Postulatsbeantwortung betreffend Fertigstellung des Psychiatriekonzepts und Umsetzung von Sofortmassnahmen zur Abfederung der teils angespannten Versorgungslage in Liechtenstein (Nr. 54/2024)
Landtagspräsident Albert Frick
Wir kommen zu Traktandum 7: Postulatsbeantwortung betreffend Fertigstellung des Psychiatriekonzepts und Umsetzung von Sofortmassnahmen zur Abfederung der teils angespannten Versorgungslage in Liechtenstein. Die Postulatsbeantwortung trägt die Nr. 54/2024 und steht zur Diskussion.Abg. Karin Zech-Hoop
Ich danke der Regierung für die Fertigstellung des Psychiatriekonzepts sowie für das Aufzeigen von Sofortmassnahmen zur Abfederung von Engpässen bei der psychiatrischen Versorgung von Kinder und Jugendlichen. Genau diese zwei Punkte waren das Hauptanliegen des Postulats und können als erfüllt betrachtet werden. Mit dem Psychiatriekonzept werden klare Handlungsfelder für die Zukunft der psychischen Gesundheitsversorgung aufzeigt. Das Konzept identifiziert mehrere Bereiche, die dringend verbessert werden müssen. Ein Schwerpunkt liegt in der Verbesserung der Bedarfsplanung und Versorgung im Kinder- und Jugendbereich, für die konkrete Massnahmen vorgeschlagen werden. Dazu gehört der Ausbau spezialisierter, ambulanter, intermediärer und stationärer Angebote, die speziell auf die Bedürfnisse junger Menschen zugeschnitten sind. Bei intermediären Angeboten geht es um Übergangsangebote zwischen ambulanter und stationärer Versorgung, die flexibel und bedarfsgerecht auf individuelle Bedürfnisse eingehen können. Spannend ist dabei, dass verfügbare Kapazitäten, aus welchen Gründen auch immer, im ambulanten ärztlichen Psychiatrie-Bereich nicht ausgenutzt werden, obwohl gerade im Kinder- und Jugendbereich so ein hoher Bedarf festgestellt wurde. Das zeigt mir, dass die bestehende starre Bedarfsplanung an den Bedürfnissen der Bevölkerung vorbeigeht und dieser Bedarfsplanung weitere Kriterien wie Akzeptanz in der Bevölkerung hinzugefügt werden müssen und ein Kassenvertrag keinen Besitzstand darstellen soll und wie normale Verträge kündbar sein sollten. Aufgrund der geringen Fallzahlen ist der Weg über Kooperationen und Partnerschaften mit bestehenden Institutionen sicher der richtige Weg, jedoch sollte hierbei auch die Vereinbarkeit von Familie, Krankheit und Beruf berücksichtigt werden. Hier bewegen wir uns im Spannungsfeld des Wunsches zum wohnortsnahen Angebot trotz geringer Fallzahlen und der Qualität, welche vielfach nur eine spezialisierte Klinik bieten kann. Diesem Spagat könnte vielleicht mit einer wohnortsnahen Nachbetreuung in einem tagesklinischen Setting begegnet werden. Erschreckend fand ich den Schluss aus der BAG-Studie, dass bis zu einem Drittel der gesamten Bevölkerung im Verlauf eines Jahres an einer diagnostizierbaren psychischen Krankheit leidet, die eine Behandlung zur Folge haben kann, aber nicht muss. Gerade dieses «nicht muss», sollte angestrebt werden. Dies ist für mich das oberste Ziel des Psychiatriekonzepts. Somit müssen wir wesentlich mehr die Resilienz unserer Bevölkerung stärken und die Prävention aus dem Schattendasein ins Zentrum stellen. Vorbeugen ist bekanntlich besser als heilen. Im Konzept wird dieses für mich zentralste Handlungsfeld nur sehr allgemein gefasst. Besonders in Schulen, welche einen niederschwelligen Zugang zu Kindern und Jugendlichen haben, sind präventive Massnahmen extrem wichtig und sollten an allen Schulstandorten angeboten werden. Ebenfalls sollten anonyme Beratungszugänge für Jugendliche geschaffen werden, welche die Hemmschwelle zur Hilfesuchung senken. Ich bitte die Regierung, in diesem Bereich noch nachzubessern und die Schulen als auch Vereine miteinzubeziehen. So schön das Konzept auch ist, muss bei jeder angestrebten Massnahme nochmals eine Kosten-Nutzen-Betrachtung vorgenommen werden. Kooperationen mit bestehenden Institutionen werden vielfach besser abschneiden als im Land neu aufgebauten Angebote. Daher bitte ich darum, nicht kopflos sich in eine Massnahme zu stürzen, sondern Variantenprüfungen vorzunehmen, damit das Ganze auch bezahlbar bleibt. Nachdem ich das Kostenthema angesprochen habe, bitte ich die Regierung ebenfalls die Leistungsübernahme noch klarer und besser zu regeln, um dem Missbrauch, wie zum Beispiel dem «Klinikhopping», entgegenzuwirken. Zudem sollte auch überprüft werden, ob der psychiatrisch-psychologische Dienst des Amtes für Soziale Dienste vom Amt losgelöst, verstärkt und in einer selbständigen Institution aufgehen sollte. Für mich ist es befremdend, wenn Klienten des ASD ebenfalls von diesem psychiatrisch/psychologisch betreut werden. Diesem Dienst könnte gerade in der Koordination eine zentrale Rolle zukommen. Durch die Priorisierung der verschiedenen Massnahmen wird deutlich, dass der grösste Handlungsbereich im Kinder- und Jugendbereich besteht. Ich hoffe, dass jetzt nach dieser Prioritätensetzung agiert wird, um die psychische Gesundheitsversorgung in Liechtenstein nachhaltig zu verbessern und dass eine bessere Unterstützung für Betroffene aufgebaut wird.Landtagspräsident Albert Frick
Vielen Dank.Abg. Manfred Kaufmann
Besten Dank, Herr Präsident. Ich bedanke mich bei der Regierung für die fristgerechte Beantwortung des Postulates. Auch ist es mir ein Anliegen, allen Postulanten der FBP, der Freien Liste, der DpL und der VU zu danken, welche es möglich machten, das Postulat zu diesem wichtigen Thema parteiübergreifend einzureichen. Mit der Beantwortung des Postulates und gleichzeitigen Vorstellung des Psychiatriekonzepts zeigt die Regierung, dass sie den dringenden Handlungsbedarf erkannt hat. Dies ist sehr begrüssenswert. Die Erhebungen zeigen teils ein schlimmes Bild, wonach die psychische Belastung von Kindern und Jugendlichen im Vergleich zu anderen Altersgruppen erhöht ist. Auch geht die Bedarfsprognose des Psychiatriekonzepts von einem stark ansteigenden Bedarf, insbesondere im ambulanten und intermediären Bereich aus. Auch ist im stationären Bereich mit einem Wachstum zu rechnen. Insgesamt sind die Bemühungen sehr begrüssenswert. Wichtig aus Sicht von Betroffenen ist, dass nun so schnell und professionell wie möglich, die Umsetzung in Angriff genommen wird. Ebenso wichtig ist die Modernisierung in der Psychiatrie und Psychotherapie, inklusive mehr Effizienz und Transparenz, aber vor allem auch in der Kommunikation und Vernetzung zwischen den Leistungserbringern, zu Krankenkassen, LKV, Landesgesundheitskommission und Regierung und schlussendlich auch zur Bevölkerung. Auf Seite 14 des Berichts und Antrags wird erwähnt, dass die Situation in Liechtenstein tendenziell etwas besser ist als in der Schweiz. Wir dürfen jedoch nicht in Lobeshymnen verfallen, angesichts dessen, dass wir leicht besser dastehen wie die Schweiz. Die Zahlen in Liechtenstein sind trotz leicht niedriger Pro-zente alarmierend. Auch wird auf Seite 15 ausgeführt, dass sich 39,5 Prozent der befragten Kinder und Jugendlichen in Liechtenstein über ein schlechtes psychisches Wohlergehen beklagten. Dies ist zwar sechs Prozent tiefer als in der Schweiz, aber diese rund 40 Prozent in Liechtenstein sind einfach klar zu viel. Auf Seite 20 wird erwähnt: Die Bedarfsplanung in Liechtenstein sieht aktuell zwei Stellen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie vier Stellen in der Psychotherapie vor. Dies sei rein rechnerisch im Vergleich zur Schweiz ausreichend. Gemäss Erhebungen im Rahmen des Psychiatriekonzepts wurde jedoch sichtbar, dass die Stellen nicht vollumfänglich zur Verfügung stehen. Dieser Missstand hat die Notlage zusätzlich verschärft. Die bewilligten Stellenprozente sollten zu 100 Prozent verfügbar sein, egal wie die Prozente aufgeteilt werden, sonst braucht es keine Bedarfsplanung. Für eine künftige Optimierung der Abläufe stellen sich für mich folgende Fragen: - Warum wurden diese Stellen nicht vollumfänglich besetzt, obwohl in der Bedarfsplanung enthalten?
- Warum wurde dies erst mit der Erhebung im Rahmen des Psychiatriekonzeptes sichtbar?
- Entspricht die damalige Bedarfsplanung noch dem heutigen erhöhten Bedarf?
- Wurde im Vergleich mit der Schweiz miteinkalkuliert, dass auch in der Schweiz ein Engpass an Psychiatern und Psychotherapeuten herrscht?
- Rein rechnerisch würde dies bedeuten, dass mit der Aufstockung der jeweiligen halben Stelle die Versorgung zwar früher ausgereicht hätte, heute jedoch nicht mehr. Bräuchte es nicht eine zusätzliche Aufstockung?
Ebenfalls auf Seite 20 wird folgendes erwähnt: Es liegen über «die Abrechnungen der Krankenkassen und das Spitalreporting hinaus keine detaillierten Informationen zur Zahl der sich in Behandlung befindenden Kinder und Jugendlichen vor.» Diese Abrechnungen geben lediglich Auskunft über die Anzahl der abgerechneten Konsultationen und Spitalaustritte, jedoch nicht über die Anzahl der Personen, die diese in Anspruch genommen haben. Ein Monitoring des Bedarfs und des Angebotes ist dringend erforderlich. Dies ist in der Massnahmentabelle auf Seite 74 des Psychiatriekonzepts für die Erwachsenenpsychiatrie vorgesehen und sollte unbedingt auch in der Kinder- und Jugendpsychiatrie angewendet werden. Hierzu meine Frage: Warum können anhand der Abrechnungen über die Krankenkassen nicht auch die Anzahl an Personen ermittelt werden? Als hilfreich könnten sich hier verschiedene digitale Tools erweisen, wie sie bereits im Ausland angewendet werden. Als weiteres Beispiel könnte das Krebsregister dienen. Wie auf Seite 8 vom Psychiatriekonzept erwähnt wird, ist es sinnvoll, die Entwicklung der Gesundheitskosten zu beachten. Es fragt sich jedoch, welches die tatsächlichen Haupttreiber der steigenden Gesundheitskosten sind und ob an der richtigen Stelle beobachtet wird und ob nicht die Prioritäten geprüft werden sollten. Es scheint, dass psychische Erkrankungen nach wie vor weniger legitim sind als zum Beispiel leichte körperliche Beschwerden, wie ein eingeklemmter Nerv oder Gelenk- und Muskelschmerzen. Es scheint vielen nicht bewusst zu sein, dass psychische Belastungen Risikofaktoren für körperliche Erkrankungen wie Diabetes, Herzinfarkt, Tinnitus, Autoimmunerkrankungen etc. sein können. Auf Seite 10 vom Psychiatriekonzept: Für das Vorgehen und Entwickeln des Psychiatriekonzepts wurden unter anderem Gespräche mit Interessengruppen geführt. Hiermit sind vor allem Berufsgruppen gemeint, die ein wirtschaftliches Interesse haben. Was ist jedoch mit den Betroffenen? Ausser dem Bericht der Umfrage der Ombudsstelle OSKJ wurden die Erfahrungen von Betroffenen nicht berücksichtigt. Patientenrückmeldungen sind jedoch ein wichtiger, wirtschaftsunabhängiger Faktor für die Qualitätsverbesserung im Gesundheitswesen. Das BAG empfiehlt ebenfalls die stärkere Einbeziehung von Patienten und Patientinnen: «Im Schweizer Gesundheitswesen muss ihnen stärker und entschlossener als bisher Gehör ge-schenkt werden», wie dies auf der Seite 49 im nationalen Bericht zur Qualitätsverbesserung und Patientensicherheit des Schweizer Gesundheitswesens ausgeführt ist. Hierzu sei angemerkt, dass der Einbezug von Betroffenen mittels Workshops für die Weiterentwicklung durch die Lenkungsgruppe sehr begrüssenswert ist, wie dies auf Seite 75 vom Psychiatriekonzept ausgeführt ist. Auf Seite 27 vom Psychiatriekonzept wird erwähnt, dass Haus- und Kinderärzte insbesondere in der Früherkennung von psychischen Störungen eine wichtige Rolle einnehmen. Erfahrungen zeigen, dass zum Beispiel beim 14-Jahresuntersuch von Jugendlichen lediglich nach dem allgemeinen Wohlbefinden gefragt wird. Ein Kind wird jedoch kaum über seine Probleme berichten, wenn es den Arzt einmal im Jahr sieht. Die ebenfalls erwähnte sozialpsychiatrische Spitex-Leistung der Familienhilfe Liechtenstein ist nicht bekannt und wird auch nicht vom ASD oder Psychiatern, Psychotherapeuten als Übergangslösung bei Warteliste weiterempfohlen. Auf Seite 40 vom Psychiatriekonzept wird erwähnt, dass der Bereich der Psychotherapeuten über eine gut funktionierende und aktiv gelebte Bedarfsplanung verfügt. Dies entspricht nicht der Realität von Betroffenen. Ansonsten gäbe es keine Wartezeiten und die Vernetzung würde besser funktionieren, zum Beispiel bei der Kommunikation betreffend ausserkantonalen Aufnahmestopp. Auch das erwähnte ambulante Angebot im Ausland stösst an seine Grenzen und ist zudem, abgesehen vom wirklich nahen Umkreis wie zum Beispiel Sargans, gerade für Kinder und Jugendliche im Alltag nicht wirklich machbar. Auch die erwähnte Spitex ist, wie oben bereits aufgeführt, noch nicht präsent. Auf Seite 75 des Psychiatriekonzepts unter dem Titel «Weiteres Vorgehen» habe ich folgende Fragen. - Aus welchen Personen beziehungsweise mit welchen Erfahrungen besteht die Lenkungsgruppe?
