Postulat zur Familienunterstützung der Abgeordneten Herbert Elkuch, Erich Hasler und Thomas Rehak vom 13. März 2018
Landtagspräsident Albert Frick
Wir kommen zu Traktandum 6: Postulat zur Familienunterstützung der Abgeordneten Herbert Elkuch, Erich Hasler und Thomas Rehak vom 13. März 2018.Abg. Erich Hasler
Herr Präsident, vielen Dank für das Wort. Mit dem vorliegenden Postulat zur Entlastung von Familien mit Kindern und Jugendlichen in Ausbildung soll die Regierung eingeladen werden, die Kosten einer Finanzierung von LIEmobil-Abos für Schüler über sechs Jahre, Lehrlinge und Jugendliche in Ausbildung bis zum Alter von 25 Jahren, abzüglich der bereits durch Staat und Schulamt gedeckten Kosten, zu ermitteln. Dabei soll auch ermittelt werden, welcher Einnahmeausfall für die LIEmobil respektive welche Minderbelastung der Eltern resultiert, wenn die Abos in Zukunft wieder kostenfrei sind. Im Weiteren soll geprüft werden, ob die Finanzierung der Abos aus der Familienausgleichskasse (FAK) EWR-rechtlich zulässig wäre. Begründet wird das Postulat wie folgt: Aufgrund der Tariferhöhung der LIEmobil per 1. Juli 2013 und der Auswirkungen der Sparpakete I bis III beschränkte die LIEmobil die Gültigkeit der Schülerabos auf den Hin- und Rücktransport der Schüler während der Schulzeiten. Für die Nutzung des Schülerabos als LIEmobil-Jahresabo muss seitdem von den Eltern jeweils zu Semesterbeginn ein Aufpreis von CHF 80 bezahlt werden. Bei der Sanierung des Staatshaushaltes wurden auch die Familien einbezogen und belastet, unter anderem damit, dass Busfahren für in Ausbildung stehende Jugendliche nicht mehr kostenfrei ist. Der Staatshaushalt ist nach Ansicht der Regierung saniert. Im letzten Jahr schloss die Landesrechnung sogar mit einem Gewinn von CHF 170 Mio. ab. Infolgedessen ist der Staat auf die relativ bescheidenen Einnahmen aus der Reduktion dieser Familienbeiträge nicht mehr angewiesen. Es ist deshalb nach Ansicht der Postulanten angezeigt, Familien mit Kindern in Ausbildung wieder zu entlasten. Teil des Postulates ist abzuklären, ob der Ausgleich der fehlenden Elternbeiträge und die Mehrkosten aus der Erweiterung bis zum Alter 25 aus den Reserven der FAK ganz oder teilweise an die LIEmobil geleistet werden könnten. Die Möglichkeit und Motivation der Busbenützung ist gesellschaftsverändernd. Die Jugendlichen von heute sind die Fahrgäste von morgen. Die Förderung der Benützung des öffentlichen Verkehrs hat damit auch einen erzieherischen Effekt für unsere Jugend. Die Wirtschaft wünscht sich gut ausgebildeten Nachwuchs, und auch die Jugendlichen wissen, dass eine gute Berufsausbildung für ein berufliches Weiterkommen zentral ist. Darum sind die Jugendlichen heute länger in Ausbildung. Während der Ausbildungszeit sind die Jugendlichen vielfach auf die Unterstützung der Eltern angewiesen. Diese müssen deshalb oft bis zum 25. Lebensjahr und länger von den Eltern mitunterhalten werden. In der Schweiz werden Jugendliche in Ausbildung mit einer Ausbildungszulage von CHF 250 bis CHF 500 pro Monat bis zum 25. vollendeten Altersjahr unterstützt, das ergibt eine jährliche Summe zwischen CHF 3'000 und CHF 6'000. In Liechtenstein gibt es diese Unterstützung nicht, obwohl das Einkommen und die Lebenskosten mit der Schweiz vergleichbar sind. Eine Unterstützung mit einem Jahresabo der LIEmobil ist zwar im Vergleich zu den Ausbildungszulagen der Schweiz nicht viel, aber trotzdem eine willkommene Unterstützung von Familien mit Kindern und Jugendlichen in Ausbildung. Die FAK-Beiträge werden von den Firmen für die finanzielle Unterstützung der Familien einbezahlt und sollen in effizienter Art und Weise den Familien zugutekommen. Eine Mitfinanzierung von LIEmobil-Abos für Schüler und Jugendliche in Ausbildung wäre in erster Linie ein Beitrag für die Familien, gleichzeitig als Nebeneffekt auch ein Beitrag zur Förderung des öffentlichen Verkehrs, was vorteilhaft für viele Betriebe ist. Die Postulanten regen an, dass die Regierung im Rahmen der Postulatsbeantwortung auch eine Stellungnahme bei der Wirtschaftskammer und der LIHK einholt und der Beantwortung anfügt. Die Postulanten sind der Ansicht, dass grundsätzlich ausschliesslich Abos der LIEmobil für Schüler, Lehrlinge und Jugendliche in Ausbildung von Familien in Liechtenstein finanziert werden sollen. Sollte jedoch in der Diskussion im Landtag mehrfach der Wunsch geäussert werden, auch Jugendliche aus der Grenzregion, die in Liechtenstein eine Ausbildung absolvieren, miteinzubeziehen, ist die Regierung gebeten, hierzu in der Beantwortung die Kosten separat darzulegen. Dabei sei vorausgesetzt, dass nur Fahrten auf dem Liniennetz der LIEmobil vergütet werden können. In diesem Fall müsste abgeklärt werden, ob die benachbarten Grenzregionen als Gegenleistung bereit wären, im selben Masse Jugendliche aus Liechtenstein in ihrem Land zu begünstigen. Der LIEmobil entstehen nach Ansicht der Postulanten durch den grösseren Kreis von Inhabern von Gratisabos keine oder höchstens geringe Mehrkosten, da die Belegung der Busse sich nicht wesentlich ändern würde und keine Erweiterung des Kursangebotes erforderlich ist. Die LIEmobil-Busse müssen die Streckenkurse abfahren unabhängig von der Anzahl der Fahrgäste. Allerdings würde der von den Eltern bisher bezahlte Aufpreis von CHF 80 und die von den in Ausbildung befindlichen Jugendlichen bezahlten Fahrscheine wegfallen und müssten durch den Staat oder gegebenenfalls die FAK ausgeglichen werden. Die zusätzlichen Kosten für den Staat und/oder die FAK dürften sich in Grenzen halten, was durch die Regierung im Rahmen der Postulatsbeantwortung genauer abzuklären wäre. Wenn die FAK die Mindereinnahmen der LIEmobil