Interpellationsbeantwortung betreffend den neuen Lehrplan (LiLe) und der damit verbundenen Ausstattung der Kindergärten, Primar- und Weiterführenden Schulen mit digitalen Endgeräten (Tablets und Notebooks) sowie zur Nutzung von Smartphones an den Schulen (Nr. 118/2019)
Landtagspräsident Albert Frick
Wir kommen zu Traktandum 9: Interpellationsbeantwortung betreffend den neuen Lehrplan (LiLe) und der damit verbundenen Ausstattung der Kindergärten, Primar- und Weiterführenden Schulen mit digitalen Endgeräten (Tablets und Notebooks) sowie zur Nutzung von Smartphones an den Schulen.Die Interpellationsbeantwortung der Regierung trägt die Nr. 118/2019. Wir dazu das Wort gewünscht? Zuerst steht das Wort den Interpellanten zu.Abg. Thomas Rehak
Besten Dank. Zu Beginn danke ich der Regierung und allen Beteiligten für die Beantwortung der vorliegenden Interpellation. Alle Kindergärten, Primar- und Sekundarschulen sollen mit elektronischen Endgeräten, das heisst Tablets und Notebooks, ausgestattet werden. Dazu hat der Landtag im November 2018 ein Budget für das Jahr 2019 von CHF 6,47 Mio. bewilligt. Das Projekt soll insgesamt CHF 13,4 Mio. kosten, wobei die Gemeinden CHF 4,8 Mio. beitragen müssen. Im April 2019 haben wir, Herbert Elkuch, Erich Hasler und ich, eine Interpellation zu diesem Vorhaben der Regierung eingereicht. Die Antwort der Regierung liegt nun vor und kann heute diskutiert werden.Mit der Einführung von elektronischen Endgeräten an Schulen und Kindergärten verfolgt die Regierung ihre Digitale Agenda. Es ist unbestritten, dass Kompetenzen rund um die Digitalisierung sowie den damit zusammenhängenden Informations- und Kommunikationstechnologien von zentraler Bedeutung sind. Natürlich müssen die Schulen mit entsprechenden Lehrmitteln und auch mit Endgeräten versorgt werden. Allerdings müssen die Massnahmen zielgerichtet und der erwartete Erfolg überprüfbar sein. Mit der Interpellation haben wir die konkreten Ziele der Regierung und die Methodik der Erfolgskontrolle erfragt. Ich werde mich auf die aus meiner Sicht eher problematischen Passagen der Interpellationsbeantwortung beschränken. Die Regierung beabsichtigt mithilfe von elektronischen Endgeräten, den Schülern neue Kompetenzen im Bereich Medien und Informatik zu vermitteln. Gemäss der Regierung hat das Pilotprojekt in Ruggell klare Vorteile gezeigt, wenn jedes Kind mit einem eigenen Endgerät ausgestattet wird. Hierzu bitte ich die Regierungsrätin Hasler aufzuzeigen, von welchen Vorteilen hier gesprochen wird. Bezüglich der Verteilung von Endgeräten hat die Regierung das Folgende entschieden: - Kindergärten: Jede Kindergartenklasse wird mit vier Tablets ausgestattet.
- Primarschule: Jeder Primarschüler erhält von der ersten bis zur fünften Klasse ein eigenes Tablet.
- Und für die Sekundarschule: Jeder Schüler erhält ein eigenes Notebook.
Verwundert hat mich, was ich auf der Seite 16 der Interpellationsbeantwortung unten und auf Seite 17 ganz oben gelesen habe, nämlich dass die Regierung einräumt, dass der Entscheid nicht auf umfassenden empirischen Grundlagen abgestützt werden konnte. Zudem gibt es keine fundierte wissenschaftliche Untersuchung, die den besten Zeitpunkt für die Einführung von digitalen Medien an Schulen belegt. Aus meiner Sicht ist die Einführung von Tablets an Kindergärten und in den ersten drei Jahren der Primarschule nicht zielführend. Die meisten auf der Seite 42 zusammengefassten Lernziele für den Kindergarten und die ersten beiden Primarschulklassen sind aus meiner Sicht nicht sinnvoll. Dabei geht es um die nachfolgenden Lernziele:- Informationen mittels Webseiten beschaffen. Das steht so in den Lernzielen. Dabei ist aus meiner Sicht zu beachten, dass Kindergärtler und auch Primarschüler der ersten Klasse bis ins zweite Semester praktisch noch gar nicht lesen können. In der Primarschule wird zum Teil mit Mundbildern begonnen, was nicht in jedem Fall zielführend ist, um das lateinische Alphabet zu lernen. Ausserdem sind Informationswebseiten meist nicht in einfacher Sprache verfasst. Es gibt zwar solche Seiten, aber auch diese sind für Primarschulklassen und Primarschüler meist ungeeignet. Mit Webseiten können diese Kinder noch nicht allzu viel anfangen. Wenn schon, dann braucht es altersgerechte Lernapplikationen.
- Dann «Spielerisch mit Medien experimentieren». Hier stellt sich die Frage, mit was genau experimentiert werden soll. Wie genau soll das vor sich gehen, heisst das zum Beispiel Videos anschauen? Das habe ich mir so überlegt. Zum Beispiel mit YouTube? Aber man muss bedenken, YouTube ist erst ab 16 Jahren empfohlen. Oder WhatsApp zum Beispiel, auch da gibt es eine Altersbeschränkung. WhatsApp ist auch erst mit 16 Jahren empfohlen. Snapchat, das ist ab 13 Jahren, TikTok, Facebook und Twitter: ab 13 Jahren. Aus meiner Sicht braucht es für dieses Experimentieren - wie ich schon gesagt habe - spezifische Applikationen, die auch ein bestimmtes Lernziel verfolgen. Ins Grüne hinaus zu experimentieren, kann kaum die Intention sein.
- Ein weiteres Lernziel ist: Gerät ein und ausschalten können und dessen Funktionen nutzen. Auch mit dieser Definition kann ich beileibe nichts anfangen. Wenn man aus meiner Sicht in der Lage ist, ein Radio einzuschalten, können die Kinder auch einen Computer einschalten. Dazu braucht es aus meiner Sicht keinen Kurs.
- Dann das nächste Lernziel: Mit einem Login an einem Netzwerk anmelden. Auch hier erschliesst sich mir der Sinn nicht. Das Anmeldeprozedere ist keine zentrale Kompetenz der Digitalisierung, zumindest ist das als Lernziel ungeeignet.
- «Dokumente selbständig ablegen». Vielleicht Bilder speichern, dazu müssten die Kinder bereits gut lesen und etwas schreiben können. Aber auch das ist kein Lernziel im Sinne der Digitalisierung, denn mit zukünftigen Technologien wird man sich nicht mehr darum kümmern müssen.
- Dann habe ich auch noch etwas Sinnvolles gefunden, nämlich den Umgang mit Bedienoberflächen. Das macht aus meiner Sicht durchaus Sinn, dass man diverse Bedienungsoberflächen kennenlernt. Gute und erfolgreiche GUIs (grafische Benutzeroberflächen) sind heute aber intuitiv und brauchen keine intensiven oder spezifischen Einführungen mehr.
Interessant wäre doch den Kindern stufengerecht beizubringen, was man schon heute mit der Digitalisierung tun kann, zu zeigen, welchen Nutzen sie bringt. Es macht mehr Sinn, unseren Kindern näherzubringen, was die digitale Transformation im Wirtschafts-, Gesellschafts-, Arbeits- und Privatleben leistet oder wird leisten können. Im Kindergarten und in den ersten Primarschulklassen sehe ich noch keine wesentlichen Vorteile, wenn die Kinder mit der ziemlich unbestimmten Digitalisierung in Kontakt kommen. Kinder verstehen heute darunter meist Unterhaltung wie Filme, Spiele und allenfalls noch Kommunikation. In diesem Alter müssen die Kinder vor allem auf die Risiken, welche sich mit diesen Mitteln auftun, sensibilisiert werden. Ein Beispiel wäre:- Zu viel Smartphone und Bildschirmzeit zur Unterhaltung,
- was mit Cyber-Mobbing passieren kann und weshalb das schädlich ist,
- oder welche Altersbegrenzungen für welche Apps bestehen.
Das könnte ich mir vorstellen. Natürlich kann man auch Sinnvolles im Sinne der Digitalisierung tun, dazu braucht es allerdings nicht für jedes Kind ein persönliches Tablet. Man könnte Kommunikationsentwicklung erklären: - Wie hat man zum Beispiel vor 50 Jahren kommuniziert? Welche Möglichkeiten bestehen heute?
- Oder Überwachung: Die Vor- und Nachteile von Überwachung diskutieren. Was darf man, was darf man nicht? Man könnte zum Beispiel das Schulzimmer überwachen.
- Oder eben altersgerecht Digitalisierung erfahren. Das könnte man zum Beispiel mit einem Lego-Roboter tun, den man auch zusammenbauen und konfigurieren kann.
Ich zweifle stark an der Sinnhaftigkeit des Plans der Regierung, unseren Kindergärtlern und Erstklässlern kooperatives und kollaboratives Verhalten mittels Tablets beibringen zu können. Kinder in diesem Alter müssen vieles lernen. Besonders auch Zusammenhänge aus der Natur, die sie zu Hause immer weniger erleben. Die meisten Familien haben ein Tablet zu Hause, welches die meisten Kinder schon vor dem ersten Schultag in der Hand hatten. Immer weniger Kinder aber haben schon einmal eine Pflanze in die Erde gepflanzt oder einen Ameisenhaufen in natura gesehen. Natürlich kann man solche Dinge auch in einem Tutorial anschauen, aber das ersetzt keinesfalls das Tun und das handwerkliche Geschick. Es ist unbestritten, dass solche internetbasierten Informationen informativ und hilfreich sein können. Es fragt sich allerdings, ob das für einen fünfjährigen Kindergärtler bereits von Relevanz ist. Aus meiner Sicht ist die Regierung mit der Einführung von digitalen Endgeräten an Kindergärten und in den ersten Primarschulklassen auf dem falschen Pfad. Vor allem dann, wenn praktisch ausschliesslich in Geräte investiert wird, aber kaum in Applikationen, die das definierte Lernziel genau unterstützen können. Ein Tablet kann zwar ein cooles elektronisches Gadget sein, einen Nutzen bringt es aber erst, wenn man weiss, was man damit machen will. Für Anwender entsteht der Nutzen erst mit den entsprechenden Applikationen und Apps. Für Software und Applikationen plant die Regierung, jährlich CHF 120'000 auszugeben. Hierzu möchte ich von der Regierung wissen, ob das ausreicht, und um welche Software es sich hier genau handelt. Elektronische Endgeräte bedürfen einer gewissen Aufmerksamkeit durch Lehrpersonen oder spezielle Medienverantwortliche in den Schulen. Das bedeutet, die Geräte selbst schon werden Zeit der Lehrpersonen absorbieren. Hierzu einige Beispiele:- Wenn der Schüler sein Gerät vergessen hat,
- oder das Gerät eines Schülers ist defekt,
- der Schüler hat zum Beispiel sein Passwort vergessen,
- oder er ist abgelenkt durch das Gerät, er surft im Internet, schaut sich YouTube-Filme an oder chattet im WhatsApp.
Natürlich braucht das Zeit von den Lehrern, um die Schüler darauf hinzuweisen oder ihnen entsprechend zu helfen. Die Lehrer werden wegen dieser Geräte zusätzliche Verwaltungsaufgaben zu erfüllen haben, obwohl sie ohnehin schon mit vielen Verwaltungsaufgaben belastet sind. Nur genauere Definition des Nutzens solcher Endgeräte kann Aufwand und Ertrag sicherstellen. Die Regierung hält in der Beantwortung fest, dass für die Wirkung digitaler Medien an Schulen vier wesentliche Einflussfaktoren bestehen, dies sind:- Die digitalen Medien selbst: Ich nehme an, die Regierung geht hier von den Lernapplikationen und von der Hardware aus.
- Der Unterrichtsprozess: Ich denke, hier geht es darum, wie die Gadgets benutzt werden sollen.
- Die Lehrer: Wie gesagt, die Lehrer brauchen eine Definition des Lernziels, sie brauchen einen entsprechenden Lernstoff und ihre Ausbildung.
- Und dann die Lernenden selbst: Vor allem bis zur dritten Klasse der Primarschule, denke ich, ist die Akzeptanz für solche Tablets wenig gegeben und ich frage mich, ob die Akzeptanz der Eltern vorhanden ist.
