Dieser Erfolg steht oder fällt mit der Qualität der Lehrpersonen. Einzelne Verwerfungen im Lohngefüge, die unweigerlich Qualitätsverluste nach sich ziehen werden, sind rasch zu korrigieren. Auch muss eine verbindliche Strategie zu Schulorten und Schulbauten verabschiedet werden. Dabei ist auf ausgeglichene Berücksichtigung der Landesteile zu achten.
Der Landesverwaltung hat in Bezug auf Qualitätssicherung die gleiche Aufmerksamkeit zu gelten. Der Staat muss, um seine hochanspruchsvollen Aufgaben wahrnehmen zu können, auf allen Ebenen ein konkurrenzfähiger Arbeitgeber sein.
Die Neuausrichtung und Umstrukturierung des Finanzplatzes geht weiter. Dieser Prozess muss umsichtig begleitet und unterstützt werden. Dies, um vielen Menschen im Lande ihre Arbeitsplätze zu sichern und auch, um die in Krisenzeiten so wichtige Diversifikation unserer Wirtschaft zu gewährleisten.

Die rasant fortschreitende Digitalisierung ist ebenso Herausforderung wie Chance. Ob es uns passt oder nicht: Künftig wird sich alles im digitalen Raum wiederfinden. Wir sind gefordert, die Transformation mit erstklassiger Infrastruktur zu unterstützen, um den digitalen Wandel in führender Position mitgehen zu können.
In der Familienpolitik müssen wir einen erheblichen Schritt weiterkommen. Die Familie ist und bleibt die wichtigste Zelle unserer Gemeinschaft. Eine liberale Gesellschaft muss verschiedene Familienmodelle unterstützen und individuelle Wahlfreiheit ermöglichen.

Und schliesslich mein jährliches Credo: Arbeit muss sich lohnen! Die herausragende Qualität unseres Volkes ist es, fleissig und strebsam zu sein. Diese Qualität dürfen wir nicht aufs Spiel setzen. Es ist richtig und wichtig, für einen sozialen Ausgleich unter den Einkommensschichten zu sorgen. Dies soll aber ausschliesslich über unterschiedlich hohe Steuerbelastungen erfolgen. Zusätzliche einkommensabhängige Belastungen an allen Ecken und Enden schädigen den so wichtigen Mittelstand und sind zu vermeiden.

Liebe Liechtensteinerinnen und Liechtensteiner

Wie schon gesagt, bald dürfen wir unseren Geburtstag feiern. 300 Jahre. Wir haben guten Grund, auf unser Staatswesen stolz zu sein. Das werden wir auch gebührend feiern. Zeigen wir, dass wir glücklich und dankbar sind, in dieser unserer wunderbaren Heimat leben zu dürfen. Und zeigen wir, dass wir wie unsere Vorfahren entschlossen und zuversichtlich daran arbeiten, unseren Nachkommen eine ebenso lebenswerte Heimat zu hinterlassen. Unsere Gemeinden wollen der Bevölkerung einen Jubiläumsweg durch alle elf Liechtensteiner Gemeinden und eine verbindende Hängebrücke schenken. Die Kosten für die Hängebrücke betragen etwa 0,4 % der Jahresausgaben der Gemeinden oder rund einen Tausendstel der Jahresausgaben von Land und Gemeinden. Der Jubiläumsweg wird gedanklich durch dreihundert Jahre gelebter Geschichte führen und wird uns als bleibende Erinnerung in die Zukunft begleiten. Ich bin der festen Überzeugung, dass wir alle unser Jubiläum und unsere Zusammengehörigkeit in Feststimmung feiern wollen und feiern werden.

„Klein aber fein“ ist die Devise unseres Landes. Mit gezieltem Einsatz unserer Institutionen und Mittel haben wir uns internationale Achtung erworben. In einem sich neu orientierenden Europa und in einem internationalen Umfeld mit vielen Krisenherden ist innerer Zusammenhalt essenziell, wenn wir unseren Platz in der Welt und in der Geschichte behaupten wollen. Geben wir jenen wenig Gewicht, deren einzige Strategie für unser Land es ist, Unzufriedenheit zu säen. Geben wir vielmehr der Zufriedenheit und Dankbarkeit für ein uns gütig gesinntes Schicksal eine Stimme. Stellen wir das Verbindende über das Trennende und vertrauen wir auf unsere visionäre Kraft, die uns so weit gebracht hat.

Am heutigen Staatsfeiertag danke ich allen, die zum guten Gelingen beitragen. Den Organisatoren, den Sicherheitskräften, der Trachtenvereinigung und allen anderen Mitwirkenden beim Volksfest, beim Fackelzug, bei den Höhenfeuern und beim Feuerwerk. Ein herzlicher Dank auch an die Harmoniemusik meiner Heimatgemeinde Schaan für die musikalische Begleitung des heutigen Staatsaktes.

Liebe Festgäste

Lassen Sie mich mit einem Zitat schliessen: „Unsere Heimat auf Erden ist eine Filiale des Himmels.“ Ich wünsche Ihnen allen einen beglückenden, fröhlichen Festtag und Gottes Segen.

Sitzungsdaten des Landtages für das Jahr 2018

Der Landtag empfängt das erweiterte Präsidium des Vorarlberger Landtags

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Vaduz. – Das Präsidium des Landtags hat am Donnerstag, dem 22. September, das erweiterte Präsidium des Vorarlberger Landtags in Vaduz empfangen. Nach der Begrüssung durch Landtagspräsident Albert Frick in der Säulenhalle und einem Rundgang durch das Landtagsgebäude wurden Themen von beiderseitigem Interesse besprochen. Die Grundlage hierfür bildeten Vorträge eines Vertreters des Schulamtes zum Projekt Digitalisierung in Volksschulen und zweier Vertreter des Amtes für Umwelt zur Gewässerrevitalisierung und zum Grossraubtiermanagement. Auch über die S-Bahn FL.A.CH, ein Projekt, das nicht nur Liechtenstein und Vorarlberg betrifft, sondern auch in Wien ein Thema ist und Auswirkungen auf den gesamten Schienenverkehr in der Region hätte, tauschten sich die Delegationen aus. Anschliessend besichtigten die Teilnehmer das Liechtensteiner Brauhaus.

Das traditionelle Treffen der Vertreter der beiden Parlamente findet zweimal pro Legislaturperiode statt, wobei sich der liechtensteinische und der Vorarlberger Landtag als Gastgeber abwechseln. (pd)

Aktuelle Stunde im Oktober-Landtag: Finanzierung der Alterspflege

Die Franktion der Freien Liste hat folgendes Thema zur Beratung in der Aktuellen Stunde des Oktober-Landtags beigebracht

Das Thema Finanzierung der Alterspflege gewann kürzlich – nicht zuletzt dank der Studie der Stiftung Zukunft.li an Dynamik und findet auch im neuen Regierungsprogramm 2017-2021 ausführlichen Niederschlag. Mehrmals wird darin der demografische Wandel mit seinen Auswirkungen erwähnt, welche im Alter Krankheit und Pflegebedürftigkeit wahrscheinlicher werden lassen. Unter Massnahmen für die laufende Legislatur heisst es, dass „alternative Methoden zur Finanzierung der Pflege geprüft werden“.

Der Trend des demografischen Wandels wird bestätigt durch die jüngste Statistik „Bevölkerungsstruktur“, gerade wenn man die Altersstruktur der Bevölkerung zwischen 1990 und 2015 vergleicht. Während dieser Zeitspanne erhöhte sich der Bevölkerungsanteil der über 50-jährigen von 23 Prozent auf knapp 40 Prozent. Dieser markante Anstieg wird durch alle Statistiken bestätigt, für Liechtenstein wird sogar von einem gewissen „Nachholbedarf“ gesprochen. Die heute auf den ersten Blick und im Vergleich mit den Nachbarländern noch „vorteilhafte“ Altersstruktur wird sich in den nächsten Jahren umso drastischer verschärfen, was die zeitliche Dringlichkeit zur Einführung von Massnahmen erhöht.

Nach der Diskussion zum Thema „Braucht es in Liechtenstein eine Pflegeversicherung?“, eine Aktuelle Stunde der FBP vom 9. April 2014, schlägt die themengebende Fraktion der Freien Liste auch diesem Landtag in seiner neuen Zusammensetzung eine Aktuelle Stunde zu einem ähnlichen Thema vor, nämlich die Finanzierung der Alterspflege.

Gegenstand der Diskussionen in dieser Aktuellen Stunde sollen sein

a) Die Haltung des Landtags zu den Ergebnissen der erwähnten Studie „Finanzierung der Alterspflege“

b) Eine Diskussion oder ein Meinungsaustausch zu den Kernpunkten eines Finanzierungsmodells wie

I. Einführung einer neuen „Säule“ für den Pflegebereich oder die Integration in eine der bestehenden „Säulen“ (AHV / PK / private Vorsorge)

II. Wie soll das Verhältnis von Eigenverantwortung zu Solidarität ausgestaltet sein?

Ein Resultat dieser Aktuellen Stunde könnte aus Sicht der vorschlagenden Fraktion der Freien Liste sein, dass der Landtag in der Folge einen überparteilichen Vorstoss in Form eines Postulates oder einer Motion zu Handen der Regierung ausarbeitet, so dass die Regierung mit dem zusammengefassten Input des Landtags die Massnahme „alternative Methoden zur Finanzierung der Pflege werden geprüft“ noch in dieser Legislaturperiode vorantreibt, ja dem Landtag einen abschliessenden Bericht und Antrag vorlegt.

Fraktion der Freien Liste, 26. September 2017

Juni-Landtagssitzung: Fortsetzung um 9 Uhr mit Tr. 29

Die Landtagssitzung ist geschlossen und wird am Freitag, 8. Juni, um 9 Uhr mit Traktandum 29 fortgesetzt.

49. Sitzung der Internationalen Parlamentarischen Bodensee-Konferenz

Herbstkonferenz der IPBKHerbstkonferenz der IPBK

Mit der Herbstkonferenz vom 20. Oktober wurde im Kommod in Ruggell das Vorsitzjahr Liechtensteins in der Internationalen Parlamentarischen Bodensee-Konferenz im Rahmen der 49. Sitzung abgeschlossen.

Ruggell/Vaduz. – Nach der Frühjahrskonferenz im Mai, die im Plenarsaal des Landtags abgehalten wurde, tagten mehr als 30 Vertreter der Mitgliedsländer beziehungsweise Mitgliedskantone der Internationalen Parlamentarischen Bodensee-Konferenz (IPBK) am Freitag, dem 20.Oktober, im Hotel Kommod in Ruggell. Landtagspräsident Albert Frick, Leiter der gastgebenden liechtensteinischen Delegation, hatte auch an der Herbstkonferenz den Vorsitz inne und leitete die Sitzung. Nach der Eröffnung der Sitzung durch Albert Frick stellte Projektleiter Peter Beck von der Stiftung Zukunft.li die Studie „Finanzierung der Alterspflege – Handlungsbedarf und Lösungsansätze“ vor.

Im Anschluss folgte eine Berichterstattung seitens der Internationalen Bodensee-Konferenz (IBK), deren Vorsitz in diesem Jahr ebenfalls Liechtenstein innehat, durch IBK-Geschäftsführer Klaus-Dieter Schnell und Ruth Haefelin, Mitarbeiterin der Stabsstelle Regierungssekretär. Nachdem im vergangenen Jahr das Statut der IPBK revidiert wurde und im Frühjahr die Arbeitsgruppen „Verkehr“ und „Fluglärm“ geschaffen wurden, erstatteten diese in der Herbsttagung Bericht.

Vonseiten des Steuerungsausschusses berichteten Albert Frick zum Thema der einheitlichen Funkfrequenz für die Schifffahrt auf dem Bodensee und die Zürcher Kantonsratspräsidentin Karin Egli-Zimmermann über die Überarbeitung der Homepage.

Zum Schluss der Sitzung überreichte Albert Frick traditionell die Glocke für den IPBK-Vorsitz an den Schaffhauser Kantonsrat Markus Müller, der diese für den Gastgeber im Jahr 2018, den Kanton Schaffhausen, entgegennahm.

Die Teilnehmer der Herbsttagung lobten und bedankten sich für die hervorragend organisierten und durchgeführten Konferenzen im liechtensteinischen Vorsitzjahr.

Im Rahmen der zweitägigen Konferenz in Liechtenstein besuchten die Teilnehmer die Kaiser AG in Schaanwald und das „Haus St. Martin“ der Liechtensteinischen Alters- und Krankenhilfe in Eschen. (pd)

137. Versammlung der Interparlamentarischen Union in St. Petersburg (Russland)

Bild Pressemitteilung

Die 137. Sitzung der Interparlamentarischen Union fand vom 14. – 18. Oktober 2017 in St. Petersburg statt.

Als Weltorganisation der nationalen Parlamente ist die IPU, welche auf globaler Ebene die nationalen Parlamente versammelt, mit ihren rund 180 Staaten eine gewichtige Organisation. Entsprechend sieht sich die IPU als jene Organisation, welche die Stimme der Parlamente in die Debatten und Entscheidungsfindungsprozesse innerhalb der Organisationen der Vereinten Nationen einbringen kann und welche dazu berufen ist, die Demokratielücke in den internationalen Beziehungen zu überbrücken.

Die Hauptthemen waren u.a. die Flüchtlingskrise der Rohingyas in Myanmar sowie die politischen und humanitären Probleme in Venezuela. Ausserdem wurde Frau Gabriela Cuevas Barrón aus Mexiko als neue Präsidentin gewählt. Nicht zuletzt ergibt sich durch diese Organisation eine aktive Austausch- und Netzwerkplattform auch für bilaterale Themen unter den Mitgliedern.

Liechtenstein war durch die Abgeordneten Mario Wohlwend und Johannes Hasler sowie die Delegationssekretärin Gabriele Wachter vertreten.

Aussenpolitische Kommission zu Besuch in Brüssel

Die Mitglieder der APK bei ihrem Besuch in der liechtensteinischen Mission in Brüssel.

Parlamentsdienst – Am 16. und 17. November befand sich die Aussenpolitische Kommission des Landtags (vertreten durch Landtagspräsident Albert Frick, die Abgeordneten Eugen Nägele, Manfred Kaufmann, Thomas Lageder und Jürgen Beck sowie Sandra Gerber-Leuenberger vom Parlamentsdienst) auf einem Arbeitsbesuch in Brüssel. Die liechtensteinische Delegation wurde dabei von der Ständigen Mission in Brüssel insbesondere durch Botschafterin Sabine Monauni betreut.

Während des zweitägigen Aufenthalts in Brüssel standen Treffen mit Vertretern verschiedener europäischer Institutionen auf dem Programm. «Liechtensteins Mitgliedschaft im EWR kann durchaus als Erfolgsmodell bezeichnet werden. So gilt es weiterhin, die Entwicklung in Europa zu beobachten und die liechtensteinischen Interessen bei der Europäischen Union wahrzunehmen», so der Landtagspräsident anlässlich des Besuchs in Brüssel. Ebenso erhielten die Mitglieder der Aussenpolitischen Kommission einen vertieften Einblick in die Arbeit der liechtensteinischen Mission in Brüssel welche vielfältige Aufgaben und Herausforderungen zu bewältigen hat. 

Beim Treffen im Sekretariat des Financial Mechanism Office wurde die Aussenpolitische Kommission über den EWR-Finanzierungsmechanismus informiert. Dieser Solidaritätsbeitrag stellt den gemeinsamen Beitrag Islands, Norwegens und Liechtensteins zur Verringerung des wirtschaftlichen und sozialen Ungleichgewichts innerhalb von Europa dar. Für die Periode von 2014 bis 2021 beträgt Liechtensteins Beitrag am EWR-Finanzierungsmechanismus voraussichtlich 2,34 Millionen Euro pro Jahr, was rund ein Prozent des Gesamtbetrags ausmacht. 

Ebenfalls auf dem Programm stand ein Treffen bei der EFTA-Überwachungsbehörde. Die Kommission wurde von Präsident Sven Erik Svedman sowie von den Kollegiumsmitgliedern Helga Jonsdottir und Frank Büchel empfangen. Die EFTA-Überwachungsbehörde überwacht die Umsetzung und Anwendung von EWR-Recht in Island, Norwegen und Liechtenstein. 

Ein weiteres Treffen fand im EFTA-Sekretariat statt, wo die Delegation vom Beigeordneten-Generalsekretär Georges Baur empfangen wurde. Auch auf dem Programm stand ein Austausch mit dem Center for European Policy Studies. Die Mitglieder der Aussenpolitischen Kommission nutzten die Gelegenheit, Näheres zu den Entwicklungen in Europa und dem Brexit zu erfahren.

Landesausschuss bestellt

Landesausschuss

Landtagseröffnung am 25. Januar 2018

Die Landtagseröffnung findet dieses Jahr am 25. Januar statt. S.D. Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein wird um 10:00 Uhr seine Thronrede im Landtagssaal halten. Im Anschluss daran erfolgt die Ansprache des Alterspräsidenten Albert Frick. Anschliessend an die Eröffnungsreden finden verschiedene Wahlen statt. Die Eröffnungssitzung wird live (in Bild und Ton) auf der Homepage des Landtages und im Landeskanal übertragen.

Das traditionelle Heiliggeistamt, zu der auch die Öffentlichkeit eingeladen ist, beginnt um 9:00 Uhr in der Kathedrale Vaduz. 

IKRK-Präsident Peter Maurer besucht den Landtag

IKRK GruppenbildPeter Maurer und Albert Frick

Ansprache des Alterspräsidenten Albert Frick anlässlich der Landtagseröffnung 2018

Es gilt das gesprochene Wort!


ANSPRACHE

DES ALTERSPRÄSIDENTEN ALBERT FRICK

ANLÄSSLICH DER LANDTAGSERÖFFNUNG 2018

Rede Albert Frick zur Landtagseröffnung 2018

Durchlauchter Erbprinz
Sehr geehrte Mitglieder des Landtages

Mit der heutigen Landtagseröffnung steigen wir in das zweite Jahr der laufenden Legislaturperiode ein. Vorab danke ich Ihnen, Durchlauchter Erbprinz, für die wegweisenden Worte, die Sie an uns gerichtet haben.

Nach Jahren des Sanierens und Stabilisierens sind die Erwartungen an die Politik gestiegen. Die Rahmenbedingungen sind vielversprechend. Aufgrund der Wirtschaftslage darf mit guten Steuereinnahmen gerechnet werden. Auch die Finanzanlagen versprechen komfortable Zugewinne. Unser Land ist schuldenfrei und die Staatsreserven bewegen sich auf Rekordhöhe zu. Auch ist es uns im Gegensatz zu anderen Staaten gelungen, bedeutende Sozialwerke zu reformieren und sie für die Zukunft fitter zu machen.

Nach der Phase des Stabilisierens können wir uns nun einer Phase des Gestaltens zuwenden. Gestaltende Politik muss es sich selbstverständlich weiterhin zur Aufgabe machen, die Errungenschaften unseres Staatswesens zu erhalten und zu sichern. Sie muss aber auch die Kraft aufbringen, visionäre Projekte zu entwickeln und diese dem Volk verständlich zu machen. Dabei soll sie mit Selbstbewusstsein auftreten und nicht vor jedem Gegenwind kapitulieren.

In den verschiedenen innenpolitisch relevanten Gesellschaftsbereichen warten viele Herausforderungen, aber auch Potenziale auf uns. Wir wollen unsere Politik so gestalten, dass die Menschen sich glücklich fühlen dürfen, ihren Lebensmittelpunkt hier im Lande zu haben. Im Bereich der Aussenpolitik zeigt die graue Liste der EU einmal mehr, dass wir unerwartet von fragwürdigen Massnahmen betroffen sein können und wie wichtig eine aktive Diplomatie ist. Wir können uns nicht genug Freunde und Verbündete schaffen.

Geschätzte Damen und Herren

Das zweite Jahr gilt in unserer parlamentarischen Arbeit erfahrungsgemäss als ein gutes Jahr. Zum einen haben die erstmals gewählten Abgeordneten die Einführungsphase hinter sich und sind mit der parlamentarischen Arbeit bestens vertraut. Zum anderen ist die im Allgemeinen weniger ergiebige Vorwahlzeit noch weit entfernt. Wir haben im heute beginnenden Parlamentsjahr also die Chance, dem uns übertragenen Auftrag in effizienter Weise nachzukommen. Eine erspriessliche Zusammenarbeit zwischen Landtag und Regierung dürfte dabei der wichtigste Erfolgsgarant sein. Die Auftragsvorgabe liefert uns Parlamentariern Art. 54 der Verfassung. Wir haben gelobt, die Staatsverfassung und die bestehenden Gesetze zu halten und in dem Landtage das Wohl des Vaterlandes ohne Nebenrücksichten nach bestem Wissen und Gewissen zu fördern. Der Einschub „ohne Nebenrücksichten“ ist eine besonders anspruchsvolle Vorgabe.

Für alle an der Landtagsarbeit interessierten Mitbürgerinnen und Mitbürger – und das sind glücklicherweise nicht wenige im Land – können wir eine neue Dienstleistung anbieten: Das Videoarchiv der Landtagssitzungen. Auf unserer Homepage können im Nachgang der Sitzungen jedes gewünschte Traktandum und jedes gewünschte Votum einzeln abgerufen und in Bild und Ton nachkonsumiert werden. Diese Dienstleistung steht jederzeit zur Verfügung und stellt für die Einwohnerschaft bezüglich objektiver Information über das Landtagsgeschehen einen grossen Fortschritt dar.

Nach dem erfolgreichen Vorsitzjahr in der Internationalen Parlamentarischen Bodensee-Konferenz werden wir vom 19. bis 21. September dieses Jahres erneut eine bedeutende Gastgeberrolle einnehmen. Der Landtag wird, wie schon vor 10 Jahren, die Konferenz der Parlamentspräsidenten der Europäischen Kleinstaaten ausrichten. Analog zu den Sportspielen sind die Begegnung und der Austausch unter uns Kleinstaaten auch auf politischerer Ebene eine langjährige und geschätzte Tradition.

Durchlaucht, sehr geehrte Frauen und Herren Abgeordnete

Wir befinden uns im Jahr 299 des Fürstentums Liechtenstein. Unser runder Geburtstag und die damit verbundenen Feierlichkeiten rücken näher. Mit fruchtbarer Zusammenarbeit wollen wir im Landtag dazu Sorge tragen, dass sich unser Staatswesen im kommenden Jubiläumsjahr in Bestform präsentieren kann.

Ich freue mich auf das gemeinsame Wirken im Dienste von Land und Leuten und wünsche Ihnen in Ihrer verantwortungsvollen Tätigkeit viel Erfolg und Gottes Segen.

17. Wintertagung der Parlamentarischen Versammlung der OSZE

Wintertagung der OSZE PV.jpg

Am 22. und 23. Februar 2018 fand die 17. Wintertagung der Parlamentarischen Versammlung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in Wien statt. Liechtenstein wurde durch den Abgeordneten Günter Vogt als Delegationsleiter und die stellvertretende Abgeordnete Helen Konzett sowie die Delegationssekretärin Sandra Gerber-Leuenberger vertreten. Rund 240 Parlamentarier aus 53 der 57 OSZE Teilnehmerstaaten nahmen an der zweitägigen Konferenz in der Wiener Hofburg teil.

An der Eröffnungssitzung sprachen der OSZE PV Präsident George Tsereteli, der italienische Staatssekretär für auswärtige Angelegenheiten und internationale Zusammenarbeit Vincenzo Amendola und der OSZE-Generalsekretär Thomas Greminger. In seinen Ausführungen sagte Staatssekretär Amendola, der den italienischen Vorsitz der OSZE vertrat, dass die wichtigste Herausforderung für die OSZE darin bestehe, eine Lösung für die Krise in und um die Ukraine zu finden, und dass Italien auch sein Engagement bekräftigt, eine Lösung für alle langwierigen Konflikte in Transnistrien, Georgien und Bergkarabach zu finden. OSZE-Generalsekretär Greminger führte aus, dass die OSZE mehr denn je gebraucht werde, um Ländern beim Wiederaufbau des Vertrauens und der Förderung der Zusammenarbeit zu helfen. Gerade die Parlamentarier spielten eine Schlüsselrolle bei der Wiederherstellung des Vertrauens. Auch sehe er einen grösseren Spielraum für die Zusammenarbeit mit der Parlamentarischen Versammlung.

Zusammenarbeit der Kleinstaaten

I.D. Botschafterin Maria-Pia Kothbauer nutzte die Gelegenheit und lud die Vertreter der Kleinstaaten zu einem gemeinsamen Arbeitslunch ein. Die Parlamentarier aus Andorra, San Marino und Liechtenstein diskutierten über Chancen und Herausforderungen eines Kleinstaats in der Aussenpolitik sowie über Möglichkeiten ihre Zusammenarbeit in der Parlamentarischen Versammlung der OSZE zu intensivieren. «Das Gespräch zeigte, dass die Kleinstaaten zwar vor verschiedenen Herausforderungen stehen, es aber gemeinsame Interessen gibt und ein regelmässiger Austausch zu einer besseren Zusammenarbeit beitragen kann» so der Abgeordnete Vogt nach dem Treffen.

Sitzungen der drei Allgemeinen Ausschüsse

An den Sitzungen der drei Ausschüsse wurden Debatten über aktuelle Themen geführt. Der Ausschuss für politische Angelegenheiten und Sicherheit diskutierte zum Thema «Rüstungskontrolle, Abrüstung und Nichtverbreitung: Herausforderungen und Chancen für den OSZE-Raum». Der Ausschuss für Demokratie, Menschenrechte und humanitäre Fragen führte eine Debatte zum Thema «Aufrechterhaltung der Demokratie im Zeitalter von Fake News», während der Ausschuss für Wirtschaft, Wissenschaft, Technologie und Umwelt eine Debatte zum Thema «Klimakrise: Entwicklung langfristiger Strategien zur Bewältigung des Klimawandels und seiner globalen Folgen» führte.

Aktuelle Stunde im März-Landtag: Hin zu einer tragfähigen Verkehrslösung im Liechtensteiner Unterland!

Die Thematik der Verkehrslösung Unterland stellt eines der wichtigsten Themen unseres Landes für die Zukunft dar. Langatmige Ausführungen zur Wichtigkeit des Themas „Verkehr“ müssen nicht gemacht werden. Seit Jahrzehnten beschäftigen sich diverse Minister, Regierungen und NGOs der Region mit den damit verbundenen Fragen. Das Thema ist gerade deshalb so zentral, weil es auf verschiedene andere Lebensbereiche wie Wirtschaft, Umwelt, Raumordnung und Siedlungsplanung und letztlich auf die Lebensqualität der Menschen enormen Einfluss hat.

Die umfassende Postulats-Beantwortung 97/2013 mit dem Titel „Grenzüberschreitende Probleme gemeinsam lösen“ gibt einen Überblick über die verschiedensten Akteure, welche sich in irgendeiner Form mit diesem grenzüberschreitenden Problem auseinandersetzen. Sie gibt auch einen Überblick über laufende Massnahmen oder angedachte Optionen (Stand 2013).

Seither nimmt eine Entwicklung ihren ungebrochenen Lauf, ohne dass in Liechtenstein auch nur eine einzige strategische Entscheidung getroffen wurde. Auch im aktuellen Regierungsprogramm werden für die Verkehrslösung im Liechtensteiner Unterland weder Lösungsperspektiven aufgezeigt noch strategische Aussagen gemacht. Es wird lediglich ein weiteres Verkehrsentwicklungskonzept genannt, welches momentan von den Unterländer Gemeindevorstehern, dem Vorsteher von Schaan sowie von der Regierung ausgearbeitet wird. Um uns herum werden hingegen immer mehr Fakten geschaffen, sei dies im Bereich des Bahn-Nahverkehrs, sei es mit dem Stadttunnelprojekt in Feldkirch oder mit der Autobahn-Verbindung S18. Nur Liechtenstein scheint zu keinen Entscheidungen zu gelangen.

Das Thema brennt Vielen unter den Nägeln, die Haltung des Liechtensteiner Landtags ist gefragt. Aus diesen Gründen schlägt die themengebende Fraktion der Freien Liste dem Landtag eine Aktuelle Stunde vor zum Thema „Hin zu einer tragfähigen Verkehrslösung für das Liechtensteiner Unterland!“

Gegenstand der Diskussionen in dieser Aktuellen Stunde sollen sein:

  1. Die Haltung des Landtags zu den in der Region laufenden Umsetzungen in Sachen Verkehrsentwicklung und deren Auswirkungen auf das Liechtensteiner Unterland;
  2. Die Haltung des Landtags zu strategischen verkehrspolitischen Entscheiden in Liechtenstein;
  3. Die Haltung des Landtags zu einem Gesamtkonzept für das Dreiländer-Eck Schweiz – Österreich – Liechtenstein, also einem überregionalen Planungsansatz, der die Auswirkungen auf die gesamte Region objektiv berücksichtigt.

Ein Resultat dieser Aktuellen Stunde könnte aus Sicht der vorschlagenden Fraktion der Freien Liste sein, dass der Landtag seinem strategischen Auftrag nachkommt und in dieser Angelegenheit aktiv wird.

Fraktion der Freien Liste, 20. März 2018

Grossrat des Kantons Aargau besucht den Landtag

Das Präsidium des Grossen Rates von Aargau und das Präsidium des Liechtensteiner Landtags

Das Präsidium des Grossen Rates des Kantons Aargau weilte gestern Mittwoch, dem 25. April auf Einladung des Landtagspräsidiums in Liechtenstein. Nach der Begrüssung durch Landtagspräsident Albert Frick und einem Rundgang durch das Landtagsgebäude tauschten sich die Delegationen zu aktuellen politischen Themen aus. Das Programm wurde unter anderem durch eine Besichtigung der Hilti AG und des Kunstmuseums abgerundet.

Vonseiten des Grossen Rats des Kantons Aargau nahmen teil: Grossratspräsident Bernhard Scholl, Renata Siegrist-Bachmann, Vizepräsidentin 1, Kathrin Scholl-Debrunner, SP-Co-Fraktionspräsidentin, Antoinette Eckert, Vertreterin der FDP-Fraktion, Peter Voser CVP-Fraktionspräsident, Robert Obrist, Grüne-Fraktionspräsident, Urs Plüss, Mitglied der EVP-BDP-Fraktion, Barbara Portmann-Müller, GLP-Fraktionspräsidentin, Rahel Ommerli-Peyer, Leiterin des Parlamentsdienstes, und Peter Zingg, stv. Leiter des Parlamentsdienstes.

Der Landtag wurde durch das Landtagspräsidium vertreten: Landtagspräsident Albert Frick, Landtagsvizepräsidentin Gunilla Marxer-Kranz, die Abgeordneten Georg Kaufmann, Daniel Oehry, Harry Quaderer und Günter Vogt sowie Landtagssekretär Josef Hilti.

Europarat tagt in Strassburg

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Vom 23. bis 27. April fand die Frühjahrssession der Parlamentarischen Versammlung des Europarats statt. Liechtenstein wurde durch die Landtagsabgeordneten Susanne Eberle-Strub als Delegationsleiterin und Christoph Wenaweser vertreten. Die Session war geprägt von der Veröffentlichung eines Berichts über Korruptionsvorwürfe in der Versammlung.

Am Vorabend der Frühjahrssession der Parlamentarischen Versammlung des Europarats wurde der Untersuchungsbericht veröffentlicht. Die Untersuchungskommission aus drei hochrangigen ehemaligen Richtern, kommt zum Schluss, dass es einen starken Verdacht gibt, dass sich einige aktive und ehemalige Mitglieder der Versammlung korrupten Aktivitäten hingegeben hätten. Es werden mehr als ein Dutzend Parlamentarier aus verschiedenen Mitgliedsländern genannt, die gegen die Verhaltensregeln und die Ethikstandards des Europarats verstossen haben sollen. Die Mitglieder stehen im Verdacht, Bestechungsgelder und andere Zuwendungen aus Aserbaidschan angenommen zu haben. Dadurch gelang es Aserbaidschan kritische Berichte über Wahlen oder die Menschenrechtslage im eigenen Land zu verhindern. Die im Bericht enthaltenen Vorwürfe reichen in die höchsten Gremien der Parlamentarischen Versammlung. Auch der ehemalige spanische Präsident der Versammlung, Pedro Agramunt, wird der Korruption verdächtigt. Agramunt versuchte während seiner Amtszeit die Aufklärung des Korruptionsskandals zu verhindern. Er ist im Oktober 2017 von seinem Amt als Präsident zurückgetreten.

Im Rahmen einer Dringlichkeitsdebatte diskutierte die Versammlung den Untersuchungsbericht und verabschiedete eine Entschliessung. Auch die liechtensteinische Delegation unterstützte die Entschliessung in welcher u.a. sämtliche nationalen Parlamente und Regierungen aufgerufen werden den Bericht zu prüfen und gegebenenfalls Massnahmen zu ergreifen. Ebenfalls soll der Geschäftsordnungsausschuss der Versammlung notwendige Anpassungen an der Geschäftsordnung sowie an dem Verhaltenskodex der Versammlung vornehmen.

Bereits am Tag nach der Veröffentlichung des Berichts beschloss das Präsidium der Versammlung die aktiven und ehemaligen Mitglieder der Versammlung, deren Verhalten von der Untersuchungskommission als unethisch oder gegen den Verhaltenskodex der Versammlung verstossend befunden wurde oder die sich geweigert haben, mit der Untersuchungskommission zusammenzuarbeiten, aufzufordern, alle ihre Tätigkeiten innerhalb der Versammlung mit sofortiger Wirkung einzustellen. 

Hohe Stimmbeteiligung Liechtensteins im Jahr 2017

Die kürzlich veröffentlichte Statistik über die Anwesenheiten der nationalen Delegationen im Jahr 2017 zeigt, dass Liechtenstein mit seinen zwei ordentlichen Mitgliedern bei etwas mehr als 92 Prozent aller Abstimmungen im Plenum teilgenommen hat und somit die Rangliste aller 47 Mitgliedsstaaten anführt. Damit stehen die Abgeordneten Eberle-Strub und Wenaweser vor der sechsköpfigen Schweizer Delegation mit einer Teilnahme an 87 Prozent aller Abstimmungen und vor Schweden (ebenfalls mit sechs Mitgliedern) mit 84 Prozent. 

Internationale Parlamentarische Bodensee-Konferenz tagte in Schaffhausen

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Der Kanton Schaffhausen ist dieses Jahr Gastgeber der Internationalen Parlamentarischen Bodensee-Konferenz (IPBK). Am 13. April fand die Frühjahrstagung, die 50. Sitzung der IPBK, im Kantonsratssaal Schaffhausen statt. Der Landtag war durch Landtagspräsident Albert Frick, Violanda Lanter-Koller und Ado Vogt vertreten.

Schaffhausens Kantonsratspräsident Walter Hotz begrüsste die Teilnehmer und eröffnete die IPBK-Frühjahrskonferenz, um dann das Wort und die Leitung der Konferenz an den Vorsitzenden der IPBK, Kantonsrat Markus Müller, zu übergeben.

Zum Impulsthema „Revitalisierung von Grenzgewässern“ sprachen der ehemalige Schaffhauser Stadtforstmeister Dr. Walter Vogelsanger und der ehemalige Kantonsingenieur St. Gallens und jetziges Mitglied der Gemeinsamen Rheinkommission (GRK), Urs Kost. Bereits am Vortag zeigte Walter Vogelsanger den Parlamentariern eindrücklich mit einer Schifffahrt die renaturierten Rheinufer vom Kraftwerk Schaffhausen bis nach Diessenhofen.

Anschliessend begrüsste Regierungspräsident Christian Amsler die Teilnehmer aller zehn anwesenden Länder beziehungsweise Kantone und stellte den Kanton Schaffhausen vor. Er wies auf die Bedeutung der IPBK wie auch der Bodensee-Konferenz (IBK) auf Regierungsebene hin und schloss sich dem Wunsch des Vorsitzenden für eine bessere Zusammenarbeit der beiden Gremien an.

Dr. Stefan Bilger, Staatsschreiber Kanton Schaffhausen und Vorsitzender des ständigen Ausschusses der IBK, erläuterte das neue Leitbild und die Strategie der IBK. Er kündigte an, dass mit der IPBK eine Vereinbarung getroffen werden solle für eine bessere gegenseitige Information und Zusammenarbeit. Die IPBK drängt seit Längerem darauf, aus der Überzeugung heraus, dass nur mit einer engen und offenen Zusammenarbeit von Regierungs- und Parlamentsgremien die gesetzten Ziele erreicht werden können.   Der Schaffhauser Stadtpräsident Peter Neukomm berichtete aus dem Internationalen Städtebund Bodensee, mit dem traditionell eine enge Zusammenarbeit besteht.

Walter Freund, Kantonsrat St. Gallen, berichtete aus der Arbeitsgruppe Gesamtverkehrskonzept und Markus Müller, Kantonsrat Schaffhausen, aus der Arbeitsgruppe Flughafen Zürich / Fluglärm. Weiter wurde die Thematik Funkfrequenz für die Schifffahrt auf dem Bodensee und Schadstoffausstoss der internationalen Bodensee- und Rheinschifffahrt diskutiert. Neue mögliche Themenkreise wurden genannt.

Schliesslich wurde die Teilrevision des Statuts der IPBK betreffend Vertraulichkeit der Arbeitsgruppensitzungen beschlossen.

Sitzungsdaten des Landtages für das Jahr 2019

Ansprache des Landtagspräsidenten Albert Frick anlässlich des Staatsfeiertages 2018

Es gilt das gesprochene Wort.

Durchlauchter Landesfürst
Durchlauchte Landesfürstin
Durchlauchter Erbprinz
Königliche Hoheit
Durchlauchten
Geschätzte Mitglieder von Regierung und Landtag
Exzellenzen
Liebe Liechtensteinerinnen, liebe Liechtensteiner
Liebe Gäste

Es ist wieder Fürstenfest. Wie immer, wenn sich der Hochsommer zu Ende neigt und sich der Himmel in einem besonders intensiven Blau zu zeigen beginnt. So wie das Blau in den Landesflaggen, die auch heute wieder zu Tausenden unsere Häuser und Strassen schmücken. Die zur Verfügung gestellten Plätze für das Zusammensein im Rosengarten waren wiederum im Nu vergeben. Das zeigt die Beliebtheit des Fürstenfestes und die Verbundenheit der Bevölkerung mit unserer Heimat.

Vorab möchte ich Ihnen, Durchlauchter Erbprinz, für Ihre wegweisenden Worte danken. Ich habe nun schon einige Jahre die Ehre, mit Ihnen zusammenzuarbeiten, und darf dankbar feststellen, dass Sie bei der Wahrnehmung der fürstlichen Hoheitsrechte stets das eine Ziel verfolgen, vorausschauend Gutes für das Land zu bewirken. Sie durften diesen Sommer gleich zwei Mal feiern. Zum einen Ihren 50. Geburtstag und zum anderen zusammen mit Ihrer Königlichen Hoheit, Erbprinzessin Sophie, das Fest der Silberhochzeit. Im Namen der liechtensteinischen Bevölkerung darf ich Ihnen dazu von Herzen gratulieren. Ich danke Ihnen beiden für Ihren grossen Einsatz für Land und Leute und für Ihre hochgeschätzte Verbundenheit mit den Menschen im Lande.

In welchem Ausmass Ihre Worte wegweisend sein können, Durchlauchter Erbprinz, haben uns die vergangenen Jahre gezeigt. Ihre deutliche Aufforderung, unsere Sozialwerke zu reformieren, blieb nicht ungehört und hat uns gegenüber anderen Staaten in eine vorteilhaftere Lage gebracht. Erst kürzlich wurde in einem Nachbarstaat die Befürchtung geäussert, dass, wenn nicht schnell etwas passiere, die Renten nicht mehr zum Leben reichen werden und grosse Teile der Bevölkerung von Ergänzungsleistungen abhängig sein werden. Auch wenn in dieser Einschätzung etwas Schwarzmalerei mitspielen mag, dürfen wir uns doch glücklich schätzen, dass wir bezüglich der Sicherung der Sozialwerke einen guten Schritt weiter sind. Und so wird es auch in Zukunft ratsam sein, vorausschauend und abseits von eingefahrenen Gleisen Denkanstösse zu vermitteln.

 

Meine Damen und Herren,

Nach Jahren des Sparens zeigt sich unser Staatshaushalt wieder im Gleichgewicht und einträgliche Entwicklungen der Finanzmärkte erlauben es uns gar, unser Staatsvermögen beträchtlich zu erhöhen. Das mag auf den ersten Blick euphorisch stimmen und könnte zu Leichtsinn verführen. Eine vertiefte Analyse unserer Finanzlage lohnt sich aber. Wir leben in einer Zeit der absoluten Hochkonjunktur, der Weltwirtschaftsmotor läuft auf Höchsttouren und wir dürfen von Vollbeschäftigung reden.

Wenn zu solchen Zeiten, die wirtschaftlich eigentlich nicht mehr besser sein können, die Betriebsrechnung des Staates gerade ein knappes Plus von 11 Millionen Franken ausweist, d.h. ein Plus von weniger als 1 ½ Prozent, so lässt es sich unschwer erahnen, wie diese Rechnung zu Zeiten einer zukünftigen Wirtschaftskrise aussehen wird. Wirtschaftskrisen gehorchen zuverlässig einem ungeschriebenen Gesetz: Sie kommen immer wieder und sie sind in aller Regel von Verlusten auf den Finanzmärkten begleitet. Es ist daher ratsam, sich mit dem Szenario Krisenzeit auseinanderzusetzen und nach Jahren des Sparens allenfalls auch einmal einen Blick auf die Einnahmenseite des Staates zu werfen.

Mit gleich vielen Arbeitsplätzen wie Einwohnern hat unser Land in kurzer Zeit eine einzigartige wirtschaftliche Expansion erlebt. Knapp 10‘000 zusätzliche Arbeitsplätze in nur 15 Jahren sprechen eine deutliche Sprache für die jüngste Entwicklung des Wirtschaftsstandorts. Die Wirtschaft boomt wie nie zuvor. Was bedeutet diese Expansion für Land und Leute? Hat der Staat eine entsprechend ausgeweitete Handlungsfähigkeit erlangt? Sind Löhne und Sozialleistungen entsprechend gestiegen? In welchem Ausmass ist der Wirtschaftsboom für untere Einkommensschichten und für den Mittelstand spürbar?

Wenn wir auch noch in Betracht ziehen, dass unser Land keine Ausgaben für die Landesverteidigung tätigen muss. Eine Ausgabenposition, die die meisten anderen Staatsbudgets in hohem Ausmass belastet. Und wenn wir in Betracht ziehen, dass unser Infrastrukturbudget in sehr viel geringerem Ausmass oder gar nicht durch Schienennetze, Autobahnen, Flugplätze, Tunnels, Metros und anderes belastet wird. Um dies an einem Beispiel festzumachen: Alleine mit den für das NEAT-Projekt am Gotthard angefallenen Kosten könnte unser Land bis ins Jahr 2046 sämtliche seiner Ausgaben bestreiten.

Wenn man das alles in Betracht zieht, so müssten bei uns gerade zu Zeiten eines Wirtschaftswunders genügend Mittel vorhanden sein, um Sozialwesen, Alterspflege, Gesundheitswesen, Kultur- und Sportförderung und anderes auf hohem Niveau sicherstellen zu können. Und es muss möglich sein, die das Bildungswesen destabilisierenden finanziellen Reduktionen zu korrigieren.

 

Meine Damen und Herren,

Diese Sichtweisen mögen zum Nachdenken anregen. Lassen Sie mich an dieser Stelle aber betonen, dass wir in Liechtenstein einen ausserordentlich hohen Lebensstandard geniessen und wir es als Privileg erachten dürfen, in diesem Land zu leben.

Als einer der kleinsten Staaten in der internationalen Gemeinschaft ist unser Einfluss auf das Weltgeschehen gering. Handelskriege, Demokratieverluste, Brexit, Migrationsströme und vieles mehr sind durch uns nicht beeinflussbar. Aber wir müssen in der Lage sein, darauf zu reagieren. Dazu müssen wir fähig bleiben, dafür müssen wir immer bereit sein. Und um das zu können, müssen wir unsere Qualitäten, die ich gerne immer wieder erwähne, erhalten und fördern. Wir brauchen ein herausragendes Bildungswesen, bestausgebildete Einwohnerinnen und Einwohner. Wir müssen unserer fleissigen, bildungswilligen Bevölkerung lohnende Perspektiven erhalten. Und: Wir brauchen ein stabiles und verlässliches Staatswesen.

Um all das sicherzustellen, ist die Bündelung unserer Kräfte gefragt. Stärke muss im Lande selbst gedeihen. Unsere Stärke liegt nicht im Gegeneinander, sie liegt im Miteinander. Wir dürfen die Gemeinsamkeit im Denken und Handeln nicht vernachlässigen. Politische Stärke ergibt sich letztlich aus gemeinsam erarbeiteten visionären Handlungen. Unser Staatsfeiertag ist besonders geeignet, dieses Miteinander in Erinnerung zu rufen und zu beleben und damit unser Schicksal und dasjenige unserer Nachkommen in gute Bahnen zu lenken.

 

Liebe Liechtensteinerinnen, liebe Liechtensteiner,

Beim Ringen um gute Lösungen dürfen wir auch auf unsere Herkunft vertrauen. Eine Herkunft, die unsere Gene mit einer besonderen Gabe ausstattet, die Gabe der Bauernschläue. Erinnern Sie sich an die Sage vom Teufelsloch?

Der Belzebub anerbot sich vor vielen Jahren, für einen Unterländer Bauern die Mäh- und Heuarbeit zu erledigen und verlangte als Lohn dessen Seele, wenn die Arbeit vor dem Ave-Maria-Läuten fertig würde. Der schlaue Bauer ging auf den Handel ein, rannte zum Kirchhügel und bat den Pfarrer von Bendern, die Glocke ausnahmsweise eine Stunde früher zu läuten. Und so erklang die liebliche Glocke just zu dem Zeitpunkt, als der Belzebub sich anschickte, das letzte Fuder zu beladen. In seiner Wut schleuderte der vom Bauern Überlistete den Wiesbaum über den Rhein in die gegenüberliegende Felswand. Und durch das dort entstandene riesige Loch im Felsen fällt auch heute noch gelegentlich ein wärmender Sonnenstrahl auf Bendern.

Ja, meine Damen und Herren, diese Bauernschläue wollen wir einsetzen, auf dass auch für uns die Sonne scheinen möge. Ich wünsche Ihnen allen einen wunderschönen Staatsfeiertag. Mögen wir uns freudvoll auf den Festplätzen zu guten Gesprächen begegnen und möge der heutige Festtag mit Glücksgefühlen ausklingen, die uns in den Alltag begleiten.

Ich bedanke mich beim Fürstenhaus für die Einladung zum anschliessenden Beisammensein im Rosengarten. Auch bedanke ich mich bei allen Beteiligten für die Gestaltung und für die musikalische Begleitung dieses Staatsaktes. Wir befinden uns im Jahre 299 des Fürstentums Liechtenstein. 161 Tage trennen uns vom 23. Januar 2019, dem Tag, an dem wir den 300. Geburtstag unseres Staatswesens feierlich begehen wollen. Geniessen wir den heutigen Festtag auch in Vorfreude auf dieses wunderbare Jubiläum. Ich bedanke mich für Ihr zahlreiches Erscheinen und wünsche Ihnen allen Gottes Segen.

Parlamentspräsidenten diskutieren in Vaduz

Konferenz der Parlamentspräsidenten der kleinen Staaten EuropasKonferenz der Parlamentspräsidenten der kleinen Staaten EuropasKonferenz der Parlamentspräsidenten der kleinen Staaten EuropasKonferenz der Parlamentspräsidenten der kleinen Staaten EuropasKonferenz der Parlamentspräsidenten der kleinen Staaten EuropasKonferenz der Parlamentspräsidenten der kleinen Staaten EuropasKonferenz der Parlamentspräsidenten der kleinen Staaten EuropasKonferenz der Parlamentspräsidenten der kleinen Staaten EuropasKonferenz der Parlamentspräsidenten der kleinen Staaten EuropasKonferenz der Parlamentspräsidenten der kleinen Staaten EuropasKonferenz der Parlamentspräsidenten der kleinen Staaten EuropasKonferenz der Parlamentspräsidenten der kleinen Staaten EuropasKonferenz der Parlamentspräsidenten der kleinen Staaten EuropasKonferenz der Parlamentspräsidenten der kleinen Staaten EuropasKonferenz der Parlamentspräsidenten der kleinen Staaten EuropasKonferenz der Parlamentspräsidenten der kleinen Staaten EuropasKonferenz der Parlamentspräsidenten der kleinen Staaten EuropasKonferenz der Parlamentspräsidenten der kleinen Staaten EuropasKonferenz der Parlamentspräsidenten der kleinen Staaten EuropasKonferenz der Parlamentspräsidenten der kleinen Staaten Europas

Vaduz. - Am 20. September 2018 fand die 12. Konferenz der Parlamentspräsidenten der europäischen Kleinstaaten in Vaduz statt. Die Teilnehmerstaaten waren Andorra, Island, Luxemburg, Malta, Monaco, Montenegro, San Marino, Zypern und Liechtenstein.

Die Themen der Konferenz werden jeweils vom Gastgeber festgelegt. Dieses Jahr wurden folgende Themen behandelt:

  • Souveränität von Kleinstaaten: Entstehung und internationale Anerkennung
  • Politische Partizipation: Besondere Herausforderungen im Kleinstaat
  • Internationale Beziehungen und Diplomatie: Strategien und Schwerpunkte

Der erste Themenblock befasste sich mit der Frage der Souveränität von Kleinstaaten; im besonderen Fragen betreffend die Entstehung und internationale Anerkennung von den Kleinstaaten. Der zweite Themenblock beschäftigte sich mit der Frage der politischen Bürgerpartizipation in den Kleinstaaten und der dritte Themenblock drehte sich um die Frage, wie die jeweiligen Kleinstaaten ihre internationalen Beziehungen und Diplomatie konzipiert haben. Dr. Christan Frommelt, Leiter des Liechtenstein-Instituts, hielt zu jedem Themenblock ein kurzes Einleitungsreferat. Anschliessend stellte jeder Präsident im Rahmen einer maximal fünf Minuten dauernden Präsentation die spezifische Situation seines Landes in diesen Bereichen vor.

Am Ende der Konferenz wurden eine Gemeinsame Erklärung verabschiedet. 

Die Konferenz der Parlamentspräsidenten der europäischen Kleinstaaten besteht seit 2006. Liechtenstein war 2008 bereits einmal Austragungsort.

Aktuelle Stunde im Oktober-Landtag: Liechtensteins Aussenbeziehungen: Souveränitätsverlust vs. Souveränitätssicherung

Für Liechtenstein als Kleinstaat sind starke Vernetzungen und gute Beziehungen mit anderen Staaten essentiell. Unser export-orientierter Industriestandort ist davon abhängig, ebenso wie die global tätige liechtensteinische Finanzwirtschaft. Die Einwohner Liechtensteins profitieren ebenso – ihnen steht die Welt offen für Arbeit, Bildung, Beziehungen und Urlaub.

Viele unserer Freiheiten und Möglichkeiten im Ausland werden als gegeben hingenommen. Damit diese Möglichkeiten erhalten bleiben und auch verbessert werden können, muss – gerade in der heutigen Zeit – viel Arbeit sowie Einsatz geleistet und guter Wille gezeigt werden.

In den vergangenen Sitzungen des Landtages standen „aussenpolitische Themen“ immer wieder im Zentrum der Debatten: Die Datenschutzgrund- verordnung, der GRECO Bericht, die Übernahme von EU-Richtlinien in den EWR-Rechtsbestand und in die nationale Gesetzgebung oder der Nachtrags- kredit für Reisespesen des Aussenministeriums, um nur einige zu erwähnen. Dabei sind immer wieder und aus unserer Sicht auch vermehrt ausland- kritische Töne zu hören über die aussenpolitischen Verpflichtungen Liechtensteins, seien sie regional, europaweit oder global. Auch in öffentlichen Meinungsäusserungen mehren sich derartige Stimmen.

In der heutigen «Aktuellen Stunde» möchte deshalb die Fraktion der Freien Liste das Thema «Liechtenstein und die Notwendigkeit seiner Aussenbeziehungen» diskutieren. Betrachten wir das Thema von der Nähe zum Fernen, stellt sich die Situation folgendermassen dar:

Liechtensteins Nachbarn

Mit unseren Nachbarn pflegen wir enge freundschaftliche Beziehungen, verbunden durch die gleiche Sprache, eine ähnliche Geschichte, einen intensiven wirtschaftlichen Austausch, vielfach durch familiäre Beziehungen. Das Land Liechtenstein pflegt aktiv Beziehungen und unterhält wichtige Aussenstellen, zum Beispiel die Botschaften in Bern, Wien und Berlin. Unser Gesetzeswerk baut stark auf österreichischem und schweizerischem Recht auf.

Liechtenstein als Teil Europas

Europa ist wichtigster Absatzmarkt für Produkte, die in Liechtenstein produziert werden. Seit 1995 ist Liechtenstein Mitglied im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR), was den Handel mit und in Europa sehr erleichtert. Dafür verpflichtet sich Liechtenstein zur Übernahme von gesetzlichen Bestimmungen (EU-Richtlinien), die in ganz Europa gelten. Damit sind wir bisher sehr gut gefahren, Liechtenstein, wir alle, haben bisher immer davon profitiert. Liechtenstein ist Mitglied im Europarat und in diversen weiteren europäischen Organisationen und unterhält diplomatische Vertretungen in Brüssel, Genf und Strassburg.

Liechtenstein und die Welt

1990 trat Liechtenstein der UNO als Mitglied bei. Im Rahmen der Internationalen Humanitären Zusammenarbeit und Entwicklung (IHZE) engagiert sich Liechtenstein bei globaler Not- und Wiederaufbauhilfe, internationaler Flüchtlings- und Migrationshilfe sowie bilateraler und multilateraler Entwicklungszusammenarbeit. Liechtenstein war 1975 Gründungsmitglied der OSZE, welche sich heute über die Nordhalbkugel der Erde, von Vancouver bis nach Wladiwostok, erstreckt. Nach den bereits erwähnten Handelspartnern sind die USA wichtigster Handelspartner Liechtensteins, weshalb in Washington eine Botschaft unterhalten wird.

Aus Sicht der Freien Liste sind die sehr guten Liechtensteinischen Aussenbeziehungen das Ergebnis eines jahrzehntelangen Bemühens und Wirkens. Sie sind essentiell für Liechtensteins Wirtschaft und Gesellschaft. In Anbetracht des vermehrt national ausgerichteten Blicks stellen wir folgenden Fragenkatalog zur Diskussion:

  • Welchen Stellenwert misst der Landtag einer aktiven Aussenpolitik zu?
  • In welchen Bereichen, bei welchen Themen sind Korrekturen erwünscht?
  • Muss die Öffentlichkeit noch besser darüber informiert werden, warum diese Engagements für Liechtenstein essentiell sind?
  • Können Kritiker der aktuell gelebten Aussenpolitik Alternativen zu den bestehenden Mitgliedschaften, Verträgen und Beziehungen aufzeigen, und wenn ja, welche Alternativen sind mindestens gleichwertig?
  • Was muss Liechtenstein eine aktive Aussenpolitik wert sein?

Fraktion der Freien Liste

Arbeitsbesuch der Aussenpolitischen Kommission in New York

P9250012P9250033P9250036P9270084P9280098Albert Frick und Friedensnobelpreistraegerin Beatrice FihnAlbert Frick und Heiko Maas

Die Aussenpolitische Kommission des Landtages (vertreten durch Landtagspräsident Albert Frick, die Abgeordneten Manfred Kaufman, Thomas Lageder und Eugen Nägele sowie Gab­riele Wachter vom Parlamentsdienst) weilte vom 24. bis 28. September 2018 zu einem Arbeitsbesuch bei der Ständigen Vertretung des Fürstentums Liechtenstein bei den Verein­ten Nationen in New York. Während des mehrtägigen Aufenthaltes erhielten die Mitglieder vertiefte Einblicke sowohl in die Arbeit und vielfältigen Aufgaben der Mission als auch der Vereinten Nationen. Betreut wurde die Delegation von Botschafter Christian Wenaweser, von seinem Stellvertreter Georg Sparber und von Myriam Oehry.

Im Mittelpunkt der Arbeitswoche stand der Besuch der 73. Session der UNO-Generalversammlung, die unter dem Thema „Making the United Nations relevant to all people: Global leadership and shared responsibili­ties for peaceful, equitable and sustainable societies“ stand. Hier bot sich Gelegenheit, mit führenden Politikerpersönlichkeiten der internationalen Staatengemeinschaft in Kontakt zu kommen. Auch fanden diverse bilaterale Tref­fen statt, so u.a. mit Frau Louise Arbour, Sonderbeauftragte für Migration, Frau Ursula Müller, Assistentin des Generalsekretärs und Koordinatorin für die humanitäre Katastro­phenhilfe, sowie Frau Izumi Nakamitsu, Leiterin des UN-Büros für Abrüstung.

Ebenfalls auf dem Programm stand die Teilnahme an verschiedenen hochrangigen Rahmenmeetings zu Themen, in denen sich Liechtenstein engagiert. Hier konnten sich die Mitglieder der APK aktiv beteiligen und entsprechende Stellungnahmen abgeben.

Offizieller Besuch des Landtagspräsidenten in Oslo

Albert_Frick_und_Ms_Tone_W__Troen.jpgAlbert_Frick_und_Ms_Tone_W__Troen.jpgStortinget_Eroeffnung.jpgStortinget_Eroeffnung.jpgAlbert Frick und Kronprinz Haakon von Norwegen2EEA EFTA Delegation

Landtagspräsident Albert Frick weilte am 9. Oktober 2018 zu einem offiziellen Besuch in Oslo. Auf dem Programm standen nebst dem Empfang durch die Parlamentspräsidentin, Frau Tone W. Trøen, die Begrüssung im Parlament, Treffen mit Mitgliedern der EWR/EFTA-Delegation sowie mit Industrie- und Handelsminister Isaksen. Gegenstand der Gespräche waren u.a. das EWR-Abkommen, die Zusammenarbeit im Rahmen der EFTA sowie BREXIT. Zudem wurde Albert Frick von seiner Königlichen Hoheit Kronprinz Haakon empfangen.

Herbstsession der Parlamentarischen Versammlung des Europarats

Herbstsession der Versammlung des Europarats

Trotz kontroverser Diskussion keine neue Geschäftsordnung für die Versammlung des Europarats 

Strassburg – Vom 8. bis 12. Oktober fand die Herbstsession der Parlamentarischen Versammlung des Europarats in Strassburg statt. Einmal mehr stand die Geschäftsordnung der Versammlung im Mittelpunkt der Debatten. Liechtenstein wurde durch die Abgeordnete Susanne Eberle-Strub als Delegationsleiterin und den Abgeordneten Günter Vogt sowie Sandra Gerber-Leuenberger, Delegationssekretärin, vertreten. 

Nachdem die Versammlung im Laufe des vergangenen Jahres mehrfach über ihre Rolle und Aufgabe reflektiert hatte, hätten die Abgeordneten diese Woche die Stärkung ihrer Entscheidungsverfahren im Hinblick auf Beglaubigungsschreiben nationaler Delegationen und auf die Bestimmungen für Abstimmungen ändern und damit den russischen Abgeordneten die Rückkehr zur Versammlung des Europarats erleichtern sollen. Doch es kam anders. Eigentlich hätten die Kohärenz, die Legitimität und die Effizienz der Entscheidungsverfahren der Versammlung gestärkt werden sollen. Doch am Ende der hitzigen Debatte mit rund 50 Rednern beschloss die Versammlung, den Bericht und den Entschliessungsentwurf – auf Vorschlag der belgischen Berichterstatterin Petra de Sutter – an den Geschäftsordnungsausschuss zurückzuverweisen und zu einem späteren Zeitpunkt wieder in die Plenardebatte aufzunehmen. Eine baldige Rückkehr der russischen Delegation ist damit eher unwahrscheinlich geworden.

Kroatischer Vorsitz

Kroatien hat im Mai dieses Jahres den Vorsitz im Europarat übernommen und wird ihn im November an Finnland übergeben. Als Vorsitzende des Ministerkomitees sprach Marija Pejčinović Burić, stellvertretende Ministerpräsidentin und Ministerin für auswärtige und europäische Angelegenheiten Kroatiens, vor der Versammlung. Sie machte Ausführungen über die jüngsten Aktivitäten während des Vorsitzes. Im Anschluss wollte die Abgeordnete Susanne Eberle-Strub von der Vorsitzenden in Erfahrung bringen wie sie als Vorsitzende des Ministerkomitees die Aufarbeitung der Korruptionsvorwürfe an die Mitglieder der Versammlung beurteile und in welchen Bereichen sie weiteren Handlungsbedarf sehe. Die Vorsitzende führte aus, dass Kroatien alles unternehme um Korruption auf der höchsten politischen Ebene zu bekämpfen.

Aktuelle Themen debattiert

Die Abgeordneten diskutierten auch zu den am 24. Juni 2018 durchgeführten vorgezogenen Parlaments- und Präsidentschaftswahlen in der Türkei. Die Versammlung war mit gut 30 Wahlbeobachtern vor Ort vertreten welche zum Schluss kamen, dass die Wähler zwar eine Wahl hatten, aber die Bedingungen für den Wahlkampf nicht für alle gleich waren. Dies bemängelte auch der Abgeordnete Günter Vogt in seiner Wortmeldung während der Debatte. Weiter führte er aus, dass die 10% Sperrklausel zu hoch sei und dass die Einschränkung der Meinungsfreiheit die Freiheit der Wahlen behindert habe. Abschliessend erklärte er, dass die Wahlen ein Alarmsignal für die Versammlung seien und er rief die Türkei auf, inhaftierte politische Gefangene und Journalisten freizulassen.

Vaclav Havel Menschenrechtspreis

Im Rahmen einer Feier am Eröffnungstag der Herbstsession wurde zum sechsten Mal der «Vaclav Havel Menschenrechtspreis» in einer besonderen Zeremonie im Plenum verliehen. Der Preis würdigt herausragendes Engagement der Zivilgesellschaft zur Verteidigung der Menschenrechte und ist an den Leiter des Grosnyer Büros des Menschenrechtszentrums «Memorial» in Tschetschenien, Ojub Titijew, der seit Januar 2018 inhaftiert ist, verliehen worden.

Thorbjørn Jagland trifft sich mit Landtagspräsident Albert Frick und Europaratsdelegation

Thorbjørn Jagland und Landtagspräsident Albert Frick

Vaduz. – Am 29. Oktober 2018 weilte Thorbjørn Jagland, Generalsekretär des Europarats, im Rahmen eines offiziellen Besuchs in Liechtenstein. Anlass war die 40-jährige Mitgliedschaft Liechtensteins im Europarat. Neben Gesprächen mit Regierungschef Adrian Hasler und Aussenministerin Aurelia Frick besuchte Jagland den Landtag. Zuerst empfing ihn Landtagspräsident Albert Frick zu einen Gespräch. Anschliessend tauschte sich der Generalsekretär mit der Europaratsdelegation des Landtags über aktuelle Sachverhalte aus.

 

Albert Frick empfängt eidgenössische Ratspräsidenten

Ständeratspräsidentin Karin-Keller Sutter und Nationalratspräsident Dominique de Buman in VaduzStänderatspräsidentin Karin-Keller Sutter und Nationalratspräsident Dominique de Buman in VaduzStänderatspräsidentin Karin-Keller Sutter und Nationalratspräsident Dominique de Buman in VaduzStänderatspräsidentin Karin-Keller Sutter und Nationalratspräsident Dominique de Buman in VaduzStänderatspräsidentin Karin-Keller Sutter und Nationalratspräsident Dominique de Buman in Vaduz

Landtagspräsident Albert Frick hat am Montag, dem 5. November 2018, Nationalratspräsident Dominique de Buman und Ständeratspräsidentin Karin Keller-Sutter empfangen. In einem kurzen Gespräch wurden unter anderem der grenzüberschreitende öffentliche Verkehr, insbesondere die S-Bahn FL.A.CH, und die Migration nach Europa sowie der Umgang mit derselben besprochen. Auf dem Programm standen ausserdem ein Höflichkeitsbesuch bei S.D. Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein und eine Besichtigung der Oerlikon.

Zur Pflege der traditionell guten Beziehungen zwischen dem Schweizer Parlament und dem Landtag lädt Landtagspräsident Albert Frick die eidgenössischen Ratspräsidenten in der Regel jährlich nach Vaduz ein. Dieses Jahr ergab sich zum ersten Mal die Gelegenheit, dass beide Vorsitzenden der eidgenössischen Kammern zeitgleich am Besuch teilnehmen konnten. Vonseiten Liechtensteins nahmen ausserdem Landtagssekretär Josef Hilti und Botschafterin Doris Frick teil. Dominique de Buman und Karin Keller-Sutter wurden vom Schweizer Botschafter in Liechtenstein, Pietro Piffaretti, und Cédric Stucky von den Parlamentsdiensten begleitet.

November-Landtagssitzung: Fortsetzung um 9 Uhr mit Tr. 21

Die Landtagssitzung ist geschlossen und wird am Freitag, 9. November, um 9 Uhr mit Traktandum 21 fortgesetzt.

Gunilla Marxer-Kranz trifft Wolfgang Kubicki

Gunilla Marxer-Kranz trifft Wolfgang KubickiGunilla Marxer-Kranz trifft Wolfgang Kubicki

Am Freitag, dem 2. November, empfing Landtagsvizepräsidentin Gunilla Marxer-Kranz in Begleitung von Landtagssekretär Josef Hilti den deutschen Bundestagsvizepräsidenten Wolfgang Kubicki im Landtag. Nach einem kurzen Rundgang durch das Landtagsgebäude unterhielten sich Gunilla Marxer-Kranz und Wolfgang Kubicki unter anderem über die Parlamentssysteme der beiden Staaten. Kubicki zeigte grosses Interesse am liechtensteinischen parlamentarischen Milizsystem. Beim Besuch des Landtags wurde Kubicki durch Martin Meyer, Honorarkonsul von Deutschland in Liechtenstein, und Norbert Riedel, Botschafter Deutschlands in Bern, begleitet.

Zusammen mit Regierungsrätin Aurelia Frick tauschte sich Wolfgang Kubicki mit hochrangigen Vertretern der Wirtschaft, der Leiterin der Fachexpertenstelle Brexit Esther Schindler sowie Martin Meyer aus.

Landesausschuss bestellt

Landesausschuss_2018_19

Landtagseröffnung am 17. Januar 2019

Die Landtagseröffnung findet dieses Jahr am 17. Januar statt. S.D. Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein wird um 10:00 Uhr seine Thronrede im Landtagssaal halten. Im Anschluss daran erfolgt die Ansprache des Alterspräsidenten Albert Frick. Anschliessend an die Eröffnungsreden finden verschiedene Wahlen statt. Die Eröffnungssitzung wird live (in Bild und Ton) auf der Homepage des Landtages und im Landeskanal übertragen.

Das traditionelle Heiliggeistamt, zu der auch die Öffentlichkeit eingeladen ist, beginnt um 9:00 Uhr in der Kathedrale Vaduz. 

Ansprache des Alterspräsidenten Albert Frick anlässlich der Landtagseröffnung am 17. Januar 2019

Es gilt das gesprochene Wort!


ANSPRACHE

DES ALTERSPRÄSIDENTEN ALBERT FRICK

ANLÄSSLICH DER LANDTAGSERÖFFNUNG 2019

Ansprache des Alterspräsidenten zur Landtagseröffnung 2019

Durchlaucht

Sehr geehrte Frauen und Herren Landtagsabgeordnete

Sehr geehrte Mitglieder der Regierung

Ich danke Ihnen, Durchlauchter Erbprinz, für Ihre Botschaft anlässlich der heutigen Eröffnung des Landtages. Ihren wegweisenden Worten kommt dieses Jahr ganz besondere Bedeutung zu, weil sie die Ouvertüre zum Jubiläumsjahr „300 Jahre Fürstentum Liechtenstein“ bilden und weil sie Hoffnungen schüren, dass dieses Jubiläumsjahr Anlass sein kann, wieder zu einer politischen Kultur des Miteinanders zu finden.

Vor 100 Jahren wurden in Liechtenstein die ersten Parteien gegründet. Der damalige Landtagspräsident, der Arzt Dr. Albert Schädler, hat die Gründung von Parteien nicht gerne gesehen. Seine Vorstellung von der künftigen Politik in einer Parteienlandschaft tönte alles andere als zuversichtlich. Er schrieb: „In einem so kleinen Ländchen wird, wenn das politische Parteienleben einzieht, leicht so vieles nur persönlich gemessen, die sachlichen Gründe und Werturteile treten in den Hintergrund, die Auseinandersetzungen nehmen einen gereizten Ton an, alles wächst immer mehr zu Zerwürfnissen aus und der Unfriede, der noch nie Segen brachte, führt das Regiment im Lande.“

Meine Damen und Herren Abgeordneten, war Dr. Schädler Prophet oder war er nur Pessimist? Es liegt an uns, die Antwort zu geben. Wir stehen genau in der Mitte der Legislaturperiode. Es liegt an uns zu zeigen, dass wir den Interessen von Land und Leuten weit mehr Gewicht zumessen als den Interessen einer Partei. Uns bleiben zwei Jahre Zeit, um zu beweisen, dass wir das Land gemeinsam voranbringen wollen und auch können.

2019 wird ganz im Zeichen unseres Jubiläums „300 Jahre Fürstentum Liechtenstein“ stehen. In wenigen Tagen werden wir unseren Geburtstag feiern. Die Feier erinnert an den 23. Januar 1719, als Kaiser Karl VI. die Grafschaft Vaduz und die Herrschaft Schellenberg vereinigte und sie zum Reichsfürstentum Liechtenstein erhob. Bei unserer Feier werden uns die Staatsoberhäupter der Schweiz, aus Österreich und aus Deutschland mit ihrer Anwesenheit beehren.

300 Jahre Fürstentum Liechtenstein, das sind im Bereich der Landespolitik 300 Jahre mit grossen Entwicklungen, mit Turbulenzen auch. 300 Jahre, in denen auf der Basis von Dialogfähigkeit und Zielstrebigkeit Rechte erkämpft und geschaffen wurden, die wir längst als selbstverständlich betrachten.

Der Landtag, die Volksvertretung, spielte in diesem Prozess eine bedeutende Rolle. Einzelne Abgeordnete haben sich in visionärer Weise für eine Verfassung eingesetzt, die der Bevölkerung nebst dem Stimm- und Wahlrecht auch direktdemokratische Rechte wie das Initiativ- oder das Referendumsrecht sichert.

Auch heutzutage ist es angebracht, dass der Landtag Stärke zeigt, dass er sich als Volksvertretung zusammenfindet, um wichtige Vorhaben für die Gestaltung unseres Landes gemeinsam voranzubringen und sie der Bevölkerung verständlich zu machen. Der Landtag ist für diese Aufgabe in besonderer Weise legitimiert, weil die Abgeordneten durch Volkswahl bestimmt werden, also im wahrsten Sinne des Wortes die Volksvertretung bilden.

Es ist daher nur folgerichtig, dass im Rahmen der Feierlichkeiten zu unserem Jubiläumsjahr auch das Staatsorgan Landtag in Erscheinung treten wird. Das Landtagspräsidium hat im vergangenen Jahr beschlossen, die Eingangshalle des Landtagsgebäudes, die Säulenhalle, mit einer Ausstellung über das Werden und Wirken des liechtensteinischen Parlamentes aufzuwerten. Die Vorbereitungsarbeiten laufen derzeit auf verschiedenen Ebenen. Eingebettet in die Abfolge der Jubiläumsveranstaltungen, wird die feierliche Eröffnung der Ausstellung am 22. Oktober 2019 stattfinden.

 

Meine Damen und Herren

Das Fürstentum Liechtenstein ist 300 Jahre alt. Es ist die Geschichte des langsamen, sich in den letzten Jahrzehnten beschleunigenden Aufstiegs eines bevölkerungsarmen, wirtschaftlich darbenden Landstrichs hin zu einem wohlhabenden, florierenden Staatswesen mit Modellcharakter und mit internationaler Anerkennung. Wir dürfen uns glücklich schätzen, dieses schöne und erfolgreiche Land unsere Heimat zu nennen.

Als gewählte Volksvertreter tragen wir grosse Verantwortung. Es ist unsere Aufgabe, in Zusammenarbeit mit Regierung und Fürstenhaus die Errungenschaften unserer Vorgänger zu bewahren und sie übereinstimmend mit den Anforderungen unserer Zeit weiter zu gestalten und auszubauen. Nutzen wir dabei die Vorteile, die unser kleines Land bietet. Die kurzen Wege ermöglichen es uns, aufeinander zuzugehen und gemeinsam Lösungen anzustreben. Es ist mein innigster Wunsch, dass im Jubiläumsjahr in der Bevölkerung und in der Politik ein Wir-Gefühl, ein Gefühl von Zusammengehörigkeit, aufblühen und gedeihen möge.

 

Geschätzte Frauen und Herren Abgeordnete

Im kommenden Amtsjahr haben wir Aufgaben zu bewältigen, die für die Zukunft des Landes von grosser Bedeutung sind. Dabei wünsche ich Ihnen eine glückliche Hand und Gottes Segen.

Aktuelle Stunde im April-Landtag: Wie viele Casinos erträgt Liechtenstein?

In der Aktuellen Stunde der Landtagssitzung vom April 2019 sollen die aktuellen Entwicklungen rund um die Ansiedlung weiterer Casinos in Liechtenstein vom Landtag diskutiert werden. Das Thema ist hochaktuell und von landespolitischer Bedeutung, weil es die Bevölkerung Liechtensteins derzeit stark bewegt, welche Auswirkungen die bestehenden Casinos sowie die mögliche Ansiedlung einer Reihe weiterer Casinos auf Liechtenstein haben.

Neben einer Positionierung bietet die Diskussion in der Aktuellen Stunde für den Landtag auch die Möglichkeit, Rückschau zu halten: Sind die aktuellen Entwicklungen aus Sicht der Abgeordneten im Einklang mit den Intentionen bei Einführung des Geldspielgesetzes im Jahre 2010/11 respektive den Gesetzesanpassungen 2016? Hat das liberale Geldspielgesetz die Erwartungen, erfüllt, über-erfüllt oder nicht erfüllt? Sind die Steuersätze zu attraktiv? Erträgt Liechtenstein, seine Bevölkerung und seine Reputation so viele Casinos, wie rentabel betrieben werden können?

Die Freie Liste freut sich auf eine angeregte und sachliche Diskussion unter der Beteiligung möglichst vieler Abgeordneten.

Fraktion der Freien Liste, 26. März 2019

Die Geschäftsleitung des Zürcher Kantonsrats besucht den Landtag

Die Geschäftsleitung des Zürcher Kantonsrats besucht den LandtagDie Geschäftsleitung des Zürcher Kantonsrats besucht den Landtag

Am Freitag, dem 29. März 2019, empfing das Landtagspräsidium die Geschäftsleitung des Zürcher Kantonsrates zu einem Freundschaftsbesuch. Nach der Begrüssung durch Landtagspräsident Albert Frick und einer kurzen Besichtigung des Landtagsgebäudes folgte ein Gespräch zwischen den Delegationen. Zum Rahmenprogramm gehörten der Besuch der Sonderausstellung „1719 – 300 Jahre Fürstentum Liechtenstein“ im Landesmuseum und eine Besichtigung der Neutrik AG.

Aufseiten der Geschäftsleitung des Zürcher Kantonsrates nahmen Yvonne Bürgin, Präsidentin des Kantonsrats, Esther Guyer, Markus Bischoff und Jürg Sulser, Mitglieder der Geschäftsleitung, und Moritz von Wyss, Leiter der Parlamentsdienste, am Treffen teil.

Das Landtagspräsidium wurde durch Landtagspräsident Albert Frick, Landtagsvizepräsidentin Gunilla Marxer-Kranz, die Abgeordneten Georg Kaufmann, Daniel Oehry und Günter Vogt sowie Landtagssekretär Josef Hilti vertreten.

140. Versammlung der Interparlamentarischen Union in Doha (Katar)

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An der 140. Versammlung der Interparlamentarischen Union (IPU) vom 6. – 10. April 2019 in Doha waren Delegationen von 162 nationalen Parlamenten vertreten. Diese ist die weltweit grösste Plattform für den Austausch zwischen Parlamentariern. Liechtenstein war durch die Abgeordneten Mario Wohlwend (Delegationsleiter) und Johannes Hasler (Delegationsmit­glied) sowie Gabriele Wachter vom Parlamentsdienst vertreten.

Das Hauptthema der Versammlung war die Rolle der Parlamente bei der Verbesserung der Ausbildung für Frieden, Sicherheit und Rechtsstaatlichkeit. Die Aufgabe eines jeden Staates ist es, neben der notwendigen Wissensvermittlung auch Toleranz und Respekt untereinander zu fördern. Diese Werte bilden das Fundament und zugleich den Kitt für tragfähige Demokratien. Deshalb ist der Zugang zu qualitativ hochwertiger Bildung unerlässlich. Bei der Generaldebatte beteiligte sich die liechtensteinische Delegation aktiv durch den Abg. Johannes Hasler. Im Zuge seiner Rede nutzte er die Gelegenheit und erwähnte das 300 Jahr-Jubiläum, das duale Bildungssystem mit einer Jugendarbeitslosen­quote von weniger als 2% sowie Initiativen der liechtensteinischen Aussenpolitik, wobei er unter anderem den durch Liechtenstein initiierten „Syrien-Mechanismus“ hervorhob. Ausserdem erwähnte er die Liechtenstein-Initiative, welche den Finanzsektor in den Mittelpunkt der weltweiten Bemühungen zur Beendigung der modernen Sklaverei und des Menschenhandels stellen soll.

Bei der Dringlichkeitsdebatte entschied sich das Plenum für das Thema „Dringender interna­tionaler Aufruf zu Massnahmen für Mosambik, Malawi und Simbabwe nach dem Hurrikan IDAI“, vorgeschlagen von den Niederlanden. Der Ausbreitung von Krankheiten durch die zerstörte Infrastruktur und verdrecktes Trinkwasser muss entgegengewirkt werden. Ansons­ten werden die katastrophalen Zustände Tausenden Menschen den Tod bringen.

Am Ende der Versammlung wurde eine entsprechende Resolution verabschiedet. Überdies wurde ein Resolutionsentwurf der Ständigen Kommission für Frieden und internationale Sicherheit beraten. Die Resolution kritisiert, dass immer wieder Söldner eingesetzt werden, um dem Frieden zu schaden und die Menschenrechte zu verletzen. Die Ständige Kommission für nachhaltige Entwicklung, Finanzen und Handel wiederum legte einen Resolutionsentwurf vor, der sich mit der Rolle befasste, die ein gerechter Freihandel und Investitionen bei der Verwirklichung der Nachhaltigkeitsziele spielen.

Albert Frick empfängt Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka

Österreichs Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka besucht Landtagspräsident Albert FrickÖsterreichs Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka besucht Landtagspräsident Albert FrickÖsterreichs Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka besucht Landtagspräsident Albert FrickÖsterreichs Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka besucht Landtagspräsident Albert FrickÖsterreichs Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka besucht Landtagspräsident Albert Frick

Vaduz. – Am Dienstag, dem 30. April, hat Landtagspräsident Albert Frick den Präsidenten des österreichischen Nationalrats, Wolfgang Sobotka, im Landtagsgebäude empfangen. Nach der Begrüssung fand ein kurzer Rundgang durch das Landtagsgebäude statt. Bei den anschliessenden Gesprächen zwischen den Delegationen wurden unter anderem die Erfahrungen mit der europäischen Integration, die Beziehungen zwischen Österreich und Liechtenstein auf Parlamentsebene und der aktuelle Stand betreffend S-Bahn FL.A.CH thematisiert.

Die nächste Station bildete das Landesmuseum mit einer Besichtigung der Sonderausstellung „1719 – 300 Jahre Fürstentum Liechtenstein“. Im Anschluss empfing Regierungschef-Stellvertreter Daniel Risch die beiden Parlamentspräsidenten im Rahmen eines Höflichkeitsbesuchs. Am Nachmittag fand ein weiterer Höflichkeitsbesuch bei S.D. Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein auf Schloss Vaduz statt. Im Anschluss präsentierte Patrick Bont, Geschäftsleitungsmitglied der FMA, den Finanzplatz Liechtenstein im Rahmen eines Vortrags. Mit einem Besuch des Kunstmuseums und einem Apéro wurde der Anlass abgeschlossen.

Aufseiten der österreichischen Delegation nahmen Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka, Florian Korczak, aussenpolitischer Berater des Nationalratspräsidenten, Markus Haindl, Pressesprecher des Nationalratspräsidenten, Anna Gabriel, persönliche Referentin des Nationalratspräsidenten, Matthias Matuschek, Mitarbeiter der Parlamentsdirektion, und Botschafterin Elisabeth Bertagnoli am Besuch teil.

Der liechtensteinischen Delegation gehörten Landtagspräsident Albert Frick, I.D. Maria-Pia Kothbauer, liechtensteinische Botschafterin in Wien, Landtagssekretär Josef Hilti sowie weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Parlamentsdienstes an. (pd)

Internationale Parlamentarische Bodensee-Konferenz tagte im Thurgau

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Der Kanton Thurgau hat dieses Jahr den Vorsitz der Internationalen Parlamentarischen Bodensee-Konferenz (IPBK) inne und führte am 3. Mai 2019 die Frühjahrskonferenz, die 52. Sitzung der IPBK, im Hotel Bad Horn in Horn TG durch.

Nach der Eröffnung der Konferenz durch den Vorsitzenden, Grossratspräsident Turi Schallenberg, sowie der Begrüssung durch den Direktor des Hotels Bad Horn, Stephan Hinny, sprach Roman Kistler, Amtsleiter Jagd- und Fischereiverwaltung des Kantons Thurgau, zum ersten Schwerpunktthema "Fischereiliche Bewirtschaftung des Bodensees". Am Vorabend konnte die Fischbrutanlage in Romanshorn unter der Führung des Fischereiaufsehers, Markus Zellweger, besichtigt werden, so dass ein guter Überblick über dieses Thema gewonnen werden konnte.

Anschliessend referierte Prof. Dr. Markus Friedl, Leiter des Instituts für Energietechnik an der Hochschule für Technik Rapperswil, über nachhaltige Antriebe in der Binnenschifffahrt. Wenn Schiffe ersetzt oder überholt werden müssen, ist dieses Wissen für die Bodenseeregion sehr wichtig, hat die Antriebsart doch einen direkten Einfluss auf die Wasser- und Luftqualität.

Der Vorsitzende zeigte sich über die von der IBK und der IPBK verabschiedete Kooperationsvereinbarung sehr erfreut. Beide Gremien haben damit ihre Absicht erklärt, sich gemeinsam für die Umsetzung der Ziele des Leitbilds der IBK für die Bodenseeregion einzusetzen. Dazu tauschen sich die IBK und die IPBK regelmässig aus und stimmen ihre Aktivitäten ab. Konkret wurde der Vorsitzende des Ständigen Ausschusses der IBK, Dr. Rainer Gonzenbach, zur Sitzung des Steuerungsausschusses der IPBK eingeladen, an dem ein wertvoller Austausch stattfand. Der Letztgenannte informierte denn auch die Konferenz über aktuelle Themen und den Stand der Umsetzung der Ziele des Leitbilds.

Aus der Arbeitsgruppe "Flughafen Zürich/Fluglärm" unter der Leitung von Markus Müller, Mitglied des Kantonsrats Schaffhausen, waren keine Neuigkeiten zu vermelden, da die Arbeitsgruppe seit der letzten Konferenz nicht mehr getagt hat.

Josef Büchelmeier, Geschäftsführer des Internationalen Städtebunds Bodensee, einer weiteren Partnerorganisation der IPBK, informierte sodann über die Aktivitäten dieses Gremiums.

APK des Landtags tauscht sich mit APK des Ständerates aus

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Die Aussenpolitische Kommission des Landtags (APK) hat sich gestern Abend mit der APK des schweizerischen Ständerates (APK-S) zu einem Arbeitsgespräch im Landtagsgebäude getroffen. Im Zentrum standen die bilateralen Beziehungen sowie die Beziehungen Liechtensteins und der Schweiz zur EU. Im Anschluss daran fand ein gemeinsames Abendessen statt. Am heutigen Mittwoch nimmt die APK des Ständerates weitere Termine in Liechtenstein wahr. So steht ein Besuch der heute beginnenden Landtagssitzung und ein Höflichkeitsbesuch bei S.D. Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein auf Schloss Vaduz auf dem Programm. Des Weiteren wird Aussenministerin Aurelia Frick die APK des Ständerates zu einem Mittagessen einladen.

Die Delegation der APK-S wird angeführt von Kommissionspräsident Filippo Lombardi und setzt sich zusammen aus den Ständerätinnen Liliane Maury Pasquier und Anne Seydoux-Christe sowie den Ständeräten Hannes Germann und Christian Levrat. Ausserdem nehmen Botschafter Pietro Piffaretti und Kommissionssekretär Florent Tripet Cordier am Besuch teil.

Aufseiten der APK des Landtags nahmen Landtagspräsident Albert Frick (Vorsitzender der APK), die Abgeordneten Jürgen Beck, Manfred Kaufmann und Thomas Lageder, Botschafterin Doris Frick und Kommissionssekretärin Sandra Gerber-Leuenberger teil.

Grossrat von Graubünden besucht den Landtag

Grossrat von Graubünden besucht den Landtag

Am Mittwoch, dem 22. Mai, hat das Landtagspräsidium das Präsidium des Grossen Rates von Graubünden empfangen. Auf die Begrüssung durch Landtagspräsident Albert Frick im Landtagsgebäude folgten ein Rundgang durch das Landtagsgebäude und Gespräche zwischen den Delegationen. Zum Rahmenprogramm des Anlasses gehörten ausserdem ein Besuch der Sonderausstellung „1719 – 300 Jahre Fürstentum Liechtenstein“ im Landesmuseum und eine Besichtigung der Firma Ospelt Anstalt.

Vonseiten des Grossen Rates nahmen Standespräsidentin Tina Gartmann-Albin, Standesvizepräsident Alessandro Della Vedova, Fraktionspräsidentin Vera Stiffler, die Fraktionspräsidenten Remo Cavegn und Gian Michael, die Grossräte Patrik Degiacomi und Pietro Della Cà, Kanzleidirektor Daniel Spadin und Domenic Gross, Leiter des Ratssekretariats, teil.

Das Landtagspräsidium wurde durch Landtagspräsident Albert Frick, Landtagsvizepräsidentin Gunilla Marxer-Kranz, die Abgeordneten Herbert Elkuch, Thomas Lageder, Daniel Oehry und Günter Vogt sowie Landtagssekretär Josef Hilti vertreten.

Sitzungsdaten des Landtags für das Jahr 2020

Analyse der GPK zum Auftrag des Landtags hinsichtlich der Vorkommnisse bei der Liechtensteinischen Post AG gemäss Landtagsbeschluss vom 9.11.2018

Landtagsauswahl unterliegt FC Landrat BL 3:6

Landtagsauswahl FL - FC Landrat BL

Eine Auswahl des Landtags, die durch Mitglieder der Gemeinderäte verstärkt wurde, und der FC Landrat Basel-Landschaft haben sich in einer spektakulären Partie mit 3 zu 6 getrennt. Der FC Landrat absolvierte mit dem Match, das auf der Balzner Rheinau ausgetragen wurde, seine jährlich stattfindende Fussballreise mit touristischem Rahmenprogramm dieses Jahr in Liechtenstein.

Für den FC Landrat Basel-Landschaft standen auf dem Platz: Marco Agostini, Andreas Bammatter, Florence Brenzikofer, Martin Geiser, Michael Herrmann, Alex Klee, Adil Koller, Yves Krebs, Werner Rufi, Hannes Schweizer, Florian Spiegel, Alain Tüscher.

Das Aufgebot der Landtagsauswahl umfasste folgende Spieler: Manfred Kaufmann (Captain), Christoph Beck, Max Burgmeier, Peter Frick, Erich Hasler, Johannes Kaiser, Ado Vogt, Günter Vogt, Fabian Wolfinger, Mario Wohlwend.

Die Tore: 0:1 Adil Koller; 0:2 Alex Klee; 0:3 Alex Klee, 0:4 Adil Koller; 1:4 Max Burgmeier; 1:5 Florence Brenzikofer; 2:5 Max Burgmeier; 2:6 Yves Krebs; 3:6 Daniel Hasler.

Das Spiel als Zuschauer an der Bande verfolgten Regierungsrätin Dominique Hasler mit ihrem Mann Daniel Hasler, welcher aufgrund von Absenzen das Team in der zweiten Halbzeit kurzfristig unterstützte. (pd)

Pressemitteilung: Misstrauensvotum

Der Landtag hat in seiner vom 2. Juli 2019 Sitzung nach intensiver und langer Beratung Frau Regierungsrätin Dr. Aurelia Frick das Misstrauen ausgesprochen. Das Landtagspräsidium informierte S.D. den Erbprinzen Alois von und zu Liechtenstein umgehend über diesen Landtagsbeschluss. S.D. der Erbprinz hat nach weiteren eingehenden Beratungen einer Abberufung zugestimmt, da er die für eine erfolgreiche Regierungsarbeit notwendige Vertrauensbasis nicht mehr als gegeben sieht. Durch diese einvernehmliche Entscheidung zwischen S.D. dem Erbprinzen und dem Landtag hat Frau Regierungsrätin Dr. Aurelia Frick die Befugnis zur Ausübung ihres Amtes verloren. Bis zur Ernennung des neuen Regierungsmitglieds wird entsprechend der verfassungsrechtlichen Vorgaben Herr Regierungsrat Dr. Mauro Pedrazzini die Amtsgeschäfte fortführen.

Treffen der Parlamentspräsident/-innen der deutschsprachigen Länder vom 23./24. Juli 2019 in Bregenz

Treffen ParlamentspräsidentInnen deutschsprachiger Länder 23./24.7.2019 in Bregenz

Auf Einladung des österreichischen Nationalratspräsidenten Wolfgang Sobotka fand am 23. und 24. Juli in Bregenz das jährliche Treffen der Parlamentspräsidenten/-innen der deutschsprachigen Länder statt. Thema der Konferenz waren die aktuellen Formen des Antisemitismus und Massnahmen zu seiner Bekämpfung. Eine Zunahme antisemitischer Tendenzen und Vorfälle ist europaweit eine Herausforderung für die Gesellschaft und Politik. Im Anschluss an die Fachgespräche nutze Landtagspräsident Albert Frick die Gelegenheit, die Präsidentenrunde für das Treffen im kommenden Jahr nach Liechtenstein einzuladen.

Bildlegende 

Sitzend von links: Herr Wolfgang Sobotka, Präsident des Nationalrates der Republik Österreich; Herr Wolfgang Schäuble, Präsident des Bundestages der Bundesrepublik Deutschland; Frau Marina Carobbio Guscetti, Präsidentin des Nationalrates der Schweizer Eidgenossenschaft

Stehend von links: Herr Fernand Etgen, Präsident der Abgeordnetenkammer des Fürstentums Luxemburg; Herr Karl-Heinz Lambertz, Präsident des Parlaments der deutschsprachigen Gemeinschaft des Königreichs Belgien; Herr Albert Frick, Landtagspräsident des Fürstentums Liechtenstein

Ansprache des Landtagspräsidenten Albert Frick anlässlich des Staatsfeiertages 2019

Es gilt das gesprochene Wort!

Durchlauchter Landesfürst
Durchlauchte Landesfürstin
Durchlauchter Erbprinz
Königliche Hoheit
Durchlauchten
Geschätzte Mitglieder von Regierung und Landtag
Exzellenzen
Liebe Liechtensteinerinnen, liebe Liechtensteiner
Liebe Gäste

Ein Land in Jubiläumslaune, was für eine Freude! 

1719 wurde das Fürstentum Liechtenstein gegründet. 300 Jahre verbinden die Bewohner unseres Landes mit dem Fürstenhaus Liechtenstein. Es ist dies eine wechselhafte Geschichte, die von einer Fernbeziehung in das heutige Zusammenleben in Liechtenstein führt. 

Das Fürstentum Liechtenstein wurde buchstäblich aus der Not geboren. Aufgrund hoher Schulden sahen sich die Grafen von Hohenems gezwungen, 1699 zunächst die Herrschaft Schellenberg und 1712 die Grafschaft Vaduz an den Fürsten von Liechtenstein zu verkaufen. Zwei unbedeutende Fleckchen Erde, die nichts abwarfen, bewohnt von Bauern, die mit Missernten zu kämpfen hatten. 

Dass sich das Adelshaus Liechtenstein im fernen Mähren für die Region interessierte, hatte einen bedeutsamen Grund: Schellenberg und Vaduz waren schon seit dem 14. Jahrhundert reichsunmittelbar, das heisst, der regionale Herrschaftsträger war ohne Zwischeninstanzen dem Kaiser unterstellt. Schon seit Jahrzehnten bemühte sich das Fürstenhaus, die Reichsfürstenwürde zu erlangen. Dafür bedurfte es allerdings des Besitzes eines reichsunmittelbaren Territoriums von bestimmter Grösse. Mit dem am 23. Januar 1719 durch Kaiser Karl VI. erlassenen Zusammenschluss der Herrschaft Schellenberg und der Grafschaft Vaduz zum Fürstentum Liechtenstein wurde ein solches Territorium geschaffen. Es war die Geburtsstunde unseres Landes.  

Nach dem Zerfall des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation als Folge der Napoleonischen Kriege wurde das Fürstentum Liechtenstein zusammen mit viel grösseren Ländern wie Bayern, Württemberg oder Baden durch Napoleon in den Rheinbund aufgenommen. Damit erlangte das Land im Jahre 1806 die volle Souveränität. 

Es sollte fast die Hälfte unserer 300-jährigen gemeinsamen Geschichte vergehen, bis im Jahre 1842 erstmals ein Landesfürst das Land besuchte. Man kann sich die Frage stellen, warum das so lange gedauert hat. 