ausgleichen würde, wäre das Staatsbudget überhaupt nicht tangiert. Nach Auffassung der Postulanten sollte die FAK jedoch lediglich die Mindereinnahmen und nur die effektiven Mehrkosten der LIEmobil übernehmen, welche durch die Gratisabos entstehen. Die bislang durch Staat und Schulamt gedeckten Kosten sollen weiterhin von diesen getragen werden. Das heisst, die Finanzierung der LIEmobil, inklusive die Defizitübernahme für diese im Postulat erwähnten Erweiterungen durch den Staat, soll im Übrigen im bisherigen Rahmen erhalten bleiben. Nach Ansicht der Postulanten können die Leistungen einer Familie für die Gesellschaft nicht hoch genug geschätzt werden. Es ist daher angezeigt, dass nach den Sparübungen der letzten Jahre, die auch Familien mit Kindern in Ausbildung belastet haben, die Familien wieder entlastet werden. Mit der Finanzierung von Gratisabos für alle, die sich in Ausbildung befinden, kann den Familien geholfen und die Kinder und Jugendlichen die Vorteile des öffentlichen Verkehrs nähergebracht werden. Die Postulanten bitten die Damen und Herren Abgeordneten, die Überweisung dieses Postulats zu unterstützen. Vielen Dank.Landtagspräsident Albert Frick
Vielen Dank.Abg. Thomas Lageder
Herr Präsident, besten Dank für das Wort. Sehr geehrte Damen und Herren. Besten Dank den Postulanten für die Einreichung dieses Postulates mit dem wenig aussagekräftigen Titel «Familienunterstützung». Eigentlich geht es nämlich um etwas ganz wesentlich anderes. Es geht im Kern darum, dass der Staat nicht nur den Transport der Schulkinder in die Schule bezahlt, sondern auch wieder ein Abo der LIEmobil für das ganze Liniennetz und die ganze Zeit, also zum Beispiel auch am Wochenende und in den Ferien. So war dies bis und mit 2016 der Fall. Zusätzlich wollen die Postulanten, dass alle Lehrlinge und Jugendlichen in Ausbildung ebenfalls ein Gratis-LIEmobil-Abo vom Staat oder einem anderen Kässeli, explizit der FAK, spendiert bekommen.Zuerst kurz eine Analyse des Ist-Zustandes: Für einen Betrag von CHF 80 pro Jahr können Schülerabos grundsätzlich zu einem zu allen Zeiten und für das ganze Liniennetz der LIEmobil gültigen Abo erweitert werden. Abklärungen haben ergeben, dass die Gemeinden Triesen, Vaduz, Schellenberg und Planken diese CHF 80 nochmals mit 50%, also CHF 40, subventionieren, sodass nur noch CHF 40 pro Jahr von den Eltern zu bezahlen sind. Die Gemeinden Eschen und Mauren subventionieren Schülerabos mit CHF 20, sodass nur noch CHF 60 von den CHF 80 zu bezahlen sind. Die Gemeinden Triesenberg, Balzers, Schaan, Ruggell und Gamprin subventionieren die CHF 80 nicht. Das heisst also, dass für 22 Rappen pro Tag bei einem zusätzlichen Betrag von CHF 80 pro Jahr oder 11 Rappen am Tag bei einem zusätzlichen Betrag von CHF 40 pro Jahr ein Upgrade für das ganze Liniennetz zu allen Zeiten erstanden werden kann. Bei diesen Beträgen von Familienförderung zu sprechen, mit Verlaub, ist ein Hohn. Die Behauptung, wie es im Postulat heisst, dass die LIEmobil «die Gültigkeit der Schülerabos auf den Hin- und Rücktransport der Schüler während der Schulzeiten» beschränkte, ist schlicht falsch. Es handelt sich hier um eine Wahrnehmungsstörung der Postulanten. Es war selbstverständlich nicht die LIEmobil, die die Gültigkeit beschränkte, sondern der Landtag, Sie selbst, meine Damen und Herren, die das Massnahmenpaket III bei der Regierung in Auftrag gegeben haben. Sie haben in der letzten Legislatur veranlasst, dass die Beschränkung der Gültigkeit auf den Schultransport umgesetzt wurde. So hat die DU-Fraktion dem Antrag der Regierung, «das von der Regierung mit diesem Bericht vorgelegte Massnahmenpaket zur Sanierung des Landeshaushalts» zu bestätigen, geschlossen zugestimmt. Die Einschränkung hat zu Kostenersparnissen beim Staat von CHF 182'000 laut Bericht und Antrag pro Jahr geführt. Diese Kosten von CHF 182'000 werden nun zum Teil von den Gemeinden übernommen. So wurden schätzungsweise maximal die Hälfte der Kosten auf die Eltern der Schüler umgelegt. Und auch das nur unter der Annahme, dass die Eltern dann das Upgrade auch wirklich kaufen, was nicht unterstellt werden kann, und die Eltern nicht ohnehin über ein Familienabo der LIEmobil verfügen. Denn wie Sie alle wissen, sind dort so viele Kinder, wie im selben Haushalt leben, bei einem Preis von CHF 740 im Preis enthalten. Also unabhängig von der Anzahl Kinder kann die gesamte Familie für CHF 740 im Jahr zu allen Zeiten den Bus benutzen. Diese Überlegungen zeigen alle deutlich, dass der Nutzen einer abermaligen Subvention von Voll-Abos, wie ich sie nun nennen möchte, wenn überhaupt, eine sehr, sehr geringe Entlastung von Familien darstellen wird. Es ist meiner Meinung nach geradezu zynisch, hier von einer Massnahme zur Familienförderung zu sprechen. Es ist ein Etikettenschwindel. Diese Massnahme, wieder Voll-Abos an alle Schüler abzugeben, ist ein Beitrag zur Förderung des öffentlichen Verkehrs und nichts anderes. Denn würden wieder Voll-Abos an alle Schüler abgegeben, hätte das für die LIEmobil garantierte Mehreinnahmen zur Folge, würde der Staat diesen Beitrag zusätzlich einschiessen, oder eben ein geringerer Rückfluss an den Staat würde daraus resultieren, würde kein zusätzlicher Betrag gesprochen. Dafür bin ich offen, denn ich bin für einen ausgebauten und solide finanzierten öffentlichen Verkehr. Und wenn durch diese zusätzlichen Gelder ein sinnvoller Kurs mehr gefahren werden kann, also der Service verbessert werden kann, dann ist das in meinem Sinne. Ich bezweifle allerdings stark, dass es den Postulanten um einen guten öffentlichen Verkehr geht. Denn wenn es Ihnen wirklich um den öffentlichen Verkehr gehen würde, dann hätten