Nun, die Regierung schreibt, weil der Sachverhalt komplex und mulitfaktoriell sei, können keine generellen Aussagen gemacht werden, dass digitale Medien per se diese oder jene Wirkung erzeugen. Das können Sie nachlesen auf Seite 29.Glaubt die Regierung diese Aussage, müsste sie das Experiment zumindest für Kindergärten und für die ersten Primarschulklassen sogleich beenden und nochmals über die Bücher gehen. Danke. Landtagspräsident Albert Frick
Vielen Dank. Es melden sich etliche Abgeordnete zu Wort, die nicht zu den Interpellanten zählen. Ich beantrage daher Diskussion. Wer mit diesem Antrag einverstanden ist, gebe bitte die Stimme ab.Abstimmung: Zustimmung mit 25 Stimmen
Landtagspräsident Albert Frick
Der Landtag hat mit 25 Stimmen einhellig Diskussion beschlossen.Landtagsvizepräsidentin Gunilla Marxer-Kranz
Besten Dank, Herr Präsident. Geschätzte Damen und Herren Abgeordnete. Die Digitalisierung durchdringt nach und nach alle Bereiche unseres Lebens. Somit muss man sich ihr stellen und sich fragen: Wie geht man damit um? Hört man auf die Skeptiker, die Angstmacher, die Gefahrenseher? Oder hört man auf die, die diesen Fortschritt loben, darin die Zukunft sehen und auf die Wichtigkeit der digitalen Kompetenz bereits im Schulalter hinweisen? Die Digitalisierung ist ein zweischneidiges Schwert. Grosse Chancen und grosse Gefahren stehen einander gegenüber. Daher ist es richtig und wichtig, auch die Ängste aus der Bevölkerung aufzunehmen und zu diskutieren. Eine gezielte Medienerziehung mit Schwerpunkt dahingehend, dass die Kinder auch auf die Gefahren hingewiesen werden, ist in der heutigen schnelllebigen Zeit wichtiger denn je. Sicher ist es daher besser, den Kindern in der Schule die Gefahren zu verdeutlichen, darüber zu reden und sie entsprechend aufzuklären, als uns einfach der Realität Digitalisierung zu verwehren und sie aus dem Schulplan zu entfernen. Computer sind am Arbeitsplatz nicht mehr wegzudenken und wer keine digitale Kompetenz hat, fällt aus dem Raster. Versucht man nun, sein Kind vor den Gefahren, welche Gegner aufzählen, wie etwa Kurzsichtigkeit, allfälliges Suchtpotenzial oder nachlassende Empathie, zu beschützen und es vor der Digitalisierung fernzuhalten, könnte es im Gegenzug sein, dass man dadurch das Kind aufgrund dieser fehlenden Fähigkeit den beruflichen Erfolg oder anderer wichtiger Möglichkeiten beraubt. Im Berufsalltag sind digitale Geräte nicht mehr wegzudenken und somit stellt die Integration digitaler Medien in den Schulalltag eine unabdingbare Voraussetzung dar, Kinder auf die Berufswelt vorzubereiten. Ein den pädagogischen und methodischen Kriterien angepasstes Mass des Computereinsatzes im Unterricht ist in jedem Falle angezeigt. Nur wo liegt dieses? Wichtig ist mit Sicherheit, dass der Unterricht künftig nicht nur allein digital erfolgen kann und darf. Wichtig ist auch, dass auf den Endgeräten in der Schule nur pädagogisch sinnvolle Lehr- und Lernmittel dem Alter entsprechend installiert sind. Schülerinnen und Schüler dürfen nur durch Lehrpersonen erlaubte Installationen vornehmen. Zentral ist, dass die Schülerinnen und Schüler die elektronischen Endgeräte nicht als Spielzeuge, sondern als Unterrichtswerkzeug erkennen und benutzen. Die Regierung bringt es letztlich in ihrer Beantwortung doch exakt auf den Punkt. Erlauben Sie mir daher, aus dem Bericht und Antrag zu zitieren. Die Regierung schreibt: «Die richtige Mischung zwischen analogen und digitalen Elementen ist entscheidend. Es ist jedoch unerlässlich, die Schülerinnen und Schüler in Medien- und Informatikkompetenzen zu schulen, um sie bestmöglich auf die sich rasant verändernde und digital durchdrungene Lebens- und Berufswelt vorzubereiten.» Dem gibt es meiner Ansicht nach nichts mehr beizufügen. Besten Dank. Landtagspräsident Albert Frick
Vielen Dank.Abg. Mario Wohlwend
Danke, Herr Präsident. Geschätzte Damen und Herren Landtagsabgeordnete, geschätzte Mitglieder der Fürstlichen Regierung. Ich bin überzeugt, dass wir unsere Bevölkerung und im Speziellen unsere Kinder auf die digitale Flut zeitgemäss vorbereiten müssen. Die heutige Gesellschaft befindet sich in einem steten und vor allem rasanten Wandel. Eine der wohl einschneidendsten Veränderungen ist die Digitalisierung und mit ihr die digitale Durchdringung des Alltags. Dies hat Einfluss auf die Schule, da sie unsere Schülerinnen und Schüler optimal für die Herausforderungen der Zukunft vorbereiten soll. In der Zusammenfassung der Regierung wird die digitale Kompetenz als Schlüsselkompetenz deklariert, welche eine wichtige Voraussetzung für den Prozess des lebenslangen Lernens darstellt. Ausserdem können durch mobile Geräte motivationale Effekte, eine stärkere Kooperation, eine höhere Medienkompetenz, eine stärkere Selbststeuerung und eine höhere kognitive Komplexität erzielt werden. Weiterhin spielen die Lehrer und die Unterrichtsformen eine zentrale Rolle beim Einsatz digitaler Medien. Dieser Aussage stimme ich mit meiner langjährigen Erfahrung in der Ausbildung zu. Im Wesentlichen gibt es dabei gemäss Prof. Daniel Süss, welcher auf Seite 19 im vorliegenden Bericht und Antrag ausführt, aus medienpädagogischer Sicht drei mögliche Grundhaltungen: die kulturpessimistische, die medieneuphorische und die kritisch-optimistische. Ich zähle mich zur Dritten. Der Nutzer sollte in der Lage sein, je nach Kontext und Bedürfnissen, Medien und mediale Themen medienkompetent auszuwählen und zu nutzen. Medien sind nicht Ersatz für das Leben, sondern eine wertvolle Ergänzung. Ausserdem ist es gemäss Art. 1 des Schulgesetzes vom 15. Dezember 1971, LGBl. 1972 Nr. 7, der Auftrag der öffentlichen Schulen Liechtensteins, jedes Kind «zu einem selbständigen, verantwortungsbewussten und den beruflichen Anforderungen des Lebens gewachsenen Menschen und Glied des Volkes und Staates zu erziehen». Medienkompetenz ist dabei je länger, je mehr ein wichtiger Bestandteil dieses Auftrags. Diesem Aspekt trägt der LiLe Rechnung. Nun haben wir die Wahl: Wir können uns dem Wandel verwehren und weitermachen wie bisher. Oder wir stellen uns den Veränderungen. Eine staatliche Arche mit begrenztem Platz und ohne Antrieb zu bauen, wäre aus meiner Sicht fatal. Vielversprechender ist es, jedem durch eine Kompetenzorientierung das Schwimmen beizubringen und einzelne Teams durch gute Rahmenbedingungen zum Schiffsbau anzuspornen. Hinzu kommt, dass wir durch diese digitalen Kompetenzen die Arbeitsmarktfähigkeit beibehalten und dadurch den hohen Lebensstandard sowie die damit verbundene soziale Sicherheit gewährleisten. Ich bin überzeugt, wir sollten den nötigen Respekt vor dieser Entwicklung haben. Es wäre allerdings kontraproduktiv, diese Entwicklung als einen Prozess mit vorbestimmtem Ausgang hinzunehmen. Leider übertragen teils Erwachsene ihre eigene Abneigung und eine übertrieben ängstliche Haltung gegenüber allem Neuen auf die Jungen. Ich bin überzeugt, dass ein gesunder Umgang mit digitaler Technik möglich ist, aber nicht von allein kommt. Wir sollten Kanäle für die digitale Flut bauen, sodass niemand darin ertrinkt. Smartphones sind längst fester Bestandteil der modernen Zivilisation. Deshalb können Sie den Umgang damit Kindern und Jugendlichen nicht grundsätzlich vorenthalten. Viel wichtiger als ein Verbot ist also eine frühe Aufklärung über die Gefahren und Möglichkeiten der Geräte. Je früher die Prävention ansetzt, desto besser. Nur so können Kinder und Jugendliche stark gemacht werden für ein verantwortungsvolles Handyverhalten und nur so ist ein wirksamer Schutz vor Missbrauch möglich. Bei der Interpellation zum neuen Lehrplan LiLe und der Nutzung von Endgeräten werden von der Neuen Fraktion einige Fragen aufgeworfen. Ohne Zweifel gibt es zahlreiche Herausforderungen der digitalen Gesellschaft. Die Nutzung von Endgeräten ist ein ernsthaftes Thema. Dies haben die Schulen ohne Zweifel erkannt und dementsprechende Massnahmen getroffen. Ich hoffe, das Instrument der Interpellation wurde gewählt, um der Bevölkerung Antworten auf ihre Ängste zu liefern und damit das Vertrauen in den neuen Lehrplan sowie die Lehrer zu festigen. Obwohl einige Fragen schon einen suggestiven Charakter haben und besser bei der Vernehmlassung «LiLe» hätten gestellt werden müssen. Auch hätte ich mir gewünscht, dass die Interpellanten für die bemühten Studien eine Quellenangabe beigefügt hätten, sodass diese hätten überprüft und qualifiziert werden können. Bei diesem Thema können wir nur durch ein Wir eine optimale Vorbereitung auf die digitale Flut für unsere Kinder bewerkstelligen. Der digitale Wandel findet nicht an der Schule statt, sondern im Alltag. Die Schule kann helfen, den Umgang damit zu erleichtern und Aufklärung zu Chancen und Risiken zu leisten. Die Grundlagen für eine gesunde Einstellung zu diesen Medien werden aber zu Hause gelegt. Diese Verantwortung lässt sich nicht einfach an die Schule delegieren. Ich bin mir sicher, über die Dosis und den Zeitpunkt des Einsatzes der Endgeräte in der Schule entscheiden die pädagogisch professionell ausgebildeten Lehrer in der Regel verantwortungsvoll. Auf der Seite 46 im Bericht und Antrag wird ausgeführt: «Die Erfahrungen mit den Tabletklassen an der Primarschule Ruggell auf den ersten drei Klassenstufen zeigen, dass sich dieser Einsatz auf etwa durchschnittlich zehn Prozent pro Unterrichtstag beläuft. Im Kindergarten wird dieser deutlich tiefer ausfallen, da mit einer Ausstattung von vier Geräten pro Klasse nur Einzelfördermassnahmen oder kurze Gruppeneinsätze sinnvoll sind.» Ich glaube, jeder gibt mir recht, wenn ich sage: Golfspielen lernt man nicht nur, indem man Bücher liest. Kompetenz beruht bekanntlich auf Wissen, Werten, Kenntnissen, Fähigkeiten, Erfahrungen und Reflexionen. Damit wird bereits deutlich, dass Kompetenz im Sinne von persönlichem Handlungsvermögen bei Weitem mehr ist als Wissen. Kompetenzen können und müssen gezielt entwickelt und trainiert werden. Wiederholung stärkt den Lernerfolg. Der LiLe legt die Kompetenzen fest, die die Schülerinnen und Schüler in ihrer Schulzeit erlernen sollen. Im Modul «Medien und Informatik» geht es zum einen darum, den Mediengebrauch ausserhalb der Schule aufzugreifen und zu reflektieren. Zum anderen sollen Schüler mit Anwendungskompetenzen und grundlegenden Informatikkenntnissen auf die Berufswelt vorbereitet werden. Es geht darum, Schülerinnen und Schüler auf die neuen Herausforderungen der digitalen Gesellschaft vorzubereiten. Wissen ist die Basis für Kompetenz. Man kann nicht kompetent sein, wenn man sich in der Sache nicht auskennt. Der LiLe weist daher aus, welches Wissen die Schule vermitteln soll, bleibt aber dort nicht stehen. Die Schülerinnen und Schüler sollen dieses Wissen auch altersgemäss anwenden können. Dies ist ohne Anwendung am Endgerät nicht möglich. Guter Unterricht hat immer schon dazu beigetragen, dass Schülerinnen und Schülern Kompetenzen erwerben und nicht nur Wissen. Die Bildung der eigenen Persönlichkeit und der Erwerb sozialer Kompetenzen geschieht, ob wir es wollen oder nicht, in Auseinandersetzung mit Medien. Deshalb ist das Ziel im LiLe goldrichtig, welches lautet: «Schülerinnen und Schüler erwerben ein Verständnis für die Aufgabe und Bedeutung von Medien für Individuen sowie für die Gesellschaft, für Wirtschaft, Politik und Kultur. Sie können sich in einer rasch ändernden, durch Medien und Informatiktechnologien geprägten Welt orientieren, traditionelle und neue Medien und Werkzeuge eigenständig, kritisch und kompetent nutzen und die damit verbundenen Chancen und Risiken einschätzen. Sie kennen Verhaltensregeln und Rechtsgrundlagen für sicheres und sozial verantwortliches Verhalten in und mit Medien.» Wir müssen unsere Kinder und Jugendlichen auf dem Weg zum mündigen Umgang mit Medien unterstützen. Ich wiederhole meine Aussage, welche ich beim Thema Cyber-Mobbing schon getätigt habe: Die heutige Welt bietet unglaubliche Möglichkeiten, wenn es um die modernde Kommunikation und Vernetzung geht. Gleichzeitig ist das Handy für nicht wenige zur Sucht geworden. Kinder und besonders Jugendliche verbringen zu viel unproduktive Zeit damit. Die Folgen sind noch nicht völlig absehbar. Umso wichtiger ist es, dass Eltern und Schulen gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen Wege finden, eine Abhängigkeit vom Handy von klein auf zu verhindern und einen verantwortungsvollen Umgang mit modernen Kommunikationsmedien zu vermitteln. Jugendliche, die ihren Weg suchen, brauchen einen Kompass. Die Vorbildwirkung ist dabei ein ganz wichtiger Faktor. Es gilt, dranzubleiben, den Anschluss nicht zu verpassen und Traditionen mit neuen Möglichkeiten zu koppeln, ohne dabei auf der Strecke zu bleiben. Die Schule sollte selbstständige Persönlichkeiten ins Leben entlassen, die ihre Anliegen konsequent verfolgen, dabei aber flexibel bleiben, die auf ihr eigenes Wohlbefinden achten und gleichzeitig wertvolle Mitglieder der Gesellschaft werden. Besten Dank.Landtagspräsident Albert Frick
Vielen Dank.Abg. Alexander Batliner