Nun, zum einen waren die damaligen Reisemöglichkeiten nicht mit den heutigen vergleichbar, was eine entsprechend lange Reise in ein Alpental weit hinter dem Arlberg als überaus beschwerlich erscheinen liess. Zudem waren die Tätigkeiten des Fürstenhauses in den angestammten Landen vielfältig und anspruchsvoll. Das Haus Liechtenstein erreichte die höchsten Ränge im Kaiserreich und hatte weit grössere Ländereien als das kleine Liechtenstein in seinem Besitz. Das Fürstenhaus war Ende des 17. Jahrhunderts in Mähren für ca. 19‘000 Familien verantwortlich, während die Bevölkerung im fernen Liechtenstein weniger als 1000 Haushalte zählte. 

Dazu gab es noch andere Gründe, sich mit einer Reise ins Alpenrheintal nicht zu beeilen. Was Landvogt Schuppler dem Fürsten 1815 in seiner Landbeschreibung berichtete, enthielt in der Tat wenig Verlockendes, sich bald auf die Reise zu machen. „Die intellektuelle und körperliche Bildung der Landeseinwohner hat keineswegs die dem Zeitgeist angemessene Höhe erreicht“, so meinte Schuppler und weiter: „In seiner Lebensweise sucht der Liechtensteiner sein Glück in zügelloser Freiheit, fröhlichem Müssiggang und in der Befriedigung all seiner Leidenschaften, wenn die gleich dem Nächsten und dem Staate schädlich sind.“ Markige Schuppler-Worte! 

Diese Schilderung, geschätzte Gäste, zeigt doch sehr eindrücklich, dass die Geschichte Liechtensteins eine Geschichte des Wandels ist. Liechtenstein ist heute ein Wohlfahrtsstaat. Die Lebensqualität in unserem Land ist im Weltvergleich ganz oben anzusiedeln. Der Aufstieg hin zu Wohlstand begann allerdings erst vor ungefähr 75 Jahren. Die 300 Jahre unserer Geschichte lassen sich zu drei Vierteln in eine Zeit der Armut und zu einem Viertel in eine Zeit des wachsenden Wohlstands aufteilen. 

Die Geschichte des Landes ist durch ein beachtliches Bevölkerungswachstum geprägt. In den 300 Jahren ist die Anzahl der im Lande lebenden Menschen von weniger als 4000 auf 38‘000, also um das Zehnfache, gestiegen. Die durchschnittliche Lebenserwartung hat sich mehr als verdoppelt. Sie lag bis ins letzte Jahrhundert unter 40 Jahren. Heute liegt sie bei über 80 Jahren und es bewohnen z.B. gleich viele 65-Jährige wie Dreissigjährige das Land.

Den wohl grössten Unterschied zu früher aber macht der hohe Bildungsstand der Bevölkerung aus. Fast alle Berufstätigen können heutzutage eine qualifizierte Berufsausbildung vorweisen. Gegen 40% der Frauen und Männer erlangen eine Ausbildung auf Universitäts- oder Hochschulebene. Noch vor etwas mehr als einem halben Jahrhundert war Höhere Bildung weniger als 5 % der Bevölkerung und ausschliesslich Männern zugänglich.

War über lange Zeit fast die ganze Einwohnerschaft dem Bauernstand zuzuordnen, so sind heute weniger als 1 % der Berufstätigen in der Landwirtschaft beschäftigt. Die gut diversifizierte, international erfolgreiche Wirtschaft mit den Hauptsektoren Industrie und Finanzdienstleistungen sorgt für eine grosse Anzahl von attraktiven Arbeitsplätzen. Rund 20‘000 Personen aus der Nachbarschaft pendeln daher täglich nach Liechtenstein, um hier zu arbeiten.

Das durchschnittliche Einkommen der Liechtensteiner ist eines der höchsten weltweit, die Steuerbelastung hingegen eine der tiefsten. Mit einem gut ausgebauten Sozialsystem ist die Erfüllung der existenziellen Grundbedürfnisse für alle Teile der Bevölkerung gesichert.

Liebe Liechtensteinerinnen, liebe Liechtensteiner, 

Wir dürfen 300 Jahre Fürstentum Liechtenstein in der wohl besten Zeit unserer Geschichte feiern. Wir dürfen dankbar für eine Entwicklung sein, die Wohlstand und Lebensqualität ins Land gebracht hat. Und so stellt sich die Frage, wie wir Sicherheit, Frieden und den gehobenen Lebensstandard für unsere Nachkommen bewahren können. Am besten wohl, indem wir die Grundlagen und Werte bewahren, die uns so weit gebracht haben. 

Unser Staatswesen mit der im Fürsten und im Volk verankerten Staatsgewalt bildet die bewährte Grundlage für weitsichtige und verantwortungsvolle Politik. Stabilität und Verlässlichkeit unseres Staatswesens schaffen Vertrauen. Sie ermöglichen eine angemessene Positionierung in der internationalen Staatengemeinschaft und damit die Wahrung der Interessen des Landes. Kluge Aussenpolitik leistet seit Jahrzehnten einen wesentlichen Beitrag zu einem souveränen, glaubwürdigen und erfolgreich positionierten Liechtenstein.

Eine liberale Wirtschaftsordnung hat ein Unternehmertum gefördert, das seinesgleichen sucht. Gegen 5000 Unternehmen im Lande, vom Start-up bis zum Weltkonzern, sind beredte Zeugen der innovativen und erfolgsorientierten Wirtschaftstätigkeit.

Meine Damen und Herren, 

Hinter all dem stehen Menschen, die Menschen im Lande. Der gute Landvogt Schuppler müsste sich eines ganz anderen Vokabulars bedienen, wollte er die heutige liechtensteinische Gesellschaft beschreiben. Bildungsfreude, Leistungsbereitschaft, Strebsamkeit, Anstand und Menschlichkeit sind erkennbare Werte unserer Gesellschaft. Werte, die unserer christlichen Glaubenstradition entsprechen und in der Bevölkerung nach wie vor tief verwurzelt sind. Menschen zeigen sich solidarisch und setzen sich in Freiwilligenarbeit zugunsten anderer ein. Dies alles gilt es zu bewahren. Achten wir verantwortungsbewusst darauf, dass unser politisches Handeln wertebasiert bleibt und dass nicht Marktdiktat und Gewinnmaximierung zum Mass aller Dinge werden! Wir sagen, was gut ist für unser Land.

Liebe Liechtensteinerinnen, liebe Liechtensteiner,

Ich darf an unserem 300. Geburtstag voll Freude feststellen: Die liechtensteinische Gesellschaft hat eine gute Entwicklung genommen. Sie ist weltoffen, gebildet, bodenständig und mit Gemeinschaftssinn ausgestattet. Im Miteinander liegt unsere Kraft. Unsere Heimat ist unser Gemeinschaftswerk. 

Lassen Sie mich danken. Dank an das Fürstenhaus, an unsere Mütter und Väter und an die Mitbürgerinnen und Mitbürger. Sie haben unser Land zu dem gemacht, was es heute ist. Und lassen Sie mich den Wunsch an unsere Töchter und Söhne richten, sich für die Heimat einzusetzen und zum kostbaren Erbe Sorge zu tragen. Möge unser Liechtenstein weiterhin gut gedeihen und ein Hort des Glücks, des Friedens und der Menschlichkeit bleiben. 

Ich danke allen, die zum Gelingen des heutigen Staatsaktes beigetragen haben, und wünsche den Liechtensteinerinnen und Liechtensteinern, allen Einwohnern und allen Gästen einen beglückenden Festtag und Gottes Segen.

 

Albert Frick
Landtagspräsident

Aktuelle Stunde im September-Landtag: „Klima-, Umwelt- und Energiepolitik: Ganzheitliche Betrachtung gefordert!“

Landtagpräsidium empfängt Landratsbüro des Kantons Nidwalden

Landtagpräsidium empfängt Landratsbüro des Kantons NidwaldenLandtagpräsidium empfängt Landratsbüro des Kantons NidwaldenLandtagpräsidium empfängt Landratsbüro des Kantons Nidwalden

Am Mittwoch, dem 11. September, hat das Landtagspräsidium das Landratsbüro des Kantons Nidwalden zu einem Freundschaftsbesuch empfangen. Nach der Begrüssung durch Landtagspräsident Albert Frick und einer kurzen Besichtigung des Landtagsgebäudes folgte ein Gespräch zwischen den Delegationen. Zum Rahmenprogramm gehörten ein Besuch der Sonderausstellung „1719 – 300 Jahre Fürstentum Liechtenstein“ im Landesmuseum und eine Besichtigung der Hoval AG.

Aufseiten des Landratsbüros des Kantons Nidwalden nahmen Landratspräsidentin Regula Wyss-Kurath, 1. Landratsvizepräsidentin Therese Rotzer-Mathyer, die Landrätinnen Iren Odermatt Eggerschwiler und Susi Ettlin Wicki, die Landräte Bruno Christen und Peter Waser, Landschreiber Hugo Murer sowie Landratssekretär Armin Eberli teil.

Das Landtagspräsidium wurde durch Landtagspräsident Albert Frick, Landtagsvizepräsidentin Gunilla Marxer-Kranz, die Abgeordneten Georg Kaufmann, Daniel Oehry und Günter Vogt sowie Landtagssekretär Josef Hilti vertreten.

Aktuelle Stunde im Oktober-Landtag: UN-Entwicklungsziele und Klimanotstand: Wie schaffen wir es, Massnahmen zu setzen?

Krankenkassenprämienverbilligung: Stellungnahme von Johannes Kaiser

VU-Stellungnahme betreffend Krankenkassenprämienverbilligung

Abänderung des Finanzausgleichsgesetzes: Stellungnahme der Initianten

Die Aussenpolitische Kommission besucht Berlin

APK besucht Deutschen BundestagLandtagspräsident Albert Frick und Bundestagspräsident Dr. Wolfgang Schäuble

Vom 16. bis 18. Oktober besuchte die Aussenpolitische Kommission Berlin. Ziel der Reise war der inhaltliche Austausch mit der liechtensteinischen Botschaft in Berlin sowie mit deutschen Parlamentariern. Am ersten Tag standen das Gespräch mit Botschafterin Isabel Frommelt-Gottschald und ein Abendessen mit hochrangigen deutschen Gästen aus Politik und Wissenschaft auf dem Programm. An diesem Anlass nahm auch der frühere Bundestagspräsident, Prof. Norbert Lammert, teil, der heute die Konrad-Adenauer-Stiftung leitet. 

Am Donnerstag fanden zahlreiche Gesprächstermine im Deutschen Bundestag statt. Den Auftakt im Reichstagsgebäude bildete der Besuch der laufenden Plenarsitzung. Anschliessend traf sich die liechtensteinische Delegation zu einem Höflichkeitsbesuch beim Präsidenten des Deutschen Bundestages, Dr. Wolfgang Schäuble, der Liechtensteins Stellung in Europa würdigte und zum 300-jährigen Jubiläum des Landes gratulierte. Es folgten Arbeitsgespräche mit Mitgliedern des Auswärtigen Ausschusses sowie mit Mitgliedern der Deutsch-Schweizerischen Parlamentariergruppe. Der Besuch wurde abgerundet mit dem Besuch im ehemaligen Untersuchungsgefängnis der Staatssicherheit (Stasi) in Berlin-Hohenschönhausen sowie einer Besichtigung des Hauptstadtprojektes „Berliner Schloss“.

Fotos: Deutscher Bundestag

141. Versammlung der Interparlamentarischen Union in Belgrad (Serbien)

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Vom 13. bis 17. Oktober 2019 fand in Belgrad (Serbien) die Herbsttagung der Interparlamen­tarischen Union (IPU) statt.

Delegierte von nationalen Parlamenten aus der ganzen Welt kamen dort zusammen, um über die Rolle der Parlamente und der parlamentarischen Ver­fahren bei der Stärkung des Völkerrechts zu diskutieren.

Liechtenstein wurde durch die Ab­geordneten Mario Wohlwend (Delegationsleiter) und Johannes Hasler sowie Gabriele Wach­ter vom Parlamentsdienst vertreten. Johannes Hasler hielt im Rahmen der Versammlung eine Rede und legte darin die Rolle und das Engagement Liechtensteins dar.

Das Völkerrecht bildet den Grundstein für Frieden und Sicherheit weltweit. Als Kleinstaat war und ist Liech­tenstein mehr als die meisten Staaten auf gute nachbarschaftliche Beziehungen, starke glo­bale Partnerschaften und die Geltung des Völkerrechts angewiesen, um seine Souveränität abzusichern. Der Syrien-Konflikt zeigt uns auf, dass die angestrebten Ziele der IPU leider keine Selbstläufer sind, deshalb muss an der Nachhaltigkeit weiterhin und kontinuierlich gearbeitet werden.

Ausstellung „Der Landtag und seine Geschichte“ eröffnet

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Anlässlich des Jubiläums „300 Jahre Fürstentum Liechtenstein“ präsentiert der Landtag seinen Werdegang von 1862 bis heute in der Säulenhalle des Landtagsgebäudes. Die Ausstellung „Der Landtag und seine Geschichte“. Eine neue Galerie mit Bildern aller Landtagspräsidenten rundet die Vernissage ab. Am Dienstag, dem 22. Oktober 2019, wurde die Ausstellung vor grossem Publikum, umrahmt von Ansprachen von Landtagspräsident Albert Frick und Klaus Biedermann, der für den Inhalt der Ausstellung verantwortlich ist, sowie musikalischen Beiträgen am Piano von Emil Laternser, feierlich eröffnet.

Ab dem 24. Oktober ist die Ausstellung jeden Donnerstagnachmittag von 14 bis 19 Uhr für alle Interessierten geöffnet.

EWR- und EU-Parlamentarier diskutieren in Vaduz

Das Foto zeigt die Teilnehmer der Konferenz im Landtagssaal (Foto: EFTA Sekretariat)Teilnehmer der Konferenz seitens des Europäischen Parlaments und der Schweiz (Foto: Paul Trummer)Die norwegische und die isländische Delegation (Foto: Paul Trummer)Die liechtensteinischen Abgeordneten an der Konferenz (Foto: Paul Trummer)Die norwegische Delegation (Foto: Paul Trummer)Die norwegische Delegation (Foto: Paul Trummer)Die Teilnehmer der Konferenz (Foto: Paul Trummer)Der isländische Vorsitzende sowie die Delegation des Europäischen Parlaments (Foto: Paul Trummer)Die Delegation aus der Schweiz (Foto: Paul Trummer)Die Teilnehmer der Konferenz (Foto: Paul Trummer)Die Teilnehmer der Konferenz (Foto: Paul Trummer)Die Teilnehmer der Konferenz (Foto: Paul Trummer)

Am 30. und 31. Oktober 2019 fand die 53. Konferenz des Gemeinsamen EWR- und EU-Parlamentarierkomitees auf Einladung des liechtensteinischen Landtags in Vaduz statt. Teilnehmer der Konferenz waren Parlamentarier aus den EWR/EFTA-Staaten Norwegen, Island, Schweiz und Liechtenstein sowie Abgeordnete des im Mai neu gewählten Europäischen Parlaments.

Der liechtensteinische Landtag war an der Konferenz durch die Abgeordneten Elfried Hasler (Delegationsleiter) Harry Quaderer und Manfred Kaufmann, den stellvertretenden Abgeordneten Michael Ospelt sowie Sandra Gerber-Leuenberger vom Parlamentsdienst vertreten. Seitens des EU-Parlaments konnten der neu bestellte Delegationsleiter Andreas Schwab, Deutschland, sowie EU-Abgeordnete aus Frankreich, Grossbritannien und Polen begrüsst werden. Es war das erste offizielle Zusammentreffen mit den Vertreterinnen und Vertretern des neuen Europäischen Parlaments in diesem Format.

An der Konferenz wurden gemeinsame Themen der EWR/EFTA- und EU-Staaten diskutiert. Dabei standen die allgemeinen Entwicklungen und das Funktionieren des EWR-Abkommens im Mittelpunkt. «Eine gute Kooperation im EWR sowohl zwischen den EWR/EFTA-Staaten als auch mit der Europäischen Union ist für Liechtenstein von zentraler Bedeutung», so der Abgeordnete Elfried Hasler. Als weitere Themen wurden die Prioritäten des Europäischen Parlaments, die Zukunft des Binnenmarktes sowie der aktuelle Stand zum Thema Brexit diskutiert. Der isländische Botschafter bei der Europäischen Union, Gunnar Pálsson, informierte als EFTA-Vorsitzender des EWR-Rats das Komitee über die neuesten Entwicklungen im EWR-Abkommen seit dem letzten Treffen im Dezember 2018. Michael Matthiessen, Botschafter der EU für die Schweiz und Liechtenstein, sprach in seiner Rolle als EU-Vorsitzender des Gemeinsamen EWR-Ausschusses. Seitens des EU-Vorsitzes des EWR-Rats berichtete Melissa Säilä von der finnischen Botschaft bei der EU über die neusten Ereignisse im EWR-Abkommen.

Christian Frommelt, Direktor des Liechtenstein-Instituts, informierte insbesondere die neuen Delegationsmitglieder über den EWR im Allgemeinen, seine Institutionen sowie die Herausforderungen. Ebenfalls referierte Christian Frommelt über die Aspekte der direkten Demokratie im Zusammenhang mit der europäischen Integration. Ein Besuch bei der Hilti AG, dem Experimentier-Labor pepperMINT sowie eine Führung durch die Sonderausstellung «300 Jahre Fürstentum Liechtenstein» im Landesmuseum rundeten das Programm der Parlamentarier ab.

Das Gemeinsame EWR- und EU-Parlamentarierkomitee besteht sowohl aus Mitgliedern der nationalen Parlamente der EWR/EFTA-Staaten wie auch aus einer Delegation des Europäischen Parlaments. Die Schweiz besitzt in diesem Gremium Beobachterstatus. Das Komitee ist nicht direkt in das EU-Beschluss­fassungsverfahren involviert, kann aber in der Vorphase am EU-Rechtssetzungsprozess mitwirken. Durch den Dialog und die Beratung trägt das Komitee zu einem besseren Verständnis zwischen der europäischen Gemeinschaft und den EFTA-Staaten bei. Das Komitee tritt in der Regel zweimal im Jahr zusammen.

Herbsttagung der Internationalen Parlamentarischen Bodensee-Konferenz (IPBK) im Thurgau

Herbstkonferenz im Thurgau (IPBK)

Internationale Parlamentarische Bodensee-Konferenz tagte im Thurgau

Der Kanton Thurgau hat dieses Jahr den Vorsitz der Internationalen Parlamentarischen Bodensee-Konferenz (IPBK) inne und führte am 15. November 2019 die Herbstkonferenz, die 53. Sitzung der IPBK, im Bildungs- und Beratungszentrum Arenenberg in Salenstein TG durch.

Nach der Eröffnung der Konferenz durch den Vorsitzenden, alt Grossratspräsident Turi Schallenberg, sowie der Begrüssung durch den Direktor des Napoleonmuseums, Dominik Gügel, hielt Nationalrat Christian Lohr ein Inputreferat zum Thema "Wenn Grenzen zu doppelten Barrieren werden". Danach sprachen Werner Fritschi, Mitglied der Geschäftsleitung der Regionalbahn Thurbo AG, sowie Stefan Thalmann, Leiter Öffentlicher Verkehr des Kantons Thurgau, zum ersten Schwerpunktthema "S-Bahn Bodensee – Vision, Utopie oder bereits Realität?". Am Vorabend konnte die Stadler Bussnang AG besichtigt werden, so dass auch ein Eindruck bezüglich der Herstellung von Schienenfahrzeugen gewonnen werden konnte.

Anschliessend referierte Irene Purtschert, Leiterin der Abteilung Abwasser und Anlagensicherheit des Amtes für Umwelt des Kantons Thurgau über das zweite Schwerpunktthema "Invasive Neophyten: Welches sind die Probleme, welche Lösungen gibt es?"

Der Vorsitzende zeigte sich im Namen des Steuerungsausschusses der IPBK über den gegenseitigen Austausch der beiden Steuerungsgremien IBK und IPBK, der in diesem Jahr zum ersten Mal in dieser Form stattgefunden hat, sehr erfreut. Es brauche die Parlamente, damit die Ziele des Leitbilds der IBK für die Bodenseeregion umgesetzt werden können. Die Parlamente wiederum seien wertvolle Partner, indem sie frühzeitig auf Anliegen der Länder oder Kantone rund um den Bodensee aufmerksam machen können. Regierungsrätin Carmen Haag, Vorsitzende der IBK, informierte die Konferenz über den Stand der Umsetzung des Leitbilds.

Aus der Arbeitsgruppe "Flughafen Zürich/Fluglärm" unter der Leitung von Markus Müller, Mitglied des Kantonsrats Schaffhausen, war zu vermelden, dass für die nächste Frühjahrskonferenz Empfehlungen ausgearbeitet werden.

Im Vorfeld wurde auf Anregung eines Konferenzmitglieds eine Umfrage durchgeführt, ob die Länder oder Kantone den Klimanotstand ausgerufen haben. Die Umfrageergebnisse wurden zur Kenntnis genommen.

Am Schluss der Konferenz übergab der Vorsitzende die Glocke an das neue Vorsitzland Vorarlberg.

Albert Frick empfängt eidgenössische Ratspräsidenten in Vaduz

Albert Frick empfängt eidgenössische Ratspräsidenten in VaduzAlbert Frick empfängt eidgenössische Ratspräsidenten in VaduzAlbert Frick empfängt eidgenössische Ratspräsidenten in VaduzAlbert Frick empfängt eidgenössische Ratspräsidenten in VaduzAlbert Frick empfängt eidgenössische Ratspräsidenten in VaduzAlbert Frick empfängt eidgenössische Ratspräsidenten in VaduzAlbert Frick empfängt eidgenössische Ratspräsidenten in VaduzAlbert Frick empfängt eidgenössische Ratspräsidenten in VaduzAlbert Frick empfängt eidgenössische Ratspräsidenten in VaduzAlbert Frick empfängt eidgenössische Ratspräsidenten in VaduzAlbert Frick empfängt eidgenössische Ratspräsidenten in VaduzAlbert Frick empfängt eidgenössische Ratspräsidenten in VaduzAlbert Frick empfängt eidgenössische Ratspräsidenten in VaduzAlbert Frick empfängt eidgenössische Ratspräsidenten in Vaduz

Landtagspräsident Albert Frick hat am Donnerstag, dem 21. November 2019, Nationalratspräsidentin Marina Carobbio Guscetti und Ständeratspräsident Jean-René Fournier im Landtagsgebäude in Vaduz empfangen. In einem kurzen Gespräch wurden unter anderem die vor Kurzem durchgeführten eidgenössischen Wahlen und die Parlaments- und Regierungssysteme der beiden Länder besprochen. Auf dem Programm standen ausserdem ein Höflichkeitsbesuch bei S.D. Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein, ein Rundgang durch das Kunstmuseum und eine Besichtigung der Firma Oerlikon in Balzers.

Vonseiten Liechtensteins nahmen ausserdem Landtagvizepräsidentin Gunilla Marxer-Kranz, Landtagssekretär Josef Hilti und Botschafterin Doris Frick am Besuch teil. Nationalratspräsidentin Marina Carobbio Guscetti und Ständeratspräsident Jean-René Fournier wurden von Nationalrat Walter Müller, Botschafter Claudio Fischer und Ivana Devigus von den Parlamentsdiensten begleitet. Zur Pflege der traditionell guten Beziehungen zwischen dem Schweizer Parlament und dem Landtag lädt Landtagspräsident Albert Frick die eidgenössischen Ratspräsidenten in der Regel jährlich nach Vaduz ein. Bereits im vergangenen Jahr konnten beide Vorsitzenden der eidgenössischen Kammern zeitgleich in Vaduz begrüsst werden.

Konferenz der Parlamentspräsidenten europäischer Kleinstaaten

Präsidentenkonferenz in Zypern

Am 26. und 27. November fand die Konferenz der Parlamentspräsidenten der europäischen Kleinstaaten auf Einladung des zypriotischen Parlamentspräsidenten Demetris Syllouris in Nicosia statt. Neben Albert Frick waren die Parlamentspräsidenten aus Andorra, Island, Luxemburg, Malta, Monaco, Montenegro und San Marino eingeladen. Es war die 13. Konferenz in diesem Format. Letztes Jahr war Liechtenstein Gastgeber.

An der zweitägigen Konferenz wurden die Themen «Europäische Kleinstaaten im digitalen Zeitalter: Herausforderungen, Möglichkeiten und best practices», «Regionale Kooperation – Formen der Zusammenarbeit und Gewinne für Kleinstaaten» sowie «Die Zusammenarbeit von Kleinstaaten bei seltenen Krankheiten – Was können Parlamente beitragen?» diskutiert.

Zu jedem der drei Themen waren hochrangige Gastreferenten eingeladen welche das Thema vorstellten. In der anschliessenden Diskussion legte jeder Parlamentspräsident die Sicht seines Landes dar. Albert Frick ging in seiner Rede zum «digitalen Zeitalter» auf die Digitale Agenda Liechtensteins ein. Dabei wies er darauf hin, dass die Kleinheit des Landes eine rasche Umsetzung von Lösungen erlaube. Beim Thema «Regionale Kooperation» stellte Albert Frick verschiedene grenzüberschreitende Projekte unserer Region vor. Am Rande der Konferenz ergaben sich zahlreiche Möglichkeiten für Albert Frick sich auf informeller Ebene mit den anderen Parlamentspräsidenten auszutauschen. 

Landtagseröffnung

Die Landtagseröffnung findet dieses Jahr am 16. Januar statt. S.D. Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein wird um 10:00 Uhr seine Thronrede im Landtagssaal halten. Im Anschluss daran erfolgt die Ansprache des Alterspräsidenten Albert Frick. Anschliessend an die Eröffnungsreden finden verschiedene Wahlen statt. Die Eröffnungssitzung wird live (in Bild und Ton) auf der Homepage des Landtages und im Landeskanal übertragen.

Das traditionelle Heiliggeistamt, zu der auch die Öffentlichkeit eingeladen ist, beginnt um 9:00 Uhr in der Kathedrale Vaduz. 

Ansprache des Alterspräsidenten Albert Frick anlässlich der Landtagseröffnung am 16. Januar 2020

Es gilt das gesprochene Wort!


ANSPRACHE

DES ALTERSPRÄSIDENTEN ALBERT FRICK

ANLÄSSLICH DER LANDTAGSERÖFFNUNG 2020

Durchlauchter Erbprinz
Sehr geehrte Mitglieder des Landtages
Sehr geehrte Mitglieder der Regierung

Der Start ins Jahr 2020 ist allseits beschwingt erfolgt. Schon allein die ausser-gewöhnliche Jahreszahl weckt Hoffnungen auf ein erfolgreiches Tun. Das gilt auch für uns. Der Start in das vierte Jahrhundert des Fürstentums Liechtenstein soll vielversprechend gelingen.

Vorab danke ich Ihnen, Durchlauchter Erbprinz, für Ihre Thronrede, mit der Sie sowohl dem Landtag als auch der Regierung wichtige Denkanstösse für das ge-meinsame Wirken im Interesse des Landes und seiner Bewohner mit auf den Weg geben.

Wie uns eine seriöse Umfrage jüngst zeigte, geniesst das politische System in Liechtenstein viel Vertrauen. An der Spitze der Vertrauensskala liegt die Mo-narchie, gefolgt von Regierung und Landtag, denen immerhin auch noch be-achtliche drei Viertel der Befragten viel oder ziemlich viel Vertrauen entgegen-bringen. Deutlich weniger gut kommen die politischen Parteien weg. Dieser Un-terschied ist erklärungsbedürftig, zumal die Bedeutung der politischen Parteien für das Funktionieren der Demokratie völlig unbestritten ist. Für unser Handeln als Abgeordnete aber kann die Wahrnehmung der Bevölkerung Richtschnur schein. Politik geniesst mehr Vertrauen, wenn sie nicht primär als Parteipolitik wahrgenommen wird.

Meine Damen und Herren

Zum Jahreswechsel durften wir viele Botschaften von politischen Exponenten lesen. Sehr einheitlich wurde dabei die Bedeutung eines Miteinanders und einer guten Zusammenarbeit der politischen Akteure beschworen. Man darf durch-aus davon ausgehen, dass diese Aussagen ernst gemeint sind. Das wiederum stimmt zuversichtlich, dass wir auch das letzte Jahr der Legislaturperiode pro-duktiv und fruchtbar gestalten können. Damit können wir nicht nur unserer Aufgabe gerecht werden, sondern auch dafür sorgen, dass das Vertrauen in Landtag und Regierung weiter gestärkt wird.

Die Arbeit in der Politik ist von der Gewissheit geprägt, dass sie nie beendet ist. In immer kürzeren Abständen werden wir durch Veränderungsprozesse her-ausgefordert und haben Lösungen zu erarbeiten. Den politischen Fortschritt durch parlamentarische Vorstösse der Fraktionen anzukurbeln, ist ein wesentli-ches Instrument des Parlamentes. In einigen wichtigen Themen sollten wir uns im Interesse des Landes aber auch auf gemeinsame Zielsetzungen einigen und diese gemeinsam realisieren.

Das bisher Erreichte darf sich sehen lassen. In den vergangenen Jahren wurden Finanzbeschlüsse für bedeutende Bauvorhaben gefasst, die unser Land verän-dern und weiterbringen werden. Aber, wie schon gesagt, die politische Arbeit ist nie abgeschlossen. Es wäre meinerseits verfehlt, an dieser Stelle konkrete Projekte anzustossen oder Lösungen zu fordern. Ich erlaube mir lediglich, bei-spielhaft einige Themen zu erwähnen, die den Landtag immer wieder beschäf-tigen werden:

  • Unseren Sozialwerken ist höchste Aufmerksamkeit zu schenken, um ihre Wirksamkeit verlässlich zu sichern.
  • Raum- und Verkehrsplanung müssen in visionärer Weise vorangebracht werden.
  • Das Bildungswesen ist einer permanenten Optimierung zu unterziehen, um auf unsere wichtigste Ressource zählen zu können.
  • Bezahlbare und hochstehende Gesundheitsversorgung im Lande muss weiterhin gesichert werden.
  • Die Förderung von Lebensqualität im Lande muss unterstützt werden, insbesondere durch innovative Umweltschutzmassnahmen, aber auch durch durchdachte Kultur-, Sport- und Freizeitangebote.
  • Aussenpolitisch sind die Weichen zu stellen, um in einer sich rasch verän-dernden Welt unsere Eigenstaatlichkeit und Konkurrenzfähigkeit verläss-lich abzusichern.

All das ruft immer wieder nach guten Lösungen. Dabei dürfen wir durchaus zu-versichtlich ans Werk gehen. Bei all dem weltweiten durch Kriege oder Natur-katastrophen verursachten Elend, das uns täglich in die Stuben serviert wird, dürfen wir nicht übersehen, dass es der Menschheit insgesamt immer besser geht. Die Kindersterblichkeit ist weltweit weiter gesunken. Desgleichen auch der Analphabetismus. Im vergangenen Jahr konnten rund 100 Millionen Men-schen erstmals mit Elektrizität und mit Trinkwasser versorgt werden. Die Le-benserwartung ist weiter gestiegen und mehr als die Hälfte aller Menschen lebt heutzutage in demokratischen Systemen. Die EU will den Auswirkungen der Klimaveränderung in den nächsten zehn Jahren mit Investitionen im Umfang von 1‘000 Milliarden Euro begegnen. Wir dürfen also darauf vertrauen, dass es der Menschheit immer wieder gelingt, Herausforderungen anzunehmen und ihnen mit Erfolg zu begegnen. Was in der grossen weiten Welt gilt, gilt auch in unseren überschaubaren Verhältnissen.


Geschätzte Kolleginnen und Kollegen

Ich bin sehr zuversichtlich, dass es uns gelingen wird, unser Land gut voranzu-bringen. Ich hoffe auch, dass der zu erwartende Wahlkampf nicht zu früh ein-setzt und dass es ein fair geführter Wettbewerb um die besten Rezepte für Land und Leute werde. Wir wurden gewählt, um als Vertreter des Volkes vier Jahre unser Bestes zu geben. Das soll auch im letzten Jahr dieser Legislaturperi-ode unser Handeln bestimmen. Ich wünsche Ihnen dabei eine glückliche Hand, gutes Gelingen und Gottes Segen.

Sondersitzung des Landtags betreffend Massnahmenpaket zur Unterstützung der Wirtschaft im Zuge der Coronakrise

MEDIENMITTEILUNG

Das Landtagspräsidium hat am Mittwoch dem Antrag der Regierung zugestimmt, am Freitag, dem 20. März, um 10 Uhr eine Sondersitzung des Landtages durchzuführen.

Das Funktionieren der staatlichen Organe wird im Interesse der Bevölkerung als wichtig erachtet. Daher sind Ausnahmen gegen das Veranstaltungsverbot möglich, wenn überwiegende öffentliche Interessen dies gebieten, beispielsweise für die Ausübung politischer Rechte, und vom Veranstalter ein Schutzkonzept vorgelegt wird.

Aus Präventionsgründen wird die Landtagssitzung in den Vaduzer Saal verlegt. Dort kann jedem Abgeordneten in gebührendem Abstand zu anderen Abgeordneten ein eigener Tisch zur Verfügung gestellt werden. Auch werden entsprechende Hygienemassnahmen getroffen.

Aufgrund der derzeitigen ausserordentlichen Situation ist kein Saalzugang für die Öffentlichkeit und die Presse vorgesehen. Die Sitzung wird im Landeskanal live übertragen.

April-Landtag abgesagt

Das Landtagspräsidium hat heute aufgrund der Coronapandemie mittels Zirkularentscheidung beschlossen, den April Landtag abzusagen. 

Die Tagesordnung der April-Landtagssitzung mit wenig und nur wenig dringenden Traktanden ermöglicht diese Entscheidung. Die Landtagsführung will mit der Absage ein Zeichen setzen und den Regierungsaufruf unterstützen, die persönlichen Kontakte derzeit auf das absolute Minimum zu reduzieren. Durch die Landtagspause kann die weitere Entwicklung der Krise beobachtet werden und es können allenfalls zusätzliche Sicherheitsmassnahmen und Regelungen für kommende Landtagssitzungen vorgesehen werden. Informationen über das weitere Vorgehen folgen zu gegebener Zeit.

Medienmitteilung: Motion zur zinslosen Vergabe von Krediten nach dem Ausfallgarantiegesetz im Zusammenhang mit der Corona-Krise

zur Motion

Aktuelle Stunde im Juni-Landtag: Welche Lehren zieht der Landtag aus der Corona-Krise?

Bedeutung der engen Verbindungen in der Region betont

Gruppenfoto

Bregenz – Die universitäre Bildung und die Öffnung der Grenzen standen als Themen im Fokus des PräsidentInnentreffens der Internationalen Parlamentarischen Bodenseekonferenz (IPBK) vom 19. Juni 2020. Vorarlbergs Landtagspräsident Harald Sonderegger – aktuell Vorsitzender der IPBK – freute sich über die grenzüberschreitende Zusammenkunft als klares Zeichen für die ungebrochen starken Verbindungen innerhalb der Vier-Länder-Region.

Im Themenbereich Bildung wurde die Fachhochschule Vorarlberg in den Mittelpunkt gerückt: Konkret befassten sich die PräsidentInnen mit der Fachhochschule Vorarlberg. Als Grundlage für die Diskussion präsentierte der Geschäftsführer der FH Vorarlberg, Stefan Fitz-Rankl, viel Wissenswertes über die Hochschule, die Studiengänge und ihre Einbindung in den Hochschulverbund rund um den Bodensee, der unter der Bezeichnung „Internationalen Bodensee-Hochschule“ agiert. 

Aus aktuellem Anlass wurden im Rahmen der Arbeitsgespräche auch die jüngsten Grenzöffnungen in der Vier-Länder-Region thematisiert. Vorarlbergs Landtagspräsident Sonderegger zeigte sich – gemeinsam mit seinen AmtskollegInnen – über die Wiederaufnahme der Reisefreiheit als Basis für ein gemeinsames wirtschaftliches „Comeback“ überaus erfreut. Einigkeit herrschte auch darüber, dass gerade nach der Grenzöffnung das PräsidentInnentreffen Signalwirkung habe, um wieder ins Bewusstsein zu rufen, wie stark die Verbindungen innerhalb der Region sind und auch weiterhin sein werden. 

Auf Einladung von Landtagspräsident Sonderegger haben folgende Personen am Treffen vom 19. Juni teilgenommen:

  • Aus Deutschland der 1. Landtagsvizepräsident Karl Freller (Bayern) und die Stv. Landtagspräsidentin Sabine Kurtz (Baden-Württemberg)
  • Aus Liechtenstein Landtagspräsident Albert Frick
  • Aus der Schweiz die designierte Kantonsratspräsidentin Margrit Müller (Appenzell Ausserrhoden), der designierte Grossratspräsident Matthias Rhiner (Appenzell Innerrhoden), Kantonratspräsident Lorenz Laich (Schaffhausen), Kantonsratspräsident Bruno Cozzio (St. Gallen), Alt-Grossratspräsident Turi Schallenberg (Thurgau), Grossratspräsident Norbert Senn (Thurgau) und Kantonsratspräsident Roman Schmid (Zürich)

Zur Internationalen Parlamentarischen Bodenseekonferenz: Die Internationale Parlamentarischen Bodenseekonferenz ist ein Zusammenschluss der Präsidentinnen und Präsidenten und weiterer Abgeordneter der Landtage von Baden-Württemberg, Bayern, Vorarlberg und des Fürstentums Liechtenstein sowie der Kantonsparlamente von Appenzell-Ausserrhoden, Appenzell-Innerrhoden, St. Gallen, Schaffhausen, Thurgau und Zürich mit dem gemeinsamen Ziel, die Anliegen der Bevölkerung in der Bodenseeregion aufzunehmen, die Standortattraktiviät zu erhöhen und die natürlichen Lebensgrundlagen nachhaltig zu sichern. Sie fördert auch den Meinungsaustauch und die Zusammenarbeit der Parlamente auf regionaler Ebene. Der Vorarlberger Landtag hat in diesem Jahr den Vorsitz inne. Die traditionelle Herbstkonferenz der IPBK mit jeweils vier VertreterInnen pro Land bzw. Kanton ist für Oktober 2020 geplant, die Frühjahrskonferenz musste pandemiebedingt leider abgesagt werden.

Ansprache des Landtagspräsidenten Albert Frick anlässlich des Staatsfeiertages 2020 (inkl. Übersetzung)

Es gilt das gesprochene Wort!

Durchlauchter Erbprinz,
liebe Liechtensteinerinnen, liebe Liechtensteiner,

„Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.“ Dieser Wilhelm Busch zu geschriebene Spruch trifft auf das Jahr 2020 ganz besonders zu. Mit dem Coronavirus „Covid 19“ brach eine unsichtbare Bedrohung über die Welt herein. Bald mussten auch in Liechtenstein die ersten Infektionen festgestellt werden. Nachrichten von medizinischen Notständen in China, Italien und zunehmend weiteren Ländern lösten Gefühle von Verunsicherung bis hin zu Panik aus. Man war sich einig, dass wir vor der grössten Herausforderung seit dem Zweiten Weltkrieg stehen. Das gewohnte und vertraute Alltagsgeschehen wich einer akuten Gefahr mit unbekanntem Ausgang.

Massnahmen zum Schutz der Bevölkerung waren unverzüglich gefragt. Es war in dieser aussergewöhnlich bedrohlichen Situation völlig klar, dass die Staatsführung ohne Einschränkung funktionieren muss. Auch war klar, dass Regierung und Landtag zusammenarbeiten müssen und sich den Herausforderungen gemeinsam stellen müssen. Es wurden Massnahmen ergriffen und Empfehlungen vermittelt, die viele Bereiche des gewohnten Lebens betrafen und einschneidende Beeinträchtigungen mit sich brachten. Aus heutiger Sicht dürfen wir feststellen, dass eine folgenschwere Ausbreitung der Pandemie in Liechtenstein verhindert werden konnte. Auch dürfen wir dankbar feststellen, dass es uns möglich ist, die wirtschaftlichen Einbrüche dank einer vorausschauenden Finanzpolitik ohne Verschuldung aufzufangen.

Für viele unserer Mitmenschen wurde Corona zur herausfordernden Belastung. Mit Kurzarbeit ging die Angst um den Verlust des Arbeitsplatzes einher. Menschen in Altersheimen erfuhren bedrückende Einsamkeit, weil ihre Angehörigen sie nicht mehr besuchen durften. Grosseltern wurden von ihren Enkelkindern getrennt, eine für beide Seiten schmerzliche Einschränkung. Menschen durften sich nicht mehr umarmen und auch auf das Händeschütteln wurde verzichtet. Mit der Schliessung der Schulen kamen auf Eltern zusätzliche Betreuungsaufgaben zu. Lehrpersonen mussten im Eiltempo auf digitales Lehren umstellen. Besonders belastet waren jene Personen, die im Verkauf oder im Gesundheitswesen ihren Beruf weiterhin vor Ort ausüben mussten und sich dabei erhöhter Ansteckungsgefahr aussetzten. Oder denken wir auch an jene Personen, deren Einkommen existenzbedrohend einbrach.

 Liebe Einwohnerinnen und Einwohner,

Bei all diesen Belastungen ist es wirklich bemerkenswert, mit welcher Selbstverständlichkeit grösste Teile der Bevölkerung die Vorgaben verantwortungsbewusst befolgten. Noch ist Corona nicht vorbei. Aber wir dürfen mit Freude feststellen, dass in dieser besonderen Situation eine Welle von Solidarität im Land aufblühte. Nebst dem staatlichen Engagement bildeten sich private Hilfsbewegungen, um besonders betroffene Mitmenschen zu unterstützen. Ich danke all jenen von Herzen, die in dieser schwierigen Zeit Zusammenhalt bewiesen und durch spontane Hilfsbereitschaft für Lichtblicke gesorgt haben. Solidarität ist ein Zeichen von Stärke und ein solides Fundament, auf das wir bauen dürfen. Solidarität ist ein Merkmal, das wir uns auch für die Zeit nach Corona bewahren können. Wenn sich Solidarität mit Mitmenschen im Lande und mit den Ärmsten der Welt als fester Wert unserer Gesellschaft etabliert, dann gehen wir gestärkt aus dieser Krise.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

Unsere duale Staatsform, die die Staatsgewalt im Fürsten und im Volk verankert, hat seit vielen Jahren Bestand und sichert Stabilität und Vertrauen in die Staatsführung. Es ist mir heute ein Bedürfnis, dem Durchlauchten Fürstenpaar im Namen der liechtensteinischen Bevölkerung zum 75. bzw. 80. Geburtstag herzlichst zu gratulieren. Dies verbunden mit den allerbesten Wünschen für eine gute Zukunft.

Unser kleines Land muss sich im internationalen Umfeld immer wieder bewähren. Dabei sind wir oft auf das Wohlwollen anderer angewiesen. Wohlwollen erwirbt man durch Verlässlichkeit, Stabilität und durch erkennbar gute Staatsführung. Als starkes Rückgrat erweisen sich zudem die im liechtensteinischen Volk tief verankerten Werte. Die Liechtensteinerinnen und Liechtensteiner gelten als fleissig, verlässlich, strebsam und hilfsbereit. Bewahren und stärken wir diese Werte, die für unser erfolgreiches Gemeinwesen von erheblicher Bedeutung sind.

Die Demokratie in Liechtenstein lebt von der Partizipation der Bevölkerung. Wir sind in der glücklichen Lage, dass die Bürgerrechte hierzulande mit hoher Beteiligung ausgeübt werden. In Kürze stehen drei Volkstabstimmungen an. Liechtensteinerinnen und Liechtensteiner haben das Privileg, bei wichtigen politischen Weichenstellungen mitentscheiden zu können. Ich fordere Sie dazu auf, dieses Recht wahrzunehmen. Die Meinung jeder und jedes Einzelnen ist gefragt und wird gleich gewichtet. Und bald stehen auch wieder Landtagswahlen an. Ich möchte unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger ermutigen, sich für eine Kandidatur zur Verfügung zu stellen. Die Anerkennung, die man vermittelt bekommt, überwiegt eine gelegentliche Kritik bei Weitem. Es ist eine dankbare Aufgabe, für die Menschen im Lande Verantwortung zu tragen und die Zukunft unseres Landes mitzugestalten.

Wie wird diese Zukunft aussehen? Fünf globale Entwicklungstendenzen werden in den kommenden Jahren massgeblichen Einfluss auf unser Land haben:

Der Klimawandel wird zur wohl grössten Herausforderung der Weltgemeinschaft. Der menschengemachte Treibhauseffekt verursacht Rückstau von Wärme auf unserem Planeten. Folgen in Form von schneearmen Wintern, heissen Sommern oder Starkniederschlägen sind hierzulande schon deutlich spürbar.

Die Globalisierung ist für unsere Wirtschaft wegweisend. Derzeit verschieben sich die wirtschaftlichen Kräfteverhältnisse der Weltregionen. Das Exportland Liechtenstein kann sich den internationalen Märkten nicht entziehen und wird sich den Gegebenheiten laufend anpassen müssen.

Die Digitalisierung verändert das Umfeld, in dem wir leben. IT-Kompetenzen werden in der Unternehmensführung zur Schlüsselkompetenz. Neue Berufe und neue Geschäftsmodelle werden zunehmend unseren Alltag begleiten.

Der demografische Wandel wird hohe Ansprüche an unsere Sozialwerke zur Altersvorsorge stellen. Gleich viele 70-jährige wie 20-jährige Bewohner im Lande sind beredtes Zeugnis einer veränderten Zusammensetzung unserer Gesellschaft.

Der Trend zu Migration wird weiter zunehmen. Prognosen weisen darauf hin, dass Europa in den nächsten 30 Jahren eine Nettozuwanderung von 40 % erleben wird. Eine breit unterstützte Integration von Migranten wird von essenzieller Bedeutung sein.

Diesen fünf Megatrends müssen wir uns mit Selbstvertrauen und mit Innovationskraft stellen. Daneben bleiben uns genügend und vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten, um unser Land verantwortungsbewusst und unter Einbezug der Bevölkerung weiterzuentwickeln. Wir wollen Liechtenstein so gestalten, dass auch unsere Enkel ein gutes Leben führen dürfen.

Liebe Liechtensteinerinnen, liebe Liechtensteiner,

Unser Staatsfeiertag wurde vor genau 80 Jahren in der für unser Land existenzbedrohenden Zeit des Zweiten Weltkrieges ins Leben gerufen. Er sollte damals den gemeinsamen Willen zum Erhalt der Heimat stärken und als Zeichen der Hoffnung und des inneren Zusammenhalts wirken. Diese Vorgabe aus dem Jahr 1940 hat wieder grosse Aktualität erlangt. Bei der Bewältigung der Coronakrise sind innerer Zusammenhalt, Hoffnung und Zuversicht in hohem Masse gefragt.

Dieses Jahr feiern wir unseren Staatsfeiertag anders als gewohnt. „Zemma im klina fiira“ ist das Motto. Am Abend werden wir die Höhenfeuer, die Krone auf Tuass und den Fackelzug entlang des Fürstensteigs geniessen können. Liechtenstein ist beflaggt und in jeder Gemeinde wird ein Gebäude in den Landesfarben erstrahlen.

Für den Staatsakt wurde ein kleiner, aber feiner Rahmen gefunden. Ich danke der Bläsergruppe und dem Männerquartett für die musikalische Gestaltung. Auch danke ich dem Trachtenverein, der Rheinmark und den Pfadfindern. Sie alle machen Heimatverbundenheit erlebbar. Der ehemalige Regierungsrat und Landtagsabgeordnete Dr. Walter Oehry hat unserer Heimat ein Gedicht gewidmet, das gut zum Staatsfeiertag passt: „Die Entstehung Liechtensteins“. Mit seinen im Dialekt verfassten Versen komme ich zum Ende meiner heutigen Rede.

Der Herrgott ischt grad fertig gse
Und hät si ghörig gfreut
Es ischt der letschte Werktig gse
Und er häts ned bereut.

D’Engel luagen öberall,
Well sie muand nochher rumma.
Änn rüaft: Do hat’s noch Matrial
A klises betzle umma.

Es ischt zwor blos a Hüfele
Und gär ned förchtig tüür
I glob, i nümm mis Schüfele
Und wörf’s grad schnell is Füür.

Do seet der Herrgott: Wart a betz,
I glob I mach noch schnell,
Vor i mi nocher ahisetz,
a munzig kliis Modell.

A betzle Berg, a betzle Tal
Viel Sunna und viel Moo,
Drzwösche dinna recht viel Wald
Viel Tierle sowieso.

Und Lütle, grad wie n’is gern mag.
Fromm und met viel Respekt,
Wo schaffen, wenn sie Tag för Tag
Der Güggel jedsmol weckt.

Wenn’s fertig ischt, denn legen mer’s
Grad metta zu da-n-andera
Denn ka ma krüzwiis und verquers
Dors‘ kline Lendle wandera.

Denn sächt ma, dass der kline Rescht
Vom grossa Werk allää
A klises Meischterwerkle ischt
Und hässen’s Liachtaschtää.

Mit dieser Ode an die Heimat wünsche ich allen Einwohnerinnen und Einwohnern einen beglückenden Staatsfeiertag und wünsche Ihnen von Herzen Gottes Segen.

 

 

Your Serene Highness Hereditary Prince,

Dear people of Liechtenstein,

“Firstly it turns out differently, and secondly not the way one was expecting.” This saying, attributed to Wilhelm Busch, is particularly apposite for the year 2020. An invisible threat spread around the world in the form of the coronavirus “Covid-19”. It wasn’t long before the first infections were being diagnosed in Liechtenstein. News of medical emergencies in China, Italy and increasingly in other countries triggered responses that ranged from insecurity to panic. There was a consensus that we are facing the biggest challenge since the Second World War. Familiar and accustomed daily routines gave way to acute danger with an unknown outcome.

Measures to protect the population were suddenly required. In this extraordinarily threatening situation, it was clear that the body politic needed to function without constraint. It was also clear that the Government and Parliament needed to work together and face the challenges together. Measures were imposed and recommendations were made that affected many aspects of normal life and involved far-reaching interventions. From today’s perspective, it is possible to state that a devastating spread of the pandemic in Liechtenstein was prevented. We can also state, with some relief, that we have been able to absorb the economic downturn without incurring debt thanks to foresighted financial policies.

For many of our fellow citizens, the coronavirus became a real challenge and a burden. Short-time working was accompanied by concerns about job losses. People in nursing homes were afflicted by loneliness, because their relatives were no longer permitted to visit them. Grandparents were separated from their grandchildren, a painful situation for both sides. People were no longer permitted to hug one another, and the custom of shaking hands was also abandoned. With the closure of schools, parents faced additional childcare responsibilities. Teachers rushed to switch to digital teaching. People who continued to work in sales or in the healthcare sector and who were exposed to an increased risk of infection were particularly badly affected. And we also need to think of those people whose incomes plummeted, threatening their very livelihoods.

 

Dear Residents,

Faced with all these challenges, the extent to which most of the population willingly adhered to the guidelines is truly remarkable. The coronavirus has not yet been defeated. But we are pleased to note that, in these very challenging circumstances, the country experienced a wave of solidarity. In addition to state support, private campaigns were also set up to help people who had been particularly badly affected. From the bottom of my heart, I would like to thank all those who showed solidarity in these difficult times and provided rays of hope through their spontaneous help and support. Solidarity is a sign of strength and a solid foundation upon which we can build. Solidarity is a characteristic that we can also preserve for the time after the coronavirus pandemic. If solidarity with fellow human beings in the country and with the poorest people in the world becomes established as a firm value of our society, then we shall emerge stronger from this crisis.

 

Dear Compatriots,

Our dual system of government, which establishes state authority in the Prince and in the people, has existed for many years and ensures stability and confidence in state leadership. Today, on behalf of the people of Liechtenstein, I extend my warmest congratulations to the Serene Princely Couple on the occasion of their 75th and 80th birthdays. Together with the very best wishes for the future.

Our small country has to prove itself repeatedly in the international environment. Whereby we are often dependent on the goodwill of others. Goodwill is acquired through reliability, stability and identifiably good governance. In addition, the values that are deeply rooted in the Liechtenstein population have proven to be a strong backbone. The people of Liechtenstein are considered to be hard-working, reliable, ambitious and supportive. Let us preserve and strengthen these values, which are of tremendous importance for our successful society.

Democracy in Liechtenstein thrives on the involvement of the general population. We are in the fortunate position that civil rights in this country are exercised with a high voter turnout. Three referendums will shortly be held. Liechtenstein citizens have the privilege of exercising their right to shape important political decisions. I urge you to exercise this right. The opinion of each and every individual is sought and accorded equal weighting. And parliamentary elections are also scheduled to take place before long. I encourage our fellow citizens to put themselves up as candidates. The recognition one receives by far outweighs any occasional criticism. It is a thankful task to bear responsibility for the people in the country and to help shape the future of our nation.

What will this future look like? Five global development trends will have a significant impact on our country in the years ahead:

Climate change is likely to be the greatest challenge facing the global community. The man-made greenhouse effect is causing heat to accumulate on our planet. Consequences in the form of winters with little snow, hot summers or heavy rainfall are already clearly noticeable in this country.

Globalisation is the way forward for our economy. At present, the economic balance of power in the regions of the world is shifting. As an export country, Liechtenstein is integrally linked with international markets and needs to adapt continuously to meet changing circumstances.

Digitalisation is changing the world in which we live. IT skills are becoming a key competence in the field of corporate management. New professions and new business models will increasingly be a part of our everyday lives.

Demographic change will impose huge demands on our social services and old-age provisioning. There are as many 70-year-old as 20-year-old residents in the country, which is testimony to the shifting demographic composition of our society.

There will be a further increase in the level of migration. Forecasts suggest that Europe will experience net immigration of 40% over the next three decades. Broad-based support for the integration of migrants will be essential.

We need to face these five megatrends with confidence and innovative strength. At the same time, we have sufficient and varied opportunities to develop our country responsibly and with the involvement of the general population. We want to shape Liechtenstein in such a way that our grandchildren will also be able to lead good and fulfilled lives.

 

Dear people of Liechtenstein,

Our National Day was created exactly 80 years ago during the Second World War, which threatened the very existence of our country. It was designed to strengthen the common will and determination to safeguard the homeland and to act as a symbol of hope and inner cohesion. This objective from the year 1940 has again become a very topical issue. When it comes to surmounting the coronavirus crisis, inner cohesion, hope and confidence are greatly in demand.

This year we are celebrating our National Day in an unusual manner. “Zemma im klina fiira” is the motto. “Jointly celebrating in a small ceremony.” In the evening we will be able to admire the beacon fire, the crown on Tuass and the torchlight procession along the Fürstensteig. Flags have been raised throughout Liechtenstein, and in every municipality a building will shine in the national colours.

A small, yet special setting has been found for the state occasion. I would like to thank the wind ensemble and the male quartet for the musical accompaniment. I also thank the Trachtenverein traditional costume society, the Rheinmark fraternity and the Scouts. You all make a sense of attachment to the homeland a very tangible experience. Dr Walter Oehry, former Minister and Member of Parliament, dedicated a poem to our homeland that attunes perfectly with the National Day: “The Origin of Liechtenstein” or “Die Entstehung Liechtensteins”. I shall end my speech today with his verses, which are written in dialect. 

Der Herrgott ischt grad fertig gse
Und hät si ghörig gfreut
Es ischt der letschte Werktig gse
Und er häts ned bereut.

D’Engel luagen öberall,
Well sie muand nochher rumma.
Änn rüaft: Do hat’s noch Matrial
A klises betzle umma.

Es ischt zwor blos a Hüfele
Und gär ned förchtig tüür
I glob, i nümm mis Schüfele
Und wörf’s grad schnell is Füür.

Do seet der Herrgott: Wart a betz,
I glob I mach noch schnell,
Vor i mi nocher ahisetz,
a munzig kliis Modell.

A betzle Berg, a betzle Tal
Viel Sunna und viel Moo,
Drzwösche dinna recht viel Wald
Viel Tierle sowieso.
Und Lütle, grad wie n’is gern mag.
Fromm und met viel Respekt,
Wo schaffen, wenn sie Tag för Tag
Der Güggel jedsmol weckt.

Wenn’s fertig ischt, denn legen mer’s
Grad metta  zu da-n-andera
Denn ka ma krüzwiis und verquers
Dors‘ kline Lendle wandera.

Denn sächt ma, dass der kline Rescht
Vom grossa Werk allää
A klises Meischterwerkle ischt
Und hässen’s Liachtaschtää.

With this ode to the homeland I wish all inhabitants a happy National Day and wish you God’s blessing from the bottom of my heart.

Sitzungsdaten des Landtags für das Jahr 2021

Aktuelle Stunde im September-Landtag: 2039 - Abschlussbericht Zukunftsprojekt 300 Jahre Fürstentum Liechtenstein

Stellenausschreibung: Liechtensteinisches Mitglied des Europäischen Komitees zur Verhütung von Folter und unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe (CPT)

Aktuelle Stunde im Dezember-Landtag: Für eine Stärkung des Landtags

Landesausschuss bestellt

Landesausschuss 2020/2021

Wichtiger Hinweis zur Landtagseröffnung:

Aufgrund der Covid-19-Pandemie darf nur eine begrenzte Personenzahl während der Landtagseröffnung im Plenarsaal sein. Deswegen wird die Eröffnungssitzung ohne Publikum im Landtagssaal stattfinden. Ausserdem können nur Vertreter der liechtensteinischen Medien den Anlass im Landtagssaal verfolgen. Interviews sind im Anschluss an die Veranstaltung unter Einhaltung der Schutzmassnahmen vor dem Gebäude für alle interessierten Medienschaffenden möglich.

Die Veranstaltung wird im Livestream auf der Homepage des Landtages und auf dem Landeskanal live übertragen

Landtagseröffnung 2021 – Beginn neuer Legislaturperiode coronabedingt ohne Publikum

Am kommenden Donnerstag, 25. März, um 10 Uhr wird die Eröffnungssitzung des Landtages mit der Vereidigung der gewählten Frauen und Herren Abgeordneten, den Bestellungen und der Wahl der Regierung ohne Publikum im Landtagssaal stattfinden.

Um 10 Uhr wird S.D. Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein im Plenarsaal des Landtages seine siebzehnte Thronrede halten und den Landtag eröffnen. Danach werden die Landtagswahlen und die Wahl der Parlamentarierinnen und Parlamentarier validiert, bevor diese durch Erbprinz Alois vereidigt werden. Im Anschluss daran erfolgt die Ansprache des Alterspräsidenten Albert Frick, Landtagspräsident der vergangenen acht Jahre.

Den nächsten Tagesordnungspunkt bilden die Bürowahlen, bei denen der Landtagspräsident respektive die Landtagspräsidentin, der Landtagsvizepräsident respektive die Landtagsvizepräsidentin die sowie die Stimmenzähler/-innen gewählt werden. Darauf folgen die Bestellungen der drei ständigen Kommissionen, der Delegationen bei internationalen Institutionen und der beiden nicht-ständigen Kommissionen.

Des Weiteren ist vorgesehen, dass der neue Landtag die neue Regierung wählen wird, die dem Erbprinzen zur Ernennung vorgeschlagen werden wird.

Für die Eröffnungssitzung des Landtages ist weiterhin aufgrund der Massnahmen gegen die Covid-19-Pandemie kein Publikum zugelassen – dies analog zu den Landtagssitzungen ab März 2020. Die Veranstaltung wird im Livestream auf der Homepage des Landtages und auf dem Landeskanal live übertragen. (pd)

Ansprache des Alterspräsidenten Albert Frick anlässlich der Landtagseröffnung am 25. März 2021

Es gilt das gesprochene Wort!


ANSPRACHE

DES ALTERSPRÄSIDENTEN ALBERT FRICK

ANLÄSSLICH DER LANDTAGSERÖFFNUNG 2021

Durchlauchter Erbprinz
Sehr geehrte Frauen und Herren Landtagsabgeordnete
Sehr geehrte Mitglieder der Regierung

Ich bedanke mich bei Ihnen, Durchlauchter Erbprinz, für die Thronrede, mit der Sie dem Landtag massgebende Hinweise auf kommende Herausforderungen gegeben haben.

Es ist mir ein Bedürfnis, den Frauen und Herren Abgeordneten und stellvertretenden Abgeordneten herzlichst zur Wahl in den Landtag zu gratulieren. Ich freue mich sehr, Sie alle zur Eröffnungssitzung begrüssen zu dürfen. Eine Eröffnungssitzung, die gleich in mehrfacher Hinsicht in die Geschichte eingehen wird.

Erstmals sind die beiden Grossparteien mit der gleichen Anzahl Abgeordneter im Landtag vertreten, was erneut in eine sogenannte grosse Koalition mündet. Die ausgeglichene Stärke der Koalitionsparteien ist eine gute Voraussetzung, um gemeinsam geeignete Lösungen für die Bedürfnisse des Landes anzustreben. Wir möchten die Oppositionsparteien einladen, sich ebenfalls in bewährter Weise an der Gestaltung des Landes und seiner Zukunft zu beteiligen.

Auch in weiterer Hinsicht kommt der heutigen Eröffnungssitzung historische Bedeutung zu. Noch nie zuvor wurden so viele Frauen in den Landtag gewählt: sieben Frauen als Abgeordnete und drei Frauen als stellvertretende Abgeordnete. Das ist im Vergleich zur letzten Landtagswahl ein erheblicher Sprung nach vorne, aber sicher noch nicht das Ende einer bedeutsamen Entwicklung.

Die neuen Abgeordneten, Frauen wie Männer, wurden in einem Zeitungsinterview zu ihren bevorzugten Sachthemen befragt und ebenso, wie sie die politische Diskussion führen möchten. Ausnahmslos alle gaben sinngemäss an, dass Sachlichkeit, Respekt und Anstand ihre Leitlinien sein werden. Ich möchte Sie ermutigen, diesen Vorsätzen treu zu bleiben, und ich kann Ihnen versichern, dass dies Ihrem persönlichen wie auch dem Ansehen dieses Hohen Hauses gut tun wird.

Am heutigen Tag werden wir eine neue Regierung wählen und sie S.D. dem Erbprinzen zur Ernennung vorschlagen. Den scheidenden Regierungsmitgliedern danke ich für Ihre Arbeit und wünsche Ihnen für die Zukunft alles Gute.

Im Jahr 2021 erinnern wir uns an einen Meilenstein in der Entwicklung Liechtensteins. Vor 100 Jahren, am 5. Oktober 1921, wurde die neue liechtensteinische Verfassung in Kraft gesetzt. Sie bildet auch heute die Grundlage des Staates. Die Verfassung von 1921 definierte Liechtenstein als eine «konstitutionelle Erbmonarchie auf demokratischer und parlamentarischer Grundlage» und verankerte «die Staatsgewalt in Fürst und Volk». Die 1921er-Verfassung brachte dem Volk nicht nur neue Rechte, sie brachte ihm auch einen wesentlichen Teil der Verantwortung für das Geschehen im Staate.

Diese Verantwortung kommt ab dem heutigen Tag zu einem erheblichen Teil Ihnen zu, sehr geehrte Frauen und Herren Landtagsabgeordnete. Bei der soeben erfolgten Vereidigung haben Sie gelobt, die Staatsverfassung und die Gesetze zu halten und das Wohl des Vaterlandes ohne Nebenrücksichten nach bestem Wissen und Gewissen zu fördern. Ich möchte Sie auffordern, dieses Gelöbnis als oberste Leitlinie ihres Handelns als Parlamentarier zu sehen. Nach bestem Wissen und Gewissen zu handeln, ist die einzige Möglichkeit, auch vor sich selbst bestehen zu können.

Im Zusammenhang mit der Coronapandemie gelten bei Landtagssitzungen weiterhin die mit dem Amt für Gesundheit abgestimmten Schutzmassnahmen. Gegen Ende der letzten Legislaturperiode ist es gelungen, die Behandlung der Traktanden wesentlich effizienter zu gestalten, um überlange Sitzungen zu vermeiden. Die Qualität der Debatten hat darunter nicht gelitten. Es sollte unser Ziel sein, diese Effizienz weiterzuführen. Weniger kann oft mehr sein. Nicht die Länge eines Votums ist von Bedeutung, sondern die Qualität des Gesagten. Wenn es uns gelingt, auf unnütze Wiederholungen und auf Gezänke um das letzte Wort zu verzichten, können wir dieses Ziel auch zukünftig erreichen.

Geschätzte Frauen und Herren Landtagsabgeordnete

Der Landtag ist das Verfassungsorgan, das unmittelbar durch das Volk legitimiert ist. Aus dieser Legitimation dürfen Sie Vertrauen schöpfen. Nehmen Sie Ihre Verantwortung als Parlamentarier mit Selbstbewusstsein wahr. Der Landtag darf niemals eine untergeordnete Rolle spielen. Die Vertretung des Volkes beinhaltet höchst anspruchsvolle Aufgaben, die Ihnen übertragen wurden. Wenn Sie diese Aufgaben mit Fleiss und mit gutem Willen verantwortungsbewusst angehen, werden Sie als Parlamentarier viel Freude an Ihrer Arbeit haben.

Ich wünsche Ihnen von Herzen den besten Erfolg und Gottes Segen.

Sommersession der Parlamentarischen Versammlung des Europarats in Strassburg - 10. Jahrestag der Istanbul-Konvention

PACE Delegationsfoto Juni 2021

Vom 21. bis zum 24. Juni fand die Sommersession der Parlamentarischen Versammlung des Europarats in hybrider Form in Strassburg statt. Liechtenstein wurde durch die vom Landtag Ende März neu bestellte Delegation, bestehend aus der Landtagsabgeordneten Franziska Hoop (Delegationsleiterin), dem Landtagsabgeordneten Peter Frick (Mitglied) sowie den stellvertretenden Abgeordneten Hubert Büchel und Thomas Hasler (beides stellvertretende Mitglieder der Versammlung) vertreten. 

Feierstunde anlässlich des 10. Jahrestags der Istanbul-Konvention

Die Versammlung begann den 10. Jahrestag des Übereinkommens des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt mit einer Feierstunde initiiert vom Parlamentspräsidenten Rik Daems. Anlässlich des Jubiläums sprachen vor der Versammlung die jesidische Menschenrechtsaktivistin Nadia Murad, Trägerin des Václav-Havel-Menschenrechtspreises 2016 und des Friedensnobelpreises 2018, Marija Pejčinović Burić, Generalsekretärin des Europarats, Alexander de Croo, belgischer Premierminister, Anca Dana Dragu, Präsidentin des rumänischen Senats, Elisabeth Moreno, französische Ministerin für Gleichstellung, Diversität und Chancen­gleichheit und Dubravka Šimonovic, UN-Sonderberichterstatterin gegen Gewalt an Frauen. 

Liechtenstein beteiligte sich ebenfalls mit einer Wortmeldung an dieser hochrangigen Debatte. Der Abgeordnete Peter Frick machte Ausführungen über die in der letzten Woche erfolgte Hinterlegung der Ratifizierungsurkunde der Istanbul-Konvention durch Regierungsrätin Dominique Hasler. «Liechtenstein ist somit der 34. Mitgliedstaat der Istanbul-Konvention und setzt ein wichtiges und starkes Zeichen für den Multilateralismus und den Schutz der Menschenrechte. Mit unserem Einsatz zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt verbessern wir die Situation der Betroffenen in Liechtenstein und betonten gleichzeitig international die Wichtigkeit der Istanbul-Konvention», so der Abgeordnete Frick während seiner Rede. Abschliessend rief Frick alle Mitgliedstaaten auf die Istanbul-Konvention zu ratifizieren. 

Liechtenstein hat am 10. November 2016 die Europaratskonvention zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt unterzeichnet. Der Landtag stimmte der Ratifikation anlässlich seiner Sitzung im Mai 2021 zu und am 1. Oktober 2021 wird das Übereinkommen für Liechtenstein in Kraft treten. Die Istanbul-Konvention gilt als wichtiges internationales Abkommen zum Schutz vor jeglicher Form von Gewalt und insbesondere vor häuslicher Gewalt gegen Frauen und Kinder. 

Verschiedene Antrittsbesuche der liechtensteinischen Delegation

Die Delegation nutzte ihre starke Präsenz vor Ort für einen Antrittsbesuch bei Botschafter Domenik Wanger, dem ständigen Vertreter Liechtensteins beim Europarat, welcher die Delegationsmitglieder über die Schwerpunkte seiner Arbeit als Botschafter vor Ort informierte. Ebenfalls fand ein Höflichkeitsbesuch bei der Generalsekretärin der Versammlung, Despina Chatzivassiliou-Tsovilis statt. Ein weiterer Austausch fand mit Carlo Ranzoni, liechtensteinischer Richter am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, statt. Er informierte die Delegation über die Arbeitsweisen des EGMR und insbesondere über seine Arbeit als Richter.

Ungarischer Vorsitz

Im Mai übernahm Ungarn den halbjährlich wechselnden Vorsitz im Ministerkomitee des Europarats von Deutschland und wird ihn im November an Italien übergeben. Als Vorsitzender des Ministerkomitees sprach der ungarische Aussenminister Péter Szijjártó vor der Versammlung und beantwortete die zahlreichen Fragen der Parlamentarier. Liechtenstein wird den Vorsitz im Ministerkomitee im November 2023 übernehmen. 

Liechtensteinisches Mitglied ins CPT gewählt

Vergangene Woche konnte der von der liechtensteinischen Delegation initiierte Auswahlprozess für ein neues Mitglied in das Europäische Komitee zur Verhütung von Folter und unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe (CPT) erfolgreich abgeschlossen werden. Das Ministerkomitee des Europarats wählte Frau Judith Oehri aus einer Liste mit mehreren Kandidaten als neues Mitglied ins CPT.

55. Internationale Parlamentarische Bodensee-Konferenz in Rorschach

IPBK-PraesidentInnen

Erste Konferenz unter dem Vorsitz vom Kanton St. Gallen durchgeführt

Der Kanton St. Gallen führt in diesem Jahr den Vorsitz der Internationalen Parlamentarischen Bodensee-Konferenz (IPBK). Die traditionelle Frühjahrskonferenz fand an der Pädagogischen Hochschule in Rorschach statt. Die Delegierten der Vier-Länderregion befassten sich im Rahmen eines breiten Austausches vor allem mit der Ausarbeitung einer Resolution zum Fluglärm Flughafen Zürich und diskutierten das Zielbild Raum und Verkehr.

 Auf Einladung des Vorsitzenden der IPBK 2021, dem St. Galler Kantonsrat Walter Gartmann, tagten mehr als 45 Vertreterinnen und Vertreter der Mitgliedsländer beziehungsweise Mitgliedskantone der IPBK in Rorschach. Die grosse Teilnehmerzahl zeigte deutlich, dass der Bedarf an einem Austausch gross war und wie verbunden und verwoben die Bodenseeregion ist – wirtschaftlich, gesellschaftlich und emotional. Der angeregte Austausch ist ein Spiegelbild für die sehr gute Zusammenarbeit und den Zusammenhalt unter den Mitgliedsländern und -kantonen und soll einen Impuls für die Zukunft geben.

 Die IPBK diskutierte die von der Arbeitsgruppe erarbeitete Resolution für die Wiederaufnahme eines grenzüberschreitenden, konstruktiven Dialogs mit dem Ziel, einvernehmliche Lösungen in Streitfragen zum Fluglärm des Flughafens Zürich zu finden. Es wurde festgehalten, dass der Entwurf in der Arbeitsgruppe finalisiert wird, sodass anlässlich der Herbstkonferenz darüber befunden werden kann.

 Auf der Agenda der Konferenz standen ausserdem:

  •  Wirtschaft und Arbeit: Prof. Dr. Alain Thierstein, Professor für Raumentwicklung, Technische Universität München, beleuchtete, was einen erfolgreichen Metropolitanraum ausmacht, welches die wichtigsten Standortfaktoren sind und welche Grundvoraussetzungen nötig sind. Dabei machte er einen besonderen Bezug zu den Zielen und Strategien der Charta «Metropolitanraum Bodensee».
  • Verkehr: Anlässlich der Herbstkonferenz im Jahr 2018 verabschiedetet die IPBK im Kanton Schaffhausen eine Resolution, die eine nachhaltige Raum- und Verkehrsentwicklung in der Bodenseeregion verlangt. Die Parlamentarier erhielten von Manfred Kopf, Vorsitzender ROK-B und Ueli Strauss, externer Projektleiter, einen Überblick über den Erarbeitungsprozess und die ersten Resultate. Zudem wurde aufgezeigt, wann ein Einbezug ihrerseits geplant ist und bis wann das Zielbild verabschiedet werden soll.
  • Bildung: Horst Biedermann, Rektor Pädagogische Hochschule, begrüsste die Parlamentarierinnen und Parlamentarier und stellte den historischen Standort, die diversen Angebote im Bereich Studium, Weiterbildung, Forschung und Dienstleistung sowie einige Schlüsselzahlen vor.
  • Sicherheit: Der Vorsitzende wies darauf hin, dass die Interpellation «Verständigung bei internationalen Polizeieinsätzen auf Grenzgewässern» (51.20.78) die Diskussion um die Verständigung der Polizei im Fall von Not- und Unfällen auf dem Rhein im Kanton St. Gallen anstiess. Nun ist es zielführend, in der Internationalen Bodensee-Konferenz (IBK) gemeinsam Lösungen für den Funkverkehr auf dem Bodensee zu finden.
  • Umwelt: Zudem führte der Vorsitzende aus, dass am 9. Juli 2021 in Feldkirch einen Expertinnen- und Expertenaustausch der exekutiven Ebene im Management von problematischen Neophyten stattfindet.

 Im Rahmen der zweitägigen Konferenz in St. Gallen besuchten die Teilnehmenden das FFA Museum und die Markthalle Hundertwasser in Thal. Die Parlamentarierinnen und Parlamentarier der Frühjahrskonferenz bedankten sich für die hervorragend organisierte Konferenz und freuen sich auf den Austausch im Oktober.

Bildunterschrift:

Die IPBK-Präsidentinnen und Präsidenten:

(v.l.n.r.) Grossratspräsidentin Brigitte Kaufmann, Thurgau; Kantonsratspräsidentin Claudia Martin, St. Gallen; Grossratspräsident Josef Würms, Schaffhausen; Landtagspräsidentin Muhterem Aras, Baden-Württemberg; Vorsitzender IPBK 2021 Walter Gartmann, St. Gallen; Grossratspräsidentin Theres Durrer-Gander, Appenzell Innerrhoden; Landtagsvizepräsident Karl Freller, Bayern; Kantonsratspräsident Benno Scherrer, Zürich; Vorsitzende 2022 Margrit Müller, Appenzell Ausserrhoden; Kantonsratspräsidentin Claudia Frischknecht, Appenzell Ausserrhoden; Landtagspräsident Harald Sonderegger; Vorarlberg; Landtagsvizepräsidentin Gunilla Marxer-Kranz, Fürstentum Liechtenstein.

Parlamentarische Versammlung der OSZE tagt in Wien

OSZE-PV-Tagung-Wien-2021

Die geplante Jahrestagung der OSZE PV musste aufgrund der Covid-19-Pandemie abgesagt werden. Daraufhin wurde beschlossen eine verkürzte Remote Tagung, bestehend aus virtuellen Sitzungen der drei Allgemeinen Ausschüsse sowie einer hybriden Sitzung des Ständigen Ausschusses und einer hybriden Plenarsitzung in Wien abzuhalten. Der Zugang zu den Sitzungen in Wien war alleinig den Delegationsleitungen, den Präsidiumsmitgliedern sowie den Berichterstattern vorbehalten.

An der Plenarsitzung Anfang Juli wurde Liechtenstein durch die Abg. Norma Heidegger in der Wiener Hofburg und durch den Abg. Sebastian Schädler online vertreten. Die Sitzung begann mit den Ansprachen des Präsidenten der Versammlung Lord Peter Bowness sowie der amtierenden OSZE-Vorsitzenden Ann Linde (Aussenministerin von Schweden). Anschliessend wurden drei Dringlichkeitsfragen diskutiert und von der Versammlung verabschiedet. In der Folge stellten verschiedene Ad-hoc-Vorsitzende sowie Spezialberichterstatter der Versammlung ihre Berichte vor. Die Wahlen für die Amtsträger der Versammlung fanden aufgrund der hybriden Sitzung erstmals elektronisch statt. Als neue Präsidentin der Versammlung wurde Margareta Cederfelt mit wenigen Stimmen Vorsprung auf ihre Konkurrentin, die Norwegerin Kari Henriksen, gewählt. Die drei Allgemeinen Ausschüsse tagten online und berieten die von den Berichterstattern erstellten Berichte zum Thema «Reinforcing Multilateralism in Times of Global Crisis: A Parliamentary Call for Future Action».

(Foto: PD)

Ansprache des Landtagspräsidenten Albert Frick anlässlich des Staatsfeiertages 2021 (inkl. Übersetzung)

Es gilt das gesprochene Wort!

Durchlauchter Erbprinz,

Liebe Liechtensteinerinnen, liebe Liechtensteiner,

Am heutigen Staatsfeiertag soll das Feiern nicht zu kurz kommen, obschon wir ihn erneut auf ungewohnte Weise begehen müssen. Das Besondere in diesem Jahr sind die Feiern in den Gemeinden. „11 Gemeinden. 1 Land“ – so das Motto. Ich danke allen, die mitgeholfen haben, die Festlichkeiten vorzubereiten und die Menschen in der Dorfgemeinschaft zusammenzuführen.

Das jährliche Fürstenfest steht bei uns auch für Neubeginn. Der Sommer neigt sich dem Ende entgegen und für viele enden die verdienten Ferien. Gestärkt finden wir uns wieder im Alltag ein. Ein Neubeginn hat sich auch durch die Lockerung der pandemiebedingten Einschränkungen ergeben. Noch wissen wir nicht zuverlässig, wie die weitere Entwicklung verlaufen wird und ob wir mit einer neuen Welle an Infektionen rechnen müssen. Wir dürfen aber zuversichtlich sein, dass künftige Massnahmen im Falle einer breiten Durchimpfung der Bevölkerung weniger einschränkend ausfallen werden.

Der Staatsfeiertag bietet in diesem Jahr in besonderer Weise Gelegenheit, über unser Staatswesen nachzudenken. Unsere Verfassung aus dem Jahre 1921 wird 100 Jahre alt. Das Verfassungsjubiläum wird am 5. Oktober gebührend gewürdigt werden. Mit der 1921er-Verfassung wurde die Staatsgewalt im Fürsten und im Volke verankert. Die Rechte des Volkes wurden erheblich ausgebaut, wodurch es auch in die Verantwortung genommen wurde. Direktdemokratische Rechte sind seither Teil unseres Staatswesens.

  • Seine Volksvertreter wählen zu können,
  • über das Petitionsrecht ein Anliegen vorbringen zu können,
  • über das Initiativrecht das Geschehen beeinflussen zu können
  • oder Entscheide über das Referendumsrecht hinterfragen zu können.

All diese direktdemokratischen Mittel ermöglichen ein aktives Mitwirken. Dies bedeutet aber auch, Verantwortung zu tragen und Entscheide nach bestem Wissen und Gewissen im Sinne unseres Gemeinwesens und der Bevölkerung zu fällen. Auf der Basis unseres Grundgesetzes hat Liechtenstein einen beispiellos erfolgreichen Weg hinter sich.

Wie glücklich dürfen wir uns schätzen, in einem Land zu leben, das Teil der freien Welt ist. Ein Land, das individuelle Lebensgestaltung und individuelles Streben nach Glück ermöglicht und unterstützt. Das Fürstentum Liechtenstein soll den innerhalb seiner Grenzen lebenden Menschen dazu dienen, in Freiheit und Frieden miteinander leben zu können, so besagt unsere Verfassung. Das sind Werte, die nicht hoch genug geschätzt werden können. Unser Staatswesen, die konstitutionelle Erbmonarchie auf demokratischer und parlamentarischer Grundlage, stellt etwas ganz Besonderes dar: Etwas Identitätsstiftendes, etwas, das uns Liechtensteinerinnen und Liechtensteiner ausmacht. Wir sind stolz auf unser Fürstentum Liechtenstein.

Identitätsstiftend ist für viele auch die Berufstätigkeit. Einer sinnvollen Arbeit nachgehen zu dürfen, ist ein Privileg, das wir wohl längst als selbstverständlich erachten. Ebenso die Freiheit, den Beruf entsprechend der persönlichen Fähigkeiten selbst auswählen zu können. Grundlage dieser freien Entwicklungsmöglichkeiten ist einerseits ein Bildungswesen, das allen gleichberechtigt zugänglich sein muss und das fähig ist, den sich ständig ändernden Ansprüchen gerecht zu werden. Andererseits ist es die diversifizierte und international gut vernetzte Wirtschaft des Landes. Die Aussenpolitik wird in wirtschaftlicher und diplomatischer Hinsicht die internationalen Entwicklungen wachsam verfolgen müssen, um erfolgversprechende Rahmenbedingungen erhalten zu können. Mit der EWR-Mitgliedschaft haben wir eine gute Ausgangslage und eine solide Anerkennung unseres souveränen Staatswesens in Europa.

Mit dem bisher mehrheitlich verregneten Sommer und den zerstörerischen Unwettern in Mitteleuropa oder den fast unerträglichen Hitzeperioden mit Brandkatastrophen in südlicheren Gefilden ist der Klimawandel dieses Jahr besonders auffällig. Wir müssen immer mehr von einer Klimabedrohung sprechen. Es gibt mehr als genügend wissenschaftliche Evidenz, dass diese Klimabedrohung durch Menschenhand verursacht wird. Als Kleinstaat können wir das Ruder nicht herumreissen, aber wir können zum leuchtenden Vorbild werden, wie international vereinbarte Klimaziele erreicht werden können. Im Kleinstaat kann vorgelebt werden, was die Weltgemeinschaft umsetzen sollte.

Liebe Liechtensteinerinnen und Liechtensteiner,

Die Olympischen Spiele als grösste Veranstaltung der Menschheit, sind vor Kurzem zu Ende gegangen. Die teils unfassbaren Leistungen der Athletinnen und Athleten zeigen uns auf, zu welchen Grenzen ein menschliches Wesen vorstossen kann. Das ist zwar nicht Allgemeingut, aber es kann uns Antrieb sein, selbst einer regelmässigen sportlichen Betätigung nachzugehen und zu einem gesunden Körper Sorge zu tragen. Sport und kulturelle Betätigung sollen im Land in einer Art und Weise gefördert werden, dass breite Bevölkerungsschichten davon profitieren können und das Streben nach körperlicher wie auch mentaler Gesundheit unterstützt wird.

Eines ist so sicher, wie der Verlauf der Jahreszeiten. Den politisch Verantwortlichen im Lande geht die Arbeit nie aus. Es gibt viele Ziele zu verfolgen:

  • Eine Altersvorsorge, die ihre Absicht nicht verfehlt
  • Ein Gesundheitswesen, das hochstehend und bezahlbar ist
  • Eine Vorreiterrolle in Bereich der Digitalisierung
  • Raumplanerische Massnahmen zum Erhalt der landschaftlichen Schönheit
  • Massnahmen für die Sicherheit der Bevölkerung in verschiedenen Bereichen
  • Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit angesichts internationaler Forderungen
  • Verkehrslösungen, die mutig und zukunftsgerichtet sind

All das und vieles mehr gilt es anzupacken und zu fördern. Wenn wir auf unsere Werte und Fähigkeiten aufbauen und vertrauen, werden wir vieles gut bewältigen können. Liechtenstein ist seit jeher eine Willensnation, die ihre Stärke am besten durch inneren Zusammenhalt zur Wirkung bringen kann. Ich rufe daher alle konstruktiven Kräfte in der Politik auf, sich gemeinsam für das Wohl des Landes und der Menschen in Lande einzusetzen. 

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

Am heutigen Staatsfeiertag wollen wir nur im Moment leben und ausgiebig feiern. Erfreuen wir uns miteinander an den Höhenfeuern, dem traditionellen Fackelzug durch den Fürstensteig und der hellleuchtenden Krone auf Tuass. Das erinnert mich an einen Liedtext aus meiner Zeit bei den Pfadfindern: „Flamme empor. Flamme empor. Leuchtest mit loderndem Scheine zu dem Gebirge am Rheine, glühend empor, glühend empor.“

Ich danke allen, die heute diesen Staatsakt begleiten oder in den Bergen ihre feurige Heimatverbundenheit zeigen oder in den Gemeinden einen Beitrag an die Festfreude leisten.

Ich wünsche allen Menschen im Lande ein schönes Fürstenfest und Gottes Segen.

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Your Serene Highness Hereditary Prince Alois,

Fellow Liechtensteiners,

We do not want to miss out on celebrating our National Day today, even though once again we will have to do so in an unusual way. What is special this year are all the celebrations in the municipalities. "11 Municipalities. 1 Country" is the motto. I would like to thank everyone who has helped to prepare the festivities and bring people together in the village communities.

This year's Princely Festival also represents a new start for us. Summer is coming to an end, and with it the well-deserved holidays for many of us. Reinvigorated, we are now re-entering our everyday life. The easing of pandemic restrictions also signals a new start. We cannot yet make reliable predictions as to further developments and whether we have to expect a new wave of infections. But we can be confident that any future measures will be less severe, provided that vaccinations are broadly embraced by the public.

This year's National Day gives us a special opportunity to reflect on our system of State. Our Constitution of 1921 is turning one hundred years old. We will commemorate this anniversary of the Constitution on 5 October. The 1921 Constitution vested State power in the Reigning Prince and the people. The rights of the people were expanded considerably – as was the responsibility of the people. Direct democratic rights have since been an integral part of our system of State. These direct democratic powers require active participation, in particular:

  • being able to elect the representatives of the people,
  • presenting concerns through the right of petition,
  • influencing policy through the right of initiative,
  • being able to call decisions into question through the right of referendum.

But these rights also mean bearing responsibility and, to best of one's knowledge and conscience, making decisions in the interest of our community and the public. Building on this Constitution, Liechtenstein can look back on an unprecedentedly successful journey.

How fortunate we are to live in a country that is part of the free world. A country that gives individuals the opportunity to design their own lives and pursue happiness in their own ways. According to our Constitution, the Principality of Liechtenstein serves to enable the people within its borders to live together in freedom and peace. These values cannot be esteemed highly enough. Our system of State – our constitutional hereditary monarchy on a democratic and parliamentary basis – represents something very special: a source of our identity, something that defines us Liechtensteiners. We are proud of our Principality of Liechtenstein.

For many people, their work is also a source of identity. The pursuit of meaningful work is a privilege that we have long been able to take for granted. So is the freedom to choose one's own profession according to one's personal abilities. These opportunities to develop freely are based, first of all, on our education system, which must be equally accessible to all and capable of meeting constantly changing demands. Secondly, they are based on the diversity of our economy and its strong international ties. Our foreign policy will have to pay close attention to international developments, in both economic and diplomatic terms, so that we can preserve the conditions that are the basis for our success. Our membership in the European Economic Area provides us with a strong starting position and solid recognition of our sovereign system of State in Europe.

With our mostly rainy summer so far, the destructive storms in Central Europe, and the almost unbearable heatwaves with fire disasters in southern regions, climate change has been especially evident this year. Climate change increasingly constitutes a climate threat. There is more than enough scientific evidence that this climate threat is caused by humans. As a small State, we cannot grab the wheel and change the world's direction ourselves, but we can become a shining example of how internationally agreed climate targets can be achieved. As a small State, we can set an example of what the global community should implement.

Fellow Liechtensteiners,

The Olympic Games – as humanity's largest event – have recently come to an end. The at times inconceivable achievements of the athletes demonstrate the limits to which a human being can push. Although these achievements are not a common good as such, they can still be an incentive for us to engage in regular sport and to take care that our bodies are healthy. The promotion of sport and cultural activities in Liechtenstein must benefit broad sections of the population and support the pursuit of physical and mental health.

One thing is as certain as the passing of the seasons: The political leaders in the country never run out of work. There are many goals to pursue:

  • Retirement provision that doesn't fail to achieve its purpose
  • A high-quality, affordable healthcare system
  • A pioneering role in digitalisation
  • Spatial planning measures that preserve the beauty of our landscape
  • Measures to ensure different aspects of public safety
  • Preservation of competitiveness in light of international demands
  • Transport solutions that are courageous and forward-looking

We need to tackle and promote all this and much more. If we build on our values and abilities and have faith in them, we will be able to cope well with many challenges. Liechtenstein has always been a nation created and shaped by its own will, best at asserting its strengths thanks to its inner cohesion. I therefore call on all constructive forces in politics to work together for the good of the country and its people.

Fellow citizens,

On today's National Day, we simply want to celebrate and live in the moment. Let us enjoy the mountain bonfires, the traditional torchlight procession through the Fürstensteig, and the brightly lit crown on Tuass. This reminds me of a song lyric from my time in the Boy Scouts: "Rise, rise, flames shining with blazing light on the mountains above the Rhine, glowing upward, upward."

I would like to thank everyone who participates in this State celebration today or shows their love of our country with the bonfires in the mountains or contributes to the festive joy in our municipalities.

I wish all the people in the country a wonderful Princely Festival and God's blessing.

Sitzungsdaten des Landtags für das Jahr 2022

Aktuelle Stunde im September-Landtag: Liechtenstein und der Klimawandel

Aktuelle Stunde im Oktober-Landtag: Ehe für alle

5. IPU-Weltkonferenz der Parlamentspräsidenten in Wien (Österreich)

Landtagspräsident Albert Frick während seiner Rede im Austria Center Vienna

Die fünfte Weltkonferenz der Parlamentspräsidenten, die weltweit grösste Versammlung der höchsten Vertreter der Parlamente, fand vergangene Woche in Wien statt.

Organisiert von der Interparlamentarischen Union und dem österreichischen Parlament in Zusammen­arbeit mit den Vereinten Nationen war dies die Fortsetzung einer im August 2020 durchge­führten virtuellen Konferenz. Über 100 Parlamentspräsidenten aus der ganzen Welt nahmen an dieser erstmals wieder physisch durchgeführten IPU-Veranstaltung seit Beginn der COVID-Pandemie teil.

Die österreichischen Behörden hatten umfassende Sicherheitsmaßnahmen ergriffen, um eine sichere Konferenz zu gewährleisten, einschließlich obligatorischer COVID-19-Tests für den Zu­gang zum Konferenzort, Begrenzung der Anzahl der Delegierten, Social Distancing und obliga­torische Gesichtsmasken.

Das übergeordnete Thema der Konferenz war: „Parlamentarische Führung für einen effektiveren Multilateralismus, der Frieden und nachhaltige Entwicklung für die Men­schen und den Planeten schafft“. Die Parlamentspräsidentinnen und Parlamentspräsidenten konzentrierten sich vor allem auf aktuelle Themen, die dringende internationale parlamenta­rische Maßnahmen erfordern, darunter die globale Reaktion auf die Pandemie und die Erho­lung nach COVID, den Klimanotstand, die Beteiligung junger Menschen an der Politik und die Gleichstellung der Geschlechter.

Zur Eröffnung der Konferenz machten Duarte Pacheco, Präsident der Interparlamentarischen Union; Wolfgang Sobotka, Präsident des Österreichischen Nationalrats; Peter Raggl, Präsident des österreichischen Bundesrates; Tone Wilhelmsen Trøen, Sprecher des norwegischen Stor­ting und Abdulla Shahid, 76. Präsidentin der Generalversammlung der Vereinten Nationen, Ausführungen zu den erwähnten Themen.

Austausch mit Vorarlberger Landtag

Besuch des Vorarlberger Landtags

Am Donnerstag, dem 23. September 2021, empfing das Präsidium des liechtensteinischen Landtags das Präsidium des Vorarlberger Landtags zum traditionellen Treffen, das in der Regel zwei Mal pro Legislaturperiode stattfindet und abwechslungsweise in Liechtenstein und Vorarlberg durchgeführt wird. Nach der Begrüssung durch Landtagspräsident Albert Frick tauschten sich die Delegationen zu Themen von beiderseitigem Interesse aus. Im Fokus standen unter anderem der Kiesmarkt Rheintal, der Schutzwald und die Wald-Wild-Problematik, das Themenfeld Verkehr, Infrastruktur, FL.A.CH sowie das Themenfeld politische Rahmenbedingungen für Fachkräfte, Wettbewerbsfähigkeit, Innovation.

Im Anschluss daran folgte eine Besichtigung des Lawena Museums in Triesen.

Teilnehmer aus Liechtenstein: Landtagspräsident Albert Frick, Landtagsvizepräsidentin Gunilla Marxer-Kranz, die Abgeordneten Manfred Kaufmann, Patrick Risch und Sebastian Schädler sowie Landtagssekretär Josef Hilti.

Teilnehmer aus Vorarlberg: Landtagspräsident Harald Sonderegger, Landtagsvizepräsidentin Monika Vonier, Landtagsvizepräsidentin Sandra Schoch, Klubobmann Roland Frühstück, Klubobmann Daniel Zadra, Klubobmann-Stellvertreter Daniel Allgäuer, Klubobfrau-Stellvertreter Johannes Gasser, Klubobfrau Sabine Scheffknecht und Landtagsdirektorin Borghild Goldgruber-Reiner. (pd)

Albert Frick empfängt Wolfgang Sobotka

Landtagspräsident Albert Frick (rechts) empfängt Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka.