Sie am 11. Juni 2015 dem Landesbeitrag an die LIEmobil von CHF 14,5 Mio. pro Jahr zustimmen können. Das hat kein einziger DUler getan. Pio Schurti hatte immerhin den Mumm, den Subventionsantrag abzulehnen. Herbert Elkuch, Erich Hasler und Harry Quaderer nicht, sie entzogen sich der Abstimmung. Hätte der Staat keinen Subventionsbeitrag an die LIEmobil gesprochen, so wie die Abgeordneten der DU das getan haben, und wäre folglich kein Staatsbeitrag gesprochen worden, dann wären die Abopreise bei einem Eigenfinanzierungsgrad von 28,2% im Jahr 2016 ceteris paribus, also alle anderen Variablen gleich gehalten, um rund drei Mal höher. Konkret würde dann ein Jahresabo für eine erwachsene Person nicht CHF 370 kosten, sondern mehr als CHF 1'000; ein Familienabo folglich mehr als CHF 2'000. Ich meine, dass das die Familien dann wirklich treffen würde. Das war Ihr Bestreben damals oder das hätten Sie damals einfach so geschehen lassen, wenn es nach Ihnen gegangen wäre. In diesem Zusammenhang möchte ich noch einige Ausführungen zur sogenannten Familienpolitik der DU machen. Einfach, damit die geneigte Zuhörerin und der geneigte Zuhörer sich ein Bild machen kann. Die DU setzen sich für höhere Beiträge der Eltern für Kitas ein. Ist das Familienförderung? Sie haben sich jedes Mal gegen die Erhöhung des Staatsbeitrags an die OKP zur Subventionierung der Krankenkassenprämien, den die Freie Liste eingebracht hat, ausgesprochen. Ein geringerer Subventionsgrad trifft gerade auch Familien und Jugendliche in Ausbildung sehr stark. Ist das Familienförderung? Auch haben Sie sich gegen erwerbsabhängige Krankenkassenprämien ausgesprochen, die die effektivste und zielgerichtetste Förderung von Familien mit Kindern und ganz speziell Jugendlichen wäre. Ist das Familienförderung? Sie haben gar bei der Revision des AHV-Gesetzes den Antrag gestellt, die Beiträge auf 8,3% anstatt 8,1% zu erhöhen. Was zusätzliche Lohnabzüge für Angestellte von 0,1% zur Folge gehabt hätte und gerade auch Familien zusätzlich belastet hätte. Alle DUler haben diesem Antrag auf zusätzliche Belastung zugestimmt. Selbstredend haben Sie zusätzlich mehrheitlich, ausser Pio Schurti, für die Kürzung der 13. AHV gestimmt und keinen Staatsbeitrag an die AHV gesprochen. Ist das Familienförderung? Fazit: Das Postulat ist ein Etikettenschwindel und es ist zutiefst unehrlich. Die Regierung kann die Subvention von Busabos für Schülerinnen und Schüler, welche Kosten von CHF 182'000 jährlich verursachen würde, jederzeit wieder rückgängig machen. Wobei klar zu sagen ist, dass dabei bei den Schülerinnen und Schülern nur ein sehr begrenzter Zusatznutzen, nämlich je nach Nutzung des ÖV in der Freizeit, entsteht. Meiner Meinung nach soll die Regierung jedoch wieder ein Voll-Abo für Schülerinnen und Schüler finanzieren. Denn es ist richtig und wichtig, dass Kinder im Schulalter sich mit den Dienstleistungen der LIEmobil vertraut machen. Ausserdem würde das auch eine zusätzliche Förderung der LIEmobil bedeuten. Sie hätte dadurch zusätzliche verlässliche und planbare Einnahmen, würde der Staat das Geld zusätzlich zur Verfügung stellen. Würde der Staat das nicht machen, würde einfach der Rückfluss aus der LIEmobil an den Staat etwas sinken. Was auch vertretbar wäre. Eine Finanzierung der Busabos aus der FAK kommt für mich nicht infrage, denn es ist schlicht keine Massnahme zur Unterstützung der Familien, sondern eine Massnahme zur Unterstützung und Förderung des öffentlichen Verkehrs. Meine Ausführungen zeigen, dass das nicht zu rechtfertigen ist. Eine Ausweitung der Fördermassnahme auf Personen über 18 Jahre, die nicht mehr zur Schule gehen, sehe ich nicht. Der öffentliche Verkehr ist günstig und das ist richtig so. Dafür haben eben jene Abgeordneten gesorgt, die sich für einen angemessenen Staatsbeitrag an die LIEmobil eingesetzt haben, die DUler ganz explizit nicht. Ein LIEmobil-Abo für eine erwachsene Person kostet CHF 370 im Jahr, also rund einen Franken am Tag. Was wollen Sie denn noch mehr. Für Junioren, also Personen bis zum Alter von 25 Jahren, gewährt die LIEmobil zusätzlich eine Reduktion der Abopreise. Somit kommt ein Jahresabo für eine Person bis 25 Jahre auf CHF 280 im Jahr, also etwa 77 Rappen am Tag. Ausserdem kosten Familienabos CHF 740 im Jahr. Grundsätzlich sind dort zwei Erwachsene - Mutter und Vater, wenn Sie so wollen - und so viele Kinder, wie eben da sind, inkludiert, vorausgesetzt, dass die jungen Erwachsenen bis 25 Jahre im selben Haushalt wohnen. Das heisst, dass alle Nachkommen bis zum Alter von 25 Jahren mit einem Familienabo de facto gratis fahren. Es gibt hier meiner Meinung nach keinen Handlungsbedarf. Zum einen sind Stu-denten ohnehin zum ganz grossen Teil im Ausland. Zum anderen verdienen Lernende erstens Geld, fahren zweitens, wenn sie noch bei den Eltern wohnen, ohnehin gratis mit dem Familienabo und fahren zudem mit der LIEmobil viel günstiger als mit dem eigenen Auto. Im Idealfall können sie bei der Benutzung des ÖV ausserdem vom Mobilitätsmanagement des Unternehmens profitieren, haben also das Abo auch noch gratis, wenn sie den ÖV benutzen. So ein BMM mit Parkplatzbewirtschaftung wird ein Betrieb ab einer bestimmten Grösse ohnehin betreiben, wenn betriebswirtschaftlich gerechnet wird.Zum Schluss: Den Vogel abgeschossen haben Sie vollends, wenn Sie in Ihrem Postulat das Wort Geburtenrate im Zusammenhang mit einer zusätzlichen Subvention von 11 bis 22 Rappen am Tag in den Mund nehmen. Mit Verlaub, das ist einfach lächerlich. Vielleicht hätten Sie den Menschen aber auch noch sagen sollen, wer die politische Mitverantwortung dafür trägt, dass die Finanzierung der Sozialversicherungen, der Renten und