Vielen Dank, Herr Präsident. Ich danke den Interpellanten für die Einreichung dieser Interpellation, die ich als sehr wichtig erachte, geht es doch bei diesem Thema um nichts weniger als die Ausbildung unserer Kinder und Jugendlichen. Ich bin froh, dass der Landtag mittels dieser Interpellationsbeantwortung noch eine Diskussion über das Vorhaben der Regierung in Bezug auf die Digitalisierung der Schulen und des Unterrichts führen kann. Eigentlich wäre es angezeigt gewesen, diese Diskussion früher zu führen. Ich hätte mir gewünscht, dass die Regierung die hierfür benötigten Gelder von über CHF 10 Mio. nicht nur über den Voranschlag vom Landtag hätte genehmigen lassen, sondern mittels eigenem Finanzbeschluss, damit eine grundlegende Diskussion hätte stattfinden können. Jetzt ist der Mist eigentlich geführt und ich habe wenig Hoffnung, dass wir eine Diskussion mit grosser Wirkung führen. Das wird dem Thema eigentlich nicht gerecht, beschäftigte doch die Digitalisierung des Unterrichts und die Ausstattung unserer Bildungseinrichtungen unserer Schülerinnen und Schüler mit Tablets und Notebooks gerade im ersten Halbjahr 2019 enorm viele Eltern. Es waren etliche kritische und gegenüber dem Vorhaben der Regierung sehr skeptische Stimmen zu hören und in den Leserbriefspalten zu lesen. Die Vorträge von Prof. Manfred Spitzer im SAL in Schaan und jener von Prof. Konrad Paul Liessmann an der Privatschule Formatio sorgten für Aufsehen, äusserten doch beide höchste Bedenken gegen das Vorhaben der Regierung. Die Unsicherheit hinsichtlich der Auswirkungen auf die Kinder und Jugendlichen wuchs. Meines Erachtens wird die Interpellationsbeantwortung der Regierung dieser Unsicherheit nicht gerecht. Kritische Stimmen, aber auch kritische wissenschaftliche Untersuchungen und Studien werden negiert und, wenn, nur am Rande erwähnt ohne konkrete Auseinandersetzung mit den Inhalten. Argumente der Kritiker werden ausgeblendet und es werden nur jene Fakten aufgeführt, welche das Vorhaben der Regierung stützen. Für mich ist diese Interpellationsbeantwortung eine verpasste Chance, eine vollumfängliche Gesamtschau inklusive aller Vor- und Nachteile, positiven wie negativen wissenschaftlichen Untersuchungen darzulegen und somit auf die vielfach geäusserten Bedenken der Eltern einzugehen. Beispielsweise kommt der Name von Prof. Spitzer in der gesamten Interpellationsbeantwortung nur einmal vor und dies auch nur, um mitzuteilen, dass er zur Gruppe jener gehöre, welche eine kulturpessimistische Position einnähmen. Auf die kritischen Ausführungen von Spitzer und Liessmann wird mit keinem Wort eingegangen, obwohl diese Vorträge wohl Ursache der Interpellation waren und mit dazu beitrugen, dass viele Eltern das Vorhaben der Regierung kritisch beäugen und sich Unsicherheit breit machte. Eine Auseinandersetzung mit den geäusserten und die Eltern verunsichernden Positionen und Argumenten findet nicht statt. Das hätte ich eigentlich erwartet. Für mich steht es ausser Frage, dass die Digitalisierung in die Schulen unseres Landes Einzug halten muss. Alles andere würde einem Augen verschliessen vor der Realität gleichkommen und würde auch einer Vorbereitung auf die Arbeitswelt, für welche die Schulen ebenfalls verantwortlich sind, nicht entsprechen. Vieles, was mit Digitalisierung zu tun hat, ist heute Grundvoraussetzung, um in der Arbeits- und Berufswelt bestehen zu können. Dass die Schulen unseres Landes hierfür die Grundlagen bilden müssen, steht für mich ausser Frage, weshalb ich das Vorhaben der Regierung in den Grundzügen unterstützte. Meines Erachtens liegt die Krux dieses Themas im Detail. Es gilt einerseits zwischen den Schulstufen und andererseits zwischen den Zielen, welche mit der verstärkten Nutzung der Digitalisierung mittels iPads sowie Notebooks an den Schulen einhergehen sollen, zu differenzieren. In Bezug auf die Schulstufen bin ich anderer Ansicht als die Regierung. Im Kindergarten sowie zumindest in den ersten zwei Primarschulstufen beschreitet die Regierung für mich den falschen Weg. Für mich gehören iPads weder in den Kindergarten noch in die ersten beiden Primarschulklassen. Zahlreiche Pro-fessoren vertreten die Ansicht, dass die Kinder entwicklungs- und lernpsychologisch noch gar nicht so weit seien, um einschätzen zu können, was sie mit den Geräten eigentlich tun. Wie die Regierung zur Schlussfolgerung gelangen kann, dass es ein von der Gesellschaft getragener Grundsatzentscheid sei, dass Medien und Informatik bereits im Kindergarten Eingang finden, wie sie auf Seite 21 schreibt, entzieht sich meiner Kenntnis. Die vielen kritischen Stimmen und Leserbriefe im ersten Halbjahr dieses Jahres lassen zumindest für mich keinen von der Gesellschaft getragenen Grundsatzentscheid erkennen. Ich finde diese Entscheidung und dieses Vorhaben falsch. Eher befürworten kann ich die geplanten Massnahmen für die oberen Primarschulklassen und die weiterführenden Schulen. Ich finde es zielführend, dass Mediennutzung und Informatik verstärkt in den Lehrplan aufgenommen werden. Es ist wichtig, dass die Kinder wissen, wie das Internet funktioniert, welche Gefahren es bereithält, wie die Informationsvermittlung funktioniert und welche Auswirkungen ein einzelner Facebook- oder Instagram-Post haben kann. Auch in Bezug auf den Schutz vor Cyber-Mobbing erachte ich dieses Vorgehen als richtig und wichtig. Bedenken bereitet mir das Vorhaben, an jede Schülerin und jeden Schüler der Primarschule ein Tablet abzugeben. Meines Erachtens wird damit über das Ziel hinausgeschossen, gefühlsmässig hätte es für mich auch genügt, mehrere Tablets pro Primarschulklasse abzugeben. Unterstützen kann ich das Vorhaben, die Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen mit Notebooks auszurüsten. Das ist sicher sinnvoll. Diesbezüglich stellen sich mir zwei Fragen:- Von welchen Anbietern sollen diese Geräte abgegeben werden? Setzen die Schulen auf Apple oder Microsoft?
- Wer hat dafür aufzukommen, wenn ein Gerät defekt ist und ersetzt werden muss? Werden die Kosten für die Anschaffung von neuen Ersatzgeräten vom Staat oder von den Eltern bezahlt werden müssen?
Das Vorhaben der Regierung ist die eine Sache, die Umsetzung die andere. Diesbezüglich ist der zeitliche Umfang der Nutzung der Endgeräte eine entscheidende Frage. Im Zentrum muss die Bildung beziehungsweise Ausbildung der Kinder und Jugendlichen stehen. Es geht nicht um Selbstzweck, sondern um die Frage, was das Beste für die Schülerinnen und Schüler ist. Diesbezüglich bin ich vom Vorhaben der Regierung noch nicht restlos überzeugt. Die OECD hat 2015 erstmals untersucht, ob die Digitalisierung des Unterrichts überhaupt Erfolge zeitigt. Der Befund war, dass PCs und Internet keine positiven Auswirkungen auf die Performance von 15- und 16-Jährigen in Mathematik, Naturwissenschaften und Lesen haben. Im Gegenteil: In jenen Ländern, in denen zwischen 2003 und 2012 überdurchschnittlich stark in schulische Hardware investiert wurde, haben sich die Lernerfolge in Mathematik im selben Zeitraum tendenziell verschlechtert. In Ländern, in denen Computer im Unterricht nicht flächendeckend eingesetzt werden, konnten Schüler ihre Lesefähigkeit im Schnitt rascher verbessern als in Ländern, in denen Laptops zur Normalausstattung zählen. Ich hätte mir gewünscht, dass in der Interpellationsbeantwortung auf solche Untersuchungen eingegangen worden wäre. Leider findet diese Studie, die immerhin von der OECD stammt, überhaupt keinerlei Erwähnung, sie wird verschwiegen. Denn es dürfte klar sein, dass der Einsatz digitaler Hilfsmittel allein nicht automatisch zur besseren Bildung führt. Ein Tablet oder Notebook für jedes Kind macht noch keine digitale Bildung aus. Diese Endgeräte sollen Hilfsmittel sein und so eingesetzt werden, dass sie für die Kinder und Jugendlichen und für niemanden anderen zum Vorteil gereichen. Eine grosse Verantwortung wird diesbezüglich den Lehrern zukommen. Die Regierung hat erkannt, dass es mehr Aus- und Fortbildung braucht. Man darf nämlich nicht ausser Acht lassen, dass sich damit auch die Rolle der Lehrer teilweise verändert. Bisher war der Lehrer der einzige Wissensbringer in einer Klasse. In Zukunft wird er vermehrt die Rolle eines Moderators eines Wissenserwerbs über das Netz werden. Stutzig gemacht haben mich diesbezüglich die Aussagen des Primarlehrers Rolf Marxer im «Volksblatt» vom 9. Februar dieses Jahres. Er sagte: «Die Stimmung unter den Lehrern ist dementsprechend angespannt, sie hätten sich mehr Zeit bis zur Einführung des Lehrplanes und damit auch für die eigene Vorbereitung gewünscht.» Darüber hinaus äussert er die Sorge, dass es zwar richtig sei, dass sich Lehrpläne an gesellschaftliche Veränderungen anpassen, aber dass dadurch auch immer mehr Lerninhalte generiert würden, welche von den meisten Kindern kaum zu bewältigen seien. Deshalb habe man, um den Gesamtumfang der Lektionen nicht zu erhöhen, Module von musischen Fächern reduziert. Er fände das sehr schade, denn das seien Fächer, die vielen Kindern Freude bereiten und nicht so leistungsorientiert sind, so seine Worte. Ich finde, dass man solche Stimmen ernst nehmen und nicht einfach mit Unverständnis abtun sollte, wie es das Ministerium im «Volksblatt» gemacht hat. Es ist notwendig, die Möglichkeiten auszuloten und auch die Lehrenden in die Lage zu versetzen zu können, in welchem Kontext welche Hilfsmittel wie eingesetzt werden, um das Lernen zu erleichtern. Und diesbezüglich scheint es bei uns, wenn ich den Worten von Rolf Marxer glauben darf, noch Defizite zu geben. Man muss meines Erachtens die Digitalisierung der Bildung in ein pädagogisches Konzept einbetten und die Lehrerinnen und Lehrer motivieren, die neuen technischen Möglichkeiten und die Endgeräte sinnvoll, aber dosiert einzusetzen. Aus der Interpellationsbeantwortung kann ich entnehmen, dass sich die Regierung dem sehr bewusst ist und auch in diese Richtung tendiert. Bildung bedeutet nicht digitaler Unterricht, sondern nur die Verwendung digitaler Lehrmittel. Dann überwiegen die Vorteile gegenüber den Nachteilen. Digitalisierung ist kein Qualitätsmerkmal von Bildung, sondern eine technische Methode zur Informationsvermittlung. Information ist aber nicht gleichzusetzen mit Wissen. Das Aneignen von Wissen muss im Zentrum stehen und das lässt sich nicht digitalisieren. Ich bitte die Regierung, höchste Aufmerksamkeit auf diese Entwicklung zu legen. Es kommt nämlich nicht von ungefähr, dass in manchen Ländern Tablet-Klassen wieder verschwinden. Es braucht eine ständige Evaluation der Entwicklung, zu welcher auch die sicher wachsende Anzahl an wissenschaftlichen Untersuchungen gehören wird. Im Gegensatz zur Interpellationsbeantwortung müssen auch die kritischen Stimmen gehört werden und ihre Argumente in diesen steten Evaluationsprozess einbezogen werden. Es gibt Studien, welche ein erhöhtes Ablenkungspotenzial, eine abnehmende Konzentrationsfähigkeit sowie Nachteile auf Kreativität und Fantasie bei Kindern und Jugendlichen ausmachen. Auch darauf sollte geachtet werden. Es hat keinen Sinn, die Schule zum digitalfreien Raum zu machen, wenn rundherum Geräte das Leben der Kinder mitbestimmen. Weder verdammen noch hochjubeln ist der richtige Weg. Der Mittelweg macht die Musik. Digitalisierung um der Digitalisierung willen darf nicht die Intention sein. Im Zentrum hat das Aneignen von Wissen unserer Kinder und Jugendlichen zu stehen. Daran hat sich die Digitalisierung unserer Bildungseinrichtungen zu richten und sich den daraus ergebenden Vor- wie Nachteilen ständig als laufender Prozess anzupassen. Vielen Dank.Landtagspräsident Albert Frick
Vielen Dank. Ich darf Sie informieren, dass ich diese Debatte um 12 Uhr für die Mittagspause unterbrechen werde.Abg. Thomas Vogt