Vaduz. – Landtagspräsident Albert Frick hat gestern, Mittwoch 6. Oktober 2021, den österreichischen Nationalratspräsidenten Wolfgang Sobotka im Landtagsgebäude empfangen. Anschliessend begaben sich die beiden Parlamentspräsidenten auf Schloss Vaduz, wo S.D. Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein Wolfgang Sobotka mit dem Grosskreuz mit Brillanten des fürstlich liechtensteinischen Verdienstordens für die Verdienste für die Beziehungen zwischen Österreich und Liechtenstein, insbesondere auf parlamentarischer Ebene und im Bereich Inneres auszeichnete. Danach stand ein Höflichkeitsbesuch bei Regierungschef Daniel Risch im Regierungsgebäude auf dem Programm. Den Abschluss bildete ein kurzer Besuch des Landesmuseums. (pd)

Festsitzung des Landtags aus Anlass des 100-jährigen Bestehens der Verfassung des Fürstentums Liechtenstein, Dienstag, 26. Oktober 2021, 09.30 Uhr

Dienstag, 26. Oktober 2021

09:30 Uhr, Landtagssaal

Das Programm:

 Landeshymne (instrumental)

  • Begrüssung und Rede durch Landtagspräsident Albert Frick

Musikalische Einlage

  • Rede einer oder eines Abgeordneten der Vaterländischen Union
  • Rede einer oder eines Abgeordneten der Fortschrittlichen Bürgerpartei

Musikalische Einlage

  • Rede einer oder eines Abgeordneten der Freien Liste
  • Rede eines Abgeordneten der Demokraten pro Liechtenstein

Musikalischer Ausklang

Die musikalische Umrahmung erfolgt durch Mitglieder der Internationalen Musikakademie in Liechtenstein

Landtagspräsident Albert Frick an Parlamentspräsidentenkonferenz

Parlamentspraesidentenkonferenz-Athen-2021

Am Donnerstag und Freitag, 21. und 22. Oktober, nahm Landtagspräsident Albert Frick an der Europäischen Konferenz der Parlamentspräsidenten in Athen teil. An dieser in der Regel alle zwei Jahre stattfindenden Konferenz waren die Parlamentspräsidenten der 47 Mitgliedstaaten des Europarats, Präsidenten anderer internationaler Versammlungen sowie zahlreicher Partner- und Beobachterstaaten vertreten. An der von der Parlamentarischen Versammlung des Europarats sowie vom griechischen Parlament organisierten Konferenz nahmen rund 60 Präsidenten und 300 weitere Delegierte teil.

Vor dem Hintergrund der andauernden Pandemie befasste sich die erste Diskussion der Konferenz mit einem Erfahrungsaustausch zum Thema «Umgang mit der Covid-19-Krise». Dazu war als einer der Hauptredner der Präsident des Österreichischen Nationalrats, Wolfgang Sobotka, eingeladen. Das zweite Panel befasste sich mit «Environment Right Now: nationale Parlamente und das Recht auf eine gesunde und nachhaltige Umwelt». Ebenfalls debattiert wurde zum Thema «Die gemeinsame Zukunft aller europäischen Bürgerinnen und Bürger».

Auf Einladung des monegassischen Parlamentspräsidenten fand zusätzlich ein Treffen der Präsidenten der europäischen Kleinstaaten statt. Weiter bot die Konferenz eine Gelegenheit für bilaterale Kontakte und informelle Gespräche zwischen den anwesenden Politikerinnen und Politikern aus dem europäischen Raum.

Aktuelle Stunde im November-Landtag: «Dem Pflegenotstand entgegenwirken – aber wie?»

Albert Frick empfängt eidgenössische Ratspräsidenten

Schweizerische Ratspräsidenten besuchen Landtagspräsident Albert FrickSchweizerische Ratspräsidenten besuchen Landtagspräsident Albert FrickSchweizerische Ratspräsidenten besuchen Landtagspräsident Albert Frick

Vaduz. – Landtagspräsident Albert Frick hat am Donnerstag, dem 28. Oktober 2021, Nationalratspräsident Andreas Aebi und Ständeratspräsident Alex Kuprecht im Landtagsgebäude empfangen. Nach der Begrüssung, einem ersten Austausch und einem kurzen Rundgang durch das Landtagsgebäude besuchten die Parlamentspräsidenten das Liechtensteinische Landesmuseum. An Nachmittag fand ein Höflichkeitsbesuch bei S.D. Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein auf Schloss Vaduz statt. Den Abschluss des Besuchs bildete eine Besichtigung des Labormedizinischen Zentrums Dr. Risch.

Zur Pflege der traditionell guten Beziehungen zwischen dem Schweizer Parlament und dem Landtag lädt Landtagspräsident Albert Frick die eidgenössischen Ratspräsidenten in der Regel jährlich nach Vaduz ein. Vonseiten Liechtensteins nahmen ausserdem Landtagssekretär-Stellvertreter Philipp Pfeiffer und Botschafterin Doris Frick teil.

Der schweizerischen Delegation gehörten ausserdem die Gattinnen der Ratspräsidenten, Botschafter Claudio Fischer und Myriam Bertsch von den Parlamentsdiensten sowie Pietro Piffaretti, Botschafter der Schweiz im Fürstentum Liechtenstein, an. (pd)

Aussenpolitische Kommission des Landtags in Strassburg

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Die Aussenpolitische Kommission des Landtags (vertreten durch die Abgeordneten Manfred Kaufmann, Bettina Petzold-Mähr und die stv. Abgeordneten Elke Kindle und Philip Schädler sowie Sandra Gerber-Leuenberger vom Parlamentsdienst) weilte vom 8. bis zum 10. November zu einem Arbeitsbesuch bei der Ständigen Vertretung des Fürstentums Liechtensteins beim Europarat in Strassburg. Ziel des Arbeitsbesuchs war der inhaltliche Austausch mit Botschafter Domenik Wanger und seiner Stellvertreterin Helen Lorez, insbesondere im Hinblick auf den Vorsitz Liechtensteins im Ministerkomitee des Europarats von Mitte November 2023 bis Mitte Mai 2024. 

Während des Besuchs in Strassburg traf sich die Kommission mit hochrangigen Exponenten des Europarats. Es fanden Höflichkeitsbesuche bei Marija Pejčinović Burić, Generalsekretärin des Europarats, sowie bei Despina Chatzivassiliou-Tsovilis, Generalsekretärin der Parlamentarischen Versammlung, statt. Im Fokus der Gespräche standen der bevorstehende Vorsitz Liechtensteins im Ministerkomitee des Europarats sowie die erfolgte Ratifizierung Liechtensteins der Istanbul-Konvention. Weiter besichtigte die APK bei ihrem Aufenthalt den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte und tauschte sich dabei mit dem liechtensteinischen Richter Carlo Ranzoni aus. 

Zu Beginn des Aufenthalts stand das vertiefte Gespräch mit Botschafter Domenik Wanger und Helen Lorez, stv. Botschafterin, auf dem Programm. «Die regelmässigen Arbeitsbesuche der APK bei liechtensteinischen Botschaften ermöglichen den Abgeordneten vertiefte Einblicke in die vielfältigen Aufgaben und Herausforderungen der Botschafterinnen und Botschafter im Ausland und trägt wesentlich zu einem verbesserten Verständnis ihrer wertvollen Arbeit bei», so der Abg. Manfred Kaufmann, Vorsitzender der APK. Der Aufenthalt wurde abgerundet mit einem Empfang in der liechtensteinischen Residenz mit Experten aus dem Sekretariat des Europarats sowie Botschafterinnen und Botschaftern aus der Schweiz, Österreich, Deutschland und Luxemburg. Ebenfalls konnte der ungarische Botschafter und derzeitige Vorsitzender des Ministerkomitees in der Residenz begrüsst werden.

Landesausschuss bestellt

Landesausschuss 2021/2022

Der Landtag hat am Freitag, 3. Dezember 2021, den Landesausschuss 2021/2022 bestellt.

143. Versammlung der Interparlamentarischen Union in Madrid (Spanien)

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Die 143. IPU-Versammlung, an der mehrere Hundert Parlamentarier aus der ganzen Welt teilnahmen, fand kürzlich in Madrid statt. Sie ist die weltweit grösste Plattform für den Austausch zwischen den Parlamenten.

Schwerpunkt der Versammlung waren die Herausforderungen für die heutigen Demokratien. Angesichts des schwindenden Vertrauens der Öffentlichkeit in politische Systeme, der zunehmenden Polarisierung und der Verbreitung von Desinformationen über soziale Medien wurde diskutiert, was Parlamente tun können, um diese Probleme zu lösen. Auch Landtagspräsident Albert Frick ging in seiner Rede auf die Gefahren ein, die durch die heute mögliche schnelle und kostenlose Verbreitung von Gedankengut von niederschwelligem Wahrheitsgehalt entstehen können. Abschliessend wurde von der Versammlung eine dringliche Resolution zum Thema «Impfgerechtigkeit im Kampf gegen CODID-19» verabschiedet. Diese fordert die internationale Gemeinschaft auf, gerechten und universellen Zugang zu sicheren, erschwinglichen und wirksamen Impfstoffen, insbesondere in den Entwicklungsländern, zu gewährleisten.

Die Konferenz fand unter strengen Sicherheits- sowie umfassenden Gesundheitsmassnahmen statt. Liechtenstein war durch Landtagspräsident Albert Frick und die Abgeordnete Dagmar Bühler-Nigsch sowie Gabriele Wachter vom Parlamentsdienst vertreten.

Landtagseröffnung

Am Donnerstag, dem 27. Januar, um 10 Uhr findet die Eröffnungssitzung des Landtages statt. Damit beginnt das zweite Jahr der Legislatur.

S.D. Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein wird im Plenarsaal des Landtages seine achtzehnte Thronrede halten und den Landtag eröffnen. Im Anschluss daran erfolgt die Ansprache von Alters- und Landtagspräsident Albert Frick.

Den nächsten Tagesordnungspunkt bilden Wahlen, bei denen der Landtagspräsident, die Landtagsvizepräsidentin sowie die Stimmenzähler gewählt werden. Anschliessend werden die Aussenpolitische Kommission, die Finanzkommission und die Geschäftsprüfungskommission bestellt.

Bei der Eröffnungssitzung des Landtages gilt die 2G-Regel inklusive Maskentragpflicht. Aufgrund der einzuhaltenden Mindestabstände stehen im Zuschauerraum nur wenige Plätze zur Verfügung. Die Veranstaltung wird im Livestream auf der Homepage des Landtages und auf dem Landeskanal live übertragen.

Das Heiliggeistamt in der Vaduzer Kathedrale, zu dem die Öffentlichkeit eingeladen ist, wird um 9 Uhr beginnen. Die Messe wird vom Dompfarrer Michael Wimmer gehalten und vom Kirchenchor musikalisch umrahmt werden.

Es gilt das gesprochene Wort!


ANSPRACHE

DES ALTERSPRÄSIDENTEN ALBERT FRICK

ANLÄSSLICH DER LANDTAGSERÖFFNUNG 2022

Durchlauchter Erbprinz
Sehr geehrte Frauen und Herren Landtagsabgeordnete
Sehr geehrte Mitglieder der Regierung 

Es ist liechtensteinische Eigenart, dass der Landtag gegen Jahresende geschlossen wird und in der zweiten Hälfte des Monats Januar feierlich wiedereröffnet wird. Im Zentrum der Landtagseröffnung steht jährlich die Thronrede des Landesfürsten oder seines mit den fürstlichen Hoheitsrechten ausgestatteten Stellvertreters. Ich danke Ihnen, Durchlauchter Erbprinz, für die wegweisenden Worte, die Sie soeben an uns gerichtet haben. Ihre Rede ist Ausdruck des Zusammenwirkens des Staatsoberhauptes mit den Staatsorganen Landtag und Regierung mit dem Ziel, die Führung des Staates in visionärer und verantwortungsbewusster Weise gemeinsam wahrzunehmen. 

„Nichts ist so beständig wie der Wandel“, hat der Philosoph Heraklit schon vor 2500 Jahren erklärt. Sein Zitat scheint heute genau so aktuell wie damals. Ja noch viel aktueller. Megatrends wie die Digitalisierung verändern den Alltag, verändern die Arbeitswelt und verändern die Gesellschaft mit noch nie gekannter Geschwindigkeit. Herausforderungen wie die Covid-Pandemie oder die Klimabedrohung tun dies in gleichem Masse. 

Hätte jemand vor fünf Jahren prognostiziert, dass wir uns heute mit Masken, getrennt durch Glasscheiben und vor dem Hintergrund wöchentlicher Demonstrationen versammeln, so hätte dies wohl nur ein mitleidiges Lächeln hervorgerufen. Wie schnell mussten wir uns doch in einer neuen Wirklichkeit einfinden. Aber haben wir uns darin zurechtgefunden? Mitnichten. Als Landtags­abgeordnete vertreten wir heute ein Volk, das zum Teil zutiefst verunsichert ist. 

Offen und oft wird von einer Spaltung der Gesellschaft gesprochen. Diese Meinung teile ich so nicht, denn die Unterstützer der Pandemiemassnahmen sind in deutlicher Mehrheit. Vielmehr müsste man von einer Abspaltung innerhalb der Gesellschaft sprechen und von teilweiser Radikalisierung innerhalb dieser Abspaltung. Wobei auch hier keine einheitlichen Motive feststellbar sind. Oft sind es individuelle Überzeugungen oder persönliche Betroffenheit, die Menschen veranlassen, sich gegenüber dem Mainstream abzugrenzen. 

Alles in allem eine Situation, die nicht ganz unerwartet zu politischer Aktivität führt und in die Gründung einer neuen Partei und in eine Initiative zur vorzeitigen Auflösung des Landtages mündet.

Für uns als gewählte Volksvertreter und für die bestellten Mitglieder der Regierung stellt diese gesellschaftliche Entwicklung eine ernstzunehmende Herausforderung dar. Es muss unser Ziel sein und bleiben, die Gesundheit der Bevölkerung nach bestem Wissen und Gewissen zu schützen. Es muss aber auch unser Ziel sein, Gefühle von Ausgrenzung zu mildern, Verständnis für Andersdenkende aufzubringen und das Versöhnende über das Trennende zu stellen.

Geschätzte Damen und Herren 

Die politische Arbeit darf und wird unter dem Einfluss der Pandemie und ihrer Nebeneffekte nicht ruhen. Viele Aufgaben warten auf uns, die wir mit Elan angehen und erfolgreich gestalten wollen. Die Jahre zwei und drei in einer Legislaturperiode erweisen sich erfahrungsgemäss als die produktivsten Jahre. Der Wahlkampf liegt hinter uns, die Einarbeitungszeit für neue Abgeordnete ebenfalls und die Ziele sind gesetzt. Es gilt nun, einen guten Weg zwischen parteipolitischer Profilierung und gemeinsamem Bemühen zu finden. Parteipolitische Profilierung darf durchaus ihren Platz haben, dient sie doch dem Ringen um die besten Lösungen. 

Es gibt aber auch Themen von übergeordnetem nationalem Interesse, bei denen wir uns vorteilhaft auf gemeinsame Zielsetzungen einigen. Die Sicherung einer wirksamen finanziellen Altersvorsorge, die allen Betroffenen einen Lebensabend in Würde ermöglicht, ist eine dieser Aufgaben. Auch der Pflegebereich ist so zu sichern, dass die Leistungen zuverlässig und in guter Qualität langfristig erbracht werden können. Gemeinsame Ziele zu setzen, ist auch im Bereich der Verkehrs- und Mobilitätsplanung und im Bereich der Energieversorgung von Vorteil. Dabei ist in besonderer Weise auf die Nachhaltigkeit der Projekte zu achten. 

Nicht wer’s erfunden hat, soll bei der Wertung unserer Arbeit von höchster Bedeutung sein. Im Vordergrund soll das stehen, was wir gemeinsam zum Wohle des Landes und unserer Mitmenschen erreicht haben.

Ich wünsche Ihnen, Durchlauchter Erbprinz, sowie Ihnen, geschätzte Frauen und Herren Abgeordnete und geschätzte Mitglieder der Regierung, bei der Bewältigung der uns übertragenen Führung des Landes viel Kraft, viel Erfolg und Gottes Segen.

Aktuelle Stunde im März-Landtag: Arbeitskräftemangel

Wintertagung der Parlamentarischen Versammlung der OSZE in Wien und online

Russischer Angriff auf die Ukraine im Zentrum der Diskussionen

Am 24. und 25. Februar 2022 fand die 21. Wintertagung der Parlamentarischen Versammlung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in hybrider Form statt. Liechtenstein wurde durch die Abgeordnete Norma Heidegger als Delegationsleiterin in der Wiener Hofburg und den Abgeordneten Sebastian Gassner online sowie die Delegationssekretärin Sandra Gerber-Leuenberger vertreten.

Aufgrund des russischen Angriffs auf die Ukraine wurde die vorgesehen Agenda der Konferenz den Ereignissen angepasst. Die OSZE-Generalsekretärin Helga Schmid sprach vor den Mitgliedern des Ständigen Ausschusses und verurteilte die russischen Militäraktionen gegen die Ukraine auf das Schärfste. Weiter führte sie aus, dass der Dialog von der OSZE, dem polnischen Vorsitz, von der NATO, den USA und europäischen Hauptstädten angeboten wurde, Russland aber die Gewalt dem Dialog vorgezogen habe.

In der anschliessenden Aussprache ergriffen zahlreiche Abgeordnete das Wort. Die Delegationsleiterin Norma Heidegger erklärte in ihrem Statement, dass Liechtenstein die russische Militäroperation in der Ukraine aufs Schärfste verurteilt. Dieser Angriff stelle einen eklatanten Verstoss gegen das Völkerrecht und einen Bruch mit den fundamentalen Regeln der internationalen Ordnung dar. Sie drückte Liechtensteins grosse Besorgnis über die jüngsten Entwicklungen in der Ukraine aus und appellierte an Russland, die Kriegshandlungen umgehend einzustellen. Weiter rief sie zur Einhaltung des humanitären Völkerrechts sowie zum Schutz von Zivilistinnen und Zivilisten im Kriegsgebiet auf. Ebenfalls bekundete sie die Solidarität Liechtensteins mit der ukrainischen Bevölkerung und Regierung. Abschliessend erklärte Norma Heidegger, dass Liechtenstein weiterhin auf eine friedliche Lösung des Konflikts hofft und die intensiven Bemühungen internationaler Organisationen und seiner Partnerländer, Krieg in Europa zu verhindern, unterstützt.

An der Plenarsitzung sprachen hochrangige Vertreter der OSZE vor den Parlamentariern. Darunter der amtierende OSZE-Vorsitzende und polnische Aussenminister Zbigniew Rau, die Präsidentin der Parlamentarischen Versammlung Margareta Cederfelt aus Schweden sowie der österreichische Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka. An der folgenden Debatte stand der Angriff Russlands auf die Ukraine im Zentrum der Voten.

Sitzungen der drei Allgemeinen Ausschüsse

An den Sitzungen der drei Ausschüsse wurden Debatten über aktuelle Themen geführt. Der Ausschuss für politische Angelegenheiten und Sicherheit diskutierte zum Thema «Erhöhte Spannungen im OSZE-Raum und die Notwendigkeit eines interparlamentarischen Dialogs». Der Ausschuss für Wirtschaft, Wissenschaft, Technologie und Umwelt führte eine Debatte zum Thema «Menschenhandel in einer globalisierten Wirtschaft» und der Ausschuss für Demokratie, Menschenrechte und humanitäre Fragen diskutierte zum Thema «Journalismus als Vorbedingung für Gerechtigkeit und Rechtsstaatlichkeit».

Die Konferenz fand aufgrund der epidemiologischen Situation in einem gemischten Format statt und die persönliche Teilnahme in Wien war auf die Mitglieder des Ständigen Ausschusses, die Sonderbeauftragten und die Vorsitzenden der Ausschüsse beschränkt. Die weiteren Mitglieder der Parlamentarischen Versammlung der OSZE nahmen online teil.

Parlamentarier des Europarats stimmen für Ausschluss Russlands aus dem Europarat

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Ausserordentliche Session der Parlamentarischen Versammlung des Europarats in Strassburg 

Am 14. und 15. März fand eine ausserordentliche Session der Parlamentarischen Versammlung des Europarats in hybrider Form in Strassburg statt. Grund der Einberufung dieser zweitägigen Session war die russische Aggression gegen die Ukraine. Liechtenstein wurde von den Landtagsabgeordneten Franziska Hoop (Delegationsleiterin) in Strassburg und Peter Frick online sowie der Delegationssekretärin Sandra Gerber-Leuenberger vertreten.

Nach Beginn der Aggression Russlands gegen die Ukraine am 24. Februar entzog das Ministerkomitee am 25. Februar Russland das Recht auf Vertretung sowohl im Ministerkomitee als auch in der Parlamentarischen Versammlung. In der Folge entschied das Ministerkomitee die Versammlung wegen möglicher weiterer Massnahmen zu konsultieren. Daraufhin berief das Präsidium der Versammlung eine Sondersession ein.

Am ersten Tag der Session sprach der ukrainische Premierminister, Denys Schmyhal, per Videoschaltung zu den Parlamentariern. Dabei forderte der Premierminister die umgehende Ausschliessung Russlands aus dem Europarat und die sofortige Schaffung einer Flugverbotszone über der Ukraine. Anschliessend fand ein Meinungsaustausch mit der Generalsekretärin des Europarats, Marija Pejčinović Burić, sowie dem italienischen Vorsitzenden des Ministerkomitees, Staatssekretär Benedetto Della Vedova, statt.

Am zweiten Tag der ausserordentlichen Session wurde der Bericht «Die Folgen der Aggression der Russischen Föderation gegen die Ukraine» beraten. Diese Dringlichkeitsdebatte wurde von allen fünf Fraktionen der Versammlung beantragt. An der emotionalen Debatte ergriffen 160 Parlamentarierinnen und Parlamentarier das Wort. Die liechtensteinische Delegationsleiterin Franziska Hoop brachte in ihrem Statement das tiefe Bedauern und die Solidarität Liechtensteins mit der ukrainischen Bevölkerung und der ukrainischen Regierung zum Ausdruck. Der militärische Angriff Russlands gegen die Ukraine stelle nicht nur eine eklatante Verletzung des Völkerrechts dar, sondern widerspreche auch allen Werten für die der Europarat stehe. Sie appellierte an Russland den bewaffneten Angriff umgehend einzustellen und forderte den sofortigen Rückzug der russischen Truppen aus dem souveränen Hoheitsgebiet der Ukraine. Weiter forderte Hoop die Einrichtung humanitärer Korridore und der Schutz der Zivilbevölkerung. Sie erklärte, dass die liechtensteinische Delegation die einstimmige Entscheidung des Ministerkomitees begrüsse, die Parlamentarische Versammlung hinsichtlich der weiteren Vorgangsweise nach Artikel 8 des Statuts des Europarats zu konsultieren. Ein vereintes und geschlossenes Vorgehen sei essentiell, um die Menschenrechte, die Demokratie sowie die Rechtsstaatlichkeit zu verteidigen. Franziska Hoop merkte ebenfalls an, dass sich nun mit dem erfolgten selbstständigen Rückzug der Russische Föderation aus dem Europarat viele Fragen stellen. Allerdings sei es von allergrösster Bedeutung, dass sichergestellt werde, dass der Kontakt zu jenen Russinnen und Russen, welche um Verletzung ihrer Menschenrechte fürchten müssen, bestehen bleibe. Liechtenstein glaube an die Stärke des Multilateralismus und sei deshalb der Ansicht, dass es zielführender sei, den Dialog aufrechtzuerhalten als die Türe für Gespräche zu schliessen. Allerding zeige die anhaltende Aggression Russlands gegen die Ukraine und die fortdauernden eklatanten Verletzungen der Grundwerte des Europarats auf, dass auch diese Grundhaltung Grenzen habe. Abschliessend erklärte Hoop, dass Staaten, die die Demokratie, die Rechtsstaatlichkeit und die Menschenrechte schützen und respektieren Platz am Tisch haben. Für jene, die nicht oder nicht mehr am Tisch sitzen, solle die Möglichkeit bestehen, wieder Teil dieser Gemeinschaft zu werden, sobald die Werte des Europarats auch ihre sind.

Die Entschliessung wurde mit 216 Ja-Stimmen bei 3 Enthaltungen einstimmig angenommen. In der Entschliessung erklärt sich die Parlamentarischen Versammlung überzeugt, dass die Schwere der von der Russischen Föderation begangenen Handlungen und der dadurch verursachte tiefgreifende Vertrauensbruch den weiteren Rückgriff auf Artikel 8 der Satzung voll und ganz rechtfertigen. Die Versammlung ist daher der Auffassung, dass das Ministerkomitee die Russische Föderation auffordern sollte, sofort aus dem Europarat auszutreten.

Freundschaftstreffen der Parlamentarierdelegation aus Liechtenstein und der Schweiz

Treffen der Parlamentarierdelegation Liechtenstein und der SchweizTreffen der Parlamentarischen Freundschaftsgruppe CH/FL

Der liechtensteinische Landtag pflegt traditionell gute Beziehungen zu den eidgenössischen Räten. Am 12. und 13. April fand das Treffen der Liechtensteinisch-Schweizerischen Parlamentarier Freundschaftsgruppe in Vaduz statt. Der in der Regel alle zwei Jahre abwechslungsweise in Liechtenstein und der Schweiz stattfindende Anlass dient insbesondere dem Austausch der beiden Delegationen über aktuelle politische Themen. Die Vertreter des Nationalrats, Ständerats und des Landtags besprachen folgende Diskussionsgegenstände: 100 Jahre Zollvertrag, die Rolle der Parlamente in Zeiten von Pandemien und Krisen wie der Ukraine, die zukünftige Rolle der Schweiz im Zusammenhang mit der EU und die zukünftige Nahrungsmittel- und Energiesicherheit.

Daneben standen Besuche des Kunstmuseums und der Hilti Art Foundation sowie eine Führung bei der Herbert Ospelt Anstalt in Bendern auf dem Programm.

Vonseiten des Landtags nahmen die Mitglieder des Landtagspräsidiums teil: Landtagspräsident Albert Frick als Delegationsleiter, Landtagsvizepräsidentin Gunilla Marxer-Kranz, die Abgeordneten Daniel Oehry, Manfred Kaufmann und Patrick Risch, Botschafterin Doris Frick und Landtagssekretär Josef Hilti. Die schweizerische Delegation wurde von Ständerat Alex Kuprecht angeführt. Des Weiteren gehörten die Nationalräte Thomas Rechsteiner (Vizepräsident der Delegation), Roland Rino Büchel und David Zuberbühler sowie die Nationalrätinnen Claudia Friedl, Sophie Michaud Gigon und Susanne Vincenz-Stauffacher sowie Myriam Bertsch von den Parlamentsdiensten der Delegation an.

Frühjahrskonferenz der Internationalen Parlamentarischen Bodensee-Konferenz (IPBK) in Herisau

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Industrievergangenheit und Fluglärm – Tagung der IPBK in Herisau

Die Frühjahrskonferenz der Internationalen Parlamentarischen Bodensee-Konferenz (IPBK) fand am 28./29. April 2022 in Herisau statt. Zu Gast war alt Bundesrat Hans-Rudolf Merz, der zum Thema «Zukunft dank Vergangenheit? Die Industrie in Appenzell Ausserrhoden und der Bodenseeregion» referierte. Die Delegierten der Vier-Länder-Region befassten sich zudem mit Fragen zum Fluglärm und vertieften die Zusammenarbeit mit der Parlamentarischen Bodensee-Konferenz (IBK).

Auf Einladung von Appenzell Ausserrhoden tagten knapp 40 Vertreterinnen und Vertreter der Mitgliedsländer und -kantone der IPBK in Herisau. Die grosse Teilnehmerzahl zeigt, dass der internationale Austausch im Bodenseeraum gross ist und dass die Bodenseeregion eng verbunden und verwoben ist – wirtschaftlich, gesellschaftlich und emotional.

Zu Gast bei der IPBK war alt Bundesrat Hans-Rudolf Merz, der in seinem Referat die Industrievergangenheit des Kantons aufrollte und dabei auch einen Blick in die Bodenseeregion warf. Gemäss Merz braucht die Region für eine erfolgreiche Zukunft – wie schon in der Vergangenheit – Macher mit Leadership und Visionäre. Unternehmer wie Spuhler, Weiss, Escher, Sulzer, Rieter oder Suhner haben die Region entscheidend geprägt. Im Rahmen des Vorabendprogramms besuchten die Delegierten die Huber + Suhner AG.

Die IPBK verabschiedete die von einer Arbeitsgruppe erarbeitete Resolution zum Fluglärm des Flughafens Zürich. Diese plädiert dafür, den grenzüberschreitenden, konstruktiven Dialog wieder aufzunehmen und eine einvernehmliche Lösung in den Streitfragen zum Fluglärm zu finden. Die IPBK regt an, dazu Beteiligungsformate wie zum Beispiel Regionalkonferenzen, unabhängige MediatorInnen, Bürgerforen und der Einbezug von Bürgerinitiativen zu prüfen. Weiter liess sich die IPBK über die Gipfelerklärung und den Strategieprozess der IBK informieren.

Sitzungsdaten des Landtags für das Jahr 2023

Treffen der IPBK-Parlamentspräsidentinnen und -präsidenten in Heiden

Präsidentinnen und Präsidenten der IPBK 2022

Das Treffen der Parlamentspräsidien der Internationalen Parlamentarischen Bodensee-Konferenz (IPBK) fand am 17. Juni 2022 in Heiden / Appenzell Ausserrhoden statt. Thema des Austausches war der Tourismus in der Ostschweiz sowie die Rolle von Heiden als Kurort.

Die Parlamentspräsidentinnen und -präsidenten der Mitgliedsländer und -kantone der IPBK trafen sich am 17. Juni 2022 im Hotel und Restaurant Linde in Heiden zum jährlichen Austausch. Der fachliche Teil des Treffens bestand aus zwei Referaten zum Thema Tourismus. Dabei gab Andreas Frey, Geschäftsführer Appenzellerland Tourismus AG, einen interessanten Einblick in eine Datenanalyse zum Wie und Wo des Tourismus in der Ostschweiz. Der Tagungsort Heiden stand im Zentrum des Inputs von Max Frischknecht, der den Ursprung des Kurorts und seine Eigenheiten erläuterte.

Im Anschluss an die fachlichen Inputs fand ein reger Austausch über die angesprochenen und aktuellen Themen statt, der beim Mittagessen weiter vertieft wurde. Die Treffen der Parlamentspräsidien dienen auch dem gegenseitigen Kennenlernen und der Beziehungspflege. Sie finden in der Regel jährlich zwischen den Plenarversammlungen der IPBK statt.

Albert Frick an der Konferenz der Parlamentspräsidenten europäischer Kleinstaaten

Praesidentenkonferenz-europaeischer-Kleinstaaten-im-Juni-2022

Vom 12. bis zum 14. Juni fand die Konferenz der Parlamentspräsidenten der europäischen Kleinstaaten auf Einladung des monegassischen Parlamentspräsidenten Stéphane Valeri in Monaco statt. Neben Albert Frick waren die Parlamentspräsidentinnen aus Andorra, Zypern, Island, Montenegro und San Marino sowie die Parlamentspräsidenten aus Luxemburg und Malta vor Ort. Es war die 15. Konferenz in diesem Format.

An der zweitägigen Konferenz wurden die Themen «Wirtschaftliche und touristische Entwicklung: Agilität und Attraktivität der europäischen Kleinstaaten» und «Die Parlamente der europäischen Kleinstaaten während der Covid-19-Krise: Rolle und Lehren für die Zukunft» diskutiert.

Zu jedem der Themen waren hochrangige Gastreferenten eingeladen welche das Thema vorstellten. In den anschliessenden Diskussionen legte jeder Parlamentspräsident die Sicht seines Landes dar. Albert Frick ging in seiner Rede zur «Attraktivität von europäischen Kleinstaaten» auf die erfolgreiche Nischenstrategie liechtensteinischer Unternehmen und die liberale Wirtschafts- und Rechtsordnung Liechtensteins ein. Beim Thema «Parlamente und Covid-19-Krise» machte Albert Frick Ausführungen über die Rolle des Landtags während der Pandemie und führte dabei die zahlreichen Massnahmen auf, welche vom Landtag verabschiedet wurden. Insbesondere hob er die Effizienz eines Kleinstaats in einer solchen schwierigen Situation hervor.

Am Rande der Konferenz ergaben sich zahlreiche Möglichkeiten für Albert Frick, sich auf informeller Ebene mit den anderen Parlamentspräsidentinnen und Parlamentspräsidenten auszutauschen. Auf Initiative des monegassischen Parlamentspräsidenten waren erstmals auch Vertreter der Wirtschafts- und Tourismusverbände der europäischen Kleinstaaten an die Konferenz eingeladen.

Foto: Parlament Monaco

29. Jahrestagung der Parlamentarischen Versammlung der OSZE

OSZE-Jahrestagung-2022-Landtag-Liechtenstein.jpg

Birmingham/Parlamentsdienst – Die 29. Jahrestagung der Parlamentarischen Versammlung der OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) fand in den vergangenen Tagen in Birmingham (Vereinigtes Königreich) statt. Es war die erste physische Jahrestagung seit Ausbruch der Covid-19-Pandemie vor gut zwei Jahren. Insgesamt trafen sich rund 300 Parlamentarierinnen und Parlamentarier aus Europa, Nordamerika, Zentralasien, dem Nahen Osten und Nordafrika, um über aktuelle Themen zu diskutieren. Der liechtensteinische Landtag wurde von der Abgeordneten Norma Heidegger als Delegationsleiterin und von der stellvertretenden Abgeordneten Elke Kindle sowie von der Delegationssekretärin Sandra Gerber-Leuenberger vertreten.

Die Jahrestagung ist die grösste Veranstaltung im Kalender der Versammlung und fand zu einer Zeit statt, in welcher die OSZE-Region aufgrund des Angriffskriegs der Russischen Föderation auf die Ukraine vor grossen Herausforderungen steht. Die Debatten vom 2. bis zum 6. Juli konzentrierten sich insbesondere auf den Krieg in der Ukraine und die damit verbundenen politischen, sicherheitspolitischen und humanitären Auswirkungen. Die Jahrestagung fand ohne die russische und die belarussische Delegation statt, da die britische Regierung Visumsanträge der beiden Delegationen ablehnte. Das Gastland stützte seine Entscheidung darauf, dass die Mitglieder dieser beiden Delegationen aufgrund des Angriffskriegs auf die Ukraine auf der Sanktionsliste des Vereinigten Königreichs stehen.

Zahlreiche Beschlüsse verabschiedet

Die drei ordentlichen Ausschüsse (Ausschuss für Politische Angelegenheiten, Ausschuss für Wirtschaftliche Angelegenheiten und Ausschuss für Menschenrechte) diskutierten jeweils einen im Vorfeld verfassten Bericht. Zusätzlich wurden weitere Beschlüsse von den Ausschüssen behandelt und verabschiedet. Dabei wurden Themen wie die Bekämpfung von Gewalt gegen Journalistinnen und Politikerinnen sowie die Sicherheit von Journalisten in Konfliktregionen,  ein Verhaltenskodex für Mitglieder der Parlamentarischen Versammlung der OSZE, Opfer von Terrorismus, Beschleunigung des Übergangs zu Grüner Energie, die arktische Region und das Engagement von Jugendlichen in der Gesellschaft diskutiert.

An der Sitzung des Ständigen Ausschusses brachte die ukrainische Delegation einen Vorschlag zur Änderung der Geschäftsordnung vor. Es soll ein Verfahren eingeführt werden, welches einen Mechanismus  zur Aussetzung des Mandats einer Delegation vorsieht, deren Land die Souveränität und territoriale Integrität eines anderen OSZE-Mitgliedstaats verletzt. Der Ausschuss sprach sich dafür aus, diese Angelegenheit dem Geschäftsordnungsausschuss zur Erarbeitung der Einzelheiten zu übergeben. 

An der Eröffnungssitzung sprachen John Whittingdale, Leiter der UK-Delegation, Lord Tariq Ahmad of Wimbledon, Staatsminister für Südasien und das Commonwealth, Margareta Cederfelt, Präsidentin der Parlamentarischen Versammlung der OSZE sowie die Generalsekretärin der OSZE Helga Maria Schmid.

Neben der Teilnahme an den Ausschuss- sowie Plenarsitzungen nutzte die liechtensteinische Delegation ihre Präsenz vor Ort zu bilateralen Treffen. Es fand ein informeller Austausch mit den Mitgliedern der schweizerischen Delegation sowie weiterer Delegierter statt.

Am Ende der Jahrestagung wurde die «Erklärung von Birmingham» von den Parlamentariern verabschiedet. Die Erklärung enthält Empfehlungen an die nationalen Regierungen, Parlamente und die internationale Gemeinschaft in den Bereichen politische Angelegenheiten, Sicherheit, Wirtschaft, Umwelt, Menschenrechte und humanitäre Fragen. Die Mitgliedstaaten werden darin aufgefordert sich auf höchster politischer Ebene zur vollen Umsetzung der OSZE-Verbindlichkeiten sowie zur Stärkung der Organisation zu verpflichten.

Die amtierende Präsidentin der Versammlung Margareta Cederfelt aus Schweden wurde am Ende der Jahrestagung für ein weiteres Jahr gewählt.

Der Parlamentarischen Versammlung der OSZE gehören insgesamt 323 Parlamentarier aus 57 Staaten von Europa über Zentralasien bis Nordamerika an. Die Versammlung bietet ein Forum für parlamentarischen Austausch zu den eingegangenen Verpflichtungen auf politischer und wirtschaftlicher Ebene sowie in den Bereichen Umwelt, Sicherheit, und Menschenrechte an.

Ansprache des Landtagspräsidenten Albert Frick anlässlich des Staatsfeiertages 2022

Es gilt das gesprochene Wort!

Durchlauchter Landesfürst
Durchlauchter Erbprinz
Königliche Hoheit
Durchlauchten
Geschätzte Mitglieder von Regierung und Landtag
Exzellenzen
Liebe Liechtensteinerinnen, liebe Liechtensteiner
Liebe Gäste

 

Wie haben wir auf diesen Tag gewartet. Beisammen sein, miteinander feiern, ohne Maske, ohne Zertifikat, einfach die Freude am Staatsfeiertag ohne Einschränkungen geniessen zu können. Was für eine Befreiung. 

Die Covid-Pandemie hat etliche unter uns in die Einsamkeit getrieben. Ein Stück Freiheit ging verloren. Unterschiedliche Ansichten zur Gefahr und der Umgang mit ihr haben den Zusammenhalt im Lande geschwächt. Niemand wollte Schlechtes für andere, niemand wollte andere bevormunden. Es ging einzig darum, in einer Situation, die mit grosser Unsicherheit behaftet war, nach bestem Wissen und Gewissen zu handeln. Jetzt wieder zu unserer Gemeinschaft zusammenzufinden, setzt genau diesen guten Willen von allen voraus. 

Mit dem Angriffskrieg gegen die Ukraine zeigt sich neues Ungemach. Wir leben in einer Zeitenwende, die uns vieles abverlangt und die unsere Arbeitskraft und unseren Willen zur Zusammenarbeit in hohem Masse erfordert. 

Das Inflationsgeschehen wird im Alltag deutlich spürbar. Für gleich viel Geld gibt es weniger zu kaufen als noch vor Kurzem. Die Teuerung bei Heizöl, Gas, Benzin und Lebensmitteln wird für viele zum ernsthaften Problem. 

Energieknappheit ist über Nacht zum vorherrschenden Thema geworden. Es gilt, möglichst rasch auf andere Energiequellen umzustellen, vorwiegend auf Elektrizität. Dabei darf nicht übersehen werden, woher der Strom kommen soll. Bereits wird Strom aus Atomkraft wieder als grüne Energie angepriesen und Ausstiegsszenarien werden zurückgestellt. Bei der aktuellen Dominanz des Themas Energieknappheit darf die wohl grösste Herausforderung der Menschheit, der rasend schnelle Klimawandel, nicht aus dem Bewusstsein gedrängt werden. 

Was hat unsere Gemeinschaft dieser Vielfalt an Herausforderungen entgegenzusetzen? Meine Antwort: Unsere Werte, die auf christlichen Werten basieren. Das heisst, eine freiheitliche Gesellschaft, eine gelebte Demokratie, ein stabiles Staatswesen, unsere Arbeits- und Innovationskraft und eine wertschöpfungsorientierte Wirtschaft. 

Zum ersten Mal seit Langem wird uns wieder bewusst, dass Freiheit nicht selbstverständlich ist. Auf europäischem Boden werden Menschen getötet, verschleppt, unterjocht. Menschenleben und die Menschenwürde gelten auf Teilen unseres Kontinents nichts mehr. 

Das bedeutet auch für uns: Zusammenrücken, unsere Kräfte bündeln, uns gegenseitig stärken. Anstand und Respekt müssen in unserer Politik und in unserer Gesellschaft wieder ihren festen Platz haben. Wir können es uns nicht leisten, unsere Kräfte in kleinkarierten Scharmützeln zu vergeuden. Die Menschen im Lande haben die Nase voll davon. Gehen wir gemeinsam den aufrechten Gang und bringen wir das Land mit vereinten Kräften weiter.

 

Liebe Festgemeinde, 

100 Jahre mit unserer Verfassung haben uns gezeigt, dass die Verankerung der Staatsgewalt im Fürsten und im Volk eine gute Voraussetzung ist, um unser Staatswesen auch durch raue Winde zu führen. Dabei gilt es stets, auf Entwicklungen zu reagieren. 

Man muss sich heute die Frage stellen, ob der Landtag, die Volksvertretung, noch richtig aufgestellt ist. Der Landtag muss seine verfassungsmässig zugeordneten Aufgaben vollumfänglich wahrnehmen können. Das entstandene Ungleichgewicht zwischen Exekutive und Legislative darf nicht weiter zunehmen. Den Landtag zu stärken, heisst, das Volk zu stärken. 

Eine Abkehr vom Milizsystem wäre meines Erachtens nicht opportun. Zu gross wäre die Abhängigkeit vom Arbeitsplatz Landtag und zu gross wäre die Versuchung, sich diesen Arbeitsplatz durch Gefälligkeitspolitik zu sichern. Aber innerhalb des Milizsystems sind Anpassungen möglich, welche die Arbeit der Abgeordneten unterstützen und erleichtern könnten. Dies wiederum würde zu effizienterer Arbeitsweise führen und sich qualitätssteigernd auswirken. Voraussetzung dafür ist, dass der Landtag ein Selbstbewusstsein an den Tag legt, das seiner Stellung in der Verfassung entspricht.

 

Werte Einwohnerschaft, 

Unsere freiheitliche Gesellschaft sieht viel Selbstverantwortung vor, was durch geeignete Rahmenbedingungen zu unterstützen ist. 

Aufgrund der guten Wirtschaftslage hat sich ein eigentliches Luxusproblem ergeben. Es fehlt in vielen, um nicht zu sagen in fast allen Bereichen an Arbeitskräften. Dazu passt nicht, dass sich immer mehr gut- und auch bestausgebildete Frauen bei Mutterschaft und gleichzeitiger Berufstätigkeit grössten Hindernissen gegenübersehen. Der Bedarf an teilzeitlicher Arbeitsweise wäre gross, wird aber nicht in genügendem Masse angeboten.

Zudem ergibt sich derzeit die Situation, dass sich diese Arbeit in vielen Fällen gar nicht lohnt. Wenn für die Betreuung der Kinder, durch höhere Steuern und für andere einkommensabhängige Belastungen ein Grossteil des Zusatzlohns aufgeht, so ist dies völlig demotivierend. Familienpolitik hat auch dafür zu sorgen, dass sich Arbeit lohnt. 

Wesentlich erscheint mir auch, dass in unserer liberalen Wirtschaftsordnung der ideelle Gedanke der Wertschöpfung weiterhin hoch gewichtet wird. Wenn wir mit unserer industriellen Produktion dazu beitragen, dass weltweit sicher gebaut wird, dass Häuser gut beheizt sind, dass Menschen ein hübsches Lächeln haben oder ihr Hunger gestillt wird, so ist dies gut so. Ebenso hilfreich ist es, wenn wir durch ausgezeichnete Dienstleistungen dafür besorgt sind, dass Menschen ihr Geld sicher verwaltet sehen oder dass sie gut versichert sind. 

Weniger stolz dürfen wir auf Wirtschaftszweige sein, bei denen es zum eigenen Vorteil darum geht, Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen und Sozialfälle zu produzieren. Wir sind mit wertschöpferischer Tätigkeit immer gut gefahren. 

Ich will noch einmal betonen, dass sich Arbeit lohnen muss. In unserem Steuersystem ging der Anreiz verloren, im Laufe des Lebens Vermögen zu bilden. Die beste persönliche Altersvorsorge, Geld anzusparen oder eine eigene Wohnung schuldenfrei zu machen, muss heute als Sollertrag auf Vermögen jährlich erneut versteuert werden. Es ist in der Tat verlockender geworden, sein Geld zu verjubeln. Das schwächt vor allem unsere breiteste Bevölkerungsschicht, den Mittelstand. Mit einem angemessenen Freibetrag auf das zu versteuernde Vermögen könnten der Sparwille und die Selbstvorsorge wieder gestärkt werden. 

Während des Sommers wurde in unserer Nachbarschaft ein schon dramatischer Mangel an Lehrpersonen bekannt. Es müssen Personen ohne entsprechende Ausbildung angestellt oder Klassen zusammengelegt werden. Diese Problematik wird auch vor uns nicht Halt machen, was für das so wichtige Bildungswesen Gift wäre. Es gilt, vorausschauend wirksame Massnahmen zu treffen, um einen der einst angesehensten Berufe für junge Menschen wieder attraktiv zu machen.  

 

Liebe Liechtensteinerinnen, liebe Liechtensteiner, 

Grosse Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Liechtenstein ist in Jubiläumsstimmung. Nach den Feiern zu 300 Jahre Fürstentum Liechtenstein und zu 100 Jahre Verfassung dürfen wir im kommenden Jahr 100 Jahre Zollvertrag mit der schweizerischen Eidgenossenschaft feiern. Kaum ein anderer Schritt hat so viel zu unserem Wandel vom veritablen Armenhaus zu einem der wohlhabendsten Staaten beigetragen. Das soll und wird 2023 gebührend und auf vielfältige Weise gefeiert werden. Als Landtagspräsident ist es mir eine besondere Freude, aus Sicht des Landtages eine Sondersitzung zur Würdigung dieses für uns so bedeutenden Vertragswerks ankündigen zu dürfen.

 

Geschätzte Einwohnerschaft, 

Zu Zeiten, die von Unsicherheit und Wandel geprägt sind, ist es wichtig und hilfreich, Zuversicht zu verströmen. Glauben wir in unserem kleinen, aber feinen Fürstentum an die Kraft unserer Gemeinschaft. Setzen wir unsere Stärken ein, jede und jeder im eigenen Wirkungsbereich. 

Der Staatsfeiertag soll uns in Erinnerung rufen, dass wir in Liechtenstein in Frieden und Freiheit leben dürfen und dass uns für den Erhalt dieser Werte kein Einsatz zu hoch sein darf. In Dankbarkeit wollen wir auch grosszügig Solidarität mit jenen zeigen, die vom Glück weniger begünstig sind. 

Wie sehr haben wir darauf gewartet, wieder miteinander feiern zu können. Geniessen wir den heutigen Festtag und lassen wir unsere Heimat hochleben. Freuen wir uns über all das, was uns verbindet. Ich wünsche allen ein frohes, beglückendes Beisammensein und Gottes Segen.

Aktuelle Stunde im September-Landtag: Energieversorgung – Tragfähige Lösungen für die Zukunft

Treffen der Parlamentspräsidentinnen und -präsidenten der deutschsprachigen Länder

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In Vaduz trafen sich am 25. und 26. August 2022 die Parlamentspräsidentinnen und -präsidenten der deutschsprachigen Länder. Erstmals war Liechtenstein Gastgeber dieses im Jahr 2016 initiierten Treffens.

Am Donnerstag und Freitag weilten die Vorsitzenden der Parlamente der deutsch­sprachigen Länder auf Einladung von Landtagspräsident Albert Frick in Liechtenstein. Das Treffen hätte ursprünglich bereits vor zwei Jahren stattfinden sollen, musste aber aufgrund der Covid-19-Pandemie zweimal verschoben werden. Am Anlass nahmen Karl-Heinz Lambertz, Präsident des Parlaments der deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien, Bärbel Bas, Präsidentin des Deutschen Bundestags, Landtagspräsident Albert Frick, Fernand Etgen, Präsident der Abgeordnetenkammer Luxemburgs, Wolfgang Sobotka, Präsident des österreichischen Nationalrats, und Irène Kälin, Präsidentin des schweizerischen Nationalrats, teil. Die sechs Parlamentspräsidentinnen und -präsidenten repräsentieren eine Bevölkerung von rund 100 Millionen Menschen und damit die grösste Sprachgemeinschaft Europas.

Im Rahmen einer Konferenz erörterten die Parlamentspräsidentinnen und -präsidenten im Plenarsaal des Landtagsgebäudes nach Einführungsreferaten von Christian Frommelt, Direktor des Liechtenstein-Instituts, die Rolle der Parlamente während der Coronapandemie und die Möglichkeiten der Bürgerpartizipation. Betreffend Covid-19 wurden die Reaktionen in den deutschsprachigen Ländern präsentiert. Anhand der getroffenen Massnahmen in den betreffenden Staaten zeigten sich sehr restriktive, aber auch liberale Herangehensweisen, die im Lauf der Pandemie mehrfach an die Entwicklungen angepasst werden mussten. Es wurde deutlich, dass, weil aufgrund der Dynamik der Pandemie viele Massnahmen sehr kurzfristig umgesetzt werden mussten, die Parlamente kaum einbezogen werden konnten. Beim Thema Bürgerpartizipation stellten die Anwesenden die diversen demokratischen Teilhabesysteme in ihren Ländern vor. Auch hier zeigte sich, dass es ganz unterschiedliche demokratiepolitische Ansätze gibt und dass aufgrund der differenten Ausgangslagen nicht alle Modelle in allen Ländern realisierbar sind.

Zum abwechslungsreichen Rahmenprogramm gehörten ein Höflichkeitsbesuch bei S.D. Erb­prinz Alois auf Schloss Vaduz, eine Besichtigung der Firma Hilti AG in Schaan und der Besuch des Eröffnungskonzerts des Festivals „Vaduz Classic“. (pd)

Bericht der GPK und Schlussbericht Audit betreffend Neubau des LLS

Aktuelle Stunde im Oktober Landtag: Krisen und gesellschaftliche Dysfunktion begünstigen Radikalisierung - wie weit darf diese gehen und wie soll die Politik diesem Phänomen begegnen?

Es gilt das gesprochene Wort!


ANSPRACHE

DES ALTERSPRÄSIDENTEN ALBERT FRICK

ANLÄSSLICH DER LANDTAGSERÖFFNUNG 2023

Durchlauchter Erbprinz
Sehr geehrte Frauen und Herren Landtagsabgeordnete
Sehr geehrte Mitglieder der Regierung 

Es mutet etwas seltsam an, die heutige Landtagseröffnung ohne vorgängige hl. Messe abzuhalten. Viele von uns würden es begrüssen, wenn die langjährige Tradition in den kommenden Jahren wieder aufgenommen würde. Den Herausforderungen der Landtagsarbeit mit Fleiss und Überzeugung, aber auch mit Gottvertrauen zu begegnen, ist sicher ein guter Ratgeber.

Vorab ist es mir ein Anliegen, Ihnen, Durchlauchter Erbprinz, für Ihre Thronrede zu danken. Der Austausch der beiden Souveräne ist für das gute Gelingen der Staatsführung von grosser Bedeutung. Ich bin überzeugt, dass Ihre Worte bei Landtag und Regierung auf grosses Interesse stossen und als Leitlinien für die politische Arbeit wahrgenommen werden.

Was unsere Aufgabenbereiche gegenwärtig auch stark prägt, ist das Unvorhergesehene. Wer hätte denn bei der Landtagseröffnung vor einem Jahr gedacht, dass in weniger als einem Monat unsere Welt eine andere sein wird. Der russische Überfall auf den Nachbarstaat Ukraine hat Fakten geschaffen, die uns zwangen, die politischen Prioritäten anders zu setzen.

Ganz in den Vordergrund gerückt ist die Frage der Energieversorgung. Innovative, zukunftsträchtige Lösungen sind gefragt, um der drohenden Energiemangellage zu begegnen. Dabei müssen wir ohne Denkverbote alle Möglichkeiten überprüfen, um der Energieautarkie einen grossen Schritt näherzukommen. Vollkommen energieautark zu werden wird kaum erreichbar sein, aber wir können unsere Auslandabhängigkeit deutlich verringern. Dass in zunehmendem Masse auf Elektrizität als Energiespender gesetzt wird, bedeutet gerade für die Liechtensteinischen Kraftwerke in ihrem Jubiläumsjahr eine grosse Herausforderung.

Andere Folgen des Krieges auf europäischem Boden sind die Inflation, die damit verbundene Lohnspirale und bestehende Lieferengpässe. Das sind in einem Land mit exportorientierter Wirtschaft keine guten Voraussetzungen und es ist verständlich, dass Rezessionsängste aufkommen. Auch wenn in unserem schuldenfreien Staatswesen das Umfeld weit besser ist als in vielen anderen Staaten, müssen wir uns den neuen Gegebenheiten mit Wachsamkeit und gemeinsamen Anstrengungen stellen.

 

Meine Damen und Herren,

Wir befinden uns mitten in der Legislaturperiode. Das ist der beste Zeitpunkt für erfolgreiches politisches Schaffen. Gedanken an anstehende Wahlen sind noch weit entfernt und können daher keinen Einfluss auf unsere Arbeit haben. Diese Ausgangslage wollen wir nutzen, um uns den vielen Aufgaben mit Elan und Verantwortungsbewusstsein anzunehmen. Letztlich werden wir alle daran gemessen, was wir gemeinsam erreicht haben.

Die Gemeindewahlen werden uns wieder aufzeigen, dass eines der wichtigsten Volksrechte, das Wahlrecht, in Liechtenstein nach wie vor von einer grossen Mehrheit gewissenhaft wahrgenommen wird. An dieser Stelle ist es mir ein Anliegen, den politischen Parteien für ihre aufwendige Arbeit zur Rekrutierung von Kandidatinnen und Kandidaten zu danken. Unsere Demokratie lebt von Menschen, die bereit sind, eine Aufgabe im öffentlichen Dienst zu übernehmen. Ganz allgemein sind die Volksrechte das wichtigste Gut in unserer staatlichen Gemeinschaft und es gilt, sie ohne Wenn und Aber zu schützen.

Ein wichtiges Element in der Politik und dem Zusammenleben in Liechtenstein ist die Selbstverantwortung der Einwohnerschaft. Das Streben nach Glück und erfülltem Leben wird vom Staate nach Kräften unterstützt. Es ist aber dem Einzelnen überlassen, das Beste daraus zu machen. In unserem Land kennt man keine bittere Armut mehr, keinen Hunger und nur ganz geringe Arbeitslosigkeit. Selbstverwirklichung ist also in hohem Masse möglich. Wir haben wirklich guten Grund, glücklich zu sein.

Das bringt mich auf die Feiern zu «100 Jahren Zollanschlussvertrag» zwischen der Schweiz und Liechtenstein. Der Zollvertrag und viele Folgeabkommen sind wesentliche Grundlagen für die beinahe märchenhafte Entwicklung unseres Landes. Wohlstand, Sicherheit, Bildungschancen und Freiheit sind die heutigen Symbole unseres Staatswesens. Wir wollen daher das Jubiläum «100 Jahre Zollanschlussvertrag» mit Dankbarkeit und Würde feiern.

Zum Schluss wünsche ich Ihnen viel Energie für eine erspriessliche Zusammenarbeit. Erfolgreiches Miteinander hängt nicht von geänderten Paragrafen ab, sondern vom Willen jedes und jeder Einzelnen. Wenn wir uns im Klaren darüber sind, was uns wichtig ist für dieses Land und welche Spuren wir hinterlassen wollen, so werden wir uns fragen, wie wir unsere Ziele am besten erreichen können. Effiziente und vertrauensvolle Zusammenarbeit dürfte der erfolgreichste Weg sein.

 

Geschätzte Damen und Herren,

Ich wünsche Ihnen Inspiration, Kraft und Gottes Segen für eine erfolgreiche Tätigkeit im Dienst der Volkswohlfahrt.

Landtagseröffnung 2023

Am Donnerstag, dem 26. Januar, um 10 Uhr findet die Eröffnungssitzung des Landtages statt. Damit beginnt das dritte Jahr der Legislatur.

S.D. Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein wird im Plenarsaal des Landtages seine Thronrede halten und den Landtag eröffnen. Im Anschluss daran erfolgt die Ansprache von Alters- und Landtagspräsident Albert Frick.

Den nächsten Tagesordnungspunkt bilden Wahlen, bei denen der Landtagspräsident, die Landtagsvizepräsidentin sowie die Stimmenzähler gewählt werden. Anschliessend werden die Aussenpolitische Kommission, die Finanzkommission und die Geschäftsprüfungskommission bestellt. Zusätzlich finden Ersatzwahlen zu den Delegationen EWR/EFTA und der Internationalen Parlamentarischen Bodensee-Konferenz (IPBK) statt.

Die Veranstaltung wird im Livestream auf der Homepage des Landtages und auf dem Landeskanal live übertragen.

Das Heiliggeistamt in der Vaduzer Kathedrale findet nicht statt.

Herbstsession der Parlamentarischen Versammlung des Europarats in Strassburg

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Vom 10. bis zum 14. Oktober fand die letzte Session dieses Jahres der Parlamentarischen Versammlung des Europarats in Strassburg statt. Im Zentrum der Sitzungswoche standen die Verleihung des 10. Václav-Havel-Menschenrechtspreis sowie eine Ansprache des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Liechtenstein wurde durch die Landtagsabgeordnete Franziska Hoop (Delegationsleiterin) und den Landtagsabgeordneten Peter Frick sowie die Delegationssekretärin Sandra Gerber-Leuenberger vertreten.

Zu Beginn der Session wurde bereits zum 10. Mal der Václav-Havel-Menschenrechtspreis verliehen. Mit diesem Preis wird aussergewöhnliches, zivilgesellschaftliches Engagement zur Verteidigung der Menschenrechte gewürdigt. Dieses Jahr ging der Preis an den seit April 2022 inhaftierten russischen Oppositionsführer, Autor und Historiker Wladimir Kara-Mursa. Kara-Mursa ist ein russischer Politiker und Mitbegründer des russischen Antikriegskomitees, das mit dem Ziel gegründet wurde, Widerstand gegen Wladimir Putins Einmarsch in die Ukraine zu leisten. Kara-Mursas Ehefrau nahm den Preis in seinem Namen in Strassburg entgegen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj richtete seine Worte per Videoschaltung an die Parlamentarier. Er unterstrich, dass das vereinte Europa in der Geschichte noch nie so stark wie heute war und der Dialog fortgesetzt werden müsse, um Russland als Aggressorstaat für alle Verbrechen dieses Krieges verantwortlich zu machen. Weiter führte er aus, dass rechtliche Mechanismen geschaffen werden müssen, da dies wirksame Garantien für langfristigen Frieden seien. Europa könne so eine historische Rolle bei der Errichtung eines Sondergerichtshofs für Russlands Aggression gegen die Ukraine sein. Dies sei auch der beste Weg, um die Grundsätze des Völkerrechts zu schützen. Anschliessend beantwortete Präsident Selenskyi zahlreiche Fragen der Abgeordneten. Es folgte eine Dringlichkeitsdebatte zum Thema «Politische Folgen der Aggression der Russischen Föderation gegen die Ukraine».

Ebenfalls vor der Versammlung sprachen der Schweizer Bundespräsident Ignazio Cassis, der irische Staatspräsident Michael D. Higgins sowie Edi Rama, Premierminister Albaniens. Der irische Staatsminister für europäische Angelegenheiten, Thomas Byrne, hat in seiner Rede vor der Versammlung seine Unterstützung für die Durchführung eines vierten Gipfeltreffens der Staats- und Regierungschefs des Europarats zum Ausdruck gebracht. Dieses Treffen solle im Rahmen des kommenden Vorsitzes von Islands im Ministerkomitee in Reykjavik im 2023 stattfinden.

Im Rahmen einer Sitzung des Ausschusses für Chancengleichheit fand eine Anhörung über die Fortschritte bei der Umsetzung des Übereinkommens des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt (Istanbul-Konvention) statt. Neben dem Präsidenten der Versammlung, Tiny Kox, sprachen Iris Luarasi, Präsidentin von GREVIO (unabhängige Expertengruppe des Europarats), und die Vorsitzende des Ausschusses der Vertragsparteien zur Istanbul-Konvention und ständige Vertreterin Frankreichs beim Europarat Marie Fontanel. Dabei begrüsste Fontanel die kürzlichen Ratifizierungen der Istanbul-Konvention durch das Vereinigte Königreich und die Ukraine und erwähnte gleichzeitig die von Liechtenstein vorgenommene Ratifizierung im 2021.

Darüber hinaus wurden Berichte über den Missbrauch des Schengener Informationssystems durch Mitgliedstaaten des Europarats als eine politisch motivierte Sanktion, Pushbacks auf dem Land- und Seeweg: illegale Massnahmen der Migrationssteuerung, die Unterstützung einer europäischen Perspektive für die Westbalkanstaaten, die Auswirkungen des Brexits auf die Menschenrechte auf der irischen Insel und die Aufklärung über Islamfeindlichkeit oder antimuslimischen Rassismus in Europa diskutiert.

Bildbeschreibung: Der Abg. Peter Frick und die Abg. Franziska Hoop an der Session in Strassburg.

145. Versammlung der Interparlamentarischen Union in Kigali (Ruanda)

145. IPU-Versammlung in Kigali (Ruanda)

Vom 11. bis 15. Oktober 2022 fand auf Einladung des ruandischen Parlaments die Herbst­tagung der Interparlamentarischen Union in Kigali statt. Die IPU ist eine globale Organisation nationaler Parlamente mit zurzeit 178 Mitgliedstaaten. Sie setzt sich insbesondere für die friedliche Verständigung in Konfliktsituationen, für den Schutz der Menschenrechte und für eine Stärkung der demokratischen Institutionen ein.

Die Konferenz war dem Thema «Gleichstellung der Geschlechter und geschlechtersensible Parlamente als Treiber des Wandels für eine widerstandsfähigere und friedlichere Welt» ge­widmet. Ein weiteres Mal stand auch der russische Angriff auf die Ukraine im Mittelpunkt der Diskussionen. Hierzu wurde im Laufe der Versammlung eine Resolution zur Verteidigung der territorialen Integrität aller Staaten und zur Verurteilung der Invasion der Ukraine und die an­schliessende Annexion von Territorien verabschiedet. Ebenfalls konnte eine Resolution für die lokale und regionale Entwicklung von Ländern mit hohem Anteil an internationaler Migration und zur Bekämpfung von Menschenhandel und Menschenrechtsverletzungen verfasst werden. Nebst der Hauptversammlung fanden diverse Sitzungen der jeweiligen geopoliti­schen Gruppen sowie der diversen Ausschüsse statt.

Liechtenstein wurde durch die Abgeordneten Dagmar Bühler-Nigsch und Sebastian Gassner sowie Gabriele Wachter vom Parlamentsdienst vertreten. Die liechtensteinische Delegation nutzte den Anlass insbesondere auch für bilaterale Gespräche. Ausserdem erhielt sie Einblick in die Arbeit des schweizerischen Kooperationsbüros der Direktion für Entwicklung und Zu­sammenarbeit (DEZA) in Kigali und konnte entsprechende Projekte im Bereich der dualen Bil­dung, im Bau von Wohnraum und in der Produktion von regionalen Baumaterialien kennen­lernen.

Energiewende in der Bodenseeregion – Tagung der IPBK auf der Schwägalp

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Die Herbstkonferenz der Internationalen Parlamentarischen Bodensee-Konferenz (IPBK) fand am 21. Oktober 2022 am Fusse des Säntis statt. Das Schwerpunktthema war der Umstieg auf erneuerbare Energien in der Bodenseeregion. Die Delegierten der Vier-Länder-Region diskutierten mit Podiumsgästen die Chancen und Herausforderungen der Energiewende.

Auf Einladung von Appenzell Ausserrhoden tagten knapp 40 Vertreterinnen und Vertreter der Mitgliedsländer und -kantone der IPBK auf der Schwägalp. Die grosse Teilnehmerzahl zeigt, dass der internationale Austausch im Bodenseeraum gross ist und dass die Bodenseeregion eng verbunden und verwoben ist – wirtschaftlich, gesellschaftlich und emotional.

Zu Gast bei der IPBK waren hochkarätige Referentinnen und Referenten, die die Umsetzungsstrategien im Bodenseeraum und das Potenzial des Bodensees zur Kälte- und Wärmenutzung präsentierten. Die Referate zeigten, dass alle Regionen beim Umstieg vor unterschiedlichen Herausforderungen stehen. Haupttreiber des Energieverbrauchs ist die Bevölkerungs- und die Wohnflächenentwicklung. Es wurden verschiedene Instrumente und Wege aufgezeigt, wie die Energiewende beschleunigt werden kann. Der Bodensee stellt ein grosses Reservoir an Kälte und Wärme dar. Die Referate haben gezeigt, dass eine nachhaltige Nutzung ohne grössere Auswirkung auf den See gut möglich wäre.

Im Anschluss fand eine Podiumsdiskussion zu den Chancen und Herausforderungen bei der Energiewende in der Bodenseeregion statt. In der angeregten Diskussion waren sich alle Anwesenden einig, dass mit entsprechenden gesetzlichen Grundlagen und einer gezielten Förderung die Klimaziele erreicht werden können. Dabei spielt die grenzüberschreitende Zusammenarbeit eine wichtige Rolle.

Die Herbstkonferenz war die letzte Vollversammlung der IPBK unter dem Vorsitz von Appenzell Ausserrhoden. Ab 2023 übernimmt der Freistaat Bayern den Vorsitz.

Albert Frick empfängt eidgenössischen Ratspräsidenten in Vaduz

Ratspräsident Thomas Hefti in Vaduz

Landtagspräsident Albert Frick empfing am Donnerstag den schweizerischen Ständeratspräsidenten Thomas Hefti zu einem offiziellen Besuch in Vaduz im Landtagsgebäude. Das Thema Energie bzw. Energiesicherheit stand als Hauptthema im Mittelpunkt des Besuchsprogramms und der Beratungen. Weitere Gesprächsthemen betrafen den Stand der Verhandlungen der Schweiz mit der EU sowie die im Dezember dieses Jahres anstehenden Ersatzwahlen in den schweizerischen Bundesrat. Im Besonderen wurden auch die im kommenden Jahr geplanten Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen des Zollvertrages zwischen der Schweiz und Liechtenstein angesprochen. Generell wurde das Verhältnis zwischen den beiden Nachbarstaaten von beiden Präsidenten als sehr gut gewürdigt.  

Das Tagesprogramm wurde mit einer Führung durch das Lawena Museum und einem Besuch bei der Firma Hoval AG in Vaduz ergänzt. Ein Höflichkeitsbesuch bei Regierungschefstellvertreterin und Wirtschaftsministerin Sabine Monauni schloss den Besuch in Liechtenstein ab.

Neben den beiden Präsidenten nahmen seitens der schweizerischen Delegation Botschafterin Sonja Hürlimann sowie Myriam Bertsch und Lena Frei von den Parlamentsdiensten teil. Die liechtensteinische Delegation war durch Botschafterin Doris Frick, Landtagssekretär Josef Hilti und Maria Meier vom Parlamentsdienst vertreten. (pd)

Treffen der parlamentarischen Freundschaftsgruppe Liechtenstein und Österreich

Parlamentarische Freundschaftsgruppe Liechtenstein-ÖsterreichParlamentarische Freundschaftsgruppe Liechtenstein-ÖsterreichParlamentarische Freundschaftsgruppe Liechtenstein-Österreich

Bereits vor zwei Jahren wurde eine liechtensteinisch-österreichische Parlamentarier Freundschaftsgruppe konstituiert. Die Corona-Pandemie verhinderte aber das erste Treffen gleich zweimal. Vom 7.-8. Februar weilte aber nun eine österreichische Delegation für das erste Treffen der Freundschaftsgruppe in Vaduz. Das abwechslungsreiche Besuchsprogramm beinhaltete einen Höflichkeitsbesuch bei S.D. Erbrinz Alois von und zu Liechtenstein auf Schloss Vaduz und Besuche im Kunstmuseum und bei der Firma Kaiser AG. Zwei Blöcke mit Arbeitsgesprächen standen jedoch im Mittelpunkt des Treffens. Dabei wurden die folgenden Themen diskutiert: Vorstellung der nationalen Parlamentssysteme, Vereinbarung von Familie und Beruf, Auswirkungen des Verhältnisses CH-EU auf Liechtenstein; S-Bahn Liechtenstein; die Corona-Politik beider Länder; Energiesicherheitsfragen infolge des Ukraine-Konflikts; Migration.

Vonseiten des Landtags nahmen die Mitglieder des Landtagspräsidiums teil: Landtagspräsident Albert Frick als Delegationsleiter, Landtagsvizepräsidentin Gunilla Marxer-Kranz, die Abgeordneten Daniel Oehry, Thomas Vogt als Vertreter des landesabwesenden Manfred Kaufmann und Patrick Risch. Die liechtensteinische Delegation wurde ergänzt durch I.D. Frau Botschafterin Maria Pia Kothbauer sowie Landtagssekretär Josef Hilti. Die österreichische Delegation wurde von der Nationalratsabgeordneten Barbara Nessler als Delegationsleiterin, den Nationalratsabgeordneten Romana Deckenbacher, Reinhold Einwallner, Gerald Loacker, dem Mitglied des Bundesrates Günter Pröller und Parlamentsdirektorin Heike Malicek gebildet.

Aktuelle Stunde im März-Landtag: Medienlandschaft Liechtenstein - quo vadis?

146. Versammlung der Interparlamentarischen Union in Manama (Bahrain)

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Auf Einladung des Parlaments von Bahrain fand vom 11. bis 15. März 2023 die 146. Versammlung der Interparlamentarischen Union in Manama statt. Liechtenstein wurde durch den Land­tagspräsidenten Albert Frick und die Abgeordnete Dagmar Bühler-Nigsch sowie Gab­riele Wachter vom Parlamentsdienst vertreten.

Hauptthema der Konferenz war die «Förderung der friedlichen Koexistenz und integrativer Gesellschaf­ten: Intoleranz bekämpfen». Das Königreich Bahrain liess es sich nicht nehmen, der Konferenzorganisation höchste Qualitätsansprüche zuzuordnen.

Die rund 500 Parlamentarierinnen und Parlamentarier aus ca. 140 Ländern hatten an der Generaldebatte die Gelegenheit, sich über Möglichkeiten zur Förderung des fried­lichen Zusammenlebens auszutauschen. Die am Schluss geneh­migte entsprechende Deklaration fordert die Parlamente zur Umsetzung der SDG’s bis 2030 auf («Leaving no one behind») - als die grösste Hoffnung für Frieden, Demokratie und nachhaltige Entwicklung für alle. Hierzu betonte Landtagspräsident Albert Frick in seiner Rede, dass in Liechtenstein bei Regierungsvorlagen an den Landtag der Effekt auf die Ver­wirklichung der SDG’s zu vermitteln ist.

An der Versammlung wurde zudem eine Resolution zum Thema «Cyberangriffe und Cyberkriminalität: Neue Risiken für die globale Sicherheit» verabschiedet, die von der ständigen Kommission für Frieden und internationale Sicherheit ausgearbeitet wurde. Eine weitere Resolution mit dem Thema «Massnahmen der Parlamente zur Erreichung einer negativen Kohlestoffbilanz der Wälder» konnte ebenfalls beschlossen werden.

Um den Resolutionen mehr Umsetzungskraft in den Mitgliedsländern zu verschaffen, wurde neu ein Forum eingeführt, bei dem die einzelnen Nationen Rechenschaft abzu­geben haben. Liechtenstein wird an der nächsten Konferenz in Angola über die Um­setzung der früheren Resolution zum Klimawandel Bericht erstatten müssen.

Nebst der Hauptversammlung fanden diverse Sitzungen der jeweiligen geopolitischen Gruppen sowie der diversen Ausschüsse statt. Die liechtensteinische Delegation nutzte den Anlass insbesondere auch für bilaterale Gespräche. So fand u.a. eine Sit­zung mit der ukrainischen Delegation statt, an der die aktuelle Situation in der Ukraine und die Unterstützung durch Liechtenstein diskutiert wurden. Dabei zeigte es sich, dass man in der Ukraine sehr detaillierte Kenntnisse über die Solidarität und die diplo­matischen Bemühungen Liechtensteins hat.

Während der April-Sitzung findet keine Aktuelle Stunde statt

Aktuelle Stunde im Mai-Landtag: Service public: Was muss, was soll, was kann der Staat?

Landtag feiert «100 Jahre Zollvertrag Schweiz-Liechtenstein»

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Am Mittwoch, den 26. April 2023, um 16 Uhr eröffnete Landtagspräsident Albert Frick eine Sondersitzung zur Würdigung des seit 100 Jahren bestehenden Zollanschlussvertrags mit der Schweiz. In Anwesenheit von S.D. Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein begrüsste Landtagspräsident Albert Frick im Besonderen die teilnehmenden Repräsentantinnen und Repräsentanten des schweizerischen National- und Ständerates sowie der Parlamente der Kantone Graubünden und St. Gallen: Ständeratspräsidentin Brigitte Häberli-Koller, Ständerat Alexander Kuprecht, Nationalrätin Claudia Friedl, den Nationalräten Thomas Rechsteiner und Roland R. Büchel und Standespräsident Tarzisius Caviezel aus Graubünden sowie Kantonsrats-präsident Jens Jäger aus St. Gallen. Nach der Begrüssung wurden die Landeshymnen der Schweiz und Liechtenstein von Musizierenden der liechtensteinischen Musikschule vorgetragen. Es folgten die Ansprachen des Landtagspräsidenten Albert Frick und der Ständeratspräsidentin Brigitte Häberli-Koller. Danach hielten die Vertreter der im Landtag repräsentierten Parteien, Manfred Kaufmann (VU), Daniel Oehry (FBP), Patrick Risch (FL) und Thomas Rehak (DpL), ihre Reden. Der Anlass wurde zudem mit musikalischen Einlagen der Musikschule umrahmt. Der Sonderlandtag endete um 17 Uhr.

Aktuelle Stunde im Juni-Landtag: Künstliche Intelligenz - Chancen und Risiken. Welche Massnahmen muss die Politik ergreifen?

100 Jahre Zollvertrag: Landtag besucht Bundesbern

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Am 6. Juni fand im Bundeshaus in Bern die Jubiläumsfeier "100 Jahre Zollvertrag Schweiz-Liechtenstein" statt - mit einem Besuch des Landtags beim Schweizer Parlament auf dessen Einladung.

Landtagspräsident Albert Frick hielt am Rande der Sommersession vor der eigens für diesen Anlass zusammentretenden Vereinigten Bundesversammlung, die die Ehrengäste aus Liechtenstein mit stehender Ovation begrüsste, eine Rede. Dabei wies der Landtagspräsident unter anderem auf den Vorbildcharakter des gemeinsamen Weges der Schweiz und Liechtenstein für das Zusammenleben der Völker. "Würde das gemeinsame Wirken überall auf unserem Planeten mit der gleichen verständnisvollen Freundschaft und der gleichen Lösungsbereitschaft stattfinden, wie dies seit hundert Jahren zwischen unseren beiden Ländern geschieht, so wäre unsere Welt wahrhaft ein besserer Ort", so Albert Frick. "Lassen Sie uns diesen Weg gemeinsam weitergehen." Auch der Schweizer Nationalratspräsident Martin Candinas und Ständeratspräsidentin Brigitte Häberli-Koller ergriffen das Wort und betonten die beispielhafte und enge Zusammenarbeit mit Liechtenstein. 

Weiter stand für die Landtagsabgeordneten ein Rundgang durch das Bundeshaus, ein offizielles Mittagessen sowie eine Führung in der Liechtensteinischen Botschaft in Bern mit Botschafterin Doris Frick auf dem Programm. 

Der Anlass unterstreicht die Bedeutung der schweizerisch-liechtensteinischen Beziehungen, für die der Zollanschlussvertrag von 1923 ein entscheidender Meilenstein war. Die beiden Länder bilden seit 1923 einen gemeinsamen Wirtschaftsraum und sind durch mehr als hundert Abkommen miteinander verbunden.

Der Besuch des Landtags in Bundesbern reiht sich ein in die Feierlichkeiten zum 100-Jahr-Jubiläum des Zollanschlussvertrags, die Anfang 2023 begannen.

Sitzungsdaten des Landtags für das Jahr 2024

Sommersession des Europarats mit Empfang in Strassburg

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Vom 19. bis zum 23. Juni fand die Sommersession der Parlamentarischen Versammlung des Europarats in Strassburg statt. Im Zentrum der dritten Sessionswoche stand erneut die russische Aggression gegen die Ukraine und die damit verbundenen Auswirkungen auf Europa.

Liechtenstein wurde während der fünftägigen Session durch die Landtagsabgeordnete Franziska Hoop (Delegationsleiterin), die stv. Landtagsabgeordneten Hubert Büchel und Thomas Hasler sowie die Delegationssekretärin Sandra Gerber-Leuenberger vertreten.

Die Delegation nutzte ihre verstärkte Präsenz vor Ort, um an den zahlreichen Sitzungen des Europarats teilzunehmen sowie um sich mit den verschiedenen Aspekten des bevorstehenden liechtensteinischen Vorsitzes im Ministerkomitee frühzeitig auseinanderzusetzten. Die Abg. Franziska Hoop tauschte sich bei einem bilateralen Treffen mit Bjarni Jónsson aus. Dabei berichtete der isländische Delegationsleiter über seine gemachten Erfahrungen während des isländischen Vorsitzes die im Mai endete. «Dieses Gespräch hat einmal mehr gezeigt, dass ein Kleinstaat wie Liechtenstein während des sechsmonatigen Vorsitzes sehr gefordert sein wird und alle verfügbaren Kräfte einzusetzen sind» so die Abg. Franziska Hoop nach dem Austausch.

Auf Einladung von Botschafter Domenik Wanger fand in der liechtensteinischen Residenz ein Empfang mit Mitgliedern der Schweizerischen Delegation zum Europarat statt. Ebenfalls nahmen der Schweizer Botschafter Claude Wild sowie Carlo Ranzoni und Andreas Zünd (beide Richter am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte) am Anlass teil. Dieses Treffen bot Gelegenheit das Zollvertragsjubiläum sowie den bevorstehenden Vorsitz Liechtensteins in informellem Rahmen zu diskutieren. «Ein ungezwungener Austausch mit Vertretern aus National- und Ständerat trägt zur Pflege und Vertiefung der langjährigen Freundschaft zwischen der Schweiz und Liechtenstein bei» sagte der stv. Abg. Thomas Hasler nach dem Empfang.

Anlässlich einer Dringlichkeitsdebatte wurde über die politischen Folgen der russischen Aggression gegen die Ukraine und über die Teilnahme russischer und belarussischer Sportler*Innen an den Olympischen Spielen diskutiert. Weitere Themen waren unter anderem die soziale Integration von Migranten, Flüchtlingen und Binnenvertriebenen durch Sport; der Haushalt und Prioritäten des Europarats von 2024 bis 2027; die Folgen der Reform der Menschenrechtsgesetzgebung im Vereinigten Königreich für den nationalen und den europäischen Schutz der Menschenrechte; Gesundheitsnotstand: Die Notwendigkeit eines ganzheitlichen Ansatzes für den Multilateralismus und die Gesundheitsversorgung sowie die digitale Kluft schliessen: den gleichberechtigten Zugang zu digitalen Technologien fördern.

OSZE-Jahrestagung: Vancouver-Erklärung verabschiedet

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Auf dem Foto: Sebastian Gassner und die Delegationsleiterin Norma Heidegger anlässlich der Jahrestagung der Parlamentarischen Versammlung der OSZE.

Die 30. Jahrestagung der Parlamentarischen Versammlung der OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) fand vom 30. Juni bis zum 4. Juli in Vancouver (Kanada) statt. Es trafen sich rund 230 Parlamentarierinnen und Parlamentarier aus 50 Ländern aus Europa, Nordamerika und Zentralasien, um über aktuelle Themen zu diskutieren. Der liechtensteinische Landtag wurde von der Abgeordneten Norma Heidegger als Delegationsleiterin, dem Abgeordneten Sebastian Gassner und von der Delegationssekretärin Sandra Gerber-Leuenberger vertreten.

Die Jahrestagung ist die grösste Veranstaltung im Kalender der Versammlung. Im Zentrum der fünf-tägigen Konferenz stand die Frage, welche Rolle die parlamentarische Versammlung der OSZE bei der Stärkung der regionalen Sicherheit durch Förderung demokratischer Gesellschaften innehaben soll. Die Delegationen befassten sich mit dem Krieg in der Ukraine und seine politischen, sicherheitspolitischen und humanitären Folgen. Die Jahrestagung fand erneut ohne die russische und die belarussische Delegation statt.

Neuer Ad-hoc-Ausschuss zur Ukraine

An der Sitzung des Ständige Ausschusses wurde die Einrichtung eines neuen Ausschusses diskutiert. Ziel des neuen Ad-hoc-Ausschusses, der auf Vorschlag der ukrainischen Delegation in der Versammlung einstimmig angenommen wurde, ist es, dafür zu sorgen, dass der Krieg weiterhin im Mittelpunkt der Aktivitäten der Versammlung steht und dass die Bedürfnisse der Ukraine von der Versammlung umfassend berücksichtigt werden. Der Ständige Ausschuss stimmte ausserdem zwei Änderungen der Geschäftsordnung zu, die eine ausgewogene Berücksichtigung der Geschlechter bei Ernennungen vorschreiben.

Zahlreiche Beschlüsse verabschiedet

Die drei ordentlichen Ausschüsse (Ausschuss für Politische Angelegenheiten, Ausschuss für Wirtschaftliche Angelegenheiten und Ausschuss für Menschenrechte) diskutierten jeweils einen im Vorfeld verfassten Bericht. Zusätzlich wurden weitere Beschlüsse von den Ausschüssen behandelt und verabschiedet. Dabei wurden Themen wie die Klärung der Folgen der Aggression Russlands gegen die Ukraine im Hinblick auf die Einhaltungen der OSZE-Prinzipien; die Verschmutzung durch Mikroplastik und Nanoplastik; ein strukturiertes Regelwerk für eine regelmässige Wirtschaftlichkeitsprüfung der Parlamentarischen Versammlung der OSZE; die stärkere Nutzung des Potenzials der Wissenschaftsdiplomatie für internationale Zusammenarbeit und aktive Friedenspolitik; sowie wirksame Mechanismen zum Schutz ukrainischer Frauen und Kinder vor Missbrauch, Ausbeutung und Menschenhandel diskutiert.

Auf der Eröffnungssitzung sprachen Raymonde Gagné, Sprecherin des kanadischen Senats, Chris d'Entremont, stellvertretender Sprecher des Unterhauses, und Hedy Fry, Leiterin der kanadischen Delegation der OSZE PV und Sonderbeauftragte für Genderfragen. In einer Videobotschaft an die Versammlung begrüsste der kanadische Premierminister Justin Trudeau die Teilnehmer und betonte, wie wichtig es sei, der Russischen Föderation die Botschaft zu übermitteln, dass Macht nicht gleich Recht sei. Er betonte, dass die OSZE-Parlamentarier in dieser Hinsicht eine wichtige Rolle zu spielen haben.

Neben der Teilnahme an den Ausschuss- sowie Plenarsitzungen nutzte die liechtensteinische Delegation ihre Präsenz vor Ort für verschiedene bilaterale Treffen. Auf Einladung des schweizerischen Generalkonsuls in Vancouver, Andreas Rufer, fand ein informeller Austausch mit den Mitgliedern der schweizerischen Delegation statt. Thomas Arn von der Handelskammer Schweiz-Kanada informierte dabei über die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der Schweiz und Kanada.

Das Netzwerk der junger Parlamentarier diskutierte mit der Sonderbeauftragten für Jugend, Farah Karimi, über Beispiele für das Engagement in der OSZE. Ein weiteres Treffen umfasste eine Podiumsdiskussion mit kanadischen Senatorinnen zum Thema Jugend, Frieden und Sicherheit. Der Abgeordnete Sebastian Gassner nahm an den Sitzungen des Netzwerks teil.

Spannende Präsidentenwahl

Im ersten Wahlgang erhielt Mark Pritchard aus dem Vereinigten Königreich 70 Stimmen. Die weiteren Kandidaten, die Finnin Pia Kauma und der Spanier Pere Joan Pons erhielten jeweils 65 Stimmen. Per Losentscheid wurde Pia Kauma für den zweiten Wahlgang bestimmt. Im anschliessenden zweiten Wahlgang setzte sich Pia Kauma mit 101 Stimmen gegen Mark Pritchard mit 68 Stimmen durch und wurde zur neuen Präsidentin der Versammlung gewählt.

Am Ende der Jahrestagung wurde die «Erklärung von Vancouver» von den Parlamentarierinnen und Parlamentariern verabschiedet. Die Erklärung enthält Empfehlungen an die nationalen Regierungen, Parlamente und die internationale Gemeinschaft in den Bereichen politische Angelegenheiten, Sicherheit, Wirtschaft, Umwelt, Menschenrechte und humanitäre Fragen. Die Mitgliedstaaten werden darin aufgefordert sich auf höchster politischer Ebene zur vollen Umsetzung der OSZE-Verbindlichkeiten sowie zur Stärkung der Organisation zu verpflichten.

Der Parlamentarischen Versammlung der OSZE gehören insgesamt 323 Parlamentarier aus 57 Staaten von Europa über Zentralasien bis Nordamerika an. Die Versammlung bietet ein Forum für parlamentarischen Austausch zu den eingegangenen Verpflichtungen auf politischer und wirtschaftlicher Ebene sowie in den Bereichen Umwelt, Sicherheit, und Menschenrechte an.

Motion für Schule und Betreuung übergeben

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Auf dem Foto, von links: Landtagssekretär Josef Hilti mit Nadine Vogelsang, Bettina Petzold-Mähr und Daniel Oehry bei der Übergabe der Motion.

Am Mittwoch haben die FBP-Abgeordneten Abgeordneten Bettina Petzold-Mähr, Franziska Hoop, Daniel Oehry, Karin Zech-Hoop, Daniel Seger, Wendelin Lampert und Albert Frick die «Motion für Schule und Betreuung neu aus einer Hand» dem Parlamentsdienst übergeben.

Zuvor informierten Daniel Oehry, Bettina Petzold-Mähr und die stv. FBP-Abgeordnete Nadine Vogelsang an einer Pressekonferenz im Säulensaal des Landtags über den neuen Vorstoss der FBP.

Die Motionäre wollen die Regierung beauftragen, dem Landtag zeitnah eine Gesetzesänderung vorzulegen, welche die Voraussetzungen schafft, Kinderbetreuungsangebote im Schulkindalter abgestimmt auf das Bildungssystem an alten elf Gemeindeschulen anhand eines fakultativen und standardisierten Ganztagesbetreuungs-Modelles anzubieten, welches allen berufstätigen Eltern, ob Teil- oder Vollzeit, ermöglicht, ihr Kind oder ihre Kinder in ihrer Wohngemeinde, wenn notwendig ganztags betreuen zu lassen, wie es in der Motion heisst. Ziel sei es, dass sich Eltern nicht mit der Koordination von Betreuung und Schule befassen müssen, sondern dass beide Leistungen in jeder Gemeindeschule standardisiert aus einer Hand angeboten werden und auch für Schulferien keine Sonderlösungen gesucht werden müssen.

Albert Frick am Treffen der Parlamentsvorsitzenden der deutschsprachigen Länder in Ostbelgien

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Landtagspräsident Albert Frick (l.) beim Eintrag ins Gästebuch mit Charles Servaty, Parlamentspräsident der deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens. (Fotos: PDG/CK)

Am Montag und Dienstag trafen sich die Parlamentspräsidentinnen und Parlamentspräsidenten der deutschsprachigen Länder auf Einladung des Parlaments der deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens in Sankt Vith und Eupen. Liechtenstein wurde von Landtagspräsident Albert Frick vertreten.

An der Konferenz mit dem Ziel des gemeinsamen Austausches widmeten sich die Parlamentarier dem Thema «Politische Bildung in den Parlamenten als Instrument zur Bekämpfung von Desinformation und Fake News». Wie Landtagspräsident Albert Frick am Treffen ausführte, setze Liechtenstein auf eine kooperative Anstrengung der öffentlichen Hand mit diversen Institutionen und den Medien um Falschinformationen zu bekämpfen, die sich in heutiger Zeit insbesondere in den Sozialen Medien im Internet verbreiten. Zentral sei hierbei, dass die Bürgerinnen und Bürger in der Lage sind, Informationen kritisch zu hinterfragen, Quellen zu überprüfen und zwischen verlässlichen und unseriösen Nachrichten zu unterscheiden. «In Liechtenstein wird mit Blick auf die gelebte direkte Demokratie grossen Wert auf die Förderung einer informierten und engagierten Bürgerschaft gelegt, die an politischen Prozessen teilnimmt und befähigt ist, selbstständig und kritisch Informationen zu bewerten», so Albert Frick. «Deshalb sieht sich auch der Landtag in der Verantwortung, politische Bildung aktiv zu unterstützen und voranzutreiben.»

Fake News hohe politische Priorität

Alle Konferenzteilnehmenden waren sich einig, dass das Phänomen der Falschmeldungen und deren Bekämpfung zu den vorrangig zu bearbeitenden politischen Prioritäten gehört. Es müsse etwa die Frage nach einer adäquaten Regulierung der digitalen Informations- und Kommunikationsplattformen gestellt und insbesondere unter Berücksichtigung der Grundfreiheiten beantwortet werden.

Im Rahmen der Konferenz ergaben sich für Landtagspräsident Albert Frick die Möglichkeiten, sich auch bilateral mit den anderen Parlamentsvertretern auszutauschen – darunter die deutsche Bundestagspräsidentin Bärbel Bas, der Schweizer Nationalratspräsident Martin Candinas, der österreichische Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka und der luxemburgische Parlamentspräsident Fernand Etgen.

Abwechslungsreiches Rahmenprogramm

Zum abwechslungsreichen Rahmenprogramm der Konferenz der Parlamentsvorsitzenden der deutschsprachigen Länder am 17. und 18. Juli gehörten kulturelle Besuche sowie Besichtigungen eines Wirtschaftsbetriebs und des Parlaments der deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens.

Die Parlamentspräsidentinnen und -präsidenten der deutschsprachigen Länder treffen sich seit 2016 jährlich zu einem Austausch reihum in einem der Partnerländer. In diesem Jahr richtete das Parlament der Deutschsprachigen Gemeinschaft das Treffen aus – stellvertretend für Belgien, in dem Deutsch als offizielle Landesprache anerkannt ist.

Während der September-Sitzung findet keine Aktuelle Stunde statt

Motion zur Einführung eines AHV-Beitragsschwellenwerts übergeben

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Mit einer Motion will die VU den administrativen Aufwand bei liechtensteinischen Wirtschaftsunternehmen sowie Vereinen und Institutionen reduzieren und das Ehrenamt attraktiver machen.

Am Dienstag, den 5. September hat VU-Fraktionssprecher Manfred Kaufmann (rechts) den parlamentarischen Vorstoss an Landtagssekretär Josef Hilti übergeben. (Foto: ZVG)

Geoengineering-Petition übergeben

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Am Dienstag hat Mit-Petitionär Jürgen Schädler (rechts) die Petition "Geoengineering - Versprühen von Partikeln in der Atmosphäre" an Landtagssekretär Josef Hilti (links) überreicht. Die von 12 weiteren Personen unterzeichnete Petition, die 27 Fragen an die Regierung umfasst, wird im Oktober-Landtag behandelt.

APK besucht Wien und Südmähren

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Die Mitglieder der Aussenpolitischen Kommission vor der UNO anlässlich des Arbeitsbesuchs in Wien, v.l.: Sandra Gerber-Leuenberger, Bettina Petzold-Mähr, Manfred Kaufmann, Elke Kindle und Manuela Haldner-Schierscher.

Vom 13. bis zum 15. September weilte die Aussenpolitische Kommission (APK) des Landtags zu einem Arbeitsbesuch in Wien und Südmähren. Die APK vertreten durch die Abgeordneten Manfred Kaufmann, Manuela Haldner-Schierscher, Elke Kindle, Bettina Petzold-Mähr sowie Sandra Gerber-Leuenberger vom Parlamentsdienst trafen anlässlich ihres 3-tägigen Besuchs sowohl mit Nationalratsabgeordneten als auch mit verschiedenen Fachexperten zusammen. Die liechtensteinische Delegation wurde dabei von der Botschaft in Wien betreut.

Der Arbeitsbesuch begann mit einem Briefing durch I.D. Botschafterin Maria-Pia Kothbauer über die Aufgaben und Arbeit der Botschaft im Allgemeinen sowie über die OSZE, gefolgt von einer Teilnahme an der Sitzung des Forums für Sicherheitskooperation der OSZE. Nach einer Führung durch den UNO-Sitz in Wien fand ein Briefing zur Drogenpolitik und der Mitarbeit Liechtensteins an der UNO statt. «Die jährlich stattfindenden Botschaftsbesuche sind ein wichtiger Bestandteil der Arbeit der APK. Sie geben uns einerseits einen vertieften Einblick in die umfassenden und zahlreichen Aufgaben einer Botschaft, und andererseits können wir uns vor Ort über diverse aktuelle Themen informieren» hält der Vorsitzende Manfred Kaufmann fest.

Am 14. September weilte die Aussenpolitische Kommission in Südmähren, um sich näher mit den Beziehungen zwischen der Tschechischen Republik und Liechtenstein auseinanderzusetzen. Auf dem abwechslungsreichen Programm stand unter anderem eine Führung durch das Schloss Eisgrub, welches in zahlreichen Bauphasen von Mitgliedern des Fürstenhauses errichtet wurde und heute Teil des UNESCO-Welterbes der Kulturlandschaft Lednice-Valtice ist. Ein weiterer Besuch fand in Feldsberg/Valtice statt. Auf dem Rückweg nach Wien besichtigte die APK den Gutsbetrieb der Fürst von Liechtenstein Stiftung in Wilfersdorf.

Am Abend nahmen die Mitglieder der APK am traditionellen Liechtenstein-Empfang der Botschaft im Gartenpalais Liechtenstein statt. «Ein Anlass wie dieser bietet zahlreiche Gesprächsmöglichkeiten mit Persönlichkeiten aus den unterschiedlichsten Bereichen» so die Abgeordnete Bettina Petzold-Mähr nach dem Empfang.

Am 15. September stand ein Arbeitsgespräch mit Nationalratsabgeordnetem Dr. Reinhold Lopatka, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Aussenpolitischen Ausschusses sowie weiteren Abgeordneten des österreichischen Nationalrats auf dem Programm. Dabei wurden Themen, wie die Wahlen zum Nationalrat im kommenden Jahr, aber auch der Krieg in der Ukraine und die damit zusammenhängenden Auswirkungen auf Europa diskutiert.