Pflegeleistungen in den letzten Jahren eben für genau diese Personen, die sie nun so grosszügig mit 11 bis 22 Rappen am Tag fördern wollen, angestiegen sind. Denn da haben Sie den Regierungsparteien brav zu Seite gestanden und beim in meinen Augen bitteren Sozialabbau mitgeholfen. Es wäre ein Postulat der Ehrlichkeit, den Leuten hier reinen Wein einzuschenken. Zuallerletzt: Mit diesem Postulat deklarieren Sie einen technischen Apparat mit «Maxi Puch» und in Wirklichkeit ist es eine Zahnseidenreinigungsmaschine. So eine braucht niemand, sie ist unnütz. Das Postulat ist ein Etikettenschwindel. Ich werde dem Postulat nicht zustimmen, die Regierung kann jederzeit die staatliche Finanzierung von Voll-Abos wieder einführen. Die maximalen Kosten sind bekannt, die Auswirkungen für Familien hingegen minimalst. Es gibt nichts abzuklären. Wenn die Regierung die LIEmobil stärker fördern will, dann ist das mit mir jederzeit möglich. Herr Verkehrsminister, bringen Sie einen Finanzantrag oder veranlassen Sie das Nötige. Danke.Landtagspräsident Albert Frick
Vielen Dank.Abg. Daniel Oehry
Sehr geehrter Herr Landtagspräsident, vielen Dank für das Wort. Sehr geehrte Abgeordnete. Ich schliesse mich in vielen Punkten dem Vorredner Thomas Lageder an und darum erlaube ich mir, mein Votum ein wenig zusammenzustreichen. Dem Ansinnen, sich Gedanken über die Vergünstigung des Busabos für Schüler zu machen, kann ich einiges abgewinnen. Wie bereits meine Kleine Anfrage vom 18. Februar zutage gefördert hat, betrifft dies 4'772 Schülerinnen und Schüler in Liechtenstein. Leider schiessen die Postulanten mit ihrem am 13. März eingereichten Postulat in mehren Punkten weit über das Ziel hinaus. Der Finanzierungzeitraum bis zum Alter von 25 Jahren ist unnötig lang, die Finanzierung über die FAK mündet in einer erneuten Grundsatzdiskussion zur Verwendung dieser Gelder, denn nicht alle, die einbezahlen, sollen am Ende dann auch profitieren. Und wenn wir dieses Thema angehen, dann sollten wir das Kind auch beim Namen nennen und ein Gratisabo für Schüler und Schülerinnen nicht als Postulat Familienunterstützung betiteln. Sollte dieses Postulat eine Mehrheit finden, bitte ich die Regierung folgende Punkte in ihre Überlegungen einzubeziehen. Schon heute erstellt die LIEmobil im Auftrag des Schulamtes die Schülerausweise für alle weiterführenden Schulen und druckt auf der Rückseite bei Bedarf das LIEmobil-Abo ab. Dieser Prozess ermöglicht es auf einfache Weise, für alle Schulstufen Abos auszugeben, indem diese auf allen Schülerausweisen abgedruckt werden. Schon heute werden durch die LIEmobil 239 Familienabos ausgegeben. Diesbezüglich gilt es aber zu wissen, dass Kinder bis 25, im gleichen Haushalt leben, mit diesem Abo schon heute gratis fahren.Ein Jahresabo für Jugendliche bis 25 Jahre kostet heute CHF 280. Wenn ich die monatlichen Kosten für ein eigenes Auto - für Versicherung, Treibstoff, Unterhalt - heranziehe, dann zeigt sich sehr schnell, dass bei allen Lernenden im Land die Monatslöhne ein mehrfaches dieses Busabos ausmachen, und darum macht es keinen Sinn, nach der Vollendung der Pflichtschule für Lernende hier eine Entlastung zu ermöglichen, zumal sich die Berufsschulen alle in der Schweiz oder in Österreich befinden und die Lernenden dann nur für ihren Arbeitsweg im Land dieses Abo nutzen könnten.Bei Studenten stellt sich der Sachverhalt nicht in allen Punkten identisch dar, aber auch hier ist nur die Universität in Vaduz eine im LIEmobil-Netz liegende Ausbildungsstätte und alle anderen Fachhochschulen und Universitäten liegen im Ausland und somit ausserhalb des LIEmobil-Netzes. Wenn sich Eltern dazu entscheiden, das in den weiterführenden Schulen abgegebene Abo mit CHF 80 zu unterstützen, das hat bereits Thomas Lageder ausgeführt, subventionieren das die Gemeinden mit CHF 40 oder CHF 20. Die 749 Kinder in den Liechtensteiner Kindergärten würde ich nicht mit Schülerausweisen ausstatten, sondern nach einer effizienteren Lösung suchen, damit Gruppenfahrten möglich sind. Das Jahresabo für Gruppen kostet CHF 740 und ist nicht übertragbar. Dieses Angebot sollte durch ein Pauschalangebot für Kindergartengruppen ersetzt werden, welches unbürokratisch abgewickelt werden kann. Für Primarschulen hingegen machen Schülerausweise Sinn, wenn sie beim Schuleintritt abgegeben würden und dann ihre Gültigkeit bis zum Übertritt in die weiterführenden Schulen behalten. Weil heute schon die Abos der Kindergärten und Primarschulen durch die Gemeinden bezahlt werden, gehe ich davon aus, dass dies so bleiben wird und somit auch bei einem neuen Modell wieder die Gemeinden diese Kosten tragen würden. Zusammenfassend halte ich fest, dass eine Streichung des Unterschieds des Schülerabos mit und ohne Gültigkeit in der Freizeit, die Einführung von Abos, die für vier Jahre Primarschule und fünf Jahre weiterführende Schule Gültigkeit haben, zu einem Bürokratieabbau beitragen. Lehrpersonen und ihre Schüler und Schülerinnen könnten im ganzen Land und auch zu den Bahnhöfen Buchs, Feldkirch und Sargans mit ihren Klassen unbürokratisch den Bus nutzen und dies zu einem sehr wahrscheinlich vertretbaren Kostenrahmen, wie bereits ausgeführt wurde, und dies würde sicher die Postulatsbeantwortung aufzeigen. Die Gelder aus dem FAK-Topf zu nehmen, erachte ich als komplett falsch. Unter Berücksichtigung dieser Punkte, werde ich einer Überweisung des Postulates zustimmen, damit diese Fragen geklärt werden können. Herzlichen Dank.Landtagspräsident Albert Frick
Vielen Dank.Landtagsvizepräsidentin Gunilla Marxer-Kranz