- Dass Interessensvertretungen und Betroffene für die Weiterentwicklung mittels Workshops miteinbezogen werden, ist sehr begrüssenswert. Wie werden Betroffene für diese Workshops rekrutiert?
- Gibt es einen konkreten Terminplan für dieses drei Prioritäten? Besten Dank.
Landtagspräsident Albert Frick
Vielen Dank.Abg. Manuela Haldner-Schierscher
Besten Dank. Nun ist es also endlich da, das seit Jahren erwartete und versprochene Psychiatriekonzept. Dafür möchte ich mich bei der Regierung bedanken. Die Situation, speziell in der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Versorgung, ist schon seit zu langer Zeit dramatisch. Wir sind konfrontiert mit kontinuierlich steigenden Zahlen von Betroffenen und die dringend benötigten Hilfsangebote sind rar bis nicht vorhanden.Es mir nach wie vor unverständlich, weshalb sich die Situation so zuspitzen musste, dass erst ein parteiübergreifendes Postulat eingereicht werden musste. Ein Hilfeschrei der betroffenen Personen, deren Angehörigen, die dringende Forderung aus Fachkreisen, um der Regierung, in diesem Fall dem Gesundheitsministerium, und damit dem Psychiatriekonzept endlich Schub zu geben.
Wenn die Erstellung eines Psychiatriekonzeptes mit einem solchen Spannungsbogen aufgebaut wird, sind die Erwartungen naturgemäss hoch. Ich bin erleichtert, dass endlich ein Konzept vorliegt. Inhaltlich hat sich jedoch einiges an Ernüchterung breit gemacht. Der Abg. Manfred Kaufmann hat im Sinne von uns Postulantinnen und Postulanten bereits zahlreiche Feststellungen und Fragen eingebracht, die ich nicht mehr zu wiederholen brauche. Dennoch möchte ich die Gelegenheit nutzen, ein paar Anmerkungen und weitere Fragen einzubringen. Positiv zu erwähnen ist, dass die ambulante Betreuung von Kindern und Jugendlichen, die Schaffung intermediärer Angebote sowohl für Kinder und Jugendliche als auch für Erwachsene, der Zugang zu stationären Angeboten für Kinder und Jugendliche sowie der Versorgung psychiatrischer Notfälle mit höchster Priorität angegangen werden soll. Das Konzept beschreibt zwar zahlreiche Lösungsansätze und Massnahmen, die man in erster Priorität angehen möchte, enthält aber keinerlei Aussagen über den zeitlichen Horizont, bis wann mit der Umsetzung dieser Massnahmen gerechnet werden kann. Das scheint mir doch eines der zentralsten Elemente zu sein, bis wann denn ganz konkrete Ergebnisse zu erwarten sind. Gerade für diejenigen, die dringend darauf warten, dass sich an ihrer Situation etwas verbessert und sie die Hilfe bekommen, die sie dringend benötigen. Ich möchte Sie fragen, Herr Gesundheitsminister: Welche zeitlichen Ziele wurden gesetzt, um insbesondere die Massnahmen der ersten Priorität umzusetzen? So schnell wie möglich ist mir ein zu ungenauer Begriff, der sehr viel Interpretationsspielraum lässt. Im Bericht wird erwähnt, dass das Konzept mit zahlreichen Leistungserbringern erarbeitet wurde. Können Sie eine Aussage darüber machen, welche inländischen Leistungserbringer involviert waren, deren Beiträge nach der Vernehmlassung im Sommer 2023 in das Psychiatriekonzept mit eingeflossen sind? Mit meiner Frage knüpfe ich an die Kleine Anfrage der Abg. Dagmar Bühler-Nigsch an. Ich möchte wissen: Weshalb wurde im Klinikum Alpinum bis dato die erweiterte und angepasste Betriebsbewilligung nicht erteilt? Das erschliesst sich mir nicht, gerade da das Klinikum neben seiner Kernkompetenz der stationären Behandlung und Rehabilitation bereit wäre, das Spektrum zu erweitern und die dringend erforderlichen Bereiche der ambulanten Nachsorge und «Hometreatment» mit abzustützen, wie dies auf Seite 53 unter 2.3. aufgeführt wird. Zur Verbesserung der Versorgung von psychiatrischen Notfällen wird ausgeführt, dass dies kurzfristig mit einem mobilen psychiatrischen Ärzteteam angegangen werden soll. Dieser Vorschlag ist sehr zu begrüssen. Nur frage ich mich, wie dies in Zeiten von gravierendem Fachkräftemangel, ganz besonders im Gesundheitswesen, umgesetzt werden soll. Können Sie, Herr Gesundheitsminister, dazu Ausführungen machen, wie Sie gedenken, diese Herausforderung zu lösen. Als weitere Massnahme erwähnen Sie im Konzept auf Seite 68, dass eine Prüfung zur Einrichtung einer psychiatrischen Überbrückungsstation am LLS zur Behandlung in Notfällen und Krisen mit professioneller Triage in Betracht gezogen werden soll. Hier frage ich mich: Wer soll diese Leistung im LLS erbringen? Stehen hierzu im liechtensteinischen Landesspital Fachärzte zur Verfügung? Gibt es hier weitergehende Überlegungen dazu? Doch wirklich gestaunt habe ich ab den Ausführungen zum Thema einer eigenen stationären Kinder- und Jugendpsychiatrischen Einrichtung auf Seite 65. Dort steht, ich zitiere mit Auslassungen, dass, angesichts der geringen Grösse Liechtensteins, der Aufbau einer eigenen Einrichtung nicht zielführend erscheine. Die Fallzahlen «würden sich alleine dadurch reduzieren, dass eine eigene, den Umständen entsprechende kleine Institution in Liechtenstein kaum auf alle vorhandenen Krankheitsbilder spezialisiert sein könnte und ein Teil der Patientinnen und Patienten nach wie vor Angebote im Ausland in Anspruch nehmen müsste. Die Einrichtung einer eigenen Institution würden neben Fragen zur Effizienz und Qualität eines solchen voraussichtlich kleinen Angebots auch Schwierigkeiten bei der Rekrutierung von Fachpersonal mit sich bringen. Das Eingehen von Kooperationen bzw. die finanzielle Beteiligung an Institutionen im Ausland erscheine demzufolge zielführender.»Mit Verlaub, Herr Gesundheitsminister, das ist die diametral entgegengesetzte Argumentationsschiene, die Sie in der Diskussion zum liechtensteinischen Landesspital fahren. Das müssen Sie mir erklären, weshalb das, was im konkreten Fall gegen eine eigene Institution im Kinder- und Jugendpsychiatrischen Bereich spricht, bei der gegenständlichen Diskussion zum Landesspital keine Rolle spielen soll.Dann würde ich gerne wissen, wie die Problematik der fehlenden Plätze auch in ausländischen Institutionen behoben werden soll. Wenn keine Ressourcen da sind, sprich keine Plätze und das erforderliche Personal, wird es auch schwierig werden mit Leistungsvereinbarungen mit ausländischen Institutionen. Hier könnte doch Liechtenstein in den Lead gehen, ein Angebot aufbauen und als Leistungsanbieter für Kooperationen mit den umliegenden Ländern zur Verfügung stehen. Dann zum Thema Datenerhebung und Monitoring, wie es im Postulat ebenfalls gefordert wurde: Auf Seite 21 der Postulatsbeantwortung führen Sie aus, dass ein laufendes, detailliertes Monitoring zur Situation in Liechtenstein unter Einbezug der Behandlung liechtensteinischer Patientinnen und Patienten durch Leistungserbringende sowie diverse Institutionen in anderen Ländern, einen erheblichen Aufwand mit sich bringen würde, ohne, dass klar sei, welche Schlüsse beziehungsweise Massnahmen aus diesen Zahlen gezogen werden können. Belehren Sie mich bitte eines Besseren, wenn Sie der Meinung sind, dass ich falsch liege, wenn ich hier einfach behaupte, dass man es halt einfach nicht wissen will, weil Transparenz Handlungsverpflichtung schaffen würde. Ich halte ein solches Monitoring und statistische Erhebungen, zum Beispiel auch zur Situation von Suizid beziehungsweise Suizidversuche betreffend, für unabdingbar. Abschliessend möchte ich noch auf den sehr wichtigen Bereich der Prävention und Massnahmen zur Förderung der psychischen Gesundheit eingehen, was unbestritten ein wesentlicher Bestandteil eines Konzeptes sein soll, ist die Prävention neben der Früherkennung und raschen Zugängen zu qualitativ hochstehenden Hilfsangeboten doch ein wichtiger Pfeiler, die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen. Um Prävention zu betreiben, muss man die Ursachen für die ständig zunehmenden Zahl an psychisch erkrankter Menschen kennen. Diese Ursachen sind vielfältig. Auffallend ist, wie sehr betont wird, dass gerade in der Schule der Fokus auf die Förderung der Resilienz gelegt werden soll. Kinder und Jugendliche sind besonders verletzlich und reagieren deshalb auf Risikofaktoren, wie auch Leistungsdruck, Mobbing, globale Krisen und vieles weitere mehr, sehr empfindlich. Ich hatte in den letzten Tagen einige Gespräche mit jungen Menschen, die entsetzt sind über die Ergebnisse der Wahlen des letzten Wochenendes und dem damit verbunden Rechtsruck in Europa. Festzustellen, dass es hip ist, rechtsextreme Parteien zu wählen, die vieles machen, aber ganz sicher nicht Probleme lösen, das macht diesen jungen Menschen Angst. Sie äusserten ganz klar, dass sie sich vor der Zukunft fürchten, dass sie um unsere Lebensgrundlagen fürchten, da Klimaschutz und Solidarität nur noch eine untergeordnete Rolle spielen. Was sagen wir diesen Kindern und Jugendlichen? Wenn du Angst vor der Zukunft hast, musst du schauen, dass du resilienter wirst. Wenn du gemobbt wirst, musst du härter werden. Wenn du unter so grossem Leistungsdruck stehst und vor lauter Angst, nicht zu bestehen, nicht mehr in die Schule gehen möchtest, dann musst du dich halt zusammenreissen und stressresilienter werden. Resilienz zu fördern ist gut und wichtig. Doch es gibt auch Übel, die die Menschen krank machen, und diese sollten wir auch an der Wurzel anpacken: Entschieden gegen Mobbing vorgehen, Leistungs- und Zeitdruck herausnehmen, nicht ständig noch mehr darauf packen. Siehe die Diskussion heute Vormittag zum Thema Pisa-Studie-Teilnahme. Den jungen Menschen zeigen, dass wir gewillt sind, die Herausforderung anzugehen, die uns die globalen Krisen auferlegen und diesen nicht schicksalsergeben oder noch schlimmer, mit Ignoranz zu begegnen. Ich bin überzeugt, wenn wir auch da gleichermassen Anstrengungen unternehmen, dass das die Resilienz der Menschen ungleich höher stärken könnte. Und weil die Förderung und der Halt der psychischen Gesundheit eine übergeordnete Aufgabe ist, kann dies nicht alleine beim Gesundheitsministerium verortet werden. Es braucht eine Zusammenarbeit aller - aller Ministerien, aller Leistungsanbieter - und es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe gleichermassen. Besten Dank.