Aktuelle Stunde im Oktober-Landtag: Braucht es eine Landtagsreform? Wenn ja, mit welcher Stossrichtung?

8. Jugendsession im Landtag

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Ein Teil der Fraktion der Jungen Liste während der Debatte. (Fotos: Tobias Gassner)

Am Samstag, dem 23. September, kamen politikinteressierte Jugendliche und junge Erwachsene im Rahmen der 8. Jugendsession im Landtag zusammen, um gemeinsam Anträge zu den Themen «Energie und Usgang» auszuarbeiten. Derjenige Antrag, der am meisten Zustimmung erhalten hat, wird nun als Petition dem Landtag überreicht.

Seit 2015 führt der Jugendrat Liechtenstein einmal jährlich die Jugendsession durch. Ziel dieses Projekts ist es, die Meinungen junger Menschen in den Landtag zu bringen. Die diesjährigen Themen lauteten «Energie und Usgang». Um einen Überblick über die Themen zu erhalten, lud der Jugendrat die beiden Experten Markus Büchel von der Offenen Jugendarbeit (OJA) und Michael Meirer von der Liechtensteinischen Gesellschaft für Umweltschutz (LGU) dazu ein, am Vormittag einen kurzen Vortrag zu halten. Anschliessend diskutierten die Teilnehmenden über Probleme und Lösungsansätze und arbeiteten in Kleingruppen verschiedene Anträge mit Begründungen aus. Unter den Teilnehmenden befanden sich vier Vertreterinnen und Vertreter der Jungen Liste und vier Vertreterinnen und Vertreter der Jungen FBP.

Am Nachmittag kamen die Teilnehmenden im Plenarsaal zusammen, um die Anträge zum Diskurs zu stellen und unter der Moderation des Jugendrat-Präsidenten Michael Schädler darüber abzustimmen, welche Anträge dem Parlament überreicht werden sollen. Ausserdem sass ein Vertreter von UNICEF Schweiz und Liechtenstein sowie sieben Landtagsabgeordnete und drei Regierungsmitglieder, darunter Regierungschef Daniel Risch, auf den Zuschauerbänken, um die Diskussionen und Abstimmungen mitzuverfolgen.

Zwei der acht Anträge befassten sich mit dem Thema «Usgang», wobei eine kostenlose Abgabe von Testbändern zur Prüfung von Getränken auf K.O.-Tropfen gefordert wurde. Schnell wurde jedoch klar, dass die Klimathematik vielen jungen Menschen unter den Nägeln brennt, da sich die meisten Energie-Anträge mit Klimaschutz auseinandersetzten. Um der Jugendsession mehr Gewicht zu verleihen, sollte auch dieses Jahr der Antrag mit den meisten Ja-Stimmen in Form einer Petition dem Parlament überreicht werden. Die meisten Stimmen erhielt der Antrag «Energieautarkie» der Jungen FBP (dieser kann bei Interesse auf jugendrat.li eingesehen werden). Demnächst wird dieser Antrag als Petition dem Landtag übergeben.

Nach einem abschliessenden Grusswort des Gesellschaftsministers Manuel Frick liessen die Teilnehmenden und die weiteren Anwesenden den konstruktiven Tag bei einem Apéro ausklingen. Alle zeigten sich sehr glücklich über den Verlauf der diesjährigen Jugendsession. «Es hat mich beeindruckt, wie die jungen Leute in kurzer Zeit verschiedene Anträge ausgearbeitet haben», sagte die Landtagsabgeordnete Dagmar Bühler-Nigsch. Regierungschef Daniel Risch betonte die Wichtigkeit dieser Veranstaltung: «Wir müssen jetzt über die Lösungen für die Probleme der Zukunft entscheiden.» Auch die Landtagsabgeordneten Franziska Hoop und Daniel Oehry zeigten sich begeistert über das Engagement der Jugendlichen. «Ich hoffe, dass nächstes Jahr noch viel mehr junge Leute dabei sein werden», meinte Franziska Hoop.

Der Jugendrat freut sich, auch in den nächsten Jahren dieses bereichernde Projekt weiterführen und so die politische Jugendpartizipation in Liechtenstein voranbringen zu können. (zvg/fn)

Auf den Fotos: Gruppenarbeit an den Anträgen, die Fraktion der Jungen FBP, Mitglieder aus Landtag und Regierung auf den Zuschauerrängen, Jugendrat-Präsident Michael Schädler.

Herbstsession der Parlamentarischen Versammlung des Europarats

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Die Mitglieder der Europaratsdelegation mit dem liechtensteinischen Richter Carlo Ranzoni (Mitte), welcher die Delegation im Gebäude des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte zu einem Austausch empfing.

Vom 9. bis zum 13. Oktober fand die Herbstsession der Parlamentarischen Versammlung des Europarats in Strassburg statt. Im Zentrum der vierten Sessionswoche standen die aktuellen Konflikte im europäischen Raum und die damit verbundenen Auswirkungen auf Europa.

Liechtenstein wurde während der fünftägigen Session durch die Landtagsabgeordneten Franziska Hoop (Delegationsleiterin) und Peter Frick, die stv. Landtagsabgeordneten Hubert Büchel und Thomas Hasler sowie die Delegationssekretärin Sandra Gerber-Leuenberger vertreten.

Die Delegation nutzte ihre starke Präsenz in Strassburg, um an den zahlreichen Ausschusssitzungen des Europarats teilzunehmen sowie um sich mit dem bevorstehenden liechtensteinischen Vorsitz im Ministerkomitee auseinanderzusetzten. Am 11. Oktober traf sich die Delegation mit Despina Chatzivassiliou-Tsovilis (Generalsekretärin der Versammlung) um die aktuellen Vorbereitungen zum Treffen des Ständigen Ausschusses am 27. und 28. November in Vaduz zu besprechen. «Dieser Austausch hat gezeigt, dass die Erwartungen des Europarats hoch sind und Liechtenstein während der sechsmonatigen Vorsitzzeit sehr gefordert sein wird» so die Abg. Franziska Hoop nach dem Gespräch.

Ein weiteres Treffen fand mit den Mitgliedern der Schweizerischen Delegation statt. Neben dem liechtensteinischen Botschafter Domenik Wanger nahm auch Claude Wild der Schweizer Botschafter an den Gesprächen teil. Im Zentrum des Austausches standen sowohl der Vorsitz Liechtensteins wie auch die aktuellen Herausforderungen, welchen sich der Europarat als Organisation derzeit stellen muss.

11. Václav-Havel-Menschenrechtspreis verliehen

Der mit EUR 60'000 dotierte Preis für herausragende zivilgesellschaftliche Aktivitäten zur Verteidigung der Menschenrechte wurde an den inhaftierten türkischen Menschenrechtsverteidiger, Philanthropen und Aktivisten der Zivilgesellschaft Osman Kavala verliehen. Kavala befindet sich seit 2017 ununterbrochen im Gefängnis, nachdem er wegen seiner angeblichen Verbindungen zu den Gezi-Park-Protesten verhaftet wurde. In einem Urteil aus dem Jahr 2019 ordnete der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte seine sofortige Freilassung an. Im Jahr 2022 bestätigte die Grosse Kammer des Gerichtshofs, dass die Türkei ihren Verpflichtungen gemäss der Europäischen Menschenrechtskonvention nicht nachgekommen ist. In einem aus dem Gefängnis geschriebenen Brief, den seine Frau Ayşe verlas, erklärte Kavala, dass er sich durch die Entscheidung geehrt fühle und den Preis seinen Mitbürgerinnen und Mitbürgern widme, die unrechtmässig im Gefängnis sitzen.

Aktuelle Stunde im November-Landtag: Welche Rahmenbedingungen sind notwendig, um «working poor» zu verhindern?

Welcome-Video zum Vorsitz: Europarat-Parlamentarier treffen sich am 27. und 28. November in Vaduz

Liechtenstein übernimmt vom 15. November 2023 bis zum 17. Mai 2024 den Vorsitz im Ministerkomitee des Europarats.

Das Ministerkomitee ist das Entscheidungsorgan des Europarats, das von den Aussenministerinnen und Aussenministern der Mitgliedstaaten beziehungsweise von deren ständigen Vertretern gebildet wird. Der Vorsitz im Ministerkomitee wechselt alle sechs Monate. Liechtenstein hat nach Lettland und vor Litauen dieses Amt nun zum dritten Mal inne.

Die Parlamentarische Versammlung ist das beratende Organ des Europarats, welches sich der Entwicklung und Zusammenarbeit in Europa durch die Förderung von Menschenrechten, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit verpflichtet hat. Sie behandelt aktuelle politische, wirtschaftliche und soziale Fragen. Die Parlamentarische Versammlung besteht aktuell aus 612 Mitgliedern, davon 306 Stellvertreterinnen und Stellvertreter. Liechtenstein wird in der Versammlung von zwei Mitgliedern und zwei Stellvertretern repräsentiert. Die Parlamentarierinnen und Parlamentarier können durch Entschliessungen und Empfehlungen in der Versammlung Einfluss auf das Ministerkomitee nehmen. Die Versammlung tritt jährlich zu vier fünftägigen Plenarsitzungen in Strassburg zusammen.

Ausserhalb der Strassburger Plenarsitzungen tagt der Ständige Ausschuss, in welchem neben dem Präsidenten und den Vizepräsidenten der Parlamentarischen Versammlung alle nationalen Delegationsleitungen, die Ausschussvorsitzenden und die Vorsitzenden der politischen Fraktionen Einsitz nehmen. Sitzungsort ist üblicherweise die Hauptstadt des Mitgliedslandes, welches im Ministerkomitee den Vorsitz führt. Der Ständige Ausschuss führt die Geschäfte der Versammlung, wenn diese keine Plenarsitzung hat, und stellt damit die Kontinuität ihrer Tätigkeit sicher. Er berät und verabschiedet Berichte und Entschliessungen und kann Dringlichkeits- und Aktualitätsdebatten abhalten.

Die nächste Sitzung des Ständigen Ausschusses findet am 27. und 28. November 2023 in Vaduz statt und wird durch eine Rede des Landtagspräsidenten eröffnet. Die Aussenministerin wird die liechtensteinischen Vorsitzprioritäten vorstellen sowie den Parlamentarierinnen und Parlamentariern für einen Austausch zur Verfügung stehen. Auf dem Programm stehen neben verschiedenen Berichten und Entschliessungen auch eine Sonderveranstaltung zum Vigdís Prize for Women’s Empowerment mit Bernadette Kubik-Risch als Gastrednerin. Es werden rund 100 Teilnehmende aus den 46 Mitgliedstaaten erwartet. Liechtenstein wird während der zweitägigen Veranstaltung von den Abgeordneten Franziska Hoop (Delegationsleiterin) und Peter Frick sowie den stellvertretenden Abgeordneten Hubert Büchel und Thomas Hasler vertreten werden.

Die Agenda und weitere Informationen sind hier zu finden.

Herbsttreffen der Parlamentarischen Versammlung der OSZE in Armenien

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Die Abgeordnete Norma Heidegger an der Herbsttagung der OSZE PV.

Vom 18. bis zum 20. November fand in Jerewan die Herbsttagung der Parlamentarischen Versammlung der OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) statt. Die Delegationsleiterin Norma Heidegger vertrat Liechtenstein an dieser dreitägigen Konferenz.

An der 21. Herbsttagung der Parlamentarischen Versammlung der OSZE kamen in Jerewan rund 200 Parlamentarierinnen und Parlamentarier zusammen, um über das Thema «Die OSZE in Zeiten der Krise: Die Rolle der Parlamentarischen Versammlung bei der Bewältigung interner und externer Herausforderungen» zu diskutieren. Des Weiteren befassten sich die Abgeordneten mit der Rolle der OSZE in Zeiten von Konflikten, der Bekämpfung von Korruption und dem Schutz von Minderheiten.

Anlässlich der verschiedenen Programmpunkte sprachen hochrangige Vertreter des Gastlandes wie Nikol Pashinyan, der armenische Premierminister und Alen Simonyan, der Präsident des armenischen Parlaments. Aber auch Helga Schmid, die Generalsekretärin der OSZE, richtete ihre Worte an die Delegierten.

Auf Einladung des Schweizer Botschafters in Jerewan, Lukas Rosenwaser, fand ein Treffen mit den Mitglieder der Schweizerischen Delegation unter der Leitung von Nationalrat Andreas Aebi statt. Werner Thut-Shimo, Stellvertretender Regional Direktor des Swiss Cooperation Office South Caucasus, informierte dabei über aktuelle Herausforderungen in der Region.

EFTA-Parlamentarier treffen sich in Brüssel

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Von links: Sandra Gerber-Leuenberger, Parlamentsdienst, Delegationsleiter Manfred Kaufmann und die Abg. Karin Zech-Hoop anlässlich der EFTA-Parlamentarierkomitee Meetings in Brüssel.

Am 20. und 21. November fand ein Treffen der Parlamentarierkomitees der EFTA-Staaten in Brüssel statt. Der liechtensteinische Landtag war durch die Abgeordneten Manfred Kaufmann (Delegationsleiter) und Karin Zech-Hoop sowie Sandra Gerber-Leuenberger vom Parlamentsdienst vertreten. Neben der liechtensteinischen Delegation waren Abgeordnete aus der Schweiz, Norwegen und Island anwesend. Das Treffen war geprägt von den aktuellen europäischen Herausforderungen.

Das Arbeitstreffen in Brüssel bot Gelegenheit, sich mit den Aussenministern der EWR/EFTA-Staaten unter der Leitung von Regierungsrätin Dominique Hasler über die geopolitischen Herausforderungen der EWR/EFTA-Staaten, die nachhaltige Entwicklung im EWR und die Koordinierung mit der EU auszutauschen. Weitere aktuelle Themen waren der wirtschaftliche Wiederaufbau und die Integration der Ukraine in den europäischen Markt sowie die Möglichkeiten der EWR/EFTA-Staaten sich in den EU-Gesetzgebungsprozess einzubringen.

Ein weiteres Treffen fand mit der Vorsitzenden des EFTA-Rats statt. Dabei standen der aktuelle Stand der EFTA-Freihandelspolitik gegenüber Drittstaaten sowie die Unterstützungsleistungen der EFTA-Staaten zugunsten der Ukraine im Zentrum der Gespräche.

Ausserdem traf sich das Parlamentarierkomitee mit verschiedenen Vertreterinnen und Vertretern der Europäischen Kommission und von Thinktanks, um sich mit ihnen über die jüngsten Entwicklungen des handelspolitischen Umfelds auszutauschen. Dabei wurden die EU-Erweiterungspolitik verbunden mit einer möglichen Reform, die im Juni 2024 stattfindenden Europawahlen, verschiedene Rechtsakte über die Regulierung von künstlicher Intelligenz sowie die EU-Wirtschaftssicherheitsstrategie diskutiert.

Aktuelle Stunde im Dezember-Landtag: Förderung der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen

Die Fortschrittliche Bürgerpartei lädt die Regierung und den Landtag ein, in der Aktuellen Stunde des Dezember-Landtages 2023 über das Thema Förderung der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen, zu diskutieren.

Albert Frick: «Ohne Gerechtigkeit wird es keinen Frieden geben»

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Landtagspräsident Albert Frick bei seiner Rede. (Fotos: Paul Trummer)

Landtagspräsident Albert Frick hielt an der PACE-Versammlung am 27. und 28. November im Vaduzer Saal die Eröffnungsansprache. Dabei betonte er die Wichtigkeit der Teilnahme Liechtensteins an internationalen Organisationen wie dem Europarat.

«Obwohl geografische Kleinheit viele Nachteile mit sich bringt, ermöglicht sie auch, dass staatliche Institutionen näher an den Menschen sind. Dies fördert nicht nur ein grösseres Vertrauen in das Liechtensteiner Parlament und die Regierung, sondern ermöglicht es uns auch, effiziente Prozesse aufrechtzuerhalten und massgeschneiderte und pragmatische Lösungen in den Mittelpunkt unserer Politik zu stellen», sagte Landtagspräsident Albert Frick am Dienstag vor dem Ständigen Ausschuss des PACE, der sich im Rahmen der Präsidentschaft Liechtensteins im Ministerkomitee des Europarats in Vaduz traf.

«Aggressive Machtpolitik darf nicht vorherrschen. Diejenigen, die unsere gemeinsamen Verpflichtungen herausfordern, müssen zur Rechenschaft gezogen werden. Mit der Einrichtung des Schadensregister hat der Europarat einen wichtigen ersten Schritt getan, um die Verantwortlichkeit für die russische Aggression gegen die Ukraine sicherzustellen», fügte Herr Frick hinzu. Auf dem Weg nach vorne betonte er, dass es «von entscheidender Bedeutung bleibt, dass das Verbrechen der Aggression untersucht und verfolgt wird und dass alle Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden». Albert Frick: «Ohne Gerechtigkeit wird es keinen Frieden geben, und nationale Parlamente spielen weiterhin eine wichtige Rolle bei der Förderung dieser Bemühungen.»

Insbesondere in Zeiten wie diesen betonte der Landtagspräsident, "werden wir daran erinnert, dass multilaterale Organisationen eine entscheidende Rolle bei der Förderung von Frieden und Stabilität spielen. Eine aktive Teilnahme an diesen erweist sich daher nicht nur als wichtig, sondern als fundamental für Liechtenstein.»

PACE-Präsident Tiny Kox hatte zuvor in seiner Begrüssungsansprache Liechtenstein als glänzendes Beispiel für Stabilität in Europa bezeichnet und das Fürstentum für sein internationales Engagement mit Blick auf Menschenrechte, Demokratie und Rechtstaatlichkeit gelobt.

Vigdís-Preis für die Stärkung der Frauen: Aufruf zur Nominierung

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(Fotos: Paul Trummer)

Die Parlamentarische Versammlung des Europarats (PACE) hat in Partnerschaft mit der Regierung Islands einen Aufruf zur Nominierung für die erste Ausgabe des Vigdís-Preises für die Stärkung der Frauen herausgegeben. Der gemeinsame Initiativpreis der isländischen Regierung und der PACE würdigt die ehemalige isländische Präsidentin Vigdís Finnbogadóttir, die als erste Frau weltweit zum Staatsoberhaupt gewählt wurde. Mit einer Sonderveranstaltung wurde am 28. November im Vaduzer Saal der Vigdís-Preis gewürdigt. Seitens Liechtenstein nahmen Bernadette Kubik-Risch und Wilfried Marxer an der Paneldiskussion teil.

Der jährliche Preis in Höhe von 60’000 Euro zeichnet herausragende Initiativen aus, die die Stärkung von Frauen in ihrer Vielfalt fördern. Der breite Ansatz umfasst Leistungen in Bezug auf Geschlechtergleichheit oder gleichberechtigte Beteiligung und Zugang zu Entscheidungsprozessen sowie Massnahmen zur Förderung inklusiver Politiken und Praktiken. Der Preis wird während der Juni-Sitzung der Parlamentarischen Versammlung verliehen.

Bei einer Sonderveranstaltung während des Standing Committee der PACE, das im Rahmen der Präsidentschaft Liechtensteins im Ministerkomitee in Vaduz organisiert wurde, sagte PACE-Präsident Tiny Kox: «Wir bewegen uns auf eine Welt zu, in der Frauenführerinnen nicht mehr eine Ausnahme oder sogar eine Minderheit sein werden, und dafür können wir Frauen wie Vigdís ewig dankbar sein.» Sie und andere, fügte er hinzu, haben «die gläsernen Decken in allen Teilen der Gesellschaft in all unseren Mitgliedsstaaten und Partnerländern durchbrochen und den Weg für die Geschlechtergleichheit geebnet, die im Herzen einer echten Demokratie stehen muss».

«Vigdís Finnbogadóttir ist in Island ein nationales Juwel. Immer wenn sie und ihr Vermächtnis belohnt werden, fühlen wir uns alle extrem stolz», betonte Rósa Björk Brynjólfsdóttir, Mitglied des Büros des Premierministers von Island und Mitglied des Auswahlpanels des Preises. «Vigdís ist das Vorbild für eine ganze Generation, meine Generation, und ihr Einfluss ist immer noch gross, da sie eine wichtige Figur und Präsenz in Island für zukünftige Generationen bleibt. Ihre Wahl hat unser Land auf den Weg gebracht, dem wir seitdem gefolgt sind, engagiert für den Kampf für Geschlechtergleichheit und immer bestrebt, unsere Stimme einzusetzen, um die Sache international voranzutreiben.»

Die Frist für die Einreichung von Nominierungen ist der 15. Februar 2024. Sie sollten per E-Mail an die Parlamentarische Versammlung geschickt werden: vigdis.prize@coe.int, unter Verwendung des auf der Preis-Website verfügbaren Formulars. Sie sollten von mindestens fünf Unterstützern unterzeichnet und entweder in Englisch oder Französisch eingereicht werden.

Delegierte aus 46 Ländern zu Besuch: Europaratsparlament tagt im Vaduzer Saal

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Die Europaratsparlamentarierinnen und -parlamentarier im Vaduzer Saal beim Gruppenbild. (Fotos: Paul Trummer)

Am 27. und 28. November tagten in Vaduz verschiedene Gremien der Parlamentarische Versammlung des Europarats (PACE) nach der Übernahme des Vorsitzes Liechtensteins im Ministerkomitee des Europarats am 15. November.

Am Dienstag trafen sich rund 60 Parlamentarierinnen und Parlamentarier zur Sitzung des Ständigen Ausschusses des PACE. Nach der Eröffnung der Sitzung durch den PACE-Präsidenten Tiny Kox im Vaduzer Saal hielt Landtagspräsident Albert Frick eine Begrüssungsansprache, gefolgt von einem Meinungsaustausch mit Aussenministerin Dominique Hasler im Rahmen der Präsidentschaft Liechtensteins im Ministerkomitee.

Während der Versammlung des Ständigen Ausschusses gab es Debatten zu aktuellen Themen wie dem Haushalt und den Prioritäten des Europarats sowie der Nachbereitung des Gipfels von Reykjavík sowie der Gewaltspirale und humanitären Krise im Nahen Osten bzw. die Suche nach einem friedlichen Ausweg.

Die Parlamentarierinnen und Parlamentarier debattierten zudem über die Beobachtung der Parlamentswahlen in Polen, die Vererbung von Genomen bei Menschen und den institutionellen Rassismus der Strafverfolgungsbehörden gegenüber Roma und Reisenden.

Der Ständige Ausschuss, der im Auftrag der Versammlung zwischen den Plenarsitzungen handelt, setzt sich aus dem Präsidenten und Vizepräsidenten der Versammlung, den Vorsitzenden politischer Gruppen, den Vorsitzenden nationaler Delegationen und den Ausschussvorsitzenden zusammen. Insgesamt sind dies etwa 60 Parlamentarier aus den 46 Mitgliedstaaten des Europarats. Liechtenstein wurde durch die Abgeordnete Franziska Hoop vertreten, der Vorsitzende der Europaratsdelegation des Landtags.

Landesausschuss 2023/2024 bestellt

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Der Landesausschuss 2023/2024, von links: Der Abg. Manfred Kaufmann, der Abg. Daniel Seger, Landtagspräsident Albert Frick und der Abg. Herbert Elkuch. Auf dem Foto fehlt der Abg. Patrick Risch. (Foto: Michael Zanghellini)

Der Landtag hat am 7. Dezember 2023 die Abgeordneten Herbert Elkuch, Manfred Kaufmann, Patrick Risch und Daniel Seger in den Landesausschuss 2023/2024 gewählt.

Gemäss Art. 72 Abs. 1 der Verfassung gehört Landtagspräsident Albert Frick von Amtes wegen dem Landesausschuss an. Im Verhinderungsfall wird er durch Landtagsvizepräsidentin Gunilla Marxer-Kranz vertreten.

Der Landesausschuss wahrt die Rechte des Gesamtlandtags, wenn der Landtag nicht versammelt ist und deswegen seine Funktionen nicht wahrnehmen kann (d. h. von der Schliessung Ende eines Jahres bis zur Wiedereröffnung zu Beginn des folgenden Jahres) oder im Falle einer Vertagung oder Auflösung des Landtags. Der Landesausschuss besteht aus dem Landtagspräsidenten und vier weiteren Abgeordneten, wobei die beiden Landschaften gleichmässig zu berücksichtigen sind.

Nach der Schliessung des Landtags wird dieser im nächsten Jahr am 19. Januar 2024 wieder eröffnet.

EWR- und EU-Parlamentarier diskutieren in Vaduz

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Die Teilnehmenden der Konferenz beim Gruppenbild im Landtagssaal. (Fotos: Michael Zanghellini)

Am 14. und 15. Dezember fand das 60. Treffen des Gemeinsamen EWR- und EU-Parlamentarierkomitees (EEA JPC) im Landtagsgebäude in Vaduz statt. Teilnehmer der Konferenz waren rund 30 Abgeordnete aus den EWR-Staaten Norwegen, Island und Liechtenstein, des Europäischen Parlaments und der Schweiz sowie hochrangige Vertreter von diversen Institutionen.

An der Konferenz wurden gemeinsame Themen der EWR/EFTA- und EU-Staaten diskutiert. Die Abgeordneten Manfred Kaufmann (Delegationsleiter) und Daniel Seger sowie EWR-EFTA-Delegationssekretärin Sandra Gerber-Leuenberger vertraten Liechtenstein. Justizministerin Graziella Marok-Wachter eröffnete das Treffen im Landtagsgebäude, wobei sie in ihrer Ansprache mit Vorfreude auf das 30-Jahr-Jubiläum des EWR im kommenden Jahr blickte und den Beitrag des Gemeinsamen Parlamentarierkomitees für das gute Funktionieren der Partnerschaft im Wirtschaftsraum hervorhob.
Das Komitee nutzte anschliessend die Gelegenheit, sich unter anderem intensiv mit den Sanktionen im Rahmen des Ukraine-Konflikts auseinanderzusetzen. Dabei erläuterte FIU-Stabstellenleiter Michael Schöb den Parlamentarierinnen und Parlamentarier die Hintergründe über deren Implementierung aus Liechtensteiner Sicht. Die Wichtigkeit von Sanktionen seien mit Blick auf die Krisenherde der Welt gestiegen, das Fürstentum würde sich hier der Kooperation mit seinen internationalen Partnern nicht verschliessen.

Als weitere Themen wurden die Vorschläge für einen «Net Zero Industry Act» zur Schaffung besserer Bedingungen und mehr Investitionen für saubere Technologien sowie für einen «European Critical Raw Materials Act» zur Gewährleistung einer sicheren und nachhaltigen Versorgung mit kritischen Rohstoffen in Europa besprochen. Der Abgeordnete Daniel Seger führte zusammenfassend aus, dass es zwar wichtig sei, in demokratischem Sinne zu handeln, aber nicht zusätzliche Bürokratie im Wirtschaftsraum geschaffen werden dürfe.

Das Gemeinsame EWR- und EU-Parlamentarierkomitee besteht sowohl aus Mitgliedern der nationalen Parlamente der EWR/EFTA-Staaten wie auch aus einer Delegation des Europäischen Parlaments. Die Schweiz besitzt in diesem Gremium Beobachterstatus. Das Komitee ist nicht direkt in das EU-Beschluss­fassungsverfahren involviert, kann aber in der Vorphase am EU-Rechtssetzungsprozess mitwirken. Durch den Dialog und die Beratung trägt das Komitee zu einem besseren Verständnis zwischen der europäischen Gemeinschaft und den EFTA-Staaten bei. Das Komitee tritt in der Regel zweimal im Jahr zusammen.

Friedenslicht an den Landtag übergeben

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Landtagspräsident Albert Frick nahm am Dienstag das Friedenslicht von den Pfadfinderinnen und Pfadfindern entgegen. (Fotos: Nils Vollmar)

Wie jedes Jahr überbringen die Pfadfinderinnen und Pfadfinder Liechtensteins das Friedenslicht aus Bethlehem. Am Dienstagabend nahm Landtagspräsident Albert Frick das Friedenslicht für den Landtag entgegen, bevor es im ganzen Land verteilt und Spenden gesammelt werden.

Das Friedenslicht aus der Geburtsgrotte in Bethlehem will Menschen motivieren, zwischen Weihnachten und Neujahr einen einfachen aber persönlichen Beitrag für Dialog und Frieden zu leisten.

Wahlbeobachtung in Serbien mit liechtensteinischer Beteiligung

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Der Landtagsabgeordnete Sebastian Gassner beim Verlassen eines Wahllokales in Belgrad.

Für den liechtensteinischen Landtag hat vergangene Woche Sebastian Gassner, als einer von 70 Vertretern der Parlamentarischen Versammlung der OSZE, an der Wahlbeobachtungsmission in Serbien teilgenommen.

An der Mission waren auch Vertreter der parlamentarischen Versammlung des Europarates und des Europaparlamentes beteiligt. Insgesamt waren 361 Beobachter aus 45 Ländern, darunter auch 254 Experten sowie Lang- und Kurzzeitbeobachter vom OSZE-Büro für demokratische Institutionen und Menschenrechte (ODIHR) vertreten.

Die vorgezogenen Parlamentswahlen haben am 17. Dezember zusammen mit den Regionalwahlen in ganz Serbien stattgefunden und waren die dritten Parlamentswahlen in weniger als vier Jahren. Diese Häufigkeit hat zusammen mit dem fehlenden politischen Willen dazu geführt, dass notwendige Reformen nicht in Angriff genommen wurden und dass das Vertrauen der Öffentlichkeit in die demokratischen Institutionen geschwächt wurde. Auch wenn die Grundfreiheiten im Wahlkampf im Allgemeinen respektiert wurden, war dieser durch eine harte Rhetorik, voreingenommene Medien, Druck auf Beschäftigte des öffentlichen Sektors und den Missbrauch öffentlicher Mittel getrübt. Der Wahltag verlief weitgehend ruhig, war jedoch von zahlreichen Verfahrensmängeln und Auffälligkeiten gekennzeichnet. So beispielsweise eine fehlende Gewährleistung des Wahlgeheimnisses oder Vorwürfe, dass Wähler organisiert und mit Bussen abgeholt wurden. Vorläufige Ergebnisse sind hier zu finden.

Landtagspräsident Albert Frick in Wien

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Landtagspräsident Albert Frick (links) und der österreichische Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka beim Empfang im Parlament in Wien.

Auf Einladung des Nationalratspräsidenten der Republik Österreich, S.E. Wolfgang Sobotka, absolvierte Landtagspräsident Albert Frick letzte Woche einen offiziellen Besuch in Wien.

Anschliessend an die Begrüssung am Flughafen durch die Protokollchefin des Österreichischen Parlaments, Botschafterin Eva Russek und den Stv. Missionschef der Liechtensteinischen Botschaft in Wien, Dominik Marxer, ging es zum Empfang im Parlament. Der Begrüssung durch den Nationalratspräsidenten folgten das offizielle Fahnenfoto und der Gästebucheintrag im Empfangssalon.

Im anschiessenden Arbeitsgespräch wurden verschiedene Themen von gegenseitigem Interesse angesprochen. Insbesondere wurden die bilateralen Beziehungen gewürdigt, die durch die Gründung von parlamentarischen Freundschaftsgruppen in Österreich und in Liechtenstein auch auf parlamentarischer Ebene weiter gestärkt wurden. Beide Parlamentspräsidenten haben dieses Anliegen eines gesicherten und regelmässigen Austauschs unter Parlamentariern in ihren Ländern vorangetrieben und zu einem guten Abschluss gebracht. Der erste Austausch fand im ablaufenden Jahr mit dem Besuch der Parlamentarierdelegation aus Österreich in Vaduz statt.   

Weiters wurde die Zusammenarbeit in Europa gewürdigt. Landtagspräsident Albert Frick betonte, dass das Fürstentum Liechtenstein als EWR Mitglied der Zusammenarbeit in Europa allerhöchste Bedeutung zumisst. Die Solidarität in Europa gehe weit über die wirtschaftliche Zusammenarbeit hinaus. Ebenso wurden Sicherheitsfragen in Europa angesprochen. Der russische Angriffskrieg in der Ukraine bleibt eine massive Bedrohung für die Sicherheit in Europa.

Die Präsidenten waren sich einig, dass sich die Tagesaktualität aber in den Nahen Osten verschoben habe. Die terroristischen Angriffe durch die Hamas und der Abschuss von Raketen aus dem Gazastreifen auf zivile Ziele seien auf das Schärfste zu verurteilen. Von Seiten von Liechtenstein wurde jedoch auch Besorgnis über die vollständige Belagerung des Gazastreifens mit den schwerwiegenden humanitären Folgen vorgebracht.

Der Vorsitz Liechtensteins im Ministerkomitee des Europarats rundete das Arbeitsgespräch ab, wobei das Treffend des Ständigen Ausschusses der Parlamentarischen Versammlung in Vaduz besondere Erwähnung fand.

Das sehr aufwändig gestaltete Besuchsprogramm mit Führung im rundum renovierten Parlament, mit Begrüssung im tagenden Nationalrat und abendlichem Besuch der Staatsoper darf als Zeichen nachbarschaftlicher Wertschätzung gewertet werden.

Am abschliessenden Arbeitsfrühstück mit nachfolgender Führung durch die Raffael-Ausstellung «Raffael, Gold & Seide» im Kunsthistorischen Museum nahm auch die liechtensteinische Botschafterin in Wien, I.D. Maria-Pia Kothbauer, teil.

Landtagseröffnung 2024

Am kommenden Freitag, dem 19. Januar um 10 Uhr findet die Eröffnungssitzung des Landtages statt. Damit startet das vierte und letzte Jahr der Legislatur. Aus Anlass der Landtagseröffnung wird um 9 Uhr ein Heiliggeistamt in der Kathedrale Vaduz gefeiert, zu dem die Öffentlichkeit eingeladen ist. Die Messe wird vom Apostolischen Administrator des Erzbistums, Bischof Benno Elbs, zelebriert und vom Kirchenchor zu St. Florin Vaduz musikalisch umrahmt.

S.D. Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein wird im Plenarsaal des Landtages seine zwanzigste Thronrede halten und den Landtag eröffnen. Im Anschluss daran erfolgt die Ansprache von Alterspräsident Albert Frick.

Den nächsten Tagesordnungspunkt bilden die Bürowahlen, bei denen der Landtagspräsident, die Landtagsvizepräsidentin sowie die Stimmenzähler gewählt werden. Anschliessend werden die Aussenpolitische Kommission, die Finanzkommission und die Geschäftsprüfungskommission bestellt sowie eine Regierungsrat-Stellvertretung gewählt.

Die Veranstaltung wird im Livestream auf der Homepage des Landtages und auf dem Landeskanal live übertragen.

Nach der Landtagseröffnung sind S.D. Erbprinz Alois, die Mitglieder der Regierung und die Abgeordneten zu einem Aperitif im Landtagsgebäude eingeladen.

Ansprache des Alterspräsidenten Albert Frick anlässlich der Landtagseröffnung 2024

ANSPRACHE DES ALTERSPRÄSIDENTEN ALBERT FRICK ANLÄSSLICH DER LANDTAGSERÖFFNUNG 2024 am 19. Januar 2024

Durchlauchter Erbprinz

Sehr geehrte Mitglieder des Landtages

Sehr geehrte Mitglieder der Regierung

Ich begrüsse Sie auch meinerseits zur Eröffnungssitzung des Liechtensteinischen Landtags. Ihnen, Durchlauchter Erbprinz, danke ich für Ihre wegweisenden Worte. Sie haben uns heute mit Ihrer 20. Thronrede beehrt. Dies ist ein kleines Jubiläum, zu dem ich Ihnen im Namen des Landtages und im Namen der liechtensteinischen Bevölkerung herzlichst gratuliere. Gleichzeitig danke ich Ihnen, dass Sie zusammen mit Landtag und Regierung umsichtig die Verantwortung für unser Staatswesen tragen. Ich danke auch dem Apostolischen Administrator, Bischof Benno Elbs, der sich mir gegenüber bereit erklärt hat, das Amtsjahr wieder mit einem Hl. Geist Amt zu eröffnen. Die Besinnung auf unsere christlichen Wurzeln und damit verbundener Werte wie Wahrung von Freiheit, Menschenrechten und Entfaltungsmöglichkeiten erachte ich als lohnend. Mein Dank geht auch an den Kirchenchor zu St. Florin für die wunderbare musikalische Begleitung des Gottesdienstes.

Der Landtag nimmt mit dem heutigen Tag das letzte Jahr seiner Amtszeit in Angriff. Wir stehen vor einem Jahr, in dem unsere Bevölkerung ihre direkt-demokratischen Rechte überdurchschnittlich oft wird wahrnehmen können. In einem Land zu leben, in dem demokratische Beteiligung weit über sporadische Beteiligung an Wahlen hinausgeht, heisst für die stimmberechtigte Einwohnerschaft Verantwortung zu übernehmen. Es gilt Entscheidungen zu treffen und die Konsequenzen mitzutragen. Dabei soll übergeordnetes Gesamtinteresse ebenso in die Waagschale der Überlegungen gelegt werden wie individuelle Betroffenheit.

Im Vorgang der kommenden Abstimmungen hat der Landtag die verschiedenen Vorlagen nach bestem Wissen und Gewissen beraten, Entscheidungen getroffen und hat entsprechende Empfehlungen abgegeben. Das Volk ist nun aufgerufen, die Entscheidungen zu treffen. Diese werden ohne Wenn und Aber zu akzeptieren und für das weitere Vorgehen massgebend sein. Ich bin der festen Überzeugung, dass unser Demokratie-erprobtes Volk die für unser Land richtigen Entscheidungen treffen wird.

Meine Damen und Herren

Unsere Schaffenskraft wird auch im kommenden Jahr gefragt sein. Es wird für uns wichtig sein, unsere guten Rahmenbedingungen zu erhalten und zu stärken. Die hohe politische Stabilität unseres Staatswesens ist ein Qualitätsfaktor erster Güte, den wir nie leichtfertig aufs Spiel setzen dürfen.

Als Landtagsabgeordnete sind wir aufgefordert, wichtige Vorhaben für die Gestaltung des Landes und für die Förderung der gesamten Volkswohlfahrt voranzubringen. Um dieser Aufgabe gerecht werden zu können, müssen die Arbeitsbedingungen der Abgeordneten in Abständen überprüft und allenfalls angepasst werden. Zwölf Jahre nach der letzten grösseren Landtagsreform ist der Ruf nach Änderungen wieder deutlich vernehmbar. Es ist aber auch kein Geheimnis, dass der Landtag mit Anpassungsvorschlägen sehr zurückhaltend umgeht. Auch klaffen die Vorstellungen über das Ausmass einer Reform sehr deutlich auseinander. Die Bandbreite geht von einigen wenigen Anpassungen bis hin zu einer grossen, umfassenden Reform. Das Landtagspräsidium wird zeitnah einen Bericht vorlegen, damit das weitere Vorgehen entschieden werden kann.

In einem Jahr werden wir kurz vor den Landtagswahlen stehen. Zuvor werden sich die Parteien bemühen, Mitbürgerinnen und Mitbürger für eine Kandidatur zu gewinnen. Man wird versuchen, Frauen und Männer von der Bedeutung ihres Mitwirkens in der Politik zu überzeugen. Am besten wird dies gelingen, wenn das von uns geprägte parlamentarische Geschehen von aussen als kultiviert, sachorientiert und erstrebenswert wahrgenommen wird. Für einige von uns – auch für mich – wird dies das letzte Amtsjahr im Landtag sein. Ich hoffe, dass es uns in diesem Vorwahljahr, beginnend mit dem heutigen Tag, noch gelingen wird, den Willen zu konstruktiver Zusammenarbeit sichtbar zu machen.

Lassen Sie mich mit Blick auf die Landtagswahl schon jetzt der Hoffnung Ausdruck verleihen, dass sich viele Menschen aller stimmberechtigten Altersklassen zur Mitarbeit erklären werden. Die Landtagsarbeit kann sehr erfüllend sein. Man bekommt in vielfacher Hinsicht Einblick in die Bedürfnisse der Menschen im Lande und in die Anforderungen, denen unser Staatswesen gerecht werden muss. Nicht zuletzt möchte ich die Wertschätzung erwähnen, die man als Abgeordneter von der Bevölkerung erfahren darf und auch die persönlichen Freundschaften, die sich in der politischen Tätigkeit ergeben können.

Durchlaucht, geschätzte Frauen und Herren Abgeordnete, geschätzte Mitglieder der Regierung

Ich freue mich auf die Zusammenarbeit im heute beginnenden Amtsjahr und wünsche Ihnen in Ihrer verantwortungsvollen Aufgabe alles Gute und Gottes Segen.

Besuch des UNO-Hochkommissars im Bereich der Menschenrechte Volker Türk bei Landtagspräsident Albert Frick

Landtagspräsident Albert Frick und UNO-Hochkommissar im Bereich der Menschenrechte Volker Türk

Anlässlich seines Höflichkeitsbesuchs in Liechtenstein begrüsste Landtagspräsident Albert Frick den UNO-Hochkommissar im Bereich der Menschenrechte, Volker Türk,  zu einem Gespräch im Landtagsgebäude. Der Hochkommissar lobte das hohe Niveau im Bereich der Menschenrechte in Liechtenstein. Er zeigte ferner die grossen internationalen Herausforderungen im Bereich der Menschenrechte auf, mit welchen das UNO- Hochkommissariat im Bereich der Menschenrechte aktuell konfrontiert ist.

Europaratsversammlung im Zeichen von Liechtenstein: Parlamentarier debattieren in Strassburg

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Auf dem Foto, von links: Regierungschef Daniel Risch, Stv. Abg. Thomas Hasler, Abg. Peter Frick, Stv. Abg. Hubert Büchel, Abg. Franziska Hoop, Botschafter Domenik Wanger, Aussenministerin Dominique Hasler anlässlich der Januar-Session der Parlamentarischen Versammlung in Strassburg.

Vom 22. bis zum 26. Januar fand die erste Session der Parlamentarischen Versammlung des Europarats während des liechtensteinischen Vorsitzes in Strassburg statt. Im Zentrum der Sessionswoche standen die aktuellen Krisen in Europa sowie die jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten.

Liechtenstein wurde während der fünftägigen Session durch die Landtagsabgeordneten Franziska Hoop (Delegationsleiterin) und Peter Frick, die stv. Landtagsabgeordneten Hubert Büchel und Thomas Hasler sowie die Delegationssekretärin Sandra Gerber-Leuenberger vertreten.

Liechtenstein im Vorsitz

Im Rahmen des Vorsitzes sprachen Regierungschef Daniel Risch sowie Aussenministerin Dominique Hasler vor der Versammlung. Aussenministerin Hasler sprach dabei in ihrer Rolle als Vorsitzende des Ministerkomitees. Sowohl der Regierungschef als auch die Aussenministerin stellten sich anschliessend an ihre Reden den Fragen der versammelten Parlamentarierinnen und Parlamentarier.

Neuer Präsident der Versammlung gewählt

Zu Beginn der Sessionswoche wurde Theodoros Rousopoulos aus Griechenland zum neuen Präsidenten der Versammlung gewählt. Der Nachfolger von Tiny Kox (Niederlande) ist der 35. Präsident der Versammlung und der erste Grieche in diesem Amt. Seine Amtszeit beträgt ein Jahr und kann einmalig verlängert werden.

Neuer Kommissar für Menschenrechte ab dem 1. April 2024

Michael O'Flaherty aus Irland wurde am Mittwoch von der Parlamentarischen Versammlung zum neuen Menschenrechtskommissar des Europarats gewählt. Er setzte sich im zweiten Wahlgang gegen Megleva Kuneva aus Bulgarien und gegen Manfred Nowak aus Österreich mit 104 Stimmen durch. O'Flaherty folgt auf Dunja Mijatović die das Amt seit 2018 inne hatte. Der Kommissar wird aus einer Liste von drei Kandidaten gewählt, die von den Regierungen vorgeschlagen werden. Die Amtszeit beträgt einmalig sechs Jahre.

Beglaubigungsschreiben nicht ratifiziert

Ebenfalls am Mittwoch hat die Versammlung die Beglaubigungsschreiben der aserbaidschanischen Delegation, die an der Eröffnung der Sessionswoche angefochten wurden, nicht ratifiziert. Die Versammlung kam zum Schluss, dass Aserbaidschan wichtige Verpflichtungen die sich aus dem Beitritt zum Europarat ergeben, nicht erfüllt hat. Während der Debatte wurden verschiedene Bedenken zu freien und fairen Wahlen, der Gewaltenteilung sowie zur Achtung der Menschenrechte in Aserbaidschan geäussert. Der verabschiedete Beschluss betrifft nur die Beglaubigungsschreiben der Parlamentarierdelegation. Aserbaidschan ist weiterhin Vollmitglied des Europarats.

EFTA-Parlamentarier und EFTA-Konsultativkomitee diskutieren über Handelspolitik

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Auf dem Foto, von links: Patrick Ritter (Stv. Ständiger Vertreter der liechtensteinischen Mission in Genf), Sandra Gerber-Leuenberger (Parlamentsdienst), Sigi Langenbahn (LANV), Brigitte Haas (LIHK), Abg. Daniel Seger, Frank J. Büchel (Stv. Generalsekretär der EFTA) und Abg. Karin Zech-Hoop.

Am 7. und 8. Februar trafen sich Abgeordnete und Vertreterinnen und Vertreter der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände der EFTA-Länder in Genf, um verschiedene handelsbezogene Themen zu diskutieren. Im Zentrum des vom EFTA-Sekretariat organisierten Seminars stand die Freihandelspolitik der EFTA. Liechtenstein war mit den Abgeordneten Daniel Seger und Karin Zech-Hoop (stv. Delegationsmitglied), Sandra Gerber-Leuenberger vom Parlamentsdienst sowie mit Brigitte Haas von der Liechtensteinischen Industrie- und Handelskammer und Sigi Langenbahn vom Liechtensteiner Arbeitnehmerverband vertreten.

Am ersten Tag des Treffens standen die jüngsten Entwicklungen des multilateralen Handelssystems und seiner Dachorganisation, der Welthandelsorganisation (WTO), sowie die Aussichten für die bevorstehende 13. Ministerkonferenz im Zentrum der Gespräche. Es fand eine Podiumsdiskussion mit den Ständigen Vertretern der EFTA-Staaten bei der WTO statt. Es wurden Themen wie das Streitbeilegungssystem, die verschiedenen Verhandlungssäulen, neue handelspolitische Bereiche und die Koexistenz unterschiedlicher Wirtschaftssysteme angesprochen.

Am zweiten Tag standen die Handelsbeziehungen der EFTA mit Drittstaaten im Zentrum der Diskussionen. In Vorbereitung des geplanten Arbeitsbesuchs des EFTA-Parlamentarierkomitees in Argentinien und Brasilien fanden verschiedene Briefings statt. Die Verhandlungen zwischen den EFTA- und den Mercosur-Ländern (Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay) begannen 2017 und konnten 2019 abgeschlossen werden. Allerdings steht der finale Abschluss eines umfassenden Freihandelsabkommens noch aus. Der Arbeitsbesuch des EFTA-Parlamentarierkomitees soll den Abschluss der Verhandlungen unterstützen.

Ein weiterer Themenschwerpunkt war das Treffen mit Rebeca Grynspan, die Generalsekretärin der Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung (UNCTAD). Dabei stand die Förderung der nachhaltigen Entwicklung durch Handel im Zentrum.

Kroatischer Aussenminister besucht den Landtag

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Landtagspräsident Albert Frick (links) begrüsst den Minister für Auswärtige und Europäische Angelegenheiten der Republik Kroatien, Gordan Grlić Radman, im Landtagsgebäude.

Im Rahmen seines Liechtenstein-Besuchs am 14. Februar 2024 hat der kroatische Aussenminister Gordan Grlić Radman am Mittwochnachmittag dem Landtag einen Höflichkeitsbesuch abgestattet. Landtagspräsident Albert Frick empfing die Delegation und führte den hohen Besuch durch die Räumlichkeiten des Parlaments sowie den Landtagssaal.

Der Minister für Auswärtige und Europäische Angelegenheiten der Republik Kroatien nahm am Vormittag an der offiziellen Eröffnung des Honorarkonsulats der Republik Kroatien in Schaan mit Honorarkonsul Ernst Walch teil und traf sich mit Regierungsrätin Dominique Hasler zu einem Arbeitsgespräch. Zudem stattete der kroatische Aussenminister Regierungschef Daniel Risch einen Höflichkeitsbesuch ab.

Wintertagung der Parlamentarischen Versammlung der OSZE in Wien

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Auf dem Foto, von links: Der Abg. Sebastian Gassner, die Abg. Norma Heidegger und Sandra Gerber-Leuenberger vom Parlamentsdienst anlässlich der Wintertagung der Parlamentarischen Versammlung der OSZE in Wien.

Am 22. und 23. Februar 2024 fand die 23. Wintertagung der Parlamentarischen Versammlung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) statt. Liechtenstein war mit den Abgeordneten Norma Heidegger als Delegationsleiterin und Sebastian Gassner sowie der Delegationssekretärin Sandra Gerber-Leuenberger an der Konferenz in Wien vertreten. Insgesamt waren über 230 Parlamentarierinnen und Parlamentarier aus 54 der 57 OSZE-Mitgliedstaaten anwesend.

Die zweitätige Konferenz wurde mit Schweigeminuten für die Opfer des bereits zwei Jahre andauernden Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine und zum Gedenken an den russischen Oppositionsführer Alexej Nawalny begonnen. Anschliessend folgten Reden von Wolfgang Sobotka, dem österreichischen Nationalratspräsident, Pia Kauma, Präsidentin der Parlamentarischen Versammlung der OSZE, Ian Borg, Aussenminister Maltas und amtierender Vorsitzender der OSZE sowie von Helga Schmid, Generalsekretärin der OSZE. Die Tagung umfasste Plenarsitzungen, Sitzungen der Allgemeinen Ausschüsse sowie eine Sitzung des Ständigen Ausschusses. Neben den diversen Sitzungen nutzte die Delegation ihre Präsenz vor Ort für bilaterale Treffen mit anderen Parlamentarierdelegationen. Ebenfalls fand ein Austausch mit Botschafterin Maria-Pia Kothbauer und dem stellvertretenden Missionsleiter Dominik Marxer statt.

Plenardebatte zum Thema Sicherheit

An der Plenarsitzung diskutierten die Parlamentarier zum Thema: «Europäische Sicherheit heute und morgen: Parlamentarische Perspektiven für die Zukunft der OSZE». Verschiedene Sonderbeauftragte der Versammlung stellten ihre Erkenntnisse vor und zahlreiche Delegierte ergriffen in der anschliessenden Debatte das Wort.

Ausschusssitzungen

Die drei Ausschüsse traten zu je einer Sitzung zusammen. Neben den Vorstellungen der Vorschläge für die Berichte die an der Jahrestagung im Juli in Bukarest vorgelegt werden, fanden Debatten mit unterschiedlichen Schwerpunkten statt. Der Ausschuss für Politische Angelegenheiten diskutierte zum Thema «Die Arbeit der OSZE in der Ukraine während des russischen Agressionskriegs». Der Ausschuss für wirtschaftliche Angelegenheiten hielt eine Sonderdebatte zu «Künstliche Intelligenz: Ein technologischer Durchbruch mit sicherheitspolitischen Implikationen» ab. Im Ausschuss für Menschenrechte sprach die belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja und es fand eine Diskussion zum Thema «Politische Dissidenten und politische Gefangene» statt.

Netzwerk der jungen Parlamentarier

Im Vorfeld der Wintertagung nahm der Abgeordnete Sebastian Gassner an einem Treffen des Netzwerks der jungen Parlamentarier der Versammlung der OSZE teil. Dieses Netzwerk hat sich die politische Inklusion von jungen Menschen in der OSZE-Region sowie eine verstärkte Teilnahme von jungen Parlamentariern in der Versammlung der OSZE zum Ziel gesetzt. Das Netzwerk bietet eine ideale Gelegenheit zum Austausch mit Delegierten der verschiedenen OSZE-Teilnehmerstaaten.

Keine russische Delegation vor Ort

Im Gegensatz zur Wintertagung vor einem Jahr, war dieses Jahr keine russische Parlamentarierdelegation an den Sitzungen in Wien vertreten. Russland hat sich entschieden, ihre Teilnahme an der Parlamentarischen Versammlung vorerst auszusetzen und nicht an den Wintertagung in Wien teilzunehmen.

IPBK diskutiert klimaneutrale Bodenseeschifffahrt

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Die IPBK ist ein Zusammenschluss der Präsidentinnen und Präsidenten sowie weiterer Abgeordneter der Landtage von Baden-Württemberg, Bayern, Vorarlberg und des Fürstentums Liechtenstein sowie der Kantonsparlamente von Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, St.Gallen, Schaffhausen, Thurgau und Zürich - hier die anwesenden Delegierten beim Gruppenbild in der Kunsthalle Appenzell. (Foto: IPBK)

Die 61. Frühjahrskonferenz der Internationalen Parlamentarischen Bodensee-Konferenz (IPBK) fand am vergangenen Freitag in Appenzell statt. Der Liechtensteiner Landtag war mit Landtagspräsident Albert Frick, Landtagsvizepräsidentin Gunilla Marxer-Kranz sowie den Abgeordneten Thomas Rehak und Sandra Fausch vertreten.

Unter der Leitung des Innerrhoder Grossratspräsidenten Albert Manser, dem Vorsitzenden der Internationalen Parlamentarischen Bodensee-Konferenz (IPBK), tagten über 40 Vertreterinnen und Vertreter der Mitgliedsländer und -kantone in Appenzell.

Engerer Austausch mit IBK

Im Rahmen des ersten Schwerpunktthemas wurde über ein engeres Zusammenwirken der IPBK mit der IBK, der Internationalen Bodensee-Konferenz der Regierungen der Länder und Kantone um den Bodensee, beraten. Die IPBK begrüsst einen engeren Austausch mit ihrer Schwesternkonferenz. Die Steuerungsorgane der beiden Konferenzen sollen sich einmal jährlich treffen und austauschen. Zudem sollen in einem weiteren Schritt die Zusammenarbeitsfelder ausgelotet werden.

Massnahmen anstossen

Im Weiteren befasste sich die IPBK auf der Grundlage einer von der IBK in Auftrag gegebenen Studie mit dem Thema der klimaneutralen Bodenseeschifffahrt. Nach einer Präsentation durch den Studienverfasser, Prof. Dr. Werner Tillmetz, und einem kontradiktorischen Podium mit Vertretungen verschiedener Interessenskreise wurde das Thema vertieft diskutiert. Die Konferenz beschloss schliesslich, die Absicht der IBK zu unterstützen, Massnahmen zu prüfen und anzustossen, um möglichst bald zu einer klimaneutralen Bodenseeschifffahrt zu gelangen. Insbesondere sollen dabei die Rahmenbedingungen für den Weg in eine klimaneutrale Bodenseeschifffahrt und mögliche finanzielle Unterstützungsinstrumente festgelegt werden.

Die IPBK-Delegation des Landtags bei der Konferenz in Appenzell, von links: Landtagspräsident Albert Frick, Landtagsvizepräsidentin Gunilla Marxer-Kranz (Delegationsleiterin), Delegationssekretär Hannes Matt, die Stv. Abgeordnete Sandra Fausch und der Abgeordnete Thomas Rehak.

EWR- und EU-Parlamentarier diskutieren in Strassburg

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Auf dem Foto, von links: Sandra Gerber-Leuenberger, Delegationssekretärin, sowie die Abg. Manfred Kaufmann und Daniel Seger anlässlich des Treffens des EEA JPC im Europäischen Parlament in Strassburg. (Fotos: PD/Source EP)

Am 28. und 29. Februar fand das 61. Treffen des Gemeinsamen EWR- und EU-Parlamentarierkomitees (EEA JPC) auf Einladung des Europäischen Parlaments in Strassburg statt. Der liechtensteinische Landtag war mit den Abgeordneten Manfred Kaufmann als Delegationsleiter und Daniel Seger sowie Sandra Gerber-Leuenberger vom Parlamentsdienst vertreten. Weitere Teilnehmer der Konferenz waren Parlamentarier aus den EWR-Staaten Norwegen und Island, Abgeordnete des Europäischen Parlaments sowie hochrangige Vertreter von verschiedenen Institutionen. Die Schweizer Delegation war als Beobachter anwesend.

An der Konferenz wurden gemeinsame Themen der EWR/EFTA- und EU-Staaten diskutiert. Dabei stand das Funktionieren des EWR-Abkommens seit dem letzten Treffen am 15. Dezember 2023 in Vaduz im Mittelpunkt der Diskussionen. Der belgische Botschafter bei der Europäischen Union, Michael Mareel, informierte als EU-Vorsitzender des EWR-Rats das Komitee über die neuesten Entwicklungen im EWR-Abkommen. Dabei ging er auch auf das 30-Jahr-Jubiläum des EWR-Abkommens ein. Weitere Themenschwerpunkte waren das Europäische Katastrophenschutzverfahren in Zusammenhang mit den aktuellen Vulkanausbrüchen in Island, ein Ausblick auf den EU-Beitrittsprozess der Ukraine, die Regulierung der künstlichen Intelligenz in Europa sowie die Umsetzung von neuen EU-Nachhaltigkeitsvorschriften durch den Zoll wie zum Beispiel die Sorgfaltspflicht und Zwangsarbeit.

Liechtensteinische Sitzungsleitung

Der Abgeordnete Manfred Kaufmann leitete die Sitzung zusammen mit Andreas Schwab, Abgeordneter des Europäischen Parlaments. «Liechtenstein übernimmt als aktives Mitglied regelmässig den Vorsitz im JPC. Diese zusätzliche Rolle ermöglicht es, verschiedene Aspekte aus der Sicht Liechtensteins einzubringen und eine führende Rolle im Komitee zu übernehmen», so der Abgeordnete Kaufmann nach der Sitzungsleitung.

Im Rahmen des Vorsitzes von Liechtenstein im Ministerkomitee des Europarats lud Botschafter Domenik Wanger die EFTA-Parlamentarierdelegationen zu einem Austausch ein. Der Anlass bot Gelegenheit, näher auf die Prioritäten Liechtensteins sowie die verschiedenen Aufgaben und Aktivitäten während der sechsmonatigen Vorsitzzeit einzugehen. «Dieser informelle Austausch am Rande der Sitzung ermöglichte es den EFTA-Abgeordneten, sich mit der Förderung von Menschenrechten, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit detaillierter auseinanderzusetzen», sagte der Abgeordnete Daniel Seger.

Das Gemeinsame EWR- und EU-Parlamentarierkomitee besteht sowohl aus Mitgliedern der nationalen Parlamente der EWR/EFTA-Staaten als auch aus einer Delegation des Europäischen Parlaments. Die Schweiz besitzt einen Beobachterstatus. Das Komitee ist nicht direkt in das EU-Beschlussfassungsverfahren involviert, kann aber in der Vorphase am EU-Rechtssetzungsprozess mitwirken. Durch den Dialog und die Beratung trägt das Komitee zu einem besseren Verständnis zwischen der europäischen Gemeinschaft und den EFTA-Staaten bei. Das nächste Treffen findet im Herbst in Norwegen statt.

Parlamentspräsident aus Georgien zu Besuch

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Auf dem Foto, von links: Der Parlamentspräsident von Georgien, Shalva Papuashvili, wird von Landtagspräsident Albert Frick begrüsst. (Fotos: Paul Trummer)

Am Freitag besuchte der georgische Parlamentspräsident Shalva Papuashvili den Landtag und die Regierung in Vaduz. Es ist der erste offizielle parlamentarische Besuch Georgiens in Liechtenstein.

Liechtenstein und Georgien haben im September 2007 direkte diplomatische Beziehungen aufgenommen. Um diese weiter zu stärken, stattete der Parlamentspräsident von Georgien, Shalva Papuashvili, am 14. und 15. März zusammen mit dem Vizepräsidenten, einer parlamentarischen Delegation sowie dem Botschafter dem Fürstentum erstmals einen Besuch ab.

Nach einem Gespräch mit Regierungschef Daniel Risch im Regierungsgebäude in Vaduz empfing Landtagspräsident Albert Frick zusammen mit dem Abgeordneten Manfred Kaufmann und Landtagssekretär Josef Hilti am Freitagmorgen die georgische Parlamentsdelegation im Landtagsgebäude.

«Wir sind dankbar, in Georgien einen aktiven und konstruktiven Partner zu haben und sehen den Besuch als Ausdruck des gemeinsamen Willens, die Partnerschaft zwischen unseren beiden Staaten weiter auszubauen», freute sich Landtagspräsident Albert Frick beim gemeinsamen Gespräch der Delegationen im Plenarsaal und hob gleichzeitig die jungen aber guten Beziehungen sowie die vielen gemeinsamen Werte beider Länder hervor. Weiter sprach Albert Frick Georgien als EU-Beitrittskandidat die bestmögliche Unterstützung im Rahmen der Möglichkeiten Liechtensteins zu. So würde man sich bereits regelmässig in internationalen und regionalen Organisationen unterstützen – sei es innerhalb der UNO oder in Bezug auf die europäische Integration.

Seit einigen Jahren findet eine Annäherung Georgiens an die EU statt. Den Beitrittsantrag hat das südkaukasische Land im Frühjahr 2022 beim Europäischen Rat eingereicht.

Parlamentspräsident Shalva Papuashvili zeigte sich hocherfreut über den Empfang und lobte insbesondere den internationalen Einsatz Liechtensteins für das Völkerrecht, die Einhaltung territorialer Integrität und die Stärkung von Rechtsstaatlichkeit. Zudem führte er die Fortschritte seines Landes bei der Umsetzung von EU-Recht sowie bei Antikorruptionsmassnahmen aus. Weiter waren der russische Angriffskrieg in der Ukraine mit seinen Auswirkungen auf Georgien sowie die parlamentarischen Systeme beider Länder Thema des Delegationsgesprächs.

Der anschliessende Besuch des Landesmuseums, der Schatzkammer und des Liechtenstein-Instituts mit einem Vortrag über das politische System Liechtensteins bot den Vertretern beider Länder weiteren Raum zum persönlichen Austausch.

Landtagspräsident auf Papstbesuch

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In Begleitung des liechtensteinischen Botschafters beim Vatikan, Prinz Stefan von und zu Liechtenstein, besuchte Landtagspräsident Albert Frick letzte Woche zusammen mit seiner Ehegattin den Hl. Stuhl in Rom. Bei der persönlichen Begegnung im Rahmen der Generalaudienz zeigte sich Papst Franziskus erfreut über den Besuch. Im herzlichen Gespräch mit dem Hl. Vater wurden auch Gedanken zur Nachfolge im Erzbistum Vaduz ausgetauscht.

EFTA-Parlamentarier diskutieren Freihandelsabkommen mit Mercosur

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Das Foto zeigt das EFTA-Parlamentarierkomitee beim Treffen mit Vertretern des argentinischen Parlaments. (Foto: EFTA Sekretariat)

Vom 17. bis zum 22. März fand ein Arbeitsbesuch des EFTA-Parlamentarierkomitees in Argentinien und Brasilien statt. Ziel des Arbeitsbesuchs war es, den Abschluss eines EFTA-Freihandelsabkommens mit Mercosur zu unterstützen. Die Verhandlungen zwischen den EFTA- und den Mercosur-Ländern (Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay) begannen 2017.

In Zeiten geopolitischer Verschiebungen und unterbrochener globaler Wertschöpfungsketten infolge der weltweiten Pandemie ist die EFTA bestrebt, ihr Freihandelsnetz zu erweitern. Das Netzwerk umfasst aktuell 31 Freihandelsabkommen, die 42 Länder und Territorien ausserhalb der Europäischen Union abdecken. Am 10. März 2024 hat die EFTA ein Freihandelsabkommen mit Indien abgeschlossen, nachdem das EFTA-Parlamentarierkomitee letztes Jahr Indien besucht und entsprechende unterstützende Gespräche geführt hat.

Die liechtensteinische Delegation betonte bei den Gesprächen mit Mercosur, dass der Handel für die liechtensteinische Wirtschaft eine zentrale Triebfeder ist und Liechtenstein den Verhandlungen über ein Handelsabkommen zwischen EFTA und Mercosur eine hohe Bedeutung beimisst. Weiter unterstrichen die Abgeordneten, dass Liechtenstein in dem Handelsabkommen ein grosses Potenzial für vielversprechende Geschäftsmöglichkeiten für Unternehmen im Rahmen verstärkter Wirtschaftsbeziehungen zwischen den Ländern sieht.

In Buenos Aires traf sich das Parlamentarierkomitee mit Vertretern des Ministeriums für auswärtige Angelegenheiten und internationalen Handel, mit verschiedenen Senatoren darunter der Vorsitzende der Aussenpolitischen Kommission, Francisco Manuel Paoltroni, mit Mitgliedern der Abgeordnetenkammer sowie mit Amador Sanchez, dem Botschafter der Europäischen Union.

In Brasilien fanden auf parlamentarischer Ebene Treffen mit Arthur Lira, dem Präsidenten der brasilianischen Abgeordnetenkammer und mit Rodrigo Otavio Soares Pacheco, dem Präsidenten des Senats sowie mit Nelsinho Trad, dem Präsidenten der brasilianischen Gruppe des Mercosur Parlaments, statt. Weiter standen Treffen mit Geraldo Alckmin, Vizepräsident von Brasilien und Minister für Entwicklung, Industrie und Aussenhandel sowie mit Marina Silva, Ministerin für Umwelt und Klimawandel auf dem Programm.

Weiter fanden diverse Gesprächsformate mit Parlamentariern und den Industrie- und Handelskammern statt. Dabei stand der Beitrag eines Freihandelsabkommen zu grösserer wirtschaftlicher Aktivitäten im Zentrum der Diskussionen. Bei Treffen mit Experten von Thinktanks und multilateralen Organisation informierten sich die Parlamentarier über die aktuellen innenpolitischen Situationen, über die wirtschaftliche Dynamik sowie die Auswirkungen der geopolitischen und geoökonomischen Veränderungen auf Argentinien und Brasilien.

Der liechtensteinische Landtag war durch die Abgeordneten Manfred Kaufmann und Daniel Seger sowie die Delegationssekretärin Sandra Gerber-Leuenberger vertreten. Neben den liechtensteinischen Abgeordneten nahmen weitere Parlamentarierinnen und Parlamentarier aus den EFTA-Staaten Island, Norwegen und der Schweiz teil.

Aktuelle Stunde im April-Landtag: Sozialer Ausgleich und solidarische Systeme in Liechtenstein

148. Versammlung der Interparlamentarischen Union in Genf (Schweiz)

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Vom 22. bis zum 27. März fand in Genf das 148. Treffen der Interparlamentarischen Union (IPU) statt. Unter dem Thema «Parliamentary diplomacy: Building bridges for peace and understanding» trafen sich 711 Parlamentarier aus 142 Mitgliedsstaaten, um sich auf parlamentarischer Ebene auszutauschen.

Liechtenstein war vertreten durch Landtagspräsident Albert Frick (Delegationsleiter) und die Abgeordnete Dagmar Bühler-Nigsch sowie die Delegationssekretärinnen Gabriele Wachter und Jessica F. Bucher. 

Im Mittelpunkt der Konferenz standen vor allem die Konflikte Ukraine-Russland und Israel-Palästina sowie die Unterstützungsmöglichkeiten parlamentarischer Diplomatie bei den Friedensbemühungen und bei der Wiederbelebung des Multilateralismus. Landtagspräsident Albert Frick hielt dazu eine Rede in der Hauptversammlung und betonte dabei die Wichtigkeit der Demokratie, der Menschenrechte und der Rechtsstaatlichkeit. Als Beispiel eines aktuellen Liechtensteiner Beitrages erwähnte er die «Veto-Initiative», welche von Liechtenstein lanciert von der UNO Generalversammlung eingeführt wurde. Aufgrund der Initiative wird im Falle eines Vetos im Sicherheitsrat automatisch die UN-Generalversammlung aktiviert.

Die Treffen in der geopolitischen Gruppe «12plus», bestehend aus Mitgliedsstaaten Europas sowie Australien, Neuseeland und Kanada, boten den Delegationen ferner, sich über länderspezifische Themen vertiefter auszutauschen. Die Liechtensteiner Delegation nahm zudem am «Forum of Women Parlamentarians», sowie an verschiedenen Workshops zu den Themen «Künstliche Intelligenz» oder «Nachhaltige Entwicklung und Klimawandel» teil.

Delegation zu Besuch in der Ständigen Mission

Abseits der Konferenz empfing Botschafter Kurt Jäger die liechtensteinische Delegation in der Ständigen Mission Genf. Die Delegationsmitglieder hatten dabei die Gelegenheit, sich mit dem Botschafter und seinem Stellvertreter Patrick Ritter, sowie den Botschaftssekretären Daniel Batliner und Beatrix Fankhauser im persönlichen Rahmen auszutauschen und mehr über den Ablauf in der Botschaft und ihre Arbeit zu erfahren. 

Französische Parlamentsdelegation erstmals zu Besuch in Liechtenstein

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Die parlamentarischen Delegationen Frankreichs und Liechtensteins beim Gruppenbild vor dem Landtag in Vaduz. (Fotos: Paul Trummer)

Eine Delegation des französischen Parlaments besuchte am Freitag auf Einladung des Landtags Liechtenstein. Es ist das erste Treffen beider Länder auf parlamentarischer Ebene – mit dem Ziel, die Kooperation zu stärken. Empfangen wurden die Gäste von Landtagspräsident Albert Frick.

Frankreich gehört zu denjenigen europäischen Ländern, mit denen Liechtenstein einen verstärkten Austausch auf politischer Ebene sucht. Mit dem erstmaligen Besuch einer Delegation des französischen Parlaments am 5. April 2024 in Vaduz wurde auf parlamentarischer Ebene der Grundstein für eine erweiterte Kooperation gesetzt.

Landtagspräsident Albert Frick empfing die französischen Parlamentarier sowie die Botschafterin und den Generalkonsul gemeinsam mit den Abgeordneten Manfred Kaufmann, Sebastian Gassner und Patrick Risch, Honorarkonsul Urban Eberle und Landtagssekretär Josef Hilti. Beim Austausch im Landtagsaal brachte Landtagspräsident Albert Frick den Gästen aus Frankreich das politische System, den diversifizierten Wirtschaftsstandort sowie die Besonderheiten des Fürstentums näher.

Der französische Delegationsvorsitzende Jean-Félix Acquaviva bezeichnete das Treffen als historische Zusammenkunft und betonte die gemeinsamen politischen und wirtschaftlichen Interessen. Gerne nahm er die Anliegen Liechtensteins auf und erwähnte, diese auf parlamentarischer Ebene unterstützen zu wollen - darunter bspw. ein Doppelbesteuerungsabkommen oder den Zugang zum aussenpolitischen Austausch auf Ministerebene. Interessiert zeigte sich die französische Delegation auch für eine engere Einbindung der EWR/EFTA-Staaten in die europäische Integration.

Der Firmenbesuch in der Ivoclar AG in Schaan überzeugte die Gäste anschliessend von der Innovationskraft und Vielfalt der Liechtensteiner Wirtschaft. Ein Besuch in der Schatzkammer in Vaduz rundete das parlamentarische Treffen ab und bot den Delegationsmitgliedern weiteren Raum für den persönlichen Austausch.

Begleitet wurden die Delegationen von Landtagssekretär Josef Hilti und Delegationssekretärin Jessica F. Bucher.

Der französischen Delegationsvorsitzende Jean-Félix Acquaviva (links) wird von Landtagspräsident Albert Frick begrüsst.

Europaratsversammlung im Zeichen von Liechtenstein

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Das Erbprinzenpaar zusammen mit der liechtensteinischen Delegation bei der Parlamentarischen Versammlung des Europarats und dem liechtensteinischen Botschafter anlässlich eines Treffens während der Frühjahrssession in Strassburg.

Vom 15. bis zum 19. April fand die zweite Session der Parlamentarischen Versammlung des Europarats während des liechtensteinischen Vorsitzes in Strassburg statt. Höhepunkt der Sessionswoche war die Ansprache von S. D. Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein vor den Parlamentarierinnen und Parlamentarier.

Liechtenstein wurde während der fünftägigen Session durch die Landtagsabgeordneten Franziska Hoop (Delegationsleiterin) und Peter Frick, die Stv. Landtagsabgeordneten Hubert Büchel und Thomas Hasler sowie die Delegationssekretärin Sandra Gerber-Leuenberger vertreten.

Liechtenstein im Vorsitz

Im Rahmen des Vorsitzes sprach S.D. Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein vor der Parlamentarischen Versammlung. In seiner Ansprache ging er auf die Bedeutung von Kleinstaaten in multilateralen Organisationen wie dem Europarat ein. Insbesondere für geografisch kleinere Staaten wie Liechtenstein sei die Mitgliedschaft und die wertvolle Mitarbeit in multilateralen Organisationen ein Ausdruck ihrer Souveränität. Aussenministerin Dominique Hasler sprach ebenfalls im Rahmen des liechtensteinischen Vorsitzes im Ministerkomitee und stellte sich anschliessend an ihre Reden den Fragen der versammelten Parlamentarierinnen und Parlamentarier.

Hearing der drei Kandidaten für die Wahl eines neuen Generalsekretärs

An der Juni-Session werden die Mitglieder der Parlamentarischen Versammlung einen neuen Generalsekretär für den Europarat mit einer Mandatsdauer von fünf Jahren wählen. Dazu organisierte die liberale Fraktion im Europarat ein Hearing mit allen drei Kandidaten. Die liechtensteinischen Delegationsmitglieder nutzten diesen Austausch, um den Kandidaten ihre Fragen zu stellen.

Liechtensteinischen Richter für den EGMR gewählt

Die Versammlung wählte Alain Chablais zum neuen Richter des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte für Liechtenstein. Er wird sein Richteramt am 1. September 2024 beginnen und folgt auf Carlo Ranzoni, der das Amt die vergangenen neun Jahre inne hatte. Alain Chablis wurde aus einer Liste von drei Kandidaten im zweiten Wahlgang gewählt.

Kosovo möchte Mitglied im Europarat werden

Die Versammlung diskutierte in einer mehrstündigen Debatte eine Stellungnahme zum Beitrittsantrag des Kosovo zum Europarat. Die verabschiedete Entschliessung beinhaltet die Empfehlung an das Ministerkomitee, Kosovo zur Mitgliedschaft im Europarat einzuladen. Ebenfalls beschloss die Parlamentarische Versammlung, ab dem Beitritt die Erfüllung einer umfangreichen Liste von Pflichten und Verpflichtungen zu überwachen. Weiter erklärte die Versammlung, dass die Mitgliedschaft von Kosovo im Europarat zu einer Stärkung der Menschenrechtsnormen führen werde, da mit dem Beitritt allen Personen im Kosovo der Zugang zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte garantiert werde.

Ebenfalls debattiert wurde über die Unterstützung des Wiederaufbaus der Ukraine. Dazu sprach der ukrainische Parlamentspräsident Ruslan Stefantschuk zu den Abgeordneten. Die verabschiedete Entschliessung fordert die Schaffung eines internationalen Entschädigungsmechanismus unter der Schirmherrschaft des Europarats. Weiter erinnerte die Versammlung an das unter liechtensteinischem Vorsitz eröffnete Büro des Schadensregisters für die Ukraine in Kiew von Ende März.

Landtagsabgeordnete besichtigen Asylunterkünfte

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Die Abgeordneten konnten sich im Rahmen einer Führung ein genaues Bild von beiden Unterkünften machen. (Fotos: IKR)

Auf Einladung von Regierungschef-Stellvertreterin Sabine Monauni besuchte eine Gruppe von Landtagsabgeordneten am 18. April 2024 das Aufnahmezentrum in Vaduz sowie die Kollektivunterkunft Industriestrasse/Schliessa in Triesen. Nach einer kurzen thematischen Einführung konnten sich die Abgeordneten im Rahmen einer Führung ein genaues Bild von beiden Unterkünften machen.

Ausgangspunkt der Rundgänge war das Aufnahmezentrum in Vaduz. Es ist die Erstaufnahmestelle für alle Personen, die in Liechtenstein internationalen Schutz suchen. So sind dort aktuell sowohl Schutzbedürftige aus der Ukraine als auch Asylsuchende aus verschiedenen anderen Nationen untergebracht. Das Aufnahmezentrum wurde 1998 errichtet und war ursprünglich als Provisorium für 60 Personen geplant. In der Zwischenzeit wurden dort zeitweilig bis zu 130 Personen untergebracht. Aufgrund der hohen Abnutzung des Gebäudes sowie nationalen und internationalen Vorgaben, insbesondere in Bezug auf Sicherheitsaspekte, soll im Rahmen einer Machbarkeitsstudie ein Ersatzbau geprüft werden.

Nach der Führung durch das Aufnahmezentrum erhielten die anwesenden Abgeordneten einen Rundgang in der im Spätsommer 2023 eröffneten Kollektivunterkunft an der Industriestrasse/Schliessa in Triesen. Die im Rahmen der Wohnraum-Strategie aufgrund des Ukraine-Krieges durch den Umbau einer Gewerbeliegenschaft geschaffene Unterkunft wird derzeit von 54 Personen aus der Ukraine bewohnt. Anders als das Aufnahmezentrum erfüllen die zusätzlich geschaffenen Unterkünfte keine Erstaufnahmefunktion und es sind fast ausschliesslich Schutzbedürftige aus der Ukraine dort untergebracht.

"Es ist mir ein Anliegen, dass sich die Abgeordneten aus erster Hand ein Bild über die aktuelle Unterbringung und den künftigen Bedarf im Asylbereich machen können. Aufgrund der Entwicklungen in der Ukraine müssen wir davon ausgehen, dass auch in den nächsten Monaten weitere Geflüchtete aus der Ukraine zu uns kommen werden", so die Regierungschef-Stellvertreterin.

Aktuell betreut die Flüchtlingshilfe Liechtenstein (FHL) über 680 Personen, darunter Asylsuchende, Schutzbedürftige und vorläufig Aufgenommene. Im ersten Quartal 2024 wurden pro Monat durchschnittlich 35 Gesuche im Asylbereich, davon durchschnittlich 25 Gesuche im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg, gestellt. (ikr)

Landtagspräsident Albert Frick an EU-Parlamentspräsidentenkonferenz in Spanien

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Auf dem Foto: König Felipe VI. von Spanien eröffnet die Konferenz der Vorsitzenden der Europäischen Parlamente.

Am Montag und Dienstag, 22. und 23. April, nahm Landtagspräsident Albert Frick an der Konferenz der Parlamentspräsidenten der Europäischen Union in Palma de Mallorca teil. An dieser jährlich stattfindenden Konferenz waren die Parlamentspräsidenten der 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union, Vizepräsidenten des Europäischen Parlaments, die Parlamentspräsidenten der EWR-Staaten, die Parlamentspräsidenten von fünf Beitrittskandidaten sowie weitere fünf Partner- und Beobachterstaaten vertreten. An der Konferenz nahmen insgesamt 50 Parlamentsdelegationen teil.

Nach den Eröffnungsansprachen von König Felipe VI. von Spanien, Pedro Rollán, dem Präsidenten des spanischen Senats und Francina Armengol, der Präsidentin der spanischen Abgeordnetenkammer, widmeten sich die Parlamentspräsidenten den verschiedenen Themen der Konferenz.

Im Zentrum stand dabei die strategische Autonomie der Europäischen Union angesichts der neuen Herausforderungen für liberale Demokratien in Zeiten von sozialen Medien und künstlicher Intelligenz sowie im Bereich der Aussen- und Verteidigungspolitik im Zusammenhang mit der illegalen Invasion Russlands in der Ukraine und dem Konflikt im Nahen Osten. Landtagspräsident Albert Frick unterstrich in seinen Ausführungen, dass der Schutz von gut funktionierenden Demokratien im Mittelpunkt der Sicherung der strategischen Autonomie Europas stehen müsse. Dazu begrüsse Liechtenstein das Gesetz der Europäischen Union über künstliche Intelligenz mit seinem risikobasierten Ansatz und seinen Instrumenten zur Eindämmung von Falschinformationen. Ebenfalls betonte Frick die Arbeit des Europarats im Bereich der künstlichen Intelligenz, welche zum Abschluss eines Rahmenübereinkommens geführt hat und bereits im Mai unter liechtensteinischem Vorsitz verabschiedet werden soll.

Das Panel am zweiten Tag der Konferenz befasste sich mit der Stärkung der Europäischen Union aus wirtschaftlicher und sozialer Sicht. Dabei ging es insbesondere um die Stärkung der Wirtschafts- und Währungsunion im Kontext der bevorstehenden Erweiterung, der sozialen Rechte und der ökologischen Herausforderungen und des Klimawandels.

Weiter bot die Konferenz eine Gelegenheit für bilaterale Kontakte und informelle Gespräche zwischen den anwesenden Politikerinnen und Politikern aus dem europäischen Raum. Zum Abschluss der Konferenz wurden die vom Vorsitz erstellten Schlussfolgerungen von den Parlamentspräsidenten diskutiert und verabschiedet.

Die Konferenz ist ein Forum für den Meinungs-, Informations- und Erfahrungsaustausch zwischen den Präsidentinnen und Präsidenten der europäischen Parlamente. Für den liechtensteinischen Landtag ist es sehr wertvoll, dass die Teilnahme an dieser hochrangigen Konferenz über die EWR Mitgliedschaft gesichert ist.

Postulat «Bedarfsabklärung zur Flexibilisierung der Bildungslandschaft» eingereicht

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Auf dem Foto, von links: Die Abgeordnete Bettina Petzold-Mähr, Landtagssekretär-Stv. Philipp Peiffer und die stv. Abgeordnete Nadine Vogelsang.

Am Dienstag, den 30. April, haben die FBP-Abgeordnete Bettina Petzold-Mähr und die stv. FBP-Abgeordnete Nadine Vogelsang das Postulat «Bedarfsabklärung zur Flexibilisierung der Bildungslandschaft» im Landtagsgebäude an Landtagssekretär-Stv. Philipp Pfeiffer überreicht.

Aktuelle Stunde im Mai: Der Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Online-Gewalt

Interpellation "Bürokratieabbau in der Landwirtschaft" und das Postulat "Eine Kulturstrategie für Liechtenstein" eingereicht

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Am Dienstag, 14. Mai, haben die Abgeordneten Manfred Kaufmann und Walter Frick die Interpellation "Bürokratieabbau in der Landwirtschaft" und das Postulat "Eine Kulturstrategie für Liechtenstein" dem Landtagssekretär Josef Hilti überreicht.

Treffen des Ständigen Ausschusses des Europarats in Vilnius

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Am 24. Mai tagte der Ständige Ausschuss der Parlamentarischen Versammlung des Europarats in der litauischen Hauptstadt Vilnius. Der liechtensteinische Landtag war durch den Abgeordneten Peter Frick und die Delegationssekretärin Sandra Gerber-Leuenberger vertreten. Insgesamt nahmen rund 100 Personen an der Sitzung teil. Ende November 2023 richtet die liechtensteinische Parlamentarierdelegation beim Europarat die Sitzung des Ständigen Ausschusses in Vaduz aus.

In der Seimas, dem litauischen Parlament, trafen sich Abgeordnete der 46 Teilnehmerstaaten des Europarats, um aktuelle Themen sowie Berichte zu debattieren. Nach der Eröffnung der Sitzung durch den Präsidenten der Versammlung Theodoros Rousopoulos und Grussworte der litauischen Parlamentspräsidentin Viktorija Čmilytė-Nielsen sprach Professor Vytautas Landsbergis, das erste Staatsoberhaupt Litauens nach der Unabhängigkeit, zu den Delegierten. Anschliessend führten die Parlamentarierinnen und Parlamentarier im Rahmen des litauischen Vorsitzes im Ministerkomitee einen Meinungsaustausch mit Aussenminister Gabrielius Landsbergis. Er übernahm den sechsmonatigen Vorsitz im Ministerkomitee des Europarats vor einer Woche von Liechtenstein.

Ebenfalls fanden Aktualitätsdebatten zu «Der 75. Jahrestag des Europarats: Wie kann die Beteiligung aller Europäer an der Zukunft unserer Organisation sichergestellt werden?» sowie zu «Die jüngsten Herausforderungen für die Demokratie in Georgien» statt. Weiter fand ein Meinungsaustausch mit verschiedenen Experten zu den Sanktionen gegen die Russische Föderation und Unternehmen, die bei der Steuerhinterziehung helfen, statt.

Die Abgeordneten debattierten Berichte über die Beendigung der Inhaftierung sozial unangepasster Personen, «Kinder in der Arbeitswelt: Abschaffung schädlicher Kinderarbeit», «Kulturelles Erbe und Klimawandel» sowie «Hochwertige Bildung für Kinder mit besonderem Bildungsbedarf: Herausforderungen durch Pandemie, Krieg und Digitalisierung».

Der Ständige Ausschuss, der zwischen den Plenarsitzungen im Namen der Versammlung handelt, setzt sich aus dem Präsidenten und den Vizepräsidenten der Versammlung, den Fraktionsvorsitzenden, den Vorsitzenden der nationalen Delegationen und den Ausschuss­vorsitzenden zusammen, insgesamt etwa 60 Parlamentarierinnen und Parlamentarier aus den 46 Mitgliedstaaten des Europarats.

Ausschuss des niedersächsischen Landtags zu Besuch

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Am Montag stattete der Ausschuss für Haushalt und Finanzen des Landtags von Niedersachsen (D) dem Liechtensteiner Landtag in Vaduz einen Besuch ab. Die Finanzkommission des Landtags mit dem Vorsitzenden Wendelin Lampert empfing die Delegation im Landtagsgebäude.

Im Plenarsaal brachte die Finanzkommission im gemeinsamen Gespräch den Parlamentariern aus Deutschland die Politik Liechtensteins näher und es fand ein reger Austausch über die Parlamentsarbeit statt. Zuvor war der Ausschuss aus Niedersachsen im Regierungsgebäude zu Arbeitsgesprächen mit Regierungschef Daniel Risch über diverse Finanzthemen zu Gast.

Präsidentenkonferenz der IPBK tagte in Oberegg

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Am Freitag, 7. Juni 2024, fand das Treffen der Präsidentinnen und Präsidenten der Internationalen Parlamentarischen Bodensee-Konferenz (IPBK) in Oberegg in Appenzell Innerhoden statt.

Unter der Leitung von Grossratspräsident Albert Manser tauschte man sich über verschiedene interne Themen und Anträge aus, darunter auch die Inhalte der Herbsttagung der Gesamtkonferenz.

Die Internationale Parlamentarische Bodensee-Konferenz (IPBK) ist ein Zusammenschluss der Präsidentinnen und Präsidenten sowie weiterer Abgeordneter der Landtage von Baden-Württemberg, Bayern, Vorarlberg und des Fürstentums Liechtenstein sowie der Kantonsparlamente von Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, St.Gallen, Schaffhausen, Thurgau und Zürich. Sie verfolgt das gemeinsame Ziel, die Anliegen der Bevölkerung in der Bodenseeregion aufzunehmen, die Standortattraktivität zu erhöhen und die natürlichen Lebensgrundlagen nachhaltig zu sichern. Sie fördert ausserdem den Meinungsaustausch und die Zusammenarbeit der Parlamente auf regionaler Ebene. Die IPBK behandelt mit Blick auf den ganzen Bodenseeraum Themen aus den Bereichen Bildung, Energie, Forschung, Gesundheit, Gewässerschutz, Kultur, Sicherheit, Soziales, Tourismus, Umwelt, Wirtschaft und Arbeit und Verkehr.

Jedes Jahr wechseln der Vorsitz und damit auch die Durchführungsorte der Konferenzen. In diesem Jahr hat Appenzell Innerhoden den Vorsitz inne. Der Innerrhoder Delegation gehören Grossratspräsident Albert Manser, Vorsitzender 2024, und Grossrat Urs Koch an.

EFTA-Parlamentarier tauschen sich am EFTA-Meeting in Genf über aktuelle Themen aus

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Genf – Am 24. Juni fand das jährliche Treffen des EFTA-Parlamentarierkomitees in Genf statt. Liechtenstein wurde durch den Abgeordneten Manfred Kaufmann und den Stv. Abgeordneten Hubert Büchel sowie Jessica F. Bucher (Parlamentsdienst) vertreten. Weitere Teilnehmer des zweitägigen Treffens waren Abgeordnete aus den EFTA-Staaten Norwegen, Island, und der Schweiz, die Aussenminister bzw. Handelsminister der vier EFTA-Staaten sowie Vertretende der Wirtschafts-, Arbeitnehmer- und Arbeitgeberverbände.

Die Schwerpunkte des Treffens bezogen sich auf die neusten Entwicklungen bezüglich verschiedener Freihandelsabkommen sowie die künftige Ausrichtung der EFTA. Diskutiert wurde dabei im Besonderen die Frage, wie sich aktuelle geopolitische Entwicklungen und nationale Sicherheitsbedenken auf das Funktionieren des multilateralen, auf Regeln basierenden Systems auswirken und was dies letztlich für die EFTA bedeutet.

Im Rahmen des EFTA-Treffens wurde von den anwesenden EFTA-Ministern und dem chilenischen Wirtschaftsminister Alberto van Klaveren auch das modernisierte Freihandelsabkommen unterzeichnet. Beim anschliessenden Austausch mit den Parlamentariern bezeichnete der chilenische Minister das Abkommen  als Ausdruck einer weiteren Vertiefung der bestehenden guten bilateralen Wirtschaftsbeziehungen zwischen seinem Land und den EFTA-Staaten.

Zum Abschluss des EFTA-Treffens lud Bundesrat Guy Parmelin die Teilnehmer zum Ministerdinner ein.

Sommersession der Parlamentarischen Versammlung des Europarats in Strassburg

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Strassburg – Vom 24. bis zum 28. Juni fand die dritte Session der Parlamentarischen Versammlung des Europarats in diesem Jahr in Strassburg statt. Im Zentrum der Versammlung stand die Wahl eines neuen Generalsekretärs sowie Debatten über Menschenrechtsfragen sowie die Rolle von Sanktionen im Zusammenhang mit Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine. Liechtenstein wurde während der fünftägigen Session durch den Landtagsabgeordneten Peter Frick, den Stv. Landtagsabgeordneten Thomas Hasler sowie die Delegationssekretärin Sandra Gerber-Leuenberger vertreten.

Die Session begann mit einer kurzen Zeremonie zum 75. Jahrestag des Europarats. Dazu dirigierte der österreichische Nationalratspräsident, Wolfang Sobotka, ein Kammerorchester bei der Aufführung der «Ode an die Freude». Anschliessend richtete er seine Worte an die Versammlung.

Alain Berset zum neuen Generalsekretär gewählt

Die Versammlung wählte den ehemaligen Schweizer Bundesrat Alain Berset zum neuen Generalsekretär des Europarats. Seine fünfjährige Amtszeit beginnt am 18. September 2024. Er folgt auf Marija Pejčinović Burić, die das Sekretariat des Europarats während den vergangenen fünf Jahren geleitet hat. Im zweiten Wahlgang erhielt Alain Berset 114 von 245 gültigen Stimmen und damit die Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Die anderen Kandidaten, Indrek Saar (Estland) und Didier Reynders (Belgien), erhielten jeweils 85 und 46 Stimmen. Die Liechtensteinische Delegation führte im Vorfeld der Wahl mit allen drei Kandidaten Gespräche.

Vigdís-Preis verliehen

Die Versammlung hat den ersten Vigdís-Preis für die Stärkung der Rolle der Frau an das Irida Frauenzentrum in Griechenland verliehen. Das Frauenzentrum ist eine lokale Nicht­regierungsorganisation, die sich für positive Veränderungen im Leben von Frauen einsetzt, die mit Armut, sozialer Ausgrenzung und geschlechtsspezifischer Gewalt konfrontiert sind. Anlässlich der Preisübergabe sprach auch der isländische Präsident Guðni Th. Jóhannesson. Das Siegerprojekt wurde von einem sechs köpfigen Panel unter dem Vorsitz des Präsidenten der Versammlung aus über 120 Bewerbungen aus der ganzen Welt ausgewählt. Der Preis ist eine gemeinsame Initiative der isländischen Regierung und der Versammlung und würdigt die ehemalige isländische Präsidentin Vigdís Finnbogadóttir, die als erste Frau der Welt zum Staatsoberhaupt gewählt wurde. Er ist mit EUR 60’000 dotiert.

Volker Türk, der Hohe Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte, sprach anlässlich der Sessionswoche vor den Parlamentariern. In seinen Ausführungen ging er auf die aktuellen Kriege in Europa und der ganzen Welt sowie die Kunst der Deeskalation mittels Dialog über multilaterale Institutionen ein.

Einige Wochen vor dem Start der olympischen Spiele in Paris wurde das olympische Feuer im neu renovierten Plenarsaal des Europarats empfangen. Es war das erste Mal, dass das olympische Feuer in die Räumlichkeiten eines Parlaments einzog.

Bukarest-Erklärung verabschiedet

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Die 31. Jahrestagung der Parlamentarischen Versammlung der OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) fand vom 29. Juni bis zum 3. Juli in der rumänischen Hauptstadt Bukarest statt. Es trafen sich rund 250 Parlamentarierinnen und Parlamentarier aus Europa, Nordamerika und Zentralasien um über aktuelle Themen zu diskutieren. Der liechtensteinische Landtag wurde von der Abgeordneten Norma Heidegger als Delegationsleiterin, der stv. Abgeordneten Elke Kindle und der Delegationssekretärin Sandra Gerber-Leuenberger vertreten.

Die Jahrestagung ist die grösste Veranstaltung im Kalender der Versammlung. Im Zentrum der fünf-tägigen Konferenz stand die Rolle der Versammlung der OSZE in der aktuellen Sicherheitsarchitektur aus parlamentarischer Sicht. Die Delegationen befassten sich erneut mit dem Krieg der Russischen Föderation gegen die Ukraine, der Lage im Nahen Osten, Desinformation und Propaganda, Klimawandel und Wasserknappheit, der Bekämpfung der Verbreitung von Fentanyl und anderen synthetischen Opioiden, Antisemitismus im OSZE-Raum, Migration, Menschenhandel sowie mit neuen Sicherheitsherausforderungen wie der künstlichen Intelligenz. Die Jahrestagung fand abermals ohne die russische und die belarussische Delegation statt.