Besten Dank, Herr Präsident. Geschätzte Damen und Herren Abgeordnete. Wir sind uns sicher alle darin einig, dass Familienförderung ein wichtiges und richtiges Ansinnen ist, welches auch angegangen werden muss. Der Gedanke, Familien mit Kindern und Jugendlichen in Ausbildung zu entlasten, ist sicher überlegenswert. Dennoch bin ich mit diesem Postulat nicht glücklich und komme daher nicht umhin, meine kritischen Anmerkungen darzulegen.Wie gesagt, ist mir eine nachhaltige Förderung beziehungsweise Verbesserung der Situation der Familien sehr wichtig. Bei der Übernahme der Differenz vom Schülerabo zum Jahresabo sehe ich diese aber nicht wirklich gegeben. Mein Problem bei dieser Subventionierung ist, dass nicht wirklich geprüft werden kann, ob die Finanzierung auch zielführend ist. Damit meine ich, dass es ja sein könnte, dass Familien einfach mal prophylaktisch den Bedarf eines Jahresabos anmelden, das Abo letztlich dann aber doch nicht nutzen und der Staat beziehungsweise die FAK somit eine Familienförderung unterstützt hat, die ins Leere schöpft. Es düngt mich schon ein wenig so, dass die FAK derzeit für jegliche, auch kleinste Finanzspritzen herhalten soll. Es soll schon so sein, dass die FAK zur Förderung der Familien verwendet wird, aber bitte etwas durchdachter und tiefgreifender. Auch bei einer FAK höhlt der stete Tropfen den Stein. Es ist mir auch bewusst, dass man bei diesem Vorschlag letztlich wohl so über den Daumen gepeilt über circa CHF 150'000 pro Jahr spricht. Daher könnte man meinen, sollte man hier sofort für eine Finanzierung dieser Unterstützung sein. Dennoch müsste mir schon noch in einer allfälligen Postulatsbeantwortung genau dargelegt werden, dass sehr viele Familien beziehungsweise Kinder und Jugendliche ein solches Abo auch ganzjährig wirklich nutzen würden, somit also ein entsprechendes Bedürfnis grundlegend besteht und somit eine Finanzierung auch wirklich sinnvoll und nachhaltig wäre. Danke.Landtagspräsident Albert Frick
Vielen Dank.Abg. Susanne Eberle-Strub
Vielen Dank, Herr Präsident. Geschätzte Kolleginnen und Kollegen. Wie schon von einigen Vorrednern erwähnt, stehe auch ich einer Finanzierung der LIEmobil-Abos bis zum 25. Lebensjahr negativ gegenüber. Bis zum 18. Lebensjahr wäre für mich sinnvoller. Mit 16 Jahren beginnen viele Jugendliche eine Lehre. Die ersten zwei Lehrjahre würden sie noch beim Kauf eines Abos unterstützt. Danach könnten sie sich das Abo sicher leisten, zumal in einigen Gemeinden das LIEmobil-Abo finanziell unterstützt wird. Diejenigen Jugendlichen, die das Gymnasium abschliessen und danach ein Studium in der Schweiz beginnen, benötigen meistens das GA und damit können sie auch bei uns Bus fahren. Diejenigen, die in Liechtenstein oder Österreich studieren, müssten das LIEmobil-Abo kaufen, profitieren aber wie erwähnt von Vergünstigen in einigen Gemeinden. Und für Studentinnen und Studenten besteht auch die Möglichkeit, um Stipendien anzusuchen. Wie auch schon mehrmals erwähnt, Jugendliche bis 25 Jahre gelten bei LIEmobil noch als Junioren und erhalten einen ermässigten Tarif. Ebenfalls werden die Familien im bisherigen System mit dem Familienabo der LIEmobil entlastet. Es gilt für Eltern und Kinder bis 25 Jahre. Ich werde der Überweisung des Postulats trotzdem zustimmen, um Antworten auf die verschiedenen Fragen zu erhalten, obwohl für mich, wie erwähnt, die Altersgrenze mit 25 Jahren zu hoch angesetzt ist. Besten Dank.Landtagspräsident Albert Frick
Vielen Dank.Abg. Mario Wohlwend
Danke, Herr Präsident. Geschätzte Damen und Herren Landtagsabgeordnete. Geschätzte Mitglieder der Fürstlichen Regierung. Ich wage zu bezweifeln, dass das Postulat das Wunderpulver ist, dass angeblich die Förderung der Benützung des öffentlichen Verkehrs einen positiven Einfluss auf die Anzahl Fachkräfte und die Geburtenrate hat. Es gibt bereits heute eine breite Unterstützung durch die Gemeinden und die Arbeitgeber mit ihrem Mobilitätsmanagement. Hinzu kommt, dass viele Jugendliche mobil sind, vor allem ab dem 18. Lebensjahr. Meine persönliche Erfahrung ist, wenn zum Beispiel das Schulmaterial in der Lehre für alle gratis ist, gibt es Lernende, welche diesen Umstand ausnützen und die teuersten Taschenrechner kaufen. Sobald sie die Hälfte selbst finanzieren müssen, kaufen sie die Taschenrechner, die sie brauchen, und behandeln diese auch mit einer gewissen Wertschätzung. Auch in diesem Fall könnte der bezahlte Betrag die Schüler dazu animieren, den Bus zu benutzen, weil sie - respektive die Eltern - schliesslich dafür bezahlt haben. Sollte sich die Benutzung der LIEmobil ohnehin nur auf ein paar wenige Einzelfahrten beschränken, liegt der Betrag vermutlich in einem überschaubaren Rahmen. Trotzdem nimmt es mich wunder, in welchem Rahmen die Minderbelastung und die damit verbundene Wertschätzung bei den Eltern ankommt. Deshalb stimme ich der Überweisung dieses Postulates zu. Von der Beantwortung des Postulates werde ich meine weitere Befürwortung abhängig machen. Trotzdem ein Ja für unsere Familien. Besten Dank.Landtagspräsident Albert Frick
Vielen Dank.Stv. Abg. Wolfgang Marxer
Geschätzte Kolleginnen und Kollegen. Worum geht es bei diesem Postulat? Darum, dass Kinder und Jugendliche ihre Schülerbusabos auch für Fahrten ausserhalb der Schulzeit, das heisst für Busfahrten für Sport und Freizeit, und damit generell und frei für LIEmobil-Fahrten nutzen können - und ich füge an: wieder nutzen können -, dass also der frühere Zustand wiederhergestellt wird. Die Grössenordnung der Kosten ist so weit klar. Allerdings soll neu zusätzlich geprüft werden,- ob eine Finanzierung solcher Busabos ausgeweitet werden könnte auf Jugendliche im Studium oder in Ausbildung bis zum 25. Altersjahr
- und ob die Finanzierung zulasten der FAK, der Familienausgleichskasse, erfolgen könnte.