Danke, Herr Präsident, für das Wort. Geschätzte Damen und Herren Abgeordnete. Vorab möchte auch ich mich bei den Interpellanten der Neuen Fraktion für die Einbringung der gegenständlichen Interpellation recht herzlich bedanken. Meines Erachtens ist die Interpellation gut und es ist sicherlich sehr wichtig, dass wir die geplante Ausstattung der Schulen mit Tablets und Notebooks, welche doch mit erheblichen Investitionen verbunden ist, hier im Landtag einmal gemeinsam besprechen. Des Weiteren möchte ich mich bei der zuständigen Ministerin Dominique Hasler und den mit der Ausarbeitung dieser sehr guten Interpellationsbeantwortung befassten Personen recht herzlich bedanken.Unsere Gesellschaft befindet sich in einem stetigen Wandel. Die Digitalisierung schreitet immer weiter voran. Für immer mehr Aufgaben benutzen wir heute im Alltag und im Beruf Tablets und Notebooks. Folglich ist es für mich nicht mehr als logisch, dass Tablets und Notebooks auch im Schulunterricht vermehrt Anwendung finden. Die Hauptfragen, die sich bei mir vor allem stellen, sind, wie und wann diese digitalen Endgeräte eingesetzt werden. Als Vater zweier Kinder im schulpflichtigen Alter bin ich natürlich auch täglich mit den Gefahren, die Notebooks und Tablets mit sich bringen, konfrontiert. Meines Erachtens wäre es deshalb sehr wichtig, dass den Kindern die negativen Aspekte der Digitalisierung, wie beispielsweise der übermässige Konsum von sozialen Medien oder dem Internet allgemein etc., durch einen Lehrer nähergebracht werden und die Anwendung dieser Plattformen im Rahmen der Schule gelernt werden. Des Weiteren habe ich auch Rücksprache mit Lehrpersonen gehalten und mit ihnen die zukünftige Anwendung der Tablets und Notebooks im Schulunterricht besprochen. Grundsätzlich auf wenig Kritik stösst die Anwendung von Tablets und Notebooks ab der dritten Primarschulklasse. Jedoch wird die Anwendung dieser Endgeräte im Kindergarten und in der ersten, zweiten Primarschulklasse eher kritisch gesehen. Hier sollte auch meines Erachtens das Begreifen und das Spielen klar im Vordergrund stehen, da die Kinder dadurch lernen und die digitalen Geräte wirklich nur eine sehr untergeordnete Rolle spielen sollten. Ab der dritten Primarschulklasse ist es wohl tatsächlich sinnvoll, wenn ab und zu im Unterricht auch iPads zur Vermittlung des Lehrinhaltes zur Anwendung gelangen. Aus den Erfahrungen des iPad-Projekts in Ruggell betreffend die Jahre 2014 bis 2018 hat sich ergeben, dass das iPad durchschnittlich rund eine Stunde in der Woche im Unterricht genutzt wurde. Wenn zukünftig davon ausgegangen wird, dass die digitalen Endgeräte im Schnitt circa für eine Stunde pro Woche im Unterricht verwendet werden, stellt sich meines Erachtens doch auch die Frage, ob tatsächlich jeder Schüler mit einem digitalen Endgerät ausgestattet werden soll. Meines Erachtens sollte hier doch nochmals geprüft werden, ob es nicht ausreichen würde, wenn jede Schule mit einer bestimmten Anzahl von digitalen Endgeräten ausgestattet wird. Dann habe ich noch zwei Fragen an die Regierung im Zusammenhang mit allfälligen Reparaturkosten und dem Verlust eines Tablets oder Notebooks. Diese gehen in die gleiche Richtung wie die Fragen des Abg. Batliner. Hierzu meine Fragen: Auf Seite 61 der Interpellationsbeantwortung wird unter Punkt 14 die Frage behandelt, mit welchen effektiven Kosten, die mit dem Einsatz der neu anzuschaffenden elektronischen Endgeräte einhergehen, die Regierung bei der Umsetzung der Ziele in allen liechtensteinischen Schulen - unterschieden nach Investitionskosten und jährlichen Folgekosten - rechnet. Meine Frage dazu: Sind dabei auch allfällige Reparaturkosten mitumfasst? Gleichzeitig stellt sich für mich die Frage, wer für allfällige Reparaturkosten aufzukommen hat: Werden diese von der Schule übernommen, oder hat diese Kosten der einzelne Schüler beziehungsweise seine Eltern zu tragen? Aufgrund der hohen Kosten, die mit der Anschaffung eines Tablets oder Laptops verbunden sind und für viele Eltern eine finanzielle Herausforderung darstellen, stellt sich für mich weiters die Frage, wer im Falle des Verlustes des Geräts die Kosten der Ersatzanschaffung zu tragen hat. Tablets und Notebooks bergen viele Gefahren für Kinder. Jedoch erachte ich das Gefahrenpotenzial, insbesondere das nicht altersgerechte Nutzen von diesen digitalen Endgeräten, zu Hause als viel grösser als in der Schule. Ich hoffe jedenfalls, dass bei der Benutzung der Tablets und Notebooks in der Schule auch grosser Wert darauf gelegt wird, dass über die Folgen eines übermässigen oder eines nicht altersgerechten Konsums der Notebooks und Tablets informiert wird. Besten Dank. Landtagspräsident Albert Frick
Vielen Dank.Abg. Susanne Eberle-Strub
Besten Dank, Herr Präsident, für das Wort. Geschätzte Kolleginnen und Kollegen. Vielen Dank den Interpellanten für die Einreichung der Interpellation und dem zuständigen Ministerium und Amtsstellen für die Beantwortung. Das Thema Digitalisierung ist in aller Munde, ob in der Wirtschaft, im Finanzbereich, in der Industrie. Die Digitalisierung entwickelt sich stetig weiter und wir dürfen oder müssen mitmachen. Vor der Schule, den Kindern und Jugendlichen macht die Digitalisierung ebenfalls nicht halt. Schon früh und sehr schnell lernen die Kinder mit Handys, Computern etc. umzugehen. Deshalb ist es unrealistisch, zu glauben oder zu hoffen, dass die Digitalisierung vor der Schultüre stehen bleibt. Für Eltern ist es eine grosse Herausforderung und täglicher Kampf, um die Zeit, welche ihr Kind vor einem Computer, Fernseher oder Smartphone verbringt, einzuschränken. Ich glaube, auch deshalb sind viele Eltern nicht sehr erfreut, dass ihr Kind nun bereits im Kindergarten und ab der ersten Klasse Primarschule mit einer Eins-zu-eins-Ausstattung wieder vor einem Tablet sitzt. Eine intensive Zusammenarbeit zwischen den Lehrpersonen und Eltern ist das A und O. Auch die Eltern brauchen umfangreiche Informationen, wie die digitalen Medien im Unterricht eingesetzt werden. Damit können meiner Meinung nach viele Vorurteile oder sogar Ängste abgebaut werden. Wie gesagt, es ist unbestritten, dass sich auch die Schulen der Herausforderung Digitalisierung stellen müssen. Informatik gehört heutzutage zur Allgemeinbildung für die Schülerinnen und Schüler. Die Aussage auf Seite 19 «Medien sind nicht Ersatz für das Leben, sondern eine wertvolle Ergänzung» ist für mich zentral und sollte von den Eltern sowie den Lehrpersonen vertreten werden. Auf Seite 42 werden die Lernziele und Anforderungen für die Schülerinnen und Schüler vom Kindergarten bis zu den weiterführenden Schulen aufgezeigt. Spielerisch und von Grund auf sollen die Kinder die Handhabung und Funktionen von Tablets erlernen. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Kinder motiviert sind, wenn sie mit digitalen Medien im Unterricht arbeiten können. Von Anfang an sollen altersgerechte Medienangebote und Medienerziehung den Kindern auch aufzeigen, dass die digitalen Medien nicht nur zum Spielen, sondern auch zum Lernen zu gebrauchen sind. Die Tablets oder Notebooks werden in der Schule nicht als Spielzeuge eingesetzt und die Schülerinnen und Schüler können keine Installationen auf den Geräten vornehmen. Ein entscheidender Punkt für mich. So ist also das surfen auf YouTube, wie der Abg. Rehak erwähnt hat, nicht möglich.Was mir noch nicht klar ist: Dürfen die Schülerinnen und Schüler ihr persönliches Gerät mit nach Hause nehmen? Wer kommt für die Kosten auf, wenn ein Gerät auf dem Schulweg oder zu Hause, zum Beispiel durch Fallenlassen, kaputtgeht? Auf Seite 45 steht, dass die Schule entsprechende Abmachungen erarbeitet, bevor das persönliche Gerät mit nach Hause genommen werden kann. Heisst das, dass jede Schule eigene Regeln aufstellt? Das kann es dann für mich nicht sein, Schulautonomie hin oder her. Meiner Meinung nach braucht es für alle Schulen im Land die gleichen Vorgaben im Umgang mit diesen Geräten und diese sollen vom Schulamt ausgearbeitet werden. Gerne erwarte ich hier noch Ihre Ausführungen, Frau Regierungsrätin Hasler. Wie in der Interpellationsbeantwortung aufgezeigt, scheinen die Einsatzmöglichkeiten digitaler Medien im Schulunterricht wirklich unbegrenzt zu sein. Ausschlaggebend für mich ist aber, dass der Unterricht auch zukünftig nicht nur digital durchgeführt wird, sondern als Ergänzung zum traditionellen Unterricht. Der Einsatz dieser Geräte hängt sicher vom Alter der Kinder, vom Unterrichtsfach und hauptsächlich von der Lehrperson ab. Wie ich meine, eine sehr grosse Herausforderung für alle Lehrpersonen. Deshalb ist die Lehrerfortbildung in diesem Bereich ein sehr wichtiger Faktor, was jedoch ein gewisses Interesse der Lehrpersonen voraussetzt. Die Aussage, dass der Einsatz von digitalen Medien für schwache Schülerinnen und Schüler ein Vorteil sein kann, ist für mich nachvollziehbar. Die Motivation ist sicher höher, am Tablet eine Übung durchzuführen und im eigenen Tempo und Schwierigkeitsgrad die Lösung zu erarbeiten. Doch auch hier ist die individuelle Unterstützung der Lehrperson ein entscheidender Faktor. Auf Seite 63 wird erwähnt, dass die Gemeindeschule Triesenberg und die Realschule Balzers im Schuljahr 2019/2020 Projektschulen sind, die Lehrpersonen ihre Endgeräte aber erst vor Weihnachten und die Schülerinnen und Schüler erst im Frühjahr 2020 erhalten. Das scheint mir keine lange Zeit mehr zu sein bis Juli 2020, um viele Erfahrungen als Projektschule zu machen, denn ab dem Schuljahr 2020/2021 erhalten alle anderen Schulen die Tablets oder Notebooks. Die späte Auslieferung der Endgeräte ist für mich unverständlich. Im November 2018 wurde mit der Genehmigung des Budgets durch den Landtag grünes Licht für die IT-Strategie gegeben. Da wäre doch genügend Zeit gewesen, um die Geräte den Projektschulen im August 2019 zur Verfügung zu stellen. Für mich stellt sich deshalb die Frage, ob in dieser kurzen Zeit eine sinnvolle Projektarbeit für die Lehrpersonen mit ihren Schülerinnen und Schülern möglich ist. Wobei mich doch interessiert, was genau die Aufgaben dieser zwei Projektschulen während und nach Abschluss der Projektphase im Bereich Medien und Informatik sind? Auf Seite 68 wird der Umgang mit den sozialen Medien erwähnt. Hier spielt das Thema Sucht natürlich eine grosse Rolle, wobei es sicher an der Häufigkeit und Dauer des Konsums liegt, ob eine Sucht vorliegt. Die sozialen Medien werden vor allem nach der Schule, also zu Hause, genutzt. Hier bin ich klar der Meinung, dass die Hauptaufgabe und Kontrolle bei den Eltern liegen. Wie eingangs erwähnt, braucht es viel Energie und Ausdauer, um die Zeit, welche die Kinder zu Hause vor dem Fernseher oder Computer verbringen, zu beschränken. Die Schule kann hier nur unterstützend mitwirken. Gespräche mit Lehrpersonen haben mich doch zuversichtlich gestimmt, dass das Ziel der Einführung von Tablets und Notebooks vom Kindergarten bis zu den weiterführenden Schulen als Ergänzung zum traditionellen Unterricht gesehen wird und die Schülerinnen und Schüler auf ihrem weiteren Lebensweg im Umgang mit digitalen Medien vorbereiten soll. Meine Skepsis hat sich also etwas gelegt. Dennoch finde ich es eine grosse Herausforderung für alle Lehrpersonen, Eltern und auch Kinder. Kritisches Hinterfragen muss weiterhin möglich sein. Ich bin der Überzeugung, dass unsere Schülerinnen und Schüler die Fähigkeiten für den Umgang mit digitalen Medien erlangen müssen, damit sie für die Zukunft, sei es im Beruf oder Studium, gerüstet sind. Vielen Dank. Landtagspräsident Albert Frick
Vielen Dank. Damit unterbreche ich diese Debatte für die Mittagspause. Sie wird nach dem nichtöffentlichen Landtag fortgeführt. Mittagspause (von 12 bis 13:30 Uhr)
Landtagsvizepräsidentin Gunilla Marxer-Kranz
Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete, wir fahren mit der öffentlichen Landtagssitzung fort. Wir befinden uns nach wie vor bei Traktandum 9: Interpellationsbeantwortung betreffend den neuen Lehrplan und der damit verbundenen Ausstattung der Kindergärten, Primar- und Weiterführenden Schulen mit digitalen Endgeräten sowie zur Nutzung von Smartphones an den Schulen.Abg. Eugen Nägele
Frau Landtagsvizepräsidentin, danke für das Wort. Geschätzte Kolleginnen und Kollegen. Ich möchte anknüpfen an die Diskussion von heute Vormittag, möchte mich aber gleichzeitig auch auf drei Punkte beschränken. Wir haben ja noch einige Traktanden vor uns. Grundsätzlich möchte ich die Haltung, die ich in dieser Interpellationsbeantwortung der Regierung finde, begrüssen. An mehreren Stellen habe ich eine meiner Ansicht nach vernünftige Haltung, einen vernünftigen Mittelweg gesehen - und das ist für mich ganz entscheidend. Auf der Seite 55 steht ein ganz wichtiger Satz, der für mich auch persönlich in meinem Alltag an der Schule sehr wichtig ist. Es geht hier um die richtige Mischung zwischen analogen und digitalen Elementen. Ich glaube, das ist auch eine wichtige Botschaft für viele Lehrerinnen und Lehrer, die vielleicht jetzt ein bisschen verunsichert sind. Ich glaube, es geht nicht darum, dass die Regierung möchte, dass jetzt plötzlich der Unterricht komplett umgestellt wird auf digitale Medien oder mit digitalen Medien, sondern das Analoge, das Klassische, das bisher gut Verankerte, hat nach wie vor Platz. Das steht dann auch auf den Seiten 34 und 35: «Es wäre nicht zielführend, bewährte analoge Formate zu verbannen.» Diesen Mittelweg möchte ich betonen. Ich denke, das ist ganz wichtig. Das Alte, das Herkömmliche, das Analoge, das, was sich bewährt hat, das soll man weiterführen. Aber das Neue, das Digitale, das soll ergänzen, das ist ein wichtiges Hilfsmittel, ein Instrument, das je nachdem Sinn macht, das man je nachdem auch einsetzen kann. Aber es ist wichtig, dass man diese Botschaft auch hört, dass es hier um einen guten Mittelweg geht. Dann habe ich eine Frage zu der Seite 27. Ganz unten steht, dass Umfragen belegen, dass Schulen sogenannte Kümmerer vor Ort brauchen, damit eine Digitalisierung erfolgreich umgesetzt werden kann. Ich habe dann aber keine Ausführungen zu diesen Kümmerern gefunden. Ich wäre froh, wenn Sie, Frau Bildungsministerin, etwas zu diesem Thema sagen könnten. Ich glaube, es ist ganz entscheidend, dass vor Ort die richtigen Leute anwesend sind, die helfen können, wenn etwas nicht funktioniert. Wenn in einer Schule - sei es in einer grossen Primarschule - vielleicht 400 bis 500 Geräte im Einsatz sind von den Schülerinnen und Schülern und auch den Lehrerinnen und Lehrern, dann braucht man wahrscheinlich Leute vor Ort, die helfen können, wenn