Eröffnungssitzung

Auf der Eröffnungssitzung sprachen Nicolae-Ionel Ciucă, Präsident des rumänischen Senats, und Dan Barna, Delegationsleiter der rumänischen OSZE PV Delegation, sowie Pia Kauma, Präsidentin der Versammlung. Ebenfalls ihre Worte an die Delegierten richteten Ian Borg, amtierender OSZE-Vorsitzender und Aussenminister von Malta, sowie Luminiţa-Teodora Odobescu, rumänische Aussenministerin.

Bilateraler Austausch

Neben der Teilnahme an den Ausschuss- sowie Plenarsitzungen nutzte die liechtensteinische Delegation ihre Präsenz vor Ort für diverse bilaterale Treffen. Auf Einladung des Schweizer Botschafters Massimo Baggi fand ein Austausch mit den Mitgliedern der schweizerischen Delegation statt. Zudem wurden die Geschäftsführer von drei namhaften Schweizer Unternehmen mit Niederlassungen in Rumänien zum Erfahrungsaustausch mit den beiden Delegationen eingeladen.

"Erklärung von Bukarest"

Am Ende der Jahrestagung wurde die "Erklärung von Bukarest" von den Parlamentarierinnen und Parlamentariern verabschiedet. Die Erklärung enthält Empfehlungen an die nationalen Regierungen, Parlamente und die internationale Gemeinschaft in den Bereichen politische Angelegenheiten, Sicherheit, Wirtschaft, Umwelt, Menschenrechte und humanitäre Fragen. Die Mitgliedstaaten werden darin aufgefordert sich auf höchster politischer Ebene zur vollen Umsetzung der OSZE-Verbindlichkeiten sowie zur Stärkung der Organisation zu verpflichten.

Landtagspräsident Albert Frick zu Gast in Deutschland

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Duisburg - Auf Einladung der deutschen Bundestagspräsidentin Bärbel Bas nahm Landtagspräsident Albert Frick vergangene Woche an der 7. Konferenz der Parlamentspräsidentinnen und Parlamentspräsidenten der deutschsprachigen Länder in Duisburg teil.

Zu dieser jährlichen Veranstaltung kommen die Parlamentspräsidenten Deutschlands, Österreichs, Liechtensteins, Luxemburgs, der Schweiz und der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens zusammen. Präsidentin Bärbel Bas hiess die höchsten Volksvertreter der jeweiligen Länder zusammen mit Oberbürgermeister Sören Link im Rathaus ihrer rheinischen Heimatstadt Duisburg herzlich willkommen.

Der erste Teil der politischen Gespräche galt dem Austausch über den Umgang mit den Herausforderungen der aktuellen Krisensituationen, insbesondere mit denjenigen auf dem europäischen Kontinent. Übereinstimmend wurde festgestellt, dass für die europäischen Staaten sehr enge Kooperationen von essenzieller Bedeutung sind.

Im zweiten Konferenzteil befassten sich die Präsidentinnen und Präsidenten mit dem radikalen Wandel, den die Künstliche Intelligenz in unsere Gesellschaften tragen wird. Bestsellerautorin Dr. Katharina A. Zweig, Professorin an der TU Kaiserslautern, führte mit dem Referat «Einsatz von Künstlicher Intelligenz – Segen oder Fluch?» in die Thematik ein. Die anschliessende Diskussion zeigte insbesondere und in aller Deutlichkeit die Notwendigkeit von gesetzlichen Regulierungen. Mit der Annahme des EU AI-Act (EU KI-Verordnung) wurde diesbezüglich ein Meilenstein gesetzt. Mit der Übernahme in das EWR Abkommen wird diese Verordnung auch in Liechtenstein zur Anwendung kommen. Es herrschte aber auch Einigkeit, dass die KI enorme Chancen zur Steigerung von Produktivität und Effizienz in verschiedenen Sektoren bietet.

Auf dem Rahmenprogramm der Konferenz standen ein Besuch des gigantischen Hüttenwerks Krupp Mannesmann und eine Schifffahrt auf dem Rhein rund um den weltgrössten Binnenhafen. Als Dienstältester der versammelten höchsten Volksvertreter fiel Landtagspräsident Albert Frick beim festlichen Abendessen die Ehre zu, die umsichtige Organisation und die aussergewöhnliche Gastfreundschaft der Bundestagspräsidentin zu würdigen und aufs Herzlichste zu verdanken.

Stellungnahme der Initianten zur Abänderung des Gesetzes über die Abänderung des Energieeffizienzgesetzes

Stellungnahme der Initianten zu den an der ersten Lesung vom 10.4.2024 aufgeworfenen Fragen betreffend der parlamentarischen Initiative zur Abänderung des Gesetzes über die Abänderung des Energieeffizienzgesetzes

FC Landtag Liechtenstein am 38. Eidgenössischen Parlamentarier-Fussballturnier in Baden

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Der FC Landtag Liechtenstein traf sich gemeinsam mit 24 Teams der schweizerischen Kantonsparlamente am Wochenende in Baden, Kanton Aargau, zum 38. Eidgenössischen Parlamentarier-Fussballturnier.

In ihren sympathischen Grussworten brachte die Grossratspräsidentin des Kantons Aargau, Dr. Mirjam Kosch, diesen fussballfreundschaftliches Grossanlass mit den Worten: «Für Fussball wie für die Politik gilt: Manchmal gewinnen die Besseren!» – sehr treffend auf den Punkt. Aber auch neben dem Fussball-Plausch gibt dieses Turnier stets die Möglichkeit, sich mit den Politikerinnen und Politiker der Schweizer Kantone auf freundschaftliche Weise auszutauschen.

Das eidgenössische Parlamentarier-Fussballturnier findet jährlich in einem anderen Kanton statt. Für die 38. Auflage war das Kantonsparlament des Kantons Aargau zuständig. Der Landtag des Fürstentums Liechtenstein wird im Jahre 2030 für die Organisation und Durchführung dieses Parlamentarier-Fussballturniers zuständig sein.

Bild (v.l.): Der FC Landtag Liechtenstein (v.l.) Johannes Kaiser, Manfred Kaufmann, Hanspeter Eberle (Landesverwaltung), Markus Gstöhl, Gabriela Eberle (Landesverwaltung) und Thomas Vogt.

Petition Internationale Gesundheitsvorschriften (IGV)

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Petition «Internationale Gesundheitsvorschriften (IGV)» vom 1. August 2024, eingereicht von Jochen und Sonja Hadermann, Triesen

Landtagspräsident Albert Frick zu Besuch beim Parlament in Island

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Vaduz/ Reykjavik – Auf Einladung von Parlamentspräsident Birgir Ármannsson zu Ehren der 30-jährigen Partnerschaft der beiden Länder im EWR absolvierte Landtagspräsident Albert Frick vergangene Woche einen Besuch in Island. Präsident Ármannsson begrüsste den Gast aus Liechtenstein im isländischen Parlament Althingi.

Nach dem Eintrag ins Gästebuch des Parlaments und der Führung durch die verschiedenen Parlamentsgebäude folgte ein Austausch der Präsidenten über die wirtschaftliche und politische Entwicklung der beiden Länder. Im Gespräch fand die langjährige Partnerschaft im EWR und in der EFTA besondere Würdigung. Landtagspräsident Albert Frick hielt fest, dass Island und Liechtenstein nicht nur eine enge EWR/EFTA Partnerschaft pflegen, sondern auch gleichgesinnte Partner in multilateralen Organisationen sind, in denen die beiden Länder sehr ähnliche Positionen vertreten.

Ein weiteres Arbeitsgespräch fand mit der Vorsitzenden der isländischen Aussenpolitischen Kommission statt. Die Vorsitzende betonte, dass nach wie vor eine deutliche Mehrheit ihres Landes das EWR Abkommen als ideales Integrationsinstrument erachtet. Ebenso wurde ein Arbeitsgespräch mit der stv. Vorsitzenden der isländischen EWR/EFTA Parlamentarierdelegation geführt.

Beim Besuch des Amtes für Katastrophenschutz und Notfälle wurde am Beispiel des jüngsten Vulkanausbruchs auf eindrückliche Weise aufgezeigt, wie die Zusammenarbeit der verschiedenen Organisationen bei der Bekämpfung der in Island besonders ausgeprägten Naturgefahren koordiniert wird.

Im Rahmen des Besuchsprogramms führte Präsident Birgir Ármannsson seinen Gast zu einigen der einzigartigen isländischen Naturschönheiten und informierte beim Besuch eines Geothermie-Kraftwerks über die Energieversorgung seines Landes.

Landtagspräsident Frick bedankte sich bei seinem Amtskollegen für den herzlichen Empfang in Island und sprach eine Gegeneinladung zu einem Besuch des liechtensteinischen Landtags aus.

8. Parlamentariertreffen der Rheintalischen Grenzgemeinschaft in Vaduz

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Unter der Federführung der Rheintalischen Grenzgemeinschaft (RGG) trafen sich am Mittwoch über 30 Vertreter des Einzugsgebiets Liechtenstein, St. Gallen und Vorarlberg im Landtagsgebäude zum Austausch über den gemeinsamen Lebens- und Wirtschaftsraum. Landtagsvizepräsidentin Gunilla Marxer-Kranz vertrat Liechtenstein, während die Delegation St. Gallen von Kantonsratspräsidentin Barbara Dürr und die Delegation Vorarlberg von Landtagspräsident Harald Sonderegger angeführt wurden.

Nach der Begrüssung durch Landtagsvizepräsidentin Gunilla Marxer-Kranz und RGG-Präsident Andreas Eggenberger in der Säulenhalle des Landtags wurden die Gespräche im Plenarsaal weitergeführt. Dabei tauschten sich die Delegationen über unterschiedliche grenzüberschreitende Themen aus. Musikalisch untermalt wurde das Parlamentariertreffen von der Liechtensteiner Blasmusik-Band „Brassidenz“.

Die 1984 als Verein gegründete RGG ist eine Informationsplattform der Rheintalregion und widmet sich grenzüberschreitenden Themen mit Blick auf den gemeinsamen Lebensraum. Verschiedene Netzwerkanlässe für Handlungsträger aus Politik und Wirtschaft fördern das Netzwerk zwischen den Mitgliedern. Das einmal jährlich stattfindende Parlamentariertreffen ist der Höhepunkt im Jahreskalender und wird im Turnus von jeweils einer Mitgliederregion veranstaltet – in diesem Jahr war Liechtenstein Gastgeber.

Ausschreibung: Liechtensteinisches Mitglied des Europäischen Komitees zur Verhütung von Folter und unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe (CPT)

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Die Liechtensteinische Delegation bei der Parlamentarischen Versammlung des Europarats sucht Bewerberinnen und Bewerber als Mitglied des CPT. Die Delegation ist verpflichtet, dem Ministerkomitee des Europarats drei Kandidaturen einzureichen. Das Ministerkomitee wird anschliessend diejenige Person wählen, welche für ein Mandat von vier Jahren (Wiederwahl möglich) als Mitglied des CPT tätig sein wird.

Das CPT wurde mit der «Europäischen Konvention zur Verhütung von Folter und unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe» des Europarats ins Leben gerufen. Die Konvention trat 1989 in Kraft; Liechtenstein ist seit 1992 Vertragspartei. Das CPT ist ein Komitee, welches sich dafür einsetzt, dass Personen, denen die Freiheit entzogen ist, vor Folter und anderen Formen von Misshandlungen geschützt werden.

Aufgaben

Als Mitglied des CPT besuchen Sie jedes Jahr Haftanstalten und Einrichtungen der Sozialfürsorge wie psychiatrische Kliniken. Sie prüfen, wie Menschen behandelt werden, denen die Freiheit entzogen ist. Sie erstellen, zusammen mit dem Evaluationsteam, nach jedem Besuch einen detaillierten Bericht zuhanden der betroffenen Staaten mit Empfehlungen zur Verbesserung der Situation und zu Massnahmen zur Verhütung von Folter und anderen Misshandlungen. Darüber hinaus finden regelmässige Arbeitssitzungen zur Verabschiedung von Berichten und zum Austausch zwischen den CPT-Mitgliedern in Strassburg statt.

Anforderungsprofil

Als Mitglied des CPT üben Sie ihr Amt persönlich, unabhängig und unparteiisch aus. Wir suchen eine sehr belastbare Person mit mehrjähriger Berufserfahrung in den Bereichen Strafrecht, Gefängnis- bzw. Polizeiwesen oder in einem anderen psychosozialen Bereich (Medizin, Psychiatrie). Vorausgesetzt werden die liechtensteinische Staatsangehörigkeit sowie sehr gute Kenntnisse der Arbeitssprachen Englisch oder Französisch. Sie sollten ca. 40 Tage im Jahr für die Arbeit zur Verfügung haben. Für den Aufwand erhalten die Mitglieder eine Tagespauschale des Europarats. Sie üben keine berufliche Tätigkeit aus, die zu einem Interessenkonflikt mit den Aufgaben des Komitees führen könnte. Weitere Informationen zum CPT finden Sie unter https://www.coe.int/en/web/cpt/about-the-cpt .

Kontakt

Ihre Bewerbung richten Sie bis zum 20. Oktober 2024 an die E-Mail-Adresse europarat.pv@pd.li .

Treffen der liechtensteinisch-schweizerischen Parlamentarier-Freundschaftsgruppe in Bern

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Die liechtensteinisch-schweizerische Parlamentarier-Freundschaftsgruppe traf sich diesen Dienstag und Mittwoch zu offiziellen Treffen in Bern. Diese Parlamentariergruppe trifft sich zur gegenseitigen Freundschafts- und Beziehungspflege in der Regel alle 2 Jahre.

Die liechtensteinische Delegation setzte sich unter Leitung der Landtagsvizepräsidentin Gunilla Marxer-Kranz aus den Abgeordneten Daniel Seger, Manfred Kaufmann und Sebastian Gassner zusammen. Begleitet wurde die Delegation von Landtagssekretär Josef Hilti und Delegationssekretärin Jessica F. Bucher.

Die schweizerische Delegation war durch die Nationalratsabgeordneten Roland Rino Büchel, Claudia Friedl, Sophie Michaud Gigon, Barbara Schaffner, Susanne Vincenz-Stauffacher und die Mitglieder des Ständerates Flavia Wasserfallen, Esther Friedli, Brigitte Häberli-Koller und Benjamin Mühlemann vertreten. Präsidiert wurde die schweizerische Delegation durch Nationalrat Thomas Rechtsteiner.

Die Delegationen würdigten und betonten die generell sehr guten bilateralen freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Nachbarstaaten. In den Arbeitsgesprächen tauschten sich die Delegationen über aktuelle politische Themen wie beispielsweise über die verschiedenen anstehenden Volksabstimmungen, das Verhältnis der Schweiz zur EU, welches vielfach auch unmittelbare oder zumindest mittelbare Wirkungen über die verschiedenen bilateralen Abkommen auf Liechtenstein nach sich zieht, die Situation im Bereich der Energieversorgung sowie die aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen im Bereich der Migration und des Flüchtlingswesens aus. Im Rahmen dieses Besuchs wurde die Delegation zudem zu einem Höflichkeitsbesuch sowohl von Nationalratspräsident Eric Nussbaumer als auch von Bundesrat Albert Rösti empfangen.

Es fand auch ein Besuch in den aktuellen Sessionen des National- und des Ständerates statt. Die Delegation wurde dabei von beiden Ratspräsidien offiziell und mit anschliessendem Applaus von den schweizerischen Parlamentarierinnen und Parlamentariern begrüsst.

Herbstkonferenz der IPBK in Gonten

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Die Herbstkonferenz der Internationalen Parlamentarischen Bodensee-Konferenz fand am Freitag, 20. September 2024, in Gonten in Appenzell statt. 

Unter der Leitung des Innerrhoder Grossrats Albert Manser, dem Vorsitzenden der Internationalen Parlamentarischen Bodensee-Konferenz (IPBK) im Jahr 2024, tagten über 40 Vertreterinnen und Vertreter der Mitgliedsländer und Mitgliedskantone in Appenzell. Liechtenstein war mit Landtagsvizepräsidentin Gunilla Marxer-Kranz (Delegationsleiterin), Landtagspräsident Albert Frick und der Stv. Abgeordneten Sandra Fausch vertreten.

Thematisch stand die künftige Nutzung von Wasserstoff als Energieträger und die Versorgung der Bodenseeregion mit Wasserstoff im Zentrum. Reto Zuglian, Leiter Betrieb und Produktion der St.Gallisch-Appenzellischen Kraftwerke AG, informierte über die Produktion und die Verteilung von Wasserstoff in St.Gallen. Prof. Markus Friedl, Leiter des Instituts für Energietechnik der Fachhochschule Ost, widmete sich in seinem Referat dem Thema der Versorgung des Bodenseeraums im europäischen Kontext.

Im Weiteren diskutierte die Konferenz Möglichkeiten für eine Stärkung des Zusammenwirkens mit der Internationalen Bodensee Konferenz (IBK), der Schwesterkonferenz der Regierungsebene. Die IPBK verabschiedete zwei Anträge zu Handen der IBK. Ein Antrag betrifft den institutionellen Austausch der beiden Konferenzen. Mit dem anderen Antrag wird die IBK gebeten, eine Bestandesaufnahme über die Wasserflüsse und -verbräuche im Bodenseeraum zu erstellen. Diese könnte für den sensiblen Bereich der Wassernutzung eine Grundlage für allfällige Sicherungs- oder Steuerungsmassnahmen bilden.

Was ist die IPBK?

Die Internationale Parlamentarische Bodensee-Konferenz (IPBK) ist ein Zusammenschluss der Präsidentinnen und Präsidenten sowie weiterer Abgeordneter der Landtage von Baden-Württemberg, Bayern, Vorarlberg und des Fürstentums Liechtenstein sowie der Kantonsparlamente von Appenzell Ausserrhoden, Appenzell I.Rh., St.Gallen, Schaffhausen, Thurgau und Zürich mit dem gemeinsamen Ziel, die Anliegen der Bevölkerung in der Bodenseeregion aufzunehmen, die Standortattraktivität zu erhöhen und die natürlichen Lebensgrundlagen nachhaltig zu sichern. Die IPBK fördert ausserdem den Meinungsaustausch und die Zusammenarbeit der Parlamente auf regionaler Ebene. Sie behandelt mit Blick auf den ganzen Bodenseeraum Themen aus den Bereichen Bildung, Energie, Forschung, Gesundheit, Gewässerschutz, Kultur, Sicherheit, Soziales, Tourismus, Umwelt, Wirtschaft und Arbeit und Verkehr.

Jedes Jahr wechseln der Vorsitz und damit auch der Durchführungsort der halbjährlichen Konferenzen. In diesem Jahr hat Appenzell I.Rh. den Vorsitz inne. Nächstes Jahr ist Baden-Württemberg an der Reihe.

Aktuelle Stunde im Oktober: Mehr Wohlbefinden für Kinder und Jugendliche durch digitale Frei-Zeit?

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Landtagspräsident Albert Frick an der Konferenz der Parlamentspräsidenten europäischer Kleinstaaten in Malta

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Vom 25. bis zum 27. September fand die Konferenz der Parlamentspräsidenten der europäischen Kleinstaaten auf Einladung des maltesischen Parlamentspräsidenten Angelo Farrugia in Valletta statt. Neben Albert Frick waren die Parlamentspräsidenten aus Andorra, Luxemburg, Monaco, Montenegro, San Marino und Zypern vor Ort.

An der zweitägigen Konferenz wurden die Themen «Klimawandel - eine wirtschaftliche Chance für -Kleinstaaten?», «Multilateralismus - die Rolle der Kleinstaaten» und «Migration verstehen» diskutiert. Zu jedem der Themen waren hochrangige Gastreferenten eingeladen, welche das Thema vorstellten. In den anschliessenden Diskussionen legte jeder Parlamentspräsident die Sicht seines Landes dar.

Landtagspräsident Albert Frick ging in seiner Rede zum Thema «Multilateralismus - die Rolle der Kleinstaaten» u.a. auf die erfolgreiche Lancierung Liechtensteins der sogenannten Veto-Initiative bei den Vereinten Nationen ein. Mit der Veto-Initiative wird die UN-Generalversammlung automatisch befasst, wenn im UN-Sicherheitsrat eine Entscheidung aufgrund eines Vetos eines Ständigen Mitglieds des Rates scheitert. «Der Multilateralismus lebt von der kollektiven Anstrengung der Staaten, unabhängig von ihrer Grösse. Liechtenstein wird sein Engagement für den Multilateralismus entschlossen weiterführen», so Landtagspräsident Albert Frick.

Beim Thema «Klimawandel - eine wirtschaftliche Chance für Kleinstaaten?» machte Albert Frick Ausführungen über die im Jahr 2022 vom Landtag verabschiedete Klimastrategie 2050, die das Ziel der CO2-Reduktion für 2030 von ursprünglich minus 40 % auf minus 55 % gegenüber 1990 anhebt und den Weg zur Erreichung des Netto-Null-Ziels bis 2050 aufzeigt.

Zum Konferenzthema «Migration» erwähnte Landtagspräsident Albert Frick insbesondere die gemeinsamen europäischen Bemühungen um die Aktivierung eines Schutzstatus für Flüchtlinge aus der Ukraine und das Engagement Liechtensteins bei dessen Umsetzung.

Am Rande der Konferenz ergaben sich verschiedene Möglichkeiten, sich auf informeller Ebene mit den anderen Parlamentspräsidenten und Delegationsmitgliedern auszutauschen.

9. Jugendsession im Landtag

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Am Samstag, dem 28. September, kamen politikinteressierte Jugendliche und junge Erwachsene im Rahmen der 9. Jugendsession im Landtag zusammen, um gemeinsam Anträge zum Thema «Demokratie und Teilhabe» auszuarbeiten. Der beliebteste Antrag wird als Petition dem Landtag überreicht.

Seit 2015 führt der Jugendrat Liechtenstein einmal jährlich die Jugendsession durch. Ziel dieses Anlasses ist es, die Meinungen junger Menschen in den Landtag zu bringen. Zum Anlass von 40 Jahren Frauenstimmrecht in Liechtenstein lautete das diesjährige Thema «Demokratie und Teilhabe». Um einen Überblick über das Thema zu erhalten, hielten Alexandra Büchel-Gassner, Leiterin Kinder- und Jugenddienst des Amtes für Soziale Dienste, und Dr. Thomas Milic, Forschungsleiter Politik des Liechtenstein-Instituts, zuerst kurze Vorträge über die politische Teilhabe der Jugend sowie das Kinder- und Jugendgesetz. Anschliessend diskutierten die Teilnehmenden über Probleme und Lösungsansätze und arbeiteten in Kleingruppen verschiedene Anträge mit Begründungen aus. Unter den 18 Teilnehmenden befanden sich sowohl Vertreterinnen und Vertreter aller drei Jungparteien als auch unparteiische Personen.

Am Nachmittag kamen die Teilnehmenden im Plenarsaal zusammen, um die Anträge zum Diskurs zu stellen und unter der Moderation des Jugendrat-Präsidenten Michael Schädler darüber abzustimmen, welche Anträge dem Parlament überreicht werden sollen. Auf den Zuschauerbänken nahmen verschiedene Personen aus der Jugendarbeit sowie fünf Landtagsabgeordnete und drei Regierungsmitglieder Platz, um die Diskussionen und Abstimmungen mitzuverfolgen.

Bevor die Sitzung losging, hielt die erfahrene Frauenrechtlerin Helen Marxer-Bulloni eine Rede zur Geschichte des Frauenstimmrechts in Liechtenstein und den damit verbundenen Strapazen und Erfolgen. Daraufhin begann die Plenumssitzung, in der über insgesamt 17 Anträge diskutiert und abgestimmt wurde. Die Anträge befassten sich mit verschiedenen Optimierungsmöglichkeiten von politischer Partizipation und reichten von «Mehr politische Bildung an Schulen» über «Stimm- und Wahlrecht für Ausländerinnen und Ausländer auf Gemeindeebene» bis zu «Abstimmungs- und Wahlunterlagen in Gebärdensprache, Blindenschrift und leichter Sprache».

Die meisten Ja-Stimmen erhielt der Antrag von Lena Klein, welcher fordert, dass für die Einhaltung des Kinder- und Jugendgesetzes, welches eine Interessensvertretung von Kindern und Jugendlichen vorsieht, innerhalb der Landesverwaltung eine klare Verantwortlichkeit bestimmt wird, und dass die verantwortlichen Personen einen jährlichen Bericht dem Landtag vorlegen. Demnächst wird dieser Antrag als Petition dem Landtag übergeben.

Nach einem abschliessenden Grusswort des Gesellschaftsministers Manuel Frick liessen die Teilnehmenden und die weiteren Anwesenden den konstruktiven Tag bei einem Apéro ausklingen. Der Jugendrat freut sich, auch in den nächsten Jahren dieses bereichernde Projekt weiterführen und so die politische Jugendpartizipation in Liechtenstein voranbringen zu können.

(Quelle: www.jugendrat.li)

Herbstsession der Parlamentarischen Versammlung des Europarats in Strassburg

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Strassburg - Vom 30. September bis zum 4. Oktober findet die vierte und letzte Session der Parlamentarischen Versammlung des Europarats in diesem Jahr in Strassburg statt. Liechtenstein wird durch die Landtagsabgeordnete Franziska Hoop und den stv. Landtagsabgeordneten Hubert Büchel sowie die Delegationssekretärin Sandra Gerber-Leuenberger vertreten.$

Die 12. Verleihung des Václav-Havel-Menschenrechtspreises, mit dem weltweit herausragende Menschenrechtsverteidiger geehrt werden, war einer der Höhepunkte der Herbstsession. Der mit EUR 60'000 dotierte Preis für herausragende zivilgesellschaftliche Aktivitäten zur Verteidigung der Menschenrechte wurde dieses Jahr an María Corina Machado verliehen. Die Preisgewinnerin ist eine führende politische Persönlichkeit in Venezuela, die Menschenrechtsverletzungen in ihrem Land anprangert und sich für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit einsetzt. Sie ist Mitbegründerin der venezolanischen Freiwilligenorganisation «Súmate» für bürgerliche und politische Freiheit, Rechte und Bürgerbeteiligung. Der Preis wurde von Theodoros Rousopoulos, dem Präsidenten der Versammlung, an Corina Machados Tochter übergeben. Der Präsident unterstrich in seiner Rede, dass derzeit sechs der elf ehemaligen Gewinner des Václav-Havel-Menschenrechtspreises in Haft sind und er forderte ihre sofortige Freilassung.

Im Rahmen der Zeremonie sprach auch der russische Oppositionsführer Wladimir Kara-Murza, der zum Zeitpunkt der Verleihung des Menschenrechtspreises im Jahr 2022 in Russland inhaftiert war. Er wurde im August dieses Jahres im Rahmen eines Gefangenenaustauschs freigelassen.

Weitere Highlights der Session

Der Ausschuss für Recht und Menschenrechte organisierte eine Anhörung zum Bericht über die Inhaftierung von Julian Assange und ihre abschreckende Wirkung auf die Menschenrechte mit der Beteiligung von Julian Assange und Kristinn Hrafnsson, Chefredakteur von WikiLeaks. Nach den Ausführungen von Julian Assange ging er auf die zahlreichen Fragen der Abgeordneten ein.

Der neue Generalsekretär des Europarats, Alain Berset, hielt seine erste Rede vor der Versammlung. Alain Berset hat sein Amt in Strassburg am 18. September aufgenommen. Sein Mandat dauert fünf Jahre.

Herbsttreffen der Parlamentarischen Versammlung der OSZE in Dublin

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Vom 2. bis zum 4. Oktober fand in Dublin die Herbsttagung der Parlamentarischen Versammlung der OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) statt. Die Delegationsleiterin Norma Heidegger und Sandra Gerber-Leuenberger (Delegationssekretärin) vertraten den liechtensteinischen Landtag an dieser dreitägigen Konferenz.

An der 22. Herbsttagung der Parlamentarischen Versammlung der OSZE kamen in der irischen Hauptstadt Dublin rund 200 Parlamentarierinnen und Parlamentarier aus knapp 60 Staaten zusammen, um über das Thema «Fünfzig Jahre nach Helsinki: Die Rolle der Parlamente bei der Verstärkung des OSZE-Modells für Frieden und Sicherheit» zu diskutieren.

Die Konferenz wurde von Seán Ó Fearghaíl (Vorsitzender des irischen Unterhauses), Pia Kauma (Präsidentin der Parlamentarischen Versammlung der OSZE) sowie Michael Creed (Delegationsleiter der irischen Delegation bei der OSZE PV) eröffnet. In den drei Arbeitssitzungen der Parlamentarischen Konferenz richteten Minister verschiedener irischer Behörden und Vertreter internationaler Organisationen ihre Worte an die Delegierten.

Die erste Sitzung der Parlamentarierkonferenz befasste sich mit dem OSZE-Ansatz für den Konfliktzyklus, insbesondere mit der Förderung des Dialogs, der Konfliktlösung, der Unterstützung der Mediation, der Schlichtung und der Konfliktnachsorge. In der zweiten Sitzung wurde die Rolle der Parlamentarier bei der Bewältigung der Klimakrise, einschliesslich der Erfüllung der weltweiten Verpflichtungen im Vorfeld der COP29, sowie den Auswirkungen von Kriegen auf die Klimakrise, untersucht. In der dritten Sitzung erörterten die Abgeordneten die Verbesserung der Migrationssteuerung in der OSZE-Region zur Förderung der nachhaltigen Entwicklung.

Unter dem Vorsitz des Sonderbeauftragten der Parlamentarischen Versammlung der OSZE für den Mittelmeerraum, Pascal Allizard, befasste sich das Mittelmeerforum am 4. Oktober mit der aktuellen Lage im Nahen Osten. Während den zahlreichen Wortmeldungen der Abgeordneten beteiligten sich auch die Delegationen der OSZE-Kooperationspartner im Mittelmeerraum sowie der Palästinensische Nationalrat an der Diskussion.

Ebenfalls umfasste die Herbsttagung eine Sitzung des Ständigen Ausschusses welchem sämtliche Delegationsleitungen, Vizepräsidenten und Büromitglieder angehören.

Stellungnahme der Initianten zur Initiative betr. die Abänderung des Gesetzes über die Familienzulagen

EFTA-Delegation auf Höflichkeitsbesuch beim Europäischen Parlament

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Nach den EU-Parlamentswahlen im Juni 2024 stehen der EFTA neue Ansprechpartner im EU-Parlament und in den verschiedenen Ausschüssen gegenüber. Mit einem Delegationsbesuch im Europäischen Parlament in Brüssel am 14. und 15. Oktober 2024 konnten die Bedürfnisse der Freihandelsassoziation und der Mitgliedsstaaten gegenüber der Europäischen Union sichtbar gemacht werden.

Dazu trafen sich parlamentarische Mitglieder aus Liechtenstein, vertreten durch Delegationsleiter Manfred Kaufmann und dem Abgeordneten Daniel Seger, aus Norwegen, vertreten durch Trine Lise Sundnes, und der Schweiz, vertreten durch Thomas Aeschi, mit Delegations- und Ausschussvorsitzenden des EU-Parlaments, um bestehende Kontakte zu pflegen und Beziehungen zu den neuen Abgeordneten aufzubauen.

Höhepunkt des Besuches war der Austausch mit der Vizepräsidentin des Europa-Parlaments, Christel Schaldemose. Bei der Sitzung betonte Manfred Kaufmann, dass die EFTA-Staaten die engsten politischen und wirtschaftlichen Partner der EU seien und am Binnenmarkt durch das EWR-Abkommen oder – im Fall der Schweiz – über eine Reihe bilateraler Verträge partizipieren würden. Er erinnerte daran, dass das EWR-Abkommen in diesem Jahr das 30-Jahr-Jubiläum feierte und führte aus, dass die gesetzgeberische Arbeit des Europa-Parlaments nicht nur die 27 EU-Mitgliedstaaten, sondern alle 30 EWR-Staaten betreffe.

Weitere Treffen fanden statt mit Andreas Schwab, Vorsitzender der Delegation für die Beziehungen mit dem EWR, Norbert Lins, Stv. Vorsitzender des Ausschusses für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, Li Andersson, Vorsitzende des Ausschusses für Beschäftigung und soziale Angelegenheiten, Christophe Grudler, Mitglied des Ausschusses für Industrie, Forschung und Energie, sowie David McAllister, Vorsitzender des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten.

Die EFTA-Delegation tauschte sich auch mit Juan-Carlos Jimenez Marin, Generalsekretär des EU-Parlaments, über die künftige Zusammenarbeit mit der EU aus, sowie mit Niclas Poitiers, Wissenschaftler bei der Brüsseler Denkfabrik Bruegel, welcher Einblicke zu den Perspektiven des Binnenmarkts gab.

Am Rande des Besuches kam es zudem zum ersten Treffen mit dem neu gewählten EFTA-Sekretariat, angeführt von Generalsekretär Kurt Jäger und seinen Stellvertretern Knut Hermansen und Thordur Jonsson, im EFTA-Haus in Brüssel.

EGMR-Richter Alain Chablais besucht den Landtag

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Im April hat die Parlamentarische Versammlung des Europarats Alain Chablais per 1. September 2024 zum liechtensteinischen Richter am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) gewählt. Anlässlich des Starts seiner neunjährigen Amtsperiode war Alain Chablais am Donnerstag, 17. Oktober zu einem Antrittsbesuch in Liechtenstein. 

Neben einem Treffen mit S.D. Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein, Justizministerin Graziella Marok-Wachter sowie Justizbehörden stattete EGMR-Richter Alain Chablais auch dem Landtag einen Besuch ab. Empfangen wurde er dabei von den Landtagsabgeordneten Manfred Kaufmann (Vorsitz Aussenpolitische Kommission) und Franziska Hoop (Delegationsleiterin Europarat PV).

Liechtenstein ist seit 1978 Mitglied im Europarat und als solches auch Vertragspartei der Europäischen Konvention für Menschenrechte (EMRK). Für die Überwachung dieser Konvention ist der EGMR zuständig. An diesen können sich sowohl die 46 Mitgliedsstaaten als auch deren rund 700 Millionen Bürgerinnen und Bürger wenden, wenn sie eine Verletzung der EMRK geltend machen wollen. Jeder Mitgliedsstaat des Europarats ist durch einen unabhängigen Richter oder eine unabhängige Richterin am EGMR vertreten, welche von der Parlamentarischen Versammlung des Europarates für eine einmalige neunjährige Amtsperiode gewählt werden. In jedem Verfahren gegen einen Mitgliedsstaat, welches vor dem EGMR behandelt wird, sitzt auch der jeweilige Richter bzw. die jeweilige Richterin des betroffenen Mitgliedsstaates.

Obschon die Richterinnen und Richter am EGMR unabhängig arbeiten und die Urteile des EGMR für die Mitgliedsstaaten verbindlich sind, ist der Austausch zwischen dem EGMR mit den Mitgliedsstaaten für das Funktionieren des Konventionssystems von entscheidender Bedeutung. Dies insbesondere auch, da der EGMR über keine Vollstreckungsbefugnisse verfügt und die Staaten für die Umsetzung der jeweiligen EGMR-Urteile verantwortlich sind. So bedarf es für die Umsetzung von Urteilen häufig nationaler Gerichte oder des Gesetzgebers, weil beispielsweise ein Gesetz angepasst werden muss oder eine Änderung der Rechtsprechung nötig ist, um eine Menschenrechtsverletzung aufzuheben

Diese Zusammenarbeit wurde auch im gemeinsamen Gespräch zwischen Richter Alain Chablais und den Vertretern des Landtags hervorgehoben. Zudem wurden aktuelle Themen angesprochen. Eine Führung durch das Landtagsgebäude rundete den Besuch ab.

Weitere Infos zum Besuch des EGMR-Richters in Liechtenstein sind hier zu finden.

149. Versammlung der Interparlamentarischen Union in Genf (Schweiz)

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Landtagspräsident Albert Frick und die Abgeordnete Dagmar-Bühler-Nigsch vertraten Liechtenstein vom 13. bis zum 17. Oktober 2024 bei der Versammlung der Interparlamentarischen Union (IPU) in Genf.

Unter dem Thema «Einsatz von Wissenschaft, Technologie und Innovation für eine friedliche und nachhaltige Zukunft» tauschten sich 630 Abgeordnete, darunter 54 Parlamentspräsidenten, aus 129 Mitgliednationen über die Entwicklung in ihren Ländern aus und diskutierten neue Ideen und Ansätze. Landtagspräsident Albert Frick sprach zum Thema der Generaldebatte im Plenum und verwies insbesondere auf Chancen und Gefahren für die Konfliktbewältigung und Nachhaltigkeit, die sich durch technologische Innovationen ergeben. 

Nebst der Hauptversammlung fanden verschiedene Sitzungen und Nebenveranstaltungen der diversen Ausschüsse statt. Die Abgeordnete Dagmar Bühler-Nigsch vertrat Liechtenstein in der geopolitischen Gruppe «12Plus» und am «Forum für Parlamentarierinnen». Sie beteiligte sich an der Paritätsdebatte zur Gleichstellung der Geschlechter, wo sie über die Fortschritte und aktuellen Initiativen zur Chancengleichheit und Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Liechtenstein berichtete.

Resolutionen für den Frieden Genfer Erklärung zu Wissenschaft und Technologie

In ihrer Abschusserklärung brachten die Gesetzgeber ihre Entschlossenheit zum Ausdruck, Wissenschaft, Technologie und Innovation (STI) zum Wohle der Menschheit zu nutzen und zu regulieren. Die Erklärung unterstreicht die Notwendigkeit, ungleiche Zugänge zu digitalen Innovationen zu schützen und die internationale Zusammenarbeit in der STI-Governance zu fördern. Vor dem Hintergrund eskalierender Konflikte auf der ganzen Welt wurde zudem eine Friedensresolution verabschiedet, die eine «vollständige Ablehnung der wahllosen Angriffe von Streitkräften auf Zivilisten weltweit, insbesondere auf Rettungskräfte, Mitarbeiter im Gesundheits- und Bildungswesen sowie auf medizinische, schulische und andere öffentliche Infrastrukturen» fordert.

Treffen mit neuem Botschafter

Am Rande der Konferenz fand auch ein Treffen mit dem neu akkreditierten Botschafter in Genf, Frank Büchel, und seinem Stab statt. Die Delegation hatte dabei die Möglichkeit, sich im persönlichen Rahmen auszutauschen und mehr über die aktuellen Geschehnisse in der Mission zu erfahren. 

Die Delegation wurde begeitet durch Delegationssekretärin Jessica F. Bucher.

139. Sitzung der Interparlamentarischen Union in Genf

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Vom 14. bis 18. Oktober 2018 fand die 139. Sitzung der Interparlamentarischen Union in Genf statt. Liechtenstein wurde durch die Abgeordneten Mario Wohlwend (Delegationsleiter) und Johannes Hasler sowie Gabriele Wachter vom Parlamentsdienst vertreten.

Als weltweite Organisation der nationalen Parlamente mit derzeit 178 Staaten werden regelmässig Themen wie Migration, Abrüstung und Menschenrechte diskutiert. Danach einigen sich die Staaten demokratisch auf eine „One-Voice-Policy“, das ist sehr wichtig, sowohl politisch als auch kommunikativ. Denn nur so ist es möglich, einen gemeinsamen Weg festzulegen und die Demokratielücken in den internationalen Beziehungen zu schliessen. Bei so vielen involvierten Staaten eine schwere Aufgabe. Dies zeigte sich auch, als eine Mehrheit keine Debatte zum Schutz von Homo-, Bi-, Trans- und Intersexuellen („LGBTI-Rechte„) wünschte. Auch war die Festlegung des sogenannten „Emergency Item“ an dieser Sitzung umkämpft. Schlussendlich fand „Climate change – Let us not cross the line“ eine 2/3 Mehrheit. Am Rande dieser Sitzung gibt es immer wieder Möglichkeiten für bilaterale interessante Gespräche und wertvolles Networking wie zum Beispiel mit unserem Nachbarn Schweiz.

134. Versammlung der Interparlamentarischen Union in Lusaka (Sambia)

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Vom 19. bis 23. März 2016 fand die 134. Versammlung der Interparlamentarischen Union in Lusaka/Sambia statt. Daran teilgenommen haben Landtagsvizepräsidentin Violanda Lanter-Koller als Delegationsleiterin, der stellvertretende Abgeordnete Helmuth Büchel als Delegationsmitglied sowie Gabriele Wachter vom Parlamentsdienst als Delegationssekretärin.

Während des Aufenthalts in Sambia besuchte die liechtensteinische Delegation auch das District Hospital in Chongwe sowie das Chainama College for Health Science (CCHS) in Lusaka, die im Rahmen des Medical-Licentiate-Projekts vom Liechtensteinischen Entwicklungsdienst (LED) unterstützt werden. Vor dem Spital wurde ein Erinnerungsbild mit der Delegation, den Verantwortlichen des Chongwe District Hospitals, einer Vertreterin von SolidarMed, der vor Ort tätigen Partnerorganisation des LED sowie Begleitpersonen aus Liechtenstein aufgenommen.

133. Versammlung der Interparlamentarischen Union in Genf

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Vom 17. – 21. Oktober 2015 fand wiederum die jährliche Herbstversammlung der Interparlamentarischen Union in Genf statt. Liechtenstein war durch Landtags-Vizepräsidentin Violanda Lanter-Koller und dem stellvertretenden Abgeordneten Helmuth Büchel sowie der Delegationssekretärin Gabriele Wachter vertreten.

Die Hauptthemen der Konferenz waren Migration, Flüchtlinge sowie Terrorismus. Im Vorfeld der Konferenz fanden auch Sitzungen der geopolitischen Gruppe Zwölf Plus, der auch die liechtensteinische Delegation angehört, statt.

[Bildlegende: v.l. Landtags-Vizepräsidentin Violanda Lanter-Koller, Philippe Mahoux, Belgien, Vorsitzender der Geopolitischen Gruppierung Zwölf Plus, stv. Abg. Helmuth Büchel]

131.Versammlung der Interparlamentarischen Union in Genf (Schweiz)

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Die Interparlamentarische Union als weltweite Organisation kann dieses Jahr ihr 25-jähriges Bestehen feiern. Ihr gehören mittlerweile 166 Staaten an. Die Herbsttagung vom 12. – 16. Oktober 2014, an welcher über 720 Parlamentsmitglieder aus aller Welt teilgenommen haben, fand am Hauptsitz in Genf statt.

Im Zentrum stand dabei die Wahl eines neuen Präsidenten oder einer neuen Präsidentin. Gegen drei andere Mitbewerber hat sich im zweiten Wahlgang der Parlamentarier und ehemalige politische Häftling Saber Chowdhury aus Bangladesch durchgesetzt. Breiten Raum nahm die Debatte über die Gleichheit der Geschlechter und die Gewalt gegen Frauen ein. Als dringliches Thema wurde die Ebola-Krise aufgegriffen, wobei die Staaten zu vermehrter finanzieller, medizinischer und logistischer Hilfe aufgerufen wurden. Gross war auch die Betroffenheit angesichts der weltweiten Verbreitung von Terrorismus und Extremismus. Das Exekutiv-Komitee rief zum Kampf gegen radikale Ideologien und zur unbedingten Achtung der Menschenrechte auf. Liechtenstein wurde anlässlich der Versammlung durch Landtagsvizepräsidentin Violanda Lanter-Koller und den stellvertretenden Abgeordneten Helmuth Büchel vertreten.

Petition "Stopp der Investitionen in die Ukraine - Priorität für unsere Bürger"

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Petition "Stopp der Investitionen in die Ukraine - Priorität für unsere Bürger" vom 17. Oktober 2024, eingereicht von Jürgen Schädler und weiteren Personen

Neue österreichische Botschafterin zu Besuch im Landtag

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Im Rahmen ihres Amtsantritts als österreichische Botschafterin für Liechtenstein hat I.E. Katharina Kastner am Freitag dem Landtag in Vaduz einen Besuch abgestattet.

Landtagspräsident Albert Frick empfing die Diplomatin und gab ihr vertiefte Einblicke in die Arbeit des liechtensteinischen Parlaments. Beim Austausch wurden insbesondere die guten Beziehungen zwischen der Republik Österreich und dem Fürstentum Liechtenstein hervorgehoben. Eine Führung durch das Landtagsgebäude rundete den Kurzbesuch ab.

Zuvor war die neue Botschafterin von S.D. Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein zur Akkreditierung und Überreichung des Beglaubigungsschreibens empfangen worden.

Landtagspräsident Albert Frick an Gipfeltreffen der Krim-Plattform in Riga

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Landtagspräsident Albert Frick nahm vom 22. bis 24. Oktober 2024 in Lettlands Hauptstadt Riga an der 3. Parlamentarischen Konferenz der Internationalen Krim-Plattform teil. Parlamentarierdelegationen aus rund 40 Staaten und fünf internationale Organisationen waren am Gipfeltreffen vertreten, um sich mit den Auswirkungen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine auseinanderzusetzen.

Die Plenarversammlung, geleitet von Lettlands Parlamentspräsidentin Daiga Mieriņa und vom ukrainischen Parlamentspräsidenten Ruslan Stefantschuk, befasste sich mit der nun schon zehnjährigen Besetzung der Krim und dem andauernden russischen Angriffskrieg in der Ukraine mit den schrecklichen Folgen für die dortige Bevölkerung.

Solidarität Liechtensteins betont

Landtagspräsident Albert Frick betonte in seiner Rede die Solidarität Liechtensteins mit der Ukraine und verwies auf die verschiedenen im Fürstentum getroffenen Unterstützungsmassnahmen. Weiter bedankte er sich bei der Schweiz für die Durchführung des Friedensgipfels auf dem Bürgenstock und hob die Bedeutung von zeitnahen Folgemassnahmen zur Umsetzung der gemeinsamen Gipfelerklärung hervor. Eine überwältigende Mehrheit der Menschen wolle in einer Welt leben, in der Rechtsstaatlichkeit und nicht diktatorische Machtausübung vorherrschen.

Verantwortliche zur Rechenschaft ziehen

Die Teilnehmenden verabschiedeten am Ende der Konferenz eine gemeinsame Erklärung, in der sie den Angriffskrieg in der Ukraine sowie die dauerhafte Verletzung von Menschenrechten verurteilen und der Ukraine ihre weitere Unterstützung versichern. Es besteht Einigkeit, dass die Verantwortlichen des Angriffskriegs und der begangenen Gräueltaten gerichtlich zur Rechenschaft gezogen werden müssen und dass ein Friedensabkommen die territoriale Unversehrtheit der Ukraine in ihren international anerkannten Grenzen beinhalten müsse.

Ziel der Gipfeltreffen ist es, die internationale Unterstützung für die Ukraine zu bekräftigen und die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf die Situation der von Russland 2014 völkerrechtswidrig annektierten Halbinsel Krim zu lenken. Die ersten beiden parlamentarischen Konferenzen der Krim-Plattform fanden 2022 und 2023 in Kroatien bzw. Tschechien statt.

APK besucht die Vereinten Nationen in New York

APK-Arbeitsbesuch-NY-Okt-2024-LT.jpgAPK-Landtag-Liechtenstein-UNO-NY-Mitglieder-der-APK-bei-der-UNO.pngAPK-Landtag-Liechtenstein-UNO-NY-UNICEF-Mandeep-OBrien-2.pngAPK-Landtag-Liechtenstein-UNO-NY-Schweizer-Botschafterin-bei-den-Vereinten-Nationen-Pascale-Baeriswyl.pngAPK-Landtag-Liechtenstein-UNO-NY-Aussenministerin-Dominique-Hasler-Bundespraesidentin-Viola-Amherd-2.pngAPK-Landtag-Liechtenstein-UNO-NY-Abg-Manuela-Haldner-Schierscher-Bericht-Recht-auf-Privatsphaere-1.pngAPK-Landtag-Liechtenstein-UNO-NY-Abg-Markus-Gstoehl-Ausschuss-3-Bericht-Religions-und-Glaubensfreiheit.pngAPK-Landtag-Liechtenstein-UNO-NY-Abg-Elke-Kindle-Interaktive-Dialog-Bericht-Recht-auf-koerperliche-und-mentale-Gesundheit.pngAPK-Landtag-Liechtenstein-UNO-NY-Abg-Bettina-Petzold-Maehr-Interaktive-Dialog-Bericht-Recht-auf-Bildung-1.png

Die Aussenpolitische Kommission (APK) des liechtensteinischen Landtags besuchte vom 21. bis 25. Oktober 2024 die Ständige Vertretung des Fürstentums Liechtenstein bei den Vereinten Nationen in New York. Der offizielle Arbeitsbesuch fand im Rahmen der UN-Völkerrechtswoche statt, dem zentralen internationalen Jahrestreffen zu völkerrechtlichen Fragen.

Die APK unter der Leitung des Vorsitzenden Manfred Kaufmann setzte sich aus den Abgeordneten Manuela Haldner-Schierscher, Bettina Petzold-Mähr, Elke Kindle und Markus Gstöhl zusammen. Sandra Gerber-Leuenberger vom Parlamentsdienst begleitete die Aussenpolitische Kommission.

Einblick in strategische Positionierung

Die Abgeordneten erhielten unter der fachkundigen Leitung von Botschafter Christian Wenaweser, seiner Stellvertreterin Myriam Oehri und Diplomat Noah Oehri einen umfassenden Einblick in die diplomatische Arbeit der Ständigen Vertretung Liechtensteins bei den Vereinten Nationen. Der intensive Austausch ermöglichte den Abgeordneten ein vertieftes Verständnis der komplexen multilateralen Prozesse sowie der strategischen Positionierung Liechtensteins im UN-System.

Ein Höhepunkt des Besuchs war das Treffen mit der Schweizer Bundespräsidentin Viola Amherd sowie das bilaterale Gespräch mit der Ständigen Vertreterin der Schweiz bei den Vereinten Nationen, Botschafterin Pascale Baeriswyl. Die Gespräche fanden in einer besonderen Phase statt, da die Schweiz im Oktober den Vorsitz des UN-Sicherheitsrats innehat – ein historischer Moment während ihrer ersten Mitgliedschaft im UN-Sicherheitsrat.

Verschiedene UN-Organisationen besucht

Die Kommission führte konstruktive Gespräche mit Vertretern verschiedener UN-Organisationen. Bei UNICEF informierte sich die Kommission über aktuelle Kinderschutzprogramme und die humanitäre Hilfe in Krisengebieten. Mit dem UNRWA wurden die Herausforderungen der Hilfsorganisation im Nahen Osten diskutiert. Beim Treffen mit dem Präsidenten des Internationalen Gerichtshofs (ICJ) stand der Austausch über aktuelle völkerrechtliche Entwicklungen im Mittelpunkt.

Die APK beteiligte sich mit verschiedenen Wortmeldungen an mehreren interaktiven Dialogen mit Menschenrechts-Mandatsträgerinnen und Mandatsträger, unter anderem zum Recht auf Privatsphäre in der digitalen Ära, zum Recht auf Bildung und dessen globaler Umsetzung, zu Religions- und Glaubensfreiheit sowie zum Recht auf körperliche und mentale Gesundheit.

Die Kommission nahm im Sicherheitsrat an der offenen Debatte zu Frauen, Frieden und Sicherheit teil. Zudem besuchte die APK ein von der ukrainischen UN-Vertretung organisiertes Benefizkonzert für Kinder und Jugendliche in der Ukraine in der prestigeträchtigen Carnegie Hall – ein bewegender Ausdruck der internationalen Solidarität.

Wichtige Impulse setzen

«Die intensiven Gespräche während der Völkerrechtswoche haben einmal mehr die Bedeutung der multilateralen Zusammenarbeit für Liechtenstein unterstrichen», resümierte der Kommissionsvorsitzende Manfred Kaufmann. «Durch unser aktives Engagement in den Vereinten Nationen können wir wichtige Impulse setzen und gleichzeitig von einer regelbasierten internationalen Ordnung profitieren.»

Die Kommission tauschte sich auch mit Aussenministerin Dominique Hasler, welche auf Einladung der Schweiz im Sicherheitsrat sprach, über verschiedene aussenpolitische Herausforderungen aus.

Über die Aussenpolitische Kommission
Die Aussenpolitische Kommission ist eine ständige Kommission des liechtensteinischen Landtags. Sie befasst sich mit allen aussenpolitischen Angelegenheiten des Fürstentums und bereitet entsprechende Beschlüsse des Landtags vor.

Interpellation zum Behördenbeschwerderecht und Motion zur Ausrichtung von Therapiegelder für Autismus Therapien bei Kindern und Jugendlichen

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Interpellation zum Behördenbeschwerderecht der Abgeordneten Daniel Seger, Johannes Kaiser, Sascha Quaderer, Nadine Vogelsang, Bettina Petzold-Mähr, Franziska Hoop, Albert Frick, Sebastian Gassner und Karin Zech-Hoop, vom 05. November 2024, eingereicht von Fraktionssprecher Daniel Seger.

Motion zur Ausrichtung von Therapiegelder für Autismus Therapie bei Kinder und Jugendlichen der Abgeordneten Daniel Seger, Johannes Kaiser, Sascha Quaderer, Nadine Vogelsang, Bettina Petzold-Mähr, Franziska Hoop, Albert Frick, Sebastian Gassner, Karin Zech-Hoop und Wendelin Lampert, vom 05. November 2024, eingereicht von Fraktionssprecher Daniel Seger.

Motion betreffend Abänderung des Informationsgesetzes

der Abgeordneten Herbert Elkuch und Thomas Rehak

Motion zur Senkung der Netznutzungskosten für das Elektrizitätsnetz

des Abgeordneten Thomas Rehak

Motion zur Privatisierung von Radio Liechtenstein

der Abgeordneten Manfred Kaufmann, Mario Wohlwend, Günter Vogt, Walter Frick, Dietmar Lampert, Dagmar Bühler-Nigsch, Gunilla Marxer-Kranz, Norma Heidegger und Thomas Vogt

Motion für ein sportlich-bewegtes Liechtenstein

der Abgeordneten Patrick Risch, Georg Kaufmann, Manuela Haldner-Schierscher, Manfred Kaufmann, Dagmar Bühler-Nigsch, Norma Heidegger und Thomas Rehak

Motion betreffend Regelung für die Haltung von Equiden

der Abgeordneten Thomas Rehak, Günter Vogt, Johannes Kaiser und Patrick Risch

Postulat zur allfälligen Übernahme der Schulkosten im Ausland bei Kindern mit besonderen Bedürfnissen

der Abgeordneten Manfred Kaufmann, Georg Kaufmann, Johannes Kaiser und Thomas Rehak

Interpellation: Förderung des Ehrenamtes

Geset­ze­si­ni­tia­tive für eine nicht aussch­liess­lich elek­tro­ni­sche Kom­mu­ni­ka­tion mit den Behördender Abgeordneten Erich Hasler, Marion Kindle-Kühnis, Thomas Rehak, Simon Schächle, Achim Vogt und Martin Seger vom 2. Juli 2025, eingereicht von der Fraktions der DPL.

Besuch des schweizerischen Nationalratspräsidenten Eric Nussbaumer und der Ständeratspräsidentin Eva Herzog

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Am Mittwoch, den 13. November 2024 trafen sich Landtagspräsident Albert Frick und Landtagsvizepräsidentin Gunilla Marxer-Kranz im Rahmen eines Freundschaftsbesuches mit dem schweizerischen Nationalratspräsidenten Eric Nussbaumer sowie der Ständeratspräsidentin Eva Herzog im Landtagsgebäude.

Nebst der Pflege der guten freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Parlamenten standen Themen wie die bilateralen Gespräche der Schweiz mit der EU, der Ukrainekonflikt, der globale Klimawandel sowie ein genereller Austausch über die beiden Parlamentssysteme und -verfahren im Zentrum der Gespräche.

Im Anschluss des Gesprächsaustausches fand ein Höflichkeitsbesuch bei S.D. Erbprinz Alois statt, gefolgt von einer Besichtigung der Firma Kaiser AG in Schaanwald sowie eines Besuchs der Ausstellung «40 Jahre Frauenstimmrecht in Liechtenstein» im Landesmuseum.

Den beiden Delegationen gehörten ferner Sonja Hürlimann, Botschafterin der Schweiz in Liechtenstein, Philipp Baeriswyl, Protokollchef des schweizerischen Parlaments, Doris Frick, Botschafterin Liechtensteins in der Schweiz sowie Josef Hilti, Landtagssekretär, und Jessica F. Bucher, Delegationssekretärin, an.

Petition "RelGG soll endlich in Kraft treten"

vom 18. November 2024, eingreicht von Dr. Cyril Deicha und weiteren Personen

Petition "Zukunft gestalten - anstatt geschehen lassen"

Petition "Zukunft gestalten - anstatt geschehen lassen" vom 20. November 2024, eingereicht von Reinhard Walser, Vaduz

Petition "Bestimmung der Verantwortlichkeiten für die Interessensvertretung von Kindern und Jugendlichen im Kinder- und Jugendgesetz"

Petition "Bestimmung der Verantwortlichkeiten für die Interessensvertretung von Kindern und Jugendlichen im Kinder- und Jugendgesetz" vom 21. November 2024, eingereicht von Michael Schädler und Fabian Nägele

EWR-EFTA-Delegation in Oslo

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Vom 20. bis 22. November 2024 nahm die liechtensteinische EWR-EFTA-Delegation des Landtags, vertreten durch den Abgeordneten Daniel Seger (Delegationsleiter und Mitvorsitzender), den stellvertretenden Abgeordneten Hubert Büchel (stv. Delegationsmitglied) sowie Jessica F. Bucher (Delegationssekretärin), an der Sitzung des gemeinsamen Ausschusses der EWR- und EU-Parlamentarier in Oslo teil. Dabei handelte es sich um das erste Arbeitstreffen seit der Neuwahl des EU-Parlaments.

In den drei Tagen wurden die Entwicklung des EWR-Abkommens, dessen 30-jähriges Bestehen, die Kapazitäten der europäischen Verteidigungsindustrie zur Unterstützung der Ukraine sowie die Zukunft der europäischen Wettbewerbsfähigkeit besprochen. Die zukünftigen Prioritäten der Zuschüsse des EWR und Norwegens wurden ebenso thematisiert wie das Verhältnis zwischen der Schweiz und der EU.

Die Teilnehmenden waren sich einig, dass Europa gemeinsam von innen gestärkt werden muss, um sich langfristig mit Blick auf die Grossmächte und deren geopolitischen Spannungen behaupten zu können. Ziel ist dabei die Förderung von Innovationen einerseits und der Bürokratieabbau andererseits.

Gastgeber des Treffens war das norwegische Parlament Storting.

Liechtenstein am gemeinsamen EWR-Treffen in Brüssel

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Am 25. und 26. November fand das jährliche gemeinsame Treffen des EWR auf parlamentarischer, ministerialer und konsultativer Ebene im EFTA-Haus in Brüssel statt. Die Abgeordnete Karin Zech-Hoop vertrat Liechtenstein im Parlamentarier-Komitee, Aussenministerin Dominique Hasler im EWR-Rat und Wirtschaftsvertreterin Brigitte Haas im Konsultativkomitee.

Weitere Teilnehmer des zweitägigen Treffens waren Abgeordnete und die Aussenminister bzw. Handelsminister der EWR/EFTA-Staaten Norwegen, Island und der Schweiz sowie Vertretende der Wirtschafts-, Arbeitnehmer- und Arbeitgeberverbände. Die parlamentarische Delegation aus Liechtenstein wurde von Delegationssekretärin Jessica F. Bucher begleitet.

Am ersten Sitzungstag stand die Integration der EWR/EFTA-Staaten in den EU-Markt im Mittelpunkt. Man war sich einig, dass themenübergreifende Rechtsakte den EWR künftig vor grosse Herausforderungen stellen werden und eine enge Zusammenarbeit hin zu einer gemeinsamen Lösung der vier Mitgliedsstaaten essenziell ist, um die Zukunft des internen Marktes in einem zunehmend komplexen geopolitischen Umfeld sicherzustellen. 

Am zweiten Sitzungstag wurden die Handelsbeziehungen zu den Drittstaaten und der Stand der laufenden Abkommensverhandlungen besprochen.

Im Vorfeld des Treffens lud Botschafter Pascal Schafhauser die Delegation in die Residenz der liechtensteinischen Botschaft in Brüssel ein, wo sich die Gelegenheit bot, sich bereichsübergreifend über die Liechtenstein-Sicht auszutauschen.

 

Junge Liste reicht zwei Petitionen ein

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Am Freitag, den 29. November 2024 haben die Co-Präsidenten Tobias Gassner und Tuana Türkyilmaz im Namen der Jungen Liste zwei Petitionen beim Parlamentsdienst eingereicht: Die Petition "Für kostenlose Menstruationsartikel auf öffentlichen Toiletten" und die Petition "Gegen die Diskriminierung an der liechtensteinischen Jungbürger:innenfeier".

Gemäss den Petitionären hat die Junge Liste im Sommer und Herbst via Online-Petition und mit einer Unterschriftensammlung mehrere hundert Unterstützerinnen und Unterstützer für die Vorstösse finden können. Die Traktandierung der beiden Petitionen im Landtag ist für die nächste Legislatur vorgesehen.

Abg. Franziska Hoop am Treffen des Ständigen Ausschusses des Europarats in Luxemburg

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Am 29. November tagte der Ständige Ausschuss der Parlamentarischen Versammlung des Europarats in der historischen Abtei Neumünster in Luxemburg und bot eine bedeutende Plattform für europäischen Dialog. Der liechtensteinische Landtag war durch die Abgeordnete Franziska Hoop und die Delegationssekretärin Sandra Gerber-Leuenberger vertreten.

Die Sitzung, an der rund 100 Personen aus 46 Mitgliedstaaten teilnahmen, wurde durch den Versammlungspräsidenten Theodoros Rousopoulos eröffnet. Nach den Grussworten des luxemburgischen Parlamentspräsidenten Claude Wiseler stellte Yuriko Backes, Verteidigungs-, Gleichstellungs-, sowie Verkehrsministerin von Luxemburg, im Rahmen des Vorsitzes die Prioritäten den luxemburgischen Vorsitzes vor.

Liechtenstein als aktiver Partner

Die Abg. Franziska Hoop brachte das anhaltende Engagement Liechtensteins für europäische parlamentarische Zusammenarbeit zum Ausdruck und erklärte: «Diese Sitzung war eine bedeutende Gelegenheit, Liechtenstein als aktiven Partner in wichtigen europäischen Gremien zu präsentieren. Ich konnte konstruktiv zur Diskussion beitragen und die Bedeutung des parlamentarischen Dialogs unterstreichen.»

Women@PACE

Im Vorfeld nahm die Abg. Franziska Hoop an einem Arbeitsfrühstück der Women@PACE der Versammlung teil. Gemeinsam mit Ihrer Königlichen Hoheit die Grossherzogin Maria Teresa von Luxemburg wurde über Gewalt gegen Frauen mit besonderem Augenmerk auf die Situation der Frauen in Afghanistan und den Einsatz sexueller Gewalt als Kriegswaffe diskutiert. Dabei wurde die gemeinnützige Initiative der Grossherzogin «Stand Speak Rise Up!» vorgestellt, die sich für die Rechte und den Schutz von Frauen in Konfliktgebieten einsetzt.

Parlamentarische Rechte schützen

Die Abgeordneten debattierten Berichte über die Wahlbeobachtungsmissionen in der Republik Moldau und in Bulgarien sowie das zivilgesellschaftliche Engagement in Europa. Die Aktualitätsdebatte zur Situation in Aserbaidschan verdeutlichte die Herausforderungen demokratischer Freiheiten in Osteuropa. Die Delegierten diskutierten eindringlich über Repressionen und die Notwendigkeit, parlamentarische Rechte zu schützen. Bei einer zweiten Aktualitätsdebatte diskutierten die Parlamentarierinnen und Parlamentarier über die Gefahr für die Demokratie durch ausländische Einmischung. Abschliessend beleuchtete ein Expertenaustausch mit Luxemburgs Kulturminister Eric Thill die Kulturstrassen des Europarats als Plattform interkulturellen Austauschs.

Der Ständige Ausschuss, der zwischen den Plenarsitzungen im Namen der Versammlung handelt, setzt sich aus dem Präsidenten und den Vizepräsidenten der Versammlung, den Fraktionsvorsitzenden, den Vorsitzenden der nationalen Delegationen und den Ausschuss­vorsitzenden zusammen, insgesamt etwa 60 Parlamentarierinnen und Parlamentarier aus den 46 Mitgliedstaaten des Europarats.

Landesausschuss 2024/2025 bestellt

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Der Landtag hat am 6. Dezember 2024 am Ende der letzten Arbeitssitzung der Legislatur die Abgeordneten Herbert Elkuch, Manfred Kaufmann, Patrick Risch und Daniel Seger in den Landesausschuss 2024/2025 gewählt.

Gemäss Art. 72 Abs. 1 der Verfassung gehört Landtagspräsident Albert Frick von Amtes wegen dem Landesausschuss an. Im Verhinderungsfall wird er durch Landtagsvizepräsidentin Gunilla Marxer-Kranz vertreten.

Der Landesausschuss wahrt die Rechte des Gesamtlandtags, wenn der Landtag nicht versammelt ist und deswegen seine Funktionen nicht wahrnehmen kann (d. h. von der Schliessung Ende eines Jahres bis zur Wiedereröffnung zu Beginn des folgenden Jahres) oder im Falle einer Vertagung oder Auflösung des Landtags. Der Landesausschuss besteht aus dem Landtagspräsidenten und vier weiteren Abgeordneten, wobei die beiden Landschaften Oberland und Unterland gleichmässig zu berücksichtigen sind. Der Landesausschuss kann keine bleibende Verbindlichkeit für das Land eingehen.

Am 9. Februar finden die Landtagswahlen 2025 statt. Die Eröffnungssitzung des Landtags der nächsten Legislatur ist für den 20. März oder den 10. April vorgesehen.

Motion zur Schule und Betreuung aus einer Hand 2.0 übergeben

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Motion zur Schule und Betreuung aus einer Hand 2.0 vom 5. Dezember 2024 der Abgeordneten Albert Frick, Sebastian Gassner, Franziska Hoop, Johannes Kaiser, Wendelin Lampert, Daniel Oehry, Bettina Petzold-Mähr, Sascha Quaderer, Daniel Seger und Karin Zech-Hoop.

Frie­dens­licht an den Landtag übergeben

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Wie jedes Jahr überbringen die Pfadfinderinnen und Pfadfinder Liechtensteins das Friedenslicht. Dieses Jahr kommt das Licht aufgrund der Kriegssituation im Nahen Osten nicht aus Bethlehem, sondern es wird auf die ganzjährig behüteten Lichter aus Österreich zurückgegriffen. 

Am Mittwochabend nahm Landtagspräsident Albert Frick das Friedenslicht für den Landtag entgegen, bevor es in den Gemeinden verteilt und Spenden gesammelt werden. Diese gehen dieses Jahr an die Regionen in Spanien und Nepal, die von verheerenden Fluten und Überschwemmungen heimgesucht wurden.

Landtagspräsident Albert Frick und die Mitglieder des Landtags am Neujahrsempfang auf Schloss Vaduz

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Am 09.01.2025 empfingen Fürst Hans-Adam II. sowie Erbprinz Alois und Erbprinzessin Sophie von und zu Liechtenstein die Mitglieder des Landtags und ihre Partner zum traditionellen Neujahrsempfang auf Schloss Vaduz

Ebenfalls eingeladen wurden die Mitglieder der Regierung, die Gerichtspräsidenten, die Gemeindevorsteher, die Geistlichkeit, die Träger fürstlicher Titel und fürstlich liechtensteinischer Verdienstorden, die Chefbeamten, Vertreter der Verbände und Kommissionen, der Parteien unddes öffentlichen Leben, sowie das diplomatische Corps und weitere Gäste.

 

Offizielle Website zu den Landtagswahlen 2025

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Am 9. Februar 2025 wählt Liechtenstein ein neues Parlament. Informationen zu den Kandidierenden und dem Wahlablauf sind auf der Website www.landtagswahlen.li zu finden.

Die Website enthält die Porträts der 69 Kandidierenden aus den Wahlkreisen Unterland und Oberland und gibt Auskunft über deren Person, Alter, Wohnort und Wahlkreis. Ebenfalls auf der Website zu finden sind Informationen zur Stimmabgabe, zum Ablauf der Wahl sowie weitere News rund um die Landtagswahlen 2025.

Während den Wahlen

Am Wahlsonntag gibt die offizielle Wahlsendung live aus dem Landtagsgebäude ab 12.30 Uhr Einblicke in die Landtagswahlen 2025. Der Link zum Livestream der Sendung ist ebenfalls auf der Website www.landtagswahlen.li zu finden. 

Nach den Wahlen

Im Anschluss an die Landtagswahlen 2025 werden auf der Website grafische Darstellungen und weitere Informationen zu den Ergebnissen veröffentlicht. Aktuell sind im Archiv bereits die Informationen zu den Landtagswahlen 2001 – 2021 veröffentlicht.

Stellenausschreibung - Mitarbeiter Parlamentsdienst Ersatzanstellung 80-100% (m/w/d)

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Der Parlamentsdienst arbeitet für den Landtag des Fürstentums Liechtenstein (www.landtag.li) und unterstützt den Landtagspräsidenten, das Landtagspräsidium, die Abgeordneten, die Kommissionen und die Delegationen in ihrer parlamentarischen Arbeit und sucht infolge Austritt der Stelleninhaberin auf den 1. Oktober 2025 oder auf Vereinbarung eine Nachfolge.

Tätigkeitsbereiche

·     Wahrnehmung unterschiedlichster administrativer Belange (Korrespondenz, Organisation, Terminkoordination, Empfangstätigkeiten, Kontierung von Rechnungen u.a.
·     Selbstständige Zusammenarbeit mit internen und externen Stellen
·     Mitwirkung bei der Organisation und Betreuung der Landtagssitzungen
·     Vor- und Nachbearbeitung Landtagskommissionen
·     Organisation und Betreuung von Besuchsanlässen
·     Wahrnehmung weiterer zugewiesener Aufgaben

Anforderungen

·     Kaufmännische Ausbildung mit mehrjähriger Berufserfahrung
·     Selbstständige und innovative Arbeitsweise
·     Aufgeschlossene, vielseitige und teamfähige Persönlichkeit mit gepflegten Umgangsformen
·     Sehr gute Deutsch- und durchschnittliche Englischkenntnisse in Wort und Schrift
·     Gute IT-Anwenderkenntnisse
·     Interesse an der liechtensteinischen Politik

Als attraktiver Arbeitgeber bieten wir Ihnen:

·     Die Möglichkeit, miteinander für Liechtenstein tätig zu sein
·     Wertschätzende Zusammenarbeit
·     Vereinbarkeit von Familie und Beruf
·     Abwechslungsreiches und breites Aufgabenspektrum
(Arbeitsbedingungen analog zur Liechtensteinischen Landesverwaltung)

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung per E-Mail an philipp.pfeiffer@pd.li bis 13. Juni 2025.

EFTA-Delegation tauscht sich in Genf über den internationalen Handel aus

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Am 28. und 29. Januar trafen sich Abgeordnete sowie Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände der EFTA-Länder Liechtenstein, Island, Norwegen und der Schweiz in Genf, um die Freihandelspolitik der EFTA und die Entwicklungen des multilateralen Handelssystems der Welthandelsorganisation (WTO) zu diskutieren. Der Landtag war mit den Abgeordneten Daniel Seger und Karin Zech-Hoop sowie Delegationssekretärin Jessica F. Bucher vertreten.

Der erste Tag des Treffens stand ganz im Zeichen des Welthandels. WTO-Generaldirektorin Ngozi Okonjo-Iweala betonte beim Austausch die Wichtigkeit von multilateralen Handelssystemen und informierte über die geplanten Reformen der Organisation. Mit Prof. Manfred Elsig, Direktor des World Trade Institute, wurden die möglichen Auswirkungen der angekündigten Handelsmassnahmen der neuen US-Administration unter Trump diskutiert, welchen sich die EFTA nur gemeinsam mit ihren Partnern stellen könne. Léon Delvaux, Vorsitzender der EU-Kommission für Handel, gab Einblicke in die Handelspolitik der EU. Er betonte dabei die Wichtigkeit von wirtschaftlicher Stabilität in der aktuellen geopolitischen Situation. Wie dabei KMUs effizienter in die globale Wertschöpfungskette einbezogen werden können, diskutierten die Teilnehmenden mit Pamela Coke-Hamilton, Direktorin des International Trade Center.

Ausbau der Handelsbeziehungen zu Drittstaaten

Am zweiten Tag informierte das EFTA-Komitee für Drittlandbeziehungen über die aktuell zu verhandelnden Handelsabkommen. Während mit Indien, Kosovo und Thailand drei neue Partner gewonnen werden konnten und die Verhandlungen mit den Mercosur-Staaten kurz vor Abschluss stehen, intensivieren die EFTA-Staaten nun die Gespräche mit Singapur und Vietnam. Ein weiterer Fokus 2025 wird auf den Verhandlungen mit Malaysia liegen.

Im Rahmen des Seminars tauschte sich die Liechtensteiner Delegation zudem mit Botschafter Frank Büchel und EFTA-Generalsekretär Kurt Jäger aus.

Wintersession der Parlamentarischen Versammlung des Europarats in Strassburg

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Vom 27. bis zum 31. Januar fand die erste Teilsession 2025 der Parlamentarischen Versammlung des Europarats in Strassburg statt. Liechtenstein wurde durch die Landtagsabgeordneten Franziska Hoop und Peter Frick, die stv. Landtagsabgeordneten Hubert Büchel und Thomas Hasler sowie die Delegationssekretärin Sandra Gerber-Leuenberger vertreten. Aufgrund der bevorstehenden Landtagswahlen war es für die Delegation in dieser Zusammensetzung die letzte Teilnahme an den Sitzungen in Strassburg.

Der Schwerpunkt der Teilsession lag auf der humanitäre Krise in Gaza, insbesondere der schwierigen Situation von Frauen und Kindern sowie der Geiseln. Parallel dazu diskutierte die Versammlung die Notwendigkeit einer erneuerten, regelbasierten internationalen Ordnung. In diesem Zusammenhang gab der Präsident des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte, Marko Bošnjak, eine Erklärung ab. Die Versammlung behandelte im Rahmen von Dringlichkeitsdebatten weitere Themen wie die Ausarbeitung eines Übereinkommens zum Schutz des Anwaltsberufs, die dringende Forderung nach freien und fairen Wahlen in Belarus und das europäische Engagement für einen gerechten und dauerhaften Frieden in der Ukraine.

Auf Initiative der monegassischen Delegation trafen sich die Delegationen der europäischen Kleinstaaten Monaco, Andorra, San Marino und Liechtenstein zu einem Arbeitsgespräch. Im Fokus der Gespräche stand die Umsetzung von Konventionen und die damit verbundenen Herausforderungen. «Gerade für Kleinstaaten ist der regelmässige Austausch über praktische Lösungsansätze besonders wertvoll. Wir stehen aufgrund der Kleinheit unserer Länder oft vor ähnlichen Herausforderungen und können von den Erfahrungen der anderen lernen», betonte die Abg. Franziska Hoop. Die Delegationen vereinbarten, dieses konstruktive Format des Austauschs fortzusetzen.

Gedenkveranstaltung zu der Befreiung von Auschwitz-Birkenau

Zum Gedenken an den 80. Jahrestags der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau hielt die Versammlung eine Veranstaltung im Plenarsaal ab. Dabei hielt Oberrabbiner Israel Meir Lau, Präsident der Gedenkstätte Yad Vashem, ehemaliger Oberrabbiner Israels und jüngster Überlebender des Lagers Buchenwald, eine Rede. Die Veranstaltung, die vom Präsidenten der Versammlung, Theodoros Rousopoulos, eröffnet wurde umfasste auch eine Erklärung von Alain Berset, dem Generalsekretär des Europarats sowie kurze Reden der Fraktionsvorsitzenden, einer Vertreterin der Roma-Gemeinschaft und eines Vertreters der LGBTIQ+-Gemeinschaft. Abschliessend gab es eine Fragerunde mit einer Gruppe von Kindern. Im Anschluss an die Zeremonie haben die Teilnehmer auf dem Vorplatz des Palais de l'Europe einen Kranz niedergelegt.

Diskussionen über georgische Beglaubigungsschreiben

Bei der Eröffnungssitzung wurden die Beglaubigungsschreiben der georgischen Delegation aus inhaltlichen Gründen angefochten. Nach der Debatte beschloss die Versammlung die Beglaubigungsschreiben mit erheblichen Einschränkungen einer Reihe von Rechten der Mitglieder der Delegation zu ratifizieren. Die Versammlung kündigte an, die Beglaubigungsschreiben im April erneut zu prüfen. Als Reaktion auf diese Entscheidungen gab die georgische Delegation ihren Rückzug aus der Parlamentarischen Versammlung des Europarats bekannt.

Landtagswahlen 2025: Live-Sendung am Wahlsonntag

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Die Landtagswahlen vom Sonntag, 9. Februar 2025, werden ab 12.30 Uhr live auf dem Landeskanal (TV) ausgestrahlt. Die Sendung wird durchgehend in Gebärdensprache gedolmetscht und kann via Live-Stream auf live.landtag.li und auf www.landeskanal.li verfolgt werden.

Den Schwerpunkt der von Doris Quaderer und Peter Beck moderierten Sendung bilden zum einen die aktuellen Resultate aus den Gemeinden und deren regelmässige Analyse durch Experte Christian Frommelt.

Zum anderen erwarten die Zuschauerinnen und Zuschauer Studio-Gespräche mit Medienvertretenden und Akteurinnen und Akteuren aus der Politik sowie die abschliessende "Spitzenrunde". Abgerundet wird das Angebot durch eingespielte Interviews und Beiträge über das Wahlsystem und die ablaufende Legislaturperiode.

«Spitzenrunde» gegen 18.00 Uhr

Nach Bekanntgabe der Endresultate findet die so genannte «Spitzenrunde» mit der Regierungschefkandidatin, dem Regierungschefkandidaten sowie den Vorsitzenden der vier Parteien statt. 

Wahlresultate

Sämtliche Wahlresultate sind auf der laufend aktualisierten Website www.landtagswahlen.li abrufbar.

Landtag für neue Legislatur gewählt

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Die Liechtensteiner Stimmbevölkerung hat am 9. Februar 2025 die 25 Abgeordneten sowie 9 stellvertretende Abgeordnete für den Landtag der Legislaturperiode 2025-2029 gewählt.

Dem 25-köpfigen Parlament Liechtensteins gehören in der kommenden Legislatur gemäss den Wahlergebnissen vom 9. Februar zehn Abgeordnete der Vaterländischen Union, sieben Abgeordnete der Fortschrittlichen Bürgerpartei, sechs Abgeordnete der Demokraten pro Liechtenstein und zwei Abgeordnete der Freien Liste an. Aufgrund der Sitzverteilung sind neun stellvertretende Abgeordnete für den Landtag aufgeboten.

Die Vaterländische Union erreichte landesweit 79’478 Stimmen und wurde mit 38.3% (+2,4%) stimmenstärkste Partei. Die Fortschrittliche Bürgerpartei erzielte 56‘983 Stimmen (27.5%, -8.4%), die Demokraten pro Liechtenstein 48‘370 Stimmen (23.3%, +12.2%) und die Freie Liste 22‘549 Stimmen (10.9%, +2.0%).

Bei 21‘183 Stimmberechtigten lag die Stimmbeteiligung bei 76.3%, wobei 96.6% der Stimmen brieflich abgegeben wurden.

Sämtliche Wahlergebnisse und die Wahlprotokolle sind unter www.landtagswahlen.li abrufbar.

Die Ergebnisse vom 9. Februar wurden von den Wahlkommissionen in den Gemeinden ausgewertet und von den beiden Hauptwahlkommissionen im Unterland (Mauren) und Oberland (Vaduz) geprüft. Bis zur amtlichen Kundmachung durch die Regierungskanzlei sind die Resultate jedoch ohne Gewähr.

Da keine Partei die absolute Mehrheit erreichen konnte, folgen nun Koalitionsverhandlungen zwischen den politischen Kräften - insbesondere zur Bildung einer neuen Regierung für die kommenden vier Jahre. Traditionell nimmt die stimmenstärkste Partei diesen Auftrag wahr. Die Landtagseröffnung mit der Validierung der Landtagswahlen, der Vereidigung der Abgeordneten, der Wahl des Landtagspräsidenten und des Landtagsvizepräsidenten sowie der Kommissionen und Delegationen bzw. der Regierung ist für den 20. März 2025 geplant. Als Ersatzdatum für die Eröffnungssitzung ist der 10. April 2025 vorgesehen. Die erste Arbeitssitzung des Landtags soll am 7. Mai 2025 stattfinden.

Live-Wahlsendung

Die offizielle Wahlsendung zu den Landtagswahlen berichtete am 9. Februar ab 12.30 Uhr live über den Wahlausgang. Die Moderatoren Doris Quaderer und Peter Beck diskutierten mit mehreren Studio-Gästen unter anderem über das Liechtensteiner Wahlsystem, den Wahlkampf oder die Institution Landtag im Allgemeinen und analysierten gemeinsam mit Polit-Experte Christian Frommelt die Ergebnisse. Höhepunkt der Sendung war die Spitzenrunde mit Vertretern der vier Parteien. Die Wahlsendung kann hier nochmals angeschaut werden.

Landtagseröffnung 2025: Eine neue Legislaturperiode beginnt

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Am kommenden Donnerstag, den 10. April, um 10 Uhr findet die Eröffnungssitzung des Landtags mit der Vereidigung der gewählten Frauen und Herren Abgeordneten statt. Damit beginnt die neue Legislaturperiode 2025-2029.

Das Heilig Geist Amt in der Vaduzer Kathedrale im Vorfeld der Landtagseröffnung mit dem Apostolischen Administrator, Bischof Benno Elbs, beginnt um 9 Uhr. Die Messe wird vom Kirchenchor Vaduz musikalisch begleitet. Die Öffentlichkeit ist zum Heilig Geist Amt herzlich eingeladen.

Um 10 Uhr wird S.D. Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein im Plenarsaal des Landtags seine 21. Thronrede halten und den Landtag eröffnen. Danach werden die Landtagswahlen und die Wahl der Parlamentarierinnen und Parlamentarier validiert, bevor diese durch Erbprinz Alois vereidigt werden. Im Anschluss erfolgt die Ansprache des Altersvorsitzenden – in diesem Fall des ältesten Abgeordneten, Erich Hasler.

Die nächsten Tagesordnungspunkte bilden die Bürowahlen, bei denen der Landtagspräsident, der Landtagsvizepräsident sowie die Stimmenzähler gewählt werden. Als Landtagspräsident ist gemäss Koalitionsvereinbarung Manfred Kaufmann vorgeschlagen, Landtagsvizepräsidentin soll Franziska Hoop werden. Darauf folgen die Bestellungen der drei ständigen Kommissionen, der Delegationen bei internationalen Institutionen, der besonderen Kommission und der parlamentarischen Vertreter im Richterauswahlgremium.

Zuletzt wird der neue Landtag die Mitglieder der Regierung für die kommenden vier Jahre und deren Stellvertreter wählen, die dem Erbprinzen zur Ernennung vorgeschlagen werden.

Die Eröffnungssitzung des Landtags, die im Plenarsaal verfolgt werden kann, wird ausserdem auf der Homepage des Landtags und auf dem Landeskanal live übertragen.

Offizielles Gruppenbild: Der neue Landtag 2025-2029

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Startschuss in die neue Legislatur: Landtag feierlich eröffnet

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Mit der Landtagseröffnung, der Konstituierung des Parlaments und der Wahl der Regierung ist am Donnerstag die neue Legislatur 2025-2029 eingeläutet worden. Als neuer Landtagspräsident wurde Manfred Kaufmann gewählt, Landtagsvizepräsidentin ist Franziska Hoop.

S.D. Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein eröffnete den Landtag mit seiner 21. Thronrede und ging dabei insbesondere auf die Themen Sicherheitspolitik, Altersstrategie, Bildungspolitik und Medienlandschaft ein. Er führte zudem aus, dass sich die geopolitische Situation und ihre Auswirkungen auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Liechtenstein weiter verschärft hätten und der neue Landtag sowie die neue Regierung sich rasch mit diesen Herausforderungen auseinandersetzen und wichtige Entscheidungen treffen müssten.

Feierliche Vereidigung

Nach der Thronrede bestätigte der Landtag die Gültigkeit der Landtagswahlen vom 9. Februar. Erbprinz Alois vereidigte im Anschluss die 25 Abgeordneten und die 9 Stellvertreter feierlich - gemäss dem in der Verfassung verankertem Eidspruch: „Ich gelobe, die Staatsverfassung und die bestehenden Gesetze zu halten und in dem Landtage das Wohl des Vaterlandes ohne Nebenrücksichten nach bestem Wissen und Gewissen zu fördern, so wahr mir Gott helfe!“

Die Ansprache des Altersvorsitzenden Erich Hasler als ältester Abgeordneter des neuen Landtags rundete die Eröffnungszeremonie ab. Er sprach Themen wie die Aufarbeitung der Coronapandemie, die Digitalisierung sowie die behördliche Regulierung an und hielt fest, dass die Herausforderungen der Zukunft nur gemeistert werden könnten, wenn alle Parteien bei der Lösungsfindung einbezogen würden.

Manfred Kaufmann neuer Landtagspräsident

Anschliessend führte der Landtag die Bürowahlen durch, wobei Manfred Kaufmann als neuer Landtagspräsident und Franziska Hoop als Landtagsvizepräsidentin ins Amt gewählt wurden. Es folgten die Wahl der Stimmenzähler, der Aussenpolitischen Kommission, der Finanzkommission sowie der Geschäftsprüfungskommission. Weiter wurden die Delegationen für den Europarat, für die OSZE, für die EWR/EFTA-Parlamentarierkomitees, für die Internationale Parlamentarische Bodensee-Konferenz und für die Interparlamentarische Union bestellt. Es folgten die Wahl der EWR/Schengen-Kommission und die Wahl der Landtagsvertreter für das Richterauswahlgremium.

Am Ende der Eröffnungssitzung wählte der Landtag die neuen Mitglieder der Regierung mit Brigitte Haas als Regierungschefin an der Spitze für die kommenden vier Jahre und schlug sie dem Erbprinzen zur Ernennung vor. Die Vereidigung der Regierung fand am gleichen Tag statt, so dass die neuen Regierungsmitglieder ihre Arbeit bereits aufnehmen konnten.

Die erste Arbeitssitzung des Landtags findet am 7. Mai statt.

Petition für den Widerspruch gegen die IGV eingereicht

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Die Petitionäre Uwe Fischer aus Eschen und René Bütler aus Schellenberg haben dem Parlamentsdienst am Freitag eine Petition überreicht. Landtagssekretär Josef Hilti nahm die Petition für den Widerspruch gegen die Internationalen Gesundheitsvorschriften (IGV) (Update: Links im Dokument sind nun korrekt) entgegen. Der Vorstoss hat zum Ziel, dass die Regierung vor dem 19. Juli Widerspruch gegen die IGV einlegt.

Die Petition wird nun vom Landtagspräsidium auf die Tagesordnung der nächsten Landtagssitzung gesetzt. Die nächste Arbeitssitzung des Landtags wird am 7. Mai stattfinden.

Stellenausschreibung: Landtagssekretär/Landtagssekretärin 100%

Der Landtagssekretär bzw. die Landtagssekretärin leitet den Parlamentsdienst. Dieser arbeitet für den Landtag des Fürstentums Liechtenstein (www.landtag.li). Die Hauptaufgaben liegen in der Leitung des Parlamentsdienstes, der Organisation der Landtagssitzungen und deren Nachbereitung, der Unterstützung des Präsidenten, der Abgeordneten, der Kommissionen und der parlamentarischen Delegationen sowie der Beschaffung von Informationen für die Abgeordneten.

Weitere Informationen zur Stellenausschreibung

Petition "Gratis-ÖV für alle" eingereicht

Das Foto zeigt die Petitionäre, Landtagsvertreter und Medien bei der Übergabe im Landtagsgebäude. Es spricht Petitionär Karlheinz Ospelt.Gruppenbild der Petitionäre mit den Landtagsvertretern

Am Freitag haben Karlheinz Ospelt, Sascha Quaderer, Volker Frommelt und Agathe Batliner vom Mobilitätsverein Liechtenstein (MOVE-LI) dem Landtag die Petition "Gratis-ÖV für alle" überreicht. Im Beisein von mehreren Abgeordneten, dem Parlamentsdienst und Medienvertretern nahm Landtagspräsident Manfred Kaufmann die Petition in der Säulenhalle des Landtags entgegen.

Der Mobilitätsverein erachtet es als wichtig, dass Liechtenstein wie Luxemburg die Nutzung des öffentlichen Busverkehrs gratis ermöglichen sollte.

Die Petition wird für die nächste Arbeitssitzung am 7. Mai traktandiert.

EFTA-Delegation für Freihandelsabkommen in Malaysia

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Vom 21. bis 25. April 2025 weilte eine Delegation des EFTA-Parlamentarierkomitees zu einem offiziellen Arbeitsbesuch in Malaysia. Für Liechtenstein haben die Abgeordneten Sebastian Gassner und Roger Schädler mit Delegationssekretärin Jessica F. Bucher teilgenommen.

Der Besuch hatte zum Ziel, die politische Unterstützung für das Freihandelsabkommen und die weitere wirtschaftliche Zusammenarbeit zu stärken. Auch die interparlamentarischen Beziehungen wurden vertieft und die Delegation hat Informationen und Einblicke aus erster Hand erhalten. Die Verhandlungen über das Freihandelsabkommen zwischen Malaysia und den EFTA-Staaten Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz wurden erst kürzlich abgeschlossen. Das Abkommen soll demnächst unterzeichnet und anschliessend vom Liechtensteinischen Landtag ratifiziert werden.

Die Delegation hatte verschiedene hochrangige Treffen mit politischen Vertretern. Darunter mit dem Premierminister des Bundesstaats Sarawak, mit den Präsidenten der beiden Parlamentskammern von Malaysia, den Mitgliedern und dem Vorsitzenden des Sonderkomitees für internationalen Handel, dem Minister für Bildung und Arbeit sowie dem Stv. Minister für Investitionen, Handel und Industrie.

Thematisiert wurden dabei insbesondere die bevorstehende Ratifikation des Abkommens in den nationalen Parlamenten, Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen den EFTA-Staaten und Malaysia sowie die Auswirkungen auf die Gesellschaft. Auch die geopolitischen Entwicklungen mit ihrem Einfluss in Südostasien und in den globalen Handel wurden vertieft diskutiert. Die Delegation erhielt umfassende Einblicke in die politische und wirtschaftliche Landschaft von Malaysia, die Schlüsselindustrien sowie die Wachstums- und Nachhaltigkeitsambitionen. Die EFTA-Parlamentarier haben sich auch mit lokalen und internationalen Wirtschaftsvertretern getroffen, um bspw. Malaysias Rolle in High-Tech Industrien, wie der Elektronikindustrie zu erkunden.

Exporte von Liechtenstein nach Malaysia betragen jährlich ca. 20 Mio. CHF. Wenige Liechtensteinische Unternehmen sind bereits in Malaysia vertreten. «Mit dem Freihandelsabkommen wird Malaysia als Standort für neue Technologien noch attraktiver», ist Delegationsleiter Sebastian Gassner nach dem Besuch überzeugt. «Auch für diversifizierte Lieferketten ist Malaysia eine wertvolle Ergänzung zu China».

3. Luziensteig-Treffen in Chur

Das Foto zeigt die Teilnehmenden des Luziensteig-Treffens beim Gruppenbild.Das Foto zeigt die Teilnehmenden des Luziensteig-Treffens mit Bischof Joseph Maria Bonnemain.

Landtagspräsident Manfred Kaufmann hat am Donnerstag gemeinsam mit einer Delegation des Kantonsrats St. Gallen dem Präsidium des Bündner Grossen Rats einen Besuch abgestattet.

Im Rahmen des 3. Luziensteig-Treffens am 22. Mai begrüssten die Bündner Standespräsidentin Silvia Hofmann und Standesvizepräsidentin Valérie Favre Accola die Kantonsratspräsidentin Barbara Dürr und den Kantonsratsvizepräsidenten Walter Freund aus St. Gallen sowie den Landtagspräsidenten Manfred Kaufmann zu einem Gesprächsaustausch in Chur. Auf dem Programm stand zudem ein Besuch im Churer Domschatzmuseum. Im Anschluss empfing Bischof Joseph Maria Bonnemain die Gäste im Rittersaal.

Das Luziensteig-Treffen wurde 2023 ins Leben gerufen, um den überregionalen Gesprächsaustausch auf Ebene der Parlamentsleitungen in der Region zu fördern. Das erste Treffen fand 2023 in Sargans statt. Das zweite Treffen folgte 2024 in Vaduz. Mit dem gestrigen Treffen in Chur schliesst sich der Kreis nun zum ersten Mal.

EWR/EFTA-Delegation tauscht sich mit EU-Parlamentariern in Island aus

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Am 26. und 27. Mai 2025 trafen sich parlamentarische Vertreter der EWR/EFTA-Staaten mit Vertretern des EU Parlaments in Akureyri, Island. Im Mittelpunkt der Gespräche stand die Entwicklung des gemeinsamen EWR-Abkommens. Für Liechtenstein haben die Abgeordneten Sebastian Gassner und Roger Schädler mit Delegationssekretärin Jessica F. Bucher teilgenommen.

Die EFTA-Länder Liechtenstein, Norwegen und Island teilen durch das EWR-Abkommen mit der EU nicht nur einen gemeinsamen Markt, sondern auch gemeinsame Werte. Diese Partnerschaft lebt vom kontinuierlichen Dialog. «Gerade in herausfordernden Zeiten ist es wichtig, dass die Zusammenarbeit auch für die Zukunft gestärkt wird», so Delegationsleiter Sebastian Gassner.  