Landtagsvizepräsidentin Gunilla Marxer-Kranz
Besten Dank. Ich möchte meinen Vorrednern für ihre fundierten Voten und Fragen danken. Ich hoffe, ich wiederhole mich dann nicht bei den Fragen. Beginnen möchte ich mit der Aussage einer Familie, welche ich kurz zitiere: «Stellen Sie sich vor, Ihr Kind unternimmt ein Suizidversuch und Sie sitzen mit Ihm nach zweitägigem Aufenthalt in der Intensivstation wieder zu Hause, mit der ständigen Angst im Nacken, es könnte jeden Moment aus dem Fenster springen und die einzige Hilfe ist eine Warteliste. Leider in den letzten Jahren mehrfach in Liechtenstein geschehen, Tendenz steigend und alle Gesellschaftsschichten betreffend. Die Situation wird immer angespannter und es herrschen mittlerweile teils Wartezeiten von bis zu einem Jahr oder noch viel länger.» Sie sehen, die Lage bezüglich Kinder- und Jugendpsychiatrie in Liechtenstein ist alarmierend. Wie tragisch dies für betroffene Familien ist, kann man sich wohl nicht vorstellen, wenn man es nicht selber erleben musste. Ich bin daher froh, dass uns endlich ein Psychiatriekonzept vorliegt und darin versprochen wird, dass nun mit höchster Priorität die ambulante Betreuung von Kinder und Jugendlichen, die Schaffung intermediärer Angebote sowohl für Kinder und Jugendliche als auch für Erwachsene, der Zugang zu stationären Angeboten für Kinder und Jugendliche sowie die Versorgung psychiatrischer Notfälle angegangen werden soll. Dies nützt aber natürlich nicht viel, wenn, wie das von einigen Leistungserbringern geäussert wurde, dieses Konzept lediglich eine Grundlage für weitere Diskussionen, aber keinen konkreten Plan darstellt. Wichtig ist jetzt, dass die im Konzept versprochenen Massnahmen schnellstmöglich und professionell umgesetzt werden, und vor allem eine gute Überbrückungslösung geschaffen wird, um so dann hoffentlich die akute Situation und die Position für Hilfesuchende zu verbessern. Gerne möchte ich daher vom Herrn Gesellschaftsminister wissen, das hat auch die Abg. Manuela Haldner-Schierscher gefragt, wann denn konkret mit ersten Umsetzungen gerechnet werden soll oder wann die geplant sind. Dann habe ich noch weitere Fragen. Auf Seite 20, das hat der Abg. Manfred Kaufmann auch schon erwähnt, diese Bedarfsplanung mit diesen lediglich zwei Stellen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie und den vier Stellen in der Psychotherapie. Das war ja bekannt, dass diese Zahlen immer wieder ansteigen, und zwar markant. Und ich frage mich, wann denn diese Bedarfsplanung erstellt wurde und ob die allenfalls veraltet ist und angepasst werden sollte oder ob sie einfach noch dem heutigen erhöhten Bedarf entspricht. Dann auch auf Seite 20, diese Zahlen, die ja nicht vorhanden sind. Das hat auch der Abg. Manfred Kaufmann schon angesprochen. Da würde mich natürlich auch die Anzahl dieser sich in Behandlung befindenden Kinder und Jugendlichen interessieren. Dann im Psychiatriekonzept die Seite 10 zum Vorgehen und Entwickeln des Psychiatriekonzeptes: Die Betroffenen und Leistungserbringer wurden hier, glaube ich, nicht berücksichtigt, wenn ich das richtig gelesen habe. Weshalb nicht? - Okay, dann habe ich das falsch interpretiert.
Dann auch noch auf Seite 10, da wird das Zentrum für psychosoziale Gesundheit erwähnt. Und weiter unten: «Diese Lösung wurde politisch nicht weiterverfolgt», da nicht davon auszugehen sei, «dass eine solch grundlegende Neuordnung der psychiatrischen Versorgung politisch mehrheitsfähig wäre». Da würde ich schon noch gerne wissen vom Herrn Gesellschaftsminister, wie er auf diese Aussage kommt. Denn ich finde, gerade für Kinder und Jugendliche könnte so ein ganzheitliches Denken und Handeln in so einem Zentrum allenfalls mit Zusammenarbeit von Kinderärzten, Psychiater, Psychotherapeuten sinnvoll sein. Ich würde das begrüssen. Dann auf Seite 25, da wird St. Gallen erwähnt. St. Gallen hat gezielt finanzielle Anreize für den Ausbau der intermediären Angebote geschaffen. Was sind hier die Vor- und Nachteile eines staatlich finanzierten Anreizes für den Ausbau eines intermediären und ambulanten Angebots? Dann frage ich mich noch: Weiter unten, also auch auf Seite 25, werden diese Zahlen für da Jahr 2030 prognostiziert und sie sehen ja nicht so gut aus. Ich frage mich da schon: Wo holen wir uns die Fachkräfte her? Wird da etwas bei der Förderung der Pflegeberufe gemacht? Und da freue ich mich schon auf das Traktandum, ich glaube es ist 19, wenn wir dann eben genau Fachkräfte und die Förderung von Pflegebedarf diskutieren. Dann, das hat, glaube ich, auch der Abg. Manfred Kaufmann erwähnt, auf Seite 27, dass Kinderärzte und -ärztinnen die Früherkennung von psychischen Störungen allenfalls erkennen können beziehungsweise eine wichtige Rolle spielen. Ich als Mutter zweier solcher Kinder, die sich im Alter von Vorpubertät und Pubertät befinden, muss da schon sagen: Nichts gegen unsere tollen Kinderärzte, aber ich glaube nicht, dass die Kinder hier wirklich den Kinderarzt als Ansprechperson sehen. Man kennt die Kinder in diesem Teenageralter, die reden am liebsten gar nicht. Darum finde ich diese Aussage mit der Früherkennung und wichtigen Rolle von Kinderärztinnen und -ärzten bei den psychischen Problemen ein bisschen schwierig.
Dann auf Seite 43 mit dem ASD: Ich muss ehrlich gesagt sagen, ich wäre nie auf die Idee gekommen, wenn mich jetzt jemand gefragt hätte bezüglich Hinwendung, wenn man mit dem Kind solche Probleme hat, dass man zum Amt für Soziale Dienste gehen soll, zum KJD. Denn für mich war das eher so ein Amt, wenn man vielleicht monetäre Probleme hat oder auch erzieherische Probleme. Ich finde es gut, dass das erwähnt wird hier, aber es könnten eigentlich mehr Informationen darüber öffentlich gemacht werden, dass man Hilfe bei diesem Amt bekommen kann. Dann auf Seite 68, das hat, glaube ich, die Abg. Manuela Haldner-Schierscher erwähnt, dass eine Überbrückungsstation am LLS geprüft werden soll, und zwar mit diesem Shop-in-Shop. Ich muss ganz böse sagen, das erste, was mir da in den Sinn gekommen ist, ob das diese freiwerdende Stelle von der Geburtenstation ist, die jetzt irgendwie gefüllt werden muss. Aber eben, ich weiss nicht, ob das wirklich zielführend ist als Überbrückung. Was ich begrüsse, ist, auf Seite 69, diese Ensa-Erste-Hilfe-Kurse für psychische Gesundheit. Hier wollte ich einfach fragen, werden hier auch Lehrer geschult, dass diese allenfalls erkennen, wenn ein Kind in diese Richtung gehen könnte? Vielleicht kann der Abg. Peter Frick hier eine Auskunft geben, ob Schulsozialarbeiter allenfalls solche Erste-Hilfe-Kurse für psychische Gesundheit absolvieren und vielleicht geschult werden. Dann noch die Lenkungsgruppe, auf Seite 75. Ja, da wollte ich auch fragen - ich glaube, das wurde schon gefragt, wer da alles drinnen ist, ob da Betroffene und Leistungserbringer auch inkludiert werden. Danke schön. Landtagspräsident Albert Frick
Vielen Dank. Abg. Thomas Rehak
Vielen Dank. Ich danke der Regierung für die Beantwortung dieses Postulats und natürlich für das Psychiatriekonzept. Inwieweit dieses Konzept ins Schwarze trifft, vermag ich nicht zu beurteilen. Ich kann mich aber meinen Vorrednern anschliessen und möchte Ihnen auch die Coronastudie an den Schulen des Liechtenstein-Instituts in Erinnerung rufen. Wenn Sie sich diese anschauen, sehen Sie ganz klar, dass wir Massnahmen im Bereich Psychiatrie treffen müssen und diese zeitnah, wenn nicht sogar schnell treffen müssen. Wenn Sie dort eine Abbildung anschauen, die Zufriedenheit mit dem Leben insgesamt, nach Geschlecht geordnet, in der Sekundarschule, dann sehen Sie erschreckende Zahlen. Da sehen Sie bei weiblich, nicht Deutsch, da sind 30 Prozent überhaupt nicht oder eher nicht zufrieden mit ihrem Leben. Das ist doch eine sehr erschreckende Zahl. Selbst wenn Sie bei den deutschen Mädchen schauen, dann sind es 15 Prozent, die überhaupt nicht oder nicht zufrieden sind mit ihrem Leben. Wenn Sie bei den männlichen sind, die nicht Deutsch sind, sind es 22 Prozent und bei den männlichen Deutschen sind es 10 Prozent, die überhaupt nicht oder eher nicht zufrieden sind. Das sind Zahlen, die aus meiner Sicht nicht für unsere Gesellschaft und für unser System sprechen. Also wir haben tatsächlich ein Problem. Wir sollten uns zwar um die Gesundheit kümmern mit einem Psychiatriekonzept, wir brauchen eine Behandlung, das ist klar, aber wir brauchen auch eine gewisse Ursachenbekämpfung und das sehe ich einfach noch zu wenig, zumindest jetzt.Wie gesagt, wir brauchen ein funktionierendes und koordiniertes Psychiatriesystem. Was in diesem System genau beinhaltet sein muss, das entzieht sich meiner Kenntnis. Aber, wir brauchen etwas, das koordiniert ist und funktioniert. Natürlich brauchen wir eine Bedarfsplanung, die auch dem aktuellen Bedarf entspricht und damit wir zu dem hinkommen, müssen wir halt die Zahlen erheben. Wie gesagt, gewisse Zahlen sind schon bereits öffentlich. Ich habe auf diese Studie des Liechtenstein-Instituts verwiesen, das ist sicher etwas, das man heranziehen kann. Auch die Beispiele, die die Landtagsvizepräsidentin genannt hat mit suizidgefährdeten Kindern oder Jugendlichen, die lange Wartezeiten auf eine Therapie haben. Das ist unzumutbar. Da sind wir uns alle einig, das geht gar nicht. Da müssen wir so schnell wie möglich die entsprechenden Möglichkeiten, die wir haben, nutzen und adressieren. Dass das etwas kostet, ist uns allen klar, aber ich denke, je länger wir mit einer Behandlung zuwarten, wird es am Schluss für die Gesellschaft auch nicht günstiger, sondern irgendwo auch teurer. Die Vernetzung - das wurde auch schon angesprochen. Aus meiner Sicht ist es zwingend notwendig, dass die Leistungserbringer sich vernetzen, viel stärker vernetzen, als es heute der Fall ist. Denn, so wie ich erfahren musste, weiss zum Teil die linke Seite nicht, was die rechte tut, und das ist natürlich nicht unbedingt im Sinne des Patienten. Ein gewisses Monitoring, das habe ich auch schon gehört, wäre sicherlich zu begrüssen. Die Politik muss sich natürlich endlich dem Problem mit diesen steigenden psychischen Störungen in unserer Gesellschaft stellen. Die Psychiatrie benötigt eine Erneuerung, das ist für mich klar, für mehr Effizienz, Transparenz und Vernetzung. Eben, wie gesagt, der Austausch zwischen den Leistungserbringern ist zentral. Aus meiner Sicht braucht es auch zweckdienliches Case Management. Das ist eine wirksame Begleitung des Genesungsprozesses. Das haben wir nicht und da habe ich auch schon Kritik gehört. Diese Triagestelle beim ASD - ehrlich gesagt, das sehe ich überhaupt nicht. Eine Triagestelle beim ASD kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass diese funktionieren kann. Das ASD hat eine ganz andere Aufgabe. Wenn schon, dann müsste es beim Amt für Gesundheit sein und auch dort ist es vermutlich nicht am richtigen Ort, aber sicherlich nicht beim ASD. Das ist ganz sicher falsch. Wie gesagt, genauso wichtig ist aber auch, den vielfältigen Ursachen für die stetig steigenden Belastungen in der Gesellschaft auf den Grund zu gehen. Das ist halt eine Aufgabe, die wir hier drinnen erfüllen müssen. Das ist eine schwierige Aufgabe, aber wir müssen uns dem Problem annehmen und dürfen es nicht mehr vor uns herschieben. Vielen Dank.Landtagspräsident Albert Frick