etwas nicht klappt. Ich glaube nicht, dass alles vom Amt für Informatik geleistet werden kann. Also nicht alles kann fremdgesteuert gemacht werden. Also bitte hier eine Aussage dazu, da wäre ich sehr froh.Und meine letzte Bemerkung bezieht sich auf die Seite 68. Dort haben die Interpellanten eine wichtige Frage zum Suchtpotenzial von den neuen Medien gestellt. Das ist auch eine ganz wichtige Frage. Ich habe mir da einige Notizen gemacht. Viele von den Vorrednerinnen und Vorrednern haben über mögliche Gefahren gesprochen, über mögliches Suchtpotenzial - vor allem im Zusammenhang mit dem Einsatz des Smartphones oder der Handys. Alle Eltern, alle Familien, die ich kenne, die Kinder im Teenageralter haben, kämpfen täglich den Kampf gegen das Handy zu Hause. Es ist immer wieder die Frage: Wie lange darf man es haben? Wann muss man es weglegen? Muss man es ganz wegnehmen, damit man auch sicher ist, dass nicht weiter am Handy gespielt wird? Also diese Fragen scheinen mir wichtig und hier habe ich auch eine Frage an die Regierung. Ich glaube nicht, dass wir diese Aufgabe den Eltern alleine delegieren können, dieses Problem zu lösen. Ich glaube auch nicht, dass es Sinn macht - es macht sicher Sinn, aber es ist nicht so effektiv -, wenn einfach der Lehrer oder die Lehrerin sagt: Das ist gefährlich, es ist gefährlich, wenn du so und so viele Stunden am Tag mit dem Handy spielst. Oder: Es ist schädlich für dich. Ich glaube, man muss das auch ein bisschen erleben. Und da habe ich mich umgeschaut und habe in der Schweiz ein Projekt gefunden, das heisst «Flimmerpause». Die Bildschirme heute flimmern zwar nicht mehr, aber das Projekt heisst so - «Flimmerpause». Hier geht es darum, dass die Jugendlichen aufgefordert werden, selber Tage zu definieren, an denen sie das Handy nicht einsetzen wollen.Das hat mich auf die Idee gebracht, ob man nicht auch solche Projekte bei uns lancieren könnte. Vom Schulamt gehen ja schon verschiedene Projekte an die Schulen. Zum Beispiel werden die Schulen aufgefordert im Rahmen von «Walk 'n' bike to school», mit dem Fahrrad zur Schule kommen oder zu Fuss. Da gibt es einen kleinen Wettbewerb und am Schluss wird die beste Klasse ausgezeichnet. Es gibt einen Wettbewerb zum Nichtrauchen. Auch da werden die Klassen aufgefordert, teilzunehmen und am Schluss wird eine Klasse ausgezeichnet, die am längsten nicht geraucht hat. Könnten wir nicht versuchen, ein neues Projekt auszuschreiben, in dem wir versuchen, zusammen mit den Klassen, mit den Lehrern auch, vielleicht auch mit den Eltern ein Projekt zu definieren, in dem wir versuchen, sie aufzufordern, einen Tag pro Woche auf das Handy zu verzichten. Ich glaube, es ist wichtig, einmal wieder zu erleben, was es bedeuten würde, wenn man einen Tag ohne Handy lebt. Was heisst das, wie sieht dann der Tag aus? Was bedeutet das für die Zeitstruktur? Kann man da neue Dinge machen? Und das ist meine Bitte oder auch meine Aufforderung an die Regierung: Solche Projekte, glaube ich, wären wichtig - neben dem Nichtrauchen, neben dem mit dem Fahrrad zur Schule gehen -, dass wir neue Ideen suchen und so etwas erlebbar machen. Ich glaube, das wäre ganz wichtig. Da könnten sie das erleben und ich glaube, es ist auch viel einfacher, wenn zum Beispiel in einer Klasse so etwas gemacht wird. Dann hat man vielleicht auch die Sicherheit, dass die Kollegen, die dann meistens ja miteinander chatten, auch mitmachen, das wissen die Eltern auch: Aha, alle machen mit. Dann gibt es wie einen vereinbarten Zeitpunkt, wo man weiss, da wird nicht gechattet oder nicht gespielt. Und ich glaube, das würde auch die Arbeit für die Eltern sehr stark erleichtern. Es würde vielleicht auch ein bisschen weniger Überzeugungskraft brauchen oder Durchsetzungskraft, wenn man weiss, dass die anderen auch mitmachen. Also die Solidarität scheint mir ein wichtiger Gedanke und auch diese konkrete Erlebbarkeit scheint mir wichtig. Da bitte ich darum, dass ganz konkret vom Schulamt Ideen lanciert werden, die mit diesem neuen Thema Digitalisierung zu tun haben. Danke schön. Landtagsvizepräsidentin Gunilla Marxer-Kranz
Besten Dank.Stv. Abg. Helen Konzett
Danke für das Wort. Die Heranwachsenden in ihrer mündigen Mediennutzung zu unterstützen - das ist ein Bildungsauftrag der Schule. In der Freizeit liegt diese Verantwortung bei den Erziehungsberechtigten, den Eltern. Festhalten möchte ich hier, dass sich der zeitlich wohl weitaus grössere Anteil an elektronischer Mediennutzung durch Heranwachsende in ihrer Freizeit abspielt. Die Frage lautet heute immer weniger, wann mit der Vermittlung von Medienkompetenz begonnen werden soll: Im Kindergarten oder in der Schule? Sondern diese Frage wurde schon längst abgelöst durch die Frage, auf welcher Stufe wie Medieninhalte thematisiert werden und am besten thematisiert werden können. In diesem Sinne begrüsse ich den Lehrplan «Medien und Informatik» für die Liechtensteiner Kindergärten und Schulen und ich sehe ihn nicht als Teufelszeug, sondern als alternativlos. Dass das Thema «Medien und Informatik» schon in den Kindergarten gehört, altersgerecht-spielerisch, aber planvoll, erscheint mir folgerichtig und sinnvoll. Denn Kinder kommen schon in frühestem Alter in Kontakt mit elektronischen Medien und Geräten. Sie sehen andere, Erwachsene, Eltern und Geschwister daheim beim Nutzen solcher Geräte, und es erscheint mir besser und zentral, dass Erwachsene mit ihnen über Medieninhalte sprechen, als ihnen diese zu verbieten. Überdies kommen nicht alle Kinder zu Hause gleichermassen in Kontakt mit elektronischen Geräten und nicht mit allen Kindern wird gleichermassen über Medieninhalte zu Hause gesprochen und ein sinnvoller Umgang mit diesen gepflegt. Hier braucht es einen Lehrplan, welcher hierzu einen positiven Ausgleich schafft und ihnen neben dem Unterhaltungswert auch die Informationsvermittlung von Medien zeigt. Die Abgeordneten der Neuen Fraktion schreiben als Interpellanten, dass wir uns jetzt darüber Gedanken machen sollten, «ob die geplante Einführung von elektronischen Endgeräten an Kindergärten und Schulen sinnvoll ist». Eine solche Frage ist in meinen Augen obsolet und stellt sich längst nicht mehr. Denn wenn Kindergarten und Schule etwas mit der Wirklichkeit, welche seit Jahren von einer digitalen Durchdringung unseres Alltags geprägt ist, zu tun haben wollen, wenn die Kindergartenkinder und Schüler in der Erlangung von Medienkompetenz von der Schule begleitet werden sollen, dann kann man nicht erst auf der Sekundarstufe oder sogar erst später damit anfangen, Herr Abg. Rehak. Die Antworten der Regierung zu den Fragen der Interpellanten sprechen denn auch für sich und zeigen für mich, wie der Gebrauch der Tablets und Notebooks altersgerecht vonstattengehen kann. Danke.Landtagsvizepräsidentin Gunilla Marxer-Kranz
Danke.Abg. Daniel Oehry
Sehr geehrte Frau Landtagsvizepräsidentin, danke für das Wort. Sehr geehrte Abgeordnete. Zuerst einmal vielen Dank für die Stellung dieser Interpellation. Ob wir dies nun toll finden oder nicht, wir befinden uns mitten in der Digitalisierung und unsere Kinder demzufolge auch. Aus diesem Grund ist es aus meiner Sicht essenziell, dass auch in Liechtenstein unsere Schülerinnen und Schüler die nötige Medienkompetenz entwickeln. Genau diesem Umstand trägt der liechtensteinische Lehrplan Rechnung. Meine Vorredner haben bereits viele Punkte kommentiert und darum will ich nur noch zwei mir wesentliche Elemente verstärken. Zum einen die Aus- und Weiterbildung der Lehrpersonen und zum anderen die Funktion der Kümmerer, die bereits der Abg. Eugen Nägele angesprochen hat. Damit die Jugendlichen im Unterricht ihre Medienkompetenz entwickeln können, braucht dies nebst einer zeitgemässen Infrastruktur auch engagierte Lehrpersonen, die schon heute eine hohe Medienkompetenz besitzen oder diese durch Aus- und Weiterbildung sich aneignen. Ich durfte 2018 beim ersten Barcamp in Liechtenstein dabei sein. Auch Regierungsrätin Dominique Hasler hat sich da ein Bild von der Kompetenz und vom Engagement der Lehrpersonen gemacht. Während drei Tagen haben sich damals Lehrpersonen ausgetauscht, sich gegenseitig Tipps gegeben und mir am Ende bewiesen, dass hier viel Medienkompetenz bereits vorhanden ist. Im November 2019 findet wieder ein Barcamp in Malbun statt und siehe da: bereits ausgebucht. Die auf Seite 27 erwähnte Weiterbildungsstrategie nimmt sich diesem wichtigen Schlüsselfaktor an und darum hoffe ich, dass möglichst viele Lehrpersonen diese Chance nutzen und ihre Medienkompetenz regelmässig weiterentwickeln. Als zweiten, entscheidenden Faktor sehe ich die Rolle der Kümmerer. Medienkoordinatoren in den Schulen und landesweite Medienberater werden erwähnt. Nebst dieser Didaktik- und Methodikkompetenz, die hier unterstützend tätig ist, wird die Rolle des IT-Supportes rasant an Wichtigkeit zunehmen. Durch die flächendeckende Anwendung wird die Anzahl der zu betreuenden Endgeräte sehr schnell steigen und die Komplexität der Fragestellungen wird zunehmen. Darum meine Fragen an die Regierung:- Wie trägt die Regierung diesem Umstand Rechnung? Denn es werden sehr viele Geräte im Einsatz sein, diese werden nach einer ersten Phase der Einführung allmählich auf unterschiedlichen Ständen sein und damit wird der Support eine Riesenherausforderung werden.
- Im Landesvoranschlag 2020 wurden auf Seite 25 drei zusätzliche Stellen für den Bereich Digitalisierung der Schulen, der Verwaltung sowie die Erhöhung der IT-Sicherheit aufgeführt. Reicht dies auch für die Folgejahre aus, oder dürfen wir mit weiteren Stellen beim Land ab 2021 rechnen?
- Wie sieht dies bei den Gemeinden aus: Führt dies auch zu einem Ausbau der Supportressourcen bei den Gemeinden oder wird hier auch die Landesverwaltung für den Support landesweit zuständig sein?
Aber schlussendlich ist dieser Prozess eine Frage des Vertrauens. In Liechtenstein wurden an der Primarschule Ruggell sehr viele Erfahrungen gesammelt. Auf diesen Erfahrungen und den Erfahrungen aus andern Ländern baut die Umsetzung in Liechtenstein auf. Ich bin mir sicher, dass sich unsere Lehrpersonen der Herausforderung bewusst sind und stufengerecht ihre Schülerinnen und Schüler in diese Welt einführen. Meine Erkundigungen haben zumindest diesen Eindruck bestätigt. Unser Augenmerk sollte auch auf der ausserschulischen Nutzung liegen. Auch hier kann und wird die Schule einen wertvollen Beitrag leisten müssen oder dürfen. Darum unterstütze ich den eingeschlagenen Weg, vertraue auf die Lehrpersonen und bin mir sicher, dass wir die nötigen Justierungen auch in Zukunft vornehmen werden. Herzlichen Dank.Landtagsvizepräsidentin Gunilla Marxer-Kranz
Besten Dank.Abg. Thomas Rehak
Besten Dank für das Wort. Zu Beginn danke ich allen, welche sich an der Diskussion beteiligt haben. Ich denke, es ist kein einfaches Thema. Ich denke, wir sind uns alle einig, dass die fortschreitende Digitalisierung auch in der Schule Einzug halten soll. Wir sind uns vielleicht nicht ganz einig, wie und wann das geschehen soll. Für uns ist einfach zentral, dass wir die Ziele gemessen haben. Wir müssen Ziele setzen: Was wollen wir damit erreichen? Und wir müssen diese Ziele messen. Das heisst: Wir müssen definieren, welche Schlüsselkompetenzen mit diesem Vorhaben vermittelt werden sollen. Was genau wollen wir vermitteln im Bereich der Digitalisierung? Dazu, und das war meine Aussage und das möchte ich noch einmal unterstrichen haben, bringen die Gadgets allein wenig. Das heisst: Die Geräte bringen hierzu nicht die Schlüsselkompetenz. Mit einem Gerät können Sie nichts erreichen. Sie brauchen für diese Geräte Applikationen. Es geht darum, und das ist meine Sicht, dass wir nicht in Geräte investieren, sondern eben in Applikationen. Und das ist der springende Punkt. Hierzu habe ich in der Interpellationsbeantwortung noch zu wenig gelesen. Ich habe gelesen, dass wir Word, Excel und auch PowerPoint nutzen können sollen. Das ist richtig, dem kann ich auch zustimmen. Aber das ist viel zu wenig aus meiner Optik. Vor allem bringt das überhaupt keinen Nutzen für einen Kindergärtler, da gehen wir uns glaube ich alle einig. Auch in der Primarschule bringt das in den ersten zwei, drei Primarschulklassen noch keinen Nutzen. Wenn Sie auch noch einmal die Seite 42 anschauen, da finden Sie die Lernziele für die Zielgruppe Kindergarten, das ist die erste bis und mit erste und zweite Primarschulklasse, und ich habe Ihnen die ein bisschen versucht darzulegen. Diese Lernziele machen aus meiner Sicht wenig Sinn und da müssen wir uns wirklich noch einmal überlegen, ob wir hier schon auf dem richtigen Weg sind. Ich denke, wir könnten problemlos auf persönliche Geräte in der ersten und zweiten Klasse verzichten. Und wir könnten problemlos auf alle Tablets und Endgeräte im Kindergarten verzichten. Ich denke, auch damit könnten wir noch genug Digitalisierung machen. Ich würde eher begrüssen, wenn wir im Kindergarten und vielleicht auch in der ersten, zweiten und dritten Klasse mit entsprechenden Spielzeugen hantieren. Es gibt bei Lego gerade sehr gute Beispiele dafür: Da können Sie das Equipment zusammenbauen, Sie