Es sei, und hier beginnt der Etikettenschwindel, eine familienpolitische Massnahme, es sei als eine Massnahme für «gut ausgebildeten Nachwuchs» «von existenzieller Bedeutung» für die unter 25-Jährigen zu verstehen, es sei die unterstützende Massnahme zur Sicherung des Fachkräftebedarfs und gegen den weiteren Zuzug von Grenzgängern, deren Lohnsumme ohnehin ins Ausland abfliesst, und zu guter Letzt die unterstützende Massnahme gegen eine zu tiefe Geburtenrate.Was Sie hier als Lösung fast aller Probleme dieser Welt darstellen, ist etwas, was den Staat rund CHF 200'000 kostet und insgesamt sehr, sehr wenig mit echter Familienunterstützung zu tun hat und nichts aber auch gar nichts mit all den positiven Auswirkungen, welche Sie sonst in ihrer Argumentation hervorzaubern. Im allerletzten Satz der Postulatsbegründung heisst es noch: «Dessen ungeachtet kann die Allgemeinheit mit der Finanzierung von Gratis-Abos für alle, die sich in Ausbildung befinden, ihre Wertschätzung für unsere Familien ausdrücken.» Nur als Hinweis: Wenn die Allgemeinheit ihre Wertschätzung ausdrücken soll, dann hat sich die Sache mit der Finanzierung aus dem FAK-Topf schon einmal erledigt. Denn dort zahlen nur die Arbeitgeber ein, und das scheinen Sie beim Verfassen dieses Postulats übersehen zu haben. Das Postulat hat in etwa so viel mit Familienunterstützung zu tun, wie wenn Sie vor jedes Haus mit Kind einen Bobby-Car stellen und dies als Wundermassnahme in Sachen Mobilität verkaufen wollen.Wenn Sie es mit der Familienunterstützung wirklich ernst gemeint hätten, wenn Sie das Wort wirklich zu Recht in den Mund genommen hätten, dann hätten Sie Ihre Argumentation mit der Ausbildungszulage nach Schweizer Vorbild zur Abklärung gegeben.Was ist dies in zwei Sätzen: Unter Ausbildungszulagen versteht man die monatlichen Geldbeiträge, die der Staat an Familien mit Kindern und Jugendlichen in Ausbildung ausbezahlt. Bis zum Abschluss der Ausbildung des Kindes, längstens jedoch bis zur Vollendung des 25. Altersjahres, werden die Kinderzulagen durch Ausbildungszulagen ersetzt. Sie beträgt in allen Kantonen mindestens CHF 250 pro Monat. Diesem Ansinnen, dies in einem Postulat zur Abklärung zu geben, wäre ich gerne gefolgt. Damit wäre Ihr Postulat beziehungsweis der Postulatstitel mit Ernsthaftigkeit unterlegt gewesen. Ihr Anliegen in Sachen Anwendung von Schülerabos, dem ich im Kern zustimme, braucht kein Postulat. Für diese Massnahme braucht es schlicht und einfach einen Regierungsentscheid und der kann morgen getroffen werden. Einem Etikettenschwindel dieser Art werde ich nicht zustimmen.Landtagspräsident Albert Frick
Vielen Dank.Abg. Manfred Kaufmann
Besten Dank für das Wort, sehr geehrter Herr Präsident. Sehr geehrte Frauen und Herren Abgeordnete. Das vorliegende Postulat zur Familienunterstützung ist meines Erachtens begrüssens- und prüfenswert. Wenn Überprüfungen stattfinden, welche den Familien in Liechtenstein zugutekommen könnten, und Familien gestärkt werden, werde ich mich dem nicht verschliessen. Das Postulat möchte insbesondere drei Punkte geprüft haben: Erstens: Die Ermittlung der Kosten einer Finanzierung von LIEmobil-Abos für Schüler über sechs Jahre, Lehrlinge und Jugendliche in Ausbildung bis zum Alter von 25 Jahren, abzüglich der bereits durch den Staat und das Schulamt gedeckten Kosten. Die Eruierung dieser Kosten ist die Grundlage für die zwei weiteren abzuklärenden Punkte in diesem Postulat, weshalb es wichtig ist, diese Auswirkungen zu kennen. Beim zweiten Punkt soll der Einnahmenausfall bei der LIEmobil respektive die Minderbelastung der Eltern, wenn diese Abos in Zukunft wieder kostenfrei sind, geprüft werden. Hierzu möchte ich erwähnen, dass es auch in Liechtenstein Familien gibt, die finanziell auf der Schattenseite stehen. Dies vor allem aufgrund der sehr hohen Lebens-, Krankenkassen- und eben der Ausbildungskosten für ihre Kinder. Auch wenn der Kostenerlass auf Busabos nur einen kleinen Betrag ausmachen würde, so stellt es für diese Familien doch eine vergleichsweise wertvolle Einsparung dar. Wie es die Postulanten schreiben, könnte als Nebeneffekt auch die Förderung des öffentlichen Verkehrs erzielt werden. Das wäre vorteilhaft für die Wirtschaft und die Umwelt. Der dritte Punkt betrifft die Fragestellung, ob die Finanzierung der Abos aus der Familienausgleichskasse EWR-rechtlich zulässig wäre.Ob die Finanzierung aus den Reserven der Familienausgleichskasse erfolgen soll und ob diese EWR-konform ist oder es allenfalls eine andere Finanzierungslösung geben könnte, würde die Postulatsbeantwortung aufzeigen. Für die Finanzierung dieser Massnahme, die wohl überschaubare Kosten verursachen würde, könnte ich mir aber auch einfachere Ansätze vorstellen, ohne dass dafür die FAK tangiert werden müsste. Aufgrund meiner Ausführungen bin ich bin der Meinung, dass das Anliegen durchaus prüfenswert ist, und werde dem Postulat somit meine Zustimmung erteilen. Besten Dank.Landtagspräsident Albert Frick
Vielen Dank.Abg. Elfried Hasler