Vielen Dank.Stv. Abg. Thomas Hasler
Herzlichen Dank für das Wort, Herr Präsident. Ich durfte vor etwas mehr als drei Jahren, als ich noch beim LKV war, auch feststellen, dass wir ein Problem haben. Wir haben damals ein solches Psychiatriekonzept gefordert. Ich möchte dem Ministerium und allen, die daran gearbeitet haben, Dank sagen und gratulieren. Es ist ein sehr gutes Grundlagenpapier entstanden. Was klar herauskommt, ist, dass wir eigentlich zwei Probleme haben. Das eine ist die Behandlung. Wir sehen überall, in der Schweiz, in Österreich, in Deutschland: Kinderpsychiater, Kinderpsychotherapeuten sind einfach knapp. Wir haben diese Leute nicht. Da, denke ich, ist es ein guter Ansatz, wenn wir eben auch Kooperationen eingehen. Im Gesundheitswesen kennen wir das sehr gut. Das Landesspital hat eine sehr gut funktionierende Kooperation mit dem Kantonsspital Graubünden. Ähnlich kann ich mir vorstellen, dass wir hier mit den psychiatrischen Diensten unserer Nachbarkantone kooperieren. Ich glaube, eigene Ressourcen hier nochmals aufzubauen, schaffen wir beim heutigen Personalmangel nicht. Ich war auch für die Bedarfsplanung mitverantwortlich beim LKV mit der Ärztekammer und sie dürfen mir glauben, wir haben natürlich nach Kinderpsychiatern in der Region Ausschau gehalten. Es gibt einfach zu wenige. Das ist der Teil der Behandlung und da, denke ich, sind solche Kooperationsmodelle gut, aber man muss hier sicher auch überlegen, wie man dann auch wieder in diesem Fachkräftemangel Behandler bekommt. Vielleicht kann hier der Gesundheits- und Sozialminister ein bisschen Auskunft geben, ob solche Bemühungen auch laufen, diesen Berufsstand zu fördern. Das andere ist die Prävention und da sehe ich eigentlich den grossen Schlüssel. Denn, am besten ist es, wenn Leid nicht entsteht, wenn wir eben verhindern können, dass Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene, an psychiatrischen Leiden erkranken. Da hoffe ich schon, dass das der erste Punkt ist, den man hier angeht, und eben auch die Prävention stärkt. Ich denke, das kann weniger von Regierung oder Amtsseite passieren. Ich sehe hier eher aufsuchende Angebote, ich weiss nicht, hat man mit der offenen Jugendarbeit hier schon diskutiert, oder eben in der Schule. Ich weiss nicht, ob die Schulsozialarbeit richtig ist, aber ich glaube, wir müssen dahin gehen, wo die Kinder und Jugendlichen eben auch sind. Ja, von meiner Seite aus bleibt mir nur allen Beteiligten zu danken, es ist wirklich ein gutes Grundlagenpapier. Und wie auch alle anderen, erhoffe ich mir, dass morgen die ersten Massnahmen angegangen werden. Herzlichen Dank.Landtagspräsident Albert Frick
Vielen Dank.Abg. Herbert Elkuch
Besten Dank für das Wort. Ich möchte zum Votum von Manuela Haldner-Schierscher noch etwas ergänzen. Sie hat natürlich völlig recht. Angst ist immer ein schlechter Begleiter, Angst demotiviert, Angst führt zu Krankheiten und muss nach Möglichkeit verhindert werden. Aber die Angst vor einer ungewissen Zukunft ist bei vielen Jugendlichen nicht nur durch den Rechtsrutsch bei den kürzlichen EU-Wahlen entstanden. Das kommt vor allem auch von Links mit der Klimaerwärmung. Auch mit anderen Themen ist Angst gemacht worden. Es haben sich viele Jugendliche zu Demos zusammengezogen. Das war nicht nur von rechts, wie ich Ihr Votum verstanden habe. Da waren also auch linksgerichtete Parolen mitbeteiligt. Aber es sind auch andere Dinge: die Energiekrise, der Krieg in der Ukraine, also Angst vor Krieg, aber auch Corona. Es sind sehr viele negative Dinge in den letzten Jahren vermittelt worden und dazu aber keine Zukunftsperspektiven. Bleiben wir beim Klimawandel, der ist da und bringt Veränderungen, je nach Gegend gravierende Veränderungen. Aber man muss einfach auch in die Zukunft sehen und mit diesem Problem umgehen und daraus das Beste machen. Also ich meine, man kann nicht nur sagen, dass überall Probleme kommen, die wir nicht mehr bewältigen können. Diese können bewältigt werden. Die Angst ist nicht nur bei Jugendlichen, es gibt auch sehr viele Erwachsene, die Angst vor einer Zentralisierung von ganz Europa haben oder regiert zu werden von einer Macht, die wir nicht beeinflussen können. Also ich denke, man muss positiv in die Zukunft sehen, dann ist das Problem auch etwas kleiner. Besten Dank.Landtagspräsident Albert Frick
Vielen Dank.Abg. Peter Frick
Besten Dank für das Wort, Herr Präsident. Gleich vorweg möchte ich auch noch ganz kurz auf das Votum unserer Landtagsvizepräsidentin eingehen, sprich einfach auf Ihre Frage. Die Schulsozialarbeiter sind ja mit erster Hilfe, Psychiatrie, wie auch immer, vertraut. Ich möchte das einmal so kurz benennen, selbstverständlich ist die Schulsozialarbeit, hier möchte ich auch die offene Jugendarbeit mit benennen, wohlan befähigt, sich natürlich mit dieser Thematik auseinanderzusetzen. Ich hole da ein bisschen aus, nicht zu weit: Das hat aber natürlich auch damit zu tun, dass durch die Präsenz und den Austausch, den wir hier Vorort mit den Jugendlichen oder Schülern haben, sowohl eben auch in der offenen Jugendarbeit, da entsteht natürlich Beziehung und da entsteht Vertrauen. Das ist die Basis, des es uns ermöglicht, Auffälligkeiten zu erkennen und natürlich diese Auffälligkeiten dann, gerade aufgrund der Beziehung, die man zu diesen jungen Menschen hat, auch anzusprechen. Man kann sie ansprechen, man erkennt die auch. Wir sind darauf geschult, das möchte an dieser Stelle festhalten. Das erkennen wir und wir haben so die Möglichkeit, um uns darum zu kümmern und auch zu beraten und eben auch zu reagieren. Das heisst, das Reagieren ist immer im Einverständnis der Jugendlichen. Wobei das ist mit Vorsicht zu geniessen. Bei den Jugendlichen, denen es wirklich sehr schlecht geht, lege ich wirklich nahe, dass wir die Eltern da beiziehen. Wir brauchen die Verantwortlichen mit dazu, das ist auch immer gelungen. Das immer in Freiwilligkeit, die dann eben auch nötig ist. Da brauchen wir immer die Eltern dazu. Dann können wir reagieren. Wir können auch miteinander Lösungen suchen. Wir können einmal fürs Erste etwas abfedern. Dann kommen wir genau zu dieser Situation, die auch hier angesprochen wurde, dass man sich jederzeit an den Kinder- und Jugenddienst wenden kann. Man kann sich mit Problemen, auch psychischen Problemen, jederzeit an den Kinder- und Jugenddienst wenden. Die sind hier sehr kompetent. Nur sie haben die gleiche Thematik, wie wir sie an der Schule haben. Wenn wir in diesen Beratungen drin sind, haben wir keine Möglichkeiten, diese jungen Leute unterzubringen. Das hat es schlicht und einfach in unserem Lande nicht. Die Wartezeiten sind lang, viel zu lange, die sind gefährlich lang. Das führt vielfach auch zu Ohnmacht, weil man untätig wird. Ich muss hier ehrlich sagen, dieses Psychiatriekonzept hat mir diesbezüglich nicht gewaltig unter die Arme gegriffen, eigentlich gar nicht. Es gibt nicht viel her, was dieses Thema angeht. Vor allem, wenn es darum geht, wie dieses Problem hier in Zukunft in Liechtenstein angegangen werden soll. Hier wurde die gesellschaftliche Tendenz angesprochen und das hatten wir nicht erst seit Corona, das hatten wir schon lange vorher. Es gibt Studien aus dem 2019, die belegen, dass hier der Peak hinaufgeht. Der schiesst über die Decke hinaus. Und Corona hat natürlich die ganze Thematik um diese psychischen Probleme noch verstärkt. Also das muss man einfach so sehen. Auch die Frage über das Triagieren, da stehe ich genau gleich an. Wer soll triagieren, war hier die Frage des Abg. Rehak. Ich sage es einmal gerade so, im Moment kommt es nicht gross darauf an, wer triagieren soll, denn wir haben nichts, wo wir hin triagieren können. Das ist im Moment eben das Thema und das gilt es anzugehen. Da wurden bereits Fragen an den Gesundheitsminister gestellt. Da gehe ich davon aus, dass wir hier diesbezüglich auch noch Antworten bekommen. Dann noch ein Nebensatz: Die Ärzte spielen für uns eine sehr wesentliche Rolle. Das ist wirklich so, dass wir Jugendliche oder Eltern wirklich zum Hausarzt schicken können. Wir können sie beauftragen und sie gehen auch auf das Angebot ein. Spricht einmal mit dem Arzt, lasst euer Kind durchchecken. Es kann sein, dass es ein medizinisches Problem ist. Wenn das nicht mehr vorhanden ist, kann man weiterschauen. Da sind die Ärzte extrem kooperativ, das muss ich sagen, und die spielen dann auch mit. Das meine ich jetzt nicht lächerlich, sondern sie sind dabei und gehen dann der Sache auch auf den Grund. Sie fragen dann auch wirklich nach und schauen nach psychischen Problemen. Aber, wie Sie gesagt haben, dass die Jugendlichen von sich aus auf Ärzte zugehen, da wage ich jetzt einfach zu behaupten, dass das weniger der Fall ist. Vielleicht einfach noch abschliessend: Ich möchte die verschiedenen Voten, die ich gehört habe, wirklich loben. Im Speziellen möchte ich das Votum der Abg. Manuela Haldner-Schierscher hier im Besonderen herausheben. Das kann ich voll und ganz unterstützen, dafür bedanke ich mich auch. Das widerspiegelt, was wir hier bekommen haben. Es widerspiegelt aber eben auch die Situation, in der wir uns als Gesellschaft in Liechtenstein befinden. Besten Dank.Landtagspräsident Albert Frick
Vielen Dank.Abg. Wendelin Lampert