können es konfigurieren, ich denke, das ist viel mehr Digitalisierung, als irgendwie einen Film auf einem Tablet anzuschauen. Das macht aus meiner Optik einfach überhaupt keinen Sinn und bringt die digitale Kompetenz unserer Kinder keinen Schritt weiter.Wir müssen viel eher - ich begrüsse da sehr den Vorschlag des Abg. Eugen Nägele - darauf achten, dass die Schüler ihre Bildschirmzeit managen und verwalten. Wir müssen die Eltern unterstützen in diese Richtung, wir müssen den Eltern aufzeigen: Was sie überhaupt tun können, damit sie das im Griff haben. Auch dazu gibt es Applikationen, welche viele Eltern nicht kennen. Hier müssen wir einen Beitrag leisten. So, dass die Eltern und auch die Klassen - der Vorschlag hat mit sehr gefallen - sich selbst überlegen: Wie haben sie weniger Bildschirmzeit? Was können sie selbst tun, um das irgendwie zu kontrollieren und um sich selber zu kontrollieren, um dort einfach ein bisschen weniger zu tun? Auf der anderen Seite könnten sie eben vielleicht mehr machen mit so Lego-Systemen zum Beispiel, wo sie konfigurieren lernen, wo sie Systeme zusammenbauen, wo sie kreativ sein können mit der Digitalisierung. Ich denke, das wird wirklich dann einen Vorteil bringen. Aber dass sie vor einem Gadget sitzen und sich irgendwelche Videofilme hineinziehen, das ist keine Digitalisierung. Ich glaube, da dürften wir uns wenigstens einig sein. Deshalb möchte ich die Regierung aufrufen, dass sie im Kindergarten und in den ersten beiden oder - ich würde sogar vorschlagen - ersten drei Primarschulklassen auf persönliche Endgeräte komplett verzichtet, weil das keinen Sinn macht. Schauen Sie sich noch einmal die Seite 42 an, schauen Sie sich die Lernziele an. Dann werden Sie mir zustimmen, dass das wirklich sinnlos ist, was wir hier versuchen. Wenn wir das erreichen können, denke ich, dann wären wir auf dem richtigen Weg. Nutzen Sie dieses Geld, das sie übrig haben, um in Applikationen zu investieren. Nutzen Sie dieses Geld, um in Lego Technic zu investieren. Ich denke, dann sind Sie viel weiter und viel näher an der Digitalisierung und kindgerecht an der Digitalisierung, als wenn Sie nur ein Endgerät zur Verfügung stellen, das eigentlich kaum eine Applikation darauf hat. Was nützt ein Wort, was nützt ein Excel einem Kindergärtler? Überhaupt nichts nützt das. Von dem Sinn her, denke ich, können Sie die Kinder auch damit nicht begeistern. Denn Tablets haben sie zu Hause selbst auch. Viele Kinder haben bereits eigene Smartphones, bereits schon im Kindergarten, da wird man niemanden mehr hinter dem Ofen hervorlocken. Und man wird auch die Digitalisierung so nicht verkaufen können. Sie sind auf dem Holzweg. Danke. Landtagsvizepräsidentin Gunilla Marxer-Kranz
Besten Dank.Regierungsrätin Dominique Hasler
Geschätzte Frau Landtagsvizepräsidentin, geehrte Damen und Herren Abgeordnete. Digitale Technologien haben unsere Gesellschaft in kürzester Zeit revolutioniert. Sie sind allgegenwärtig. Unsere Kinder wachsen in einer Welt auf, die es so noch nie gab. Die Digitalisierung betrifft alle Aspekte unseres Lebens von der Gesundheit über den Konsum bis hin zu Beziehung und Arbeit. Das Bildungssystem bietet hier keine Ausnahme. Einerseits weil neue Technologien den Unterricht verändern, andererseits weil Bildung eine zentrale Rolle dabei spielt, unsere Kinder auf diese Welt und eine gute berufliche Zukunft vorzubereiten. Viele Menschen fühlen sich verunsichert und überrollt von dieser raschen Entwicklung. Gerne wird daher ein idealisiertes Bild der bisherigen Schule dem Schreckensszenario einer vollständig digitalisierten Schule gegenübergestellt. Um diesen einseitigen Vorstellungen entgegenzuwirken, ist mir eine sachliche Diskussion des Themas wichtig. Gerne möchte ich meinen Standpunkt verständlich erläutern und Emotionen und Ängste ernst nehmen. Als Bildungsministerin steht für mich die Frage nach dem Auftrag der Schule im Zentrum. Ziel von Bildung ist es, allen Schülerinnen und Schülern eine erfolgreiche Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen und sie auf aktuelle und zukünftige Lebenswelten vorzubereiten. Teilhabe verläuft heute stark über den Beruf. Immer mehr Berufe erfordern stärkere, digitalisierte Kompetenzen. Unsere Lebenswelt ist durchdrungen von neuen Technologien und darauf muss die Schule reagieren. In bildungspolitischen Kontexten wird die Nutzung digitaler Medien im Unterricht, wie wir es auch heute gehört haben, kontrovers diskutiert. Worin sich alle einig sind: Die Lebenswirklichkeit von Kindern und Jugendlichen spielt sowohl in der Unterrichtsdidaktik als auch in den übergeordneten Bildungsstandards eine wichtige Rolle. Guter und moderner Unterricht muss ernst nehmen, was die Schülerinnen und Schüler bewegt und womit sie sich ausserhalb der Schule beschäftigen. Das heisst konkret: Digitale Medien müssen in den Unterricht integriert und als Gestaltungschance begriffen werden. Es sollten dabei nicht die Geräte alleine im Mittelpunkt stehen, sondern vielmehr die Frage, wie wir damit umgehen. Die Schule muss die Schülerinnen und Schüler auf die Welt von morgen vorbereiten, damit sie auf ihre berufliche Zukunft gerüstet sind. Schülerinnen und Schüler sollten daher die Grundzüge der Informatik verstehen und die Funktionsweise neuer Medien reflektieren können. Gerade in der Kombination von Information und Reflektion bergen digitale Medien das Potenzial, meinungsbildend und demokratiefördernd zu wirken. Dieses Potenzial können die Nutzenden jedoch nur ausschöpfen, wenn eine umfängliche Kenntnis über Chancen und Schwierigkeiten der digitalen Medien und des Internets bestehen. Mit digitalen Kompetenzen ist die Fähigkeit gemeint, digitale Geräte sinnvoll und - das ist ganz wichtig - verantwortungsvoll nutzen zu können. Diese Fähigkeiten stehen mit der Einführung des neuen Lehrplans LiLe neben vielen anderen im Fokus. Das neue Fach «Medien und Informatik» unterstützt Schülerinnen und Schüler darin, einen differenzierten und kritischen Umgang mit digitalen Medien zu entwickeln. Gerne gehe ich nun diesbezüglich auf die einzelnen Fragen der Abgeordneten ein.Ich beginne mit dem Abg. Thomas Rehak. Sie haben in ihren Voten immer wieder die Lernziele vom Fach «Medien und Informatik» benannt und diese kritisch hinterfragt. Mir ist es ganz wichtig festzuhalten, dass die Medienkompetenz in diesem Fach «Medien und Informatik» im neuen Lehrplan entwicklungs- und stufengerecht aufgeführt ist. Sie findet dementsprechend in den unterschiedlichen Stufen eine sinngerechte Anwendung. Sie haben viel das Wort «experimentieren» verwendet. Es geht hier nicht um ein Experiment, sondern um das gezielte Gestalten von Unterricht anhand von Kompetenzen und Lernzielen. Wir erfinden hier auch die Welt nicht neu. Seit Jahrzehnten sind bereits heute im Kindergarten Geräte und auch in der Primarschule Computer und Tablets im Einsatz. Neu ist, dass wir uns im Lehrplan mit Kompetenzen, was Medienkompetenz, Mediensensibilität, Prävention und Informatikkenntnisse angeht, bewusst auseinandersetzen. Die Thematik mit den Applikationen schliesst sich nicht aus mit der Grundsatzdiskussion, dass wir jetzt hier den Rollout mit den Geräten machen, die die pädagogischen Rahmenrichtlinien für den Kompetenzenerwerb sicherstellen. Aber natürlich gehe ich völlig mit Ihnen einig, dass wir stark auch in die Ent-wicklung der Applikationen - da sind wir auch nicht alleine, da sind wir sehr eng in der Zusammenarbeit auch mit der Schweiz, weil wir zum Teil die gleichen Lehrmittel verwenden - Zeit und Geld investieren müssen. Es ist parallel zu diesem Projekt ICT- und LiLe-Einführung auch eine Teilprojektgruppe bereits jetzt tätig, die die wichtigen Applikationen definiert und gleichzeitig auch schaut, welche neuen Applikationen dann in der Schule angewendet werden sollen. Denn der grosse Vorteil ist - ich werde nachher noch auf die Eins-zu-eins-Ausstattung kommen -, dass wir, wenn wir von der Schule und vom Amt für Informatik aus die Geräte zur Verfügung stellen, auch die Oberaufsicht und das Controlling darüber haben, welche Applikationen auf diesen Geräten sein werden. Man muss sich das anders vorstellen als ein Gerät zu Hause, wo Kinder zum Teil auf dem gleichen Gerät wie die Erwachsenen viel breitere Nutzungs- und Anwendungsmöglichkeiten haben. Wir haben uns bewusst auch für einen Eins-zu-eins-Einsatz unter dem Controlling des Amts für Informatik und dem Schulamt entschieden, um dem entgegenzuwirken. Denn rein aus ökonomischen Gründen hätte man auch sagen können: Die Chance, dass jede Familie ein oder mehrere Geräte zu Hause hat, ist sehr gross. Es gibt auch Diskussionen um «bring your own» und dass man nur dort Geräte zur Verfügung stellt, wo Familien kein Gerät zu Hause haben. Aber dann ist man genau vor der Herausforderung, dass man die Qualitätssicherung und das Controlling nicht in der Hand von der Schule hat, und das war uns ausdrücklich wichtig und das gilt auch für die Applikationen.Ich möchte vielleicht kurz noch ein bisschen weiter erläutern, warum diese Eins-zu-eins-Ausstattung positive Wirkungen im Unterricht hat. Man hat lange bei der Erstellung vom ICT-Konzept die Fragen diskutiert: Wie soll eine Ausstattung aussehen? Ist es «bring your own»? Ist es eins zu eins? Ist es im Kindergarten weniger? Was soll es auf der Oberstufe sein? Und was klar festzuhalten ist, ist, dass die Schulleiter, mit denen man hier in sehr engem Kontakt war, sich klar für eine Eins-zu-eins-Ausstattung ausgesprochen haben. Sie argumentieren damit, dass damit die Lernfortschritte der einzelnen Schülerinnen und Schüler besser personalisiert festgehalten werden können. Sie können mit einer Eins-zu-eins-Ausstattung besser auf die einzelnen Lernbedürfnisse der Schüler eingehen und vor allem - und das ist auch ganz wichtig: Eine Eins-zu-eins-Ausstattung in der Primarschule ermöglicht bei der Unterrichtsplanung viel mehr Flexibilität. Flexibilität bedeutet auch mehr Effizienz. Persönliche Geräte bedeutet nicht automatisch, dass sie dann dauernd persönlich mehr im Einsatz sind, sondern es ermöglicht eben auch, wie es heute von Ihnen auch mehrfach als wichtig betrachtet worden ist, dass man kurze Lernsequenzen hat. Effiziente Lernsequenzen bedeuten, dass dort, wo es Sinn macht, die Tablets als Arbeitsmittel eingesetzt werden sollen, dann aber auch wieder verschwinden und in den analogen Unterricht, wo das Begreifen, das Erfahren, das Hören von Lernelementen im Zentrum steht, schnell umgeschalten werden kann.Sie haben mehrfach in unterschiedlichen Voten einerseits die zwei zentralen Themenstellungen «Eins-zu-eins-Ausstattung in der Primarstufe» angesprochen und dann die Frage gestellt: Braucht es wirklich schon Geräte im Kindergarten? Mir ist hier ganz wichtig festzuhalten, dass man nicht einfach ein gesamtheitliches Rollout macht und sagt: Jeder Kindergärtler, jeder Primarschüler, jeder Drittklässler, jeder Gymnasiast bekommt einfach ein Gerät. Denn Geräte zu verteilen, ist die einfachste Disziplin in diesem Prozess. Um das geht es nicht. Es ging uns bereits in den Vorbereitungen mit sehr umsichtigen Diskussionen - auch mit den Kindergartenlehrpersonen, mit den Primarlehrpersonen - darum, um eben genau gestuft zu schauen: Wann braucht es was? Im Kindergarten ist es so, dass die Realität deutlich zeigt, dass heute Kindergärtler, wenn sie in den Kindergarten kommen, bereits eine hohe Mediennutzungskompetenz haben. Die Geräte sind in vielen Familien allgegenwärtig und in einem digitalen Zeitalter aufzuwachsen, heisst aber eben nicht, dass diese Kinder, die dann in den Kindergarten kommen, automatisch schon kompetente Nutzer sind. Kinder sind nicht von Geburt an medienkompetent. Damit Kinder einen guten Umgang mit Medien entwickeln können, sollen sie in ihrer Mediennutzung so früh als möglich begleitet werden. Sie sollen Medien aktiv und kreativ nutzen dürfen und einen kritischen Umgang damit erlernen. Darauf nimmt der neue Lehrplan gezielt Bezug. Bereits im Kindergarten werden erste Medienkompetenzen entwicklungs- und altersgerecht angebahnt. Eine der wichtigsten Aufgaben des Kindergartens ist es nämlich, alle Themen aufzugreifen, die Kinder im Alltag bewegen. Der Transfer von den Themen, die zu Hause Kinder bewegen, zu der Unterrichtssituation ist nirgends so gross wie im Kleinkindalter und im Kindergarten. Und es ist wichtig, dass man auf die Themen, die die Kinder beschäftigen, bereits im Kindergarten eingehen kann. Den Kindern soll aber natürlich altersgerechtes Medienangebot zur Verfügung stehen. Sie sollen Medien als Gestaltungsmittel und Werkzeuge für das Weltverstehen nutzen dürfen und einen kreativen und kritischen Umgang damit erlernen können. Hier ist auch ganz wichtig: Das iPad mit einer Viererausstattung in grossen Gruppen von 15 bis 20 Kindergärtlern ist kein Spielzeug. Das iPad wird heute zum Teil schon eingesetzt im sonderpädagogischen Bereich, wenn Kinder Sprach- oder Lerndefizite haben, damit man schnell und effizient - wie man es früher vielleicht noch auf vorgefertigten Arbeitsblättern gemacht hat - zum Beispiel auf einem Sprachprogramm, das gezielt