Geschäftsbericht 2010 der Liechtensteinischen Landesbank AG (Nr. 53/2011)
Landtagspräsident Arthur Brunhart
Wir kommen zu Traktandum 14: Geschäftsbericht 2010 der Liechtensteinischen Landesbank AG.
Der Bericht und Antrag Nr. 53/2011 steht zur Diskussion. Abg. Christian Batliner
Danke, Herr Präsident. Das Marktumfeld der Landesbank war auch im Jahr 2010 wiederum sehr anspruchsvoll. Die unverändert tiefen Zinsen, die volatilen Finanzmärkte oder die Stärke des Schweizerfrankens hinterliessen deutliche Spuren im Geschäftsergebnis. Das Konzernergebnis sank denn auch um 40,1% auf CHF 108,5 Mio. In Anbetracht der schwierigen Umstände erachte ich das Geschäftsergebnis aber dennoch als zufriedenstellend und die Landesbank befindet sich meines Erachtens auf dem richtigen Weg.
Als Hauptursache des Gewinneinbruchs ist sicherlich das Finanzergebnis anzusehen: Während im Geschäftsjahr 2009 aufgrund der günstigen Entwicklung der internationalen Finanzmärkte ein sehr positives Finanzergebnis von CHF 64,1 Mio. erzielt werden konnte, belief sich das Finanzergebnis im Berichtsjahr aufgrund der Aufwertung des Schweizerfrankens auf minus CHF 3,4 Mio. Zudem war der Erfolg aus dem Zins- und Kommissionsgeschäft aufgrund des historisch tiefen Zinsniveaus sowie der volatilen Finanzmärkte weiter rückläufig und belastete ebenfalls das Geschäftsergebnis.
Demgegenüber konnten die Hypothekarausleihungen weiter gesteigert werden und es wurde hier erneut ein neuer Rekordwert erzielt. Höchst erfreulich ist auch, dass die Landesbankgruppe einen Nettoneugeldzufluss von CHF 2,7 Mrd. bzw. 5,5% verzeichnen konnte. Die Kundenvermögen stiegen trotz währungsbedingter Effekte insgesamt um 0,6% an. Erfreulich ist dabei, dass in allen Geschäftsfeldern, vor allem aber auch im Markt International, Neugeldzuflüsse festgestellt werden konnten.
Wie wir wissen, verfolgt die Landesbank seit dem Jahr 2004 eine Drei-Säulen-Strategie, welche neben der Festigung des Heimatmarktes auch den Ausbau der Aktivitäten Schweiz und den Aufbau neuer Märkte beinhaltet. Im Berichtsjahr wurde für den Markt Schweiz die Wachstumsinitiative «Crescendo» lanciert und für den Aufbau neuer Märkte wurden die Beraterteams und die Kompetenzen im internationalen Steuerrecht, der Vermögensstrukturierung sowie dem Cross Border Banking ausgebaut. Trotz der Personalaufstockung konnte der Personalaufwand insgesamt gesenkt werden. Bedingt durch die Einführung der neuen IT-Plattform rund um das Kernbankensystem Avaloq stiegen die Sachkosten zwar um 6%, insgesamt verringerte sich aber der Geschäftsaufwand um 4,9%, da sich die Wertberichtigungen, Rückstellungen und Verluste sehr stark reduzierten.
Trotz der hohen Investitionskosten in die IT und den Aufbau der internationalen Märkte hat die LLB die Kosten somit im Griff. Durch die Einführung der neuen Bankensoftware Avaloq, die Projekte «Business Process Management» und «Shared Services» werden effizientere, so zum Beispiel automatisierte oder gruppenweit vereinheitlichte Abläufe ermöglicht und Synergiepotenziale werden vermehrt genutzt. All dies wird langfristige Effekte nach sich ziehen und wird die Aufwandseite weiter entlasten.
Die Cost-Income-Ratio, also das Verhältnis von Geschäftsaufwand und -ertrag, erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr von 63 auf 72,7%. Diese Erhöhung ist, wie eingangs erwähnt, auf den Rückgang des Erfolgs aus den Finanzanlagen und dem Zinsgeschäft zurückzuführen. Aus denselben Gründen sank denn auch die Eigenkapitalrendite von 10,8 auf 6,2%.
Die Tier 1 Ratio konnte von 13,7 auf 13,9% gesteigert werden und liegt somit weit über dem gesetzlichen Minimum von 8%. Der Wert blieb gegenüber dem Vorjahr stabil, da sich weder die Kapitalbasis noch die risikogewichtigen Aktiven deutlich verändert haben. Die LLB Gruppe verfügt somit über eine äusserst solide Eigenkapitalausstattung und möchte diese gemäss Geschäftsbericht noch weiter auf 16% erhöhen. Die LLB Gruppe möchte in diesem Sinn auch in Zukunft ihren Kunden eine überdurchschnittlich hohe Sicherheit bieten, was zu begrüssen ist und bestens zum Jubiläumsmotto «150 Jahre Zukunft» passt. Im 150. Jubiläumsjahr, welches in einem nach wie vor schwierigen Marktumfeld zu bestreiten sein wird, befindet sich die Landesbank somit auf dem richtigen Weg.