Besten Dank, Herr Präsident, für das Wort. Besten Dank der Regierung für die Postulatsbeantwortung und natürlich für die Ausarbeitung des Psychiatriekonzepts. Gestern hat es ja im «Vaterland» eine Präsentation einer Umfrage gegeben. Da war zum Beispiel eine Frage: Was ist der Grund für die steigende Individualisierung beziehungsweise Entsolidarisierung? Da wird klar ausgeführt, der Hauptgrund ist Corona. Das war gestern nachlesbar im «Liechtensteiner Vaterland», gerade, um diesen Punkt hier einmal zu erwähnen. Da hat sich nämlich schon etwas getan in dieser Gesellschaft, nicht erst seit letztem Wochenende. Auf Seite 14 führt die Regierung aus, das wurde auch bereits erwähnt, dass jede vierte Frau im Alter von 15 bis 24 Jahren sogenannte Angstsymptome habe. Dann habe ich das im Psychiatriekonzept gesucht und habe nichts gefunden. Was versteht man unter diesen Angstsymptomen? Ist es diese Zukunftsangst, die ins Feld geführt wurde? Da denke ich mir, wenn die Abg. Manuela Haldner-Schierscher sagt, es kommen jetzt viele Junge und die machen sich Sorgen. Ich denke mir, das ist genau der Aufruf an diese Jungen, mitzuarbeiten. In einer Demokratie muss man halt Überzeugungsarbeit leisten. Es ist schon klar, es haben nicht alle Freude mit den Ergebnissen der Europaratswahlen. Es war zwar absehbar, aber das sind demokratische Entscheidungen. Ich denke mir, das ist genau der Aufruf an diese jungen Personen und uns als Gesellschaft, dass wir hier eben versuchen, Überzeugungsarbeit zu leisten. Also nicht resignieren, sondern halt versuchen mitzuarbeiten und eine Mehrheit für seine Ansichten zu gewinnen. Dann wurde bereits mehrmals diese Bedarfsplanung erwähnt, auf Seite 17 wird es auch ausgeführt. Da sagt die Regierung selbst, eine Stelle sei gar nicht voll besetzt, sie sei nur zu 50 Prozent besetzt. Der stv. Abg. Thomas Hasler sagt, es gibt diese Leute nicht. Da würde mich auch vonseiten der Regierung interessieren: Ist das effektiv das Problem? Denn hier drinnen wurde ja bereits gesagt, mitunter die Bedarfsplanung anpassen, erweitern. Aber wenn wir es nicht einmal schaffen, die aktuellen Stellen zu besetzen, dann wird auch eine Erweiterung der Bedarfsplanung, befürchte ich, nichts bringen. Denn man findet diese Leute schlicht und einfach nicht. Sonst wäre das doch naheliegend, wenn wir ein Problem haben, sprich, wir können diese Behandlungsschritte nicht in nützlicher Zeit gewährleisten, dann wäre ein Ansatz mitunter, diese Stellen zu besetzen. Im gleichen Kontext geht es auch auf Seite 20 weiter. Da lese ich: Es hat einmal zwei Stellen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie und vier Stellen in der Psychotherapie gegeben. Da frage ich mich schon, da sprechen wir total von 600 Stellenprozenten und wenn da total 100 Stellenprozente fehlen, das wären ja 20 Prozent. Also wenn in beiden Bereichen 50 Prozent fehlen, das ist im Verhältnis sehr viel. Es wird dann auch ausgeführt, man könne auf das angrenzende Ausland zurückgreifen. Da frage ich mich natürlich: Sind diese Stellen dann in der OKP inkludiert oder bedarf es einer Zusatzversicherung für diese Klienten, die hier das Angebot im angrenzenden Ausland nutzen möchten? Dann wird auch ausgeführt, dass man eine halbe Stelle der Realität anpassen möchte. Da frage ich mich schon: Wie ist dieser Satz zu verstehen? «Durch eine Anpassung der Stellenprozente an die Realität könnte eine weitere halbe Stelle besetzt werden». Wie ist dieser Begriff «Realität» zu verstehen? Das ist für mich nicht erkennbar.Dieses Monitoring beziehungsweise die fehlenden Daten: Da habe ich auch ein wenig gestaunt, dass man die Anzahl Personen nicht eruieren kann. Ist das effektiv so? Ich dachte eigentlich immer im ambulanten Bereich mit Tarmed könnte man das auch herausfinden, im stationären nicht, aber im ambulanten Bereich. Da habe ich schon gestaunt, ich dachte effektiv, das sei möglich. Auch dieses laufende Monitoring - da hatte ich eigentlich die Hoffnung, dass man dank diesen detaillierten Daten hier auch noch die Daten hat. Die muss man nur noch auswerten. Ein Monitoring sollte doch für den ambulanten Bereich machbar sein.Auch auf Seite 22, Punkt 3.1.2: Umsetzung der prioritären Massnahmen aus dem Psychiatriekonzept. Da denke ich mir auch, das Papier ist wunderbar, jetzt geht es konkret um diese Umsetzung. Da kommen Sie auf Seite 22 wieder auf dieses Angebot im Ausland zu sprechen. Auch da denke ich mir, dass da mitunter diese Zusatzversicherung ein Punkt sein könnte. Da wäre ich Ihnen dankbar, wenn Sie da Ausführungen machen, ob diese ambulanten Zusatzangebote im Ausland in unserer OKP inkludiert sind oder: Nein, es braucht eben eine Zusatzversicherung. Der letzte Punkt, Seite 23, mit der Tagesklinik - da frage ich mich auch: Gibt es da einen Zeitplan? Was ist hier beabsichtigt? Sie führen hier aus, man könnte sich eine Kooperation mit einer Partnerinstitution vorstellen, um diese Tagesklinik in Liechtenstein aufzubauen. Gibt es hier einen Zeitplan vonseiten der Regierung?Landtagspräsident Albert Frick
Vielen Dank.Stv. Abg. Nadine Vogelsang
Besten Dank für das Wort, Herr Präsident. Besten Dank auch der Regierung, vor allem den Initiantinnen und Initianten, sowohl innerhalb, aber insbesondere auch ausserhalb dieses Hohen Hauses, dass wir jetzt endlich ein Psychiatriekonzept haben und das Problem schwarz auf weiss haben. Die vorgeschlagenen Lösungsansätze der Regierung im Psychiatriekonzept finde ich grundsätzlich gut, kann mich aber auch vielen der bereits vorgetragenen Voten anschliessen, welche ich jetzt nicht alle wiederholen werde. Einen Wermutstropfen sehe ich jedoch bei den Vorschlägen zu den Präventionsmassnahmen im Tabellenüberblick auf Seite 75. Aufgrund der Tatsache, dass vorbeugen bekanntlich besser ist als heilen, ist mir diese einzige Massnahme, «Bekanntmachung der bestehenden Angebote», doch zu dürftig. Hier fehlt mir der kritische Blick und die Prüfung der Wirksamkeit der bereits eingeleiteten Massnahmen, welche weiter vorne im Bericht und Antrag aufgezählt wurden. Insbesondere an den weiterführenden Schulen fehlen mir zum Beispiel anonyme digitale Beratungsangebote. Da die Hürde für Jugendliche gross ist, sich beim Schulsozialarbeiter vor die Türe zu stellen und allenfalls von Mitschülern gesehen zu werden. Ebenso wichtig ist ein laufendes Monitoring, um die Wirksamkeit dieser Massnahmen zu überprüfen und die Versorgungslage weiterhin zu beobachten. Das wurde auch schon mehrfach erwähnt.Ich bin auch schon sehr gespannt auf die Resultate aus der Umfrage am liechtensteinischen Gymnasium, welches als Pilotprojekt initiiert wurde, und die daraus resultierenden Optimierungsmassnahmen. Der erste Schritt wurde nun von der Regierung gemacht. Nun gilt es dranzubleiben und die aufgezeigten Massnahmen nutzerfreundlich, also auch im Sinne der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, umzusetzen und den Landtag über die Umsetzungsfortschritte in Kenntnis zu setzen. Besten Dank.Landtagspräsident Albert Frick
Vielen Dank.Regierungsrat Manuel Frick
Besten Dank für das Wort. Sehr geehrter Herr Landtagspräsident, sehr geehrte Frauen und Herren Abgeordnete. Wie ich schon bei der Behandlung des Postulats im Dezember 2023 klar festgestellt oder festgehalten habe, ist unbestritten, dass wir Handlungsbedarf haben, wenn wir uns die zunehmenden psychischen Probleme von Kindern und Jugendlichen ansehen. In diesem Sinne habe ich das Postulat begrüsst und bin auch froh, um die Möglichkeit, die Beantwortung heute zu diskutieren. Was ist nun seit der Überweisung des Postulats geschehen? Als wichtigste Entwicklung ist zu nennen, dass die Regierung im Mai das Psychiatriekonzept zur Kenntnis genommen hat. Die Finalisierung und Veröffentlichung dieses Konzepts war das wichtigste Anliegen der Postulanten, weshalb es auch im Anhang dieser Postulatsbeantwortung enthalten ist und verschiedene von Ihnen haben sich direkt darauf bezogen in ihren Voten. Seit Jahren wird ein solches Konzept diskutiert und gefordert, nun liegt es zum ersten Mal vor. Ich bin überzeugt, dass der Zeitpunkt dafür gut ist: Wäre das Psychiatriekonzept schon vor fünf Jahren erarbeitet worden, wären wohl andere Schwerpunkte gesetzt worden. Der von vielen Seiten in den vergangenen Jahren vorgebrachte Engpass, insbesondere, aber nicht nur, in der psychiatrischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen, spiegelt sich im nun vorliegenden Dokument wider. Was haben wir nun vor uns? Ziel des Psychiatriekonzepts war es, die aktuelle Situation und Handlungsfelder zu analysieren und mögliche Massnahmen zur Verbesserung der Versorgung der liechtensteinischen Bevölkerung einzubringen. Allen voran betrifft dies das ambulante, intermediäre und stationäre Angebot. Umfasst sind aber auch Einrichtungen für Betagte und Menschen mit Behinderung, die Versorgung psychiatrischer Notfälle sowie Querschnittsthemen wie Prävention, Case Management, Monitoring der Versorgungsstrukturen und die Nutzung der Digitalisierung für zusätzliche Behandlungsmöglichkeiten. Die Arbeiten am Psychiatriekonzept waren für alle Beteiligten ein Kraftakt. Das hat sich gelohnt. Zum ersten Mal liegt nun ein Überblick der Versorgungslandschaft für die liechtensteinische Bevölkerung im Bereich der psychischen Erkrankungen vor, auf dessen Grundlage nun Massnahmen ergriffen werden sollen. In diesem Sinn ist mir und allen Beteiligten bewusst, dass die Finalisierung dieses Dokuments nicht der Abschluss der Arbeit ist, sondern vielmehr der Beginn für dessen Umsetzung. Die Einteilung der vorgeschlagenen Massnahmen in drei Prioritätsstufen zeigt, dass der Verbesserung der ambulanten, intermediären und stationären Versorgung von Kindern und Jugendlichen besonders hohe Bedeutung zukommt. Unabhängig von Altersgruppen soll die Versorgung psychiatrischer Notfälle rasch angegangen werden, genauso wie die Verstärkung der Prävention. Um diese Handlungsfelder anzugehen, hat die Regierung einen Lenkungsausschuss eingesetzt, der seine Arbeit umgehend aufgenommen hat. Auch wenn Prävention nicht unmittelbar unsere jetzigen Herausforderungen lösen kann, ist sie der Schlüssel in einer längerfristigen Betrachtung. Denn es ist klar, behandlungsbedürftige Kinder und Jugendliche müssen rasch die Unterstützung erhalten, die sie benötigen. Tatsache ist aber auch, dass in dem Moment, in dem Kinder und Jugendliche eine psychiatrische Behandlung benötigen, ein Teil des Schadens bereits angerichtet ist. In diesem Sinne ist es unser aller Interesse, Fehlentwicklungen anzugehen und unsere jüngere Generation für den Umgang mit psychischen Herausforderungen zu rüsten. Vor diesem Hintergrund wird in der Postulatsbeantwortung unter anderem aufgezeigt, wie die Schulen, wo Kinder und Jugendliche einen Grossteil ihrer Zeit