Breites Themenspektrum

Im Rahmen des Treffens wurden sowohl Fortschritte bei der Übernahme von EU-Rechtsakten sowie die strategische Ausrichtung der Partnerschaft besprochen. Die EU-Seite informierte über die Lage des globalen Handels und aktuelle Initiativen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit. Der Generalsekretär der Europäischen Kommission stellte diesbezüglich den „Clean Industrial Deal“ sowie das umfassende „Omnibus“-Paket vor. Weitere Schwerpunkte lagen auf Themen wie den geopolitischen Entwicklungen in der Arktis oder der europäischen Verteidigungsindustrie. Auch die Schweizer-Delegation, die als Beobachter teilgenommen hat, berichtete über die jüngsten Entwicklungen ihrer bilateralen Beziehungen zur EU.

Starker gemeinsamer Markt als Rückgrat der Zusammenarbeit

Der EWR verbindet Liechtenstein, Island und Norwegen mit den 27 EU-Mitgliedstaaten in einem gemeinsamen Markt mit über 455 Millionen Menschen. Dieser europäische Wirtschaftsraum garantiert den freien Verkehr von Waren, Dienstleistungen, Kapital und Personen. Mit einem Handelsvolumen von über 500 Milliarden Euro im Jahr 2024 bleibt der EWR ein Schlüssel für Stabilität und wirtschaftlichen Erfolg.

Das nächste Treffen zwischen den parlamentarische Vertreter der EWR/EFTA-Staaten und den Vertretern des EU Parlaments (EWR JPC Treffen) finden ndet im November 2025 statt.

Aktuelle Stunde im Juni zum Thema Sicherheitspolitik

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In der 2. Arbeitssitzung des Landtags am 11. Juni wird der Landtag im Rahmen der Aktuellen Stunde zu Beginn der Sitzung das Thema Sicherheitspolitik diskutieren. Eingebracht hat das Thema die Fraktion der FBP. Die Diskussion im Landtag zielt gemäss FBP-Fraktion darauf ab, ein gemeinsames Verständnis für mögliche Bedrohungsszenarien zu entwickeln. Die Regierung ist zur Teilnahme eingeladen.

Parlamentarier treffen EFTA-Minister in Tromsø

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Am 23. und 24. Juni 2025 haben sich Parlamentsvertreter mit den Handels- oder Aussenministern sowie mit Vertretern der Arbeitnehmer- und Arbeitgeberverbände der EFTA-Staaten in Tromsø (Norwegen) getroffen. In verschiedenen Gremien haben sich die Delegationen zur gemeinsamen Handelspolitik beraten. Liechtensteins Landtag wurde durch die Abgeordneten Sebastian Gassner und Roger Schädler mit Delegationssekretärin Jessica F. Bucher repräsentiert.

Neben der Weiterentwicklung der EFTA-Handelspolitik stand die Modernisierung und der Abschluss neuer Freihandelsabkommen mit Drittstaaten im Zentrum der Gespräche. Die Teilnehmenden betonten die Bedeutung einer stabilen, regelbasierten Handelsordnung als Grundlage für nachhaltiges wirtschaftliches Wachstum, gerade für kleine Volkswirtschaften.

„Der Welthandel steht vor grossen Herausforderungen, aber die EFTA-Staaten setzen weiterhin auf wirtschaftliche Entwicklung mit freiem Handel. Unsere Partner schätzen das“, so Delegationsleiter Sebastian Gassner. „Freihandelsabkommen schaffen dabei rechtliche Stabilität und stärken globale Partnerschaften“, ergänzt Delegationsmitglied Roger Schädler.

Freihandelsabkommen mit Malaysia unterzeichnet

Ein Höhepunkt am Rande des Treffens war die Unterzeichnung des Freihandelsabkommens mit Malaysia. Dieses ergänzt eine beachtliche Reihe der erst kürzlich abgeschlossenen Abkommen mit Indien, Thailand und Kosovo sowie modernisierter Abkommen mit der Ukraine und Chile. Weitere Abkommen, unter anderem mit MERCOSUR, Singapur und Vietnam befinden sich in Verhandlung.

Das EFTA-Parlamentarierkomitee hat deshalb in Tromsø beschlossen, im kommenden Jahr die politischen Vertreter in Vietnam zu besuchen, um die laufenden Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen den EFTA-Staaten und Vietnam zu unterstützen. Eine weitere Priorität für die folgenden Jahre sehen die Parlamentarier in der Modernisierung der Abkommen mit Mexiko oder Kanada.

Sommertagung der Parlamentarischen Versammlung des Europarats mit Empfang der deutschsprachigen Delegationen

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Die liechtensteinische Delegation nahm vom 23. bis 27. Juni an der dritten Teilsession 2025 der Parlamentarischen Versammlung des Europarats in Strassburg teil und setzte dabei wichtige Akzente für die regionale Zusammenarbeit. Liechtenstein war mit den Landtagsabgeordneten Christoph Wenaweser (Delegationsleiter), Nadine Vogelsang, Achim Vogt und Marc Risch sowie der Delegationssekretärin Sandra Gerber-Leuenberger vertreten. Es war die erste Teilnahme der Delegation an einer Sitzungswoche des Europarats nach den Landtagswahlen.

Die liechtensteinische Delegation führte bilaterale Gespräche mit Schlüsselfiguren des Europarats. Im Rahmen dieser Gespräche fand ein Meinungsaustausch mit der Generalsekretärin der Parlamentarischen Versammlung, Despina Chatzivassiliou, statt. «Der persönliche Kontakt und der Austausch auf allen Ebenen des Europarats ermöglicht Liechtenstein eine enorm effiziente Vernetzung und eine zielgerichtete Mitarbeit im Rahmen seiner Ressourcen», erklärte Delegationsleiter Christoph Wenaweser. Zudem traf die Delegation den liechtensteinischen Richter am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, Alain Chablais, zu einem konstruktiven Austausch.

Im Rahmen seines traditionellen Sommerempfangs für die Parlamentarische Versammlung nutzten die liechtensteinischen Delegierten zudem die Gelegenheit zum persönlichen Austausch mit Gastgeber Alain Berset als Generalsekretär des Europarats. Darüber hinaus fanden während der ganzen Sessionswoche laufend Begegnungen mit Parlamentariern aus etlichen Mitgliedstaaten statt.

Initiative für deutschsprachige Kooperation erfolgreich umgesetzt

Auf Initiative Liechtensteins fand während der Teilsession ein Treffen der deutschsprachigen Delegationen statt. Botschafter Domenik Wanger lud die Delegationen aus der Schweiz, Deutschland, Österreich und Luxemburg zu einem informellen Austausch in die liechtensteinische Botschaft. Auch Botschafter Wangers Kolleginnen und Kollegen aus den genannten Ländern folgten der Einladung. «Der Empfang unterstreicht das Engagement Liechtensteins für eine vertrauensvolle Kooperation unter den deutschsprachigen Mitgliedstaaten und damit insbesondere mit unseren unmittelbaren Nachbarn als erste Ansprechpartner», so das Delegationsmitglied Nadine Vogelsang nach dem Treffen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj spricht im Europarat

Der ukrainische Präsident, Wolodymyr Selenskyj, und der Generalsekretär des Europarates, Alain Berset, unterzeichneten am Mittwoch ein Abkommen zur Einrichtung eines Sondergerichtshofs für das Verbrechen der Aggression gegen die Ukraine. Anschliessend sprach der ukrainische Präsident vor den versammelten Parlamentarierinnen und Parlamentariern. Das Ministerkomitee arbeitet an der Erstellung der Rechtstexte, die dem Sondergerichtshof zugrunde liegen, seit seine Einrichtung von den ukrainischen Behörden beantragt und bei der Jahrestagung der Aussenminister des Europarats am 14. Mai 2025 in Luxemburg gebilligt wurde.

Zu den weiteren Höhepunkten der Teilsession zählten die Verleihung des mit EUR 60'000 dotierten Vigdís-Preises für die Stärkung der Stellung der Frau an die Organisation «Women of the Sun» (Frauen der Sonne) aus Palästina, deren Ziel es ist, Wege und Möglichkeiten für palästinensische Frauen zu schaffen, damit sie in Bereiche vordringen können, die normalerweise von Männern monopolisiert sind, darunter Politik, Wirtschaft und Technik.

IPBK-Austausch zum Thema Bodensee und Klimawandel

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Am Freitag, den 27. Juni, fand die 63. Internationale Parlamentarische Bodensee-Konferenz (IPBK) in Meersburg (D) statt. Gastgeber ist dieses Jahr der Landtag von Baden-Württemberg. Liechtenstein wurde durch Landtagspräsident Manfred Kaufmann (Delegationsleiter), den Abgeordneten Simon Schächle, den Stv. Abgeordneten Helmut Hasler und Delegationssekretär Hannes Matt vertreten.

Die rund 50 Teilnehmenden aus den Länder- und Kantonsparlamenten von Baden-Württemberg, Bayern, Vorarlberg, Liechtenstein, Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, St. Gallen, Schaffhausen, Thurgau und Zürich befassten sich insbesondere mit dem Thema „Wasser am Bodensee in Zeiten des Klimawandels“. Expertinnen und Experten berichteten aus wissenschaftlicher und praxisorientierter Sicht über weitere Themen und diskutierten sie mit den Konferenzteilnehmenden, darunter die grenzüberschreitende Kooperation für den Gewässerschutz am Bodensee, der Bodensee als Trinkwasserspeicher und Hochwasserretentionsbecken sowie die Auswirkungen des Klimawandels auf den Rhein und seine Nebenflüsse. Zudem wurde über die Vernetzung mit anderen grenzüberschreitenden Gremien gesprochen, insbesondere über die Arbeit des Oberrheinrats.

Am Vortag hatten die IPBK-Delegationen das nahegelegene Wasserwerk Sipplinger Berg besichtigt, dass rund vier Millionen Menschen in Baden-Württemberg mit Trinkwasser aus dem Bodensee versorgt.

Die stetig grosse Teilnehmerzahl bei der traditionellen Frühjahrskonferenz der IPBK bringt den vertrauensvollen und engen Austausch der Parlamente in der Bodenseeregion und deren intensive Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg zum Ausdruck.

Die Internationale Parlamentarische Bodensee-Konferenz wurde am 17. Juni 1994 in Begrenz gegründet. Ihr Ziel ist, die Anliegen der Bevölkerung der Bodenseeregion zu vertreten, die Standortattraktivität der Region zu erhöhen und die natürlichen Lebensgrundlagen nachhaltig zu sichern. Ebenso fördert sie den Meinungsaustausch und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen den Parlamenten. Jedes Jahr wechseln der Vorsitz und damit auch der Austragungsort der halbjährlichen Sitzungen.

Initiative zur nicht ausschliesslichen elektronischen Kommunikation der Behörden eingereicht

Die Fraktion der DPL reicht die ni­tia­tive zur nicht aussch­liess­li­chen elek­tro­ni­schen Kom­mu­ni­ka­tion der Behörden ein

Die DpL-Fraktion hat am Freitag eine Geset­ze­si­ni­tia­tive beim Parlamentsdienst eingereicht. Der Vorstoss hat gemäss der Fraktion das Ziel, die Kommunikation zwischen Behörden und Personen flexibler zu gestalten. Die vorgeschlagene Anpassung des E-Government-Gesetztes sieht vor, dass neben der elektronischen Kommunikation auch mindestens ein nicht elektronischer Kommunikationskanal zur Verfügung steht.

Die parlamentarische Initiative wird nun von der Regierung auf Verfassungs- und Staatsvertragskonformität vorgeprüft.

Parlamentarische Versammlung der OSZE verabschiedet Porto-Erklärung

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Die 32. Jahrestagung der Parlamentarischen Versammlung der OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) vom 29. Juni bis zum 3. Juli ist in der nordportugiesischen Stadt Porto erfolgreich zu Ende gegangen. Der liechtensteinische Landtag war mit den Abgeordneten Carmen Heeb-Kindle (Delegationsleiterin) und Johannes Kaiser sowie der Delegationssekretärin Sandra Gerber-Leuenberger vertreten.

Die Teilnahme der liechtensteinischen Delegation unterstreicht das kontinuierliche Engagement Liechtensteins für die Werte und Ziele der OSZE sowie für die multilaterale Zusammenarbeit bei der Bewältigung gemeinsamer Herausforderungen in der OSZE-Region.

Die Jahrestagung ist die bedeutendste Veranstaltung im Kalender der Versammlung. Unter dem Thema «50 Jahre Schlussakte von Helsinki: Antworten auf eine neue Realität in der OSZE» versammelten sich Parlamentarierinnen und Parlamentarier aus Europa, Nordamerika und Zentralasien zu intensiven Beratungen über die drängendsten sicherheitspolitischen Herausforderungen unserer Zeit.

Bilateraler Austausch

Neben der Teilnahme an den Ausschuss- sowie Plenarsitzungen nutzte die liechtensteinische Delegation ihre Präsenz vor Ort für diverse bilaterale Treffen und den Aufbau wichtiger Kontakte. Diese geführten Gespräche ermöglichten einen vertieften Austausch zu spezifischen Themen von gemeinsamem Interesse. Auf Einladung des Schweizer Botschafters Denis Knobel fand ein Austausch mit den Mitgliedern der Schweizer Delegation statt. Dieses Treffen unterstrich die traditionell engen Beziehungen zwischen Liechtenstein und der Schweiz und bot Gelegenheit, gemeinsame Positionen zu europapolitischen Fragen zu erörtern. «Die bilateralen Gespräche am Rande der Tagung sind für uns von enormer Bedeutung», betonte die Abgeordnete Carmen Heeb-Kindle. «Besonders der Austausch mit unseren Schweizer Kolleginnen und Kollegen hat gezeigt, wie wertvoll diese persönlichen Kontakte für die Zusammenarbeit sind. Diese Treffen ergänzen die formellen Sitzungen optimal und tragen wesentlich zur Effektivität unserer parlamentarischen Arbeit bei.»

Zentrale Themen diskutiert

Während der Ausschussarbeit wurden zentrale Themen debattiert. Der Krieg der Russischen Föderation gegen die Ukraine stand im Mittelpunkt der sicherheitspolitischen Diskussionen, während Fragen der kritischen Infrastruktur und nuklearen Sicherheit ebenfalls eingehend behandelt wurden. Die Parlamentarier erörterten zudem die Herausforderungen durch Wasserknappheit und Migration sowie den Umgang mit künstlicher Intelligenz und dem Missbrauch von Technologien. Weitere wichtige Themenbereiche umfassten die palästinensische Staatlichkeit, die Bekämpfung von Jugendradikalisierung und gewaltsamem Extremismus sowie Fragen der Energiesicherheit. «Die mehrtägige Ausschussarbeit behandelte ein breites Spektrum aktueller sicherheitspolitischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Herausforderungen. Die intensiven Diskussionen verdeutlichten die Komplexität der Problemlagen und die Notwendigkeit multilateraler Lösungsansätze», stellte der Abgeordnete Johannes Kaiser fest.

Neuer Präsident gewählt

Die Versammlung wählte Pere Joan Pons aus Spanien zum neuen Präsidenten der Versammlung. Die einmalige Mandatsdauer beträgt zwei Jahre. Zusätzlich wurden vier Vize-Präsidenten bzw. Vizepräsidentinnen gewählt.

Verabschiedung der Erklärung von Porto

Am Ende der Jahrestagung wurde die «Erklärung von Porto» von den Parlamentarierinnen und Parlamentariern verabschiedet. Die Erklärung enthält Empfehlungen an die nationalen Regierungen, Parlamente und die internationale Gemeinschaft in den Bereichen politische Angelegenheiten, Sicherheit, Wirtschaft, Umwelt, Menschenrechte und humanitäre Fragen. Die Mitgliedstaaten werden darin aufgefordert sich auf höchster politischer Ebene zur vollen Umsetzung der OSZE-Verbindlichkeiten sowie zur Stärkung der Organisation zu verpflichten.

zur Porto-Erklärung der OSZE-Jahrestagung 2025

Gesetzesinitiative zur Abänderung des LKWG

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Die Abgeordneten Erich Hasler, Marion Kindle-Kühnis, Thomas Rehak, Simon Schächle, Martin Seger und Achim Vogt haben am 7. Juli 2025 die Gesetzesinitiative zur Abänderung des Gesetzes vom 19. November 2009 über die Liechtensteinischen Kraftwerke (LKWG) beim Parlamentsdienst eingereicht.

Die Initiative hat gemäss der Initianten das Ziel, die Transparenz in der Rechnungslegung zu fördern. Zudem soll die Initiative Querfinanzierungen verbieten und die Verwendung von Gewinnen aus den Netzen für tarifsenkende Massnahmen fördern. Eine Revisionsstelle soll weiters die neuen gesetzlichen Bestimmungen kontrollieren.

Die parlamentarische Initiative wird nun von der Regierung auf Verfassungs- und Staatsvertragskonformität vorgeprüft.

Landtagsvizepräsidentin Franziska Hoop trifft Parlamentspräsidenten der deutschsprachigen Länder

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Auf Einladung der Schweizer Nationalratspräsidentin Maja Riniker nahm Landtagsvizepräsidentin Franziska Hoop am Donnerstag und Freitag an der 8. Konferenz der Parlamentspräsidentinnen und Parlamentspräsidenten der deutschsprachigen Länder im Kanton Aargau teil.

Zu dieser jährlich stattfindenden Konferenz kommen die Parlamentspräsidenten Deutschlands, Österreichs, Liechtensteins, Luxemburgs, der Schweiz und der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens zusammen. Der Landtag wurde heuer von Landtagsvizepräsidentin Franziska Hoop vertreten.

Vertrauen stärken

Die Konferenz war insbesondere dem Thema «Demokratie im Wandel – Vertrauen in Parlamente stärken» gewidmet und wurde im Aargau, dem Heimkanton von Maja Riniker, abgehalten. Neben einer Diskussion rund um internationale Entwicklungen und deren Einfluss auf die Arbeit der Parlamente standen zudem Themen wie Budgetfragen oder Spannungen in der Zusammensetzung der Regierungen und der Parlamente sowie Migrationsfragen auf der Traktandenliste. Es fand auch ein angeregter Austausch über die Zukunft der repräsentativen Demokratie statt. 

Offener Dialog

«Für Liechtenstein war die Konferenz eine wertvolle Gelegenheit, sich mit den anderen deutschsprachigen Ländern über Herausforderungen und Lösungen in der Demokratie auszutauschen», resümiert Landtagsvizepräsidentin Franziska Hoop. «Der offene Dialog, gemeinsame Erfahrungen und verschiedene Ansätze aus den Ländern boten neue Ideen. Das persönliche Kennenlernen stärkte zudem die Zusammenarbeit.»

Im Rahmen der Konferenz besuchten die Parlamentspräsidentinnen und -präsidenten das Zentrum für Demokratie in Aarau, das symbolträchtige Schloss Habsburg, das Paul-Scherrer-Forschungsinstitut, den Innovationscampus Park Innovaare und den traditionsreichen Landgasthof Sternen im Aaretal.

Das seit 2016 stattfindende Treffen wurde auf Initiative des damaligen Präsidenten des Deutschen Bundestages, Norbert Lammert, ins Leben gerufen. Der Tagungsort wechselt jeweils zwischen den Teilnehmerstaaten – in diesem Jahr war die Schweiz Gastgeberin.

Gesetzesinitiative über die Ausrichtung von Beiträgen an die politischen Parteien eingereicht

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Die 19 Abgeordneten der VU, FBP und Freien Liste haben am Mittwoch eine Gesetzesinitiative zur Anpassung der Beiträge an die politischen Parteien eingereicht.

Die Initiative zur Abänderung des Gesetzes über die Ausrichtung von Beiträgen an die politischen Parteien hat zum Ziel, den variablen Beitrag von 710'000 Franken um 190'000 auf 900'000 Franken zu erhöhen (+27 %) und den Pauschalbeitrag pro im Landtag vertretener Partei von 80'000 auf 110'000 Franken anzuheben (+37,5 %).

Mit der Erhöhung der Beiträge werde sowohl der Teuerungsausgleich nachgeholt als auch den gestiegenen Anforderungen an die Parteien Rechnung getragen, heisst es als Begründung. Die jährliche Mehrbelastung für den Staatshaushalt betrage 310'000 Franken. «Angesichts der Bedeutung einer unabhängigen und vielfältigen Parteienlandschaft und im Rahmen der Förderung demokratischer Parteien - und damit für die Demokratie als Ganzes - erscheint dieser Betrag als durchaus vertretbar», so die Initianten.

Die parlamentarische Initiative wird nun von der Regierung auf Verfassungs- und Staatsvertragskonformität vorgeprüft.

Waffenrecht und mögliche Amokbedrohung: Interpellation eingereicht

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Am Mittwoch haben die sieben Abgeordneten der FBP eine Interpellation zum liechtensteinischen Waffenrecht und einer möglicher Amokbedrohung eingereicht.

Wie die Interpellanten mitteilen, sei es das Ziel des Vorstosses, das Waffenrecht sowie die Schutzmechanismen für die Bevölkerung kritisch zu hinterfragen und gegebenenfalls weiterzuentwickeln - nicht aber Ängste zu schüren oder Unsicherheit in der Bevölkerung zu verbreiten.

Ein Schwerpunkt des Vorstosses liege etwa auf der Frage, wie die psychologische Eignung von Waffenbesitzern derzeit überprüft wird und wie diese Überprüfung künftig noch verbessert werden kann. Weiter stellen die Interpellanten statistische und sicherheitspolitische Fragen.

Die Interpellation wird im September-Landtag an die Regierung überwiesen.

6. Weltkonferenz der Parlamentspräsidentinnen und -präsidenten

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Am 29. Juli 2025 vertrat Landtagsvizepräsidentin Franziska Hoop Liechtenstein an der Weltkonferenz der Parlamentspräsidentinnen und -präsidenten der Interparlamentarischen Union (IPU) am Hauptsitz der Vereinten Nationen in Genf. Delegationen aus 115 Ländern - unter ihnen 102 Parlamentspräsidentinnen und -präsidenten - diskutierten über die parlamentarische Zusammenarbeit für Frieden, Gerechtigkeit und Wohlstand in Zeiten des Aufruhrs.

Landtagsvizepräsidentin Franziska Hoop wurde von IPU-Präsidentin Tulia Ackson, IPU-Generalsekretär Martin Chungong, UNO-Direktorin (Genf) Tatiana Valovaya und UNO-Chef de Cabinet Earle Courtenay Rattray empfangen. Nach der feierlichen Eröffnung gab Keynote Speaker Michael Douglas Einblicke in seine Arbeit als UNO-Botschafter des Friedens und unterstrich die Bedeutung der Parlamente zur Forderung und Förderung von Veränderungen zugunsten der Zivilgesellschaft. Anschliessend sprachen die Teilnehmenden im Plenum über die aktuellen Entwicklungen in ihren Ländern bei der Beteiligung von Frauen und Jugendlichen am Parlament, über neue Möglichkeiten zur Erreichung der SDGs bis 2030, über den Schutz der Rechte von Menschen in prekären Situationen und über die Gestaltung der digitalen Zukunft. Landtagsvizepräsidentin Hoop nutzte die Konferenz weiters für bilaterale Gespräche mit Vertretern der benachbarten Parlamente.

Feierliche Wiedereröffnung

Die Konferenz markierte die feierliche Wiedereröffnung der frisch renovierten Assembly Hall im Palais des Nations in Genf. Gastgeberin Maja Riniker, Präsidentin des Schweizer Nationalrats, würdigte den Ort als Symbol für internationalen Konsens in einer fragmentierten Welt. Seit 1966 ist Genf UNO-Standort und heute mit rund 1’600 Mitarbeitenden sowie über 8’000 Konferenzen jährlich das grösste UNO-Büro ausserhalb New Yorks.

Die Interparlamentarische Union (IPU)

Die multilaterale politische Organisation vereint 181 nationale Parlamente, um den globalen Dialog auf parlamentarischer Ebene zu stärken. Ihre Weltkonferenz, die alle fünf Jahre in Kooperation mit der UNO stattfindet, bringt die weltweit führenden Gesetzgeberinnen und Gesetzgeber aus aller Welt zusammen. Liechtenstein ist seit 2000 Mitglied der IPU.

Landtagsvizepräsidentin Hoop wurde begleitet durch Delegationssekretärin Jessica F. Bucher.

Motion zum sinnvollen Umgang mit Klimageräten eingereicht

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Im Namen der FBP-Fraktion haben die Abgeordneten Sebastian Gassner und Lino Nägele am Donnerstag eine Motion zum Umgang mit Klimageräten eingereicht.

Wie die sieben Motionäre schreiben, möchten sie die Regierung beauftragen, die gesetzlichen Grundlagen für eine sinnvolle und unbürokratische Handhabung von Systemen für die Gebäudekühlung zu schaffen. So behindere das aktuelle Bewilligungsregime oft eine bedarfsgerechte Installation oder den rechtmässigen Betrieb von fest installierten Klimaanlagen, während gleichzeitig ein starker Verkauf von mobilen Klimageräten beobachtet werde. Entsprechend würden ineffiziente Lösungen durch die aktuelle Gesetzeslage unabsichtlich begünstigt.

Die Motion wird im September im Landtag behandelt.

Motion zur Einführung von Gratis-ÖV in Liechtenstein eingereicht

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Die Abgeordneten Sebastian Gassner, Lino Nägele und Daniel Salzgeber reichen im Namen der FBP-Fraktion die Motion zur Einführung von Gratis-ÖV in Liechtenstein ein.

Die Motionäre wollen die Regierung beauftragen, einen kostenlosen ÖV in Liechtenstein einzuführen und dem Landtag einen dreijährigen Finanzbeschluss vorzulegen.

Laut den Motionären trage das kostenlose Busfahren nicht nur zur Verbesserung der Verkehrslage im Land bei, sondern präge auch das Mobilitätsverständnis in Liechtenstein und würde Hürden für die Nutzung des öffentlichen Verkehrs abbauen.

Die Motion wird im September-Landtag behandelt.

Postulat zur Erarbeitung einer nationalen Endometriose-Strategie eingereicht

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Die Abgeordneten der Freien Liste, Sandra Fausch und Manuela Haldner-Schierscher haben ein Postulat zur Erarbeitung einer nationalen Endometriose-Strategie eingereicht.

Dabei wird die Regierung eingeladen, zu prüfen, wie eine nationale Endometriose-Strategie für Liechtenstein auszugestalten wäre.

Laut den Postulantinnen werden frauenspezifische Gesundheitsfragen in Forschung, Prävention und Versorgung unzureichend berücksichtigt. Das Postulat setzt den Schwerpunkt in der Endometriose, einer chronischen Erkrankung, bei der sich gebärmutterschleimhautähnliches Gewebe ausserhalb der Gebärmutter ansiedelt und Endometrioseherde bildet. Als zentrale Problemfelder nennen die Postulantinnen verspätete Diagnosen, psychosoziale Belastungen, fehlende Kostenübernahme und Mangel an Forschung und Koordination. 

Eine nationale Strategie führe lauf dem Postulat u.a. zu einer besseren Information und Prävention, zu einer besseren Versorgung durch Schulung von Fachpersonal oder zu einer gezielten Förderung von Forschungsprojekten.   

Das Postulat wird im September-Landtag behandelt.

Postulat zur Stärkung der Zusammenarbeit im Bereich der Altersmedizin eingereicht

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Sieben Abgeordnete der FBP haben am Donnerstag beim Parlamentsdienst ein Postulat zur Stärkung der Zusammenarbeit im Bereich der Altersmedizin eingereicht.

Mit dem parlamentarischen Vorstoss möchte die FBP-Fraktion von der Regierung prüfen lassen, wie die Zusammenarbeit zwischen dem Landesspital, der LAK, der Familienhilfe und weiteren relevanten Akteuren im Bereich der Altersmedizin gezielt gestärkt und strukturell verankert werden kann. Im Fokus stünden dabei die Verbesserung der Versorgungsqualität, die Steigerung der Kosteneffizienz und die gezielte Bekämpfung des Fachkräftemangels. Gemäss Postulanten sei ein zentrales Anliegen des Vorstosses, die Aus- und Weiterbildung im Pflegebereich zu stärken.

Das Postulat wird voraussichtlich in der Oktober-Sitzung des Landtags behandelt.

"Für einen gerechten Frieden in Israel und Palästina": Petition eingereicht

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Am Freitag haben Vertreter der Freien Liste und der Jungen Liste sowie weitere Unterstützende dem Landtag die Petition für einen gerechten Frieden in Israel und Palästina überreicht.

Gemäss der beiliegenden Unterschriftensammlung haben die Petitionäre rund 540 Personen für ihr Anliegen gewinnen können. Sie fordern unter anderem, dass sich Liechtenstein mit Blick auf die humanitäre Katastrophe im Gazastreifen unmissverständlich für einen sofortigen Waffenstillstand und den Rückzug der israelischen Armee einsetzen sowie Völkerrechtsverletzungen klar verurteilen solle.

Die Petition wird für die September-Sitzung des Landtags übernächste Woche traktandiert.

Postulat zu Massnahmen gegen Missbrauch durch Deepfakes eingereicht

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Acht VU-Abgeordnete haben am Dienstag beim Parlamentsdienst ein Postulat zu Massnahmen gegen Missbrauch durch Deepfakes eingereicht.

Die Postulanten wollen, dass auch in Liechtenstein verstärkt gegen die zunehmende Verbreitung von nicht autorisierten Deepfakes und Kl-generierten Inhalten vorgegangen wird. Die Regierung solle etwa Massnahmen prüfen, um den Missbrauch von Deepfakes und Kl-generierten Inhalten zu verhindern und die Bevölkerung sowie Institutionen vor den damit verbundenen Risiken zu schützen.

Das Postulat wird voraussichtlich im Oktober-Landtag behandelt.

Aktuelle Stunde im September-Landtag zum Thema Schutzstatus S

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Zu Beginn der 3. Arbeitssitzung vom 3. bis 5. September wird der Landtag im Rahmen der Aktuellen Stunde das Thema "Schutzstatus S im Zusammenhang mit dem Ukrainekrieg und einer gesamtheitlichen Strategie" diskutieren.

Eingebracht hat das Thema die Fraktion der DpL. Sie führt aus, dass eine ganzheitliche Strategie im Zusammenhang mit den Ukraineflüchtlingen der Politik, der liechtensteinischen Bevölkerung und auch den hier lebenden Flüchtlingen aus der Ukraine helfen würde, Abläufe besser zu verstehen und auch die Zukunft ein wenig abschätzbarer zu machen.

Die Regierung ist zur Teilnahme eingeladen.

Postulat betreffend die gesetzliche Verankerung einer bezahlten Trauerzeit für Arbeitnehmende

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Die FBP-Abgeordneten Franziska Hoop und Bettina Petzold-Mähr haben am 29. August 2025 beim Parlamentsdienst ein Postulat betreffend die gesetzliche Verankerung einer bezahlten Trauerzeit für Arbeitnehmende eingereicht.

Die Postulantinnen bitten die Regierung um Prüfung einer möglichen gesetzlichen Verankerung der bezahlten Trauerzeit für alle Arbeitnehmenden, analog zu bestehenden arbeitsrechtlichen Urlaubsansprüchen. 

Die Postulantinnen führen aus, dass in der Umsetzung der EU-Richtlinie (EU) 2019/1158 über die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben für Eltern und pflegende Angehörige bewusst auf die Einführung einer Vaterschaftszeit im Falle einer Todgeburt verzichtet wurde.

In ihrer Begründung führen die Postulantinnen aus, dass der Tod eines Kindes - auch im Falle einer Todgeburt - ein schwerer Schicksalsschlag sei, welcher nicht nur emotional belastend, sondern auch mit erheblichem organisatorischem Aufwand verbunden sei. Es erscheine daher sachgerecht und menschlich, Arbeitnehmenden gesetzlich zu ermöglichen, ohne finanziellen Druck zu trauern und die notwendigen organisatorischen Angelegenheiten zu erledigen - in Form einer gesetzlich verankerten Trauerurlaubs.  

Das Postulat wird voraussichtlich im Oktober-Landtag behandelt.

Neuer Landtagssekretär: Präsidium schlägt Stefan Hassler vor

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Das Landtagspräsidium schlägt Stefan Hassler als Nachfolger des per Ende Oktober 2025 aus dem Dienst ausscheidenden Landtagssekretärs Josef Hilti zur Wahl durch den Landtag an der kommenden September Landtagssitzung vor. Es handelt sich diesbezüglich um das Traktandum 27.

Stefan Hassler war früher als Mitarbeiter der Regierung sowie als selbständiger Anwalt tätig. Vor wenigen Jahren stand er dem Amt für Umwelt als Leiter vor. Stefan Hassler ist 56 Jahre alt und wohnt in Vaduz.

Postulat für eine Smartphone-freie Schule

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Die Abgeordneten Marion Kindle-Kühnis und Thomas Rehak haben im Namen der DpL ein Postulat für eine Smartphone-freie Schule eingereicht.

Laut den Postulanten hätten in Liechtenstein einzelne Schulen bereits Handyregeln für die Nutzung aufgestellt, jedoch seien diese von Schule zu Schule unterschiedlich. Eine ganzheitliche (gesamtheitliche) Lösung würde den Druck von den Schulleitungen und den Lehrern nehmen und  eine einheitliche, durchsetzbare Regelung ermöglichen, die für Eltern und (die) Schüler verständlich ist (ermöglichen).

Ziel des Postulats ist es sei dabei, das gesundheitliche Risiko zu mindern und die Schule als Schutzraum für Kinder zu erkennen. 

Die Postulanten laden die Regierung ein, ein Konzept auszuarbeiten, in welcher Form eine Smartphone-freie Schule an allen liechtensteinischen Schulen bis und mit der neunten Schulstufe flächendeckend umgesetzt werden kann.

Das Postulat wird voraussichtlich im Oktober-Landtag behandelt.

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Der FC Landrat Basel-Landschaft hat am Samstag, 10. Juni 2023, sein zehnjähriges Bestehen gefeiert und dazu ein Vierländerturnier mit befreundeten Politikerteams arrangiert. Eingeladen waren neben dem FC Landtag aus Liechtenstein die Kreiskicker Lörrach (D) sowie die Nationalmannschaft der österreichischen Bürgermeister.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen fand das Turnier auf dem Hauptspielfeld des FC Laufen statt. In den jeweils 25-minütigen Spielen ging es um den begehrten Siegerpokal, den sich der FC Landtag am Ende aber nicht sichern konnte. Im Finale mussten sich die Liechtensteiner dem deutschen Team aus Lörrach mit 0:1 geschlagen geben. Nach dem Turnier kehrten die Liechtensteiner mit Silber nach Hause zurück. 

Bild: Captain Manfred Kaufmann (2. v. l.), Johannes Kaiser (3. v. l.), Pascal Ospelt (5. v. l.), Nadine Gstöhl (vorne 2.v.l.) und Torwart Markus Gstöhl (3. v. l.) sowie Ergänzungsspielern aus liechtensteinischen Gemeinderäten, Hubert Eberle (6.v.l.) und Richard Vogt (v.1.v.l.), Hanspeter Eberle (h.r.a) vom Amt für Umwelt, sowie weitere Transfers mit dem Landrat Basel-Landschaft.

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Am Samstag, 19. August 2023 fand im Kanton Jura das traditionelle gesamtschweizerischen Parlamentarier-Fussballturniers statt. 

Der FC Landtag vertrat bei 20 teilnehmenden Kantonen als kleinstes Parlament die Farben Liechtensteins. In der Gruppenphase trafen die Liechtensteiner auf den gastgebenden FC Parlament Jura, den FC Grand Conseil Neuchâtel, den FC Landrat Uri sowie den Grossrat Wallis, welcher bis ins Finale vorstiess und sich nur gegen den Turniersieger FC Kantonsrat Schwyz 2:1 geschlagen geben musste. Der FC Landtag spielte sich in den 1/8-Final, welchen die Liechtensteiner im Penaltyschiessen gegen den FC Grossrat Aargau für sich entscheiden konnten. Damit platzierte sich der FC Landtag auf dem 15. Tabellenrang. Diese Turniere bilden zudem ein lockeres Forum – bei sportlichem Ambiente – für die Kontaktpflege mit den Kolleginnen und Kollegen der Schweizer Parlamente. 2024 findet dieses Schweiz. Parlamentsturnier im Kanton Aargau statt und 2030 geht es für die Schweizer ins Ausland, wenn das Fürstentum Liechtenstein als Gastgeber des Eidgenössischen Parlamentarier-Fussballturniers an der Reihe ist.

Bild: vorne v.l. Sascha Quaderer (Landtag), Richard Vogt (Gemeinderat Balzers), Markus Gstöhl (Landtag), André Rumpold (Gemeinderat Vaduz); hinten v.l. Mirco Beck (Gemeinderat Triesenberg), Hanspeter Eberle (Amt für Umwelt), Captain Manfred Kaufmann (Landtag) und Johannes Kaiser (Landtag).

 

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Liechtensteiner Landtagsabgeordnete reisten nach Lugano, um sich mit Parlamentarier-Kollegen auf dem Fussballplatz zu messen. Ein Unentschieden und vier Niederlagen mussten sie einstecken. Doch am Turnier stand die Freude am Sport und der Austausch im Vordergrund.

Am vergangenen Samstag nahm der FC Landtag am Eidg. Parlamentarier-Fussballturnier in Lugano teil. Nach der letztjährigen Teilnahme in Luzern, war dies das zweite Eidg. Fussballturnier für die Liechtensteiner Abgeordneten. «Es war wiederum ein toller Sportanlass mit über 250 teilnehmenden Kantonsräten aus fast allen Kantonen der Schweiz», schreiben die Abgeordneten in einer Mitteilung.

Der Anlass brachte Politik und Sport im Zeichen der Geselligkeit, Gemeinsamkeit und des gesunden Wettkampfgeistes zusammen. Gespielt wurde auf den Kunstrasenplätzen rund um das Cornaredo Stadion. Gegen die Kantonsräte aus Thurgau gelang ein Unentschieden und die Partien gegen Tessin, Wallis, Neuchâtel sowie Zug gingen knapp verloren.

Im Vordergrund stand jedoch die Freude am Sport sowie der gegenseitige freundschaftliche Austausch mit anderen Parlamentariern. «Mit grosser Freude blickt der FC Landtag bereits dem Turnier im nächsten Jahr im Kanton Jura entgegen», heisst es weiter.

Fussball-Freundschaftstreffen in Bern

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Erstmals traf sich der FC Liechtensteiner Landtag - eingekleidet in einem neuen Dress sowie angeführt vom Captain und Landtagspräsidenten Manfred Kaufmann - in Bern zu einem Fussball-Freundschaftstreffen gegen den FC Schweizer Nationalrat.

Der FC Nationalrat kann aus dem Vollen schöpfen - 200 Nationalräte und 46 Ständeräte - und behielt als Gastgeber gegen den Fussballzwerg FC Landtag mit 6:1 Toren die Oberhand und wurde somit seiner Favoritenrolle gerecht.

Beim anschliessenden Beisammensein bei kulinarischer Verwöhnung wurde nicht nur das Fussballspiel analysiert, es stand ein sehr freundlicher und informativer Gedankenaustausch im Zentrum.

Für den FC Landtag spielten Präsident Manfred Kaufmann, Abg. Markus Gstöhl, Daniel Herzog, Hanspeter Eberle (Amt für Umwelt), Abg. Johannes Kaiser, Martin Blaas (Amt für Lebensmittelkontrolle und Veterinärwesen), Mirko Beck (Gemeinderat Triesenberg), Abg. Daniel Salzgeber, Abg. Thomas Vogt, ehem. Abg. Sasha Quaderer, Stv. Abg. Oliver Indra, Dietmar Wohlwend (Amt für Tiefbau und Geoinformation), Stv. Abg. Helmut Hasler (v.l.n.r.).

 

Landtagspräsidium am Liechtenstein-Empfang in Wien

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Am Donnerstagabend lud die Botschaft in Wien zum traditionellen Liechtenstein-Empfang im Gartenpalais, welcher der Pflege der Beziehungen zu Politik, Wirtschaft, Medien, Vertretern und Vertreterinnen des Öffentlichen Lebens, der Diplomatie und der hohen Beamtenschaft dient. Der Landtag wurde durch das Präsidium vertreten.

Der Liechtenstein-Empfang stellt das wichtigste und umfassendste jährliche Networking-Event für Liechtenstein in Österreich dar. Am Empfang nahmen der Staatssekretär im Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten, Sepp Schellhorn, der neue Gouverneur der österreichischen Nationalbank, Martin Kocher, der Generalsekretär der OSZE, Feridun H. Sinirlioglu, Botschafter zahlreicher Staaten, Abgeordnete des österreichischen Nationalrates, Vertreter der hohen Beamtenschaft und der Medien teil. Der Landtag war mit Landtagspräsident Manfred Kaufmann und Landtagsvizepräsidentin Franziska Hoop sowie den Fraktionssprechern Dagmar Bühler-Nigsch, Johannes Kaiser und Thomas Rehak vor Ort. Von Seiten der Regierung nahmen Regierungschefin Brigitte Haas und Regierungschefin-Stellvertreterin Sabine Monauni sowie Mitarbeitende der liechtensteinischen Verwaltung am Empfang mit dem neuen Botschafter Simon Biedermann teil.

Manfred Kaufmann an der 18. Konferenz der Parlamentspräsidenten europäischer Kleinstaaten in Zypern

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Vom 14. bis zum 16. September fand die Konferenz der Parlamentspräsidenten der europäischen Kleinstaaten auf Einladung der zypriotischen Parlamentspräsidentin Annita Demetriou in Nicosia statt. Neben Landtagspräsident Manfred Kaufmann waren die Parlamentspräsidenten aus Andorra, Luxemburg, Malta, Monaco und Montenegro sowie Vertreter von San Marino vor Ort.

An der Konferenz wurden die drei wesentlichen Themenfelder «Kleinstaaten in Zeiten globaler Instabilität», «Künstliche Intelligenz – Herausforderungen, Chancen und Best Practices» und «Partizipierende Demokratie – Parlamentsarbeit den Bürgern näherbringen» diskutiert. Zu jedem der Themen waren hochrangige Gastreferenten eingeladen, welche das Thema vorstellten. In den anschliessenden Diskussionen legte jeder Parlamentspräsident die Sicht seines Landes dar.

Landtagspräsident Kaufmann ging in seiner Rede zum Thema «globale Instabilität» auf die aussenpolitische Ausrichtung Liechtensteins ein und unterstrich die Bedeutung multilateraler Kooperation für Kleinstaaten. «Kleinstaaten wie Liechtenstein sichern ihre Unabhängigkeit nicht durch militärische Macht, sondern durch umsichtige, kluge internationale Kooperation», betonte der Landtagspräsident. Als EWR-Mitglied hat Liechtenstein Zugang zum europäischen Binnenmarkt ohne EU-Mitgliedschaft und engagiert sich in internationalen Organisationen wie UNO, OSZE und Europarat. Gerade in Zeiten wachsender Blockbildung sei es für Kleinstaaten zentral, Brücken zu bauen und auf den Erhalt einer regelbasierten Weltordnung hinzuwirken.

Beim Thema «Künstliche Intelligenz» ging der Landtagspräsident auf die Herausforderungen für Kleinstaaten ein und zeigte Chancen für eine Vorreiterrolle auf. «Künstliche Intelligenz stellt Kleinstaaten vor komplexe, aber nicht unlösbare Herausforderungen», erklärte der Landtagspräsident. Durch strategische Fokussierung, agile Governance und gezielte Investitionen in Bildung sowie internationale Kooperation könnten sich Kleinstaaten nicht nur behaupten, sondern sogar eine führende Position einnehmen. In einer Zeit, in der Vertrauen, Innovation und ethisches Handeln zunehmend wichtiger werden, sieht der Landtagspräsident für Kleinstaaten mit klarem Profil die Möglichkeit, eine bedeutende Stimme im globalen KI-Diskurs zu werden.

Zum Thema «partizipierende Demokratie» erwähnte Landtagspräsident Manfred Kaufmann die direktdemokratischen Elemente in Liechtenstein und betonte deren intensive Nutzung durch die Bevölkerung. «Das auf der Verfassung beruhende politische System erlaubt den Bürgerinnen und Bürgern nicht nur Einfluss über Wahlen, sondern auch über direktdemokratische Mittel, die rege genutzt werden», so der Landtagspräsident. 2024 wurden acht Volksabstimmungen zu diversen Themen durchgeführt, was die hohe Partizipationsbereitschaft der Liechtensteiner Bevölkerung unterstreicht.

Gemeinsame Erklärung bekräftigt demokratische Widerstandsfähigkeit

Die verabschiedete Erklärung spiegelt das einheitliche Bekenntnis zur demokratischen Resilienz und Innovation wider. Die Konferenz hat die Verbindungen zwischen den europäischen Kleinstaaten nachhaltig gestärkt und unterstreicht die Bedeutung des kontinuierlichen Erfahrungsaustauschs sowie der Koordination gemeinsamer Positionen zu europäischen Themen.

Am Rande der Konferenz ergaben sich verschiedene Möglichkeiten, sich auf informeller Ebene mit den anderen Parlamentspräsidenten und Delegationsmitgliedern auszutauschen.

Erfolgreiche Zusammenarbeit

Die erste Konferenz der Parlamentspräsidenten der europäischen Kleinstaaten fand 2006 in Monaco statt. Dieses Erfolgsmodell der Kooperation hat sich bewährt, wobei Liechtenstein bereits 2008 und 2018 als Gastgeber fungierte und damit seine aktive Rolle in diesem wichtigen Netzwerk unter Beweis stellte.

Aktu­elle Stunde im Oktober-Landtag zum Thema "Stärkung des Wirtschaftsstandorts Liechtenstein"

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Die VU-Fraktion hat sich mit Blick auf die Aktuelle Stunde im Oktober-Landtag für das Thema "Stärkung des Wirtschaftsstandorts Liechtenstein" entschieden.

Die VU-Fraktion erachtet das Thema als von zentraler Bedeutung für das Wohlergehen des Landes. "Die exportorientierte Wirtschaft Liechtensteins und unser Finanzplatz sind gegenwärtig mit erheblichen Unsicherheiten konfrontiert, die durch die geopolitische Lage, die US-Zollpolitik und protektionistische Tendenzen sowie den starken Franken und das Zinsumfeld entstehen", so die VU-Fraktion und verweist auf die vorgeschlagenen Massnahmen im Positionspapier der LIHK. Entsprechend hat die VU-Fraktion fünf Fragen formuliert, die im Landtag erörtert werden sollen. Die Regierung ist zur Teilnahme an der Aktuellen Stunde eingeladen.

Die Oktober-Sitzung des Landtags findet vom 1. bis 3. Oktober statt. Die Aktuelle Stunde wird als eines der ersten Traktanden am ersten Sitzungstag abgehalten.

Treffen mit höchster parlamentarischer Ebene: APK in Berlin

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Die Aussenpolitische Kommission (APK) weilte unter Leitung ihrer Vorsitzenden Bettina Petzold-Mähr vom 23. bis 25. September zu Arbeitsgesprächen auf höchster parlamentarischer Ebene in Berlin.

Die Vorsitzende und die Mitglieder der APK, namentlich Landtagsvizepräsidentin Franziska Hoop, die Abgeordneten Marion Kindle-Kühnis, Roger Schädler und Johannes Zimmermann sowie Sandra Gerber-Leuenberger vom Parlamentsdienst trafen die Präsidentinnen des deutschen Bundestages Julia Klöckner und des Berliner Abgeordnetenhauses, Cornelia Seibeld, sowie auch die Ausschussvorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses, Armin Laschet, des Digitalausschusses, Hansjörg Durz, des Europaausschusses, Anton Hofreiterund das Büro des Wehrbeauftragten des Bundestages, Henning Otte. Begleitet wurde die Delegation durch die liechtensteinische Botschafterin Isabel Frommelt-Gottschald und Mitglieder der Botschaft.

Breites Themenfeld

Dem Spektrum an hochrangigen Persönlichkeiten entsprechend breit war auch das Themenfeld der Arbeitsgespräche, das von Aussen- und Geopolitik über Europapolitik und Sicherheitspolitik bis hin zur Digitalisierung und aktuellen Fachthemen aus dem Forschungsbereich reichte.

Bei einem gemeinsamen Abendessen in der Residenz der liechtensteinischen Botschafterin, Isabel Frommelt-Gottschald, an dem der Vizepräsident des Deutschen Bundestages, Bodo Ramelow, die Vorsitzende des Menschenrechtsausschusses Mechthild Heil, Bundesinnenministerin a.D. Nancy Faeser sowie Mitglieder des Finanz-, Europa- und Wirtschaftsausschusses teilnahmen, konnten die bereits exzellenten bilateralen Beziehungen zwischen Liechtenstein und der Bundesrepublik weiter vertieft werden.

Wichtige Impulse setzen

Der Besuch der APK zeigt eindrücklich, wie wichtig der Austausch auf parlamentarischer Ebene für das Funktionieren der bilateralen Beziehungen und das Verständnis für die gegenseitigen Themen und die gemeinsame Zusammenarbeit in herausfordernden Zeiten ist. Dazu Kommissionsvorsitzende Bettina Petzold-Mähr: «Der direkte Austausch mit unseren deutschen Partnern ist von unschätzbarem Wert für die Weiterentwicklung unserer bilateralen Beziehungen. Durch unser aktives Engagement können wir den Dialog fortsetzen und wichtige Impulse setzen.»

Wahlbeobachtung in Moldau mit liechtensteinischer Beteiligung

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Die Abgeordneten Carmen Heeb-Kindle und Johannes Kaiser nahmen als Teil der OSZE-Delegation (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) an der Wahlbeobachtung zu den Parlamentswahlen in der Republik Moldau vom 28. September 2025 teil. An der Mission nahmen über 420 Wahlbeobachter, darunter rund 80 der Parlamentarischen Versammlung der OSZE teil.

Die Parlamentswahl in der Republik Moldau galt als wichtige demokratische Weichenstellung für das Land. Die Integrität von Wahlprozessen und die Durchführung freier, fairer und sicherer Wahlen sind für das Funktionieren und die Legitimität von Demokratien von wesentlicher Bedeutung.

Die Einheimischen beschrieben diese Wahl als eine der wichtigsten in der Geschichte Moldawiens. Aufgrund der Lage zwischen der Ukraine und Rumänien, mit grossem Einfluss von Russland, ist die politische Situation äusserst schwierig. Die Menschen sehnen sich aufrichtig nach Objektivität und Fortschritt im eigenen Land.

Die liechtensteinischen Parlamentarier haben im Rahmen der internationalen Wahlbeobachtermission der OSZE zusammen mit dem ODIHR den Wahlprozess überwacht und zur Beurteilung der demokratischen Standards beitragen.

Die internationale Wahlbeobachtung ist ein wichtiges Instrument zur Förderung demokratischer Prozesse und zur Stärkung des Vertrauens in Wahlverfahren. Die Teilnahme erfolgte im Rahmen der regulären OSZE-Wahlbeobachtungsmission und unterstreicht das Engagement Liechtensteins für die Stärkung der Sicherheit, Förderung demokratischer Werte und Prozesse in Europa.

 

Treffen der Parlamentarischen Freundschaftsgruppen zwischen der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein

Am 21. März fand das Freundschaftstreffen zwischen den Liechtensteiner und den Schweizer parlamentarier in Bern statt.

Beim Arbeitsgespräch im Bundeshaus standen die allgmeinen Themen Gesundheitspolitik, Verkehrspolitik und Grenzüberschreitender Dienstleistungsverkehr im Zentrum, aber auch die spezifischen Themen Besteuerung von liechtensteinischen Grenzgängern im Kanton St. Gallen und die Europapolitik mit der aktuellen Herausforderung Brexit wurden besprochen.

Weiters stand der Besuch des Zentrum für Elektronik und Mikrotechnologie (CSEM) in Neunenburg zum Thema Forschung und Innovationsförderung der Schweiz Impulsreferat der Direktorin von Innoswiss Frau Eggimannauf dem Programm.

Liechtenstein wurde vertreten durch Landtagspräsident Albert Frick und Landtagsvizepräsidentin Gunilla Marxer-Kranz sowie von den Abgeordneten Daniel Oehry, Günter Vogt, Jürgen Beck und Georg Kaufmann. Begleitet wurde die Delegation durch Josef Hilti, Landtagssekretär, und Doris Frick, Botschafterin in der Schweiz. 

FBP-Abgeordnete reichen Postulat zur Senkung der Medikamentenkosten ein

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Mit einem Postulat zur Senkung der Medikamentenkosten wollen mehrere FBP-Abgeordnete den steigenden Gesundheitskosten und Krankenkassenprämien entgegenwirken. Der Vorstoss wurde am Mittwoch eingereicht.

Mit dem Postulat wollen die Postulanten Sebastian Gassner, Franziska Hoop, Johannes Kaiser, Lino Nägele, Bettina Petzold-Mähr und Daniel Salzgeber von der Regierung verschiedene Ansätze zur Reduktion der Medikamentenkosten geprüft wissen - darunter insbesondere zusätzliche Auflagen an die Leistungserbringer, Anpassungen bei der Abgeltung der Abgabe von Medikamenten oder die Erhöhung des Selbstbehalts für Originalmedikamente.

Das Postulat wird voraussichtlich in der Novembersitzung behandelt. Für die Überweisung an die Regierung ist eine Landtagsmehrheit nötig.

Nationale Ehrenamtsstrategie: VU und FBP reichen gemeinsames Postulat ein

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16 VU- und FBP-Abgeordnete haben am Freitag ein gemeinsames Postulat eingereicht. Sie fordern eine nationale Ehrenamtsstrategie zur Stärkung der Freiwilligenarbeit sowie des Ehrenamts.

Das Postulat zur Erarbeitung einer nationalen Ehrenamtsstrategie begründen die Abgeordneten damit, dass die vom Ehrenamt getragene Zivilgesellschaft ein stolzer, unverzichtbarer Teil des Staatswesens sei. Die Postulanten möchten Freiwilligenarbeit als wirkungsvoller Beitrag zur Resilienz der Gesellschaft langfristig erhalten und stärken. Die Regierung soll aufzeigen, welche Massnahmen hier notwendig und zweckmässig sind.

Das Postulat wird voraussichtlich in der Novembersitzung behandelt. Mit Blick auf die Zahl der Postulanten ist eine Überweisung an die Regierung nur noch Formsache.

Liechtenstein an Parlamentarischer Versammlung des Europarats vertreten

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Die liechtensteinische Delegation hat erfolgreich an der vierten Teilsession der Parlamentarischen Versammlung des Europarats, die vom 29. September bis 3. Oktober 2025 in Strassburg stattfand, teilgenommen.

Liechtenstein war mit den Landtagsabgeordneten Christoph Wenaweser (Delegationsleiter), Nadine Vogelsang, Achim Vogt und Marc Risch sowie der Delegationssekretärin Sandra Gerber-Leuenberger vertreten. Die Mehrheit der Delegationsmitglieder reiste aufgrund der zeitlichen Überschneidung mit der Priorität geniessenden Oktober-Landtagssitzung am Dienstagabend zurück.

Ein zentrales Ereignis war die Wiederwahl der Generalsekretärin der Versammlung für weitere fünf Jahre. Despina Chatzivassiliou-Tsovilis, aus Griechenland, wurde als einzige Kandidatin von den Mitgliedern der Versammlung in ihrem Amt bestätigt und wird die Versammlung für eine zweite Amtszeit leiten. Ihre Wiederwahl würdigt die geleistete Arbeit der vergangenen Jahre und unterstreicht das Vertrauen der Mitgliedsstaaten und somit auch unseres Landes in ihre Führungsqualitäten.

Verleihung des Václav Havel-Menschenrechtspreises 2025

Ein Höhepunkt war die Verleihung des dreizehnten Václav Havel-Menschenrechtspreises an den ukrainischen Journalisten und Menschenrechtsverteidiger Maksym Butkewytsch. Der Preis, der jährlich von der Versammlung verliehen wird, würdigt Personen oder Organisationen, die sich durch aussergewöhnliches Engagement für die Verteidigung der Menschenrechte auszeichnen. Der Preis, benannt nach dem verstorbenen tschechischen Präsidenten und Menschenrechtsaktivisten, ist mit 60'000 Euro dotiert und gilt als eine der höchsten Auszeichnungen für Menschenrechtsverteidiger in Europa. Butkewytsch ist Mitbegründer des Menschenrechtszentrums Zmina und des Radiosenders Hromadske Radio.

Besondere Aufmerksamkeit erhielten Debatten über neue Bedrohungen europäischer Demokratien durch Russland, die politische Krise in Serbien sowie Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und inklusiven Dialog in der Türkei. Weitere Themen waren Jugendbewegungen für die Demokratie und die Rolle politischer Parteien. Die Einhaltung der Mitgliedschaftsverpflichtungen gegenüber dem Europarat durch Ungarn sowie der Post-Monitoring-Dialog mit Bulgarien standen ebenfalls zur Diskussion.

Hochrangige Redner und politische Dialoge

Myriam Spiteri Debono, Präsidentin von Malta, Nikol Paschinjan, Ministerpräsident Armeniens, sowie Ian Borg, stellvertretender Ministerpräsident und Aussenminister Maltas in seiner Funktion als Vorsitzender des Ministerkomitees sprachen vor der Versammlung. Der Generalsekretär des Europarats, Alain Berset, stellte sich den Fragen der Parlamentarier.

Gesprächsaustausch mit ukrainischem Abgeordneten im Landtag

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Am Rande der Landtagssitzung vom 1. Oktober 2025 traf sich Landtagspräsident Manfred Kaufmann mit dem ukrainischen Abgeordneten Oleksandr Vasiuk zu einem Gesprächsaustausch.

Der Abgeordnete Oleksandr Vasiuk wurde von der ukrainischen Botschafterin Frau Iryna Wenediktowa sowie der Ersten Sekretärin Frau Viktoriia Golovan begleitet.

Davor fand zudem ein Treffen mit der Aussenpolitischen Kommission des Landtages unter dem Vorsitz der Abgeordneten Bettina Petzold-Mähr statt. 

Die ukrainische Delegation schilderte bei diesen Gesprächen die aktuelle politische und militärische Lage der Ukraine. Sie verurteilt die weiterhin massiven Angriffe des russischen Militärs auf zivile Ziele und die Versorgungsinfrastruktur. Solche Angriffe stellten einen Akt gegen die Menschlichkeit dar und widersprächen klar dem internationalen Völkerrecht. Diese Handlungen dürften von der internationalen Staatengemeinschaft keinesfalls toleriert werden.

Der Abgeordnete Oleksandr Vasiuk sprach den Dank der Ukraine gegenüber dem Staat Liechtenstein für die kontinuierliche Unterstützung der Ukraine seit Beginn der russischen Invasion aus. Im Besonderen auch für die Bereitschaft der Aufnahme von vielen ukrainischen Flüchtlingen. Liechtenstein beherbergt derzeit knapp 800 Flüchtlinge, davon rund 180 Kinder und Jugendliche.

Nach 23 Dienstjahren: Feierliche Verabschiedung von Landtagssekretär Josef Hilti

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Der Landtag hat den langjährigen Landtagssekretär Josef Hilti im Anschluss an die Oktober-Sitzung feierlich verabschiedet. Ende Monat geht Josef Hilti in Pension.

Als in diesem Jahr der neu gewählte Landtag seine Arbeit aufnahm, startete Landtagssekretär Josef Hilti in seine siebte Legislatur als Landtagssekretär und Chef des Parlamentsdienstes. Er arbeitete dabei mit und für fünf Landtagspräsidenten. Ende Oktober tritt Josef Hilti nach 23 Dienstjahren in den Ruhestand.

Wie Landtagspräsident Manfred Kaufmann in seiner Laudatio erklärte, sei Josef Hilti den Abgeordneten immer für grössere oder kleinere Anliegen beratend zur Seite gestanden: «Josef war immer mit Rat und Tat zur Stelle.» Mit der aktuell laufenden Reform der Geschäftsordnung des Landtags hat der Landtagssekretär insgesamt drei grosse Reformen des Landtags begleitet. 2008 bezog der Landtag das mit elektronischer Abstimmungsanlage und Übertragungstechnik ausgestattete Hohe Haus und verfügte damit zum ersten Mal in seiner Geschichte über ein eigenes Gebäude. Josef Hilti war von Beginn an in den entsprechenden Kommissionen involviert, hat den Bau eng begleitet und dabei die Interessen des Landtags vertreten.

Mit einem «Danke Josef» wünschte Landtagspräsident Manfred Kaufmann dem scheidenden Landtagssekretär alles Gute für die Zukunft. Ein Überraschungsapéro rundete in der Säulenhalle des Landtags rundete die Verabschiedung ab. Die Nachfolge von Josef Hilti wird Stefan Hassler aus Vaduz am 1. November antreten.

IPBK trifft sich auf der Bodensee-Insel Reichenau

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Die Internationale Parlamentarische Bodensee-Konferenz (IPBK) hat sich am Freitag, 10. Oktober 2025, auf der Insel Reichenau in Baden-Württemberg (D) zur 64. Sitzung getroffen. Der Liechtensteiner Landtag war mit Landtagspräsident Manfred Kaufmann, dem Abgeordneten Simon Schächle, dem Stv. Abgeordneten Helmut Hasler und Delegationssekretär Hannes Matt vertreten. Es fand ein Austausch zu mehreren grenzüberschreitenden Themen statt.

Neben dem Vorsitz der IPBK hat Baden-Württemberg derzeit auch den Vorsitz der Internationalen Bodensee-Konferenz (IBK) inne, welche die Regierungen und Verwaltungen rund um den See miteinander verbindet. IPBK und IBK streben eine enge Zusammenarbeit an und tauschen sich daher regelmässig aus. An der IPBK-Herbstkonferenz berichtete Florian Hassler, Staatssekretär für politische Koordinierung, Europa und Internationales im Staatsministerium Baden-Württemberg, in seiner Eigenschaft als diesjähriger IBK-Vorsitzender über deren Aktivitäten.

Weiter wurde die grenzübergreifende Zusammenarbeit der Hochschulen diskutiert. Zentraler Akteur auf diesem Gebiet ist der Wissenschaftsverbund Vierländerregion Bodensee (W4), der seit 2022 die Aktivitäten der Internationalen Bodensee-Hochschule fortführt. Dessen Vorsitzende Sabine Rein berichtete der IPBK über aktuelle Aktivitäten und die neue Verbundstrategie. Als Plattform für internationale Zusammenarbeit verbindet der Wissenschaftsverbund über 20’000 Forschende und mehr als 115’000 Studierende aus 25 Hochschulen und Universitäten in der Vierländerregion – darunter auch die Universität Liechtenstein. Er fördert gemeinsame Forschungsprojekte, baut hochschul- und grenzübergreifende Studienangebote auf und organisiert den Wissenstransfer mit Wirtschaft, Gesellschaft und Politik.

Ein weiteres Thema der Sitzung war die Bodenseeschifffahrt. Thomas Breitenmoser von der Schweizerischen Bodensee-Schifffahrt AG stellte Ideen vor, wie die Bodenseeschifffahrt künftig attraktiver ausgestaltet werden könnte. Insbesondere wurde diskutiert, inwieweit ein Einheitsticket die Situation verbessern würde. Die Liechtensteiner Delegation unterstützte den erfolgreichen Antrag eines Mitglieds, dass sich eine Arbeitsgruppe der IPBK mit dem Thema beschäftigen soll.

Am Ende der Sitzung wurde der Vorsitz der Konferenz für das Jahr 2026 in Form einer symbolischen Glocke an den Kantonsrat Zürich übergeben. Liechtenstein ist dann 2027 an der Reihe.

Ein Besuch im historischen Kloster Reichenau, welches letztes Jahr sein 1300-jähriges Bestehen feierte, rundete das Programm der Herbstkonferenz ab und bot die Möglichkeit zum persönlichen Austausch zwischen den Parlamentariern des Bodenseeraums.

FBP-Fraktion reicht zwei Motionen zum Thema Wohnen ein

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Am Freitag hat die FBP-Fraktion beim Parlamentsdienst zwei Vorstösse eingereicht: Eine Motion zur Liberalisierung der gemeinnützigen Wohnraumförderung sowie eine Motion für ein planungsrechtliches Instrument zur Förderung des bezahlbaren Wohnraums.

Mit der Motion zur zur Förderung des bezahlbaren Wohnraums soll die Regierung prüfen, inwiefern innerhalb des Baugesetzes eine Verknüpfung zur Schaffung von dauerhaft bezahlbarem Wohnraum, welcher im Wohnbauförderungsgesetz definiert wird, hergestellt werden könnte. "Wer in Neubauten einen spürbaren Anteil Wohnungen langfristig unter dem Marktpreis bzw. zu einer transparenten Kostenmiete vermietet, soll im Gegenzug planungsrechtliche Vorteile erhalten, etwa eine angemessene Mehrausnützung", schreibt die FBP-Fraktion. "Damit wird der Verzicht auf höhere Mieten fair ausgeglichen – mit klaren Regeln, langer Bindung und verlässlicher Kontrolle."

Die Motion zum Wohnbauförderungsgesetz sieht indes eine Liberalisierung der gemeinnützigen Förderung vor. "Künftig sollen neben Gemeinden auch gemeinnützige Organisationen wie Genossenschaften oder Stiftungen förderberechtigt sein, wenn sie statutarisch dauerhaft bezahlbaren Wohnraum schaffen", so die FBP-Fraktion. "Zudem soll die Pflicht entfallen, Förderungen an ein Miet-Kauf-Modell zu knüpfen – damit werden auch reine Mietmodelle mit tragbaren Mieten förderfähig."

Der Landtag wird sich voraussichtlich im Dezember-Landtag mit den beiden Motionen befassen. Für eine Überweisung an die Regierung ist eine Landtagsmehrheit nötig.

Liechtenstein an der 151. Konferenz der IPU in Genf

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Vom 18. bis 23. Oktober 2025 fand in Genf die Herbstkonferenz der Interparlamentarischen Union (IPU) statt. Rund 600 Abgeordnete aus 132 Ländern kamen zum Austausch über aktuelle politische und humanitäre Themen zusammen. Liechtenstein wurde vertreten durch Delegationsleiterin Dagmar Bühler-Nigsch, den Abgeordneten Daniel Salzgeber und begleitet von Delegationssekretärin Jessica F. Bucher.

Im Mittelpunkt der Generaldebatte stand die Wahrung humanitärer Normen und die Unterstützung humanitärer Massnahmen in Krisenzeiten. Delegationsleiterin Dagmar Bühler-Nigsch betonte in ihrer Rede die Bedeutung des internationalen Rechts für Frieden und Sicherheit – insbesondere für einen Kleinstaat ohne eigene Armee – und hob Liechtensteins Engagement im humanitären Bereich hervor.

Austausch und Vernetzung

Am Forum der Frauenparlamentarierinnen berichtete Dagmar Bühler-Nigsch über aktuelle Entwicklungen in Liechtenstein sowie über die geplante Gleichstellungsstrategie. Daniel Salzgeber nahm am Forum der Jungparlamentarier teil, in dem sich Nachwuchspolitikerinnen und -politiker über ihre Erfahrungen und die Kampagne «I Say Yes to Youth in Parliament» austauschten.

Die Delegation besuchte zudem die Paritätsdebatte zur Förderung der Geschlechtergleichstellung und partnerschaftlichen Aufteilung von Pflegearbeit, einen Workshop zum Schutz von Klima, Gesundheit und Wirtschaft durch die Reduktion von Methan sowie eine Diskussionsrunde über ein verstärktes politisches Engagement zum Schutz der Zivilbevölkerung in Kriegszeiten.

Genfer Deklaration verabschiedet

Zum Abschluss bekräftigten die Teilnehmenden in der Genfer Deklaration ihr Engagement für die Achtung des humanitären Völkerrechts und den besseren Schutz von Zivilpersonen. Zudem verabschiedete die Versammlung eine Resolution zur Unterstützung der Opfer illegaler internationaler Adoptionen sowie zur Verhinderung dieser Praxis. In der Dringlichkeitsdebatte beschlossen die Delegierten Massnahmen gegen grenzüberschreitende organisierte Kriminalität, Cyberkriminalität und hybride Bedrohungen für Demokratie und menschliche Sicherheit.

KI, Cloud-Computing, Tech-Infrastruktur: Interpellation eingereicht

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Die FBP-Fraktion hat am Donnerstag eine Interpellation betreffend Künstliche Intelligenz (KI), Cloud-Computing und technologische Infrastruktur beim Landtag eingereicht.

Die Interpellation beinhaltet einen umfassenden Fragenkatalog - von der strategischen Ausrichtung und dem Aufbau eines leistungsfähigen KI-Ökosystems über die Modernisierung der digitalen Infrastruktur und die Förderung von Innovationen in Unternehmen bis hin zu Fragen der Aus- und Weiterbildung, des Datenschutzes und der Cybersicherheit.

Ziel des Vorstosses sei es, zentrale Weichenstellungen für die digitale und wirtschaftliche Zukunft Liechtensteins zu thematisieren. "Die Digitalisierung und der technologische Wandel schreiten weltweit mit hoher Dynamik voran und stellen auch Liechtenstein vor grundlegende Herausforderungen", so die FBP-Fraktion über die Interpellation. "Gleichzeitig eröffnen sich für den Wirtschaftsstandort neue Chancen, etwa durch Effizienzsteigerungen, innovative Geschäftsmodelle und die Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit."

Die Interpellation wird voraussichtlich im Dezember-Landtag an die Regierung zur Beantwortung überwiesen.

Besuch der Schweizer Nationalratspräsidentin und des Ständeratspräsidenten in Liechtenstein

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Am 31. Oktober 2025 trafen sich Landtagspräsident Manfred Kaufmann und Landtagsvizepräsidentin Franziska Hoop im Rahmen eines Freundschaftsbesuches mit der Schweizer Nationalratspräsidentin Maja Riniker sowie dem Ständeratspräsidenten Andrea Caroni in Vaduz. Das Treffen stand im Zeichen der engen bilateralen Beziehungen und unterstrich die Freundschaft zwischen den beiden Ländern.

 Nach der Begrüssung im Landtagsgebäude und der Besichtigung des Plenarsaals wurden im Arbeitsgespräch der europäische Wirtschaftsraum, die Mitgliedschaft im Internationalen Währungsfonds und weitere internationale Aktualitäten besprochen.

Auf dem Programm standen weiters Besuche des Landesmuseums sowie des Lebensmittelherstellers Hilcona. Die Delegation erhielt Einblicke in die Entwicklung und Herstellung der Frische-Convenience-Produkte des liechtensteinischen Familienunternehmens, das seit 2017 zur schweizerischen Bell-Gruppe gehört – ein Beispiel für die erfolgreiche Zusammenarbeit beider Länder.

Das Treffen wurde mit einem Höflichkeitsbesuch bei S. D. Erbprinz Alois auf Schloss Vaduz abgerundet. 

Den beiden Delegationen gehörten ferner Sonja Hürlimann, Botschafterin der Schweiz in Liechtenstein, Doris Frick, Botschafterin Liechtensteins in der Schweiz, Myriam Bertsch und Manuel Glauser vom Schweizer Parlamentsdienst, sowie Landtagssekretär Josef Hilti und Jessica F. Bucher vom Liechtensteiner Parlamentsdienst an.

Freie Liste reicht Postulat zur Einführung eines Hausarztmodells ein

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Freie-Liste-Abgeordnete haben am Montag beim Parlamentsdienst ein Postulat eingereicht. Das Ziel des Vorstosses: Die Regierung soll prüfen, ob und in welcher Form ein Hausarztmodell in Liechtenstein umgesetzt werden kann.

Mit dem Postulat «Hausärzt:innen stärken - für eine sichere und koordinierte Gesundheitsversorgung» soll eine qualitativ hochwertige und gleichzeitig kosteneffiziente medizinische Grundversorgung sichergestellt werden, schreibt die Freie Liste. Beim Hausarztmodell, wie es in der Schweiz und in anderen (insbesondere nordeuropäischen) Staaten praktiziert wird, fungieren Hausärztinnen und Hausärzte als erste Anlaufstelle für alle gesundheitlichen Anliegen. Sie übernehmen die koordinierende Rolle im Behandlungspfad und sind somit für den Überblick über die verschiedenen Therapien und Untersuchungen sowie die Sicherstellung der angemessenen medizinischen Betreuung der Patientinnen und Patienten verantwortlich. «Eine gesteuerte und transparente Koordination im Bereich der Grundversorgung ermöglicht eine Reduktion von Doppeluntersuchungen, Mehrfachabklärungen und unkoordinierten Überweisungen», so die Postulanten.

Das Postulat wird vorausichtlich im Dezember-Landtag behandelt. Der Vorstoss benötigt für die Überweisung an die Regierung eine Landtagsmehrheit.

Amtsantritt von Landtagssekretär Stefan Hassler

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Stefan Hassler hat am Montag, 3. November 2025 das Amt des Landtagssekretärs übernommen. Der erfahrene Jurist und Verwaltungsfachmann tritt die Nachfolge von Josef Hilti an, der sich Ende Oktober nach 23 Dienstjahren in den Ruhestand verabschiedete.

Als Landtagssekretär leitet Stefan Hassler den Parlamentsdienst und ist künftig für die organisatorische und fachliche Unterstützung des Landtags verantwortlich. Dazu gehören unter anderem die Vorbereitung und Durchführung der Landtagssitzungen, die Protokollführung sowie die Koordination mit Regierung, Verwaltung und internationalen Partnern.

Stefan Hassler ist 56 Jahre alt und wohnhaft in Vaduz. Er bringt umfangreiche Erfahrung aus verschiedenen Funktionen in der Landesverwaltung mit. Unter anderem war er als Regierungsmitarbeiter, selbständiger Anwalt sowie als Leiter des Amts für Umwelt tätig. Das Landtagspräsidium hatte Stefan Hassler im September zur Wahl vorgeschlagen, die vom Landtag mit grosser Mehrheit angenommen wurde.

Landtagspräsident Manfred Kaufmann freut sich über den Amtsantritt des neuen Landtagssekretärs: "Mit Stefan Hassler gewinnt der Landtag eine kompetente Persönlichkeit, welche die parlamentarische Arbeit mit Umsicht und Fachwissen begleiten wird."

Der Landtag und der Parlamentsdienst danken Josef Hilti für seine langjährige und verdienstvolle Arbeit und wünschen Stefan Hassler einen erfolgreichen Start.

Herbsttreffen der Parlamentarischen Versammlung der OSZE in Istanbul

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Vom 17. bis zum 19. November fand in Istanbul die Herbstkonferenz der Parlamentarischen Versammlung der OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) statt. Die Landtagsabgeordneten Carmen Heeb-Kindle (Delegationsleiterin) und Johannes Kaiser sowie Gabriele Wachter vom Parlamentsdienst vertraten den liechtensteinischen Landtag an dieser dreitägigen Konferenz.

An der 23. Herbstkonferenz kamen in der türkischen Metropole Istanbul rund 200 Parlamentarierinnen und Parlamentarier zusammen, um über das Thema «Die OSZE mit 50: Wiederbelebung des Multilateralismus durch Dialog und Zusammenarbeit» zu diskutieren. Die Konferenz wurde von Numan Kurtulmuş, Präsident der grossen Nationalversammlung der Türkei, Pere Joan Pons, Präsident der Parlamentarischen Versammlung der OSZE, sowie General Feridun H. Sinirlioğlu, Generalsekretär der OSZE, eröffnet.

Die Parlamentarierkonferenz widmete sich in drei thematischen Sitzungen zentralen Herausforderungen der europäischen Sicherheitsarchitektur. Dazu richteten Vertreterinnen und Vertreter verschiedener internationaler Organisationen ihre Worte an die Delegierten.

In der ersten Sitzung diskutierten die Parlamentarierinnen und Parlamentarier Strategien zur Stärkung von Sicherheit in Zeiten globaler Unsicherheit. Die zweite Sitzung befasste sich mit der Stärkung des regelbasierten globalen Handelssystems unter der Berücksichtigung von Fairness, Konnektivität und nachhaltigem Wachstum. In der dritten Sitzung stand der Schutz der Menschenwürde im Mittelpunkt.

Die Abgeordneten betonten die Bedeutung der Wahrung von Rechten sowie die Unterstützung von Familien und Gemeinschaften. Delegationsleiterin Carmen Heeb-Kindle erklärte: «In Zeiten multipler Krisen ist die parlamentarische Dimension der OSZE wichtiger denn je. Wir müssen den Dialog aufrechterhalten und gemeinsam an Lösungen arbeiten. Als Kleinstaat bringen wir eine besondere Perspektive in die Diskussionen ein. Unsere Erfahrungen zeigen, dass auch kleinere Länder wichtige Beiträge zur europäischen Sicherheit und Stabilität leisten können.»

Die Konferenz umfasste die Parlamentarierkonferenz, ein Treffen des Mittelmeerforums sowie eine Sitzung des Ständigen Ausschusses, welchem sämtliche Delegationsleitungen, Vizepräsidenten und Präsidiumsmitglieder angehören. Die Konferenz bot wichtige Gelegenheiten zum interparlamentarischen Austausch über sicherheitsrelevante Themen und zur Stärkung der multilateralen Zusammenarbeit im OSZE-Raum.

Liechtenstein am gemeinsamen EFTA-Treffen im Brüssel

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Am 20. und 21. November 2025 fand in Brüssel das jährliche gemeinsame Treffen der EFTA-Staaten Norwegen, Island, Schweiz und Liechtenstein auf parlamentarischer, ministerialer und konsultativer Ebene statt. Beim Parlamentarierkomitee wurde Liechtenstein durch die Abgeordneten Sebastian Gassner und Thomas Vogt gemeinsam mit Delegationssekretärin Jessica F. Bucher vertreten. Ebenfalls teilgenommen haben auf Ministerebene die Aussenministerin Sabine Monauni sowie im Konsultativkomitee Arbeitgebervertreter Maximilian Rüdisser und Arbeitnehmervertreter Sigi Langenbahn.

Im Zentrum der gemeinsamen Gespräche standen die Auswirkungen der jüngsten EU-Schutzmassnahmen mit direkten Auswirkungen auf die EFTA-Staaten, sowie der aktuelle Stand der geplanten Freihandelsabkommen. Zur Vorbereitung der bevorstehenden Drittlandreise des Parlamentarierkomitees nach Hanoi, galt das besondere Augenmerk den laufenden Verhandlungen mit Vietnam.

Das Parlamentarierkomitee befasste sich in seiner Sitzung mit der Aktivitätenplanung 2026, der Wahl des Vorsitzenden 2026 und dem Budget der EFTA-Überwachungsbehörde (ESA). Auch aktuelle politische Themen der EFTA-Staaten sowie geopolitische Konflikte wurden ausführlich behandelt. Abg. Sebastian Gassner informierte über die politische Lage in Liechtenstein. Dabei thematisierte er unter anderem die US-Zolltarife, das neue Regierungsprogramm 2025-2029 und betonte den Fokus auf Stabilität und sozialen Zusammenhalt sowie die Bemühungen für eine erste integrierte Sicherheitsstrategie Liechtensteins.

Bildlegende: Die Liechtenstein-Delegation mit (von links) Maximilian Rüdisser, Botschafter Pascal Schafhauser, Sigi Langenbahn, Sabine Monauni, Sebastian Gassner, Thomas Vogt und Jessica F. Bucher.m EFTA-House in Brüssel (Bild: EFTA)

Petition zur Erweiterung der elD eingereicht

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Emmanuel Hoop aus Schaan hat eine Petition zur Umstrukturierung und Verbesserung der eID beim Landtag eingereicht. Er fordert, dass weitere Dokumente, wie die Krankenkassenkarte oder die Wohnsitzbestätigung, in die digitale Ausweis-App integriert werden.

Wie Emmanuel Hoop in der Petition schreibt, sei der Funktionsumfang der eID in Liechtenstein heute praktisch auf ein einziges Dokument begrenzt. Die Schweiz und Liechtenstein verfüge jedoch über die digitale Kompetenz und die technischen Voraussetzungen, um eine moderne, umfassende digitale Identitätslösung umzusetzen.

«Da alle geforderten Dokumente bereits in elektronischen Registern existieren, ist keine Neuentwicklung erforderlich, sondern lediglich deren Anbindung an die bestehende App», so der Petitionär.

Die Petition ist für die Dezember-Landtagssitzung traktandiert.

Mittels Petition können sich Bürgerinnen und Bürger mit ihren Anliegen an den Landtag wenden. Die Petition ist schriftlich und mindestens von einem Petenten unterzeichnet einzureichen. Eine Behandlung im Landtag findet statt, wenn ein Abgeordneter sich dazu zu Wort meldet. Mittels Mehrheitsbeschlusses kann der Landtag Petitionen an Kommissionen oder zur geeigneten Verfügung an die Regierung überweisen bzw. andere geeignete Massnahmen beschliessen.

Land­tags­prä­si­dent Manfred Kaufmann am Gip­fel­treffen der Krim-Platt­form in Stockholm

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Am 23. und 24. November 2025 nahm Landtagspräsident Manfred Kaufmann in Stockholm an der 4. Parlamentarischen Konferenz der Internationalen Krim-Plattform teil. Parlamentarierdelegationen aus 38 Staaten und 6 internationale Organisationen kamen zum Gipfeltreffen, um ihre Solidarität mit der Ukraine zu bekunden.

Die Konferenz wurde vom schwedischen Parlamentspräsidenten Andreas Norlén und seinem ukrainischen Amtskollegen Ruslan Stefanchuk geleitet. Ziel des Treffens war es, die europäische Zusammenarbeit weiter zu stärken und ein deutliches Zeichen der Geschlossenheit gegenüber der anhaltenden Aggression zu setzen. Sowohl die Verurteilung der Besetzung ukrainischen Gebietes durch Russland als auch die Notwendigkeit, die Ukraine in Friedensverhandlungen einzubeziehen, wurde unmissverständlich betont.

Mit der Teilnahme zeigt sich Liechtenstein mit Europa geschlossen und setzt sich für einen nachhaltigen Frieden und einen geregelten Wiederaufbau ein. In seiner Rede bei der Plenardebatte bekräftigt der Landtagspräsident Liechtensteins anhaltende Unterstützung auf politischer und humanitärer Ebene.

Im Vorfeld der Konferenz empfingen Ihre Königlichen Hoheiten Victoria und Prinz Daniel die Delegation im Königspalast und hiess die Teilnehmenden in Schweden willkommen.

Mentale Gesundheit von Kindern und Jugendlichen Thema der nächsten Aktuellen Stunde

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An der Aktuellen Stunde der letzten Landtagssitzung des Jahres werden sich die Abgeordneten mit der mentalen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen befassen und den Handlungsbedarf der Politik diskutieren. Das Thema eingebracht hat die DpL-Fraktion.

Wie die Fraktion der Demokraten pro Liechtenstein (DpL) die Wahl des Themas begründen, hätten bei Kindern und Jugendlichen nicht nur Angst- und Stressstörungen in den letzten Jahren alarmierende Werte angenommen, sondern auch Gaming- und Internetsucht. Selbst bei Jugendlichen sei das Thema Resilienz und mentale Gesundheit eines der wichtigsten. «Deshalb möchten wir in dieser Aktuellen Stunde über die mentale Gesundheit unserer Kinder und Jugendlichen im Zusammenhang mit der Mediennutzung sprechen», so die Fraktion. Sie lädt die Parteien und die Regierung ein, sich im Dezember-Landtag über folgende Fragen Gedanken zu machen:

  • Wie beurteilen die Parteien die aktuelle Situation bezüglich mentaler Gesundheit unserer Kinder und Jugendlichen und den Einfluss digitaler Medien
  • Wo sehen die Parteien entsprechenden Handlungsbedarf?
  • Was könnten mögliche Ansätze sein, um die mentale Gesundheit unserer Kinder und Jugendlichen zu stärken?

In der Aktuellen Stunde, die für jede Arbeitssitzung vorgesehen ist, wird im Landtag ein Thema von übergeordneter Bedeutung behandelt. Dieses wird abwechselnd von den Landtagsfraktionen festgelegt. Die Aktuelle Stunde dauert höchstens eine Stunde. Jede Fraktion oder Wählergruppe hat für ihre Wortmeldungen eine festgelegte Redezeit. Die Regierung kann zur Teilnahme eingeladen werden. Beschlüsse werden in der Aktuellen Stunde nicht gefasst.

Schaffung eines "Ärzte Zentrum Liechtenstein": Petition eingereicht

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Die zweite von Emmanuel Hoop für den Dezember-Landtag eingereichte Petition fordert die Prüfung eines «Ärzte Zentrum Liechtenstein» zur Sicherstellung der medizinischen Grundversorgung.

Besonders im Bereich der Hausärzte und Psychiater bestehe seit Jahren ein zunehmender Mangel, der sich in den kommenden Jahren weiter verschärfen werde, schreibt Emmanuel Hoop aus Schaan in seiner Petition: «Der Betrieb einer Einzelpraxis ist für viele Ärztinnen und Ärzte finanziell und organisatorisch nicht mehr attraktiv. Hohe Mietkosten, Geräteanschaffungen, administrativer Aufwand und wirtschaftliche Risiken wirken abschreckend -insbesondere für junge Fachkräfte.» Um dem entgegenzutreten, soll ein modernes, zentral organisiertes medizinisches Zentrum, in welchem Ärztinnen und Ärzte unterschiedlichster Fachrichtungen Praxisräume ohne eigene Infrastrukturkosten nutzen können. «Das Zentrum stellt Infrastruktur, Administration, technische Ausstattung und Räumlichkeiten bereit, sodass sich die Fachpersonen vollständig auf die medizinische Tätigkeit konzentrieren können», so der Petitionär.

Die Petition ist für die Landtagssitzung am 3. Dezember traktandiert.

Mittels Petition können sich Bürgerinnen und Bürger mit ihren Anliegen an den Landtag wenden. Die Petition ist schriftlich und mindestens von einem Petenten unterzeichnet einzureichen. Eine Behandlung im Landtag findet statt, wenn ein Abgeordneter sich dazu zu Wort meldet. Mittels Mehrheitsbeschlusses kann der Landtag Petitionen an Kommissionen oder zur geeigneten Verfügung an die Regierung überweisen bzw. andere geeignete Massnahmen beschliessen.

EWR/EFTA-Parlamentarier treffen EU-Abgeordnete in Strassburg

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Am 26. und 27. November 2025 fand in Strassburg das Treffen des gemeinsamen parlamentarischen Ausschusses des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) statt. Liechtenstein wurde durch die Abgeordneten Sebastian Gassner und Roger Schädler gemeinsam mit Delegationssekretärin Jessica F. Bucher vertreten. Weiters nahmen am Treffen Vertreter der ETFA/EWR-Staaten Norwegen und Island sowie des Europäischen Parlaments teil. Die Schweiz ist als Beobachter vertreten.

Fokus der Gespräche waren die EU-Wettbewerbsstrategie und das EU-Budget 2028-2034, das sowohl für mehr Planungssicherheit als auch Flexibilität sorgen soll. Besprochen wurden zudem die EU-Handelsstrategie, die Beziehung zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich (UK), sowie die EU-Osterweiterung. Die Anwesenden haben auch Einblicke in das EU-Raumfahrtprogramm erhalten, welches neben der Forschung, der sicheren Kommunikation in Europa dient.

Zu Ehren der 30-jährigen EWR-Mitgliedschaft Liechtensteins hob der Abgeordnete Sebastian Gassner die hohe Zustimmung aus der Bevölkerung hervor. Der EWR wirkt auch in Liechtenstein weit über Wirtschaftsthemen hinaus. So wird das Erasmus-Programm für einen grenzüberschreitenden Austausch von jungen Menschen auch in Liechtenstein rege genutzt. Dennoch rief er dazu auf, den Verwaltungsaufwand, welcher sich aus der Übernahme von EU-Recht ergibt, zu reduzieren.

Der Abgeordnete Roger Schädler betonte die Unterstützung der drei EWR/EFTA-Staaten für die EU-Binnenmarktstrategie mit Fokus auf den Bürokratieabbau. Er appellierte an unternehmens- und innovationsfreundliche Regulierungen, insbesondere für kleine Unternehmen. Er ist besorgt, dass EU-Schutzzölle gegenüber EWR-Staaten nicht nur den Handel erschweren, sondern auch hemmend für Investitionen wirken können.

Im Vorfeld des Treffens tauschte sich die Delegation mit Botschafter Domenik Wanger zu Liechtensteins diplomatischen Beziehungen aus, welche in Strassburg gepflegt werden.

Besuch des Vorarlberger Landtagpräsidiums in Liechtenstein

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Am Donnerstag, dem 27. November 2025, empfing das Präsidium des Landtags die Amtskollegen des österreichischen Bundeslands Vorarlberg zum traditionellen Freundschaftsbesuch. Im Zentrum stand der Austausch über verschiedene Themen.

Bei der Begrüssung durch Landtagspräsident Manfred Kaufmann und der Gastansprache durch den Vorarlberger Landtagspräsidenten Harald Sonderegger wurden die guten Beziehungen beider Parlamente und die gute Zusammenarbeit beider Länder einmal mehr deutlich gemacht. In Folge tauschten sich die beiden Delegationen im Plenarsaal konstruktiv über mehrere Themenfelder aus. So gab Jürg Senn von der Energiefachstelle Liechtenstein den Gästen mit einem Impulsreferat Einblicke in die Energiestrategie 2030, wobei sich eine rege Diskussion um die Energieträger der Zukunft entwickelte. Bezüglich Fernwärme stiess bei den Gästen insbesondere die KVA in Buchs auf Augenmerk. Danach tauschten sich die beiden Delegationen über Verkehrsthemen aus. Die Ablehnung der S-Bahn FLACH durch das Liechtensteiner Stimmvolk sowie die Folgen für Liechtenstein des sich im Bau befindlichen Stadttunnels Feldkirch fanden bei dieser Diskussion besondere Beachtung. Am Schluss informierte Landtagspräsident Manfred Kaufmann die Gäste über die jüngsten Entwicklungen in Liechtenstein rund um die US-Zölle, wobei beide Delegationen die Wichtigkeit von Rechtsstaatlichkeit und Verlässlichkeit in der Geopolitik betonten.

Ein Besuch in der Hofkellerei in Vaduz und ein gemeinsames Abendessen rundeten den Freundschaftsbesuch ab und boten den Parlamentariern weiteren Raum zum persönlichen Austausch.

Teilnehmer aus Liechtenstein:

Landtagspräsident Manfred Kaufmann, Landtagsvizepräsidentin Franziska Hoop, die Abgeordneten Dagmar Bühler-Nigsch, Johannes Kaiser und Thomas Rehak sowie Landtagssekretär Stefan Hassler.

Teilnehmer aus Vorarlberg:

Landtagspräsident Harald Sonderegger, Landtagsvizepräsident Hubert Kinz, Landtagsvizepräsidentin Monika Vonier, Klubobfrau-Stellvertreter Clemens Ender, Klubobmann Markus Klien, Klubobmann Daniel Zadra, Klubobfrau-Stellvertreterin Fabienne Lackner und Landtagsdirektorin Borghild Goldgruber-Reiner.

Lan­des­aus­schuss 2025/2026 bestellt

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Der Landtag hat am 5. Dezember 2025 am Ende der letzten Arbeitssitzung des Jahres die Abgeordneten Dagmar Bühler-Nigsch, Franziska Hoop, Simon Schächle und Manuela Haldner-Schierscher in den Landesausschuss 2025/2026 gewählt.

Gemäss Art. 72 Abs. 1 der Verfassung gehört Landtagspräsident Manfred Kaufmann von Amtes wegen dem Landesausschuss an. In seinem Verhinderungsfall wird die Leitung von Landtagsvizepräsidentin Franziska Hoop übernommen.

Der Landesausschuss wahrt die Rechte des Gesamtlandtags, wenn der Landtag nicht versammelt ist und deswegen seine Funktionen nicht wahrnehmen kann (d. h. von der Schliessung Ende eines Jahres bis zur Wiedereröffnung zu Beginn des folgenden Jahres) oder im Falle einer Vertagung oder Auflösung des Landtags. Der Landesausschuss besteht aus dem Landtagspräsidenten und vier weiteren Abgeordneten, wobei die beiden Landschaften Oberland und Unterland gleichmässig zu berücksichtigen sind. Der Landesausschuss kann keine bleibende Verbindlichkeit für das Land eingehen.

Die Eröffnungssitzung des Landtags findet am 15. Januar 2026 statt. Dann beginnt die neue Sitzungsperiode und das Mandat des Landesausschusses 2025/2026 endet.

Frie­dens­licht an den Landtag übergeben

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Jedes Jahr überbringen die Pfadfinderinnen und Pfadfinder Liechtensteins dem Fürstentum das "Friedenslicht aus Bethlehem". Auf ihrem Rundgang mit dem Symbol des Friedens begaben sie sich am Mittwochabend auch in den Landtag, wo mehrere Landtagsabgeordnete die Überbringer willkommen hiessen.

Nun wird das Friedenslicht in den Gemeinden verteilt und Spenden gesammelt. Dieses Mal für ein Pfadfinderprojekt in Jamaika, wo Hurrikan Melissa im vergangenen Oktober schwere Schäden hinterlassen hat.

Landtagsabgeordnete am Neujahrsempfang auf Schloss Vaduz

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Am Donnerstag fand auf Schloss Vaduz der traditionelle Neujahrsempfang 2026 statt. Während am Vormittag das diplomatische sowie konsularische Korps zu Besuch war, empfingen Fürst Hans-Adam II. und Erbprinzessin Sophie von und zu Liechtenstein am Nachmittag hochrangige Gäste aus Liechtenstein. Erbprinz Alois konnte aufgrund einer Grippeerkrankung kurzfristig nicht teilnehmen.

Unter den geladenen Gästen befanden sich die Mitglieder des Landtags, der Regierung und der Geistlichkeit, die Gemeindevorstehungen, die Gerichtspräsidenten, Trägerinnen und Träger fürstlicher Titel wie auch fürstlich liechtensteinischer Verdienstorden, die Chefbeamtinnen und Chefbeamten sowie Vertreterinnen und Vertreter der Verbände, Kommissionen, der Parteien und des öffentlichen Lebens.

Landtagseröffnung 2026: Startschuss ins zweite Jahr der Legislatur

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Am kommenden Donnerstag, 15. Januar 2026, um 10 Uhr findet die Eröffnungssitzung des Landtages statt. Damit startet das zweite Jahr der Legislatur.

S.D. Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein wird im Plenarsaal des Landtages seine 22. Thronrede halten und den Landtag eröffnen. Im Anschluss daran erfolgt die Ansprache des Altersvorsitzenden Erich Hasler.