Die Dividende wurde unverändert bei CHF 3,40 beibehalten und leistet einen wichtigen Beitrag zu den Staatseinnahmen. Es ist mir daher ein aufrichtiges Anliegen, sämtlichen Organen und insbesondere auch den Mitarbeitern der Landesbank für ihren engagierten und kompetenten Einsatz aufrichtig zu danken und ich wünsche allen Mitarbeitern ein erfolgreiches und feierliches Jubiläumsjahr. Danke.Landtagspräsident Arthur Brunhart
Danke.Abg. Thomas Vogt
Danke, Herr Präsident. Mein Vorredner, der Abg. Christian Batliner, hat bereits einige wesentlichen Punkte des Geschäftsberichts ausgeführt. Nichtsdestotrotz möchte ich noch ein, zwei Punkte, wenn auch vielleicht wiederholt, nochmals erwähnen.
Das Ergebnis im Jahr 2010 fiel leider gegenüber dem Vorjahr wesentlich schlechter aus. So belief sich das Konzernergebnis auf CHF 108 Mio. Dies entspricht somit einem Rückgang des Konzernergebnisses gegenüber dem Vorjahr von 40,1%. Zu beachten gilt es hierbei, dass sowohl das Zinsgeschäft als auch das Dienstleistungs- und Kommissionsgeschäft im Jahr 2010 rückläufig waren.
Für die Aktionäre der Liechtensteinischen Landesbank AG war das Jahr 2010 jedoch wieder ein gutes Jahr. Wie bereits in den Jahren 2007, 2008 und 2009 hat der Verwaltungsrat eine Dividende pro Aktie in der Höhe von CHF 3,40 für das Jahr beantragt. Diese wurde von der Generalversammlung auch genehmigt.
Ich möchte, wie bereits mein Vorredner, der Abg. Batliner, positiv den starken Nettogeldzufluss in allen Geschäftsfeldern erwähnen. Auf dem internationalen Markt gewann die Liechtensteinische Landesbank AG neue Mandate hinzu und konnte somit die strategischen Ziele in diesem Bereich erreichen. Des Weiteren hat die Liechtensteinische Landesbank AG auch im Jahre 2010 an ihrer bewährten Drei-Säulen-Strategie - Festigung Heimmarkt Liechtenstein, Ausbau Aktivitäten Schweiz sowie Aufbau neuer Märkte - festgehalten und im Jahr 2010 weitere Meilensteine bei der Umsetzung dieser Strategie erreicht. Zur Festigung des Heimmarktes Liechtenstein ist die Lancierung von TRIA Vorsorgeprodukten für die 3. Säule zu erwähnen.
Des Weiteren konnte mit dem Neubau der Geschäftsstelle in Eschen begonnen werden. Der Ausbau der Aktivitäten in der Schweiz wurde dadurch verfolgt, dass die Marke Bank Linth einen neuen Auftritt erhielt sowie mit der Planung neuer Geschäftsstellen in Erlenbach und Winterthur. Im Bereich Aufbau neuer Märkte wurden die Beraterteams in Vaduz, Zürich, Wien und Dubai ausgebaut. Des Weiteren wurde der Ausbau der Kompetenzen in den Fachgebieten Internationales Steuerrecht und Vermögensstrukturierung vorangetrieben.
Auch ich möchte abschliessend allen Organen der Liechtensteinischen Landesbank AG, dem Verwaltungsrat, der Geschäftsleitung und vor allem allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die erfolgreiche Tätigkeit danken und wünsche allen viel Erfolg für die Zukunft. Danke.Landtagspräsident Arthur Brunhart
Danke.Abg. Johannes Kaiser
Danke, Herr Präsident. Geschätzte Damen und Herren. Ich habe eine Frage, die ich anfügen möchte. Im Amtsblatt der «Wiener Zeitung» wurde die Bilanz der Liechtensteinischen Landesbank Österreich AG veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass die LLB Österreich AG im ersten vollen Geschäftsjahr einen Jahresverlust von EURO 6,2 Mio. vor Rücklagenbewegungen erlitten hat. Meine Frage an den Herrn Regierungschef: Worin liegen die Gründe, die zum Verlust von EURO 6,2 Mio. geführt haben? Und ist aus der Geschäftsentwicklung 2011 bereits erkennbar, ob dieses Jahr erneut ein Verlust ausgewiesen werden muss?Regierungschef Klaus Tschütscher
Danke, Herr Präsident. Die Landesbank in Wien befindet sich noch im Aufbau und erfahrungsgemäss wird man erst nach einigen gewissen Jahren einen «break even» haben und dann auch schwarze Zahlen schreiben können. Was den Geschäftsverlauf 2011 betrifft habe ich momentan keine konkreten Zahlen. Diese Zahlen können wir Ihnen aber gerne eruieren und dann auch nachliefern.Landtagspräsident Arthur Brunhart
Danke schön. Gibt es weitere Wortmeldungen?
Das ist nicht der Fall. Somit haben wir den Geschäftsbericht 2010 der Liechtensteinischen Landesbank AG zur Kenntnis genommen. -ooOoo-