Danke für das Wort. Ich bin grundsätzlich kritisch eingestellt gegenüber der Abgabe von Gratisbusabonnementen, und zwar ist das für mich nicht primär eine finanzielle Frage, also eine Frage des Staatshaushaltes oder ähnliches, sondern eher eine grundsätzliche Frage, ob Mobilität tatsächlich gratis sein soll. Umso mehr als wir bereits heute sehr attraktive Preise in diesem Bereich haben. Das lässt sich auch mit einem Vergleich über die Grenze darlegen. So ist es so, dass beispielsweise in Vorarlberg, das dafür bekannt ist, den öffentlichen Verkehr sehr stark zu subventionieren und zu unterstützen, ein Schülerabo oder Abo für Lehrlinge etwa CHF 98 umgerechnet pro Jahr kostet, das heisst 23% mehr als in Liechtenstein. Und das, obwohl dort die Einkommensverhältnisse deutlich anders sind als in Liechtenstein. In der Schweiz ist die Sache noch pointierter. Dort ist es so, dass sie für Junioren bis 25, CHF 531 im Jahr bezahlen, also etwa das Sechsfache, nur für ein Zweizonenabo wohlgemerkt, das etwa der Fläche Liechtensteins entspricht. Ich glaube, man kann gut zeigen, dass wir hier mit diesen maximal CHF 80, wir haben es ja gehört, verschiedentlich wird dieses Upgrade des Abos ja auch von den Gemeinden noch weiter subventioniert, sodass letztendlich noch CHF 40 übrig bleiben, sodass wir hier wirklich sehr, sehr attraktive Bedingungen heute schon anbieten können. Das ist für mich auch angemessen und daher sehe ich hier keinen Handlungsbedarf.Das Thema jetzt in Verbindung zu bringen mit der Geburtenrate, das scheint mir dann schon etwas weit hergeholt. Ich glaube nicht, dass wir mit diesen CHF 40 oder CHF 80 das Liebesleben in Liechtenstein respektive die Fortpflanzungsbereitschaft wirklich nachhaltig stimulieren werden. Ein anderer Punkt ist vielleicht auch noch, dass hier auch mit Wertschätzung für die Familien argumentiert wird. Ich glaube, es gibt keinen anderen Bereich, der durch die Politik eine höhere Wertschätzung erfährt als die Familien. Ich denke, kein anders Thema hat es in der Regel so leicht im Landtag bei den Politikern wie die Familien. Ich denke, vielleicht auch darum, weil man glaubt, als Politiker hier nichts falsch machen zu können und nur punkten zu können. Das Problem ist natürlich letztendlich dann doch wieder in der Summe ein finanzielles natürlich. Denn die Möglichkeiten zur Familienförderung sind unendlich, leider sind die Finanzen in der Regel endlich. Und diese Unendlichkeit mit dieser Endlichkeit in Einklang zu bringen, ich denke, das wäre die Aufgabe der Politiker. Dann muss man auch einmal bei einem Thema, das vielleicht das Potenzial hat, gut anzukommen, auch einmal Nein sagen können. Ich glaube, wie gesagt, dass die heutigen Preise sehr attraktiv sind, nicht nur im Vergleich mit dem Ausland, auch absolut gesehen. Und ich glaube nicht, dass es sinnvoll ist, Mobilität gratis zur Verfügung zu stellen - für wen auch immer.Dann noch zum Thema Förderung der Familie: Wie gesagt, ich glaube, wir machen da wirklich sehr viel. Also es sollte nicht der Eindruck stehen bleiben, dass sich die Politik zu wenig um die Familien kümmert. Ich glaube, alle Fraktionen hier im Landtag übertreffen sich regelmässig mit Vorstössen zur Förderung der Familie. Wir haben auch einmal vor einiger Zeit, es war im Jahr 2015, eine Interpellationsbeantwortung der Regierung zum Thema Familienpolitik bekommen, und ich glaube, die sollte sich jeder einmal zu Gemüte führen. Es ist, denke ich, sehr eindrücklich, was für eine Masse von Förderungen wir hier heute schon im Bereich der Familien haben - zum sicher aller-, allergrössten Teil zu Recht haben. Ich denke aber nicht, dass wir hier einen besonderen Handlungsbedarf haben, jetzt speziell auch, was die Mobilität anbelangt. Darum werde ich einer Überweisung nicht zustimmen. Danke.Landtagspräsident Albert Frick
Vielen Dank.Abg. Georg Kaufmann
Danke für das Wort. Die Postulanten bezeichnen ihr Postulat als eine familienunterstützende Massnahme. Dabei ziehen sie das Beispiel der Ausbildungszulage in der Schweiz heran und stellen fest, dass es diese in Liechtenstein nicht gibt. Daraus wiederum folgern sie, dass eine Unterstützung mit einem Jahresabo der LIEmobil wenigstens eine Erleichterung für jene Familien wäre, bei denen jeder Rappen zählt. Nun, dieser Vergleich mit der Schweiz kann nicht einfach aus dem Zusammenhang herausgerissen und als Argument vorgebracht werden, sind doch die familienunterstützenden Massnahmen in den beiden Ländern insgesamt zu unterschiedlich. Als Beispiel nenne ich hier nur die Vergabe von Stipendien. Um objektiv vergleichen zu können, müsste also eine Gesamtschau erstellt werden. Im Übrigen sind die LIEmobil-Tarife und besonders die Abonnements im Vergleich zum benachbarten Ausland attraktiv und werden von den meisten Gemeinden zudem grosszügig subventioniert. Schade finde ich nur, dass sich die Gemeinden hier nicht auf einen gemeinsamen Subventionsschlüssel einigen konnten. Trotzdem meine ich: Für den allergrössten Teil der Familien sind die Busabokosten der LIEmobil erschwinglich. Da gibt es andere Budgetposten, die ein viel grösseres Problem