Den nächsten Tagesordnungspunkt bilden die Bürowahlen, bei denen der Landtagspräsident, der Landtagsvizepräsident sowie die Stimmenzähler gewählt werden. Anschliessend werden die Aussenpolitische Kommission, die Finanzkommission, die Geschäftsprüfungskommission und die Besondere Landtagskommission zur Höchstspannungsleitung Balzers bestellt sowie
eine Regierungsrätin-Stellvertretung gewählt.

Die Eröffnungssitzung wird auf dem Landeskanal und per Livestream auf der Website des Landtages übertragen.

Aus Anlass der Landtagseröffnung findet um 9 Uhr ein öffentliches Heiliggeistamt in der Kathedrale St. Florin in Vaduz statt. Die Messe wird vom Apostolischen Administrator des Erzbistums, Bischof Benno Elbs, zelebriert und vom Vaduzer Kirchenchor St. Florin musikalisch umrahmt.

Feierliche Landtagseröffnung 2026

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Als Startschuss ins zweite Legislaturjahr wurde der Landtag nach der Winterpause am Donnerstag durch S.D. Erbprinz Alois feierlich eröffnet und die Bürowahlen durchgeführt.

Nach dem traditionellen Heiliggeistamt mit dem Apostolischen Administrator, Bischof Benno Elbs, in der Kathedrale Vaduz hielt S.D. Erbprinz Alois im Plenarsaal des Landtages im Rahmen der Landtagseröffnung seine 22. Thronrede. Dabei hob er insbesondere die Wichtigkeit von Vertrauen in die staatlichen Institutionen hervor, das in vielen Ländern markant gesunken sei. «Aufgrund unserer Grösse und unseres speziellen Staatssystems ist das Institutionenvertrauen in Liechtenstein zwar weniger gefährdet als in anderen Staaten, angesichts seiner grossen Bedeutung für unser Land sollten wir es aber auch besonders pflegen und schützen», so Erbprinz Alois. «Dies gilt vor allem für die Konsenskultur und die Werte, deren Erhalt auch bei uns gefährdet ist.» So solle die Politik die Anliegen der verschiedensten Teile der Bevölkerung aufnehmen und in die politische Diskussion einbringen, dabei auf die Argumente aller Seiten eingehen und gemeinsam nach den besten Lösungen suchen. Weiter hob der Erbprinz in seiner Thronrede die Themen Bildung, Medien und gemeinnützige Organisationen hervor.

Zusammen zum Wohl des Landes

In der Folge führte Erich Hasler als Altersvorsitzender (ältester Abgeordneter) durch die Sitzung. In seiner Ansprache zeigte er sich besorgt über die Zunahme der globalen Spannungen. «Für kleine, offene und exportorientierte Volkswirtschaften bedeutet diese Entwicklung nichts Gutes», so Erich Hasler. «Gerade deshalb ist es für uns von zentraler Bedeutung, am Völkerrecht festzuhalten und Verstösse dagegen klar und konsequent zu benennen.» Zudem betonte der Altersvorsitzende, dass politische Unterschiede zur Demokratie gehören und Ausdruck lebendiger Meinungsvielfalt seien. Erich Hasler: «Entscheidend ist jedoch, dass wir dort zusammenfinden, wo es um das Wohl unseres Landes und seiner Bevölkerung geht.»

Landtagspräsident Manfred Kaufmann im Amt bestätigt

Den nächsten Tagesordnungspunkt bildeten die Bürowahlen. Landtagspräsident Manfred Kaufmann und Landtagsvizepräsidentin Franziska Hoop wurden für eine weitere Sitzungsperiode bestätigt. Es folgte die Bestellung der Kommissionen für das Jahr 2026, wobei Marion Kindle-Kühnis neu in die Geschäftsprüfungskommission gewählt wurde.

Eingesetzt wurde zudem die Besondere Landtagskommission zur Höchstspannungsleitung Balzers – mit Landtagspräsident Manfred Kaufmann (Vorsitz), Carmen Heeb-Kindle, Bettina Petzold-Mähr, Thomas Rehak und Benjamin Risch.

Mit der Wahl von Sylvia Pedrazzini zur neuen Regierungsrätin-Stellvertreterin endete die Landtagseröffnung.

Entscheidende Weichen stellen

Die erste Arbeitssitzung des Landtages ist auf den 4. März angesetzt. Wie Erbprinz Alois in der Thronrede betonte, werden im zweiten Jahr einer Legislaturperiode oft die für die gesamte Legislaturperiode entscheidenden Weichen gestellt: «Ich wünsche uns allen – den Mitgliedern des Landtages und der neuen Regierung, den Parteien, den Vertretern der Wirtschaft und der gesamten Bevölkerung – ein gutes Zusammenwirken sowie viel Kraft, Mut und Gottes Segen!»

Bürowahlen:

Landtagspräsident: Abg. Manfred Kaufmann

Landtagsvizepräsidentin: Abg. Franziska Hoop

Stimmenzähler: Abg. Carmen Heeb-Kindle, Abg. Lino Nägele

Aussenpolitische Kommission (APK): Abg. Bettina Petzold-Mähr (Vorsitz), Abg. Franziska Hoop, Abg. Marion Kindle-Kühnis, Abg. Roger Schädler, Abg. Johannes Zimmermann

Finanzkommission (FKO): Abg. Christoph Wenaweser (Vorsitz), Abg. Sandra Fausch, Abg. Johannes Kaiser, Abg. Lino Nägele, Abg. Stefan Öhri, Abg. Martin Seger

Geschäftsprüfungskommission (GPK): Abg. Simon Schächle (Vorsitz), Abg. Tanja Cissé, Abg. Daniel Seger, Stv. Abg. Patrick Risch, Abg. Marion Kindle-Kühnis

Besondere Landtagskommis­sion zur Höchstspannungsleitung Balzers: Landtagspräsident Manfred Kaufmann (Vorsitz), Abg. Carmen Heeb-Kindle, Abg. Bettina Petzold-Mähr, Abg. Thomas Rehak, Stv. Abg. Benjamin Risch

Wahl zur stellvertretenden Regierungsrätin für die restliche Legislaturperiode: Sylvia Pedrazzini

Generalsekretär des Europarats Alain Berset zu Besuch im Landtag

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Generalsekretär Alain Berset stattete am Montag dem Landtagspräsidenten Manfred Kaufmann einen Höflichkeitsbesuch ab und traf sich zu einem Austausch mit den Mitgliedern der liechtensteinischen Delegation bei der Parlamentarischen Versammlung des Europarats, vertreten durch die Abgeordneten Christoph Wenaweser (Delegationsleiter), Nadine Vogelsang, Marc Risch und Achim Vogt.

Bei den Gesprächen im Landtagsgebäude in Vaduz standen europapolitische Themen sowie die Zusammenarbeit Liechtensteins mit dem Europarat im Mittelpunkt. Thematisiert wurden aktuelle Herausforderungen im Europarat und in der Parlamentarischen Versammlung, die Lage in der Ukraine, die Unabhängigkeit des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte sowie der Neue Demokratische Pakt für Europa. Delegationsleiter Christoph Wenaweser hob hervor: «Die multilaterale Zusammenarbeit im Europarat ist für Liechtenstein sehr wertvoll. Der Europarat bietet uns eine Plattform, um unsere Werte und Interessen auf europäischer Ebene trotz limitierter Ressourcen zielgerichtet einzubringen und aktiv an der Gestaltung gemeinsamer Standards mitzuwirken.» Um das Vertrauen der Bevölkerung in die politischen Institutionen nachhaltig zu stärken, regte der Delegationsleiter eine Offensive für politische Bildung an, die unter der Schirmherrschaft des Europarats stehen könnte.

Landtagspräsident Manfred Kaufmann betonte nach dem Treffen: «Dieser Besuch unterstreicht die enge Verbundenheit des Fürstentums Liechtenstein mit dem Europarat und seinen Grundwerten – Menschenrechte, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.»

Liechtenstein ist seit 1978 Mitglied des Europarats und engagiert sich aktiv in der Organisation. Der Europarat ist die älteste und grösste europäische Organisation zum Schutz der Menschenrechte und zur Wahrung der demokratischen Sicherheit und Rechtsstaatlichkeit. Ihm gehören 46 Staaten an. Die nächste Teilsession der Parlamentarischen Versammlung findet vom 26. bis 30. Januar in Strassburg statt.

FBP-Fraktion reicht Postulat betreffend Bürokratieabbau als Standortfaktor ein

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Die Fraktion der FBP hat am Donnerstag ein Postulat eingereicht – mit dem Ziel, dass die Regierung eine umfassende Untersuchung zum Bürokratieabbau und zur systematischen Deregulierung durchführt.

Die FBP-Fraktion begründet die Eingabe ihres "Postulats betreffend Bürokratieabbau als Standortfaktor und systematische Optimierung von Verwaltungsprozessen und Rechtsetzung" mit der Wichtigkeit von Verwaltungseffizienz mit klarem Rechtsrahmen. Im Vorstoss werden dazu sechs strategische Handlungsfelder definiert.

"Unternehmen berichten von Doppelspurigkeiten bei Genehmigungsverfahren, aufwändigen Dokumentationspflichten und unübersichtlichen Verwaltungsabläufen", erklärt die FBP-Fraktion. Dies bedeute insbesondere für KMU eine erhebliche Belastung im Verhältnis zu ihren Ressourcen.

Die Regierung soll daher eingeladen werden, eine umfassende Untersuchung zum Bürokratieabbau und zur systematischen Deregulierung durchzuführen und dem Landtag einen detaillierten Bericht mit Handlungsempfehlungen und Massnahmen vorzulegen. "Eine systematische Überprüfung von Prozessen und Regulatorien sowie ein konsequenter Bürokratieabbau unterstreicht den Anspruch Liechtensteins als innovativer und zukunftsgerichteter Standort", fassen die Postulanten zusammen.

Das Postulat wird voraussichtlich in der ersten Arbeitssitzung im März im Landtag behandelt. Für die Überweisung an die Regierung ist eine Abgeordnetenmehrheit erforderlich.

Das parlamentarische Instrument «Postulat» gibt dem Landtag die Möglichkeit, die Regierung mit der Prüfung einer Sache oder eines Vorgangs zu beauftragen. Bei erfolgreicher Überweisung hat die Regierung bis spätestens zur vierten Landtagssitzung schriftlich Stellung zu nehmen und dem Landtag eine «Postulatsbeantwortung» vorzulegen. Diese wird erneut im Landtag behandelt. In diesem Fall räumen die Postulanten der Regierung angesichts der hohen Komplexität ihres Vorstosses eine Beantwortungsfrist von einem Jahr ein. 

Das Instrument des Postulats wird im Landtag oft dazu verwendet, einen für die Volksvertreter unbefriedigenden Sachverhalt vertieft von der Regierung überprüfen zu lassen, bevor das stärkere Instrument der Motion ergriffen wird, welches die Regierung mit der Ausarbeitung einer konkreten Gesetzesvorlage beauftragt.

Der Umbruch im globalen Handel im Zentrum des EFTA-Handelsseminars

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Die EFTA-Delegation des Landtags nahm am 27. und 28. Januar 2026 in Genf am EFTA-Handelsseminar zusammen mit Vertretern aus Island, Norwegen und der Schweiz teil. Ziel des jährlichen Treffens ist der Austausch über aktuelle Entwicklungen im globalen Handel und die Schärfung der gemeinsamen Positionierung zugunsten einer resilienten EFTA-Handelspolitik. Neben den Abgeordneten Sebastian Gassner und Roger Schädler sowie Delegationssekretärin Jessica F. Bucher nahmen auch Maximilian Rüdisser und Sigi Langenbahn als Vertreter der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände Liechtensteins teil.

Aus aktuellem Anlass stand die Handelspolitik der USA und deren Auswirkungen auf ihre Handelspartner im Zentrum der Gespräche. Experten des World Trade Institute und der Geneva Trade Plattform analysierten die sich daraus entstehenden Veränderungen der globalen Handelsdynamik, während Vertreter der Welthandelsorganisation (WTO) und Vertreter des Weltwirtschaftsforums (WEF) Einblicke in deren Sicht auf die aktuellen handelspolitischen Ereignisse gaben. Die kanadische Botschafterin bei der WTO, Nadia Theodore, betonte die Bedeutung diversifizierter Handelsbeziehungen und die Notwendigkeit einer verstärkten Zusammenarbeit zwischen gleichgesinnten Ländern. Das Parlamentarierkomitee bekräftigte seinerseits den starken Wunsch nach einer Erneuerung des inzwischen 18 Jahre alten Abkommens zwischen der EFTA und Kanada.

Ein Vertreter der Europäischen Kommission informierte zudem über die neue Sicherheitsdoktrin der EU zur Stärkung der wirtschaftlichen Sicherheit Europas. «Da die EU ein wichtiger Partner der EFTA-Staaten ist, haben ihre politischen Entscheide einen grossen Einfluss auf unseren Handel und unsere Wirtschaftsleistung. Für uns ist es deshalb sehr entscheidend, wie der sogenannte RESourceEU-Plan unsere Abhängigkeit oder Widerstandsfähigkeit in globalen Lieferketten beeinflusst», so der Abgeordnete Sebastian Gassner.

Im Vorfeld des Treffens tauschte sich die Delegation mit Botschafter Frank Büchel und Patrick Ritter über Liechtensteins Beteiligung in der WTO und der EFTA aus.

Delegation an der Wintersession der Parlamentarischen Versammlung des Europarats

Auf dem Foto sind 14 Parlamentarierinnen und Parlamentariern aus Andorra, Monaco, San Marino und Liechtenstein als Gruppenbild zu sehen.

Die Landtagsdelegation für den Europarat hat vom 26. bis 29. Januar an der ersten Teilsession 2026 der Parlamentarischen Versammlung in Strassburg teilgenommen.

Liechtenstein war mit den Landtagsabgeordneten Christoph Wenaweser (Delegationsleiter), Nadine Vogelsang, Achim Vogt und Marc Risch sowie der Delegationssekretärin Sandra Gerber-Leuenberger vertreten. Landtagssekretär Stefan Hassler nahm, um die Arbeit der Delegation sowie den Europarat kennenzulernen, ebenfalls an der Sitzungswoche teil.

Schwerpunkte der Wintersession

Zu Beginn der Sitzungswoche wurde Petra Bayr (SPÖ) aus Österreich zur neuen Präsidentin der Versammlung gewählt. Die Nachfolgerin von Theodoros Rousopoulos ist die 36. Präsidentin in der Geschichte der Versammlung. Ihre Amtszeit beträgt ein Jahr und kann einmalig verlängert werden.

Die Teilsession umfasste Debatten zu aktuellen europäischen und internationalen Themen. Am Donnerstagmorgen wurde eine Sonderdebatte zur Situation Grönlands abgehalten. Europa hat dabei über alle Landes- und Parteigrenzen hinweg in grösster Geschlossenheit Einigkeit und Solidarität mit Dänemark und Grönland demonstriert und die entsprechende Entschliessung einstimmig verabschiedet.

Parlamentarischer Austausch

Auf Initiative der Delegation aus San Marino trafen sich die Parlamentarierinnen und Parlamentarier aus Monaco, Andorra, San Marino und Liechtenstein zu einem Arbeitsgespräch am Rande der Teilsession. Im Mittelpunkt der Gespräche standen die gemeinsamen Herausforderungen im Zusammenhang mit der europäischen Integration. Die Delegationen tauschten sich über ihre spezifischen Perspektiven als Kleinstaaten im europäischen Kontext aus und erörterten Möglichkeiten einer verstärkten Zusammenarbeit. «Gerade für kleinere Staaten ist der regelmässige Austausch mit Kolleginnen und Kollegen aus ganz Europa besonders wertvoll», betonte Delegationsleiter Christoph Wenaweser. «Wir teilen ähnliche Herausforderungen und können voneinander lernen.»

Höflichkeitsbesuch des Landtagssekretärs bei der Generalsekretärin der Versammlung

Landtagssekretär Stefan Hassler traf die Generalsekretärin der Parlamentarischen Versammlung, Despina Chatzivassiliou, zu einem Höflichkeitsbesuch. Das konstruktive Gespräch unterstrich die guten Beziehungen zwischen Liechtenstein und dem Europarat sowie die Bedeutung des kontinuierlichen Dialogs auf europäischer Ebene. Im Anschluss an das Treffen lud die Generalsekretärin den Landtagssekretär zur Teilnahme an der Gedenkveranstaltung zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust ein - ein Zeichen der vertrauensvollen und freundschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Seiten.

Bedeutung für Liechtenstein

Die Teilnahme an den Sitzungen der Parlamentarischen Versammlung ist ein wichtiger Bestandteil des liechtensteinischen Engagements im Europarat. Die Parlamentarische Versammlung setzt sich aus Delegationen von 46 nationalen Parlamenten zusammen und tagt vierteljährlich in Strassburg.

DpL-Frak­tion reicht Interpellation betref­fend Entlastung der KMU ein

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Die Fraktion der DpL reichte am Dienstag eine Interpellation betreffend nötige Entlastung der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) und zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Liechtenstein ein.

Mit diesem Vorstoss sollen zentrale Problemfelder aus Sicht der KMU aufgezeigt und der Handlungsbedarf aus politischer Perspektive geprüft werden. Ziel ist, aus Sicht der Interpellanten, Entlastungspotenziale zu identifizieren, die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Liechtenstein nachhaltig zu stärken und gleichzeitig Rechtssicherheit sowie den Schutz von Arbeitnehmenden und öffentlichen Interessen zu gewährleisten.

KMU seien ein wichtiger Bestandteil der heimischen Wirtschaft, würden sich jedoch mit einer wachsenden administrativen und regulatorischen Belastung konfrontiert sehen. Hinzu kämen strukturelle Herausforderungen in Bereichen wie Arbeitszeitregelungen, Berufsbildung, Fachkräftesicherung, Energie- und Klimapolitik, öffentliche Beschaffungen sowie Finanzierungsmöglichkeiten. 

Die Interpellanten stellen in ihrem Vorstoss 28 Fragen an die Regierung. Die Interpellation wird voraussichtlich in der März-Sitzung des Landtags an die Regierung überwiesen.

Eine Interpellation ist ein Instrument der Abgeordneten, mit dem sie die Regierung auffordern können, schriftlich Auskunft über jedes die gesamte Landesverwaltung betreffende Thema zu erteilen. Im Gegensatz zu "Kleinen Anfragen", die am Anfang von jeder Landtagssitzung gestellt werden können, widmen sich Interpellationen komplexeren Themenfeldern und beinhalten in der Regel umfangreiche Fragenkataloge. Eine Interpellation wird bei der Behandlung im Landtag ohne Abstimmung automatisch an die Regierung überwiesen, die dann bis zur dritten Landtagssitzung nach Überweisung eine schriftlichen Bericht vorlegt. Diese "Interpellationsbeantwortung" wird dann wiederum im Landtag behandelt.

Das Instrument der Interpellation ist ein wichtiges Kontrollinstrument des Landtags bzw. können Abgeordnete aufgrund der durch eine Interpellation erhaltenen Informationen gezielter stärkere Instrumente, wie das Postulat oder die Motion, einsetzen.

Überblick zu den staatlichen Leistungsvereinbarungen: DpL reicht Interpellation ein

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Die Fraktion der DpL reichte am Dienstag eine Interpellation für einen Überblick zu den staatlichen Leistungsvereinbarungen ein. Ziel ist es laut Interpellanten, einen umfassenden und nachvollziehbaren Überblick über sämtliche bestehenden Leistungsvereinbarungen mit externen nichtstaatlichen Organisationen zu erhalten.

Da Leistungsvereinbarungen regelmässig finanzielle Verpflichtungen des Staates nach sich ziehen, sei es im Interesse des Landtages wie auch der Öffentlichkeit zu wissen, mit welchen Organisationen die Regierung zusammenarbeitet, welche Leistungen diese Organisationen im Auftrag des Staates erbringen, wie hoch die dafür eingesetzten finanziellen Mittel sind, und nach welchen Kriterien diese Vereinbarungen ausgestaltet, überprüft, verlängert oder gegebenenfalls beendet werden, so die Interpellanten.

Die Interpellation beinhaltet sechs Fragen an die Regierung und wird voraussichtlich in der März-Sitzung an die Regierung überwiesen.

Eine Interpellation ist ein Instrument der Abgeordneten, mit dem sie die Regierung auffordern können, schriftlich Auskunft über jedes die gesamte Landesverwaltung betreffende Thema zu erteilen. Im Gegensatz zu "Kleinen Anfragen", die am Anfang von jeder Landtagssitzung gestellt werden können, widmen sich Interpellationen komplexeren Themenfeldern und beinhalten in der Regel umfangreiche Fragenkataloge. Eine Interpellation wird bei der Behandlung im Landtag ohne Abstimmung automatisch an die Regierung überwiesen, die dann bis zur dritten Landtagssitzung nach Überweisung eine schriftlichen Bericht vorlegt. Diese "Interpellationsbeantwortung" wird dann wiederum im Landtag behandelt.

Das Instrument der Interpellation ist ein wichtiges Kontrollinstrument des Landtags bzw. können Abgeordnete aufgrund der durch eine Interpellation erhaltenen Informationen gezielter stärkere Instrumente, wie das Postulat oder die Motion, einsetzen.

Freie Liste mit Initiative zur Abänderung des Volksrechtegesetzes Art. 81

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Die Abgeordneten Manuela Haldner-Schierscher und Sandra Fausch von der Freien Liste haben am Dienstag eine parlamentarische Initiative zur Abänderung des Volksrechtegesetzes eingereicht. Ziel ist, dass bei "einfachen Volksinitiativen" ebenfalls zwingend eine Volksabstimmung durchgeführt wird.

Durch die Anpassung von Absatz 4 des Artikels 81 soll das automatische Dahinfallen einer einfachen Anregung bei Nichtzustimmung des Landtags entfallen bzw. bei einer sogenannten "einfachen Initiative" analog zur "formulierten Initiative" automatisch eine Volksabstimmung durchgeführt werden.

Die aktuelle Gesetzeslage ermögliche es dem Landtag, Anliegen des Volkes, die ihm missfallen oder einen erhöhten Arbeitsaufwand für die Ministerien oder das Parlament bedeuten, ohne Volksbefragung zu verwerfen, so die Initiantinnen. Dies entwerte die Ausarbeitung der Anregung sowie die Arbeit der Initianten, welche die erforderlichen Unterschriften sammeln und einreichen.

Die parlamentarische Initiative wird nun von der Regierung auf Verfassungs- und Staatsvertragskonformität vorgeprüft.

Mittels einer parlamentarischer Initiative kann jedes Mitglied des Landtags Vorschläge zum Erlass eines neuen Gesetzes sowie zur Abänderung oder Aufhebung eines bestehenden Gesetzes einbringen - dies in Form eines ausgearbeiteten Entwurfs. Nach Erhalt des Berichts der Vorprüfung durch die Regierung behandelt der Landtag das Initiativbegehren spätestens in der übernächsten Sitzung. Stellt der Landtag fest, dass der Vorstoss mit der Verfassung und den bestehenden Staatsverträgen übereinstimmt, wird die Initiative wie eine Gesetzesvorlage behandelt und direkt in erster Lesung beraten.

Neben der parlamentarischen Initiative gibt es auch die "Volksinitiative", bei der das Stimmvolk durch das Sammlen einer gewissen Zahl von Unterschriften Volksabstimmungen zu Gesetzes- und Verfassungsänderungen herbeiführen kann. Die Volksinitiative kann in der Form einer einfachen Anregung (einfache Initiative) oder eines ausgearbeiteten Entwurfes (formulierte Initiative) gestellt werden. 

Petition für ein landesweites Feuerwerksverbot eingereicht

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Sandy-Ashley Hermann aus Schaan und Silke Kindle aus Triesen haben am Donnerstag beim Parlamentsdienst eine Petition eingereicht, die ein landesweites, ganzjähriges Verbot von Feuerwerk, Knallkörpern und sonstigen pyrotechnischen Gegenständen fordert.

Ein Feuerwerksverbot würde Mensch, Tier, Umwelt und die allgemeine Sicherheit wesentlich verbessern und wäre ein wichtiger Schritt in Richtung eines nachhaltigen und verantwortungsvollen Liechtensteins, schreiben die Petitionärinnen: «Für besondere Anlässe wie etwa den Staatsfeiertag am 15. August schlagen wir vor, auf moderne, umweltfreundlichere Alternativen wie Laser- oder Lichtshows zurückzugreifen. Diese sind leise, verursachen keinen Müll und bieten dennoch ein eindrucksvolles Gemeinschaftserlebnis.»

Die Petitionärinnen verweisen auch auf eine von ihnen zuvor initiierte Online-Unterschriftensammlung, die insbesondere ein Verbot von Feuerwerk zum Jahreswechsel fordert. 2'500 Personen haben sich dort für ein solches Anliegen ausgesprochen.

Die Behandlung der Petition ist für die Landtagssitzung im März vorgesehen.

Mittels Petition können sich Bürgerinnen und Bürger mit ihren Anliegen an den Landtag wenden. Die Petition ist schriftlich und mindestens von einem Petenten zu unterzeichnen. Die Behandlung im Landtag findet statt, wenn sich ein Abgeordneter dazu zu Wort meldet. Mittels Mehrheitsbeschluss kann der Landtag Petitionen «zur geeigneten Verfügung» an die Regierung oder an Kommissionen überweisen bzw. andere geeignete Massnahmen beschliessen.

Lohngleichheit zwischen den Geschlechtern: Petition eingereicht

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Vertreterinnen und Vertreter des Feministischen Frauenstreiks FL und des LANV haben am Freitag beim Landtag eine Petition zur Abschaffung der Lohnungleichheit eingereicht. Landtagspräsident Manfred Kaufmann nahm die Petition für den Landtag entgegen.

«Gleichstellung ist dann erreicht, wenn Frauen und Männer gleiche Aufstiegs- und Karrieremöglichkeiten ungeachtet der Familienarbeit haben und keine Lohnunterschiede aufgrund des Geschlechts feststellbar sind», heisst es in der Petition. Gefordert werden flächendeckende Lohnanalysen, die in die Gleichstellungsindikatoren aufgenommen werden sollen, sowie Massnahmen, welche die Lohnungleichheit abbauen. Hierbei seien Politik und Unternehmen gleichermassen gefordert. Mit dem Ansatz der Freiwilligkeit sei das Ziel der Lohngleichheit erst in Jahrzehnten erreichbar.

Die Petition geht auf eine Unterschriftensammlung zurück, die am 14. Juni 2023 während des Feministischen Streiks durchgeführt wurde. 176 Unterschriften konnten dabei gesammelt werden.

Die Petition wird voraussichtlich in der nächsten Landtagssitzung Anfang März behandelt.

Via Petition können sich Bürgerinnen und Bürger mit ihren Anliegen an den Landtag wenden. Die Petition ist schriftlich und mindestens von einer Petentin bzw. einem Petenten zu unterzeichnen. Die Behandlung im Landtag findet statt, wenn sich ein Abgeordneter dazu zu Wort meldet. Mittels Mehrheitsbeschluss kann der Landtag Petitionen «zur geeigneten Verfügung» an die Regierung oder an Kommissionen überweisen bzw. andere geeignete Massnahmen beschliessen. Beigelegte Unterschriftensammlungen zu Petitionen werden aus Datenschutzgründen nicht veröffentlicht.

Wintertagung der Parlamentarischen Versammlung der OSZE in Wien

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Am 19. und 20. Februar fand die Wintertagung der Parlamentarischen Versammlung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) statt.

Die Landtagsabgeordneten Carmen Heeb-Kindle (Delegationsleiterin) und Johannes Kaiser sowie Landtagssekretär Stefan Hassler und Delegationssekretärin Sandra Gerber-Leuenberger vertraten den liechtensteinischen Landtag an dieser zweitägigen Konferenz. Es waren über 200 Parlamentarierinnen und Parlamentarier aus den 57 OSZE-Mitgliedstaaten im Kongresszentrum der Hofburg in Wien anwesend.

Hochrangige Eröffnung

Die Sitzung wurde von Walter Rosenkranz, Präsident des Österreichischen Nationalrats, Pere Joan Pons, Präsident der Parlamentarischen Versammlung der OSZE, sowie Feridun H. Sinirlioğlu, Generalsekretär der OSZE, eröffnet. In seiner anschliessenden Rede betonte Ruslan Stefantschuk, Vorsitzender des ukrainischen Parlaments, die Notwendigkeit der Rechenschaftspflicht von Russland.

An der Plenardebatte diskutierten die Parlamentarierinnen und Parlamentarier zum Thema «Menschenrechte als Grundlage für Sicherheit». Dazu sprachen Søren Gade, Parlamentspräsident von Dänemark, sowie Petra Bayr, Präsidentin der Parlamentarischen Versammlung des Europarats. Über 60 Abgeordnete ergriffen das Wort.

Intensive Diskussionen zu aktuellen Sicherheitsfragen

Im Rahmen der Tagung kamen auch die drei Fachausschüsse zusammen. Der Ausschuss für politische Angelegenheiten und Sicherheit widmete sich schwerpunktmässig der Lage in der Ukraine. Als Gastredner sprach der Hohe Kommissar für nationale Minderheiten, Christophe Kamp, zu den Delegierten. Der Ausschuss für Demokratie, Menschenrechte und humanitäre Fragen diskutierte über Wahlintegrität und hybride Bedrohungen. EU-Kommissar Michael McGrath führte in die Thematik ein. Zudem richtete Maria Telalian, Direktorin des ODIHR, ihre Worte an die Delegierten und unterstrich die Wichtigkeit von Wahlbeobachtungsmissionen in demokratiebedrohten Ländern. Im Fokus des Ausschusses für Wirtschaft, Wissenschaft, Technologie und Umwelt stand eine Debatte über Geoökonomie, Technologie und Sicherheit. Verschiedene Experten erörterten das Thema.

Delegationsleiterin Carmen Heeb-Kindle betonte: «Die Wintertagung unterstreicht die Bedeutung des parlamentarischen Dialogs für die Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa. Als Kleinstaat ist Liechtenstein auf eine funktionierende multilaterale Zusammenarbeit und die Stärkung des Völkerrechts angewiesen. Die OSZE PV bietet uns eine wichtige Plattform, um unsere Positionen einzubringen und uns mit Parlamentarierinnen und Parlamentariern aus dem gesamten OSZE-Raum auszutauschen.»

Gespräche vor Ort

Die Delegation nutzte ihre Präsenz in Wien für ein Arbeitsgespräch mit Botschafter Simon Biedermann und seinem Stellvertreter Dominik Marxer. Im Mittelpunkt standen aktuelle Schwerpunktthemen und Entwicklungen innerhalb der OSZE. Landtagssekretär Stefan Hassler traf zudem Roberto Montella, Generalsekretär der Parlamentarischen Versammlung der OSZE, zum bilateralen Austausch über aktuelle Herausforderungen in der Parlamentarischen Versammlung.

Die Tagung umfasste Plenardebatten, die Sitzungen der drei ordentlichen Ausschüsse und eine Sitzung des Ständigen Ausschusses, welchem sämtliche Delegationsleitungen, Vizepräsidenten und Präsidiumsmitglieder angehören. Die Wintertagung in Wien ist nach der Jahresversammlung das zweitgrösste Treffen der Parlamentarischen Versammlung der OSZE. Sie dient hauptsächlich dem Austausch mit den Vertretern der OSZE, die ihren Sitz in Wien hat.

Bildungsstrategie wird Thema der Aktuellen Stunde im März

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An der Aktuellen Stunde in der kommenden Landtagssitzung am 4. März werden sich die Abgeordneten mit der Frage beschäftigen, welche Schwerpunkte die Weiterentwicklung der Bildungsstrategie setzen sollte. Eingebracht hat das Thema die VU-Fraktion.

Vor fünf Jahren wurden mit der Bildungsstrategie "2025plus" zentrale strategische Leitlinien für die Weiterentwicklung des Bildungswesens definiert. Aufgrund der rasanten Veränderungen der gesellschaftlichen, technologischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen möchte die VU-Fraktion die strategische Ausrichtung der Bildungslandschaft nun kritisch überprüfen und weiterentwickeln. "Mit dieser Aktuellen Stunde soll eine offene und konstruktive Debatte darüber geführt werden, wie die Bildungslandschaft Liechtensteins weiterentwickelt und auf kommende Herausforderungen ausgerichtet werden kann", so die VU-Fraktion.

In der Aktuellen Stunde, die für jede Arbeitssitzung vorgesehen ist, wird im Landtag ein Thema von übergeordneter Bedeutung behandelt. Dieses wird abwechselnd von den Landtagsfraktionen festgelegt. Die Aktuelle Stunde dauert höchstens eine Stunde. Jede Fraktion oder Wählergruppe hat für ihre Wortmeldungen eine festgelegte Redezeit. Die Regierung kann zur Teilnahme eingeladen werden. Beschlüsse werden in der Aktuellen Stunde nicht gefasst.

DpL und VU reichen Postulat betreffend die Weiterentwicklung der Liegenschaft "Zollhaus Steg" ein

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Die Abgeordneten Marion Kindle-Kühnis und Roger Schädler haben am Donnerstag stellvertretend für 13 Abgeordnete der DpL und der VU ein Postulat betreffend die Weiterentwicklung der Liegenschaft "Zollhaus Steg" eingereicht.

Zu den Postulanten gehören weiters Dagmar Bühler-Nigsch, Tanja Cissé, Carmen Heeb-Kindle, Dietmar Hasler, Stefan Öhri, Thomas Rehak, Simon Schächle, Martin Seger, Achim Vogt, Christoph Wenaweser und Johannes Zimmermann.

Hintergrund des Postulats ist der geplante Verkauf der Liegenschaft "Zollhaus Steg", zu dem anlässlich der Landtagssitzung vom 5.-7. November 2025 mehrere Abgeordnete ihre Bedenken geäussert hatten.

Mit dem Postulat wollen die VU und die DpL die Regierung einladen, auf den geplanten Verkauf der Liegenschaft zu verzichten und stattdessen Varianten für eine künftige Nutzung im öffentlichen Interesse zu prüfen.

Als Gründe gegen den Verkauf werden genannt:

- Keine finanzielle Notwendigkeit
- Strategische Reserve für künftige Entwicklungen im Berggebiet
- Potenzial für den Ausbau öffentlicher Infrastruktur und Sporteinrichtungen, z.B. öffentliche Toilettenanlage oder Infrastruktur für das Langlaufgebiet.
Ein Verkauf an den Meistbietenden würde laut den Postulanten diese Entwicklungsmöglichkeiten dauerhaft einschränken.

Das Postulat wird voraussichtlich in der April-Landtagssitzung behandelt.

Mit einem Postulat äussert der Landtag einen Prüfauftrag an die Regierung. Das Instrument wird oft dazu verwendet, einen für die Volksvertreter unbefriedigenden Sachverhalt vertieft von der Regierung überprüfen zu lassen, bevor allenfalls das stärkere Instrument der Motion ergriffen wird, welches die Regierung mit der Ausarbeitung einer konkreten Gesetzesvorlage beauftragt. Bei erfolgreicher Überweisung des Postulats durch eine Landtagsmehrheit hat die Regierung bis spätestens zur vierten Landtagssitzung schriftlich Stellung zu nehmen und dem Landtag eine Postulatsbeantwortung vorzulegen. Diese wird erneut im Landtag behandelt. Da in diesem Fall 13 Abgeordnete das Postulat unterzeichnet haben, ist die Landtagsmehrheit gesetzt und eine Überweisung an die Regierung nur noch Formsache.

VU mit Motion zur Einführung eines vereinfachten Anzeigeverfahrens für temporäre saisonale Bauten und Anlagen

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Die Abgeordneten Roger Schädler und Dagmar Bühler-Nigsch reichten am Montag im Namen der VU-Fraktion die Motion betreffend die Einführung eines vereinfachten Anzeigeverfahrens für temporäre saisonale Bauten und Anlagen ein.

Die Motionäre wollen die Regierung beauftragen, dem Landtag eine Gesetzesvorlage zu unterbreiten, mit der für ausschliesslich temporäre oder saisonale Bauten und Anlagen ein vereinfachtes Anzeigeverfahren eingeführt wird.

Ein standardisiertes Anzeigeverfahren für temporäre Bauten und Anlagen mit einer maximalen Dauer von sechs Monaten soll laut den Motionären die Realisierung solcher Projekte deutlich beschleunigen und vereinfachen. Eine Lösung mit geringerem administrativem Aufwand würde es besonders Vereinen, Initiativen und Gemeinden ermöglichen, temporäre Projekte rascher umzusetzen. Temporäre Nutzungen würden Flächen- und Immobilienpotenziale aktivieren, Leerstände überbrücken und zu stärkerer Standortattraktivität führen. Als praktische Anwendungsfälle werden Beispiele aus den Bereichen Gastronomie und Verpflegung, Sport und Freizeit oder Tourismus und Kultur genannt. 

Der Landtag wird sich voraussichtlich im April-Landtag mit der Motion befassen. Für eine Überweisung an die Regierung ist eine Landtagsmehrheit nötig.

Die Motion zählt zu den stärksten parlamentarischen Vorstössen im Landtag und ist ein gesetzgeberisches Instrument, mit dem Abgeordnete der Regierung einen verbindlichen Auftrag erteilen können. Wird eine Motion vom Landtag überwiesen, muss die Regierung dazu innerhalb von zwei Jahren eine entsprechende Gesetzesvorlage vorlegen.

Handynutzung und soziale Medien: Motion fordert mehr Schutz für Kinder und Jugendliche

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Fünf DpL-Abgeordnete haben am Dienstag eine Motion eingereicht, die eine umfassende Schutzstrategie für Kinder und Jugendliche im Umgang mit Smartphones und der Nutzung sozialer Medien fordert.

«Mit der geforderten Schutzstrategie soll vor allem dem Megatrend des Konsums sozialer Medien und dem Smartphonegebrauch deutlich mehr Aufmerksamkeit geschenkt und gesetzliche Rahmenbedingungen für einen altersgerechten Schutz geschaffen werden», schreiben die Abg. Marion Kindle-Kühnis, Simon Schächle, Martin Seger, Erich Hasler und Thomas Rehak in ihrer Motion. Es bestehe dringender Handlungsbedarf, da die Gefährdung für junge Menschen, für ihren Lebenserfolg, ihr Wohlbefinden und ihre Gesundheit momentan erheblich sei. Die Abgeordneten fordert unter anderem eine verbindliche Medienbildung, die Stärkung der Elternverantwortung sowie gesetzliche Anpassungen – auch mit regulierenden Verboten, wie einem Handyverbot an Schulen.

Bei einer Überweisung durch eine Landtagsmehrheit wird die Regierung beauftragt, eine umfassende Schutzstrategie für den Umgang mit dem Smartphone und insbesondere für die Nutzung der sozialen Medien bei Kindern und Jugendlichen zu erstellen und gesetzliche Rahmenbedingungen hierfür zu schaffen.

Die Motion zählt zu den stärksten parlamentarischen Vorstössen im Landtag und ist ein gesetzgeberisches Instrument, mit dem Abgeordnete der Regierung einen verbindlichen Auftrag erteilen können. Wird eine Motion vom Landtag überwiesen, muss die Regierung dazu innerhalb von zwei Jahren eine entsprechende Gesetzesvorlage vorlegen.

DpL reicht Initiative zur Offenlegung von Parteispenden ab 10'000 Franken ein

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Am Freitag hat die DpL‑Fraktion eine Gesetzesinitiative zur Offenlegung von Parteispenden von mehr als 10'000 Franken eingereicht.

Die Vorlage bezweckt gemäss Initiativtext die Einführung klarer gesetzlicher Offenlegungspflichten für Parteispenden. Künftig sollen Spenden natürlicher oder juristischer Personen offengelegt werden müssen, sofern sie während eines Kalenderjahres den Gesamtbetrag von 10'000 Franken überschreiten. Wie die DpL‑Abgeordneten ausführen, sollen dabei mehrere Zuwendungen derselben Person innerhalb eines Kalenderjahres zusammengerechnet werden, um eine Umgehung durch Aufteilung von Beträgen zu verhindern. Ähnliches sehen die Initianten für Firmenspenden vor. Zudem wünscht sich die DpL‑Fraktion eine eigenständige Transparenzregelung für Ausschüttungen oder sonstige geldwerte Vorteile an Parteien, um die finanzielle Transparenz zu vervollständigen und Umgehungskonstruktionen zu verhindern. «Gerade im Fürstentum Liechtenstein mit seiner überschaubaren Grösse und engen gesellschaftlichen Verflechtungen kommt der Offenlegung grösserer finanzieller Zuwendungen besondere Bedeutung zu», fassen die DpL‑Abgeordneten zusammen.

Die Initiative wird nun von der Regierung auf Verfassungsmässigkeit und Staatsvertragskonformität vorgeprüft.

Mittels einer parlamentarischen Initiative kann jedes Mitglied des Landtags Vorschläge zum Erlass eines neuen Gesetzes sowie zur Abänderung oder Aufhebung eines bestehenden Gesetzes einbringen – dies in Form eines ausgearbeiteten Entwurfs. Nach Erhalt des Berichts der Vorprüfung durch die Regierung behandelt der Landtag das Initiativbegehren spätestens in der übernächsten Sitzung. Stellt der Landtag fest, dass der Vorstoss mit der Verfassung und den bestehenden Staatsverträgen übereinstimmt, wird die Initiative wie eine Gesetzesvorlage behandelt und direkt in erster Lesung beraten.

Petition fordert neue Volksabstimmung zum Spitalneubau

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Sieben Personen haben am Montag eine Petition zum Neubauprojekt des Landesspitals eingereicht. Sie wünschen sich eine weitere Volksabstimmung.

Mit Blick auf die Planungsschwierigkeiten und den Baustopp bis Herbst hat eine Personengruppe eine Petition zur Aufhebung des Ergänzungskredites zur Umsetzung des Projekts «Inspira II» beim Neubau des Liechtensteinischen Landesspitals (LLS) lanciert. Markus Risch, Pepo Frick, Ewald Frick, Harry Quaderer, Jack Quaderer, Willi Frommelt und Diana Hilti fordern, dass die Bevölkerung nach den Volksabstimmungen 2019 und 2024 erneut entscheiden soll, ob sie am Neubauprojekt festhalten will. Die Petitionäre sind der Ansicht, dass die letzte Volksentscheidung zum Ergänzungskredit für das LLS nicht auf ordentlichen Grundlagen beruht habe und somit nicht «auf Biegen und Brechen» verfolgt werden dürfe. Die Petition ersucht deshalb den Landtag, dass dieser die Regierung beauftragt, eine Vorlage zur Aufhebung des Ergänzungskredits vorzulegen, um darüber eine Volksabstimmung beschliessen zu können.

Zudem bedauern die Petitionäre, dass es in Liechtenstein keine Möglichkeit gibt, bei offensichtlichen Falschinformationen zu einer Abstimmung eine Abstimmungsbeschwerde einzureichen. So ist eine entsprechende Abänderung des Volksrechtegesetzes ebenfalls Teil der Petition.

Die Petition wird voraussichtlich in der nächsten Landtagssitzung Anfang April behandelt.

Mittels Petition können sich Bürgerinnen und Bürger mit ihren Anliegen an den Landtag wenden. Die Petition ist schriftlich einzureichen und mindestens von einer Person zu unterzeichnen. Die Behandlung im Landtag findet statt, wenn sich ein Abgeordneter dazu zu Wort meldet. Der Landtag kann Petitionen «zur geeigneten Verfügung» an die Regierung oder an Kommissionen überweisen bzw. andere geeignete Massnahmen beschliessen.

Demografische Entwicklung ist Thema der Aktuellen Stunde im April

Das Foto zeigt die Abgeordneten der Fraktion FBP beim Gruppenbild auf dem Platz vor dem Landtag.

In der Aktuellen Stunde der April-Sitzung wird sich der Landtag mit den Herausforderungen der demografischen Entwicklung in Liechtenstein beschäftigen. Eingebracht hat das Thema die FBP-Fraktion.

Die Liechtensteiner Bevölkerung wächst und altert zugleich. Diesen Trend möchte die FBP-Fraktion in der kommenden Aktuellen Stunde im Landtag beleuchten.  «Die demografische Entwicklung zählt zu den zentralen strukturellen Herausforderungen moderner Staaten», hält die FBP-Fraktion zu ihrer Themenwahl fest. Davon würden nahezu alle Politikbereiche wie Arbeitsmarkt, Gesundheits- und Pflegewesen, Infrastruktur und Staatsfinanzen stark beeinflusst.

Ziel der Aktuellen Stunde sei es, ein gemeinsames Verständnis der Entwicklung zu schaffen und politische Prioritäten zu klären. So möchte die FBP von den anderen Fraktionen und der Regierung wissen, in welchen Bereichen sich die demografische Entwicklung aus deren Sicht am stärksten auswirkt, wo dabei der dringendste Handlungsbedarf besteht, welche grundsätzliche Rolle die Politik übernehmen sollte und welche Chancen sich daraus für das Land ergeben.

In der Aktuellen Stunde, die für jede Arbeitssitzung vorgesehen ist, wird im Landtag ein Thema von übergeordneter Bedeutung behandelt. Dieses wird abwechselnd von den Landtagsfraktionen festgelegt. Die Aktuelle Stunde dauert höchstens eine Stunde. Jede Fraktion oder Wählergruppe hat für ihre Wortmeldungen eine festgelegte Redezeit. Die Regierung kann zur Teilnahme eingeladen werden. Beschlüsse werden in der Aktuellen Stunde nicht gefasst.

FBP reicht Postulat zum Service-Public-Auftrag im Energiesektor ein

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Am Mittwoch hat die Fraktion der FBP ein Postulat eingereicht, das die Weiterentwicklung des Service‑Public‑Auftrags bei den LKW und LW zum Ziel hat.

Die sieben FBP‑Abgeordneten begründen die Eingabe ihres «Postulats zur Stärkung des Service‑Public‑Auftrags, der Preissicherheit und der Transparenz im Energiesektor» mit der Sicherstellung einer bezahlbaren und verlässlichen Grundversorgung.

Mit dem Vorstoss soll die Regierung eingeladen werden, zu prüfen, wie der Auftrag der Liechtensteinischen Kraftwerke (LKW) und von Liechtenstein Wärme (LW) präzisiert werden kann. Im Fokus stehen dabei die Optimierung der Eignerstrategien, die Vermeidung von Doppelspurigkeiten durch eine engere Zusammenarbeit und eine konsequente Entflechtung vom monopolistischen Netzbetrieb sowie den freien Wettbewerbsbereichen, um Marktverzerrungen zu verhindern.

Das Postulat wird voraussichtlich in der Mai‑Landtagssitzung behandelt. Für die Überweisung des Vorstosses an die Regierung ist eine Abgeordnetenmehrheit erforderlich.

Das parlamentarische Instrument «Postulat» gibt dem Landtag die Möglichkeit, die Regierung mit der Prüfung einer Sache oder eines Vorgangs zu beauftragen. Bei erfolgreicher Überweisung hat die Regierung bis spätestens zur vierten Landtagssitzung schriftlich Stellung zu nehmen und dem Landtag eine «Postulatsbeantwortung» vorzulegen. Diese wird erneut im Landtag behandelt.

Das Instrument des Postulats wird im Landtag oft dazu verwendet, einen für die Volksvertreter unbefriedigenden Sachverhalt vertieft von der Regierung überprüfen zu lassen, bevor das stärkere Instrument der Motion ergriffen wird, welches die Regierung mit der Ausarbeitung einer konkreten Gesetzesvorlage beauftragt.

 

Freie Liste reicht Antrag zur Errichtung einer Par­la­men­ta­ri­schen Unter­su­chungs­kom­mis­sion in Sachen Neubau des Landesspitals ein

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Am Dienstag hat die Wählergruppe der Freien Liste einen Antrag zur Errichtung einer Par­la­men­ta­ri­schen Unter­su­chungs­kom­mis­sion (PUK) in Sachen Neubau des Landesspitals eingereicht, mit dem Ziel, die Projekte „Inspira I“, „Inspira II“ sowie der aktuelle Projektstand (April 2026) zu untersuchen.

Laut den Antragsstellerinnen sollen Sachverhalte, Entscheidungsgrundlagen, Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten im Zusammenhang mit Planung, Steuerung, Organisation und Umsetzung des Neubaus des Landesspitals geklärt werden.

Die PUK soll dabei insbesondere prüfen, ob die Regierung und die beteiligten Stellen den Landtag und die Bevölkerung korrekt und vollständig informiert haben sowie mögliche politische, organisatorische oder personelle Verantwortlichkeiten feststellen. Weiters sollen Lehren für zukünftige Projekte abgeleitet werden.

Die Antragstellerinnen verweisen in ihrer Begründung auf wiederholte Probleme wie Kostenüberschreitungen und Planungsmängel beim Spitalprojekt - trotz anderslautender Informationen an die Bevölkerung. Deshalb soll geklärt werden, ob der Landtag und das Volk korrekt informiert wurden.

Eine Parlamentarische Untersuchungskommission (PUK) kann im Rahmen der Kontrolle der Regierung durch den Landtag bei der Feststellung von Tatsachen sowie zur Abklärung von Verantwortlichkeiten zum Einsatz kommen, wobei eine vertiefte und arbeitsintensive Untersuchung durchgeführt wird. Dazu zählen etwa die Sichtung aller relevanten Akten oder die Befragung involvierter Personen. Untersuchungskommissionen werden oft als «schärfstes Schwert des Parlaments» bezeichnet.

Ein Antrag auf eine PUK wird wie ein parlamentarischer Vorstoss behandelt und ist vom Präsidium auf die nächste Sitzung zu traktandieren. Die Einsetzung einer PUK benötigt die Zustimmung von sieben von 25 Abgeordneten (ein Viertel des Landtags), wobei bis zu sechs Mitglieder in die Kommission gewählt werden können.

PUKs werden in Liechtenstein relativ selten eingesetzt. Die letzte PUK untersuchte in den Jahren 2015/2016 die Auslandsgeschäfte der Post AG.

IPU: Parlamentarier setzen Zeichen gegen demokratische Rückschritte

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Vom 15. bis 19. April 2026 fand in Istanbul die Frühjahreskonferenz der Interparlamentarischen Union (IPU) zum Thema «Hoffnung nähren, Frieden sichern und Gerechtigkeit für künftige Generationen gewährleisten» statt. Über 1'500 Delegierte aus 126 Ländern tauschten sich zu aktuellen politischen und humanitären Herausforderungen aus. Liechtenstein war vertreten durch die Abgeordneten Dagmar Bühler-Nigsch (Delegationsleiterin) und Daniel Salzgeber sowie begleitet von Landtagssekretär Stefan Hassler und Delegationssekretärin Jessica F. Bucher.

In der Generaldebatte betonte die Abgeordnete Dagmar Bühler-Nigsch in ihrer Rede die zentrale Bedeutung von Frieden, Rechtsstaatlichkeit und Multilateralismus für kleine Staaten. Der Abgeordnete Daniel Salzgeber hob im Namen der Jungparlamentarier die Rolle junger Menschen hervor und forderte deren stärkere Einbindung in politische Prozesse. Im Forum der weiblichen Parlamentarierinnen standen die Auswirkungen von Konflikten auf Frauenrechte im Fokus, wobei konkrete Massnahmen zur Förderung der Gleichstellung gefordert wurden. Die Delegation nahm zudem am Forum der Jungparlamentarier unter 40 Jahren teil – der Plattform zum Austausch über Massnahmen zur Förderung der politischen Teilhabe junger Menschen. Landtagssekretär Stefan Hassler vertrat Liechtenstein bei der Generalsekretären-Konferenz ASGP, in der sich die 95 anwesenden Leiter von Parlamentsverwaltungen aus 72 Ländern über die Funktionsweise von Parlamenten austauschten.

Aus der Konferenz ging die Istanbul-Deklaration hervor, in der sich die Delegierten zur Prävention von Konflikten, zum Schutz der Menschenrechte und zu einem Leben in Würde und Sicherheit bekennen.

Erste Generalsekretärin der IPU

Im Gemeinsamen Rat «Governing Council» wurde mit Anda Filip erstmals eine Frau zur Generalsekretärin der IPU gewählt. Die 58-jährige Rumänin wird das Amt in den kommenden vier Jahren ausüben und setzt sich für eine stärkere Rolle der IPU als Friedensstifterin ein.  

Busverbindung Ruggell-Schellenberg: Petition eingereicht

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Eine Petition hat die Wiedereinführung der direkten Busverbindung zwischen Ruggell und Schellenberg zum Ziel. Es werden zeitnahe Lösungen gefordert.

Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2025 hat die LIEmobil den Abschnitt Ruggell-Schellenberg der Linie 32 nach jahrzehntelangem Betrieb für den öffentlichen Verkehr eingestellt. Wie es dazu in einer am Freitag eingereichten Petition an den Landtag heisst, seien die betroffenen Anwohner nun vom öffentlichen Verkehr abgeschnitten. Mit der Argumentation der LIEmobil, die die Streichung der Linie mit geringen Fahrgastzahlen und unzureichende Wirtschaftlichkeit begründet, zeigen sich die Petitionäre nicht einverstanden. Sie untermauern ihren Anspruch zur Wiedereinführung der Busverbindung mit Auszügen aus Gesetzen und strategischen Dokumenten zum ÖV. Es seien der LIEmobil auch bereits verschiedene Lösungsansätze vorgeschlagenen worden. Gemäss Petition wird das Anliegen von 159 Personen aus Schellenberg unterstützt.

«Die Förderung der Attraktivität des öffentlichen Verkehrs ist eines der wesentlichen Ziele, die sich Regierung und Landtag im Mobilitätskonzept 2030 zum Ziel gesetzt hatten», fassen die Petitionäre zusammen. Die Streichung der Buslinie laufe jedoch dem Ziel, möglichst viele Menschen zum Umstieg auf den ÖV zu animieren, konträr entgegen. Entsprechend ersuchen die Petitionäre, dass der Landtag ihren Vorstoss an die Regierung überweist, um zu einer zeitnahen Lösung zu kommen.

Die Petition wird voraussichtlich im Mai-Landtag behandelt.

Mittels Petition können sich Bürgerinnen und Bürger mit ihren Anliegen an den Landtag wenden. Die Petition ist schriftlich einzureichen und mindestens von einer Person zu unterzeichnen. Die Behandlung im Landtag findet statt, wenn sich ein Abgeordneter dazu zu Wort meldet. Der Landtag kann Petitionen «zur geeigneten Verfügung» an die Regierung oder an Kommissionen überweisen bzw. andere geeignete Massnahmen beschliessen.

FL-Delegation an Frühjahrssession der Parlamentarischen Versammlung des Europarats

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Die Landtagsdelegation für den Europarat hat vom 20. bis 24. April an der zweiten Teilsession 2026 der Parlamentarischen Versammlung des Europarats in Strassburg teilgenommen. Liechtenstein war mit den Landtagsabgeordneten Christoph Wenaweser (Delegationsleiter), Achim Vogt und Marc Risch sowie der Delegationssekretärin Sandra Gerber-Leuenberger vertreten.

Ein zentrales Traktandum befasste sich mit der Verfolgung der von Sergei Magnitsky aufgedeckten Erlöse aus Straftaten sowie mit der Rechenschaft der Täter, wobei insbesondere die Schweiz kritisch dargestellt wurde. In seinem Votum kritisierte Christoph Wenaweser, dass der Bericht das Ergebnis eines gerichtlichen Instanzenzugs politisch angreife, was einen gefährlichen Umgang mit der für den Rechtsstaat unabdingbaren Gewaltentrennung darstelle. Gleichzeitig hielt er fest, dass angesichts grenzüberschreitender Strukturen, komplexer Vermögensverschiebungen und virtueller Vermögenswerte ein legitimes Interesse bestehe, die Vermögensabschöpfung effizienter und international anschlussfähiger auszugestalten – jedoch ohne rechtsstaatliche Kernprinzipien aufs Spiel zu setzen.

Modernisierung der Warschauer Konvention

Ebenfalls wurde eine Debatte über das derzeit in Ausarbeitung befindliche Zusatzprotokoll zur Modernisierung der Warschauer Konvention über Geldwäsche, Sicherstellung und Einziehung von Erträgen aus Straftaten und Terrorismusfinanzierung geführt. Ziel des Zusatzprotokolls ist es, die internationale Zusammenarbeit zu stärken und die Konvention an neue Formen wirtschaftskrimineller Vermögensverschiebungen anzupassen, ohne dabei rechtsstaatliche Grundprinzipien zu beeinträchtigen. Besonders sensibel ist in diesem Zusammenhang jede Form der Beweislastumkehr, da sie aus rechtsstaatlicher Sicht erhebliche Bedenken aufwirft und zentrale rechtsstaatliche Grundsätze, insbesondere Eigentumsschutz, Verhältnismässigkeit, faires Verfahren, richterliche Kontrolle und die Unschuldsvermutung zerstört. Hierauf wies Christoph Wenaweser im Plenum eindringlich hin.

Abschaffung der Todesstrafe

Der stellvertretende Abgeordnete Marc Risch ergriff im Plenum das Wort zum Bericht über die Abschaffung der Todesstrafe. Er hielt fest, dass die vorsätzliche Tötung von Menschen durch den Staat gegen das verbriefte Recht auf Leben sowie gegen das Folterverbot verstosse. Zudem appellierte er an die Parlamentarierinnen und Parlamentarier, eine faktenbasierte Debatte zu führen. Die Todesstrafe wirke weder abschreckend auf schwere Verbrechen noch mache sie Gesellschaften sicherer; zudem seien es in der Regel nicht die Hinterbliebenen von Mordopfern, die deren Anwendung forderten. Abschliessend rief er dazu auf, sich gemeinsam für Fortschritte hin zu einer besseren Zukunft einzusetzen.

Treffen der Kleinstaaten

Am Rande der Session fand ein Austausch der Delegationen der Kleinstaaten Andorra, Monaco, San Marino und Liechtenstein statt. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen gemeinsame Anliegen und Herausforderungen im europäischen Kontext. Das regelmässige Zusammentreffen dieser Delegationen stärkt die Zusammenarbeit innerhalb der Parlamentarischen Versammlung.

Die Teilnahme an den Sitzungen der Parlamentarischen Versammlung ist ein wichtiger Bestandteil des liechtensteinischen Engagements im Europarat. Die Parlamentarische Versammlung setzt sich aus Delegationen von 46 nationalen Parlamenten mit 306 Parlamentarierinnen und Parlamentarier zusammen und tagt vierteljährlich in Strassburg.

EFTA-Parlamentarier für Freihandelsabkommen in Vietnam

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Vom 20. bis 24. April 2026 war eine Delegation des EFTA-Parlamentarierkomitees mit Vertretern aus Norwegen, Island, der Schweiz und Liechtenstein zu einem offiziellen Arbeitsbesuch in Vietnam. Für den Liechtensteinischen Landtag haben die Abgeordneten Sebastian Gassner und Roger Schädler mit Delegationssekretärin Jessica F. Bucher teilgenommen.

Ziel des Besuchs war es, auf parlamentarischer Ebene die laufenden Verhandlungen zur Vertiefung der gemeinsamen Handelsbeziehungen mit einem starken Signal zu unterstützen und den parlamentarischen Dialog zu fördern.

Vor Ort konnte sich die Delegation einen Eindruck von Vietnams bemerkenswerter wirtschaftlicher Dynamik, angetrieben von mutigen Ambitionen, einem attraktiven Investitionsumfeld und einem anhaltend raschen Wachstum, machen. Diese Erkenntnisse bestätigen das Handelspotenzial sowie die grosse Bedeutung eines umfangreichen Freihandelsabkommens für alle Parteien.

Hochrangige Treffen mit Politik und Wirtschaft

Die Delegation traf sich mit verschiedenen politischen Akteuren, darunter dem stellvertretenden Vorsitzenden der Nationalversammlung, dem Vizevorsitzenden der Handels- und Investitionskammer, der Kommission für zentrale Politik und Strategie sowie dem Volkskomitee der Stadt Ho-Chi-Minh.

Firmenbesichtigungen beim Farbhersteller Jotun, beim Schiffbauer Vard, beim Kaffeeproduzent Nestlé und bei der Rederei MSC gaben einen vertieften Einblick in das Tagesgeschäft von in Vietnam angesiedelten EFTA-Unternehmen. Mit weiteren Unternehmen haben eine Podiumsdiskussion sowie verschiedene informelle Austauschgespräche stattgefunden – unter anderem auch mit der regionalen Vertretung der Hilti AG.

Weiters gaben die Botschafter aus dem Vereinigten Königreich, Neuseeland und Kanada Einblicke in ihre Erfahrungen mit eigenen Handelsabkommen.

Zukunftsorientierte Partnerschaft

Der parlamentarische Besuch hat zeitgleich mit der 20. Verhandlungsrunde stattgefunden. Das Freihandelsabkommen würde den Unternehmen der vier EFTA-Staaten einen vereinfachten Zugang zu einem der am stärksten wachsenden Märkten der Welt mit 100 Millionen Konsumenten ermöglichen.

Wolf, Biber und Fischotter sind Thema der Aktuellen Stunde im Mai

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An der Aktuellen Stunde in der kommenden Landtagssitzung am 6. Mai werden sich die Abgeordneten mit der Frage beschäftigen, wie mit den zurückkehrenden Wildtierarten Wolf, Biber und Fischotter umgegangen werden sollte. Eingebracht hat das Thema die DpL‑Fraktion.

Auch Liechtenstein ist von der Rückkehr und Ausbreitung geschützter Wildtierarten wie Wolf, Biber und Fischotter betroffen. «Aufgrund seiner geografischen Lage, der Kleinräumigkeit des Staatsgebiets und der engen Verzahnung von Siedlungsraum, Landwirtschaft, Gewässern und Infrastruktur steht Liechtenstein dabei vor spezifischen Herausforderungen, die sich von jenen grösserer Staaten unterscheiden», erklärt die DpL-Fraktion die Themeneingabe zur nächsten Aktuellen Stunde. Sie möchte im Landtag mit Einbezug der Regierung folgende Fragen diskutieren:

  • Wie wollen und können wir zukünftig mit dieser Rückkehr von Wildtieren umgehen?

  • Welche kurz-, mittel- und langfristigen Ziele sollte Liechtenstein im Wildtiermanagement verfolgen?

  • Welche Prioritäten ergeben sich aus der Kleinräumigkeit des Landes und der engen Verzahnung von Siedlungs-, Landwirtschafts- und Naturräumen?

  • Wo wird Handlungsbedarf in dieser Problematik gesehen?

In der Aktuellen Stunde, die für jede Arbeitssitzung vorgesehen ist, wird im Landtag ein Thema von übergeordneter Bedeutung behandelt. Dieses wird abwechselnd von den Landtagsfraktionen festgelegt. Die Aktuelle Stunde dauert höchstens eine Stunde. Jede Fraktion oder Wählergruppe hat für ihre Wortmeldungen eine festgelegte Redezeit. Die Regierung kann zur Teilnahme eingeladen werden. Beschlüsse werden in der Aktuellen Stunde nicht gefasst.

 

Initiative eingereicht: FBP will Rettungsfahrzeuge zu 100 Prozent finanzieren

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Die FBP-Fraktion hat am Montag eine Gesetzesinitiative zur Anpassung des Subventionsgesetzes eingereicht. Der Vorstoss sieht vor, die Subventionsquote für Rettungs- und Transportfahrzeuge von heute 50 Prozent auf künftig 100 Prozent zu erhöhen.

Die sieben FBP-Abgeordneten sehen in der vorgeschlagenen Anpassung einen wichtigen Schritt hin zu mehr Planungssicherheit für die Rettungsdienste sowie zu einer klaren und verlässlichen Aufgabenteilung zwischen Staat und privaten Trägern. Denn heute werde nur die Hälfte der Anschaffungskosten von Rettungs- und Transportfahrzeugen mit öffentlichen Mitteln gedeckt, der Rest oftmals mit Spenden finanziert. «In einem modernen Sozial- und Gesundheitsstaat soll die Anschaffung von Rettungsfahrzeugen als Teil der kritischen Grundinfrastruktur primär aus öffentlichen Mitteln finanziert werden, während Spenden möglichst für Leistungsverbesserungen, Innovation und zusätzliche Angebote eingesetzt werden», heisst es im Vorstoss. Die Initianten sind überzeugt, dass mit der vorgeschlagenen Anpassung ein wichtiger Beitrag zur nachhaltigen Sicherstellung des Rettungswesens in Liechtenstein geleistet wird.

Die Initiative wird nun von der Regierung auf Verfassungsmässigkeit und Staatsvertragskonformität vorgeprüft.

Mittels einer parlamentarischen Initiative kann jedes Mitglied des Landtags Vorschläge zum Erlass eines neuen Gesetzes sowie zur Abänderung oder Aufhebung eines bestehenden Gesetzes einbringen – dies in Form eines ausgearbeiteten Entwurfs. Nach Erhalt des Berichts der Vorprüfung durch die Regierung behandelt der Landtag das Initiativbegehren spätestens in der übernächsten Sitzung. Stellt der Landtag fest, dass der Vorstoss mit der Verfassung und den bestehenden Staatsverträgen übereinstimmt, wird die Initiative wie eine Gesetzesvorlage behandelt und direkt in erster Lesung beraten.

Sicherheit, Demokratie, Resilienz: Landtagspräsident Manfred Kaufmann beim Treffen der EU-Parlamentspräsidenten in Kopenhagen

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Am 4. und 5. Mai 2026 nahm Landtagspräsident Manfred Kaufmann an der Konferenz der Parlamentspräsidentinnen und Parlamentspräsidenten der Europäischen Union in Kopenhagen teil.

An dieser jährlich stattfindenden Konferenz waren die Parlamentspräsidenten der 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union, die Parlamentspräsidenten der EWR-Staaten, die Parlamentspräsidenten von Beitrittskandidaten sowie weitere Partner- und Beobachterstaaten vertreten. An der Konferenz nahmen insgesamt 47 Parlamentsdelegationen teil. Die Konferenz stand im Zeichen zentraler Fragen zu Sicherheit, Demokratie und parlamentarischer Widerstandsfähigkeit.

Drei zentrale Themenschwerpunkte

Die erste Session «Europa in einer sich wandelnden Weltordnung: Sicherheit, Erweiterung und die Rolle der Parlamente» widmete sich der geopolitischen Notwendigkeit der EU-Erweiterung sowie der Rolle Europas in einer von Unsicherheit geprägten Weltordnung. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie europäische Parlamente Beitrittskandidaten auf ihrem Weg in die EU unterstützen können. Die Session wurde von Ruslan Stefanchuk, Präsident der Werchowna Rada der Ukraine eröffnet.

Die zweite Session «Demokratische Resilienz in Zeiten des Wandels» thematisierte, wie Parlamente ihre demokratische Widerstandsfähigkeit angesichts von Desinformation, technologischem Wandel und sinkendem institutionellen Vertrauen stärken können. Dabei wurde die besondere Verantwortung der Parlamente als Hüter demokratischer Werte hervorgehoben.

Die dritte Session «Kontinuität und Sicherheit angesichts hybrider Bedrohungen» befasste sich mit der Vorbereitung der Parlamente auf hybride Bedrohungslagen – darunter Desinformationskampagnen, physische Angriffe und Angriffe auf kritische Infrastrukturen. Diskutiert wurden konkrete Massnahmen zur Stärkung der institutionellen Resilienz und zur Sicherstellung des parlamentarischen Betriebs unter Druck.

Verantwortung für politische Entscheidungen

Landtagspräsident Manfred Kaufmann beteiligte sich aktiv an den Debatten und brachte die Perspektive Liechtensteins als über den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) eng mit Europa verbundenen Staat ein. Er unterstrich in seiner Wortmeldung, dass die demokratische Widerstandsfähigkeit Liechtensteins wesentlich durch das Zusammenspiel von direkter Demokratie und parlamentarischer Entscheidungsfindung geprägt wird. «Die enge Einbindung der Bevölkerung durch Initiativ‑ und Referendumsrechte führt zu einem kontinuierlichen Dialog zwischen Landtag und Stimmbevölkerung und verpflichtet das Parlament zu transparenter Information und zur Begründung seiner Beschlüsse», so der Landtagspräsident. «Zugleich übernimmt die Bevölkerung Verantwortung für politische Entscheidungen, was langfristig zu einem hohen Vertrauen in die Institutionen beigetragen hat.»

Am Rande der Konferenz nutzte Manfred Kaufmann die Gelegenheit zu bilateralen Gesprächen mit Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen europäischen Ländern. Diese Treffen dienten dem Austausch über parlamentarische Aktivitäten sowie der Vertiefung bestehender Beziehungen zwischen dem Landtag und den Partnerparlamenten im europäischen Raum.

Zum Abschluss der Konferenz wurden die vom Vorsitz erstellten Schlussfolgerungen von den Parlamentspräsidenten diskutiert und verabschiedet.

Die Konferenz ist ein Forum für den Meinungs-, Informations- und Erfahrungsaustausch zwischen den Präsidenten der europäischen Parlamente. Für den liechtensteinischen Landtag ist es sehr wertvoll, dass die Teilnahme an dieser hochrangigen Konferenz über die EWR-Mitgliedschaft gesichert ist. Die Teilnahme Liechtensteins unterstreicht das Bestreben, als verlässlicher Partner aktiv mitzuwirken und gemeinsame Lösungen für gesamteuropäische Herausforderungen mitzugestalten.

Mobilfunk: VU reicht Initiative «besser verbunden» ein

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Am Mittwoch hat die VU-Fraktion eine Initiative zur Verbesserung der Mobilfunkversorgung im Land mittels Anpassung der gesetzlichen Grenzwerte von Mobilfunkanlagen eingereicht.

Wie die 10 VU-Abgeordneten schreiben, weise die heutige Mobilfunkversorgung in Liechtenstein spürbare Defizite auf. Eine stabile und gut ausgebaute Mobilfunkinfrastruktur sei jedoch eine zentrale Voraussetzung für das Funktionieren von Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft. Die VU möchte die rechtlichen Rahmenbedingungen rund um die Grenzwerte von Mobilfunkanlagen so weiterentwickeln, dass der technologische Fortschritt im Mobilfunkbereich besser berücksichtigt und die Netze effizient weiterentwickelt werden können. «Betreiber sollen verpflichtet werden, ihre Anlagen so zu betreiben und fortlaufend zu optimieren, dass unnötige Emissionen vermieden werden, ohne dass dadurch eine bedarfsgerechte und zuverlässige Versorgung beeinträchtigt wird», heisst es in der Initiative. So würde der Schutz der Bevölkerung mit den praktischen Anforderungen einer modernen digitalen Infrastruktur verbunden.

Die Initiative wird nun von der Regierung auf Verfassungsmässigkeit und Staatsvertragskonformität vorgeprüft.

Mittels einer parlamentarischen Initiative kann jedes Mitglied des Landtags Vorschläge zum Erlass eines neuen Gesetzes sowie zur Abänderung oder Aufhebung eines bestehenden Gesetzes einbringen – dies in Form eines ausgearbeiteten Entwurfs. Nach Erhalt des Berichts der Vorprüfung durch die Regierung behandelt der Landtag das Initiativbegehren spätestens in der übernächsten Sitzung. Stellt der Landtag fest, dass der Vorstoss mit der Verfassung und den bestehenden Staatsverträgen übereinstimmt, wird die Initiative wie eine Gesetzesvorlage behandelt und direkt in erster Lesung beraten.

Modernisierung der Standortstrategie Liechtensteins: FBP reicht Postulat ein

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Am Freitag hat die FBP-Fraktion ein Postulat eingereicht. Darin wird die Prüfung und Aktualisierung der Standortstrategie Liechtensteins gefordert.

Die geltende Standortstrategie 2.0 der Regierung zum Erhalt und zur Weiterentwicklung der Wettbewerbsfähigkeit der liechtensteinischen Volkswirtschaft stammt aus dem Jahr 2016. Die Welt habe sich seitdem grundlegend verändert, finden die sieben FBP-Abgeordneten: «Die Standortpolitik muss deshalb neu ausgerichtet werden. Zudem darf nicht vernachlässigt werden, dass die Standortfrage nicht nur wirtschaftspolitisch, sondern auch finanzpolitisch von grosser Bedeutung ist.»

Das Postulat fordert die Regierung auf, die Standortstrategie umfassend zu überprüfen und an die neuen Rahmenbedingungen anzupassen. Im Fokus sollten dabei insbesondere die proaktive Bewältigung des Fachkräftemangels sowie die gezielte Förderung technologischer Entwicklungen wie Künstlicher Intelligenz und Digitalisierung stehen.

Das Postulat wird voraussichtlich in der Juni‑Landtagssitzung behandelt. Für die Überweisung des Vorstosses an die Regierung ist eine Abgeordnetenmehrheit erforderlich.

Das parlamentarische Instrument «Postulat» gibt dem Landtag die Möglichkeit, die Regierung mit der Prüfung einer Sache oder eines Vorgangs zu beauftragen. Bei erfolgreicher Überweisung hat die Regierung bis spätestens zur vierten Landtagssitzung schriftlich Stellung zu nehmen und dem Landtag eine «Postulatsbeantwortung» vorzulegen. Diese wird erneut im Landtag behandelt.

Prüfung des Sozialversicherungssystems: Freie Liste reicht Postulat ein

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Die Freie Liste hat am Montag ein Postulat zur Schliessung von Deckungs- und Leistungslücken im Sozialversicherungssystem eingereicht. Ziel des Vorstosses ist es, die Lücken systematisch zu erfassen und eine Grundlage für konkrete Verbesserungen zu schaffen.

Das liechtensteinische Sozialversicherungssystem erfülle in vielen Bereichen eine wichtige Funktion, weise jedoch strukturelle Schwächen auf, wie die FL-Abgeordneten Manuela Haldner-Schierscher und Sandra Fausch ihren Vorstoss begründen. Insbesondere Personen mit nicht klassischen Erwerbsbiografien seien unzureichend abgesichert. «In der Praxis entstehen strukturelle Deckungs- und Leistungslücken, die insbesondere Personen mit Teilzeitarbeit, mehreren Beschäftigungsverhältnissen, Erwerbsunterbrüchen oder selbstständiger Tätigkeit betreffen», so die Postulantinnen. Sie bitten die Regierung, die bestehenden Deckungs- und Leistungslücken im Sozialversicherungssystem umfassend zu analysieren und dem Landtag konkrete, wirksame Massnahmen zur Schliessung dieser Lücken aufzuzeigen.

Das Postulat wird voraussichtlich in der Juni-Landtagssitzung behandelt. Es benötigt für die Überweisung an die Regierung eine Abgeordnetenmehrheit.

Mit einem Postulat äussert der Landtag einen Prüfauftrag an die Regierung. Das Instrument wird oft dazu verwendet, einen für die Volksvertreter unbefriedigenden Sachverhalt vertieft von der Regierung überprüfen zu lassen, bevor allenfalls stärkere Instrumente ergriffen werden. Bei erfolgreicher Überweisung hat die Regierung schriftlich Stellung zu nehmen und dem Landtag eine Postulatsbeantwortung vorzulegen. Diese wird erneut im Landtag behandelt.

VU und DpL reichen Postulat betreffend Evaluation der Strukturen, Aufgaben und Abläufe des Schulamts ein

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Die Abgeordneten Erich Hasler, Martin Seger, Simon Schächle, Thomas Rehak, Marion Kindle-Kühnis und Achim Vogt (DpL) sowie Carmen Heeb-Kindle, Johannes Zimmermann, Tanja Cissé und Roger Schädler (VU) haben am Dienstag, 12. Mai, ein Postulat zur Evaluation der Strukturen, Aufgaben und Abläufe des Schulamts beim Parlamentsdienst eingereicht.

Die Postulanten fordern die Regierung auf zu prüfen, inwieweit die bestehenden Strukturen und Zuständigkeiten den bildungspolitischen Zielen einer Stärkung der Schulautonomie entsprechen, wo Anpassungsbedarf besteht und welche konkreten Massnahmen zur Weiterentwicklung der Strukturen ergriffen werden sollen.

Gemäss den Postulanten bestehen trotz bereits umgesetzter Reformen im Zuge von Gesetzesrevisionen weiterhin ineffiziente Strukturen. Diese schränkten die Eigenverantwortung der Schulen ein und verhinderten eine rasche Reaktion auf neue Herausforderungen – insbesondere im Bereich der Digitalisierung.

Eine unabhängige und fundierte externe Evaluation soll die Stärken und Schwächen des aktuellen Systems aufzeigen und eine Grundlage für Verbesserungen hin zu einem leistungsfähigen Bildungssystem schaffen.

Das Postulat wird voraussichtlich in der Juni-Landtagssitzung behandelt.

Mit einem Postulat äussert der Landtag einen Prüfauftrag an die Regierung. Das Instrument wird oft dazu verwendet, einen für die Volksvertreter unbefriedigenden Sachverhalt vertieft von der Regierung überprüfen zu lassen, bevor allenfalls stärkere Instrumente ergriffen werden. Für die Überweisung an die Regierung ist eine Mehrheit der Abgeordneten erforderlich. Bei erfolgreicher Überweisung hat die Regierung schriftlich Stellung zu nehmen und dem Landtag eine Postulatsbeantwortung vorzulegen. Diese wird erneut im Landtag behandelt.

DpL reicht Interpellation betreffend die Zulässigkeit und beihilferechtliche Vereinbarkeit der staatlichen Medienförderung ein

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Die DpL hat am Dienstag, 12. Mai, eine Interpellation betreffend die Zulässigkeit und beihilferechtliche Vereinbarkeit der staatlichen Medienförderung in Liechtenstein eingereicht.

Laut den Interpellanten stellen sich angesichts der hohen öffentlichen Fördergelder und der wirtschaftlichen Entwicklung einzelner Medienunternehmen Fragen zur Notwendigkeit, Verhältnismässigkeit und zweckgemässen Verwendung der Mittel. Mit der Interpellation soll Transparenz über die bestehende Förderpraxis geschaffen werden und allfälliger Anpassungsbedarf aufgezeigt werden.

Dazu stellen die Interpellanten 23 Fragen in Bezug auf Fördergrundlagen und Systematik, wirtschaftliche Notwendigkeit und Entwicklung, Kapitalstruktur und Rechnungslegung, Verwendung der Fördermittel, staatliche Neutralität und Interessenkonflikte, EWR-Beihilferecht und Wettbewerb sowie Weiterentwicklung.

Die Interpellation wird voraussichtlich in der Juni-Landtagssitzung behandelt.

Eine Interpellation ist ein Instrument der Abgeordneten, mit dem sie die Regierung auffordern können, schriftlich Auskunft über jedes die gesamte Landesverwaltung betreffende Thema zu erteilen. Im Gegensatz zu "Kleinen Anfragen", die am Anfang von jeder Landtagssitzung gestellt werden können, widmen sich Interpellationen komplexeren Themenfeldern und beinhalten in der Regel umfangreiche Fragenkataloge. Eine Interpellation wird bei der Behandlung im Landtag ohne Abstimmung automatisch an die Regierung überwiesen, die dann bis zur dritten Landtagssitzung nach Überweisung eine schriftlichen Bericht vorlegt. Diese "Interpellationsbeantwortung" wird dann wiederum im Landtag behandelt.

DpL reicht Interpellation betreffend Inklusion, Beschulung und staatliche Verantwortung bei Kindern mit besonderem Bildungsbedarf ein

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Die DpL hat am Dienstag, 12. Mai, eine Interpellation betreffend Inklusion, Beschulung und staatliche Verantwortung bei Kindern mit besonderem Bildungsbedarf in Liechtenstein eingereicht.

Laut den Interpellanten gehört die Sicherstellung einer kindgerechten Bildung zu den wichtigsten Aufgaben des Staates, gerade bei Kindern mit medizinischen Diagnosen oder besonderem Förderbedarf würden sich jedoch zunehmend Grenzen im bestehenden System zeigen. So berichten Eltern, dass Inklusion in der Praxis oft nicht funktioniert und dass ihre Kinder psychisch darunter leiden würden.

Bereits im November 2024 wurde dazu ein von allen Parteien unterstütztes Postulat eingereicht, das bis heute unbeantwortet ist. Damit nun transparent aufgezeigt werden kann, wie der Bildungsauftrag zwischen Inklusion, Kindeswohl und den Grenzen des Systems umgesetzt werden kann, stellen die Interpellanten 43 konkrete Fragen an die Regierung.

Die Interpellation wird voraussichtlich in der Juni-Landtagssitzung behandelt.

 

DpL reicht Interpellation zur Gewaltenteilung ein

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Die DpL hat am Dienstag, 12. Mai, eine Interpellation zur Gewaltenteilung eingereicht.

Laut den Interpellanten ist das liechtensteinische Rechtssystem stark vom österreichischen und schweizerischen Recht geprägt. Neben Privatrecht und Strafrecht umfasse das öffentliche Recht viele Bereiche wie Bauwesen, Umwelt, Schule, Gesundheit oder Sozialversicherungen, wobei Verwaltungssachen von Behörden und Amtsstellen der Regierung umgesetzt werden würden.

Problematisch dabei sei, dass die Regierung in vielen Fällen gleichzeitig auch als Beschwerdeinstanz über Entscheidungen ihrer eigenen Ämter entscheide. Dadurch würden Fragen zur Gewaltenteilung und zur Unabhängigkeit der Kontrolle entstehen. Gerade in einem kleinen Staat wie Liechtenstein bestehe dabei die Gefahr, dass objektive und unabhängige Überprüfungen erschwert würden.

Als Beispiel der Problematik führen die Interpellanten den Erlass eines Tierhalteverbots gegen einen Tierhalter seitens des Amtes für Veterinärwesen und Lebensmittelkontrolle auf.

Die Interpellanten stellen 11 Fragen zur Thematik an die Regierung.

Die Interpellation wird voraussichtlich in der Juni-Landtagssitzung behandelt.

Eine Interpellation ist ein Instrument der Abgeordneten, mit dem sie die Regierung auffordern können, schriftlich Auskunft über jedes die gesamte Landesverwaltung betreffende Thema zu erteilen. Im Gegensatz zu "Kleinen Anfragen", die am Anfang von jeder Landtagssitzung gestellt werden können, widmen sich Interpellationen komplexeren Themenfeldern und beinhalten in der Regel umfangreiche Fragenkataloge. Eine Interpellation wird bei der Behandlung im Landtag ohne Abstimmung automatisch an die Regierung überwiesen, die dann bis zur dritten Landtagssitzung nach Überweisung eine schriftlichen Bericht vorlegt. Diese "Interpellationsbeantwortung" wird dann wiederum im Landtag behandelt.

9. Konferenz der Präsidentinnen und Präsidenten der deutschsprachigen Länder in Luxemburg

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Am 18. und 19. Mai 2026 fand in Luxemburg die 9. Konferenz der Präsidentinnen und Präsidenten der Parlamente der deutschsprachigen Länder statt. Liechtenstein war durch Landtagspräsident Manfred Kaufmann sowie Gabriele Wachter vom Parlamentsdienst vertreten.

Hauptthema der diesjährigen Konferenz war die «Resilienz demokratischer Institutionen». Nebst Arbeitsgesprächen stand auch ein Besuch bei der Société des Satellites (SES) sowie eine Audienz bei Seiner Königlichen Hoheit dem Grossherzog von Luxemburg auf dem Programm. Zudem fand ein Austausch der Präsidentinnen und Präsidenten zur aktuellen politischen Lage in den jeweiligen Ländern statt.

Die Konferenz bietet eine wichtige Plattform für den Dialog und die Zusammenarbeit zwischen den Parlamenten der deutschsprachigen Länder. Im Mittelpunkt stehen Fragen der parlamentarischen Praxis, der demokratischen Weiterentwicklung sowie der länderübergreifenden Kooperation.

4. Luziensteig-Treffen im St. Galler Rheintal

Gruppenbild mit den 7 Teilnehmenden des Treffens vor einem Weinberg.

Landtagspräsident Manfred Kaufmann und Landtagsvizepräsidentin Franziska Hoop tauschten sich am 21. Mai im Rahmen des 4. Luziensteig-Treffens in St. Gallen mit den Präsidenten und Vizepräsidenten des Kantonsrats St. Gallen sowie des Bündner Grossen Rates aus.

In diesem Jahr führte der Anlass ins Rheintal und bot den Teilnehmenden spannende Einblicke in die Landwirtschaft und den Weinbau des Kantons St. Gallen. Beim Landwirtschaftlichen Zentrum St. Gallen in Salez erhielten die Teilnehmenden einen spannenden Einblick in die kantonale Bildungseinrichtung, die auch ein bedeutender Dienstleister für die Landwirtschaft in St. Gallen ist.

Anschliessend besuchten die Teilnehmenden den Staatswingert in Frümsen, der mit über 400 Rebsorten und -typen eine der grössten Rebsortensammlungen der Schweiz beherbergt. Der Anlass bot Gelegenheit für einen angeregten Austausch zu regionalen Themen.

Das Luziensteig-Treffen wurde 2023 ins Leben gerufen, um den überregionalen Gesprächsaustausch auf der Ebene der Parlamentsleitungen in der Region zu fördern.

Funktionsweise des EWR im Zentrum des EWR-Treffens in Vaduz

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Am 21. und 22. Mai 2026 fand in Vaduz das Treffen des Gemeinsamen Parlamentarischen Ausschusses des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) statt. Liechtenstein wurde durch die Abgeordneten Sebastian Gassner, Roger Schädler, Bettina Petzold-Mähr und Thomas Vogt sowie Delegationssekretärin Jessica F. Bucher vertreten. Weiters nahmen am Treffen Delegationen aus Norwegen, Island und des Europäischen Parlaments sowie die Schweiz als Beobachterin teil.

Im Ausschuss wurden die Funktionsweise sowie die Weiterentwicklung bei der Umsetzung des EWR-Abkommens besprochen. Aussenministerin Sabine Monauni gab in ihrer Ansprache einen Einblick in die Sichtweise eines Kleinstaates auf die Partnerschaft mit der EU und betonte, dass die aktuelle geopolitische Lage auch eine Chance für Innovation und Wachstum biete. Zudem wurde über EU-Rechtsakte diskutiert, die derzeit im EU-Parlament beraten werden, u.a. über den «Industrial Accelerator Act». Dieser knüpft das öffentliche Beschaffungswesen an «Made in EU»-Kriterien. Die EWR/EFTA-Staaten betonten hierzu die Bedeutung der Marktintegration der EWR/EFTA-Staaten als Teil des europäischen Binnenmarktes.

Liechtenstein nutzte als Austragungsland die Gelegenheit, sich als verantwortungsvoller Partner für die EU- und EWR-Staaten zu präsentieren. Zum Willkommensabend wurden die Teilnehmenden durch die Harmoniemusik Triesenberg auf Masescha begrüsst. «Die atemberaubende Atmosphäre auf 1200 m. ü. M. mit Blick auf unsere Siedlungsflächen und in die Schweiz stellt unter Beweis, dass Grenzen im Rheintal kaum spürbar sind», so Delegationsleiter Sebastian Gassner und er betont: «Als Kleinstaat sind wir auf verlässliche Partner und die starke Integration in die beiden benachbarten Wirtschaftsräume angewiesen.»

Des Weiteren machten sich die Abgeordneten aus Liechtenstein und Norwegen ein Bild von der liechtensteinischen Wirtschaft. Dafür präsentierte Geschäftsführer Fabian Frick den Abgeordneten die Hoval Aktiengesellschaft in Vaduz. Die Führung durch das Unternehmen war begleitet von einer spannenden Diskussion über die globale Energie- und Wirtschaftspolitik.

Der Ausschuss trifft sich zweimal jährlich. Das nächste Treffen findet im Oktober in Strassburg statt.

Liechtensteiner Parlamentarier an der Internationalen Parlamentarischen Bodensee-Konferenz in Winterthur

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Am 29. Mai fand die 65. Tagung der Internationalen Parlamentarischen Bodensee-Konferenz (IPBK) im Casinotheater Winterthur statt. Im Zentrum der Beratungen stand die Kreislaufwirtschaft als gemeinsames Zukunftsthema der Bodenseeregion. Die IPBK-Delegation des Liechtensteiner Landtages bestand aus Landtagspräsident Manfred Kaufmann, dem Abgeordneten Simon Schächle, den stellvertretenden Abgeordneten Benjamin Risch und Helmut Hasler sowie Landtagssekretär Stefan Hassler.

Die Diskussionen machten deutlich, dass Kreislaufwirtschaft weit über klassisches Recycling hinausgeht. Während Recycling in der Regel am Ende der Wertschöpfungskette ansetzt, verfolgt die Kreislaufwirtschaft einen ganzheitlichen Ansatz entlang des gesamten Produktlebenszyklus. Dieser beginnt bereits beim Design von Produkten und umfasst zentrale Aspekte wie Ressourceneffizienz, Langlebigkeit, Reparierbarkeit, Wiederverwendung sowie die Verlängerung von Nutzungszyklen.

Im Zentrum der Beratungen stand insbesondere die Frage, wie geeignete gesetzliche Rahmenbedingungen gestaltet werden können, um diese Transformation zu unterstützen. Dabei wurde betont, dass neben regulatorischen Ansätzen auch wirtschaftliche Anreize und verlässliche Investitionsbedingungen von zentraler Bedeutung sind. Ebenso wichtig ist ein funktionierendes Zusammenspiel zwischen Parlamenten und Exekutiven bei klarer Rollenverteilung sowie die enge Einbindung von Wirtschaft und Forschung. Eine bedeutende Rolle spielt dabei das Circular Lab, ein grenzüberschreitender Zusammenschluss von Hochschulen und Unternehmen, der praxisnahe Lösungen für die Umsetzung der Kreislaufwirtschaft entwickelt und den Wissens- und Technologietransfer zwischen Forschung, Wirtschaft und öffentlicher Hand stärkt.

Klare Leitplanken erforderlich

Unterschiedliche Ansätze in den Ländern und Kantonen – etwa bei Förderinstrumenten, gesetzlichen Verpflichtungen oder freiwilligen Initiativen – wurden gegenübergestellt und diskutiert. Gleichzeitig wurde das Spannungsfeld zwischen notwendiger Regulierung und unternehmerischer Freiheit intensiv thematisiert. Einigkeit bestand darin, dass klare Leitplanken erforderlich sind, gleichzeitig jedoch übermässig detaillierte oder starre Vorgaben vermieden werden müssen, um Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit nicht zu beeinträchtigen. Ziel ist es, erfolgreiche Modelle rascher zu identifizieren und für andere Regionen nutzbar zu machen.

Innovationsfreundliche Rahmenbedingungen schaffen

Landtagspräsident Manfred Kaufmann betonte: «Die Kreislaufwirtschaft ist ein zentraler Baustein für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung. Entscheidend ist, dass wir voneinander lernen und innovationsfreundliche Rahmenbedingungen schaffen.» Der Abgeordnete Simon Schächle ergänzte: «Es gilt, eine ausgewogene Balance zu finden: klare Leitplanken für nachhaltiges Wirtschaften, ohne die unternehmerische Dynamik zu bremsen.»

Einigkeit bestand darin, den Austausch zwischen den Ländern und Kantonen weiter zu vertiefen und erfolgreiche Ansätze systematischer nutzbar zu machen.

Ein grosser Erfolg wurde beim seit längerem diskutierten Einheitsticket für die Schifffahrt auf dem Bodensee erzielt. Eine von der IPBK eingesetzte Arbeitsgruppe hat in den letzten Monaten intensiv daran gearbeitet, sodass eine Lösung inzwischen kurz vor dem Abschluss steht.

Ebenfalls thematisiert wurde die künftige Zusammenarbeit mit der Internationalen Bodensee-Konferenz (IBK), dem politischen Dach der grenzüberschreitenden Kooperation der Regierungen in der Bodenseeregion. Die Abstimmung zwischen parlamentarischer (IPBK) und exekutiver Ebene (IBK) soll gezielt weiter verbessert werden.

Über die IPBK

Die IPBK vereint Parlamentarierinnen und Parlamentarier aus den Ländern und Regionen rund um den Bodensee. Ihr Ziel ist es, den parlamentarischen Austausch zu fördern und gemeinsame Anliegen der Bodenseeregion grenzüberschreitend zu diskutieren. Liechtenstein wird im Jahr 2027 sowohl den Vorsitz in der IPBK als auch in der IBK übernehmen. Damit kommt dem Land eine zentrale Rolle bei der Weiterentwicklung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in der Bodenseeregion zu.

Zwischenbericht der Besonderen Landtagskommission "Höchstspannungsleitung Balzers"

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Die Besondere Landtagskommission "Höchstspannungsleitung Balzers" (BLK) hat einen ersten landtagsinternen Zwischenbericht vorgelegt. Sie unterstützt die Regierung bei der Lösungsfindung zur bestehenden Höchstspannungsleitung und begleitet den Prozess mit dem Ziel, tragfähige und transparente Entscheidungsgrundlagen zu schaffen.

Regierung und BLK stehen im Austausch und arbeiten daran, eine ausgewogene Lösung im Interesse der Bevölkerung und des Landes zu entwickeln. Ein Schwerpunkt der Arbeiten liegt - neben den Modalitäten - auf der künftigen Leitungsführung. Die BLK betont, dass die vorgesehene Befristung von 15 Jahren als Übergangsfrist zu verstehen ist, innerhalb derer eine nachhaltige Lösung erarbeitet werden soll.

Die BLK hat sich unter Beizug externer Fachpersonen eingehend mit verschiedenen Varianten der Leitungsführung befasst. Mehrere Lösungsansätze wurden nochmals geprüft, wobei die Variante „M optimiert“ derzeit für das Land Liechtenstein als die realistischste und zweckmässigste Alternative zur bestehenden Freileitung beurteilt wird und aus Sicht der BLK weiterverfolgt werden soll.

Auch gesundheitliche Fragen wurden thematisiert, wobei die Anliegen und Wahrnehmungen der betroffenen Bevölkerung ernst genommen werden. Die BLK hat ergänzend gesundheitliche Informationen aus vergleichbaren Gemeinden in der Schweiz eingeholt, die jedoch keine neuen Erkenntnisse brachten.

Die BLK wird den Dialog mit der Regierung fortsetzen und über den Fortgang der Arbeiten informieren. Ziel bleibt eine breit abgestützte und nachhaltige Lösung für die zukünftige Ausgestaltung der Höchstspannungsleitung in Balzers.