verbringen, schon heute einen starken Schwerpunkt auf die Ausbildung der Selbst- und Sozialkompetenz legen. Mit einschlägigen Projekten und Programmen und nicht zuletzt der Schulsozialarbeit werden Schülerinnen und Schüler unterstützt und gestärkt. Neben der Prävention und Sensibilisierung für das Thema, sehe ich auch Potenzial im Bereich Information und Beratung. Dieser bietet die Möglichkeit, betroffene Familien, Eltern und andere Bezugspersonen, genauso wie Kinder und Jugendliche, rasch zu unterstützen. Wie in der Postulatsbeantwortung ausgeführt wird, gibt es bereits diverse Beratungs- und Hilfsangebote, wie das Sorgentelefon 147, die Elternberatung der Pro Juventute und Helpchat.li, die aber offenbar zu wenig bekannt sind. Hier sollten wir ansetzen, um die niederschwellige Beratung und Unterstützung zu fördern.Gerne versuche ich nun auf Ihre Fragen einzugehen. Vielen Dank auch für Ihre Voten. Es waren viele Fragen, ich versuche möglichst alle zu beantworten. Bitte intervenieren Sie ein zweites Mal, falls mir eine Frage durch die Lappen gehen sollte. Zunächst zum Abg. Manfred Kaufmann, zur Frage, warum die Stellen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie nicht vollumfänglich besetzt sind. In der Bedarfsplanung kennen wir 100-Prozent- und 50-Prozent-Stellen. Wenn ein Arzt oder Ärztin 80 oder 90 Prozent arbeitet, nimmt sie eine 100-Prozent-Stelle in Anspruch und man hat da dann schon bei der Stellenbesetzung ein Gap von 20 Prozent. Das ist eine Thematik, die man sicher genau analysieren muss. Dann ist man auch im Gespräch, wenn die Leistungserbringung eben nicht einem Vollzeitpensum entspricht, sondern beispielsweise eher einem 50-Prozent-Pensum, dass man da eben auf eine 50-Prozent-Stelle reduzieren kann. Dann wären die verbleibende 50-Prozent-Stelle wieder zur Verfügung und könnte neu ausgeschrieben werden. Das wurde von verschiedenen, ich denke vor allem vom Abg. Thomas Hasler angesprochen. Das ist die Situation auf dem Papier. Finden Sie dann einmal einen Kinder- und Jugendpsychiater, das ist eine Riesenherausforderung. Bereits in der Pädiatrie, also in der Suche von Kinderärzten, ist das enorm schwierig. Noch schwieriger ist es im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiater.Dann weiters zum Abg. Manfred Kaufmann. Sie haben gefragt, wie die Lenkungsgruppe zusammengesetzt ist. Das ist per se so: Der Kern ist eine verwaltungsinterne Lenkungsgruppe, in der das Amt für Gesundheit, das Amt für Soziale Dienste und mein Ministerium eingebunden sind. Es ist aber klar, dass punktuell dann Fachexpertise von Personen ausserhalb der Verwaltung beigezogen werden muss, sonst macht das natürlich keinen Sinn. Sie, Herr Manfred Kaufmann, und verschiedene andere Abgeordnete haben nach dem konkreten Terminplan gefragt. Einen konkreten Terminplan kann ich Ihnen nicht nennen. Ich kann auch nachvollziehen, dass der Abg. Haldner-Schierscher die Aussage «so schnell wie möglich» nicht reicht, aber ich kann dem Abg. Thomas Hasler für einmal widersprechen. Er hat gesagt, man solle morgen damit starten. Es wurde bereits damit gestartet. Parallel zur Erarbeitung der Psychiatriekonzepts wurden Gespräche gesucht mit verschiedenen Institutionen. Darum bin ich sehr zuversichtlich, dass wir, insbesondere in der Übersicht rot markierte Bereiche, also mit erster Priorität, sehr zeitnah adressieren können. Also ich denke, dass wir hier bereits im laufenden Jahr punktuell schon Fortschritte erzielen können. Das ist doch auch sehr wichtig und richtig. Dann hat sich die Abg. Manuela Haldner-Schierscher erkundigt, welche inländischen Leistungserbringer in den Prozess integriert wurden. Stellungnahmen im Rahmen der Konsultationen sind von folgenden Institutionen eingegangen: von Berufsfront der Psychologinnen und Psychologen Liechtenstein, vom Clinicum Alpinum, von der Familienhilfe, vom HPZ, von der Ärztekammer, von der Liechtensteinischen Alters- und Krankenhilfe, von der Lebenshilfe Balzers, vom Krankenkassenverband, vom Landesspital, von der Ombudsstelle für Kinder und Jugendliche, vom Sachwalterverein, vom Verein Betreutes Wohnen, von der Psychiatrie St. Gallen und auch den psychiatrischen Diensten Graubünden. Dann haben Sie sich, Frau Abg. Haldner-Schierscher, weiter nach der Betriebsbewilligung für das Clinicum Alpinum erkundigt. Zu dieser Thematik wurde auch eine Kleine Anfrage von der Abg. Bühler-Nigsch gestellt, wenn ich mich nicht täusche. Diesbezüglich verweise ich auf die Beantwortung dieser Kleinen Anfrage, welche ja noch in dieser Session erfolgen wird. Dann wurde verschiedentlich, auch von Ihnen, Frau Abg. Haldner-Schierscher, der Punkt des Personalmangels angesprochen. Ja, diesen Personalmangel sehen wir, nicht in allen Bereichen gleich stark, aber gerade im Kinder- und Jugendbereich sehen wir den sehr, sehr stark. Das Zauberwort, denke ich, wurde vom Abg. Thomas Hasler angeschnitten, es heisst Kooperation. Also wir versuchen, dass wir da von vorhandenem Personal profitieren können. Sie haben dann auch gesagt, es gäbe einen diametralen Widerspruch zwischen Leistungsaufbau im Landesspital und der Aussage, dass eine eigene Facheinrichtung für Kinder und Jugendliche nicht ermöglicht werden könne, eben mit Verweis auf diesen Personalmangel. Da verweise ich nochmals auf meine Aussage, dass eben genau im Kinder- und Jugendpsychiatrischen Bereich es am schwierigsten ist, Personal zu rekrutieren. Das spricht für mich neben den Fallzahlen eben eine klare Sprache, dass das am wenigsten aussichtsreich wäre, wenn man hier einen eigenständigen Weg, durch eine eigenen Fachklinik beispielsweise, erbringen möchte.Beim Landesspital ist das Stichwort sicher Kooperationen, da geht es auch um Generalisten. Also klar ist, dass, wenn ich mit einer somatischen Beschwerde in die Notaufnahme komme, beispielsweise wenn ich mir einen Knochen breche, da wird mir geholfen. Auch bei psychiatrischen Notfällen wird selbstverständlich Notfallhilfe geleistet. Aber das psychiatrische Fachwissen an der Notfallstation am Spital ist derzeit einfach nicht so, wie wir das in Zukunft gerne hätten. Da geht es um eine Notfallversorgung, bevor dann weitere Massnahmen oder weitere Behandlungsmöglichkeiten eruiert werden können. Das würde sicherlich helfen und auch da kommt wieder ein Kooperationsmodell in Zukunft zum Tragen, dass man hier auf Fachexpertisen von Partnerinstitutionen zurückgreifen kann. Dann möchte ich Ihrer Aussage, Frau Abg. Haldner-Schierscher, widersprechen, dass man etwas nicht wissen will. Doch, das sehe ich als unsere Verpflichtung an, dass wir die Problematik, so gut es geht, erfassen möchten und dass wir auch zielgerichtet darauf reagieren können. Also, dass man etwas nicht wissen will, nicht erfassen will, dem möchte ich einfach entschieden dagegenhalten. Man will das Problem adressieren - möglichst gut - und dafür braucht man eben möglichst gute Datenlagen dazu. Das wurde verschiedentlich auch im Sinne des Monitorings angesprochen. Da, wo wir noch besser werden können, wird es selbstverständlich auch untersucht. Aber jetzt einmal zusammengetragen, das ist erstmalig so, haben wir einfach ein Bild der Ist-Situation und der daraus resultierenden Handlungsfelder.Auch die Landtagsvizepräsidentin hat nach einem konkreten Zeitplan oder der Umsetzung gefragt. Das habe ich bereits versucht zu beantworten. Ich kann nachvollziehen, dass Sie lieber ein konkretes Datum hätten. Das kann ich Ihnen nicht liefern, aber ich kann Ihnen versichern, dass mit Hochdruck an diesem Thema bereits gearbeitet wurde, parallel zur Fertigstellung des Psychiatriekonzepts, und jetzt auch in Umsetzung des Psychiatriekonzepts, das natürlich möglichst rasch vorangetrieben werden soll.Dann haben Sie sich, Frau Landtagsvizepräsidentin, nach den Stellen in der Bedarfsplanung erkundigt. Auf die zwei Stellen bei den Kinder- und Jugendpsychiatern bin ich bereits eingegangen. Dann gibt es vier weitere Stellen über den BPL, also über den Berufsverband der Psychologinnen und Psychologen Liechtensteins im Kinder- und Jugendbereich. Hier haben wir eben in meiner Amtszeit bereits eine Erhöhung anstreben können. Mir ist auch klar, der Engpass, das Nadelöhr ist eher bei den zwei Stellen bei den Kinder- und Jugendpsychiatern zu suchen und nicht bei diesen anderen vier Stellen, wo wir bereits eine Entlastung erwirken haben können. Aber auch da komme ich auf die Aussagen von vorhin zurück. Mit einer zusätzlichen Bedarfsstelle oder einer Optimierung der Aufteilung der Stellen in diesem Bereich haben wir noch keine Lösung, wenn wir die entsprechenden Personen nicht finden.Auch Sie haben sich nach den Zahlen erkundigt. In vielen Fällen wird eben von Fällen gesprochen, das sind nicht Personen. Also eine Person kann mehrere Fälle umfassen, also wenn eine Person zweimal ambulant beispielsweise aufscheint, dann wird das als zwei Fälle betrachtet. Das müssen nicht zwingend zwei Personen sein, das doch zur Erklärung.Vielleicht noch zu diesen Fällen: Liechtenstein hat im Jahr 28 stationäre Fälle von Kindern und Jugendlichen, das wird auch abgebildet. Abzüglich von Kindern und Jugendlichen, die eine spezialisierte Behandlung brauchen, ist das eben sehr wenig, um ein eigenes Angebot aufzubauen, gerade im stationären Bereich. Ich denke, das muss man sich einfach auch nochmals vor Augen führen und all diese Punkte zusammen betrachten. Es ist sehr schwierig, Personal zu kriegen. Wir möchten natürlich dann qualitativ eine gute Leistung anbieten und da kommen diese tiefen Fallzahlen noch entsprechend dazu.Sie, Frau Landtagsvizepräsidentin, haben sich dafür ausgesprochen, dass das Angebot des ASD bekannter gemacht werden sollte. Das würde ich auch unterschreiben, das kommt im Kapitel 3.1.4 und 3.1.5 auch entsprechend zur Sprache. Was ich entkräften kann, ist die Idee, dass man sich über die freie Fläche im geplanten Landesspital, die durch den Landtagsentscheid vom März frei geworden ist, Gedanken macht, wie man das füllen könnte. Das kann ich relativ einfach widerlegen. Der Gedanke, was am Landesspital im Bereich der Psychiatrie verbessert werden sollte, ist älter als Ihr Entscheid, geschätzte Frauen und Herren Abgeordnete, vom März dieses Jahres, dass eben doch keine Geburtsabteilung im Spital angesiedelt werden soll. Sie haben dann auch nach den Ensa-Kursen gefragt. Der Ensa-Erste-Hilfe-Kurs, Fokus Jugendliche, der Abg. Peter Frick ist da bereits kurz darauf eingegangen, richtet sich an