darstellen. Zudem gibt es immer die Möglichkeit, dass sich ein junger Mensch sein Busabo selbst verdient. Als Nebeneffekt bezeichnen die Postulanten ihr Postulat als Beitrag zur Förderung des öffentlichen Verkehrs. Das erstaunt mich doch einigermassen, habe ich sie bisher nicht wirklich als Förderer des öffentlichen Verkehrs kennengelernt. Ein Sinneswandel würde mich selbstverständlich freuen. Die Qualität und Attraktivität des öffentlichen Verkehrs wird ausser am Preis an weiteren Massstäben gemessen: eine gute Anbindung, ein gut ausgebautes Streckennetz, ein dichter Fahrplan und - ganz wichtig - kurze Fahrzeiten. Dies alles bedingt in den nächsten Jahren hohe Investitionen in den öffentlichen Verkehr. Und hier erwarte ich gerne die Unterstützung der Postulanten. Wenn die Postulanten das Postulat als Beitrag zur Förderung des öffentlichen Verkehrs bezeichnet hätten, hätte ich das noch verstanden. Das vorliegende Postulat zur Familienunterstützung wird aber seinem Namen nicht gerecht. Familienunterstützende Massnahmen schauen für mich anders aus, haben eine andere Tiefe. Deshalb werde ich der Überweisung dieses Postulats auch nicht zustimmen. Besten Dank.Landtagspräsident Albert Frick
Vielen Dank. Eine kurze Anmerkung meinerseits zwischendurch. Ich finde den Titel des Postulates irreführend, er weckt völlig falsche Erwartungen. Ich denke, Busabos für Kinder und Jugendliche gratis abzugeben, ist nun wirklich nur ein marginaler, sehr kleiner Bestandteil einer umfassenden Familienunterstützung. Und wenn sich die Postulanten dazu durchringen könnten, die Titelgebung zu ändern, zum Beispiel in «Postulat zur Finanzierung von LIEmobil-Abos für Kinder und Jugendliche», dann könnte ich der Überweisung zustimmen. Vielen Dank.Abg. Thomas Rehak
Besten Dank für das Wort. Ich danke den Votanten für ihre sehr interessanten Antworten, auch danke ich jetzt dem Landtagspräsidenten für seine Anregung. Aber ich denke, es geht hier im Grossen und Ganzen eben nicht um die Förderung des öffentlichen Verkehrs. Es ist eine familienpolitische Massnahme. Das hat nichts damit zu tun, ob man den öffentlichen Verkehr fördern will oder nicht, es geht nicht darum. Es geht darum, dass man für die Familien Mögliches tun kann. Die Debatte hat gezeigt: Der Freien Liste ist es zu wenig, sie möchten gerne mehr, andere familienpolitische Massnahmen, was ich aufgrund ihrer Historie natürlich verstehen kann und aufgrund ihrer Optik. Für die FBP geht es dann wiederum viel zu weit, 22 Rappen, waren es, glaube ich, Herr Lageder hat uns das vorgerechnet, was das pro Tag einen Schüler kosten würde. Also man sieht hier die Diskrepanz. Wir haben ja auch ganz bewusst ein Postulat gewählt, damit die Regierung hier Abklärungen machen kann und Abklärungen machen soll. Damit hätten wir Resultate auf dem Tisch und könnten damit weitermachen oder könnten es auch damit belassen. Ob das dann eine Förderungsmassnahme für Jugendliche bis zum 25. Altersjahr sein soll oder dann bis zum 18. Altersjahr, ist ja dann schlussendlich eine Umsetzungsfrage und nicht eine Abklärungsfrage. Ich denke, die Abklärung sollte man schon weiter fassen, wir haben auch Lehrlinge bei uns in Liechtenstein. Der zweite Bildungsweg ist bei uns wichtig und wir sollten auch einmal eine Wertschätzung für die Lehrlingsausbildung zutage legen. Zumindest eine Abklärung, ob es auch für Lehrlinge etwas bringen soll oder Sinn macht, das müsste schon möglich sein, zumindest aus meiner Sicht. Schlussendlich, wenn die Resultate auf dem Tisch liegen, kann man dann immer noch entscheiden, ob man überhaupt eine Massnahme umsetzt oder keine Massnahme umsetzt oder ob man diese reduzieren will oder vielleicht sogar erweitern will, wie das dann vielleicht das Ansinnen der Freien Liste wäre.Für mich besteht die politische Kunst eben darin, das Mögliche zu tun, und nicht, das Unmögliche zu suchen. Darum geht es auch bei diesem Vorstoss und dieses Postulat fordert, dass man Abklärungen dazu macht. Die Frage ist nur: Will man diese Resultate wissen oder will man sie nicht wissen? Ich glaube, das ist die Entscheidung, die Sie heute zu fällen haben. Wenn Sie sie nicht wissen wollen, ja dann müssen Sie Nein sagen; wenn Sie es wissen wollen, dann müssen Sie vielleicht Ja zu diesem Postulat sagen. Zum Schluss möchte ich mich auch für die sehr sachliche Würdigung des Abg. Manfred Kaufmann bedanken. Ich denke, er hat es sehr gut auf den Punkt gebracht, worum es in diesem Postulat geht. Danke.Landtagspräsident Albert Frick
Vielen Dank. Wünscht die Regierung noch das Wort? Das scheint nicht der Fall zu sein, somit können wir zur Abstimmung schreiten. Wer der Überweisung des Postulates an die Regierung zustimmen will, möge bitte jetzt die Stimme abgeben.Abstimmung: Zustimmung mit 16 Stimmen
Landtagspräsident Albert Frick
16 Stimmen, somit hat der Landtag das Postulat überwiesen. Gleichzeitig haben wir Traktandum 6 abgeschlossen. Wir machen jetzt 20 Minuten Pause. Die Sitzung ist unterbrochen (von 10:45 bis 11:10 Uhr).
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