für diese Altersstufe gemacht ist, die Sprachförderung fördern kann. Dann kommt die Heilpädagogin in den Unterricht, nutzt das Gerät und stellt es nachher wieder weg. Das ist bereits heute Realität. Und wenn es im Unterricht eingesetzt werden soll, dann soll es nur als Ergänzung oder eben als Erläuterung zu Prävention und Sensibilisierung eingesetzt werden. Dann möchte ich eingehen auf die Fragen des Abg. Thomas Vogt bezüglich der Reparaturkosten. Es ist so, dass Reparaturkosten grundsätzlich in den Budgets vorgesehen sind mit etwa 2%. Und wenn kein pflichtwidriges Verhalten nachgewiesen werden kann, werden die Reparaturen von der Schule übernommen. Natürlich müssen die Schülerinnen und Schüler zum sorgfältigen Umgang mit den Geräten instruiert und angehalten werden. Es zeigt sich aber aus der Erfahrung von Projekten, dass bei den persönlichen Geräten die Schülerinnen und Schüler den gleichen Umgang haben wie bei eigenen Geräten und nicht viele Defekte mutwillig passieren. Dann haben Sie gefragt: Wenn es eine Ersatzanschaffung braucht, ob dann Eltern für die Zusatzkosten aufkommen müssten. Beim Verlust verhält es sich gleich wie bei der vorgängigen Frage der Reparatur. Nur bei pflichtwidrigem Verhalten oder in diesem Fall Verlieren eines Gerätes könnten Eltern belangt werden. Das gilt jetzt schon bei Schulmaterial wie Schulbücher oder anderen Gerätschaften und Einrichtungen, die in der Schule benötigt werden.Dann möchte ich eingehen auf das Votum des Abg. Alexander Batliner. Sie haben sich gewünscht, dass wir diese Diskussion um die Entwicklungen im Bereich Medien und Informatik früher und hier im Landtag geführt hätten. Hier möchte ich einfach ausführen: Es ist nicht so, dass man nicht die Möglichkeit gehabt hätte, diese Ziele zu diskutieren. Die Ziele von «Medien und Informatik» sind dem Entscheid, dass wir den Lehrplan übernehmen, grundgelegt. Und den Lehrplan haben wir mit einem breiten Hearing in der Öffentlichkeit der Möglichkeit zur breiten Diskussion zugeführt. Und diese Themen hätte man da diskutieren müssen. Ich möchte einfach entschieden zurückweisen, dass das nicht möglich gewesen wäre. Es gab hier wirklich diverse Möglichkeiten, sich hier zu äussern und seine Inputs einzubringen. Sie haben dann Bezug genommen, dass in diesem Bericht und Antrag auf gewisse Studien nicht eingegangen worden ist. Ich möchte einfach wirklich nochmals klar festhalten: Diese Interpellation hat mit vielen Fragen die Studien des Prof. Spitzer hergezogen. Und wir haben immer wieder versucht, in dieser Interpellationsbeantwortung einerseits mit Metastudien unser pädagogisches Verständnis herzuleiten, welchem wir folgen, andererseits muss aber auch klar festgehalten werden: Es geht beim Einsatz der Geräte nicht nur um das bessere Lernen, das man jetzt - wie Sie das auch richtig ausgeführt haben - nicht heute schon mit Studien nachhaltig über die letzten 20 Jahre festhalten kann. Da sind einfach die Entwicklungen auch noch zu früh. Sondern es geht effektiv auch darum, ernst zu nehmen, dass Medienkompetenz geschult werden muss. Das haben Sie auch selber immer wieder in Ihrem Votum zum Ausdruck gebracht. Und ich kann hier wirklich nur unterstützen, dass man sich der Gratwanderung zusammen mit den Lehrpersonen und den Eltern stellt, diese Inhalte immer wieder zu reflektieren, immer wieder zu messen und gezielte Erfolgsmessungen in Zukunft zu machen. Das hat auch der Abg. Thomas Rehak gesagt, dass das immanent wichtig sein wird, und dass das ein Grundauftrag des Bildungssystems sein wird. Da gehe ich einig mit Ihnen.Sie haben mich dann noch gefragt bezüglich der Ausschreibung und des Geräteentscheids. Dafür wurden genaue Anforderungen von der Teilprojektgruppe Einführung definiert bei der Ausschreibung, in welcher auch Lehrpersonen der Schulstufen vertreten sind. Dazu gehören Kriterien wie: Anforderung an Betriebssystem, Speicherkapazität, Anschlussmöglichkeiten, Touchscreen, Bedienung mit Stift, eingebautes Mikrofon und so weiter. Darauf aufbauend wird die Submission erstellt und die Ergebnisse der Submission werden dann entscheidend sein. Seitens der Primarschulen wurden vor allem Erfahrungen mit iPads bis anhin gesammelt, wobei aber auch die ganze Umgebung wie verfügbare Applikationen und Apps für die Schulen genauso wichtig sind wie das Gerät selbst. Die Submissionen, also die Ausschreibungen, laufen derzeit. Dann möchte ich noch zu Ihren Ausführungen Stellung beziehen, dass die Interpellation nur positive Aspekte von ICT beleuchtet, und hier einfach nochmals darlegen: Wir sind uns der Risiken, die die Digitalisierung mit sich bringt, absolut bewusst. Ich glaube, das haben wir auch sehr offen und transparent in einer von Ihnen eingebrachten Interpellation bezüglich Cybermobbing auf differenzierteste Art und Weise dargelegt. In dieser Interpellation ging es vor allem darum, die Fragen zu beantworten in Bezug auf: Wie soll der Geräteeinsatz in der Schule möglichst positiv gestaltet werden? Es wird nichts negiert, es wird keine Gefahr nicht genannt, sondern es soll dargestellt werden: Wie kann man gezielt pädagogisch sinnvoll und sorgfältig den Einsatz von digitalen Medien im Unterricht gestalten? Und auch da bin ich absolut Ihrer Meinung, dafür müssen die Lehrpersonen gut vorbereitet sein. Ich werde später noch auf das gezielte Weiterbildungsangebot diesbezüglich eingehen. Dann gehe ich auf die Fragen der Abg. Susanne Eberle-Strub ein. Sie haben sehr stark die Wichtigkeit - wie ich es vorhin ausgeführt habe - bezüglich der Weiterbildung, aber auch des Thinktanks in den Schulen, dass Erfahrungen weitergegeben werden, in Ihrem Votum in den Mittelpunkt gestellt. Das unterstütze ich ebenfalls ausdrücklich. Auch der Abg. Eugen Nägele hat dies zum Ausdruck gebracht. Ich kann Ihnen sagen, dass derzeit schon diverse Weiterbildungsangebote auf verschiedensten Ebenen in den Schulen vorhanden sind. Einerseits gibt es das breite Weiterbildungsangebot, das wir parallel zu der Einführung des liechtensteinischen Lehrplans entwickelt haben, wo in den unterschiedlichsten neuen Fächern gezielt zu den jeweiligen Fachbereichen - und so hier auch zu «Medien und Informatik» - unterschiedlichste Weiterbildungen angeboten werden, die die Lehrpersonen nützen können, in einer Auswahl, wo sie auch differenziert schauen können: Wo habe ich noch eine Schwäche, wo möchte ich mich weiterbilden?Dann sind derzeit vier Lehrpersonen mit einer gewissen Lektionenanzahl freigestellt. Die gelten als Medienberater und gehen mit dem Ansatz «teach the teacher» derzeit in Primarschulen in Teams und helfen da den Teams in der Pilotphase bei der Einführung dieser neuen digitalen Geräte. Wichtig ist auch, dass in den neuen Ausbildungen für Lehrpersonen dies bereits Bestandteil in der Ausbildung im Curriculum ist. Ebenfalls gibt es Selbstlernprogramme für Lehrpersonen, es gibt die Möglichkeit oder auch das Erfordernis von Nachqualifikationen, vor allem bei Lehrer/-innen, die in der vierten und fünften Primarschulstufe unterrichten und das Fach Informatik später unterrichten werden. Es gibt gezielte Beratungen durch das Zentrum für Schulmedien. Wir haben es gehört, es gibt Barcamps, wo als Thinktank diese ICT-Strategie auch behandelt wird. Es gibt Weiterbildungen, die von den Schulleitungen aus organisiert werden, standortspezifisch und so weiter.Und jetzt komme ich noch zu dem letzten von Ihnen benannten Punkt, es gibt diese Kümmerer. Da würden jetzt junge Leute sehr wahrscheinlich sagen: Das ist ein bisschen ein altmodischer Begriff. Diese Kümmerer sollen eigentlich als Multiplikatoren dienen. Sie sind speziell ausgebildet und helfen zusätzlich zu diesen vier Medienberatern, die für das ganze Land den Teams zur Verfügung stehen, direkt in der Schule, sodass die Teams auch immer unmittelbar vor Ort eine Ansprechperson haben, wenn es Fragen oder Herausforderungen gibt. Es ist auch wichtig, das hat der Abg. Thomas Rehak gesagt, dass dann unmittelbar Hilfe zur Verfügung steht und man nicht drei Wochen warten muss, bis man von irgendjemandem eine Antwort bekommt. Übergeordnet ist aber natürlich der Support und der Host vom Amt für Informatik gegeben, das das Projekt ja differenziert mitgestaltet. Dann haben Sie noch gefragt: Sie verstehen nicht, warum die Auslieferung verzögert ist. Das kann ich nachvollziehen, das ist keine Tatsache, die uns erfreut. Wir werden vielleicht auch in der Budgetdiskussion noch darauf eingehen. Im Bericht und Antrag zum Vorschlag und den Erläuterungen ist dort schon beschrieben, dass wir die Budgetmittel 2019, die wir budgetiert haben, nicht alle einsetzen konnten. Die Verzögerung ergab sich aus folgenden drei Punkten: Der erste Punkt ist, dass die ursprünglich geplante Einführung aufbauend pro Klassenstufe auf Wunsch der Schulen wirklich schulstandortspezifisch eingeführt werden soll. Man hat früher auch einmal überlegt: Soll man einfach einen Rollout machen: Zuerst die fünfte Klasse, dann alle vierten Klassen. Es gibt jetzt eine Etappierung, dass man sagt: Es ist wichtig, dass die Schule zuerst intern ihre Weiterbildungen machen kann, dass diese Multiplikatoren ausgebildet sind oder Multiplikatoren bereits vor Ort sind, die das machen können. Und wenn die Schule dann sagt: Doch, wir haben jetzt innerhalb von diesen vier Jahren das Gefühl, wir sind so weit, dann soll dann der Rollout entstehen - und eben nicht einfach nur systematisch geplant, was für die Budgetierung natürlich viel einfacher wäre. Aber wir sagen ja, noch einmal, nicht das Gerät steht im Zentrum, sondern die gezielte Umsetzung, Weiterbildung und dann Implementierung vor Ort.Der zweite Grund ist dann, dass es erweiterte Abklärungen mit den Anbietern benötigte - speziell für die Anforderungen der Geräte auf der Primarstufe. Es musste festgestellt werden, dass der Zustand der Netzwerke schlecht war. Dies ist dann eben dementsprechend auch im Kostenvoranschlag im Budget, das wir später diskutieren werden, so aufgeführt.Und der dritte Punkt: Bei der Detailplanung wurde Rücksicht darauf genommen, dass bauliche Massnahmen nur in den Schulferien gemacht werden können - was auch zu einer Verzögerung führte -, sodass der Schulbetrieb nicht im Alltag gestört wird durch allfällige bauliche Projekte. Der Einsatz in den Pilotschulen stützt sich bereits auf mannigfaltige Erfahrungen aus der Schweiz sowie international. Insbesondere wird an den Pilotschulen die technische Umgebung im Alltagsgebrauch geprüft und ihre Tauglichkeit im Einsatz im Unterricht zusammen mit den Lehrpersonen der Pilotschulen optimiert. Ausserdem wird das Schulungskonzept mit den Lehrpersonen evaluiert. Da hier auch sofortige Massnahmen abgeleitet werden können, benötigen wir auch keinen grösseren zeitlichen Abstand zur Einführung an den anderen Schulen. Dann noch abschliessend die Fragen des Abg. Eugen Nägele: Ich denke, die Frage mit den Multiplikatoren und Kümmerern vor Ort habe ich bereits ausgeführt. Sie haben dann noch das innovative Projekt genannt von der Schweiz mit der «Flimmerpause». Hier möchte ich festhalten: Grundsätzlich gilt natürlich auch mit der Einführung des neuen Lehrplanes und auch im Bereich dieser ICT-Projekte weiterhin die Medienfreiheit der Lehrpersonen. Und wenn hier von den Schulen Projekte eingegeben und kreiert werden, die im besten Fall vielleicht noch landesweit als Kampagne genutzt werden können, dann ist es jederzeit möglich. Wir nehmen Ihren Input aber auch übergeordnet im Schulamt gerne auf, dass man gewisse Kampagnen gemeinsam auch landesübergreifend gegebenenfalls für die Zukunft andenken könnte. Besten Dank. Landtagsvizepräsidentin Gunilla Marxer-Kranz
Besten Dank.Abg. Alexander Batliner
Vielen Dank, Frau Landtagsvizepräsidentin. Vielen Dank, Frau Regierungsrätin, für Ihre interessanten Ausführungen. Nur noch in Bezug auf die Auswahl der Anbieter: Natürlich ist es richtig, die technischen Voraussetzungen an die Geräte und so weiter zu prüfen und auch abzuklären, was man wirklich will. Aber ich glaube auch, dass zwischen den einzelnen Anbietern sich diesbezüglich keine grossen Unterschiede ergeben werden. Was mir viel wichtiger ist: Diese Entscheidung, die hier anscheinend in dem Fall noch zu treffen ist, die wird massgebliche Auswirkungen haben auch in Bezug auf die Nutzung dieser Geräte durch die Jugendlichen und Schüler in der Zukunft, vielleicht sogar nach ihrer schulischen Ausbildung. Und was mich überrascht ist, dass Sie bei Ihrer Auflistung, was hier alles eine Rolle spielt und wie man zu einem Ergebnis kommen möchte, die Wirtschaft überhaupt keine Rolle zu spielen scheint. Ich bitte Sie wirklich, auch die Wirtschaft diesbezüglich anzuhören. Ich finde es wichtig, diesen Entscheid auch in diese Richtung zu fällen, was für die Wirtschaft von Bedeutung ist. Ich kenne jetzt keine Statistik dazu, aber ich gehe einmal davon aus, dass zu einem grossen Teil beispielsweise Microsoft in der Wirtschaft mehr verbreitet ist als Apple - gerade in speziellen Wirtschaftssektoren und Branchen. Ich finde, das darf nicht unberücksichtigt bleiben. Sie haben bei Ihren Ausführungen, was hier alles eine Rolle spielt - was Sie sagen, ist alles richtig -, aber mir wird einfach hier der Bezug zur Wirtschaft zu wenig hergestellt. Denn, wie ich auch in meinem Votum gesagt habe, die ganze Digitalisierung des Unterrichts und der Schule kommt ja auch einer Vorbereitung auf die Arbeits- und Berufszeit gleich. Das sind heute Grundvoraussetzungen, die einfach vorhanden sein müssen, wenn man auf Stellensuche geht oder wenn man eine Chance haben will, einen dementsprechenden Beruf oder eine Stelle zu finden. Deshalb finde ich es bei dem Entscheid ganz wichtig, die Wünsche der Wirtschaft einzuholen und diese auch zu berücksichtigen. Vielen Dank.Landtagsvizepräsidentin Gunilla Marxer-Kranz