Erwachsene, die ihnen anvertrauten Jugendlichen erste Hilfe bei psychischen Problemen leisten wollen. Das ist ein relativ breites Feld. Da fallen allgemein Eltern darunter, aber auch Lehrpersonen, Schulsozialarbeiter, Jugendgruppenleitende, Lehrmeisterinnen oder Lehrmeister. Das ist relativ breit gefächert: eben all die Personen, die im privaten oder beruflichen Alltag eben mit Jugendlichen in Kontakt stehen. Aber man muss das Angebot dann natürlich auch in Anspruch nehmen. Sicherlich etwas, das sehr sinnvoll ist. Der Abg. Thomas Hasler hat noch gefragt, wie der Berufsstand, gerade von Kinder- und Jugendpsychiatern gefördert werden könnte. Wenn Sie da gute Vorschläge haben oder hätten, dann kommen Sie bitte auf uns zu. Da ist wirklich schwierig, auch in Gesprächen mit angehenden Medizinerinnen oder Medizinern, wo ich das vielmals anspreche, jetzt eher auf die Pädiater bezogen. Die Antwort geht dann oftmals in eine gleiche Richtung, dass die Personen sagen, sie würden sehr gerne mit Kindern oder Jugendlichen arbeiten, aber das Dreiecksverhältnis Kinder/Jugendliche, Eltern und Arzt oder Ärztin sei einfach schwierig. Das ist eine ähnliche Situation, wie man sie auch oft bei der Frage Lehrerberuf ja oder nein, eben auch antrifft.Der Abg. Peter Frick hat zum Ausdruck gebracht, dass ihnen wenig konkrete Hilfe angeboten wird aus ihrer beruflichen Perspektive. Ich denke, es werden eben die Punkte aufgezeigt, wo wir Entlastung anbieten könnten. Da sind wir wieder im Bereich ambulant, intermediär oder stationär. Stationär wird schwierig. Man schaut, und das ist im Konzept auch dargestellt, wo man da noch zusätzlichen Zugang gewährleisten kann im stationären Setting. Schweizweit haben wir Wartelisten, das ist einfach wirklich schwierig. Ambulant haben wir auch schon besprochen, wo man versucht, da Entlastung zu schaffen und dazwischen, ganz wichtig ist der intermediäre Bereich. Intermediär ist konkret das, was nicht ambulant und nicht stationär ist, beispielsweise ein Tagesklinikangebot. Die Hoffnung dahinter ist, dass durch intermediäre Strukturen, Personen aufgefangen werden können, die eben keinen Platz in einer stationären Einrichtung finden. Das ist einmal das Erste, dass man da Entlastung schaffen kann. Und das Zweite ist, dass Personen in intermediären Strukturen betreut werden können und gar nicht erst auf stationäre Einrichtungen angewiesen sind. Das ist die Grundüberlegung dahinter. Zur Frage des Abg. Wendelin Lampert: Was sind Angststörungen? Ich werde Ihnen jetzt nicht die Definition vorlesen, die mir in der Zwischenzeit per E-Mail zugestellt wurde. Das können Sie selber googeln und nachlesen, was darunter verstanden wird. Ich hätte eine Definition des Universitätsspitals Zürich, die kann ich Ihnen bilateral zustellen, wenn Sie das möchten, aber Sie finden das auch selber heraus.Dann, was ist mit den OKP Stellen? Aus den Tarmed-Daten lassen sich keine detaillierten Zahlen zu sich in Behandlung befindlichen Personen filtern. Das war noch eine Aussage: Aus dem Tarmed basierende Abrechnungsdaten liefern neben den Kosten die Anzahl Konsultationen, die Anzahl Abrechnungen und allenfalls noch die Anzahl der abgerechneten Tarifpositionen. Auswertungen sind pro Leistungserbringer, aber eben, wie ich das vorhin ausgeführt habe, das wären dann die Fälle, aber nicht pro Patient. Es gibt in den Daten und Tarifpooldaten keine sogenannte Patientenerkennung. Das heisst, auch die Vorstellung, dass man die Karriere eines Patienten im System nachverfolgen könnte, ist nicht zutreffend. Das gibt das aktuelle System einfach nicht her. Vielleicht nur eine Klammernotiz: Man hat das in der Vergangenheit von politischer Seite auch schon gewünscht oder hätte das gerne gehabt, ist aber nicht gelungen. Noch kurz zur OKP-Stellenbesetzung im Kinder- und Jugendpsychiatrischen Bereich. Die tatsächlich erbrachten Leistungsstunden entsprachen bei Weitem nicht der im Rahmen der Bedarfsplanung zur Verfügung stehenden Stellen. Das ist auch Ihre Frage. Sie haben nach der Realität gefragt, wie es im Psychiatriekonzept enthalten ist. Anpassung nach unten schafft neue Kapazitäten, die theoretisch besetzt werden können. Zu theoretisch habe ich bereits Ausführungen gemacht. Stellenbesetzung ist bekanntlich sehr, sehr schwierig. Und damit habe ich gemäss meiner Liste die Fragen, die ich mir notiert habe, beantwortet. Falls ich Ihre vergessen oder nicht beantwortet haben sollte, dann fragen Sie bitte nochmals nach. Vielen Dank.Landtagspräsident Albert Frick
Vielen Dank. Ich muss jetzt eine Pause machen, 20 Minuten. Ich rufe Ihnen aber in Erinnerung, dass wir uns nach wie vor bei den parlamentarischen Eingängen beziehungsweise deren Beantwortung befinden. Der Zeitplan wird enger, die grossen Posten warten noch auf uns und ich bitte einfach, dass wir uns alle bemühen, möglichst zügig voranzukommen. 20 Minuten Pause. Die Sitzung ist unterbrochen (von 16:30 bis 16:50 Uhr).
Landtagspräsident Albert Frick
Geschätzte Damen und Herren, wir fahren mit den Beratungen zu Traktandum 7: Postulatsbeantwortung Psychiatriekonzept fort.Abg. Dagmar Bühler-Nigsch
Besten Dank für das Wort. Herr Gesundheitsminister, ich möchte Sie gerne bitten, dass Sie zum Bewilligungsprozess des Clinicums Alpinum doch noch nähere Ausführungen machen und auch warum das alte Betriebskonzept erwähnt wurde. Denn meine Kleine Anfrage geht doch deutlich weiter mit den Fragen, die ich im Detail gestellt habe, und die Abg. Manuela Haldner-Schierscher hat diese Frage ja unabhängig von mir gestellt. Dann haben Sie eine ganze Liste mit Institutionen erwähnt, die Stellungnahmen eingereicht haben. Das ist sehr erfreulich, aber mich würde auch interessieren, ob diese Institutionen dann auch eine Rückmeldung erhalten haben oder dass man jetzt weiss, was ist aus diesen Stellungnahmen mit eingeflossen. Es ist schade, normalerweise haben wir in den Berichten und Anträgen einen Überblick und hier ist für mich gar nichts ersichtlich geworden, was aus diesen Stellungnahmen eingeflossen ist. Dann haben Sie die Lenkungsgruppe erwähnt, die ohne den Beizug von Experten und Leistungserbringerinnen und -erbringern zusammengesetzt ist. Das finde ich sehr schade, denn die sind doch alle sehr nahe an der Praxis und an den Themen dran, haben die richtigen Kontakte und die wären definitiv eine Bereicherung für diese Lenkungsgruppe. Und, dass Sie keinen Terminplan haben, ganz ehrlich, das geht für mich gar nicht. Jetzt sind so viele Stellen involviert, die hat man lange vertröstet, bis das Psychiatriekonzept endlich vorliegt und da dürften wir jetzt schon einen konkreten Terminplan erwarten. Besten Dank.Landtagspräsident Albert Frick
Vielen Dank.Abg. Günter Vogt
Danke, Herr Landtagspräsident. Ich möchte hier wie meine Vorrednerin nachdoppeln. In der Zusammenfassung wird ausgeführt, dass gemäss Bedarfsprognose des Psychiatriekonzepts von einem stark steigenden Bedarf, insbesondere im ambulanten und intermediären Bereich auszugehen ist. Für mich ist es ein akuter Handlungsbedarf. Dann stellt sich für mich schon, wie vorgehend ausgeführt, die Frage. Sie haben ja erwähnt oder die Idee ausgeführt, dass das Landesspital ein psychiatrisches Brückenangebot einrichten soll oder könnte. Das haben Sie öffentlich wirksam auch an einer anderen Veranstaltung, an der ich anwesend war, ausgeführt. Wie vorgehend ausgeführt, erstaunt mich auch, dass, weil ja dieser akute Handlungsbedarf vorhanden ist, das Clinicum Alpinum, welches genau diese Leistungen anbieten will, aber genau seit einem halben Jahr auf diese Betriebsbewilligung wartet. Da würde mich jetzt schon interessieren: Ist das eine strategische Frage für Sie, wieso Sie diese Bewilligung nicht erteilen? Hat es mit der Liechtensteinischen Einplanung im Kontext des Landesspitales oder einer Auslagerung ins Ausland zu tun? Das war meine erste Frage und die zweite Frage wäre dann auch, wie meine Vorrednerin schon erwähnt hat, die Terminplanung: Sie können keine nennen. Also ich würde schon erwarten, dass Sie eine zeitnah nennen können. Wenn Sie das nicht können, dann müsste vielleicht, so wie das schon auch ab und zu gehandhabt wurde, ein politischer Vorstoss nachgereicht werden, wo das vielleicht explizit gefordert wird. Danke.Landtagspräsident Albert Frick
Vielen Dank.Abg. Manfred Kaufmann
Besten Dank, Herr Präsident. Ich habe erneut eine Frage an den Gesellschaftsminister. Sie haben ausgeführt, dass 28 Fälle bestehen. Können Sie das ein bisschen genauer erläutern? Sind das stationäre Fälle? Sind das Suizidfälle? Und dann noch eine Zusatzfrage: Gehen Sie davon aus, dass es einfach die Spitze vom Eisberg ist? Also, dass da noch mehrere in der Dunkelziffer bestehen? Besten Dank.Landtagspräsident Albert Frick
Vielen Dank.Abg. Peter Frick
Besten Dank für das Wort. Einfach noch zwei, drei Anmerkungen von meiner Seite: Es wurde hier ja auch wieder benannt, dass Helpchat oder Pro Juventute nicht bekannt sind oder ein Kind, dass nicht bei der SSA gesehen werden möchte, anonyme Möglichkeiten haben soll. Ich weiss nicht, was wir hier diskutieren. Diese Institutionen lösen das Problem nicht, das wir hier im Land haben. Das finde ich noch sehr speziell. Wir haben wirklich ein Thema. Ich weiss, die Lösung ist nicht einfach. Aber nur wenn wir diese Beratungsstellen, wie soll ich sagen, bekannter machen, werden wir das Problem nicht lösen. Diese gesellschaftliche Entwicklung nimmt einfach rasant zu. Einmal anders gesagt: Ich wage zu behaupten, wir haben sehr viele Experten hier im Land und ich vermute nicht, dass wir es hier drinnen nicht sind. Ich könnte mir gut vorstellen oder ich habe es auch noch nie gehört, dass die Regierung einmal diese Experten zusammenkommen lässt, um da einmal grundlegend diese Thematik auszutauschen. Da wäre es auch am richtigen Ort angesiedelt. Und das mit diesen 28 Fällen, das versuche ich irgendwo einzuordnen. Sie haben diesbezüglich auch nicht grosse Erläuterungen gemacht. Wenn man grundsätzlich andere Länder vergleicht, und ich denke, da können wir uns mit hineinnehmen, wir haben eine sehr hohe Dunkelziffer an psychischen Erkrankungen. Das sind nicht einfach 28 Fälle bei uns im Land. Also Entschuldigung, mit dem kann ich gar nichts anfangen. Darum möchte ich jetzt einfach sagen, ich bin mir nicht sicher, über was wir jetzt überhaupt diskutieren. Wie gesagt, Beratungsstellen bekannter machen wird das Problem nicht lösen. Wir haben eine gesellschaftliche Entwicklung, da gilt es, irgendwie dagegen anzugehen. Wir haben Experten bei uns im Land und irgendwie schafft es das Land nicht, diese zu bündeln und diesbezüglich eine gute Idee herauszuarbeiten oder eine Richtung einzuschlagen, die vielleicht dem ein bisschen entgegenwirken kann. Besten Dank.Landtagspräsident Albert Frick