Zuwendungen an das Land: DpL reicht Gesetzesinitiative ein

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Am Freitag hat die DpL-Fraktion eine parlamentarische Initiative betreffend die Annahme von Zuwendungen und Sponsoring eingereicht. Das Ziel: Der Landtag soll bei Schenkungen an das Land von mehr als 250'000 Franken neu über die Annahme entscheiden.

Anlass für den Vorstoss bildete laut den Initianten die Diskussion rund um die Schenkungen im Zusammenhang mit dem Umbau des Post- und Verwaltungsgebäudes für eine neue Landesbibliothek. «Im Rahmen der Landtagssitzung vom 8. Mai 2026 wurde deutlich, dass das geltende Finanzhaushaltsgesetz keine ausdrückliche und hinreichend bestimmte Regelung darüber enthält, welches Staatsorgan über die Annahme bedeutender allgemeiner oder zweckgebundener Zuwendungen an das Land zu entscheiden hat», begründet die DpL-Fraktion ihre Initiative.

Die Initianten fordern, dass bei Zuwendungen und Sponsoringvereinbarungen ab einer Höhe von 250'000 Franken zwingend ein Beschluss des Landtags erforderlich sein muss. Gleichzeitig soll festgelegt werden, dass Zuwendungen nur auf Grundlage schriftlicher Vereinbarungen oder letztwilliger Verfügungen angenommen werden dürfen, und dass zweckgebundene Zuwendungen weiterhin nur im Rahmen der bestehenden gesetzlichen Grundlagen sowie der erforderlichen Finanzbeschlüsse verwendet werden dürfen.

«Insgesamt trägt die Initiative dazu bei, Rechtssicherheit zu schaffen, die Zuständigkeiten klar zu regeln und die verfassungsmässige Stellung des Landtags im Bereich der Finanzhoheit wirksam zu sichern», so die DpL-Fraktion.

Die Initiative wird nun von der Regierung auf Verfassungsmässigkeit und Staatsvertragskonformität vorgeprüft.

Mittels einer parlamentarischen Initiative kann jedes Mitglied des Landtags Vorschläge zum Erlass eines neuen Gesetzes sowie zur Abänderung oder Aufhebung eines bestehenden Gesetzes einbringen – dies in Form eines ausgearbeiteten Entwurfs. Nach Erhalt des Berichts der Vorprüfung durch die Regierung behandelt der Landtag das Initiativbegehren spätestens in der übernächsten Sitzung. Stellt der Landtag fest, dass der Vorstoss mit der Verfassung und den bestehenden Staatsverträgen übereinstimmt, wird die Initiative wie eine Gesetzesvorlage behandelt und direkt in erster Lesung beraten.

Parlamentarische EFTA-Delegation nimmt am EFTA-Ministertreffen teil

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Vom 21. bis 23. Juni 2026 fand in Reykjavik das jährliche EFTA-Ministertreffen statt. Dabei tauschten sich die Minister mit Vertretern der Parlamente sowie Arbeitnehmer- und Arbeitgeberverbänden der vier EFTA-Staaten Norwegen, Island, die Schweiz und Liechtenstein aus. Auch der EFTA-Gerichtshof und die Überwachungsbehörde haben am Treffen teilgenommen. Liechtenstein wurde auf parlamentarischer Ebene durch die Abgeordneten Sebastian Gassner und Roger Schädler sowie Delegationssekretärin Jessica F. Bucher vertreten.

Im Zentrum der Gespräche stand die Weiterentwicklung bestehender und neuer Abkommen. Gemeinsames Ziel ist es, das EFTA-Handelsnetzwerk durch neue Kooperationen sowie die praktische Umsetzung bereits gültiger Freihandelsabkommen zu verbessern.

«Dieser jährliche Austausch unter Einbezug verschiedener politischer Ebenen der EFTA-Staaten ist zentral, um die wirtschaftlichen und politischen Beziehungen weiterzuentwickeln und gemeinsam zu priorisieren», so Delegationsleiter Sebastian Gassner.

Um die Modernisierung eines wichtigen Abkommens der ersten Generation zu unterstützen, hat der parlamentarische Ausschuss am Rande des Treffens entschieden, im kommenden Jahr eine Drittlandreise nach Kanada durchzuführen. Kanada ist auch für Liechtenstein ein wichtiger Handelspartner.

Mit der Übernahme des Jahresvorsitzes durch Liechtenstein am 1. Juli wird das nächste EFTA-Ministertreffen im Fürstentum stattfinden.

Liechtensteinische Delegation an der Sommersession der Parlamentarischen Versammlung des Europarats

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Die Landtagsdelegation des Europarats hat vom 22. bis 25. Juni 2026 an der Plenarsitzung der Parlamentarischen Versammlung des Europarats in Strassburg teilgenommen. Vertreten waren die Abgeordneten Christoph Wenaweser (Delegationsleiter), Nadine Vogelsang, Achim Vogt und Marc Risch sowie Delegationssekretärin Sandra Gerber-Leuenberger.

Am Dienstag wählte die Versammlung Tanja Gonggrijp aus den Niederlanden zur neuen Stellvertretenden Generalsekretärin des Europarats. Sie setzte sich im ersten Wahlgang gegen ihre Mitbewerberin Marja Ruotanen-Bourdages aus Finnland durch und tritt ihre fünfjährige Amtszeit am 1. September an. Die liechtensteinische Landtagsdelegation beteiligte sich aktiv an der Wahl und führte im Vorfeld Gespräche mit beiden Kandidatinnen.

Zentrale Debatten geführt

In einer Debatte über den Zugang von Migranten und Flüchtlingen zur Gesundheitsversorgung verwies der stellvertretende Abgeordnete Marc Risch auf bestehende Defizite, wie fehlende Screenings und eine unzureichende medizinische Betreuung. Besonders betroffen seien Kinder, die häufig unter traumabedingten Erkrankungen und deren langfristigen Folgen leiden. Er appellierte an die Mitglieder der Versammlung, frühzeitige Prävention und eine bessere Versorgung zu priorisieren, da Schutzsuchende, insbesondere Familien und Kinder, konsequente Unterstützung benötigten. Zudem äusserte sich Risch in der Debatte zu Gewaltpornographie.

Beim Thema Rolle des Sportjournalismus brachte Delegationsleiter Christoph Wenaweser die Bedeutung freier und unabhängiger Berichterstattung ein. Er verwies insbesondere auf die Risiken, denen Journalistinnen und Journalisten bei der Recherche zu sensiblen Themen wie Korruption oder Spielmanipulation ausgesetzt sind. Es sei eine zentrale Aufgabe von Politikerinnen und Politikern, das rechtsstaatliche Gut der Medienfreiheit zu schützen. Nichts und niemand solle den Sport instrumentalisieren.

Der Abgeordnete Achim Vogt, der als Sportler an vier Olympischen Spielen teilgenommen hat, unterstrich in seinem Votum die verbindende Kraft des Sports. Er betonte, dass diese verloren gehe, sobald der Sport zum Schauplatz politischer Auseinandersetzungen werde. Der Sport fördere Begegnungen auf Augenhöhe, gegenseitigen Respekt und Verständigung zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft und könne damit dort Brücken bauen, wo der Politik Grenzen gesetzt sind.

In einer weiteren Debatte befasste sich die Versammlung mit den Chancen und Risiken der Künstlichen Intelligenz für demokratische Systeme. Dabei wurde gewarnt, dass der regulatorische und demokratische Steuerungsrahmen mit dem Innovationstempo nicht Schritt hält. Die stellvertretende Abgeordnete Nadine Vogelsang kommentierte im Anschluss: «Künstliche Intelligenz darf die Demokratie nicht gefährden, sondern muss klar geregelt und verantwortungsvoll eingesetzt werden.»

Bedeutung für Liechtenstein

Die Teilnahme an den Sitzungen der Parlamentarischen Versammlung ist ein wichtiger Bestandteil des liechtensteinischen Engagements im Europarat. Die Parlamentarische Versammlung setzt sich aus Delegationen von 46 nationalen Parlamenten mit 306 Parlamentarierinnen und Parlamentariern zusammen und tagt vierteljährlich in Strassburg.

FC Landtag und FC Jugendrat treffen sich zum Freundschaftsspiel

Die 20 Spieler der beiden Mannschaften beim Gruppenbild vor einem Fussballtor. Der FC Landtag trägt blaue Shirts mit Landtagslogo, der Jugendrat weisse Shirts.

Politischer Nachwuchs und Abgeordnete im sportlichen Duell: Das Fussballteam des Landtags hat am Samstag auf der Blumenau in Triesen erstmals gegen die Mannschaft des Jugendrats Liechtenstein gespielt. Der FC Jugendrat entschied die Partie mit 4:2 für sich.

Bei hochsommerlichen Temperaturen trafen sich am Samstagabend die Fussballmannschaften des Landtags und des Jugendrats zum Freundschaftsspiel auf der Blumenau in Triesen. Es war das erste Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften.

Die Landtagsabgeordneten mit externer Verstärkung bestimmten zu Beginn die Partie und gingen in Führung. Im weiteren Spielverlauf gelang dem FC Jugendrat jedoch die Wende, am Ende setzte sich die Mannschaft mit 4:2 durch. Landtagspräsident Manfred Kaufmann gratulierte dem Jugendrat zum Sieg. «Es war ein sehr faires Spiel mit guter Stimmung. Auch der Austausch kam nicht zu kurz», so der Kapitän des FC Landtag. «Wir freuen uns auf eine baldige Revanche.»

Der Jugendrat Liechtenstein ist eine Plattform für politisch interessierte junge Erwachsene. Diese befassen sich mit diversen politischen Themen und treffen sich unter anderem jährlich zur Jugendsession im Landtagsgebäude, um über Anliegen und Fragestellungen zu diskutieren, die junge Menschen betreffen. Der Landtag schätzt das Engagement des Jugendrats zur Stärkung der politischen Partizipation junger Erwachsener und nimmt die an der Jugendsession diskutierten Themen jeweils gerne auf.

Liechtensteinische Delegation an der Parlamentarischen Versammlung der OSZE

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Die 33. Jahrestagung der Parlamentarischen Versammlung der OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) vom 4. bis zum 8. Juli ist in der niederländischen Stadt Den Haag erfolgreich zu Ende gegangen. Der liechtensteinische Landtag war mit den Abgeordneten Carmen Heeb-Kindle (Delegationsleiterin) und Johannes Kaiser sowie der Delegationssekretärin Sandra Gerber-Leuenberger vertreten. Die Teilnahme der liechtensteinischen Delegation unterstreicht das kontinuierliche Engagement Liechtensteins für die Werte und Ziele der OSZE.

Die diesjährige Jahrestagung stand unter dem Leitthema «Völkerrecht und gemeinsame Prinzipien: Grundlagen für Sicherheit und Zusammenarbeit im OSZE-Raum». Insgesamt nahmen mehrere hundert Parlamentarierinnen und Parlamentarier aus den OSZE-Teilnehmerstaaten sowie Vertreterinnen und Vertreter der internationalen Gemeinschaft an der Tagung teil.

Breites Themenspektrum in den Ausschüssen

Während mehrerer Ausschusssitzungen diskutierten die Abgeordneten Resolutionen zum Angriffskrieg der Russischen Föderation gegen die Ukraine, zu Rüstungskontrolle, hybriden Bedrohungen sowie zu den Entwicklungen im Nahen Osten. Weitere Resolutionen befassten sich mit dem Klimawandel, dem Wettbewerb um Ressourcen sowie dem Zusammenhang zwischen Konflikten und Geoökonomie im OSZE-Raum. Auch die Themen künstliche Intelligenz, demografischer Wandel, Drogenhandel und Cybersicherheit standen auf der Tagesordnung.

Bedeutung für Liechtenstein

«Die Jahrestagung der OSZE PV bietet uns die Gelegenheit, unsere Positionen einzubringen, uns mit Parlamentarierinnen und Parlamentariern aus dem gesamten OSZE-Raum auszutauschen und uns aktiv für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa einzusetzen. Gerade das diesjährige Schwerpunktthema Völkerrecht ist für Liechtenstein von grosser Bedeutung» so Delegationsleiterin Carmen Heeb-Kindle.

Austausch und Netzwerkpflege

Neben den offiziellen Sitzungen nutzte die liechtensteinische Delegation die Gelegenheit zu zahlreichen bilateralen Gesprächen mit Abgeordneten und Vertreterinnen und Vertretern internationaler Organisationen. Dabei standen insbesondere aktuelle Entwicklungen innerhalb der OSZE sowie gemeinsame Herausforderungen im Bereich der Sicherheitspolitik im Fokus. Ein weiterer Austausch fand auf Einladung der Schweizer Botschafterin Corinne Bühler zusammen mit den Schweizerischen Delegationsmitgliedern statt.

Hochrangige Redner

Die Eröffnungsplenarsitzung am 4. Juli wurde unter anderem von der Präsidentin des niederländischen Senats, Mei Li Vos, dem niederländische Ministerpräsident Rob Jetten sowie dem Amtierenden Vorsitzenden der OSZE, Bundesrat Ignazio Cassis, eröffnet. Am 8. Juli richtete OSZE-Generalsekretär Feridun H. Sinirlioğlu das Wort an die Delegierten.

Verabschiedung der Erklärung von Den Haag

Am Ende der Jahrestagung wurde die «Erklärung von Den Haag» von den Parlamentarierinnen und Parlamentariern verabschiedet. Die Erklärung enthält Empfehlungen an die nationalen Regierungen, Parlamente und die internationale Gemeinschaft in den Bereichen politische Angelegenheiten, Sicherheit, Wirtschaft, Umwelt, Menschenrechte und humanitäre Fragen. Die Mitgliedstaaten werden darin aufgefordert sich auf höchster politischer Ebene zur vollen Umsetzung der OSZE-Verbindlichkeiten sowie zur Stärkung der Organisation zu verpflichten.

Die Parlamentarische Versammlung der OSZE ist das grösste parlamentarische Forum im OSZE-Raum und vereint Abgeordnete aus Europa, Nordamerika und Zentralasien. Sie dient der Förderung des interparlamentarischen Dialogs sowie der Stärkung von Sicherheit, Demokratie und Menschenrechten. Die Jahrestagung gilt als wichtigstes Ereignis im Kalender der OSZE PV.

Freie Liste reicht Postulat zur Aktualisierung der «Anpassungsstrategie an den Klimawandel» ein

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Die Abgeordneten Sandra Fausch und Manuela Haldner-Schierscher von der Freien Liste haben am Freitag, 31. Juli ein Postulat zur Aktualisierung und Vertiefung der «Anpassungsstrategie an den Klimawandel» durch eine umfassende Hitzeschutz- und Kühlstrategie für Liechtenstein eingereicht. Damit wird die Regierung eingeladen, die bestehende «Anpassungsstrategie an den Klimawandel in Liechtenstein» aus dem Jahr 2018 zu überprüfen und eine aktualisierte und vertiefte Hitzeschutz- und Kühlstrategie für Liechtenstein vorzulegen.

Laut den Postulantinnen erkenne die bestehende Strategie die zunehmende Hitze bereits als prioritäres Handlungsfeld an, das Postulat verlangt nun eine gezielte Weiterentwicklung mit einem umfassenden Ansatz. Diese soll bestehende Massnahmen auf den aktuellen wissenschaftlichen Stand bringen, notwendige gesetzliche und planerische Anpassungen prüfen und Liechtenstein besser auf die Folgen zunehmender Hitze vorbereiten. Die Strategie soll eng mit der Energie- und Klimastrategie des Landes abgestimmt und unter Einbezug von Gemeinden, Wirtschaft und weiterer betroffener Akteurinnen und Akteure erarbeitet werden.

Ziel ist es laut den Postulantinnen, Liechtenstein besser auf die zunehmenden Folgen der Klimaerwärmung vorzubereiten und den Schutz von Bevölkerung, Tierwelt, Ökosystemen und kritischer Infrastruktur nachhaltig zu stärken.

Das Postulat wird voraussichtlich in der September-Landtagssitzung behandelt.

Mit einem Postulat äussert der Landtag einen Prüfauftrag an die Regierung. Das Instrument wird oft dazu verwendet, einen für die Volksvertreter unbefriedigenden Sachverhalt vertieft von der Regierung überprüfen zu lassen, bevor allenfalls stärkere Instrumente ergriffen werden. Für die Überweisung an die Regierung ist eine Mehrheit der Abgeordneten erforderlich. Bei erfolgreicher Überweisung hat die Regierung schriftlich Stellung zu nehmen und dem Landtag eine Postulatsbeantwortung vorzulegen. Diese wird erneut im Landtag behandelt.

Die Jugendunion VU reicht Petition zur Revision des Stipendiengesetzes ein

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Die Jungendunion VU hat am 10. August 2026 bei Landtagspräsident Manfred Kaufmann eine Petition zur Revision des liechtensteinischen Stipendiengesetzes eingereicht. Darin fordert sie verschiedene Anpassungen, um den Zugang zu Ausbildungsbeihilfen zu vereinfachen und die Chancengleichheit im Bildungsbereich zu stärken.

Die Petition kritisiert insbesondere die Berücksichtigung der finanziellen Verhältnisse der Eltern bei volljährigen Antragstellenden sowie lange Bearbeitungszeiten von Stipendiengesuchen. Nach Ansicht der Jugendunion können dadurch junge Menschen in Ausbildung benachteiligt werden.

Weitere Anliegen der Petition betreffen:
- die Überprüfung der Berechtigungskriterien für Ausbildungsbeihilfen;
eine zusätzliche Antragsmöglichkeit für volljährige Personen ohne elterliche Unterstützung;
-die Vereinfachung der Antrags- und Berechnungsverfahren;
-ausreichende personelle und technische Ressourcen für die zuständigen Behörden;
-die Prüfung provisorischer Unterstützungsleistungen bei langen Bearbeitungszeiten;
-Informationen zum Zeitplan und zu den Zielen der angekündigten Revision des Stipendiengesetzes.

Die Eingabe wurde dem Landtag zur weiteren Behandlung überreicht und beantragt die Weiterleitung an die Regierung im Rahmen der angekündigten Revision des Stipendiengesetzes. Die Petition wird voraussichtlich in der nächsten Landtagssitzung im September behandelt.

Via Petition können sich Bürgerinnen und Bürger mit ihren Anliegen an den Landtag wenden. Die Petition ist schriftlich und mindestens von einer Petentin bzw. einem Petenten zu unterzeichnen. Die Behandlung im Landtag findet statt, wenn sich ein Abgeordneter dazu zu Wort meldet. Mittels Mehrheitsbeschluss kann der Landtag Petitionen «zur geeigneten Verfügung» an die Regierung oder an Kommissionen überweisen bzw. andere geeignete Massnahmen beschliessen. Beigelegte Unterschriftensammlungen zu Petitionen werden aus Datenschutzgründen nicht veröffentlicht.

Ansprache des Landtagspräsidenten Manfred Kaufmann anlässlich des Staatsfeiertages 2026

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Landtagspräsidenten Manfred Kaufmann gab am 15. August anlässlich des Staatsfeiertages 2026 beim Staatsakt auf der Schlosswiese von Vaduz eine Ansprache.

Dabei beschreibt der Landtagspräsident Liechtenstein als eine «Flamme», die über Generationen hinweg von Fleiss, Verantwortung, Zusammenhalt, Vertrauen und Mut genährt wurde und für Heimat, Stabilität und den gesellschaftlichen Zusammenhalt steht.

Er betont in seiner Ansprache weiter die Bedeutung gemeinsamer Werte, des respektvollen demokratischen Dialogs und der Verantwortung gegenüber künftigen Generationen.

Zugleich spricht der Landtagspräsident aktuelle Herausforderungen an, darunter steigende Lebenshaltungskosten, die Sicherung der AHV, Verkehrsfragen, den technologischen Wandel, Cybersicherheit sowie die Debatte um die Fristenlösung.

Trotz dieser Aufgaben zeigt der Landtagspräsident sich zuversichtlich, dass Liechtenstein dank seines starken Fundaments, pragmatischer Lösungen und dem Engagement seiner Bevölkerung auch künftig erfolgreich, lebenswert und solidarisch bleiben wird.

Landtagspräsident Manfred Kaufmann begrüsst die Boston Braves FC im Landtagsgebäude

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Die Fussballmannschaft Boston Braves FC, ein Senioren- und Veteranenfussballverein aus Boston USA, besucht im Vorfeld des Freundschaftsturniers gegen den FC Landtag Landtagspräsident Manfred Kaufmann im Landtagsgebäude.

Nach einem Einblick in die Besonderheiten Liechtensteins führte der Landtagspräsident die Gäste in den Plenarsaal. Dabei bot sich auch Gelegenheit zum persönlichen Austausch und zum Kennenlernen des politischen Zentrums Liechtensteins.

Hintergrund des Besuchs ist das heute Abend stattfindende Freundschaftsturnier des FC Landtags gegen den FC Vaduz, den FC Schaan und die Boston Braves FC.

Das Turnier beginnt um 18.30 Uhr im Rheinpark Stadion Vaduz. Es ist einer der Höhepunkte der Europatour der Boston Braves, die mit ihrer Reise den internationalen Austausch und die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den internationalen Senioren- und Veteranenfussballvereinen fördern möchten.

 

Zuschauerinnen und Zuschauer sind herzlich willkommen.

FC Landtag am 40. Eidgenössischen Parlamentarier-Fussballturnier

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Der FC Landtag nahm am Samstag, 22. August, am 40. Eidgenössischen Parlamentarier-Fussballturnier in Amriswil (Thurgau) teil. Neben dem FC Landtag beteiligten sich Parlamentariermannschaften aus verschiedenen Kantonen der Schweiz am traditionellen Anlass, der jährlich in einem anderen Kanton stattfindet. 

Für den FC Landtag standen Landtagspräsident Manfred Kaufmann als Mannschaftskapitän, die Abgeordneten Thomas Vogt und Daniel Salzgeber sowie der stv. Abgeordnete Oliver Indra im Einsatz. Unterstützt wurde die Mannschaft von Sascha Quaderer (ehem. Abgeordneter),  Hanspeter Eberle, Dietmar Wohlwend, Martin Blaas (alle Landesverwaltung), Arno Sprenger (Gemeinderat), Matteo Gstöhl und Stefan Vogt. 

Sportlicher Wettkampf und persönlicher Austausch

Auf der Sportanlage Tellenfeld kämpften insgesamt 20 Parlamentariermannschaften um den Schweizer Meistertitel. Die Gruppenspiele fanden am Vormittag statt, am Nachmittag wurden die Klassierungs- und Finalspiele ausgetragen. Der FC Landtag traf in der Gruppenphase auf die Parlamentariermannschaften der Kantone Tessin, Wallis, Glarus und Uri. Gegen Wallis gelang ein Sieg und gegen Glarus resultierte ein Unentschieden.

«Das Eidgenössische Turnier verbindet sportlichen Wettkampf mit persönlichem Austausch. Es ist immer wieder bereichernd, Parlamentskolleginnen und -kollegen aus verschiedenen Regionen der Schweiz in einem ungezwungenen Rahmen zu treffen und Kontakte zu pflegen», so Landtagspräsident Manfred Kaufmann.

Der FC Landtag belegte am Ende den 11. Rang und erzielte damit sein bisher bestes Ergebnis bei diesem traditionsreichen Turnier. Den Turniersieg sicherte sich die Mannschaft des Kantons Schaffhausen. Das nächste Eidgenössische Parlamentarier-Fussballturnier findet im kommenden Jahr im Wallis statt. 

FC Landtag spielt ein Freundschaftsturnier mit dem Boston Braves FC sowie den Senioren vom FC Vaduz und FC Schaan

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Am Montagabend, 17. August 2026, traf sich der FC Landtag im Rheinpark Stadium in Vaduz zu einem besonderen Freundschaftsturnier mit den Seniorenmannschaften des FC Vaduz und des FC Schaan sowie dem Boston Braves FC,  einem Fussballverein aus Boston, USA.

Die vier Mannschaften absolvierten jeweils drei Spiele. Den Turniersieg sicherten sich die Senioren des FC Schaan, die alle drei Partien für sich entschieden. Der FC Landtag musste sich geschlagen geben und beendete das Turnier auf dem 4ten Rang.

«Wir haben uns sportlich natürlich ein anderes Resultat erhofft, aber es stand die Freundschaft und die Freude am Fussball im Vordergrund», sagt Landtagspräsident Manfred Kaufmann.

Der Boston Braves FC will mit seiner Europatour den internationalen Austausch und die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Fussballvereinen fördern. «Wir sind stolz darauf, dem Fussballverein mit unserem Turnier bei diesem Vorhaben zu unterstützen» so der Landtagspräsident. 

Für den FC Landtag spielten Landtagspräsident Manfred Kaufmann (Kapitän), Abg. Daniel Salzgeber, Stv. Abg. Helmut Hasler, Stv. Abg. Oliver Indra, ehem. Abg. Sasha Quaderer, Dietmar Wohlwend (Amt für Tiefbau und Geoinformation), Hanspeter Eberle (Amt für Umwelt), Mirko Beck (Gemeinderat Triesenberg), Richard Vogt (Gemeinderat Balzers), Jonas Foser, Markus Bontenackels, Albert Wohlwend, Matteo Gstöhl und Mario Strohschänk.

Landtagspräsident begrüsst den Ersten Sekretär der japanischen Botschaft in Bern

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Landtagspräsident Manfred Kaufmann begrüsste am 20. August 2026 Daisuke Kiryu, Erster Sekretär der japanischen Botschaft in Bern, im Landtagsgebäude in Vaduz.

Nach einem herzlichen Empfang in der Säulenhalle und einer Besichtigung des Plenarsaals zogen sich die beiden Gesprächspartner zum bilateralen Austausch zurück. Im Zentrum des Gesprächs standen die Bedeutung des diplomatischen Austausches sowie die Rolle und Arbeitsweise der Parlamente. Auch aktuelle internationale und geopolitische Entwicklungen wurden besprochen.

«Ich habe Herrn Kiryu anlässlich der Feier zu 30 Jahre diplomatische Beziehungen unserer Länder Anfang des Jahres kennengelernt und mich sehr gefreut, unseren damaligen Austausch heute in Vaduz fortsetzen zu können», so Landtagspräsident Manfred Kaufmann. «Liechtenstein und Japan unterscheiden sich in ihrer Grösse und geografischen Lage deutlich. Gleichzeitig verbindet uns der Anspruch, Tradition und Innovation miteinander zu verbinden und den internationalen Austausch aktiv zu pflegen.»

Diplomatische Beziehungen
Die offiziellen diplomatischen Beziehungen zwischen Liechtenstein und Japan wurden 1996 aufgenommen. Da in Liechtenstein keine ausländischen Botschaften ansässig sind, erfolgt die diplomatische Vertretung vom Ausland aus. Seit 2025 ist Iijima Toshiro Botschafter Japans in Bern und in dieser Funktion auch für Liechtenstein akkreditiert. Zusätzlich sind die Staaten in Liechtenstein durch Honorargeneralkonsulate vor Ort vertreten. Für Japan übt Dr. Donat P. Marxer seit 2017 das Amt des Honorargeneralkonsuls aus.

Abänderung des Hausgesetzes des Fürstlichen Hauses Liechtenstein

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Der Landtag sowie die Regierung wurden diese Woche vom Fürstenhaus über die Änderung des Hausgesetzes informiert. In der heutigen Präsidiumssitzung wurde aufgrund der Bedeutung der Neuerungen entschieden, dem Landtag die Änderungen für die September-Sitzung formell zur Kenntnisnahme vorzulegen.

Wie der Erbprinz bereits am Staatsfeiertag bekannt gab, werden die Mitwirkungsrechte der weiblichen Mitglieder des Fürstenhauses ausgeweitet sowie die Thronfolge von der männlichen auf die absolute Primogenitur umgestellt. Künftig ist das erstgeborene Kind unabhängig vom Geschlecht thronfolgeberechtigt.

Zudem wird der Landtag in Zukunft in bestimmten Fällen über Entscheidungen nach dem Hausgesetz informiert.

Sicherheitspolitische Strategie Liechtenstein ist Thema der Aktu­ellen Stunde anlässlich der September-Landtagssitzung

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In der Aktuellen Stunde der September-Sitzung wird sich der Landtag mit dem Thema sicherheitspolitische Strategie Liechtenstein – vom strategischen Rahmen zur konkreten Umsetzung beschäftigen. Eingebracht hat das Thema die FBP‑Fraktion.

Die im Juni 2026 vorgestellte Sicherheitspolitische Strategie schafft erstmals einen umfassenden Handlungsrahmen für die Sicherheit Liechtensteins. Diese umfasst fünf Handlungsfelder, denen konkrete Massnahmen zugeordnet sind. "Von diesen Massnahmen werden 15 als prioritär eingestuft. Nach der Erarbeitung der Strategie rückt nun deren Umsetzung in den Vordergrund. Dabei gilt es unter anderem, Prioritäten und Verantwortlichkeiten festzulegen, die notwendigen Ressourcen zu bestimmen und die Zusammenarbeit der beteiligten Akteure sicherzustellen.", so die FBP-Fraktion.

Dafür lädt die Themengebende Fraktion die Landtagsabgeordneten aller Parteien sowie die Regierung ein, die folgenden Fragen zu beantworten:

  • Welche Bereiche der Sicherheitspolitischen Strategie sollten bei der Umsetzung aus Ihrer Sicht in den kommenden Jahren besondere Priorität erhalten?
  • Welche der 15 prioritären Massnahmen sollten besonders rasch konkretisiert und umgesetzt werden?
  • Wo braucht es für die Umsetzung eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Land, Gemeinden, Wirtschaft, Betreibern kritischer Infrastrukturen und internationalen Partnern?
  • Welche personellen, finanziellen und technischen Ressourcen sind notwendig, damit die vorgesehenen Massnahmen wirksam umgesetzt werden können?
  • Wie soll der Landtag die Umsetzung und Weiterentwicklung der Sicherheitspolitischen Strategie künftig politisch begleiten?

In der Aktuellen Stunde, die für jede Arbeitssitzung vorgesehen ist, wird im Landtag ein Thema von übergeordneter Bedeutung behandelt. Dieses wird abwechselnd von den Landtagsfraktionen festgelegt. Die Aktuelle Stunde dauert höchstens eine Stunde. Jede Fraktion oder Wählergruppe hat für ihre Wortmeldungen eine festgelegte Redezeit. Die Regierung kann zur Teilnahme eingeladen werden. Beschlüsse werden in der Aktuellen Stunde nicht gefasst.

VU reicht Postulat zur Prüfung eines Mehrzweckspeichers in Malbun ein

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Die VU hat am Dienstag, 1. September 2026, ein Postulat zur Prü­fung eines Mehr­zweck­spei­chers, zur Reduk­tion des Trink­was­seran­teils und zur Wei­ter­ent­wick­lung der Beschneiung und Was­ser­be­wirt­schaf­tung in Malbun eingereicht.

Das Postulat fordert die Regierung auf, einen Mehrzweckspeicher oder alternative Speicherlösungen für Malbun zu prüfen, um den hohen Trinkwasserverbrauch für die Beschneiung zu reduzieren, die Versorgungssicherheit zu verbessern und eine mögliche Erweiterung der beschneiten Pistenflächen zu ermöglichen.

Dabei sollen wirtschaftliche, technische und ökologische Aspekte sowie zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten berücksichtigt werden, wobei das Postulat ausdrücklich eine „ergebnisoffene Prüfung“ verlangt, um technisch machbare, ökologisch vertretbare und finanziell realistische Varianten zu ermitteln.

Das Postulat wird voraussichtlich in der Oktober-Landtagssitzung behandelt.

Mit einem Postulat äussert der Landtag einen Prüfauftrag an die Regierung. Das Instrument wird oft dazu verwendet, einen für die Volksvertreter unbefriedigenden Sachverhalt vertieft von der Regierung überprüfen zu lassen, bevor allenfalls stärkere Instrumente ergriffen werden. Für die Überweisung an die Regierung ist eine Mehrheit der Abgeordneten erforderlich. Bei erfolgreicher Überweisung hat die Regierung schriftlich Stellung zu nehmen und dem Landtag eine Postulatsbeantwortung vorzulegen. Diese wird erneut im Landtag behandelt.

 

DpL reichen Postulat zur Stärkung der liechtensteinischen politischen Bildung im Lehrplan ein

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Die DpL haben am Dienstag, 1. September 2026 ein Postulat zur Stär­kung der liech­tens­tei­ni­schen poli­ti­schen Bil­dung im Lehrplan eingereicht.

Das Postulat fordert, die politische Bildung im liechtensteinischen Lehrplan zu stärken und insbesondere das Staats- und Regierungssystem sowie die Landeshymne verbindlicher im Unterricht zu verankern.

Begründet wird dies damit, dass politische Bildung junge Menschen zur demokratischen Mitwirkung befähigen soll: «Demokratie ist kein Selbstverständnis. Sie muss gelernt, verstanden und eingeübt werden.», so die Postulanten.

Das Postulat wird voraussichtlich in der Oktober-Landtagssitzung behandelt.

Mit einem Postulat äussert der Landtag einen Prüfauftrag an die Regierung. Das Instrument wird oft dazu verwendet, einen für die Volksvertreter unbefriedigenden Sachverhalt vertieft von der Regierung überprüfen zu lassen, bevor allenfalls stärkere Instrumente ergriffen werden. Für die Überweisung an die Regierung ist eine Mehrheit der Abgeordneten erforderlich. Bei erfolgreicher Überweisung hat die Regierung schriftlich Stellung zu nehmen und dem Landtag eine Postulatsbeantwortung vorzulegen. Diese wird erneut im Landtag behandelt.

DpL reichen Postulat betreffend Massnahmen bei der Trockenheit 2026 in der Landwirtschaft und in der Fischerei ein

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Die DpL haben am Dienstag, 1. September 2026 ein Postulat betreffend Massnahmen bei der Trockenheit 2026 in der Landwirtschaft und in der Fischerei eingereicht.

Die Postulanten fordern die Regierung auf, die Folgen der Trockenheit 2026 für Landwirtschaft, Wald und Fischerei umfassend zu untersuchen und konkrete Entlastungsmassnahmen wie finanzielle Hilfen, Versicherungsleistungen, vorgezogene Direktzahlungen und zinsfreie Darlehen zu prüfen.

Gleichzeitig sollen kurz- und langfristige Lösungen für die Wasserversorgung und Bewässerung geprüft werden, um landwirtschaftliche Flächen zu versorgen und das Austrocknen von Gewässern und damit Schäden an der Fischerei zu verhindern. 

Das Postulat wird voraussichtlich in der Oktober-Landtagssitzung behandelt.

Mit einem Postulat äussert der Landtag einen Prüfauftrag an die Regierung. Das Instrument wird oft dazu verwendet, einen für die Volksvertreter unbefriedigenden Sachverhalt vertieft von der Regierung überprüfen zu lassen, bevor allenfalls stärkere Instrumente ergriffen werden. Für die Überweisung an die Regierung ist eine Mehrheit der Abgeordneten erforderlich. Bei erfolgreicher Überweisung hat die Regierung schriftlich Stellung zu nehmen und dem Landtag eine Postulatsbeantwortung vorzulegen. Diese wird erneut im Landtag behandelt.

Wechsel im Landtagspräsidium

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Der Abgeordnete Lino Nägele ersetzt den Abgeordneten Johannes Kaiser als Fraktionssprecher der FBP im Präsidium des Landtags.

Das Präsidium ist unter anderem verantwortlich für die Erstellung der Tagesordnung der Landtagssitzungen und besteht aus 5 Personen. Neben dem Landtagspräsidenten Manfred Kaufmann und der Landtagsvizepräsidentin Franziska Hoop sind auch die Fraktionssprecher der Fraktionen VU, FBP und DpL vertreten - also Dagmar Bühler-Nigsch, Lino Nägele und Thomas Rehak.

Der Landtag nimmt Abschied von Alt-Landtagspräsident Klaus Wanger (24. Februar 1941 bis 5. September 2026)

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Klaus Wanger wurde 1993 in den Landtag gewählt und war in dieser Funktion unter anderem Mitglied der Aussenpolitischen Kommission und in der EWR-Kommission. Von 2001 bis 2009 war er Landtagspräsident und in dieser Funktion Vorsitzender des Präsidiums sowie Leiter der Landtagsdelegationen bei der Interparlamentarischen Union und der Internationalen Parlamentarischen Bodensee-Konferenz.

In seiner Amtszeit hat er die Arbeit unseres Parlaments mit grossem Engagement und Verantwortungsbewusstsein geprägt. Besonders hervorzuheben ist dabei sein Beitrag zur Verfassungsreform im Jahre 2003.

Die Mitglieder des Landtags und die Mitarbeitenden des Parlamentsdienstes werden Klaus Wanger ein ehrendes Andenken bewahren. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie und seinen Angehörigen.

Aussenpolitische Kommission besucht Brüssel

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Die Aussenpolitische Kommission (APK) des Landtags war vom 9. bis 11. September zu einem offiziellen Arbeitsbesuch in Brüssel. Die APK unter der Leitung der Vorsitzenden Bettina Petzold-Mähr setzte sich aus der Landtagsvizepräsidentin Franziska Hoop, den Abgeordneten Marion Kindle-Kühnis, Roger Schädler und Johannes Zimmermann sowie Sandra Gerber-Leuenberger vom Parlamentsdienst zusammen. Die Abgeordneten erhielten unter der fachkundigen Leitung von Botschafter Pascal Schafhauser und seinen Mitarbeitenden einen umfassenden Einblick in die diplomatische Arbeit der Botschaft in Brüssel.

Während des dreitägigen Aufenthalts standen Treffen mit Vertreterinnen und Vertretern verschiedener europäischer Institutionen auf dem Programm. «Die APK befasst sich im Rahmen ihrer parlamentarischen Arbeit regelmässig mit EWR-relevanten Beschlüssen und deren Übernahme in das liechtensteinische Recht. Der direkte Austausch mit den europäischen Institutionen und den zuständigen Akteuren in Brüssel trägt wesentlich dazu bei, die entsprechenden Prozesse und Hintergründe besser zu verstehen und die politischen Entwicklungen in Europa einzuordnen», so die Kommissionsvorsitzende Bettina Petzold-Mähr anlässlich des Besuchs in Brüssel.

Im EFTA-Sekretariat wurde die APK von den beiden stellvertretenden Generalsekretären, Knut Hermansen und Thordur Jonsson, empfangen. Im Mittelpunkt des Austauschs standen die Aufgaben und die Rolle des EFTA-Sekretariats sowie die Verwaltung des EWR-Abkommens. Ein weiteres Gespräch fand mit der EFTA-Überwachungsbehörde (ESA) statt, die die Umsetzung und Anwendung des EWR-Rechts in Island, Norwegen und Liechtenstein überwacht. Dabei erläuterten das liechtensteinische Kollegiumsmitglied Nuscha Wieczorek und ihr Team die Funktionsweise der Zwei-Pfeiler-Struktur des EWR/EFTA-Systems.

Aktuelle Entwicklungen aus erster Hand

Die Treffen mit verschiedenen Vertreterinnen und Vertretern der Europäischen Kommission sowie des Rates der Europäischen Union ermöglichten den Abgeordneten ein vertieftes Verständnis der komplexen Prozesse sowie der strategischen Positionierung Liechtensteins. «Für unsere parlamentarische Arbeit ist es sehr wertvoll, aktuelle Entwicklungen aus erster Hand zu erfahren. Die Treffen mit Experten des EWR-Abkommens und zur EU-Erweiterung, Vertretern des Europäischen Auswärtigen Dienstes sowie der Direktorin des Generalsekretariats des Rates haben dazu beigetragen, die politischen und institutionellen Entwicklungen in Europa besser zu verstehen», so der Abgeordnete Roger Schädler nach dem Besuch.

Beim Austausch mit dem Direktor des Generalsekretariats des Rates für Justiz und Inneres standen aktuelle migrationspolitische Entwicklungen in Europa sowie deren Auswirkungen auf den Schengen-Raum im Mittelpunkt der Gespräche. Thematisiert wurde zudem das diesjährige 15-jährige Jubiläum des Schengen-Beitritts Liechtensteins.

Über die Aussenpolitische Kommission

Die Aussenpolitische Kommission ist eine ständige Kommission des liechtensteinischen Landtags. Sie prüft und begutachtet die der Zustimmung des Landtags bedürftigen Staatsverträge und nimmt in Zusammenarbeit mit der Regierung in auswärtigen Angelegenheiten die Interessen des Landes wahr.

Manfred Kaufmann an Konferenz der Parlamentspräsidenten europäischer Kleinstaaten in Andorra

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Auf Einladung des Präsidenten des Parlaments von Andorra, Carles Ensenyat, fand vom 13. bis zum 15. September die 19. Konferenz der Parlamentspräsidentinnen und Parlamentspräsidenten europäischer Kleinstaaten in Andorra statt.

An der Konferenz nahmen die Parlamentspräsidenten aus Andorra, Island, Liechtenstein, Luxemburg, Malta, Monaco, Montenegro und Zypern sowie Vertreter aus San Marino teil. Liechtenstein wurde durch Landtagspräsident Manfred Kaufmann, Landtagssekretär Stefan Hassler sowie Sandra Gerber-Leuenberger vom Parlamentsdienst vertreten.

Drei zentrale Themenschwerpunkte

Im Mittelpunkt der Konferenz standen drei Themenbereiche: die Rolle der parlamentarischen Diplomatie im aktuellen europäischen und internationalen Kontext, die Stärkung und Neuausrichtung der Beziehungen zwischen Exekutive und Legislative und deren Auswirkungen auf moderne demokratische Systeme sowie Herausforderungen, Risiken und Chancen der Künstlichen Intelligenz für die parlamentarische Arbeit und das Funktionieren der Demokratie. Zu jedem Themenblock waren hochrangige Gastreferenten eingeladen, welche das Thema vorstellten, bevor die Parlamentspräsidenten ihre nationalen Perspektiven in die Diskussion einbrachten.

Im Rahmen der Debatte zur Rolle der parlamentarischen Diplomatie betonte Landtagspräsident Kaufmann deren wachsende Bedeutung in einer Zeit tiefgreifender geopolitischer Veränderungen. Die parlamentarische Diplomatie stelle eine wichtige Ergänzung zur klassischen Regierungsdiplomatie dar und trage insbesondere in Zeiten internationaler Spannungen dazu bei, den Dialog aufrechtzuerhalten und gemeinsame Interessen zu identifizieren. «Gerade für Staaten wie Liechtenstein ist die parlamentarische Diplomatie ein unverzichtbares Instrument, um unsere Werte einzubringen, aktiv an internationalen Diskussionen mitzuwirken und verlässliche Partnerschaften aufzubauen. Sie ermöglicht es, Brücken zu bauen, den Dialog aufrechtzuerhalten und gemeinsame Lösungen für grenzüberschreitende Herausforderungen zu finden», erklärte Landtagspräsident Kaufmann.

Zum Thema Beziehungen zwischen Exekutive und Legislative verwies Landtagspräsident Manfred Kaufmann auf die Bedeutung eines ausgewogenen Verhältnisses der Verfassungsorgane. Er unterstrich, dass das politische System Liechtensteins von der Zusammenarbeit des Landesfürsten, der Regierung, des Landtags und des Volkes geprägt sei. «In Liechtenstein ermöglicht die Nähe zwischen den Abgeordneten und der Bevölkerung einen direkten Austausch und trägt dazu bei, politische Debatten an den Anliegen der Bürgerinnen und Bürger auszurichten», so der Landtagspräsident. Ein funktionierendes Gleichgewicht zwischen Exekutive und Legislative sei eine wesentliche Voraussetzung für das Funktionieren einer starken Demokratie. Ziel müsse es sein, staatliche Institutionen transparent, verantwortungsvoll und resilient auszugestalten und damit das Vertrauen in demokratische Prozesse nachhaltig zu stärken.

Im Themenblock Künstliche Intelligenz verwies Landtagspräsident Kaufmann auf die Herausforderungen, die sich durch Desinformation, Deepfakes und die zunehmende Verbreitung künstlich erzeugter Inhalte ergeben. Eine funktionsfähige Demokratie sei auf verlässliche Informationen und klare Verantwortlichkeiten angewiesen. «Künstliche Intelligenz kann die parlamentarische Arbeit effizienter gestalten und Zugang zu Informationen erleichtern. Politische Entscheidungen erfordern jedoch die Abwägung unterschiedlicher Interessen und die Übernahme von Verantwortung. Diese Verantwortung kann keine Künstliche Intelligenz übernehmen, sondern sie muss bei den demokratisch gewählten Entscheidungsträgern verbleiben», betonte Manfred Kaufmann.

Am Ende der Konferenz wurde eine gemeinsame Abschlusserklärung verabschiedet, welche die Bedeutung der parlamentarischen Zusammenarbeit der europäischen Kleinstaaten unterstreicht. Die Parlamentspräsidentinnen und Parlamentspräsidenten bekräftigten ihren Willen, den politischen Austausch weiter zu vertiefen und sich gemeinsam für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und multilaterale Zusammenarbeit einzusetzen.

Erfolgreiche Zusammenarbeit der europäischen Kleinstaaten

Die erste Konferenz der Parlamentspräsidenten der europäischen Kleinstaaten fand im Jahr 2006 in Monaco statt. Seither hat sich das Format als wertvolle Plattform für den parlamentarischen Austausch und die Zusammenarbeit zwischen den europäischen Kleinstaaten etabliert. Liechtenstein war bereits 2008 und 2018 Gastgeber dieser Konferenz und engagiert sich aktiv für deren Weiterentwicklung.

Parlamentarischer Dialog: Landtagspräsident und Landtagsvizepräsidentin zu Besuch in Bern

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Landtagspräsident Manfred Kaufmann und Landtagsvizepräsidentin Franziska Hoop statten am Donnerstag, 17. September 2026, dem Schweizer Nationalratspräsidenten Pierre-André Page und dem Ständeratspräsidenten Stefan Engler einen offiziellen Besuch in Bern ab.  

Nach einem geführten Rundgang durch das Bundeshaus verfolgten der Landtagspräsident und die Landtagsvizepräsidentin im Rahmen der Herbstsession die Beratungen des Nationalrates und des Ständerates. In beiden Räten wurden die liechtensteinischen Gäste offiziell begrüsst.

Im Anschluss fanden Gespräche mit Nationalratspräsident Pierre-André Page und Ständeratspräsident Stefan Engler statt. Dabei bot sich die Gelegenheit, verschiedene aktuelle Themen beider Länder zu besprechen und sich über die parlamentarische Arbeit auszutauschen.

Ein weiterer Programmpunkt war der Besuch des Labors Spiez. Als Geschäftsbereich des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz nimmt es wichtige wissenschaftlich-technische Aufgaben zum Schutz der Bevölkerung wahr. Die liechtensteinische Delegation erhielt einen Einblick in die vielseitige Tätigkeit und die Aufgaben der Institution.

Der Besuch in Bern bot insgesamt Gelegenheit, die engen und freundschaftlichen Beziehungen zwischen Liechtenstein und der Schweiz zu pflegen und den persönlichen Austausch weiter zu vertiefen.

Petition fordert erneute Teilnahme Liechtensteins an PISA-Studien

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Am 18. September 2026 wurde beim Landtag die Petition «In die gesellschaftliche und wirtschaftliche Zukunft investieren» eingereicht. Das Ziel der Petition: Eine erneute Teilnahme Liechtensteins an den internationalen PISA-Studien der OECD zu prüfen und anzustreben.

Die PISA-Studie ist eine internationale Vergleichsstudie der OECD, bei der die Kompetenzen von 15-jährigen Schülerinnen und Schülern in den Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften untersucht werden. «Während sämtliche EU-Staaten sowie die EWR-Länder Norwegen und Island an den Studien teilnehmen, verzichtet Liechtenstein seit 2012 auf eine Teilnahme», hält Petitionär Reinhard Walser in seinem am Freitag eingereichten Vorstoss fest. Er argumentiert, dass internationale Leistungsvergleiche wichtige Erkenntnisse für die Weiterentwicklung des Bildungswesens liefern und eine wertvolle Investition in die gesellschaftliche und wirtschaftliche Zukunft des Landes darstellen. Bildungssysteme könnten sich nur dann erfolgreich weiterentwickeln, wenn sie sich regelmässig mit internationalen Standards messen. «Entsprechend soll im Sinne einer erfolgreichen Zukunftsentwicklung Liechtensteins die Vorteile eines Mitmachens an den PISA-Studien in Erwägung gezogen und eine erneute Teilnahme angestrebt werden», so der Petitionär.

Über die Petition wird der Landtag voraussichtlich in der kommenden Sitzung am 30. September 2026 beraten.

Via Petition können sich Bürgerinnen und Bürger mit ihren Anliegen an den Landtag wenden. Die Petition ist schriftlich und mindestens von einer Petentin bzw. einem Petenten zu unterzeichnen. Die Behandlung im Landtag findet statt, wenn sich ein Abgeordneter dazu zu Wort meldet. Mittels Mehrheitsbeschlusses kann der Landtag Petitionen «zur geeigneten Verfügung» an die Regierung oder an Kommissionen überweisen bzw. andere geeignete Massnahmen beschliessen.

Windkraft in Liechtenstein ist Thema der Aktu­ellen Stunde anläss­lich der Oktober-Landtagssitzung

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In der Aktuellen Stunde der Oktober-Sitzung wird sich der Landtag mit dem Thema "Windkraft in Liechtenstein – Versorgungssicherheit, Landschaft, Mensch und nächste Schritte" beschäftigen. Eingebracht hat das Thema die DpL‑Fraktion.

Grundlage der Debatte ist der Entwurf des Planungs- und Umweltberichts der Strategischen Umweltprüfung (SUP) zur Festlegung von Windeignungsgebieten im Landesrichtplan.

Liechtensteins hohe Energieimportabhängigkeit erfordert eine technologieoffene Prüfung der künftigen Energieversorgung. Vor diesem Hintergrund beschloss die Regierung, Windeignungsgebiete im Landesrichtplan festzulegen und dazu eine SUP durchzuführen. Windenergie kann insbesondere im Winter Wasserkraft und Photovoltaik ergänzen, liefert jedoch laut der DpL-Fraktion keine durchgehend verfügbare Energie. Wirtschaftliche Speicherlösungen im Inland fehlen bislang. Deshalb darf Windkraft nicht einseitig priorisiert werden. Wasserkraft, hochalpine Photovoltaik, Speicherlösungen und Massnahmen zur Absicherung der Winterversorgung sind gleichrangig zu prüfen.

Mit Ablauf der Konsultation und vor dem Abschluss des SUP-Verfahrens steht der Landtag an einer Weichenstellung. Es braucht eine politische Debatte über
Versorgungssicherheit, Schutz der Menschen, realistische Abstände zu
Siedlungsgebieten, Alternativen und Mitbestimmung, bevor Windeignungsgebiete im Landesrichtplan festgeschrieben werden.

Dafür lädt die Themengebende Fraktion die Landtagsabgeordneten aller Parteien sowie die Regierung ein, sich mit folgenden Fragen auseinanderzusetzen:

  • Wie stehen sie generell zur Windkraft in Liechtenstein?
  • Welchen Beitrag kann Windkraft in Liechtenstein realistisch zur Versorgungssicherheit leisten, wenn Wind Zufallsenergie bleibt und das SUP Potenzial (bis 28 Anlagen / bis ca. 162 GWh/a) ausdrücklich nur eine theoretische Obergrenze darstellt?
  • Wie bewerten Sie die 300-Meter Abstand Annahme der SUP zu Lärm und Schattenwurf bei einer Referenzanlage Vestas V172 (285 m), insbesondere im Hinblick auf Nachtwerte der LSV, Schattenwurfweiten und Inversionslagen im Rheintal?
  • Sollte der Schutz des Menschen, der Gesundheit und der Erholung in der SUP ausführlicher behandelt werden, und welche Nachbesserungen am Planungs- und Umweltbericht sollten vor dem Richtplaneintrag vorgenommen werden?
  • Welche Alternativen (Wasserkraft, hochalpine PV, Speicher, Winterabsicherung) sollen gleichrangig und zeitgleich geprüft werden, statt Windkraft allein zu priorisieren?
  • Wäre ein schrittweises Vorgehen (zuerst eine befristete Einzelanlage abseits von Wohngebieten, Praxiserfahrung, dann Pflichtenheft) der bessere Weg zu Akzeptanz und belastbaren Entscheiden als die Ausscheidung grosser Windeignungsräume mit theoretisch vielen Grossanlagen?
  • Wie sollen Bevölkerung, Medien, Gemeinden und Landtag die weiteren Schritte (Abschluss SUP, Landesrichtplan, Zonenplan, UVP, Baubewilligung) begleiten?

In der Aktuellen Stunde, die für jede Arbeitssitzung vorgesehen ist, wird im Landtag ein Thema von übergeordneter Bedeutung behandelt. Dieses wird abwechselnd von den Landtagsfraktionen festgelegt. Die Aktuelle Stunde dauert höchstens eine Stunde. Jede Fraktion oder Wählergruppe hat für ihre Wortmeldungen eine festgelegte Redezeit. Die Regierung kann zur Teilnahme eingeladen werden. Beschlüsse werden in der Aktuellen Stunde nicht gefasst.

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz zu Besuch im Landtag

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Am Freitag, 25. September 2026, empfing Landtagspräsident Manfred Kaufmann eine Delegation des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) im Landtagsgebäude. Nebst dem Generaldirektor Pierre Krähenbühl und Arash Rahimi Afshari, Länderverantwortlicher Liechtenstein, nahmen auch Nicole Matt-Schlegel, Generaldirektorin vom Liechtensteinischen Roten Kreuz, und Projektleiterin Isabel Fehr teil.

Beim gemeinsamen Austausch wurde insbesondere die Rolle der Parlamente und der Beitrag, den auch kleinere Staaten wie Liechtenstein auf internationaler Ebene leisten können, thematisiert. «Der Austausch mit dem IKRK hat verdeutlicht, dass Liechtenstein in internationalen Gremien eine Stimme hat. Es ist wichtig, dass wir diese erheben und unsere Möglichkeiten nutzen, um uns für das humanitäre Völkerrecht und den Schutz der davon betroffenen Menschen einzusetzen», so Landtagspräsident Manfred Kaufmann. Weiter berichtete der Generaldirektor aus seiner langjährigen persönlichen Erfahrung in unterschiedlichen Konfliktsituationen und gab Einblicke, wie es dem IKRK auch in zunehmend fragmentierten Zeiten gelingt, den Dialog aufrechtzuerhalten und Brücken zwischen Konfliktparteien zu bauen.

Im Rahmen einer Führung des Landtagspräsidenten durch die Säulenhalle und den Plenarsaal erhielten die Gäste Einblicke in die Geschichte und Architektur des Gebäudes sowie in das politische System Liechtensteins und die Arbeit des Landtags.

Internationales Komitee vom Roten Kreuz
Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz ist eine unabhängige humanitäre Organisation mit Sitz in Genf, Schweiz. Es setzt sich weltweit für den Schutz und die Unterstützung von Menschen ein, die von bewaffneten Konflikten und anderen Gewaltsituationen betroffen sind. Das Liechtensteinische Rote Kreuz unterstützt die humanitäre Arbeit des Internationalen Komitees und trägt dazu bei, dessen Anliegen und Tätigkeit in Liechtenstein sichtbar zu machen.

DpL-Fraktion beantragt Änderungen im Asylgesetz mittels Initiative

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Am Freitag, den 25. September 2026, hat die DpL-Fraktion eine Gesetzesinitiative zur Abänderung des Asylgesetzes eingereicht – mit dem Ziel einer Anpassung der Bestimmungen über den vorübergehenden Schutz (Status S) sowie eine Anhebung der Sprachanforderungen für den Wechsel in eine Aufenthaltsbewilligung.

Die parlamentarische Initiative verfolgt drei Hauptanliegen: Erstens soll die Gewährung des vorübergehenden Schutzes künftig an eine stärkere Berücksichtigung regionaler Sicherheitslagen im Herkunftsland geknüpft werden. Zweitens sollen Reisen in den Heimat- oder Herkunftsstaat während der Dauer des vorübergehenden Schutzes eingeschränkt werden. Drittens sieht die Vorlage vor, die Deutschkenntnisse für den Erwerb einer Aufenthaltsbewilligung nach längerem Aufenthalt auf mindestens das Niveau B1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen anzuheben.

Nach Auffassung der DpL-Abgeordneten soll Liechtenstein dort Schutz gewähren, wo dieser erforderlich ist, ohne dabei deutlich grosszügigere Regelungen vorzusehen als vergleichbare Nachbarstaaten. In der Begründung wird insbesondere auf Unterschiede zur Schweiz und zu Norwegen bei der Gewährung des Schutzstatus und bei den Reiseregelungen hingewiesen.

Die Initiative wird nun von der Regierung auf Verfassungsmässigkeit und Staatsvertragskonformität vorgeprüft.

Mittels einer parlamentarischen Initiative kann jedes Mitglied des Landtags Vorschläge zum Erlass eines neuen Gesetzes sowie zur Abänderung oder Aufhebung eines bestehenden Gesetzes einbringen – dies in Form eines ausgearbeiteten Entwurfs. Nach Erhalt des Berichts der Vorprüfung durch die Regierung behandelt der Landtag das Initiativbegehren spätestens in der übernächsten Sitzung. Stellt der Landtag fest, dass der Vorstoss mit der Verfassung und den bestehenden Staatsverträgen übereinstimmt, wird die Initiative wie eine Gesetzesvorlage behandelt und direkt in erster Lesung beraten.

FBP-Fraktion reicht Postulat zur Prüfung einer Baby-Vorsorge ein

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Die FBP-Fraktion hat ein Postulat eingereicht, mit dem die Regierung eingeladen wird, die Einführung einer sogenannten «Baby-Vorsorge» in Form eines eigenständigen Generationenfonds zu prüfen. Ziel des Vorstosses ist es, jedem anspruchsberechtigten Kind bei der Geburt eine persönlich zugeordnete Einlage für die spätere Altersvorsorge zu ermöglichen. Die Regierung soll dabei insbesondere die Finanzierung, die rechtliche und organisatorische Ausgestaltung sowie die Chancen und Risiken eines solchen Modells untersuchen.

Nach Auffassung der Postulanten könnte ein langfristig angelegtes Vorsorgekapital einen zusätzlichen Beitrag zur finanziellen Absicherung im Alter leisten und die bestehenden Säulen der Altersvorsorge ergänzen. Gleichzeitig soll geprüft werden, ob und in welchem Umfang staatliche Mittel für eine solche Vorsorgelösung eingesetzt werden könnten und welche Auswirkungen dies auf die öffentlichen Finanzen hätte.

Der Prüfauftrag umfasst unter anderem Fragen zur Höhe möglicher Einlagen, zur Anspruchsberechtigung, zu Finanzierungsmodellen, zur Anlagepolitik und Risikosteuerung, zur Organisation und Aufsicht eines Generationenfonds sowie zu den erforderlichen gesetzlichen Grundlagen. Zudem soll die Regierung darlegen, welche Wirkungen ein solches Modell auf die Generationengerechtigkeit und die langfristige Entwicklung der Altersvorsorge entfalten könnte.

Mit dem Postulat wird weder eine konkrete Beitragshöhe noch eine bestimmte Fondsstruktur vorgegeben. Vielmehr soll eine fundierte Entscheidungsgrundlage geschaffen werden, um beurteilen zu können, ob und in welcher Form eine Baby-Vorsorge für Liechtenstein zweckmässig, finanzierbar und rechtssicher ausgestaltet werden kann.

Herbstsession der Parlamentarischen Versammlung des Europarats

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Vom 28. September bis 2. Oktober 2026 nahm die liechtensteinische Landtagsdelegation an der Herbstsession der Parlamentarischen Versammlung des Europarats in Strassburg teil. Liechtenstein war durch die Delegationsmitglieder Nadine Vogelsang und Marc Risch sowie Delegationssekretärin Sandra Gerber-Leuenberger vertreten. Die Session stand im Zeichen des Vorsitzes Monacos im Ministerkomitee des Europarats.

Zu den hochrangigen Gästen zählten S.D. Fürst Albert II. von Monaco sowie die Vorsitzende des Ministerkomitees und Aussenministerin Monacos, Isabelle Berro-Amadeï. Fürst Albert II. unterstrich in seiner Ansprache die Bedeutung des Multilateralismus und bezeichnete ihn als «unseren Schatz und unser gemeinsames Schicksal». Isabelle Berro-Amadeï informierte die Versammlung über die Arbeit des Ministerkomitees und beantwortete Fragen der Abgeordneten.

Treffen der europäischen Kleinstaaten

An einem von Monaco organisierten Treffen der europäischen Kleinstaaten vertrat Nadine Vogelsang Liechtenstein. Gemeinsam mit Abgeordneten aus Andorra, Luxemburg, Malta, San Marino, Monaco, Montenegro und Zypern diskutierte sie über eine engere Zusammenarbeit innerhalb der Versammlung. Der Austausch verdeutlichte die wichtige Rolle der europäischen Kleinstaaten auf internationaler Ebene.

Schwerpunkte der Session

Im Rahmen der Debatte über die Bedrohungen für den Internationalen Strafgerichtshof bekräftigten Nadine Vogelsang und Marc Risch die Unterstützung Liechtensteins für die Unabhängigkeit der internationalen Justiz und die Achtung des Völkerrechts. Sie verurteilten politische Einschüchterungsversuche, Sanktionen und andere Massnahmen gegen den Gerichtshof und dessen Mitarbeitende. Marc Risch hob die besondere Bedeutung des Internationalen Strafgerichtshofs für die Durchsetzung des Völkerrechts hervor, während Nadine Vogelsang betonte: «Ohne unabhängige Justiz gibt es keine Rechtsstaatlichkeit und ohne Rechtsstaatlichkeit keinen dauerhaften Frieden.» Liechtenstein zählt seit Jahren zu den engagiertesten Unterstützern des Internationalen Strafgerichtshofs und setzt sich auf internationaler Ebene konsequent für die Stärkung der internationalen Strafjustiz sowie den Schutz der Unabhängigkeit des Gerichts ein.

Ein weiterer Schwerpunkt war die allgemeine politische Debatte zum Klimawandel, die gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern europäischer Jugendorganisationen geführt wurde. Im Mittelpunkt standen die Folgen des Klimawandels, politische Handlungsmöglichkeiten sowie die Rolle der jungen Generation bei der Bewältigung dieser Herausforderung. Marc Risch appellierte an die Politik, den Klimawandel mit grösster Dringlichkeit anzugehen und dabei insbesondere die Anliegen der jungen Generation ernst zu nehmen. Er verwies auf wissenschaftliche Erkenntnisse zu den Auswirkungen steigender Temperaturen auf Ökosysteme und warnte vor den Folgen für die natürlichen Lebensgrundlagen. Abschliessend betonte er: «Klimaangst darf keine Diagnose sein. Klimaangst soll unser Kompass sein.»

Václav-Havel-Menschenrechtspreis

An der Session wurde zum 14. Mal der Václav-Havel-Menschenrechtspreis verliehen. Die Auszeichnung würdigt herausragendes Engagement für die Förderung und den Schutz der Menschenrechte in Europa und darüber hinaus. Der Preis ging an Nasrin Sotoudeh, die sich seit Jahrzehnten unermüdlich für die Rechte von Aktivistinnen und Aktivisten, Journalistinnen und Journalisten sowie weiteren von Verfolgung betroffenen Personen einsetzt.

Weitere hochrangige Gäste

Zu den weiteren prominenten Gästen der Session gehörte der deutsche Aussenminister Johann Wadephul, der vor der Versammlung sprach und Fragen der Abgeordneten beantwortete. Ebenfalls vor der Versammlung sprachen Mattias Guyomar, Präsident des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte, sowie Rosario Salvatore Aitala, Richter des Internationalen Strafgerichtshofs.

Bedeutung für Liechtenstein

Die Teilnahme an den Sitzungen der Parlamentarischen Versammlung ist ein wichtiger Bestandteil des liechtensteinischen Engagements im Europarat. Die Versammlung setzt sich aus Delegationen der 46 Mitgliedstaaten zusammen und zählt 306 Parlamentarierinnen und Parlamentarier. Sie tagt viermal jährlich in Strassburg und bietet eine wichtige Plattform für den politischen Dialog und die Weiterentwicklung europäischer Standards.

VU-Initiative sieht Jokertage für Schülerinnen und Schüler vor

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Neun VU-Abgeordnete haben am Freitag, 2. Oktober 2026 eine Gesetzesinitiative zur Abänderung des Schulgesetzes eingereicht. Ziel der Vorlage ist die Einführung von sogenannten Jokertagen für Schülerinnen und Schüler.

Die Initiative sieht vor, dass Schülerinnen und Schüler pro Schuljahr zwei ganze oder vier halbe Tage ohne Angabe von Gründen vom Unterricht fernbleiben können. Voraussetzung ist eine vorgängige Mitteilung an die Klassenlehrperson; bei minderjährigen Schülerinnen und Schülern erfolgt diese durch die Erziehungsberechtigten.

Mit der vorgeschlagenen Regelung soll Familien ein begrenzter Gestaltungsspielraum für besondere familiäre, kulturelle, religiöse, sportliche oder persönliche Anlässe eingeräumt werden, ohne dass hierfür ein Bewilligungsverfahren erforderlich ist. Gleichzeitig bleibt der Grundsatz des regelmässigen Schulbesuchs bestehen. Die Initiative orientiert sich an vergleichbaren Regelungen in verschiedenen Schweizer Kantonen.

Die Regierung prüft den Vorstoss nun auf Verfassungsmässigkeit und Staatsvertragskonformität.

Mittels einer parlamentarischen Initiative kann jedes Mitglied des Landtags Vorschläge zum Erlass eines neuen Gesetzes sowie zur Abänderung oder Aufhebung eines bestehenden Gesetzes einbringen – dies in Form eines ausgearbeiteten Entwurfs. Nach Erhalt des Berichts der Vorprüfung durch die Regierung behandelt der Landtag das Initiativbegehren spätestens in der übernächsten Sitzung. Stellt der Landtag fest, dass der Vorstoss mit der Verfassung und den bestehenden Staatsverträgen übereinstimmt, wird die Initiative wie eine Gesetzesvorlage behandelt und direkt in erster Lesung beraten.

Liechtensteinische Delegation an der Herbsttagung der Parlamentarischen Versammlung der OSZE

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Vom 7. bis zum 9. Oktober fand die Herbsttagung der Parlamentarischen Versammlung der OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) in Andorra La Vella statt. Der liechtensteinische Landtag war mit den Abgeordneten Carmen Heeb-Kindle (Delegationsleiterin) und Johannes Kaiser sowie der Delegationssekretärin Sandra Gerber-Leuenberger vertreten.

An der 24. Herbsttagung kamen in der andorranischen Hauptstadt mehrere hundert Parlamentarier und Parlamentarierinnen aus Nordamerika, Europa und Zentralasien zusammen, um über das Thema «Neue Herausforderungen, gemeinsame Antworten: Stärkung der Zusammenarbeit im OSZE-Raum» zu diskutieren. An der Eröffnungssitzung am 7. Oktober sprachen der Präsident des andorranischen Parlaments, Carles Ensenyat, der Präsident der OSZE-Versammlung, Pere Joan Pons, sowie OSZE-Generalsekretär Feridun H. Sinirlioglu, zu den Abgeordneten.

Die Herbsttagung umfasste eine Parlamentarierkonferenz, ein Treffen des Mittelmeerforums sowie eine Sitzung des Ständigen Ausschusses, welchem sämtliche Delegationsleitungen, Vizepräsidenten und Präsidiumsmitglieder angehören. Die Konferenz bot wichtige Gelegenheiten zum interparlamentarischen Austausch über sicherheitsrelevante Themen und zur Stärkung der multilateralen Zusammenarbeit im OSZE-Raum.

Treffen der europäischen Kleinstaaten

Auf Einladung der andorranischen Delegation fand ein informelles Treffen der europäischen Kleinstaaten statt. Ziel des Austauschs war es, die Zusammenarbeit zwischen den Delegationen weiter zu stärken und die gemeinsame Interessenvertretung innerhalb der Parlamentarischen Versammlung der OSZE zu fördern. Es nahmen Parlamentarier und Parlamentarierinnen aus Andorra, Island, Liechtenstein, Luxemburg, Malta, Monaco, Montenegro, San Marino und Zypern teil.

Im Rahmen der Diskussion tauschten die Teilnehmenden ihre Erfahrungen zur Rolle und Sichtbarkeit von Kleinstaaten innerhalb der Versammlung der OSZE aus. Dabei wurde erörtert, wie die Stimme kleiner Staaten in den parlamentarischen Beratungen noch stärker eingebracht werden kann. Weiter diskutierten die Delegationen Möglichkeiten für eine engere und regelmässigere informelle Zusammenarbeit. Im Mittelpunkt standen der Austausch von Informationen, die Koordination bei Themen von gemeinsamem Interesse sowie die gegenseitige Unterstützung bei parlamentarischen Initiativen. Die Teilnehmenden betonten zudem die Bedeutung, die besonderen Herausforderungen und Anliegen von Kleinstaaten innerhalb der OSZE angemessen zu berücksichtigen.

Delegationsleiterin Carmen Heeb-Kindle, begrüsste die Initiative und erklärte: «Für Kleinstaaten ist der regelmässige Austausch von besonderer Bedeutung. Durch eine enge Zusammenarbeit können wir unsere Erfahrungen teilen, gemeinsame Anliegen gezielt einbringen und unsere Sichtbarkeit innerhalb der Parlamentarischen Versammlung der OSZE stärken.»

Breites Themenspektrum in den Arbeitssitzungen

Die Parlamentarierkonferenz widmete sich in drei thematischen Sitzungen zentralen Herausforderungen für Sicherheit und Zusammenarbeit im OSZE-Raum. Im Mittelpunkt standen die Verteidigung des Multilateralismus und die Einhaltung gemeinsamer Verpflichtungen, die Stärkung der Energiesicherheit durch Nachhaltigkeit und Effizienz sowie der Schutz von Menschenrechten im digitalen Zeitalter. Experten und Expertinnen gaben dazu fachliche Impulse und diskutierten mit den Delegierten aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen. Besonderes Augenmerk galt der Rolle der Kleinstaaten, die durch Dialog, Vermittlung und ihr konsequentes Eintreten für den Multilateralismus einen wichtigen Beitrag zur Stabilität und Kooperation im OSZE-Raum leisten können.

Über die Parlamentarische Versammlung der OSZE

Die Parlamentarische Versammlung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE PV) ist das grösste parlamentarische Forum im OSZE-Raum und vereint Abgeordnete aus Europa, Nordamerika und Zentralasien. Sie fördert den interparlamentarischen Dialog und leistet einen wichtigen Beitrag zur Stärkung von Sicherheit, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechten. Darüber hinaus begleitet sie die Arbeit der OSZE politisch und setzt Impulse für die Zusammenarbeit zwischen den Teilnehmerstaaten.

Liechtensteinische Delegation an der IPU-Konferenz in Arusha

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Vom 4. bis 9. Oktober 2026 nahm die IPU- Delegation des Landtags mit den Abgeordneten Dagmar Bühler-Nigsch und Daniel Salzgeber sowie Delegationssekretärin Jessica F. Bucher an der Konferenz der Interparlamentarischen Union (IPU) in Arusha, Tansania, teil. Unter dem Konferenzthema «Stärkung der staatlichen Strukturen und Gemeinschaften durch Inklusion, Vertrauen und Chancengerechtigkeit für alle» tauschten sich rund 700 Parlamentarierinnen und Parlamentarier aus über 130 Ländern aus.

Vielseitige Konferenz

An der IPU-Vollversammlung hat jedes Land die Möglichkeit, sich zum aktuellen Konferenzthema zu äussern. Delegationsleiterin Bühler-Nigsch gab Einblicke in Liechtensteins starke Organisationen, welche sich mit grossem Engagement für Inklusion und Chancengerechtigkeit einsetzen. «Diese enge Zusammenarbeit zwischen Staat und Zivilgesellschaft ist der Erfolgsfaktor Liechtensteins». Der Abgeordnete Salzgeber betonte in seiner Ansprache die Wichtigkeit von Einbezug der Bevölkerung in den politischen Entscheidungsprozess. «Politik kann nur Vertrauen schaffen, wenn sie nahe bei den Menschen bleibt», so Salzgeber.

Im Rahmen der Konferenz nahm die Delegation auch an verschiedenen Foren und Veranstaltungen teil. Die Abgeordnete Bühler-Nigsch verwies im Forum der Parlamentarierinnen auf die Verantwortung der Politikerinnen. «Wir müssen Frauen in Führungspositionen nicht nur fördern, sondern auch sichtbar machen, denn wo Frauen führen, entstehen Vorbilder für die nächste Generation», so Bühler-Nigsch. Der Abgeordnete Salzgeber vertrat Liechtenstein im Forum der Jungparlamentarier und verwies darauf, dass 32 Prozent der Landtagsabgeordneten in Liechtenstein unter 40 Jahre alt sind. Zudem erwähnte er die derzeit laufende Erarbeitung einer Kinder- und Jugendstrategie, in deren Prozess junge Menschen einbezogen werden. Ein wichtiger Bestandteil der Konferenz ist der Austausch innerhalb der geopolitischen Gruppe 12-Plus. Die liechtensteinische Delegation nutzte die Treffen für Gespräche mit Parlamentariern insbesondere aus europäischen Staaten über aktuelle politische und gesellschaftliche Herausforderungen. Im Zentrum standen dabei auch Themen, die aufgrund der geografischen Nähe und gemeinsamer Rahmenbedingungen für die Mitglieder der Gruppe von besonderer Bedeutung sind. Neben dem parlamentarischen Programm besuchte die Delegation zwei Projekte des Liechtensteinischen Entwicklungsdienstes (LED) im Schwerpunktland Tansania. Die Projektbesuche ermöglichten der Delegation, sich vor Ort ein Bild von der konkreten Umsetzung und Wirkung der liechtensteinischen Entwicklungszusammenarbeit zu machen und mit Verantwortlichen sowie Begünstigten ins Gespräch zu kommen.

Neuer Präsident, neues Mitglied

Der Sprecher des australischen Repräsentantenhauses, Milton Dick, wurde mit 55,7% zum neuen Präsidenten der IPU für die nächsten drei Jahre gewählt. Er trat gegen Sahiba Qafarova aus Aserbaidschan und Rojo Edwards Silva aus Chile an. Die australische Delegation setzt sich als aktives Mitglied in der geopolitischen Gruppe der Asien-Pazifik-Staaten ein, gehört jedoch als Teil des Commonwealth auch der 12-Plus-Gruppe an. Milton Dick traf sich im Vorfeld seiner Wahl mit der liechtensteinischen Delegation zu einem bilateralen Austausch. Weiters wurde der Inselstaat Naoero als 184. Mitglied in die IPU aufgenommen. Die Republik im Südpazifik gilt mit einer Fläche von nur 21 Quadratkilometern und knapp 11`000 Einwohnern als das drittkleinste Land der Welt. Der Cremer-Passy-Preis 2026 für aussergewöhnlichen Einsatz für die IPU wurde der paraguayischen Abgeordneten Rocío Abed de Zacarías für ihre parlamentarische Arbeit in den Bereichen Gesundheit, Frauenrechte und soziale Inklusion verliehen.

Appell für mehr Inklusion

Zum Abschluss der 153. IPU-Versammlung in Tansania haben die Delegierten die Erklärung von Arusha verabschiedet, die auf eine Stärkung der Demokratie durch Inklusion und Vertrauen abzielt. Angesichts globaler Krisen und des technologischen Wandels verpflichten sich die Parlamente, die Kluft zur Bevölkerung aktiv zu schliessen und politische Prozesse transparenter zu gestalten. Das Kernziel der Erklärung ist es, die Lebensrealitäten der Menschen – insbesondere von marginalisierten Gruppen und der Jugend – direkt in die Gesetzgebung einzubinden.

«Die Teilnahme an der Konferenz bot unserer liechtensteinischen Delegation die Gelegenheit, sich in den internationalen parlamentarischen Dialog einzubringen und sich mit Vertretenden anderer Parlamente über gemeinsame Herausforderungen auszutauschen. Die Besuche der LED-Projekte gaben konkrete Einblicke in das liechtensteinische Engagement vor Ort und dessen Wirkung für die lokale Bevölkerung», so Abgeordnete Bühler-Nigsch.

Die nächste IPU-Konferenz findet im Mai 2027 in Genf statt.

Landtagspräsident Kaufmann an hochrangiger Konferenz in Rom

Auf dem Foto sind die 70 Parlamentspräsidentinnen und -präsidenten beim Gruppenbild zu sehen.FL-Delegation-quer.jpg55591551159-2bcf316d72-c.jpg

Landtagspräsident Manfred Kaufmann nahm am 15. und 16. Oktober 2026 in Rom an der Europäischen Konferenz der Parlamentspräsidentinnen und Parlamentspräsidenten teil. Die liechtensteinische Delegation wurde durch Landtagssekretär Stefan Hassler sowie Sandra Gerber-Leuenberger vom Parlamentsdienst ergänzt. Die unter der Leitung der Parlamentarischen Versammlung des Europarats stattfindende Konferenz vereint die Parlamentspräsidentinnen und Parlamentspräsidenten der 46 Mitgliedstaaten des Europarats sowie weiterer Partner- und Beobachterstaaten. Gastgeber der diesjährigen Konferenz war das italienische Parlament.

Fünfzig Jahre nach der erstmaligen Durchführung der Konferenz in Rom standen aktuelle Herausforderungen für die europäischen Demokratien im Mittelpunkt des Treffens. Die Diskussionen gliederten sich in drei Themenbereiche: die Stärkung demokratischer Widerstandsfähigkeit gegen hybride Bedrohungen, die Auswirkungen künstlicher Intelligenz auf den Arbeitsmarkt sowie die Rolle der Parlamente bei der Erneuerung der regelbasierten internationalen Ordnung.

Liechtensteinische Perspektive zu hybriden Bedrohungen

Landtagspräsident Manfred Kaufmann sprach in der Debatte zum Thema «Widerstandsfähige Demokratien: Gemeinsam gegen hybride Bedrohungen». In seiner Wortmeldung ging er auf die besonderen Herausforderungen für kleine Staaten ein. Er betonte, dass Liechtensteins enge gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Verflechtungen zwar eine Stärke seien, das Land gleichzeitig jedoch anfällig für ausländische Informationsmanipulation und Einflussnahme machen könnten.

Der Landtagspräsident verwies auf die kürzlich veröffentlichte Sicherheitsstrategie Liechtensteins, in der Desinformation und ausländische Informationsmanipulation einen wichtigen Stellenwert einnehmen. Dabei hob er insbesondere die Bedeutung von Medienkompetenz, Bildung, vertrauenswürdiger staatlicher Kommunikation sowie einer engen internationalen Zusammenarbeit hervor.

Landtagspräsident Manfred Kaufmann erklärte: «Die rechtzeitige Zusammenarbeit und der Informationsaustausch zwischen Staaten und Behörden über Methoden, Akteure und neue Muster der Manipulation sind entscheidend, um die gemeinsame Widerstandsfähigkeit gegenüber Desinformation und ausländischer Einflussnahme zu stärken.»

Hochrangige Rednerinnen und Redner an der Eröffnungssitzung

Die zweitägige Konferenz wurde von Lorenzo Fontana, Präsident der italienischen Abgeordnetenkammer, Ignazio La Russa, Präsident des italienischen Senats, sowie Petra Bayr, Präsidentin der Parlamentarischen Versammlung des Europarats, eröffnet.

Im Rahmen der Diskussion über hybride Bedrohungen sprachen Ruslan Stefanchuk, Vorsitzender des ukrainischen Parlaments, und Yaël Braun-Pivet, Präsidentin der französischen Nationalversammlung. Die Debatte zur Rolle der Parlamente in der internationalen Ordnung wurde durch einen Beitrag von Sir Lindsay Hoyle, Sprecher des britischen Unterhauses, eröffnet.

Treffen der Generalsekretärinnen und Generalsekretäre

Landtagssekretär Stefan Hassler nahm an einer Arbeitssitzung der Generalsekretärinnen und Generalsekretäre der teilnehmenden Parlamente teil. Er nutzte die Gelegenheit zum fachlichen Austausch mit seinen europäischen Amtskolleginnen und Amtskollegen über aktuelle Herausforderungen im Parlamentsbetrieb.

Austausch zu den Herausforderungen europäischer Demokratien

Aus liechtensteinischer Sicht bot die Konferenz eine wichtige Gelegenheit, die Perspektiven kleiner Staaten in europäische Diskussionen einzubringen und den Austausch mit den Präsidentinnen und Präsidenten anderer Parlamente zu pflegen. Gerade angesichts zunehmender geopolitischer Spannungen und digitaler Einflussnahmen ist der internationale Dialog über die Stärkung demokratischer Institutionen von besonderer Bedeutung.

Am Rande der Konferenz nutzte Landtagspräsident Kaufmann die Gelegenheit zu Gesprächen mit Parlamentspräsidentinnen und Parlamentspräsidenten aus anderen europäischen Staaten.

Über die Europäische Konferenz der Parlamentspräsidentinnen und Parlamentspräsidenten

Die alle zwei Jahre stattfindende Konferenz der Parlamentspräsidentinnen und Parlamentspräsidenten gilt als eines der wichtigsten parlamentarischen Foren Europas und wird von der Parlamentarischen Versammlung des Europarats organisiert. An der Konferenz in Rom nahmen rund 70 Parlamentspräsidentinnen und Parlamentspräsidenten beziehungsweise Vizepräsidentinnen und Vizepräsidenten sowie rund 430 Delegierte teil.

Petition fordert verpflichtenden Wiederbelebungsunterricht an Schulen

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Am Freitag, 16. Oktober 2026 hat Nevio Noah Zogg aus Triesen eine Petition zur Einführung eines verpflichtenden und regelmässigen Wiederbelebungsunterrichts an den öffentlichen Schulen Liechtensteins beim Landtag eingereicht.

Die Petition fordert, dass Schülerinnen und Schüler in den weiterführenden Schulen regelmässig in den Grundlagen der Herz-Lungen-Wiederbelebung (BLS-AED) geschult werden. Ziel ist es, lebensrettende Kenntnisse frühzeitig zu vermitteln, Hemmschwellen bei der Hilfeleistung abzubauen und die Bereitschaft zur Ersten Hilfe in der Bevölkerung langfristig zu stärken.

Zur Begründung verweist der Petitionär auf internationale Empfehlungen, insbesondere die Initiative «Kids Save Lives». Diese empfiehlt, Schülerinnen und Schüler ab dem Alter von zwölf Jahren regelmässig in Wiederbelebungsmassnahmen auszubilden. Weiter nimmt die Petition Bezug auf Erfahrungen aus anderen Ländern, wonach ein solcher Unterricht die Bereitschaft zur Ersten Hilfe und die Überlebenschancen bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand erhöhen kann.

Die Petition wird voraussichtlich an der Novembersitzung des Landtags behandelt.

Via Petition können sich Bürgerinnen und Bürger mit ihren Anliegen an den Landtag wenden. Die Petition ist schriftlich und mindestens von einer Petentin bzw. einem Petenten zu unterzeichnen. Die Behandlung im Landtag findet statt, wenn sich ein Abgeordneter dazu zu Wort meldet. Mittels Mehrheitsbeschlusses kann der Landtag Petitionen «zur geeigneten Verfügung» an die Regierung oder an Kommissionen überweisen bzw. andere geeignete Massnahmen beschliessen.

EWR/EFTA-Delegation im Austausch mit dem Europäischen Parlament in Strassburg

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Am 21. und 22. Oktober 2026 fand im Europäischen Parlament in Strassburg das 66. Treffen des Gemischten Parlamentarischen EWR-Ausschusses mit Parlamentariern der drei EWR/EFTA-Staaten Norwegen, Island und Liechtenstein sowie der Europäischen Union statt. Liechtenstein wurde durch die Abgeordneten Sebastian Gassner (Delegationsleiter) und Roger Schädler sowie Delegationssekretärin Jessica F. Bucher vertreten.

Im Zentrum des Austauschs standen die aktuellen Entwicklungen bei der Umsetzung des EWR-Abkommens und die Wettbewerbsfähigkeit Europas. Dabei spielt die Weiterentwicklung des öffentlichen Beschaffungswesens oder der geplanten Industrial Accelerator Act eine wichtige Rolle. Weitere Themen waren die Revision des EU-Emissionshandelssystems, das europäische Stromnetze, der EU Space Act und die europäische Arktisstrategie. «Die breite Themenpalette zeigt, wie vernetzt die Herausforderungen in ganz Europa sind.», so Delegationsleiter Gassner. «Vor diesem Hintergrund ist der regelmässige Austausch mit den Europaabgeordneten auch deshalb so wichtig für uns, um für die gemeinsamen Interessen Liechtensteins zu sensibilisieren und zu werben.»

Wettbewerbsfähigkeit gemeinsam stärken

Ein Schwerpunkt lag auf den Rahmenbedingungen für die Wettbewerbsfähigkeit Europas. Diskutiert wurden die Beteiligung der EWR/EFTA-Staaten am öffentlichen Beschaffungswesen und der Industriepolitik der Europäischen Union mit einem stärkeren Fokus auf "Made in Europe". Ein gemeinsamer Binnenmarkt innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums ist für die EWR/EFTA-Staaten Norwegen, Island und Liechtenstein und für die Funktion des EWR-Abkommens von grosser Bedeutung.

Ein zentraler Bestandteil der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der EU ist der geplante Industrial Accelerator Act. Die Vertreter des Europäischen Parlaments informierten über den aktuellen Stand. «Die EU will ihre Industrie stärken und klimafreundliche Technologien fördern. Für Liechtenstein als Industriestandort ist entscheidend, dass unsere Unternehmen nicht benachteiligt werden und als Teil des EWR weiterhin die gleichen Chancen im europäischen Binnenmarkt haben», so der Abgeordnete Schädler.

Der Gemischte Parlamentarische EWR-Ausschuss zwischen den EWR/EFTA-Staaten und der Europäischen Union trifft sich zweimal jährlich. Das nächste Treffen findet im Mai 2027 in Norwegen statt.

Parlamentarier thematisieren Wasser und Kreislaufwirtschaft bei Bodensee-Konferenz in Zürich

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Die Internationale Parlamentarische Bodensee-Konferenz (IPBK) hat sich an ihrer 66. Sitzung am 23. Oktober 2026 in Zürich mit möglichen grenzüberschreitenden Projekten zur Kreislaufwirtschaft und mit der künftigen Nutzung der Ressource Wasser beschäftigt. Liechtenstein wurde durch Landtagspräsident Manfred Kaufmann, den Abgeordneten Simon Schächle, die Stv. Abgeordneten Helmut Hasler und Benjamin Risch sowie Delegationssekretär Hannes Matt vertreten.

Nachdem sich die IPBK bereits an ihrer Frühjahrstagung Ende Mai in Winterthur vertieft mit dem Thema Kreislaufwirtschaft auseinandergesetzt hatte, stand am Freitag auf dem Uetliberg bei den rund 40 Vertreterinnen und Vertretern der Parlamente aus dem Bodenseeraum die Frage nach möglichen gemeinsamen Projekten im Zentrum. Die Delegierten gaben dazu in Kurzreferaten Einblick in bestehende Ansätze und Erfahrungen. Für Liechtenstein zeigte Simon Schächle den Konferenzteilnehmenden die Situation im Fürstentum mit der grenzüberschreitenden Nutzung von Abfällen zur Wärmegewinnung auf.

Der zweite Schwerpunkt der Sitzung galt der Ressource Wasser. Vor dem Hintergrund zunehmender Hitze- und Trockenperioden wurde debattiert, wie Wasser künftig nachhaltig genutzt, gerecht verteilt und Nutzungskonflikte gelöst werden können. Nach einem Fachreferat diskutierten die Delegierten in einer Gruppenarbeit darüber, wo ihre Länder und Kantone beim Thema Wasser stehen und welche gemeinsamen Handlungsfelder sich daraus ergeben. Insbesondere wurde bei der Debatte das Wassersparen, eine stärkere überregionale Zusammenarbeit, die Erhebung und Auswertung verlässlicher Daten als gemeinsame Entscheidungsgrundlage sowie Fragen der Finanzierung der Massnahmen hervorgehoben.

Vorsitz geht nach Liechtenstein

Mit der 66. Konferenz endete der IPBK-Vorsitz des Kantons Zürich. Zum Abschluss der Tagung wurde der Vorsitz symbolisch an das Fürstentum Liechtenstein übergeben. Landtagspräsident Manfred Kaufmann nahm die IPBK-Glocke von der Zürcher Kantonsratspräsidentin Romaine Rogenmoser entgegen und bedankte sich im Namen der ganzen Konferenz für das gelungene Vorsitzjahr 2026. Manfred Kaufmann zeigte sich erfreut, die Konferenzen 2027 in Liechtenstein durchführen und den Parlamentarierinnen und Parlamentariern des Bodenseeraums das Fürstentum näherbringen zu dürfen. «Die IPBK bietet als europaweites Vorbild eine wertvolle Plattform für den grenzüberschreitenden Meinungsaustausch zwischen den sonst getrennten politischen Systemen der Nachbarstaaten», so der Landtagspräsident. «Es wird unser Ziel sein, die regionalen Interessen über Ländergrenzen hinaus weiter zu bündeln und das Zusammenwirken der Region als gemeinsamer Wirtschafts- und Lebensraum zu verbessern.» Dabei betonte Manfred Kaufmann insbesondere die gute Zusammenarbeit der IPBK mit der Internationalen Bodenseekonferenz (IBK), bei der Liechtenstein im kommenden Jahr ebenfalls den Vorsitz übernehmen wird.

Über die IPBK

Die IPBK vereint Parlamentarierinnen und Parlamentarier aus den Ländern und Regionen rund um den Bodensee. Ihr Ziel ist es, den parlamentarischen Austausch zu fördern und gemeinsame Anliegen der Bodenseeregion grenzüberschreitend zu diskutieren. Mit dem Vorsitz kommt Liechtenstein im nächsten Jahr eine zentrale Rolle bei der Weiterentwicklung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in der Bodenseeregion zu.

Motion eingereicht: Bezahlte Trauerzeit beim Tod eines minderjährigen Kindes soll gesetzlich verankert werden

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12 Landtagsabgeordnete haben eine Motion zur gesetzlichen Verankerung einer bezahlten Trauerzeit beim Tod eines minderjährigen Kindes eingereicht. Die Motion beauftragt die Regierung, dem Landtag eine Gesetzesvorlage zu unterbreiten, welche einen gesetzlichen Anspruch auf eine bezahlte Trauerzeit für betroffene Eltern schafft.

Konkret soll für Arbeitnehmende in Liechtenstein beim Tod ihres minderjährigen Kindes ein gesetzlicher Mindestanspruch auf zehn bezahlte Arbeitstage eingeführt werden. Der Anspruch soll für Eltern, Adoptiv- und Pflegeeltern sowie Eltern von totgeborenen Kindern gelten. Zudem soll die Regelung eine flexible Inanspruchnahme der Trauerzeit ermöglichen und den unterschiedlichen familiären Bedürfnissen Rechnung tragen.

Nach Auffassung der Motionäre der VU- und der FBP-Fraktion reichen die heute üblichen kurzfristigen Freistellungen bei Todesfällen naher Angehöriger in einer derart einschneidenden Lebenssituation oftmals nicht aus. Die vorgeschlagene Regelung soll deshalb einen einheitlichen gesetzlichen Mindestschutz schaffen und die besondere Belastung betroffener Eltern anerkennen. Gleichzeitig soll eine klare Abgrenzung zwischen Trauer und krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit erfolgen.

Die Motion sieht vor, dass die Trauerzeit als bezahlte Freistellung ausgestaltet und solidarisch über die Familienausgleichskasse (FAK) finanziert wird. Damit sollen insbesondere kleine und mittlere Unternehmen vor unverhältnismässigen finanziellen Belastungen geschützt werden.

Der Landtag wird sich voraussichtlich im Dezember-Landtag mit der Motion befassen.

Motionen zählen zu den stärksten parlamentarischen Vorstössen im Landtag und sind ein gesetzgeberisches Instrument, mit dem Abgeordnete der Regierung einen verbindlichen Auftrag erteilen können – etwa das Ausarbeiten einer Gesetzesvorlage zu einem Thema. Wird eine Motion von einer Landtagsmehrheit überwiesen, muss die Regierung dazu innerhalb von zwei Jahren eine entsprechende Gesetzesvorlage vorlegen.

Verkehrsentlastung von Schaanwald und Nendeln: Motion fordert verbindlichen Planungsprozess

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Die FBP-Fraktion hat am 2. November 2026 eine Motion eingereicht, mit der die Regierung beauftragt werden soll, die Planung einer nachhaltigen Verkehrsentlastung für Schaanwald und Nendeln verbindlich voranzutreiben.

Hintergrund sind gemäss den sieben Motionären die seit Jahren hohe Verkehrsbelastung der beiden Weiler sowie die Bedeutung der künftigen Verkehrsentwicklung im Zusammenhang mit regionalen Infrastrukturprojekten.

Die Motion verlangt, dass auf Grundlage der bereits vorliegenden Arbeiten verschiedene Lösungsvarianten geprüft und die weiteren Planungsschritte in einem transparenten Verfahren vorangetrieben werden. Dabei sollen technische, raumplanerische, ökologische und wirtschaftliche Aspekte berücksichtigt werden. Zudem soll die Regierung den Landtag regelmässig über die Fortschritte informieren und innerhalb von zwei Jahren einen ersten Bericht zum Stand der Arbeiten vorlegen.

Nach Auffassung der Motionäre soll die Bevölkerung von Schaanwald und Nendeln eine konkrete Perspektive erhalten, wie die seit langem anerkannte Notwendigkeit einer Verkehrsentlastung umgesetzt werden kann. Die Motion nehme weder eine bestimmte Linienführung noch eine konkrete bauliche Lösung vorweg, sondern schaffe einen verbindlichen Rahmen für die weiteren Planungsschritte.

Die Motion wird voraussichtlich in der Dezembersitzung des Landtags behandelt.

Motionen zählen zu den stärksten parlamentarischen Vorstössen im Landtag und sind ein gesetzgeberisches Instrument, mit dem Abgeordnete der Regierung einen verbindlichen Auftrag erteilen können. Wird eine Motion von einer Landtagsmehrheit überwiesen, muss die Regierung dazu innerhalb von zwei Jahren eine entsprechende Gesetzesvorlage vorlegen.