Besten Dank.Abg. Thomas Rehak
Besten Dank für das Wort. Danke auch für Ihre Ausführungen. Sie haben gesagt, das Tablet sei kein Spielzeug. Das beruhigt mich natürlich, da bin ich froh darüber, dass Sie das gleich sehen. Die Frage ist offen geblieben zu den Applikationen. Ich habe Sie gefragt, welche Applikationen zum Einsatz kommen. Denn in der Frage 8 gehen Sie darauf ein, da nennen Sie Word, Excel, PowerPoint, Lehrfilme und die App Appolino. Andere Software habe ich nicht gesehen. Ich habe gesehen: Man investiert relativ wenig Geld im Vergleich zur Hardware in Software. Sie haben mir ja auch bestätigt: Es geht ja nicht nur um die Hardware, die Software wäre genauso wichtig. Aber da sehe ich kein Geld dafür. Oder zumindest habe ich noch nicht ganz verstanden, wie viel Mittel man für Software spricht und was man genau damit tun will. Bezüglich Apple und Microsoft, das sind Betriebssysteme, das spielt keine grosse Rolle aus meiner Optik. Hier müssen Sie eher dann eben sagen, welche Applikationen auf diesen Betriebssystemen betrieben werden. Und mich würde dann eben weiter gehend noch interessieren: Was will man dann genau lernen - und zwar stufengerecht lernen? Wie gesagt: Ein Word für einen Kindergärtler, das macht in Gottes Namen keinen Sinn, Appolino vielleicht schon in gewissen Dingen, das kann ich nicht wirklich beurteilen. Aber ich denke, es gibt ja auch andere Lernsoftware, welche vielleicht interessant ist. Da habe ich eben die Lego Robotics angesprochen. Aus meiner Sicht würden Sie besser ein bisschen Geld in diese Richtung investieren, denn das ist Digitalisierung, so wie ich sie verstehe, und nicht einfach nur Anwendungskompetenzen, die wir hier im Bereich von den Office-Produkten unseren Kindern beibringen wollen - was natürlich auch wichtig ist, das ist unbestritten. Aber sicher nicht für einen Erstklässler, der braucht da noch wenig davon. Aber ab einem bestimmten Zeitpunkt, da sind wir uns auch nicht einig, ab wann das notwendig ist, aber das muss man einfach einmal definieren und dann kann man sagen, ab wann man mit was beginnt. Ich bin einfach nicht zufrieden mit der Definition der Lernziele. Hier, denke ich, gibt es noch viel Spielraum nach oben, um das zu verbessern. Und da möchte ich Sie einfach einladen, dass man sich hierzu noch viel mehr Gedanken macht. Denn wenn wir Digitalisierung machen wollen, dann können wir das nicht mit einem «Dokument speichern» im Kindergarten erreichen. Danke. Landtagsvizepräsidentin Gunilla Marxer-Kranz
Besten Dank.Abg. Johannes Kaiser
Danke, Frau Landtagsvizepräsidentin. Ich habe noch eine ganz andere Frage - neben diesen inhaltlichen, höchst interessanten Ausführungen der Bildungsministerin - bezüglich der Anschaffung der elektronischen Geräte. Wo werden diese elektronischen Notebooks und Tablets bestellt oder angeschafft? Ist hier eine Ausschreibung schon in Vorbereitung? Insbesondere geht es mir darum, dass hier die einheimischen Unternehmen nicht das Nachsehen haben, sondern dass die inländische Wirtschaft hier auch berücksichtigt wird. Landtagsvizepräsidentin Gunilla Marxer-Kranz
Besten Dank.Abg. Susanne Eberle-Strub
Vielen Dank für das Wort, Frau Landtagsvizepräsidentin, und vielen Dank für Ihre Ausführungen und Antworten, Frau Regierungsrätin Hasler. Es fehlen mir noch Antworten, und zwar habe ich gefragt: Bevor das persönliche Gerät mit nach Hause genommen werden kann, gibt es entsprechende Abmachungen? Werden diese Abmachungen nun von jeder einzelnen Schule erstellt, was ich nicht gutheisse oder befürworte? Oder werden diese vom Schulamt vorgegeben, was für mich nur logisch wäre?Und vielleicht habe ich es nicht gehört, aber: Wer kommt für die Kosten auf, wenn ein Gerät zu Hause kaputtgeht, also wenn es von meinem Kind zum Beispiel fallen gelassen wird? Landtagsvizepräsidentin Gunilla Marxer-Kranz
Besten Dank.Abg. Eugen Nägele
Frau Landtagsvizepräsidentin, ich danke Ihnen für das Wort. Ich danke auch der Bildungsministerin für Ihre Ausführungen. Ich würde gerne noch einmal zu diesen Personen, die «Kümmerer» genannt werden hier im Bericht und Antrag, zurückkommen. Ich glaube wirklich, dass es wichtig ist, dass vor Ort Personen anwesend sind. Jetzt bin ich nicht ganz sicher: Sind diese Personen nur in der Einführungsphase vor Ort? Oder ist es vorgesehen, dass diese Personen dann auch - ich weiss auch nicht, wie lange - ein fester Bestandteil in einem Schulhaus werden? Denn ich denke, das ist ein wichtiger Faktor für den Erfolg dieser Einführung, dass vor Ort Personen anwesend sind, die bei den Problemen helfen können. Da kann das Amt für Informatik noch so gut mit Personen bestückt sein - wichtig ist, glaube ich, vor allem die schnelle Hilfe vor Ort. Und das Amt für Informatik wird sicher einen hervorragenden Job machen, aber das kann man nicht vergleichen. Da wäre ich froh, wenn Sie noch einmal ein paar Ausführungen dazu machen könnten. Danke schön. Landtagsvizepräsidentin Gunilla Marxer-Kranz
Besten Dank.Regierungsrätin Dominique Hasler
Geschätzte Frau Landtagsvizepräsidentin, Frauen und Herren Abgeordnete. Gerne gehe ich erneut auf Ihre Zusatzfragen ein. Herr Abg. Batliner, Sie haben richtigerweise aufgeführt, dass natürlich das Fortführen in der Berufsbildung und dementsprechend die Vorbereitung auf diese Kompetenzen, die dann erfordert sind, im Zentrum stehen. Diesbezüglich hat man zum Beispiel ganz bewusst die Entscheidung getroffen, dass man sagt, auf der Unterstufe oder Primarstufe eher ein tabletartiges Produkt zu nehmen. Die Submission, wozu ich beispielshaft Kriterien vorher aufgezählt habe, ist natürlich ausgerichtet gewesen auf so ein Tablet, wo es darum geht, dass die Kinder diese sensitiven Erfahrungen - die unterschiedlich sind mit einem Tablet als mit einem Computer - erlernen können. Und man hat ganz bewusst die Entscheidung getroffen, dass auf der Oberstufe ein Laptop, sprich Computer, zum Einsatz kommen soll. Also die verschiedenen Betriebssysteme zu berücksichtigen, auch die verschiedenen Gerätearten zu berücksichtigen, war ein ganz bewusster Entscheid innerhalb dieses Prozesses. Und eben, die Submissionskriterien waren einfach beispielhaft genannt. Im Gesamten hat man natürlich wirklich geschaut: Was braucht es richtigerweise, wenn die Schüler nachher für die Berufsbildung fortgebildet sein müssen? Und da reicht ein Umgang «nur» mit dem Tablet natürlich nicht. Das ist ganz klar.Gerne gehe ich auch nochmals auf die Zusatzfrage des Abg. Thomas Rehak ein. Ich kann Ihnen versichern, dass im Budget vorhandene Mittel - also in diesem ICT-Projekt - klar vorgesehen sind, um Applikationen weiterzuentwickeln. Es braucht vielleicht auch Applikationen, die liechtensteinspezifisch sind - nehmen wir den Geschichtsunterricht, falls es dort irgendwelche Tests oder Fragen gibt. Da wird diese Arbeitsgruppe sich sich kontinuierlich parallel zu diesem Einführungsprozess mit den Applikationen beschäftigen. Und Sie können versichert sein, dass auf den vier Geräten im Kindergarten sicher nicht die gleichen Applikationen darauf sein werden, wie sie das in der fünften Klasse, wenn ein Informatikunterricht stattfinden wird, sein werden. Da wird sehr wohl differenziert. Es wird ja auch - dadurch, dass die Geräte in unserer Obsorge sind - von uns gesteuert, welche Applikationen dann zur Verfügung stehen sollen. Dann haben Sie noch gesagt, es wäre doch viel sinnvoller, neben diesen Applikationen noch weitere Lernmittel, wie zum Beispiel Lego Robotics, im Unterricht einzuführen. Hier möchte ich einfach sagen, dass es hier schon diverseste andere Lern- und Lehrmittel gibt, die in den Schulen, im Kindergarten, in der Primarschule, eingesetzt werden. Es geht weit nicht nur um ein Tablet, sondern wir haben - wenn Sie einmal die Medien- und Didaktikstelle besuchen gehen - diverseste Angebote, wo Lehrpersonen einerseits Lehrmittel, aber auch verschiedenste Mittel und Lerngegenstände im Bereich Robotik, im Bereich Programmierung bereits auch für die Unterstufe oder den Kindergarten ausleihen können. Gleichzeitig - und das ist auch ganz wichtig - haben wir das pepperMINT-Labor, wo diese zum Teil doch schon sehr anspruchsvollen Lehrmittel zum Einsatz kommen. Also wir haben viele Kindergärtler, die schon ins pepperMINT-Experimentierlabor gehen, zum Beispiel zu einem einfach Bee-Bot-Programmierungskurs. Und so haben die Lehrpersonen die Möglichkeit, dieses Bee-Bot, diese Programmierbiene, dort kennenzulernen, die Handhabung kennenzulernen und gleichzeitig dann aber diese unterschiedlichen Lehr- und Lernmittel auch im Unterricht anschliessend anzuwenden. Und sie können diese kennengelernten Lehrmittel danach jederzeit bei der Medien- und Didaktikstelle ausleihen. Deshalb besteht auch eine sehr enge Zusammenarbeit zwischen dem pepperMINT-Labor und der Medien- und Didaktikstelle. Die arbeiten sehr eng zusammen, damit man nicht da das verwendet und hier das anbietet und niemand schlussendlich die Anwendung dann wirklich gezielt umsetzen kann.Dann noch zu der Zusatzfrage der Abg. Susanne Eberle-Strub, ob jede Schule eigene Regeln hat. Es wird Rahmenvorgaben geben für alle Schulen, die geltend sind, in einem Informatikreglement. Nur schulstandortspezifische Punkte, wie zum Beispiel, wie findet der Ladevorgang statt, oder Regeln technischer Natur, das können natürlich Schulen in ihrer Schulautonomie frei wählen. Bis jetzt hat man in den Pilotschulen die Geräte nicht mit nach Hause gegeben. Das wird sich auch stufenabhängig zeigen. Also in der Primarschule hat man, soweit ich weiss, keine Mitgabe vorgesehen. Aber natürlich in den Oberstufen ist die Mitgabe essenziell wichtig. Die Haftung, das habe ich vorher bereits ausgeführt beim Abg. Thomas Vogt: Wenn nicht mutwillig ein Schaden - auch zu Hause - vollzogen wird, dann wird die Schule die Kosten übernehmen. Aber eben, das ist heute schon so, wenn Lehrmittel oder Schulbücher oder Lernmodule mit nach Hause gegeben werden. Da gilt die gleiche Regelung.Landtagsvizepräsidentin Gunilla Marxer-Kranz
Vielen Dank. Abg. Johannes Kaiser
Die Bildungsministerin beantwortet sicher noch meine Frage. Ja? Danke. Regierungsrätin Dominique Hasler
Ich habe zwei Fragen noch vergessen, bitte entschuldigen Sie mich. Zu Ihrer Frage bezüglich der Anschaffungen: Die Submission für die Sekundarstufe ist bereits abgeschlossen und die Submission Primarschule soll im Januar, Februar nächsten Jahres erfolgen. Das zu Ihrer Frage. Und der Abg. Eugen Nägele hat mir auch noch eine Frage gestellt bezüglich der Kümmerer. Hier ist es so vorgesehen, dass diese Applikatoren, diese Wissensträger, was ICT anbelangt, Lehrpersonen sind, die so oder so an der Schule unterrichten und somit auch immer dort sein werden. Das ist nochmals eine andere Planung, wie bei diesen vier Medienverantwortlichen, die jetzt für das ganze Land wirklich gezielt freigestellt sind für diese Aufgaben. Wie einen Datenschutzbeauftragten - das ist jetzt vielleicht nicht so ein guter Vergleich inhaltlich, aber rein von der Rolle her - soll es auch so einen Medienkoordinator vor Ort geben. Und ich gehe einig mit Ihnen, der soll schnell zur Verfügung stehen bei Fragen und der soll natürlich auch kontinuierlich vor Ort sein. Landtagsvizepräsidentin Gunilla Marxer-Kranz
Besten Dank.Abg. Johannes Kaiser
Danke, Frau Landtagsvizepräsidentin. Wahrscheinlich erwartet die Bildungsministerin meine nochmalige Zusatzfrage. Wenn schon Sachen vergeben worden sind: Wer sind die Lieferanten von diesen Geräten? Sind es Unternehmen aus Liechtenstein? Mir geht es effektiv darum, dass diese Geräte - Tablets, Notebooks - auch durch einheimische Unternehmen geliefert werden können. Jetzt ist die Frage: Dort, wo dies schon abgeschlossen ist, wer diese geliefert hat und wie es bei den anderen ausschaut.Landtagsvizepräsidentin Gunilla Marxer-Kranz
Besten Dank.Regierungsrätin Dominique Hasler
Ich kann Ihnen zu den einzelnen Vergaben bei den Submissionen derzeit keine Auskunft geben, ich kann Ihnen diese Antwort gerne schriftlich zukommen lassen. Natürlich, dort wo es möglich ist, die liechtensteinische Wirtschaft zu berücksichtigen, wird das der Fall sein. Aber ich kann Ihnen über die aktuellen Vergaben wirklich keine Auskunft geben.Landtagsvizepräsidentin Gunilla Marxer-Kranz
Besten Dank. Nun gibt es wirklich keine weiteren Wortmeldungen mehr. Somit haben wir die Interpellationsbeantwortung der Regierung zur Kenntnis genommen und wir haben Traktandum 9 abgeschlossen. -ooOoo-