Vielen Dank.Abg. Manuela Haldner-Schierscher
Vielen Dank. Ich hätte noch eine Bemerkung zum Thema Monitoring. Sie haben gesagt, das Monitoring machen wir, das brauchen wir und Sie widersprechen meiner Aussage, wenn man es nicht untersucht, man will es nicht wissen quasi und dann entsteht kein Handlungsbedarf. Im Bericht und Antrag wurde argumentiert, es wäre erheblicher Aufwand, ohne dass klar sei, welche Schlüsse beziehungsweise Massnahmen daraus gezogen beziehungsweise abgeleitet werden. Ist es nicht so, dass das Monitoring dazu helfen könnte zu wissen, also das ist doch die Voraussetzung für die Entwicklung von Strategien zur Prävention. Dafür brauchen wir doch eine Erfassung von populationsbasierten Daten über die gesamte Lebensspanne und dass wir da ableiten können, was denn hier zielführend wäre. Und eben, dass wir statistische Daten darüber haben, an was die Bevölkerung krankt. Wir haben es gehört, die Zahlen, die Betroffenheit: 25 bis 10 Prozent sind jetzt direkt betroffen. Das sind Zahlen über die ganze Bevölkerung und da brauchen wir doch ein Monitoring darüber, dass wir daraus direkt ableiten können und nicht einfach aus einem Gefühl heraus. Da wäre schon meine Frage, was ist da geplant, eben diese Daten zu erheben, dass wir ein Bild bekommen, wie es sich über eine ganze Lebensspanne zeigt. Aus Fachkreisen ist auch diese Thematik der Kinder- und Jugendpsychiatrie, diese strikte Trennung zur Erwachsenenpsychiatrie, es ist wie im Strafgesetz. Das Strafgesetz kann auch angewendet werden für junge Menschen bis 25. Man sagt einfach, von der hirnorganischen Entwicklung ist das Gehirn erst mit 25 ausgereift und man nimmt da unter Umständen entsprechend Rücksicht. Das wird ja in der Fachwelt anscheinend diskutiert, habe ich mir sagen lassen, ich bin ja nicht vom Fach, aber da sind doch sicher auch Bestrebungen in der Planung, wie man die Psychiatrie oder psychiatrischer Unterstützung organisieren möchte, dass man diese strikte Trennung aufhebt. Da würde mich interessieren, ob das diskutiert wird, ob das thematisiert ist. Besten Dank.Landtagspräsident Albert Frick
Vielen Dank.Abg. Wendelin Lampert
Besten Dank, Herr Präsident, für das Wort. Besten Dank dem Herrn Gesellschaftsminister für seine Ausführungen und die Antworten. Ein Punkt ist meiner Ansicht nach noch ausstehend. Da sind die Angebote im Ausland und wir stellen jetzt fest, bei unserer aktuellen Bedarfsplanung schaffen wir es nicht einmal, diese Stellen zu besetzen. Also wird es auch zukünftig relativ schwierig werden, die Bedarfsplanung auszuweiten. Wie gesagt, wenn man nicht einmal die aktuelle Bedarfsplanung besetzen kann, ist es anscheinend kein valabler Lösungsansatz. Dann verweisen Sie ja mehrmals auf diese Angebote im angrenzenden Ausland. Da würde mich einfach interessieren: Braucht es für die Nutzung des Angebotes im Ausland eine Zusatzversicherung? Sind das OKP-Stellen im Ausland oder sagen Sie: Nein, wer diesen Zusatzbereich im Ausland nutzen will, der braucht eine Zusatzversicherung. Das würde mich noch interessieren.Landtagspräsident Albert Frick
Vielen Dank.Regierungsrat Manuel Frick
Besten Dank für das Wort und besten Dank für Ihre Rückfragen, die ich, so gut ich es kann, jetzt beantworten werde oder möchte. Ich schicke aber voraus: Wo ich etwas nicht beantworten kann, bevor ich Ihnen etwas darlege, was nicht vollständig oder im Extremfall nicht richtig wäre, werde ich lieber nichts dazu sagen und auf entsprechende spätere Aussagen vertrösten. Ich denke, damit ist gerade in diesem zum Teil schwierigen oder heiklen Umfeld niemandem geholfen. Das betrifft eben genau Ihre Frage, Frau Abg. Bühler-Nigsch, zur Betriebsbewilligung des Clinicums Alpinum. Das werde ich gerne im Rahmen der Kleinen Anfrage beantworten, sonst lasse ich mich da jetzt zu weit auf die Äste hinaus. Ich möchte nicht, dass es unvollständig oder im Extremfall jetzt unrichtig dargestellt wird. Dann zu Ihrem Punkt, zu den Rückmeldungen an die Institutionen. Es gab, wenn man so will, eine Kerngruppe. Da war die Ärztekammer mit drinnen vertreten, die BPL, der Berufsverband, war darin vertreten, auch der LKV, der Kassenverband, war darin vertreten - die, die enger eingebunden wurden. Mit verschiedenen anderen Institutionen hat man dann eben bilateral Rückmeldung gehalten oder nimmt das jetzt auch auf. Beispielsweise mit dem VBW fand ein entsprechendes Gespräch in der Zwischenzeit bereits statt. Sie haben dann bedauert, dass in der Lenkungsgruppe keine externen Experten einsitzen. Das möchte ich so nicht stehen lassen. Die sind nicht permanent mit drinnen, aber die werden punktuell auch beigezogen, wo es sie eben braucht. Dann hat man auch die Flexibilität, dass man eine variable Zusammensetzung hat und variabel Expertise beiziehen kann. Zur Aussage des Abg. Günter Vogt, das möchte ich bestätigen. Ja, es herrscht akuter Handlungsbedarf. Da sind wir uns alle sicherlich einig. Dann wegen dem Brückenangebot, ich bin mir nicht sicher, dass das die richtige Terminologie ist: Ich denke, Abhilfe verschaffen könnte, wenn einfach eine zentrale Notfallanlaufstelle sehr viele Bereiche übernehmen könnte. Ich denke da auch an den Bereich der fürsorgerischen Unterbringung, wo es eben einen ärztlichen Entscheid braucht, ob für jemand eine fürsorgliche Unterbringung angedacht ist oder eben nicht. Ich denke, das ist eine sehr spezielle Expertise und für viele Ärzte ist das sehr schwierig zu beurteilen. Ich denke, ein Hausarzt macht per se eine riesige Breite an Angeboten, aber er ist in der Regel keine Person mit psychiatrischer Vertiefung. Für solche Bereiche würde das eben auch Sinn machen, dass man da eine zentrale Struktur schafft. Mit der Abstimmung, Herr Abg. Vogt, hat das nichts zu tun. Zu den 28 Fällen, also es handelt sich um stationäre Fälle. Aber ich denke auch, man muss da nicht zu hoch greifen in der Diskussion, es soll einfach ein Gespür für die Anzahl Fälle geben. Diese kommen aus den Daten, die uns der Kanton St. Gallen zur Verfügung gestellt hat. Es handelt sich um die Anzahl Spitalaufenthalte in Schweizer Kliniken, also nicht nur in St. Gallen, sondern in Schweizer Kliniken, die auf Kinder und Jugendliche spezialisiert sind. Ja, selbstverständlich, Herr Abg. Frick, eine Dunkelziffer haben wir auch. Aber das sind die Daten, die wir haben und - ich sage jetzt hier - das Aussagekräftigste, was wir einfach im Umfang von Inanspruchnahme von stationären Behandlungen eben haben. Dann zu Ihrer Aussage, Herr Abg. Frick, es sagt auch niemand, dass es mit dem Bekanntmachen von bestehenden Angeboten getan ist, überhaupt nicht. Aber es ärgert mich besonders, wenn man Hilfsangebote hätte, diese dann aber den Betroffenen nicht bekannt sind. Darum denke ich, das Bekanntmachen ist auch ein Teilbereich. Daneben gibt es die ganzen Teilbereiche der Prävention. Prävention ist extrem wichtig in allen Bereichen, in der Schulsozialarbeit, im Unterricht, dass man da verschiedene Punkte aufnimmt, dass man Eltern darauf sensibilisiert. Das haben wir in der ersten Runde angesprochen, das Stigma der psychischen Erkrankung, dass man das thematisiert. Das sind alles wichtige Punkte. Bitte fassen Sie mich nicht so zusammen, dass ich sage, solche Sachen wie Helpchat, oder so, lösen alle Probleme. Aber ein weiteres Bekanntmachen dieser Angebote ist dennoch wichtig, aber es ist ein kleiner Teilbereich der ganzen Massnahmen. Wie gesagt, einverstanden, wir werden wahrscheinlich hohe Dunkelziffern in diesem Bereich haben, eben auch aufgrund des genannten Stigmas. Dann der Punkt der Abg. Haldner-Schierscher. Ja, da bleiben wir dran, was das Monitoring betrifft, ob wir da zu besseren Informationen kommen. Mein Punkt war - ich suche keine Ausreden, im Gegenteil. Das Problem ist akut und anerkannt, und wir versuchen, das zu adressieren, wo wir bessere Datenqualität herbekommen. Dann wird man sich das natürlich auch anschauen. Sie haben gesagt, Sie sind keine Spezialistin, ich bin es ebenso wenig.Was die Trennung zwischen Kinder- und Jugendpsychiatrie und Erwachsenenpsychiatrie anbelangt, ja, da mag es Schnittmengen geben, aber ich kann jetzt auch nicht sagen, inwiefern hier Entlastung geboten werden könnte. Was auch immer wieder aufkommt, der Bereich der Adoleszenz ist sehr zentral und das wäre so eine Schnittmenge, was eben auch eine spezifische Expertise braucht. Da, wie in allen anderen Bereichen, sind wir natürlich auf Expertise von Aussenstehenden angewiesen. Zur Frage des Abg. Lampert, zu den Angeboten im Ausland. Also, wenn es Vertragsspitäler sind, und man schaut da in allen Bereichen, dass man da eine Auswahl an Vertragsspitälern hat, dann ist es selbstverständlich nicht ein Teilbereich, der über eine Zusatzversicherung abgedeckt werden müsste, sondern die Zugänglichkeit ist dann per se gegeben. Also das ist hier sicher kein Hemmnis, dass die Versicherungsstufe oder die Zusatzversicherung das Angebot dann, positiv gesagt, erweitert oder negativ gesagt, wenn man das eben nicht hat, schmälert. Dann möchte ich einfach nochmals erwähnen, weil es mir wichtig ist: Die Konsultation wurde breit aufgegleist und die Ergebnisse der Konsultation sind in das überarbeitete Psychiatriekonzept auch eingeflossen. Das zeigt alleine die Tatsache, dass das Konzept so grundlegend überarbeitet worden ist. Ich denke, wir haben diese Zeit gut genutzt und die Konsultation auch für das Dokument so gut, wie es eben geht, umgesetzt. Die Umsetzung ist abhängig von Leistungsvereinbarungen und der Schaffung von neuen Angeboten. Das geht nicht von heute auf morgen. Das bezieht sich auch auf den Zeitplan, aber ich möchte hier nochmals sagen, das Akute an dieser Thematik ist Ihnen allen, geschätzte Frauen und Herren Abgeordnete, und uns allen im Ministerium selbstverständlich auch sehr bewusst. Damit hoffe ich, dass ich vielleicht nicht allen alles beantwortet habe, aber Ihnen sagen konnte, was ich zum jetzigen Zeitpunkt sagen kann.Landtagspräsident Albert Frick
Vielen Dank. Die Diskussion wird nicht mehr benutzt, somit haben wir die Postulatsbeantwortung der Regierung zur Kenntnis genommen und Traktandum 7 erledigt. -ooOoo-